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Die Entdeckung der Wildbäder Erst im 14. und 15 Jahrhundert, als die Zeit der städtischen Badestuben zu Ende ging, begann die große Zeit der Wildbäder und damti der Heilbäder und der Kurorte im modernen Sinn. Der Gebrauch der Bäder wurde durch die Begenung mit dem Orient auf Pilgerfahrten und Kreuzzügen gefördert. So war auch Graf Philipp der Ältere von Katzenelnbogen, der spätere Förderer des Emser Bades, in jungen Jahren im Orient....Im 14. Jahrhundert endeckte man noch vereinzelt, im 15. Jahrhundert dann in großem Stil die Wildbäder. Darunter verstand man Mineralquellen, denen man eine Heilwirkung zuschrieb und die man darum in Badebecken faßte, um entweder, wenn sie kalt waren, kurz eintauchen zu können oder, wenn es sich um warme Quellen handelte, ausgiebig baden zu können. Man sprach von Wildbädern, weil sie meist außerhalb von Ortschaften in der offenen Landschaft oder in Wäldern gefunden wurden. Das galt für die Quellen von Wildbad im Schwarzwald (Graf Philipp reiste dort einige Male hin) ebenso wie für Ems, dessen Thermen weit ausserhalb des Dorfes lagen. Wenn der örtliche Adel ein Interesse an einem solchen Wildbad hatte, begann rasch der Ausbau. Das Wildbad der Grafen von Württemberg, das Zeller Bad der Markgrafen von Baden und das Emser Bade der Grafen von Nassau und von Katzenelnbogen sind Beispiele hierfür. Gut lassen sich die Anfänge des spätmittelalterlichen Badewesens auch in Ems verfolgen. Eine in lateinischer Sprache abgefaßte, nicht genau zu datierende Rechnung des St. Kastorstifts in Koblenz erwähnt um 1320 in Ems eine via qua itur ad blaneum, also eine Straße , die vom Dorf Ems (dem heutigen westlichen Stadtteil) nach dem abseits gelegenen Bad hinausführte. Die nächste Quelle ist eine Urkunde von 1352, in der das warm baydt by Eumetze gelegen als Besitz des Grafen von Nassau aufgezählt ist. Ähnliche Urkunden sind aus den beiden folgenden Jahrzehnten erhalten. 1382 ist dann erstmals ein Badegebäude nachweisbar. In jenem Jahr nämlich wurde ein zuvor umstrittener Turm über dem Bade dem Grafen Rupert von Nassau zugesprochen. Dabei dürfte es sich um jenen Turm gehandelt haben, der sich bis um 1730 über den später so genannten Rondellquellen auf dem heutigen Kurhof erhob und der auf den ältesten Kupferstichen von Dilich (1605) und Merian (1650) als Teil einer mittelalterlichen Befestigung zu erkennen ist. Die Grafen von Nassau hatten 1324 für ihren Flecken Ems Stadtrechte und damit das Recht zu Bau einer Befestigung erwirkt. Auch hier wurden also, wie in Wildbad, Thermalquellen, die den Bewohnern der Umgebung längst bekannt gewesen sein mußten, erstmals in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gefaßt und in den folgenden Jahrzehnten rasch durch den Landesherrn zu einem Bad ausgebaut, das bislang ungeschützte Wildbad wurde gesichert. (Auszüge aus Heilbäder im Mittelalter von Hans-Jürgen Sarholz, Bad Emser Hefte Nr 155) |
Ab 1382 wird ein Wohn- und Wehrturm im Besitz der Grafen von Nassau über dem Rondellbad erwähnt. Sonst gab es keine festen Gebäude. 1438 Ein Henne von Dentzerode (vier km nordwestlich) und sein Sohn Peter werden vom Graf von Nassau und von Graf Johann IV von Katzenelnbogen mit dem Bad auf Lebenszeit belehnt, werden vertraglich verpflichtet das Bad von zwei auf sechs Bädern innerhalb von 8 Jahren auszubauen und ein neues dreistöckiges, mit Toiletten und Kaminen ausgestattetes Haus zu errichten. Dazu wird er verpflichtet beide Grafen unentgeltlich zu beherbergen und Personal zum Scheren und Schröpfen anzustellen. 1453 wird bei Auseinandersetzungen mit den Kastorherren in Ems Wein des Kastorstifts entwendet und zwei Bedienstete zur Verwaltung nach Braubach abgeführt und erst gegen eine Bürgschaft wieder freigelassen. |
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