Chronik

Frankfurt - Wiesbaden - Mainz

 

     
 

Autor: Werner Mohr

E-mail für Kritik und Anregungen

 

Chronik Rhein-Main mit Frankfurt, Mainz, Wiesbaden, Offenbach, Darmstadt, Friedberg, Hanau, Bad Homburg mit soziokulturellen Hintergründen.

Auf Rechtschreibung wird z.T. zugunsten der Suchfunktion verzichtet. - Bitte Suchfunktion: Strg-Taste + F-Taste benutzen - Mehr als ein Begriff gleichzeitig mit mozilla und searchwp.

Für Kulturelles und Wetterinfos bitte auch hier suchen: Weiterleitung zur Chronik der Stadt Nürnberg.

1945 Der ehemalige jüdische aber ausgetretene frankfurter Oberbürgermeister Ludwig Landmann (66) stirbt in seinem niederländischen Versteck an Unterernährung. - In Wiesbaden lässt der Leiter des Lebensbornheimes Taunus Idsteiner Straße 111 alle Kinder nach Ansbach in die Heime Franken I und II und danach in das Heim Hochland in Steinhörig evakuieren. Seit 1939 sind rund 500 Kinder geboren worden. - In Wiesbaden ist das SS und Polizeigericht im Nerotal 34. - In Darmstadt wird SS Unterscharführer Erich Steuben mit militärischen Ehren begraben. - In Frankfurt richten die Amerikaner eine Fernsehsendeanlage ein. - In Frankfurt sprengt erfolglos die Wehrmacht die Neue Alte Brücke um die Allierten aufzuhalten. - Der Korvettenkapitän Fürst Karl von Leiningen Dagsburg Hartenburg (St) (47) kommt in ein russisches Kriegsgefangenenlager, wo er innerhalb eines Jahres verhungert. - In Wiesbaden flüchten der Regierungspräsident und der in Westpreußen geborene wiesbadener Oberbürgermeister Felix Piekarski (55) nach Osten. - In Wiesbaden werden Zerstörungsbefehle nicht ausgeführt. - In Wiesbaden wird der Straßenbahnverkehr eingestellt. - In Mainz werfen 435 Bomber der englischen Royal Air Force 1500 Tonnen Bomben hauptsächlich über der Neustadt, Weisenau, Gustavsburg und Bischofsheim ab. Es bricht ein Flächenbrand aus und es gibt 1209 Tote. - Der in Frankfurt geborene Kernchemiker Otto Hahn (66) erhält den Nobelpreis für Chemie des Jahres 1944. - Offenbach hat 12 Juden. - In Weilmünster enden in der Heil- und Pflegeanstalt Weilmünster die T4 Morde und Verschickungen in Tötungsanstalten nach rund 6000 Fällen. - Der homosexuelle, kaltgestellte SA General, NSDAP Mitglied mit der Ehren Mitgliedsnummer 24 und viertgeborene deutsche Kaisersohn August Wilhelm von Zollern Preußen (St) (58) alias Auwi flieht mit seiner Schwägerin, Kronprinzessin Cecilie von Mecklenburg (St) (59) zu seiner Tante Margarete von Hessen (St) (73) ins amerikanisch befreite Kronberg. Er wird jahrelang interniert und bleibt ein treuer Nationalsozialist (+1949). - In Gießen Frohnausen stirbt der in Kopenhagen geborene Komponist und Landgraf Alexander Friedrich von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (82), wodurch das hanaukesselstädter Schloss Philippsruhe verweist. - In Frankfurt eröffnet das unbeschädigte Hotel Monopol Metropol am Südausgang des Frankfurter Hauptbahnhofs, Mannheimer Straße 11-13 als erstes Hotel der Stadt wieder. - In Wiesbaden wird das Kurhaus und Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser Friedrich Platz Südseite zerstört und nicht wieder aufgebaut. - Der in Wiesbaden aufgewachsene strengprotestantische Studienrat und Stabsoffizier Hermann Kaiser (60) und der in Ziegenhain geborene Jurist und Rechtswissenschaftler Hans John (34) werden in Berlin als Verschwörer hingerichtet. - Der bopparder KPD Funktionär, langjährige NS Häftling und Zwangssoldat an der Ostfront Rudolf Steinwand (39) läuft zur Roten Armee über, engagiert sich in der Sowjetischen Besatzungszone und steigt in der SED in die DDR Führungsriege auf. - In Wiesbaden werden in der Kaserne an der Schiersteiner Straße (2016 Europaviertel) mindestenes 10 Deserteure an der Garagenanlage standrechtlich erschossen. - In Wiesbaden werden im Wald unterhalb des Berges Hohe Wurzel 16 ausländische Kalle-Zwangsarbeiter als Widerständler hingerichtet. - In Wiesbaden Kloppenheim werden polnische Zwangsarbeiter an der Friedhofsmauer hingerichtet. - In Frankfurt gibt es 160 Juden. - In Frankfurt fliehen der in Frankfurt geborene NSDAP Regierungspräsident des Regierungsbezirks Wiesbaden Otto Schwebe (42) und der NSDAP Reichsstatthalter des Volksstaates Hessen Jakob Sprenger (51) 3 Tage vor der Besetzung durch die Amerikaner. - In Wiesbaden wird der in Westpreußen geborene Standartenführer, Oberabschnitt Rhein SS Führer und wiesbadener Oberbürgermeister Erich Mix (42) abgesetzt (1954 erneut wiesbadener Oberbürgermeister und FDP Landtagsmitglied). - In Kronberg werden auf Schloss Friedrichshof die hessischen Kronjuwelen eingemauert, aber gefunden und verkauft. - In Eltville Eichberg sind im oder durch die Landesheilanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4 weitergeleitet 4600 Menschen durch Euthanasie ermordet worden, dazu 450 Kinder in der Kinderfachabteilung. - In Wiesbaden werden Halbjuden aus Mischehen ins KZ Theresienstadt verschleppt. - In Birstein wird Prinzessin Elisabeth Christiane von Isenburg (St) geboren. - Prinzessin Elisabeth Helene Prinzessin von Isenburg (St) (69), Ehefrau des in Darmstadt geborenen SA Standartenführer der Obersten SA Führung NS Professor für Sippenforschung und Familienforschung Prinz Wilhelm Karl Prinz von Isenburg Büdingen (St) (42) organisiert als Präsidentin der rechtsradikalen Organisation Stille Hilfe die Flucht von NS-Verbrechern nach Südamerika. - In Wiesbaden zieht die amerikanische Standortkommandant in das verlassene SS und Gestapo Hauptquartier Villa Söhnlein-Pabst mit den Gebäuden Paulinenstraße 7-11, das deshalb den Spitznamen Weißes Haus erhält, ein. - Die in Mainz geborene wiesbadener Sektfabrikantentochter Anna Elisabeth Henkell alias Anneliese von Ribbentrop  (49) flieht ins Rheinland, veröffentlich später die Aufzeichnungen ihres Mannes und bleibt rechtsextrem. - In Marburg an der Lahn stirbt die unverheiratete Grafentochter Gräfin Adelheid von Solms Laubach (St) (70). Ihre unverheiratete Zwillingsschwester Frieda von Solms Laubach (St) (70) (+1961 Marburg) überlebt sie. - Darmstadt hat 69539 Einwohner. - 1945 In Frankfurt wird der frankfurter Gestapo Leiter Reinhard Breder (34) zum Kommandeur der Sicherheitspolizei Hessen ernannt, weshalb sich die Gestapo aus Frankfurt ins Ausweichquartier Arbeitserziehungslager Hirzenhain zurückziehen will, das allerdings noch gar nicht geräumt ist, weshalb der zwickauer Personalchef der Horch Werke Inspekteur der Sicherheitspolizei und des Sicherhietsdienstes in Wiesbaden und frankfurter Gestapo Chef SS Oberführer Hans Trummler (45) das Arbeitserziehungslager Hirzenhain räumen lässt. Einige Tage später werden die Gefangenen des Arbeitserziehungslagers an einem Waldrand in der Nähe von Glashütten von der Gestapo ermordet. - In Frankfurt werden im Westhafen Bachforellenweg 3 modernste aber wegen schlechter Verarbeitung nicht einsatzfähige U-Boote der U-Bootklasse XXI nicht mehr fertiggestellt. - In Darmstadt treffen die Amerikaner auf 50000 Obdachlose, die in den Trümmern leben. - In Mainz werden die U50 Jährigen der zur Feuerschutzpolizei umfunktionierten Berufsfeuerwehr bewaffnet und zum Schutz von Industrieanlagen abgeordnet. - In Oppenheim richten die Amnerikaner einen Brückenkopf ein. - Auf dem rechtsrheinischen Kornsand gegenüber Nierstein werden fünf Niersteiner und ein Oppenheimner, angebliche gefährliche Kommunisten, Cerry Eller, ihr Mann Johann Eller, Georg Eberhardt, Rudolf Gruber, Nikolaus Lerch und und Jakob Schuch von Leutnant Hans Kaiser (1953 10 Jahre Gefängnis) nach dessen Besuch der Gasstätte Wehner an der Fähre, in einer Flak-Stellung ermordet. In Nierstein ist Georg Ludwig Bittel NSDAP Ortsgruppenleiter (freigesprochen). Kurz nach der Exekution wird die Fähre gesprengt. - Die Besitzerin des Gestüts Erlenhof in Bad Homburg Industriellentochter Margareta von Thyssen (34) betreibt im Heimatort ihres Gatten Schlossbesitzer Graf Ivan von Batthyany (35) einen Erholungsort für die Waffen-SS. Gemeinsam feiern sie wenige Tage vor dem Einmarsch der Roten Armee mit der lokalen NSDAP und der SS ein Fest während in der nahe gelegenen Scheune Kreuzstadl beim Massaker von Rechnitz rund 180 ungarischjüdische Zwangsarbeiter ermordet werden. - Der in Darmstadt geborene bevollmächtigte General der deutschen Wehrmacht, Mitglied der Waffen SS Karl Wolff (45) (Behauptet 1964 bei der Anklage für den Tod von 300000 Juden verantwortlich zu sein erst 1945 von der Vernichtung der Juden erfahren zu haben) erlaubt dem Offizier Wichard von Alvensleben (43) unerklärlicherweise die Befreiung von 139 Sonder- und Sippenhäftlingen in Südtirol, viele davon Politiker und Adelige, darunter der in Offenbach Rumpenheim geborene Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP und ehemalige Oberpräsident der Preußischen Provinz Hessen Nassau Landgraf Philipp von Hessen (St) (45). - Der mit der in Mainz geborenen wiesbadener Sektfabrikantentochter Anna Elisabeth Henkell (49) verheiratete Reichsaußenminister Joachim Ribbentrop (52) flieht nach Hamburg und taucht unter dem Namen Reiser unter bevor er nach Nürnberg zum Kriegsverbrechertribunal gebracht wird. (1946 hingerichtet. Seine Pferdezucht Gestüt Asta wird die VDO Gründertochter und zweifache Olympia Dressur Goldmedaillengewinnerin Liselott Linsenhoff übernehmen). - In Mainz wird das Hotel Zum Hohenzollern Ecke Rheinalle/Kaiserstraße (2016 Hotel Mainzer Hof) Kaiserstraße 98 von den Franzosen genutzt. - In Frankfurt dringen die Amerikaner über die Wilhelmbrücke in die Stadt ein. - Der darmstädter Spenglermeister, Vorsitzender des Verwaltungsrats der darmstädter Sparkasse, der hessischen Elektrizitäts AG, der Darmstädter Flughafen AG und darmstädter NSDAP Oberbürgermeister Otto Christian Wamboldt (61) flieht vor den Amerikanern und begeht mit seiner Ehefrau Selbsmord. - Der in Pasing geborene Eisenbahnverwaltersohn, SS Gruppenführer und ehemalige darmstädter Oberbürgermeister Heinrich Müller (49) begeht in Potsdam mit seiner Frau und seinen drei Kindern erweiterten Selbstmord.

1944 Der in Arolsen geborene Erbprinz Josias von Waldeck und Pyrmont (St) (48) wird General der Waffen SS. - In Frankfurt wird das Luxushotel Frankfurter Hof Kaiserplatz von Fliegerbomben zerstört. - Der in Westpreußen geborene Standartenführer und wiesbadener Oberbürgermeister Erich Mix (41) wird SS Führer Oberabschnitt Rhein. - In Wiesbaden wird das Reichsschulungslager NSDAP aufgelöst und nach Oppenheim verlegt. - In Wiesbaden dient das Lebensbornheim Taunus Idsteiner Straße 111 als Zwischenstation für Mütter, Kinder und Angstellte aus anderen Lebensbornheimen wie dem Heim Westerwald bei Paris, dem Heim Ardennen in Belgien, dem Heim Pommern und dem Heim Warthegau. - In Wiesbaden ist Unter den Eichen ein Außenkommando des KZ Hinzert bei Trier und eine Ausweichstelle der SS Dienststelle im SS Bunker. - In Wiesbaden werden mögliche Verschwörer des Hitlerattentats im Polizeigefängnis in der Friedrichstraße 25 inhaftiert und gefoltert. - In Frankfurt wird das homosexuelle Swing Jugend Mitglied mit langen Haaren Wolfgang Lauinger (26) ein zweites Mal von der Gestapo in der Zentrale in der Lindenstraße 27 verhört, nachdem er seinen Freund Josef Steingass aus dem Gefängnis in Frankfurt befreit hatte, doch da ihm nichts nachgewiesen werden kann, wird er wieder freigelassen. - In Rüsselsheim sterben nach einem Bombenangriff auf das Opelwerk mit 674 Bomben, die fast alle ihr Ziel verfehlen, 201 Menschen, 24 davon Dorfbewohner, der Rest sind Zwangsarbeiter. In Rüsselsheim wiegeln in der zerstörten Frankfurter Straße vor dem Park-Hotel die Rüsselsheimerinnen Käthe Reinhardt, ihrer Schwester Margarete Witzler und deren Tochter Lilo mit Kindermörder-Rufen die Bevölkerung zur Lynchjustiz an 8 von Soldaten bewachten englischen Bomberpiloten Norman Rogers, John Sekul, Thomas Williams, William Dumont, Elmore Austin, William Adams, Sidney Brown, Forest Brininstool, Haigus Tufenkjia, auf, die zunächst vom Kneipenwirt Philip Gutlich mit einem Knüppel verprügelt und während ihrer Flucht zum nächsten Verladepunkt an der Ecke Grabenstraße/Taunusstraße wieder eingeholt und gestellt werden, wo der rüsselsheimer NSDAP Ortsgruppenleiter Joseph Hartgen mit Pistolenschüssen in die Luft hinzugekommene Bewohner der Rheinstraße, Opelarbeiter, Flaksoldaten und Flieger herumkommandiert und anfeuert sie mit Besenstielen und Schaufeln totzuschlagen. Der Schullehrer Christoph Keil will dazwischengehen, wird aber mit Mach dich fort, sonst bekommst du es auch noch! -Drohungen vertrieben. Der Fabrikarbeiter August Wolf beginnt ihnen mit seinem Hammer auf den Kopf zu schlagen. Seine Kollegen Wolf und Fugmann bewerfen sie mit großen Steinen und Eisenbahnschwellen bevor sich auch Soldaten beteiligen. Der rüsselsheimer NSDAP Ortsgruppenleiter Joseph Hartgen ergreift ebenfalls einen Hammer und schlägt ihnen ebenfalls auf den Kopf. Als sie sich nicht mehr bewegen, erschießt er sie mit Kopfschüssen. Hitlerjungen müssen die Leichen vom Mob begleitet zum Waldfriedhof karren. William Adams und Sidney Brown stellen sich tot und überleben im Leichenhaufen. - In Mainz wird Bischofsheim, Ginsheim, Gonsenheim mit Kaserne, Gustavsburg, Kastel, Kostheim, die Neustadt, Weisenau und der Hauptbahnhof bombardiert, der aber nach kurzen Reparaturarbeiten wieder in Betrieb genommen wird. - In Frankfurt werden von der englischen Royal Air Force 3000 Tonnen Sprengbomben abgeworfen. - In Eppstein Niederjosbach werden Kriegsdienstuntaugliche und die Jahrgänge 1927, 1928 und 1929 zum Schanzenbau an den Westwall eingezogen. - Der hattersheimer SPD Mann und Drucker Peter Nida wird nach Verbüßung seiner 3 jährigen zweiten Haftstrafe an die Stapo übergeben, die ihn in Schutzhaft nimmt und ins KZ Dachau verschleppt, wo er innerhalt eines Jahres stirbt. - In Frankfurt sterben nach einem nächtlichen Bombenangriff der englischen Royal Air Force 421 Menschen. Es gibt 55000 Obdachlose. - In Frankfurt sterben nach einem zweiten nächtlichen Bombenangriff der englischen Royal Air Force 1001 Menschen. Es gibt 120000 Obdachlose. - In Frankfurt stirbt die Ehefrau des in Offenbach Rumpenheim geborenen ehemaligen finnischen Kronprinzen, evangelischen Rittmeisters, Bankkaufmanns der arisierten frankfurter Filiale der M. M. Warburg & CO Bank, NSDAP und SA Mitglieds, NSDAP Obertaunuskreis Landrat Prinz Wolfgang von Hessen Kassel (48), die badische Prinzessin Marie Alexandra von Baden (46) in einem Luftschutzkeller. - In Darmstadt wird das oberirdisch zerstörte Gasthaus und Weinlokal Bockshaut Kirchstraße 7-9 von Sofie Heiß unterirdisch in den Kellergewölben weitergeführt. - Der in Wiesbaden Biebrich geborene Offizierssohn und General Ludwig Beck (64) wird in Berlin als Verschwörer hingerichtet. - In Wiesbaden renovieren Polizeigefängnis Häftlinge aus der Friedrichstraße 25 auf dem Gelände des Reit- und Fahrclubs Unter den Eichen hinter dem Cafe Ritter einige unisolierte Baracken der Jockeys notdürftig, wo 75 luxemburgische Widerständler und KZ Häftlinge unter der Führung eines SS Hauptsturmführers eingesperrt werden, die Büroräume für Ordnungspolizei, Waffen SS, Ergänungsstelle Rhein, SS Helferinnen Heim und einen Schutzraum für den Warschauer Ghetto Massenmörder Generalleutnant der Waffen SS und Polizei Jürgen Stroop (49) erbauen sollen. Jürgen Stroop (49) selbst wohnt mit seiner Frau und 3 Kindern in der 17 Zimmer Villa Nerotal 46. - In Darmstadt wird der KPD Funktionär Georg Fröba (44) nach einer Denunziation im Vorjahr und Monaten im Gestapo Gefängnis in der Rundeturmstraße 6 mit Michael Weis, Hans-Otto Fillsack, Konrad Weigel und Michael Hass des Hochverrats angeklagt. Als Anführer wird Georg Fröba (48) im Gestapogefängnis Frankfurt Preungesheim hingerichtet und seine Leiche der Goethe Universität in Frankfurt übergeben. - In Wiesbaden gibt es 3376 männliche und 2339 weibliche namentlich bekannte Zwangsarbeiter aus 16 Nationen und 26 Arbeitslager, darunter Kalle & Co, Rheinhütte, Didier Werke Biebrich, Glyco Metall, Schulz und Braun Schierstein, Chemische Werke Albert Amöneburg, Buchhold Keller Bierstadt, Horn&Söhne Dotzheimer Straße Maschinenfabrik Wiesbaden AG, Klinger-Kolb Dotzheim, Lermer Stahlbau Dotzheimer Straße und Söhngen & Co Waldstraße. Die Sammellager heißen Arbeitsgemeinschaft Industrie zusammengelegt mit dem städtischen Arbeitslager Willi Ecke Mainzer Straße/Welfenstraße (2016 Real-Markt-Parkplatz). - Der in Wiesbaden geborene wiesbadener Spielbank Croupierssohn, deutsche Jazzpianist, spätere Big-Band-Leader und Schlagersänger Paul Kuhn (16) ist Truppenbetreuer der Wehrmacht in Paris. - In Obermörlen Ziegenberg wird im Ritterburgbunker alias Führerhauptquartier Adlerhorst die Führeransprache zum Jahresende aufgenommen. - In Obermörlen Ziegenberg wird das Führerhauptquartier Adlerhorst zum Hauptquartier des in Mainz, Frankfurt und der Kadettenanstalt Oranienstein in Diez aufgewachsenen magdeburger Husaren Rittmeistersohnes, Oberbefehlshaber West, Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt (69). - In Rodgau erhöht sich die Sterblichkeit unter den Strafgefangenen im Strafgefangenen Stammlager II Rollwald von 8 seit 1938 auf 147 bis 1945. - In Rodgau Dieburg wird ein Strafgefangenenlager von darmstädteter Häftlingen im Arbeitshaus eingerichtet. Die Strafgefangenen werden zur Flurbereinigung herangezogen. Innerhalb eines Jahres werden auf dem Lagergelände 24 Einfamilienhäuser und ein Schwimmbad für das Wachpersonal gebaut. Einer der Gefangenen ist der wegen seiner Homosexualität verurteilte populäre Tennis Davis Cup Spieler Gottfried von Cramm (29), der nach einem halben Jahr wegen guter Führung entlassen wird. - In Frankfurt führt Hauptmann Kleinstäuber den Polizeiarzt Golaert durch die beiden Polizeigefängnisse Klapperfeldstraße und Gutleutstraße, der beklagt, dass die Insassen wie Vieh in überfüllten, ungelüfteten, mit Kot verdreckten, dunklen Zellen gehalten werden, obwohl sie noch gar nicht verurteilt sind. Neben Ungeziefer tritt gelegentlich Fleckfieber auf. Es herrscht ein unbeschreiblicher Gestank. In einem Raum mit 180 m³ Rauminhalt sind 66 Personen eingesperrt und in einer Ecke steht ein Eimer mit einem Deckel. - Frankfurt hat 357737 Einwohner. - In der Nähe von Hirzenhain eröffnet die frankfurter Gestapo ein eigenes Erweitertes Polizeigefängnis für Frauen. - Der in Mainz geborene Verschwörer Freiherr Karl von Thüngen (53) wird verhaftet, vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und im Zuchthaus Brandenburg-Görden erschossen. - Der in Mainz geborene Studienassessor und von seinen Kollegen denunzierte Studienassessor Emil Heinrich Darapsky (38) wird wegen privater Aufzeichnungen wegen Wehrkraftzersetzung in Berlin zum Tode verurteilt und gehenkt. - In Wiesbaden wird das von der Wehrmacht zur Luftüberwachung übernommene Luxushotel Neroberghotel in ein Reichslager umfunktioniert. - In Frankfurt werden in 3 Luftangriffen im März die gesamt Altstadt und die Innenstadt zerstört. - Der abgedankte bayerische Kronprinz Rupprecht von Wittelsbach Bayern (St) (75) versteckt sich in Florenz. Seine Frau Prinzessin Antonia von Luxemburg und Nassau (St) (45) kommt mit ihren Kindern Heinrich Franz (St) (22), Irmingard (St) (21), Editha Marie Gabrielle (St) (20) Hilda Hildegard Marie (St) (18) Gabrielle Adelgunde Marie (St) (17) und Sophie Marie Therese (St) (09) ins KZ Sachsenhausen und danach ins KZ Flossenbürg. Sein Sohn aus erster Ehe Albrecht von Wittelsbach Bayerns (St) (39) und dessen Sohn Franz von Wittelsbach Bayern (St) (11) werden im KZ Flossenbürg inhaftiert. - In Darmstadt wird die Stadt zu 80% von 235 Bombenflugzeugen der englischen Royal Air Force zerstört, wobei 11000 Menschen in einem Feuerinferno auch in den Luftschutzkellern sterben. Nach der Zerstörung fliehen 66000 Obdachlose in den Odenwald und an die Bergstraße. - In Mainz Kastel gründet sich der Angelsportverein Frühauf Mainz Kastel in der Siedlungsschänke Wiener Platz. - In Frankfurt erhält die ausgebombte Stadt 25 neue Straßenbahnen. Alle Straßenbahnen besitzen wie seit ihrer Einführung nur eine Laterne, die abwechselnd vorne oder hinten, je nach Fahrtrichtung, befestigt aufgehängt wird.

1943 Goebbels proklamiert den Totalen Krieg. - Der in Frankfurt geborene SS Oberführer, Leiter des Forschungsamtes der Luftwaffe und mit der griechischen Prinzessin Sophie von Schlewig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (29) verheiratete Prinz Christoph Ernst August von Hessen (St) (42) stirbt in Italien. - Der frankfurter Jazzmusiker und Mitglied der illegalen  Hotclub Combo Emil Mangelsdorff (18) wird von der Gestapo verhaftet und im Gestapo Hautquartier Lindenstraße 27 14 Tage schikaniert. - In Frankfurt Sachsenhausen wird die Apfelweinwirtschaft Wagner Schweizer Straße 71 zwangsgeschlossen. - In Frankfurt wird eine Frankfurter Zeitung Ausgabe von Adolf Hitler (54) wegen eines Dietrich Eckart Artikels verboten und nach einem halben Jahr die gesamte Zeitung in der Großen Eschenheimerstraße geschlossen. - In Frankfurt wird die Jüdin Cäcilie Breckheimer von der Gestapo verhaftet und im frankfurter Polizeigefängnis Klapperfeld inhaftiert. - In Wiesbaden wird das Lebensbornheim Taunus Idsteiner Straße 111 zum luxuriös eingerichteten Entbindungs- und Mütterheim saniert, umgebaut und neu eröffnet und ein Außenkommando des Frauen KZ Ravensbrück stationiert. - In Wiesbaden müssen sich Sinti und Roma im Hof der Synagoge Friedrichstraße 33 (2016 Jüdische Gemeinde) einfinden und werden von hier aus ins KZ Auschwitz deportiert. - In Wiesbaden werden acht französische Zwangsarbeiter, die das Arbeitsamt dem städtischen Tiefbauamt zugewiesen hatte, im Hotel Börse Mauritiusstraße 8 untergebracht. - In Wiesbaden wird in der Sonnenberger Straße gegenüber der Brauerei Krone das Lager 1500 für russische und italienische Kriegsgefangene alias Zwangsarbeiter errichtet. - Die enteigneten jüdischen und 1880 evangelisch getaufen frankfurter IG Farben Vorstände, die Gebrüder von Weinberg sterben, Carl von Weinberg (82) in der Nähe von Florenz in Freiheit und Arthur von Weinberg (83) 6 Tage später im KZ Theresienstadt. - In Frankfurt Heddernheim wird im Arbeitserziehungslager regelmäßig hingerichtet. Das 90 Mann starke Bewachungspersonal, das dauernd flucht und prügelt und die Strafgefangenen ständig im Laufschritt hält, besteht aus meist jungen Heddernheimern. Die Arbeitsstrafkommandos marschieren täglich durch Heddernheim. - In Frankfurt ist im Hauptpostamt Zeil 110 ein geheimer Briefkasten eingerichtet, in den Gestapo Spitzel monatlich ihre Berichte einwerfen. - In Frankfurt wird die Eislaufweltmeisterin Marika Kilius als Friseurtochter geboren. - In Offenbach wird die Altstadt fast vollständig zerbombt. - In Wiesbaden fusiniert die gleichgeschaltete wiesbadener Tageszeitung Wiesbadener Tagblatt mit der NSDAP Tageszeitung Wiesbadener Volksblatt. - In Mainz wird die Neustadt bombardiert. - Der SA Arzt Josef Mengele (32), ehemaliger Assistent von Freiherr Otmar von Verschuer (47), dem Leiter des Universitäts-Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in der Gartenstraße am Mainufer in Frankfurt wird in das KZ Auschwitz als Lagerarzt abkommandiert. - In Mainz bestehen 43 Zwangsarbeiterlager mit 2116 Männern und 825 Frauen. Dazu gibt es unzählige Arbeitskräfte wie Landarbeiter, Haushaltshilfen und Hilfskräfte, die am Arbeitsplatz untergebracht sind. In Mainz ist das größte Zwangsarbeitslager das MAN Lager Mainz Gustavsburg mit 1067 Arbeitern. In Mainz gibt es das Polizeihaftlager alias KZ Hinzert/SS Außenlager Finthen auf dem Flugplatz in Finthen und ein zweites Lager Rhein im waisenauer Zementwerk, dass auf die Ingelheimer Aue auf das Nachbargrundstück zum Pfleiderer-Werk verlegt wird, wo über 50 Zwangsarbeiter ihr eigenes Lager aufbauen müssen und dabei auf dem Betonboden schlafen müssen. - Das NSDAP Mitglied und Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau Landgraf Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (47) und seine Ehefrau, die italienische Königstochter Prinzessin Mafalda von Savoyen (St) (41) werden in KZs verschleppt, weil ihr Vater, der italienische König Viktor Emanuel III. von Italien (St) (74) Mussolini (47) nach der alliierten Invasion verhaften liess. Mafalda von Savoyen (St) (41) kommt ins KZ Buchenwald und der Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (47) ins KZ Flossenbürg. - In Frankfurt begleitet der in Frankfurt geborene Leiter des Judenreferates II B2 Heinrich Baab (35)(1950 wegen u.a. 55fachen Mordes, 21fachen versuchten Mordes, 30facher Körperverletzung und 22facher Freiheitsberaubung verurteilt) an seinem letzten Arbeitstag im Judenreferat persönlich einen Transport der letzten Volljuden, darunter die Angestellten und die Leiter der Frankfurter Stelle der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland, ins KZ Theresienstadt. - In Frankfurt wird der Leiter der Gestapo Oswald Poche (35) durch Reinhard Breder (32) abgelöst, der sich auf Mischehen spezialisiert und bei Bagatellverstößen wie dem Nichttragen des Judensterns in KZs verschleppen lässt. - Der wiesbadener Museumsdirektor Hermann Voss (59), der eigenlich kein NSDAP Mitglied ist, wird nach einem persönlichen Gespräch mit Adolf Hitler (54) im Führerhauptquartier Wolfsschanze Leiter der Dresdener Gemäldegalerie und oberster Fachmann für Gemälde. Sein bester Geschäftspartner ist der in Dresden geborene Beutekunsthändler Hildebrand Gurlitt (48). - Der in Katzenelnbogen Berghausen geborene Großbauernsohn und ehemalige Gestapo Gründer Rudolf Diels (43) heiratet Görings Ex-Schwägerin Ilse Göring. - In Frankfurt konfirmiert die evangelische Kirche schon zu Weihnachten, weil im Folgejahr alle Schulkinder aufs Land geschickt werden sollen. - In Bad Homburg wird der Magenbitterlikör Reichs-Post Bitter Hersteller verkauft. - In Wiesbaden wird der in Wiesbaden aufgewachsene Kaufmannssohn, Rechtsanwalt und ehemalige radikale Stahlhelm Führer Hans Buttersack (58) als Rechtsbeistand für die verfolgten Bekennende Kirche Mitglieder zum zweiten Mal von der Gestapo verhaftet und ins KZ Dachau, zur Zwangsarbeit zu Messerschmitt Augsburg und wieder in KZ Dachau verschleppt, wo er 1945 stirbt. - In Wiesbaden wird der in Frankfurt geborene frankfurter NSDAP Kreisleiter Otto Schwebe (41) vertretungsweise Regierungspräsident des Regierungsbezirks Wiesbaden. - In Eltville Eichberg sind die Gerüchte über Euthanasie in der Irrenanstalt, Nervenheilanstalt Landesheilanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4 so beängstigend für ältere und gebrechliche Menschen, die eigentlich aus Luftschutzgründen aus den Großstädten evakuiert werden sollen, dass sie Selbstmord begehen. - In Birstein wird Prinz Franz Alexander von Isenburg (St) geboren. - In Wiesbaden wird der Warschauer Ghetto Massenmörder Generalleutnant Jürgen Stroop (48) neuer Höherer SS- und Polizeiführer Rhein/Westmark in der Villa in der Uhlandstraße 5. - Der in Straßburg geborene in Marburg promovierte Kunstgeschichtler und Direktor des Historischen Museum in Frankfurt Fahrgasse 2 Graf Ernstotto von Solms Laubach (St) (53) wird Kunstschutzoffizier im Osten und Mitverantwortlicher bei der Bernsteinzimmerbergung. Es gibt keinerlei Informationen über ihn in den restlichen Kriegstagen (+1977 Frankfurt). U.a. betätigt er sich im russischen Zarenschloss Peterhof. - In Frankfurt sind im Polizeigefängnis Klapperfeldstraße in den Sammelzellen mit 36 Betten 80 Gefangene auf 60 untergebracht. Das ganze Gebäude stinkt nach Fäkalien und ist mit Wanzen, Läusen und Flöhen verseucht. - Der aus dem nordhessischen Treis stammende Bauernsohn, ehemaliges deutsch-nationale Kampfbund für deutsche Kultur Mitglied, frankfurter Städelschüler und wegen seiner Heirat mit der Jüdin Liesl und der nicht akzeptierten Scheidung 1936 ausgeschlossene und finanziell ruinierte Maler Heinrich Will (48) wird wegen der Teilnahme an regimekritischen Gesprächen des gießener Kaufmann-Will-Kreis und des gemeinschaftlichen Abhörens ausländischer Radiosendungen von der Gestapo verhaftet, vom Volksgerichtshof in Darmstadt wegen Vorbereitung zum Landesverrat und Abhörens von Feindsendern zum Tode verurteilt und im Gestapogefängnis Frankfurt-Preungesheim hingerichtet. - In Wehrheim wird das Gasthaus Waldfriede zum Taunus-Kinderheim mit Luftschutzkeller und Wäscherei auch ein Lieferwagen mit einer Leiterin zwei Erzieherinnen und 40 Kindern, die in Wehrheim zur Schule gehen, umfunktioniert. - In Bad Nauheim werden Radio-Notstudios im Hotel Terassenhof eingerichtet. - In Mainz wird der Industrielle Heinz von Opel als Sohn der Automobilindustielentochter und weltbesten Military-Reiterin Irmgard von Opel (36) und ihrem in Frankfurt geborenen Cousin, Sportfunktionär und Sportler Georg von Opel (29) geboren. - Das in Kronberg im geteilten 13000 m² große Villa Guaita Anwesen ansässige, in Uerdingen geborene frankfurter IG Farben Vorstandsmitglied, Leiter der Sparte II im Reichskriegsministerium und Wehrwirtschaftsführrer Fritz Ter Mer (59) wird Generalbevollmächtigter für Italien des Reichsministers für Rüstung und Kriegsproduktion. - In Frankfurt werden auf der Pferderennbahn 20 Renntage abgehalten.

1942 In Wiesbaden stirbt der in Naurod geborene Dorfschullehrersohn, Lehrer und Mundartdichter Rudolf Dietz (77). - In Mainz betreibt die mainzer Außenstelle der Gestapo Darmstadt Ecke Kaiserstraße 31/ Leibnizstraße die Deportation von mainzer Juden. - In Wiesbaden wird an der Ecke Mainzer Straße/Welfenstraße (2016 Real-Markt-Parkplatz) die jüdische Schule bestehend aus Baracken in das Lager Willi für Ostarbeiterinnen und Zwangsarbeiter umfunktioniert. - In Wiesbaden müssen sich 1000 wiesbadener Juden im Hof der Synagoge Friedrichstraße 33 einfinden und werden von dort aus über Frankfurt in das KZ Theresienstadt deportiert. - In Wiesbaden wird zwischen Hauptbahnhof und Klärwerk das Lager Rudolf, das der Reichsbahndirektion Mainz, Bahnmeisterei Wiesbaden Hauptbahnhof unterstellt ist, angelegt, in dem ukrainische Männer, Frauen im Kinder hinter Stacheldraht in Baracken eingesperrt werden. In der Waldstraße 93 befindet sich das Lager Drei Hasen. - In Wiesbaden begehen im August 42 wiesbadener Juden Selbstmord. - Im für Zehntausende von Häftlingen neugebauten KZ Auschwitz Birkenau wird mit 3500 kg des von der IG Farben Tochter DEGESCH und ihrem Direktor NSDAP Mitglied Gerhard Peters (42) gelieferten Schädlingsbekämpfungsmittel Zyklon B begonnen insgesamt mehr als 1000000 Juden zu vergasen. - In Wiesbaden wird der homosexuelle Harlem-Club alias Swing-Jugend Mitglied Wolfgang Lauinger (24) nach vier Monaten Haft im frankfurter Polizeigefängnis Klapperfeld wegen wegen Glücksspiels und des Besitzes von einem Stück Leder zu drei Monaten Haft verurteilt. - In Wiesbaden verkauft die DAF ihr konfisziertes ehemaliges SPD Haus und Gewerkschaftshaus in der Wellritzstraße 49 an das NSDAP Mitglied und Gaststättenpächter Felix Rieger. - In Frankfurt Heddernheim wird auf dem Gelände der VDM alias Vereinigte Deutsche Metallwerke ein Arbeitserziehungslager das Gestapo KZ Rhein-Main, mit drei langgestreckten Baracken, mehreren Schuppen und einem Wachhäuschen in der Lehmgrube Kull eingerichtet, wo bis Kriegsende etwa 10000 Strafgefangene durchgeschleust werden und wo Häftlinge bestraft werden. Hauptnahrung ist dünne Kartoffelsuppe mit Margarine. - In Frankfurt stiehlt ein Rot Kreuz Sanitäter einem Schwerverletzten 78 Reichsmark und wird vom Sondergericht Frankfurt zu 5 Jahren Haft verurteilt. - In Offenbach ist hinter der Synagoge Goethestraße eine freies Gelände, auf dem die Juden zusammengetrieben werden, von wo aus sie nach Darmstadt in die Justus-Liebig-Schule Julius-Reiber-Straße 3, die als Sammellager mit integrierten Filialen des Finanzamtes, des Grundbuchamtes, der Stadtverwaltung und eigenen Gerichtsvollziehern in den Klassenräumen, in denen jüdisches Vermögen vor Ort eingezogen werden kann. 883 Juden werden ins KZ Treblinka verschleppt. - Der in Mähren geborene langjährige frankfurter Generalmusikdirektor und Dirigent an der Alten Oper Franz Konwitschny (41) dirigiert in der Ghetto-Stadt Łódź, wo er für seinen lebendigen Dirigierstil gefeiert wird (1955 DDR Generalmusikdirektor Deutsche Staatsoper). - In Mainz wird die Altstadt, Neustadt und Bischofsheim bombardiert. - In Frankfurt ist das jüdische Altersheim Rechneigrabenstraße 18-20 Sammelpunkt für Juden über 65, gebrechliche Juden über 55 und kriegsverwundete WW1 Juden aus Frankfurt und Wiesbaden und dem Landkreis, die der Gestapo von den Einwohnermeldeämtern gemeldet werden, die dann mit 50 Reichsmark ins KZ Theresienstadt verschleppt werden. Selbst wie mit Selbstmorden umgegangen werden soll, ist im von der Gestapo ausgestellten Schnellbrief, der als Ausweispapier gilt, beschrieben. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene SS Mann Heinrich Baab (34) Leiter des Judenreferates II B2 zuständig für die Deportation der Juden aus Frankfurt am Main und der Umgebung. - In Frankfurt wird die jüdischdeutsche Schule Philantropin in der Hebelstraße 15-17 geschlossen. - In Wiesbaden Biebrich ist das Hotel Nassau ein Massen Ausflugziel mit Köln Düsseldorfer Rhein Dampfschifffahrts Anleger. - In Wiesbaden wird der polnische Landarbeiter alias Zwangsarbeiter Eduard Seweryn am Jagdhaus Fasanerie erhängt. - In Darmstadt werden in der Justus-Liebig-Schule Julius-Reiber-Straße 3 über 3000 Juden zur Deportation zusammengetrieben. - In Wiesbaden werden die ersten 20-30 Juden deportiert und nach einem halben Jahr schon 450. - In Wiesbaden begehen 40 jüdische Bürger Selbstmord. Am Jahresende sind nur noch 177 jüdische Wiesbadener übrig. - In Frankfurt Rödelheim wird ein Notgefängnis für mehr als 160 Gefangene und in der Gutleutstraße 13 ein Notgefängnis für 300 Gefangene eröffnet. - In Darmstadt flieht der polnische Zwangsarbeiter August Halicki (29) aus einem Straflager und wird vom Sondergericht Darmstadt wegen Flucht aus dem Straflager und zweier Verbrechen bei Fliegergefahr im Gestapogefängnis Frankfurt Preungesheim hingerichtet. - Das in Darmstadt geborene KPD und Rote Kapelle Mitglied, darmstädter TH Geschichts und Literaturprofessorsohn und stuttgarter Jurist Arvid Harnack (41) und die in Darmstadt geborene halbjüdische Grafikerin Elisabeth Schumacher (38) werden wegen Rote Kapelle Aktionen wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und in Berlin-Plötzensee hingerichtet. - In Darmstadt behauptet die Gestapo, der in Unterfranken geborene, wegen der Teilnahme am NS kritischen Kaufmann-Will-Kreis durch die eingeschleuste in Schweden geborene Gestapo-Agentin Dagmar Imgart (46) denunzierte und im darmstädter Gestapogefängnis Rundeturmstraße 6 befragte evangelische gießener Pfarrer Ernst Steiner (57) hätte in seiner Zelle Selbstmord wegen seiner Verurteilung zum Tode durch das aus Montabaur Heilberscheid stammende NSDAP Mitglied und Volksgerichtshofrichter Robert Hartmann (41) begangen, was dessen gleichzeitig einsitzender Freund und Orientalist Alfred Kaufmann (74) aber vehement bestreitet. - In Bad Homburg verkauft der verschuldete Hotelbesitzer Carl Ritter (--) das Kurhotel Parkhotel Ritter (2016 Hotel Steigenberger) mit 220 Zimmern. - Der jüdische frankfurter Wronker Warenhausunternehmer Zeil 105, Ufa Kinokettengründer Hermann Wronker (75) stirbt mit seiner Frau im KZ Auschwitz. - In Wiesbaden wird der in Böhmen geborene Jurist, SS Mann und Damstädter Leiter der Gestapo Humbert Achamer-Pifrader (42) Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD alias Gestapo. - In Frankfurt werden die vier genossenschaftliche frankfurter Banken Frankfurter Gewerbekasse, frankfurter Genossenschaftsbank, Bank für Handel und Gewerbe und die namensgebende Frankfurter Volksbank Ecke Börsenstraße 1/Kalbächer Gasse ehemalige Spar- und Darlehenskasse der Hausbesitzer zu Frankfurt am Main eGmbH zur Frankfurter Volksbank Ecke Börsenstraße 1/Kalbächer Gasse zwangsfusioniert. - Die frankfurter Rudergesellschaft Post-Sportgemeinschaft Frankfurt stellt die Deutsche Meisterin im Einer Friedel Haack.

1941 In Frankfurt ist der frankfurter NSDAP Oberbürgermeister Friedrich Krebs (47) Festredner bei der Eröffnung des antisemitischen Frankfurter Institut zur Erforschung der Judenfrage Bockenheimer Landstraße 68-70. - In Frankfurt wird das als jüdisches Altersheim genutzte Palais Rothschild Zeil 90 zwangsgeräumt. - In Wiesbaden wird das Lebensbornheim Taunus Idsteiner Straße 111 geschlossen und umgebaut. - In Wiesbaden wird das Polizeigefängnis in der Friedrichstraße 25 als Haftanstalt für Schutzhäftlinge genutzt, die anschließend in ein KZ überstellt werden. - In Frankfurt beginnt die Gestapo im Polizeipräsidium in der Friedrich-Ebert-Anlage 7 mit insgesamt 19 Deportationen von Juden. - In Frankfurt wird das Bismarckdenkmal in der Gallusanlage und das Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I eingeschmolzen. - Das von der frankfurter IG Tochter Chemiefirma DEGESCH von NSDAP Mitglied Gerhard Peters (41) produzierte und von ihm zur Menschenvernichtung vorgeschlagenen Schädlingsbekämpfungsmittel Zyklon B wird von der SS an russischen Kriegsgefangenen im KZ Auschwitz getestet. Der wiesbadener Industrielle Wilhelm Ferdinand Kalle (71) informiert oder hat bereits die USA über einen Mittelsmann und eine IG Farben und Dupont kartelleigene Firma in Basel die USA über die Art und Weise der Endlösung der Judenfrage informiert. - In Frankfurt wird der frankfurter Metzgerlehrling Swing-Jugend-Mitglied und spätere Opernsänger Franz Kremer (16) in die Gestapo Zentrale Lindenstraße 27 verschleppt und täglich im Keller verprügelt. Im Gebäude sind 140 Gestapo Beamte beschäftigt. Im Nachbarhaus wohnt der Gestapo Leiter. - In Frankfurt wird der Wirtschaftsredakteur mit einem jüdischen Elternteil und homosexuelle Swing-Jugend-Mitglied mit langen Haaren Wolfgang Lauinger (23) in die Gestapo Zentrale Lindenstraße 27 verschleppt und danach im frankfurter Polizeigefängnis Klapperfeld 7 Monate in Einzelhaft gehalten. - In Frankfurt organisiert der in Brandenburg geborene SS Obersturmbannführer und Gestapoleiter Oswald Poche (33), verheiratet, zwei Kinder, mit dem Leiter der Abteilung II, Kriminalrat Ernst Grosse, die Einsatzkräfte bei der Verschleppung von rund 10000 Menschen in KZs und Vernichtungslager (+1962 Dannenberg mit falscher Identität). - In Frankfurt zieht die Gestapo von der Bürgerstraße 22 alias Wilhelm Leuschner-Straße in die Lindenstraße 27 um und richtet dort drei Haftzellen und einen Luftschutzraum ein. Die Häftlinge werden im Polizeigefängnis in der Klapperfeldstraße, im Untersuchungsgefängnis Hammelsgasse und in Notgefängnissen in der Rödelheimer Straße 10/12 und Gutleutstraße 13 inhaftiert. - Alle Schulen wechseln den Schulbeginn von Ostern auf Herbst. - Der in Babenhausen geborene ehemalige langjährige frankfurter Erste Kapellmeister und Dirigent an der frankfurter Alten Oper und der Museums Gesellschaft im Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) in Frankfurt Georg Ludwig Jochum (32) zahlt keine NSDAP Mitgliedsgebühren mehr und wird dadurch nicht mehr bei der NSDAP geführt. - In Mainz wird Johanna Gallei NSDAP Kreisfrauenschaftsleiterin. - In Offenbach wird Käthe Beck NSDAP Kreisfrauenschaftsleiterin. - Der wiesbadener Höhere SS und Polizeiführer Erwin Rösener (39) fährt ins KZ Hinzert und ermordet dort nach Hitlers Mordauftrag an sowjetischen angeblichen politischen Kommissaren 70 sowjetische Kriegsgefangene mit dem Lagerarzt Dr Waldemar Wolter, Lagerkommandant Pister und den Sanitätern Fenchel und Brendel mit Zyankalispritzen bei einer vorgetäuschten medizinischen Untersuchung. Die Leichen werden im nahe gelegenen Wald verscharrt. - Der hattersheimer SPD Mann und Drucker Peter Nida wird ein zweites Mal wegen Hochverrats, u.a. weil er dem NS Regime die Schuld an der schlechten Wirtschaftslage gab, zu 3 Jahren Haft im Gestapogefängnis Frankfurt Preungesheim verurteilt. - In Darmstadt findet die Kunstausstellung Zeitgenössische Kunst aus dem Südwestdeutschen Raume 1941 auf der Mathildenhöhe statt. - In Wiesbaden hat der KPD Funktionär und ehemalige wiesbadener Opel-Werk Abteilungsleiter Andreas Hoevel (41) Kontakt zum bopparder KPD Mann Rudolf Steinwand (35), der direkt aus der Schutzhaft an die Ostfront geschickt wird. - In Eltville fahren für die Bevölkerung sichtbar immer zu gleichen Zeit Planwagen LKWs mit verängstigten Menschen, die aus Rissen und Spalten um Hilfe betteln, in die Landesheilanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4. - In Hadamar wird in der Tötungsanstalt Landesheilanstalt Mönchberg 8 die Verbrennung des 10000sten Patienten gefeiert, wobei alle Angestellten eine Flasche Bier erhalten. - Der Judenstern wird eingeführt. - In Wiesbaden sind bereits 72 Pflegschaften für T4 Euthanasiemord Fälle aufgehoben worden. - In Birstein wird Prinzessin Maria Annunciata von Isenburg (St) geboren. - In Wiesbaden wird der wiesbader SPD Vorsitzende Georg Buch (38) im Landgerichtsgefängnis im Hinterhof der Gerichtstraße 2 mit Hof zur Albrechtstraße wegen Hochverrats eingesperrt. - In Obermörlen Ziegenberg wird das Führerhauptquartier Adlerhorst in ein Heeresgenesungsheim umgewandelt. - Der in Frankfurt geborene Ingenieurssohn, zweiterfolgreichste WW1 Jagdflieger und Generalluftzeugmeister der Wehrmacht Ernst Udet (45) begeht in Berlin Selbstmord. Sein langjähriger Freund, der Schauspieler Heinz Rühmann (39) bringt seinen Erfolgsfilm Quax, der Bruchpilot heraus. - In Wiesbaden wird Gräfin Clotilde Elisabeth von Merenberg (St) geboren. - Die Kino Wochenschau ist auf mehr als 45 Minuten verlängert. - In Mainz versucht der badener Kaufmannssohn und mainzer Rabbiner Sali Levi (58) auszuwandern, stirbt aber in Berlin nach Wochen des Wartens auf ein Visum offiziell an einem Herzanfall. Der in Mainz geborene zwangspensionierte protestantische mainzer Regierungsrat mit jüdischem Großvater Michel Oppenheimer (57) springt für ihn als Verbindungsmann zur Gestapo ein und beginnt mit der Erstellung von Deportationslisten und einem detaillierten Tagebuch. In Frankfurt dirigiert letztmals gelegentlich der in Danzig geborene wiesbadener Generalmusikdirektor Carl Schuricht (61) als einziger bedeutender Gastdirigent das Frankfurter Rundfunksynphonieorchester. - In Mainz wird der Industrielle und spätere Kartoffelchips Chio Chips Gründer Carlo von Opel als Sohn der Automobilindustielentochter und weltbesten Military-Reiterin Irmgard von Opel (34) und ihrem in Frankfurt geborenen Cousin, Sportfunktionär und Sportler Georg von Opel (29) geboren. - Isenburg Büdngen Büdingen stirbt aus.

1940 In Frankfurt zieht die Gestapo widerrechtlich in die Villa Lindenstraße 27 ein. - In Frankfurt kauft das in Deggendorf geborene NSDAP Mitglied, Textilkaufmannssohn und baden-badener Luxushotelbesitzer Albert Steigenberger (51) das Luxushotel Frankfurter Hof Kaiserplatz vom schweizerisch-französischen Hoteldirektor Charles Ritz (--) . - In Mainz beschäftigt sich die mainzer Außenstelle der Gestapo Darmstadt Ecke Kaiserstraße 31/Leibnizstraße hauptsächlich mit der Deportation von Sinti. - In Wiesbaden hat nach dem Sieg über Frankreich die Kommision der deutsch-französischen Waffenstillstandskommission im Hotel Vier Jahreszeiten Südseite Kaiser Friedrich Platz und im Hotel Nassauer Hof Kaiser-Friedrich-Platz 3-4 alias Nordseite Kaiser Friedrich Platz ihren Sitz. Die französische Abordnung logiert im Hotel Rose Georg-August-Zinn-Straße 1 (2016 Staatskanzlei). - In Frankfurt wird der Schützenbrunnen Bernhard-Grzimek-Allee 1, das Kaiser Wilhelm Denkmal in der Taunusanlage, die Kupferfiguren am Schleswig-Holstein Denkmal vor der Paulskirche und das Sömmering Denkmal eingeschmolzen. - In Frankfurt stirbt der ehemalige wiesbadener Gewerkschaftsführer Konrad Arndt angeblich bei einer Wehrmachts-Dienstfahrt, deren Umstände verschwiegen werden. - In Mainz hat das Hotel Mainzer Hof Kaiserstraße 98 ein exklusives Dachgarten-Restaurant. - In Langen verunglückt der polnische Kriegsgefangene Tadeusz Orlowski bei Baumfällarbeiten. Seine Mitgefangenen sind in der zu einem Kriegsgefangenenlager umfunktionierten Dieburger Schule Vor der Höhe 14 untergebracht. - In Frankfurt wird der SA Arzt Josef Mengele (29) Assistent von Freiherr Otmar von Verschuer (43), dem Leiter des Universitäts-Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in der Gartenstraße am Mainufer, zum Kriegsdienst eingezogen, währenddessen er sich zur SS meldet. - Das in Offenbach Rumpenheim geborene NSDAP Mitglied und Träger des goldenen NSDAP Parteiabzeichens Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (44) nennt sich nach dem Tod seines Vaters Landgraf von Hessen. - In Frankfurt kommt Adolf Hitler (51) glücklich nach dem Kapitualtionsangebot der Franzosen vom Führerhauptquartier Wolfsschlucht mit dem Flugzeug auf dem Flughafen Frankfurt Main an und steigt in einen Sonderzug nach München. - In Weilmünster werden in der Heil- und Pflegeanstalt Weilmünster Weilstraße 10 735 Patienten in die Tötungsanstalt Hadamar verschickt und bis 1945 3000 Patienten vor Ort ermordet. - In Darmstadt findet die Kunstausstellung Darmstadt 1940 auf der Mathildenhöhe statt. - In Wiesbaden werden beim Kriegsgericht in der Gustav Freystag Straße 11 die Zeugen Johovas Heinrich Ballreich und Karl Bühler wegen Wehrkraftzersetzung verurteilt und auf dem Freudenberger Schießplatz hingerichtet. - Der in Wiesbaden geborene hessenkasseler Kurfürstenenkel Graf von Schaumburg und Fürst Friedrich August von Hanau (St) (St) stirbt in Brünn. Sein jüngerer Bruder Graf von Schaumburg Fürst Ludwig Cäcilius Felix von Hanau (St) (St) stirbt. - In Wiesbaden gibt es laut polizeilich geführter Zigeuner-Liste 119 Sinti und Roma in der Stadt. - In Birstein wird Prinzessin Irene von Isenburg (St) geboren. - In Wiesbaden wird die Villa Paulinenstraße 11 Sitz des Inspektors der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes der SS. - In Obermörlen sind die beiden nebeneinanderliegenden Burgen Kransberg und Ziegenberg in militärische Stabsbunker mit Ritterburgenflair umgebaut. - In Lich wird Prinz Hermann von Solms Hohensolms Lich (St) als Sohn von Prinz Hermann von Solms Hohensolms Lich (St) (38), der vergeblich Adelsschulen wiederaufbaute, und der in Großneuhausen geborenen Freiin Gertrud von Werthern Beichlingen (St) (27) geboren. - Frankfurt hat 557900 Einwohner, Wiesbaden hat 171700 Einwohner und Mainz hat 158000 Einwohner. - In Frankfurt Heddernheim eröffnet die frankfurter Gestapo das Arbeitserziehungslager Heddernheim für männliche Häftlinge. - Der promovierte Agrarwirt und Forstwirt und Reserveoffizier der Luftwaffe Grafensohn Hermann Otto Wilhelm Ludwig von  Solms Hohensolms Lich (St) (38) fällt im Kriegseinsatz. - In Frankfurt tritt Antonio Bazzanella mit seinem Orchester im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 auf. - In Darmstadt zieht in der neuen Residenz am Wilhelminenplatz und Georg Büchner Platz die Geheime Staaatspolizei Gestapo ein. - Die in Wiesbaden geborene Elisabeth Anne Müller-Uri (37) heiratet den in Hannover geborenen Graf Georg von Merenberg (St) (43). - In Darmstadt wird der in Böhmen geborene Jurist und SS Mann Humbert Achamer-Pifrader (40) Leiter der Gestapo. - In Deutschland können alle Reichssender nur noch vormittags eigene regionale Programme gestalten. - In Frankfurt Preungesheim wird die hölzerne Schinderhannes-Guillotine ausgemustert und durch eine Guillotine aus Stahl ersetzt. - In Frankfurt stirbt der frankfurter Bankier Maximilian von Goldschmidt Rothschild (97). - Der in Mainz geborene Irmgard von Opel Ex-Mann und u.a. auch Ufa Propaganda Drehbuchautor Karl Georg Külb (38) ist Drehbuchautor und Regisseur des Johannes Heesters Film Liebesschule. - In Offenbaach wird der jüdische Lederwarenkaufmann Emil Rosenberg (53) gezwungen mit seiner ganzen Familie in das überfüllte Judenhaus Kaiserstraße 115 gegenüber der zerstörten Synagoge (2016 Capitol) zu ziehen. - In Kronberg wird die burgartige Villa Guaita als Herberge für Ausgebombte genutzt.

1939 Überfall auf Polen. - In Kronberg wird Prinz Rainer Christoph Friedrich von Hessen (St) geboren. - In Wiesbaden wird der westpreußische WW1 Jagdflieger und wiesbadener Oberbürgermeister Erich Mix (41) NSDAP Gauamtsleiter für Kommunalpolitik von Hessen-Nassau. - In Wiesbaden wird der westpreußische WW1 Jagdflieger, SS Obersturmbannführer und wiesbadener Oberbürgermeister Erich Mix (41) als Jagdfliegergeschwaderkommandeur zur Luftwaffe eingezogen. - In Wiesbaden ist die NSDAP Kreisleitung Wiesbaden für Hessen-Nassau in der Wilhelmstraße 15, der 12 Ortsgruppenführer unterstehen. - In Darmstadt verlegt die Gestapo das Gestapo Gefängnis von der Riedeselstraße 64 in die Rundeturmstraße 6 in den Nordbau des Landgerichtsgefängnisses. - In Darmstadt befindet sich die Gestapo Zentrale in der Wilhelm-Glässing-Straße 21-23. - In Wiesbaden wird der unangepasste katholische Pfarrer Hugo Pabst von der Gestapo mehrfach verhört. Sein katholisches Kinderheim Antoniusheim Idsteiner Straße 111 das Kinderheim Lebensborn e.V. Taunus bestehend aus drei Gebäuden Haupthaus Mutterheim, gerade im Umbau, Kinderheim und einem hygienisch desaströsem Wirtschaftsgebäude. - In Wiesbaden wird die NSDAP Kreisleitung in der Wilhelmstraße 15 untergebracht. Es gibt 12 Ortsgruppen. - In Wiesbaden ist in den Villen Uhlandstraße 4 und 5 der Sitz SS Oberabschnitt Rhein, in dem ein höherer SS und Polizeiführer Heinrich Himmler direkt unterstellt ist. Ihm untersteht die Polizei, die Gestapo, die Technische Nothilfe und die Feuerwehr. - In Frankfurt wird das Haus Gutleutstraße 8-12 Adolf-Hitler-Haus alias Gauhaus alias Braunes Haus. - Frankfurt hat 553464 Einwohner, Wiesbaden hat 170354 Einwohner, Mainz hat 158533 Einwohner, Darmstadt hat 115196 Einwohner und Langen hat 9077 Einwohner. - In Wiesbaden finden letztmalig die Wiesbadener Festwochen statt. - In Wiesbaden wird der Mitarbeiter des Rasse- und Siedlungshauptamt der SS Richard Wagner (37) Bauernreferent SS Oberabschnitt Rhein. - In Königstein wird die enteignete Villa Rothschild von der NSDAP Reichsgruppe Banken genutzt. - In Deutschland wird der Einheits Fernseh Empfänger E1 vorgestellt, aber nicht mehr gebaut. Fernsehen wird nur noch militärisch genutzt. - In Wiesbaden veranstaltet der Wiesbadener Post-Turnverein ein Schauturnen in der Wartburg Schwalbacher Straße 51 und der Karnevalsverein Schierstein hält eine Prunksitzung. - In Frankfurt stirbt Fürst Franz-Joseph von Isenburg Birstein (St) (70). Sein Nachfolger und neuer Fürst wird der in Birstein geborene Prinz Franz Ferdinand von Isenburg (St) (38). - Der in Birstein geborene von der NSDAP trotz Antrags nicht aufgenommene begeisterte Nationalsozialist Fürst Franz Ferdinand von Isenburg (St) (38) heiratet Irina Tolstoi (St) (22). - In Birstein wird mit dem Tod von Fürst Franz-Joseph von Isenburg Birstein (St) (70) Franz Ferdinand von Isenburg (St) (38) neuer Fürst von Isenburg. - Das Binding Bier Römer Pils wird produziert. - In Mainz wird Fritz Fuchs NSDAP Kreisleiter. - In Mainz ist Eva Metzler NSDAP Kreisfrauenschaftsleiterin. - Der in Frankfurt geborene Bankierssohn, NSDAP Mitglied und SA Mitglied und geschäftsführender Präsident des Reichskuratoriums für Jugendertüchtigung Freiherr Georg Heinrich von Neufville (56) wird Chef des Wehrstabes der SA und Infanterieregimentskommandeur. - In Wiesbaden wird der SS Führer und wiesbadener NSDAP Kreisleiter im Gauleitungsstab Felix Piekarski (49) neuer wiesbadener Oberbürgermeister. - In Wiesbaden Bierstadt wird die Straßenbahn geschlossen und der Moltkering als Anbindung zur Autobahn gebaut. - In Wiesbaden wird eine Bezugsscheinpflicht für Nahrungsmittel und wichtige Dinge des täglichen Bedarfs mit einer Reduzierung von Fleisch auf 700 Gramm/Woche und Öl, Fett und Butter auf 50 Gramm/Tag und Teigwaren auf 150 Gramm/Woche eingeführt, wovon aber Kartoffeln ausgenommen sind. - Das in Offenbach Rumpenheim geborene NSDAP Mitglied und Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (43) erhält das Goldene Parteiabzeichen der NSDAP und informiert als Adolf Hitlers (50) Bote Mussolini (43) über den bervorstehenden Kriegsbeginn. - In Bad Soden wird der aus Klein-Steinheim stammende Akademiker, IG Farben-Chemiker Franz Brunnträger (46) NSDAP maintaunus Kreisleiter durch den Vorschlag des in Oberhausen geborenen Reichspostverwaltungsrat und NSDAP Reichsstatthalter des Volksstaates Hessen Jakob Sprenger (45). - In Frankfurt gründet Alfred Rosenberg das NS Institut zur Erforschung der Judenfrage in der Bockenheimer Landstraße 68-70. - Nach einem Gesuch einer sächsischen Familie an Adolf Hitler (50) ihr behindertes Kind einschläfern zu lassen, werden in den deutschen Heil- und Pflegeanstalten Kinderfachabteilungen eingerichtet und deren Besetzung an den Reichsausschuß zur Erfassung von erb- und anlagebedingtem schweren Leiden gemeldet. - In Wiesbaden wird das Nassauische Museum Wiesbaden geschlossen und vom Militär genutzt. - Die in Langen auf Schloss Wolfsgarten geborene Vollwaisin Prinzessin Johanna von Hessen Darmstadt (St) (02) stirbt an Meningitis. - In Langen stellt die in Dublin geborene Tochter eines Diplomaten und Lords Margaret Campbell Geddes alias Margaret von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (26) das Schloss Wolfsgarten als Lazarett zur Verfügung. - In deutschen Telefonbüchern werden Fernsprechteilnehmer mit nichtjüdischen Vornamen zusätzlich mit den Vornamen Sara oder Israel gekennzeichnet. - In Eltville Eichberg wird in der Landesheilanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4 mit Euthanasie Morden begonnen. - In Obermörlen werden die beiden nebeneinanderliegenden Burgen Kransberg und Ziegenberg in militärische Stabsbunker mit Ritterburgenflair umgebaut. - In Wiesbaden wird im Luxushotel Neroberghotel von der Wehrmacht die Luftüberwachung einquartiert und Flak-Soldaten stationiert. - In Idstein Kalmenhof Veitenmühlweg 10 übernimmt nach der Einberufung des Chefarztes die strengkatholisch aufgewachsene, wegen mangelnder fachlicher Qualifikation in die Verwaltung abgeschobene Assistenzärztin Mathilde Weber (30) die Leitung der Heil- und Pflegeanstalt Kalmenhof, verwendet einen erfundenen Doktortitel und beginnt mit Medikamentencocktails massenhaft zu morden (1960 in Idstein wieder praktische Ärztin, verheiratet mit ihrem in Aschaffenburg geborenen Schwager KZ Arzt und SS Sturmbannführer Julius Muthig). - In Wiesbaden wird der Industrielle und Sektkellerei Inhaber Henkell & Co in Biebrich Karl Henkell (St) (--) neuer IHK Direktor. - Himmler gibt den Zeugungsbefehl für die SS. - Ein Wochenschau-Beitrag dauert 11 Minuten, davon 30 Sekunden Mode, Sensation oder Kultur. Mit Kriegsbeginn wird sie ständig verlängert. In jedem dritten Beitrag taucht Hitler (50) auf. - In Frankfurt ist das NSKK mit Fahrzeugen und Garagen in der Weidmannstraße 35. - In Mainz wird wird Branddirektor Albert Noehl Kommandeur der Feuerschutzpolizei mit Majorsrang. - Der in Mainz geborene Irmagard von Opel Ex-Mann und u.a. auch Ufa Propaganda Drehbuchautor Karl Georg Külb (38) wird Regisseur. - Der in Mainz geborene Irmgard von Opel Ex-Mann und u.a. auch Ufa Propaganda Drehbuchautor Karl Georg Külb (38) schreibt das Drehbuch für den Marika Rökk und Johannes Heesters Film Hallo Janine. - Der in Frankfurt geborenen Metallgesellschaftsgründersohn Richard Merton (58) kommt aus dem KZ Buchenwald frei und emigriert nach England. - In Mainz gibt es vier Bierbrauereien, darunter die Brauerei Zur Sonne in der Gonsenheimer Hohl Fritz-Kohl-Straße. - In Mainz Weisenau feiert die Bierbrauerei Zum schwarzen Bären mit dem Bären-Pils ihren Jubiläumstrunk für 100 Jahre Familienbesitz. - Das in Kronberg im geteilten 13000 m² große Villa Guaita Anwesen ansässige, in Uerdingen geborene frankfurter IG Farben Vorstandsmitglied, Leiter der Sparte II im Reichskriegsministerium und Wehrwirtschaftsführrer Fritz Ter Mer (55) verabredet mit dem Heereswaffenamt die Herstellung des Nervengases Tabun und ist für den Aufbau des IG Farben Zweigwerkes beim KZ Auschwitz zuständig (1948 Den Häftlingen ist dadurch kein besonderes Leid zugefügt worden, da man sie ohnedies getötet hätte. 1956 Aufsichtsratsvorsitzender Bayer AG, danach Commerzbank und VIAG). - In Frankfurt hat der Rhein-Main-Flughafen rund 80000 Fluggäste auf einer Fläche von 638 Hektar. - In Frankfurt erhält man Butter, Käse, Fleisch, Zucker und Marmelade nur noch mit Lebensmittelkarten. - In Frankfurt wird das Animierlokal Almhütt´n in der großen Sandgasse 5 (2016 Straßenfläche vor Berliner Straße 42) des aus München stammenden Gastwirts Gustav Maier alias Maier Gustls, der die Gastronomie im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 hat und das Animierlokal St Pauli Ecke Große Sandgasse 8/Kleine Sandgasse (2016 Straßenfläche vor Sandgasse 4) geschlossen. Sie stehen auf der schwarzen Liste, weil dort viele Prostituierte, Homosexuelle und politisch Unzuverlässige verkehren, wie viele andere Lokale in der Großen Sandgasse und der Kleinen Sandgasse.

1938 In Frankfurt ordnet der frankfurter NSDAP Oberbürgermeister Friedrich Krebs (44) an die brennende Westendsynagoge Freiherr-vom-Stein-Straße 30 zu löschen. - In Nassau Scheuern tritt der Beamte, SS Mitglied und Vorstand der Heil- und Pflegeanstalt Scheuern Fritz Bernotat (48) aus der evangelischen Kirche aus und wird gottgläubig. - In Mainz wird die Hauptsynagoge in der Hindenburgstraße niedergebrannt und danach abgebrochen. Die Synagoge der orthodoxen Juden in der Flachsmarkstraße wird von SA und SS verwüstet und das Mobiliar verbrannt. - In Frankfurt werden 1000 jüdische Männer zwischen 16 und 60 Jahren von SA und SS in die Festhalle an der Messe getrieben und viele davon vom Südbahnhof aus ins KZ Buchenwald deportiert. - In Frankfurt dauert eine Verhaftungswelle von 3000 Juden, die in die Festhalle an der Messe verschleppt werden, eine Woche lang. - In Wiesbaden stellt der neue wiesbadener NSDAP Oberbürgermeister Erich Mix (40) nach 10 Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vor. - In Frankfurt umringt eine Hakenkreuz Fahnenphalanx den Römer. - In Frankfurt spricht Adolf Hitler (49) auf dem Rathausbalkon am Römer und begrüßt die NSDAP Mitglieder im Kaisersaal. - In Frankfurt brennt die Haupt-Synagoge am Boerneplatz. - In Wiesbaden ehrt das NSDAP Mitglied, Hitler Freund und IG Farben Vorstand Hermann Schmitz (57) das 75. Firmenjubiläum von Wilhelm Ferdinand Kalle (68) auf einer pompoösen NSDAP Veranstaltung. - Offenbach wird kreisfrei. - In Offenbach hetzt die Tageszeitung Offenbacher Nachrichten auf der Titelseite Ab heute Judenboykott! - In Offenbach berichtet die Tageszeitung Offenbacher Nachrichten, dass die Menge in jüdische Geschäfte eingedrungen sei und Einrichtungsgegenstände aus dem Fenster geworfen habe und von einem Brand in der Neuen Synygoge Goethestraße (2016 Capitol). - In Frankfurt wird der jüdische SPD Wirtschaftsredakteur Artur Lauinger (59) der Frankfurter Zeitung ins KZ Buchenwald verschleppt und nach 4 Wochen mit der Auflage zur Emigration wieder freigelassen. - In Mainz verkaufen die Siechen-Bierstuben Große Bleiche 29 mit der Telefonnummer 34346 nürnberger Reifbier, das zu Siechen bzw Tucher gehört. - In Mühlheim ist das Braune Haus in der Bahnhofstraße 51 das mühlheimer NSDAP Parteilokal. - In Offenbach ist die NSDAP Kreisleitung in der Geleitstraße 112. - In Birstein wird der Fürstensohn Karl von Isenburg Birstein (St) geboren. - Das in Lich geborene evangelische ehemalige NSDAP Landtagsmitglied und Theaterintendant Graf Bernhard von Solms Laubach (St) (38) begeht in Berlin Selbstmord. - In Wiesbaden werden auf der Höhe des Heidenbergs und der Röderstraße Reste des Kastells entdeckt. - In Bad Soden wird die jüdische Kuranstalt geplündert und angezündet. - In Frankfurt stirbt der in Frankfurt geborene new yorker Filialbankier, Evangelist und Innere Mission Gründer Freiherr Johann Carl de Neufville (89). - In Wiesbaden Bierstadt wird die Synagoge zerstört. - In Wallau wird die Synagoge zerstört. - Juden wird der Universitätszugang verweigert. - In Frankfurt wird der SA Arzt Josef Mengele (27) Assistent von Freiherr Otmar von Verschuer (41), dem Leiter des Universitäts-Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in der Gartenstraße am Mainufer. - Der in Frankfurt geborene Kernchemiker Otto Hahn (59) entdeckt mit der Radium-Barium-Mesothorium-Fraktionierung die Kernspaltung. - In Frankfurt wird die Villa Speyer (2016 Villa Kennedy) in der Forsthausstraße 62 alias Kennedyallee 70 von der Stadt arisiert. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene SS Mann und Gestapo Kriminalassistent Kommunisten Heinrich Baab (30) zur Deportation von Juden eingesetzt (1950 wegen u.a. 55fachen Mordes, 21fachen versuchten Mordes, 30facher Körperverletzung und 22facher Freiheitsberaubung verurteilt). - In Mainz gibt es zur Fastnacht wieder ein Prinzenpaar. Die Prinzessin ist erstmals weiblich. - In Frankfurt Fechenheim hat die Maschinenfabrik vorm Ph. Mayfath die Telefonnummer 81051. Sie stellt hauptsächlich Landwirtschaftsmaschinen her. - In Höchst genehmigt der Hitler-begeisterte Hoechst Werksleiter Ludwig Hermann (50) ein neu entwickeltes Elektronenmikroskop. - Der in Bad Camberg geborene Amtsarzt und NSDAP Ortsgruppenleiter Ernst Lawaczeck (48) wird bad camberger NSDAP Bürgermeister. Landrat ist Uerpmann. - In Frankfurt werden die Lehrer der jüdisch deutschen Schule Philantropin in der Hebelstraße 16-18 darunter Dr Brooks in Schutzhaft genommen und totgeprügelt. Deren Studienrat mit jüdischen Wurzeln Dr Ernst Marbach (45) wird zwei Monate lang ins KZ Buchenwald verschleppt. Krank, abgemagert und halb erfroren stirbt er nach der Rückkehr nach der Amputation seiner Beine. - In Oberursel werden rechts und links der Camp King Allee 21 Wohn- und Wirtschaftsgebäude für die Goethe Universität Frankfurt als Reichssiedlungsschule aber auch ein Sportplatz für dei Studenten eröffnet. Sportstunden sind Pflichtstunden. Unterrichtsinhalt ist Lebensraum im Osten. - In Wiesbaden engagiert sich der in Wiesbaden aufgewachsene Kaufmannssohn, Rechtsanwalt und ehemalige Stahlhelm Führer Hans Buttersack (58) als Rechtsbeistand für die verfolgten Bekennende Kirche Mitglieder, wird von der Gestap verhaftet und sieben Wochen im Polizeigefängnis Friedrichstraße 25 inhaftiert. - In Wiesbaden baut der KPD Funktionär und ehemalige wiesbadener Opel-Werk Abteilungsleiter Andreas Hoevel (38) nach 2 Jahren Gefängnis und 3 Jahren KZ Buchenwald eine Widerstandsgruppe mit Kontakten nach Koblenz und Berlin auf, wobei er hauptsächlich BBC Nachrichten unter Wehrmachtsangehörigen verbreitet. - In Frankfurt Bockenheim wird die größte deutsche Flak Kaserne (2016 Industriehof) angelegt. - In Frankfurt Bockenheim verkauft der jüdische Frankfurter Fischkonservernfabrikbesitzer Leopold Eisemann Nauheimer Straße 10 wie viele andere Juden, seinen Besitz, lässt sich von seiner Frau scheiden lässt, seine Fabrik im Vertrauen gegen einen geringen Betrag an seinen langjährigen nicht-jüdischen Prokuristen und ehemaligen Lehrling Willi Klös und die Immobilien an seine zum Schein geschiedene Ehefrau, zieht in die Schweiz und entgeht somit der Arisierung. - In Wiesbaden wird Dr med Eduard Laser Judenarzt. - In Wiesbaden liquidieren der jüdsiche Rechtskonsulent Berthold Guthmann, Dr Georg Goldstein und Arthur Strauss das Vermögen der jüdischen Gemeinde. - Juden wird der Besuch von Kinos, Theatern und kulturellen Veranstaltungen verboten. - In Königstein wird die Villa Rothschild von der Reichsfinanzverwaltung beschlagnahmt. - In Wiesbaden wird in der Webergasse 2 bis 4 das weltbekannte Modegeschäft des jüdischen Kaufmanns Carl Bacharach arisiert. - In Wiesbaden wird die Villa Söhnlein-Pabst mit den Gebäuden Paulinenstraße 7-11 Hauptquartier der SS und der Gestapo. - In Frankfurt löst der in Straßburg geborene in Marburg promovierte Kunstgeschichtler Graf Ernstotto von Solms Laubach (St) (48) als neuer Direktor des Historischen Museums Fahrtor 2 den aus Dachau stammenden promovierten Konservator, der sich auch nationalsozialistisch äußert Adolf Feulner (54) ab. - Wiesbaden hat 170500 Einwohner und Mainz hat 158900 Einwohner. - In Lich wird die Prinzessin Eleonore von Solms Hohensolms Lich (St) geboren. - In Frankfurt wird der Schillerplatz in an der Hauptwache umbenannt. - In Frankfurt wird der frankfurter IHK Präsident, NSDAP Gauinspekteur, Opel Aufsichtsratmitglied und neuer Wehrwirtschaftsführer Carl Lüer (41) Vorstandsmitglied der Dresdner Bank. - Der arisierte jüdische ehemalige größte frankfurter Warenhausbesitzer Hermann Wronker (71) flieht nach Frankreich. - In Deutschland müssen die als künstlerisch wertvoll geförderten vom NS-Staat produzierte Wochenschau-Berichte in allen Kinos gezeigt werden. - In Deutschland wird Juden der Besitz von Kinos verboten. - In Mainz wird die fast bankrotte Sonnenbrauerei mit Gasthaus Zur Sonne in der Betzelsgasse 25 der jüdischen Familie Mayer arisiert und von der Getreidemittelhandlung August Kohl aufgekauft. - Die in Rüsselsheim geborene Automobilindustriellentochter und weltbeste Military-Springreiterin Irmgard von Opel (31) heiratet in zweiter Ehe ihren in Frankfurt geborenen Cousin, Automobilindustriellen und Sportfunktionär Georg von Opel (26). - In Mainz wird Irmgard von Opel (31) Kommandeuse der Prinzengarde während der Fastnacht und löst Hildegard Kühne ab. - Der in Mainz geborene Irmgard von Opel Ex-Mann und u.a. auch Ufa Propaganda Drehbuchautor Karl Georg Külb (37) schreibt das Drehbuch für den Zarah Leander Film Der Blaufuchs. - In Frankfurt wird dem in Frankfurt geborenen Metallgesellschaftsgründersohn Richard Merton (57) der Aufenthalt in Frankfurt verboten. Er wird verhaftet und ins KZ Buchenwald verschleppt. - Die frankfurter Baufirma Philipp Holzmann AG beginnt mit dem Bau der Neuen Reichskanzlei in Berlin. - Der mit der in Mainz geborenen wiesbadener Sektfabrikantentochter Anna Elisabeth Henkell (42) verheiratete Oberstleutnantsohn, Mitglied im Stab Reichsführer SS und deutscher Botschafter in London Joachim von Ribbentrop (45) wird Reichsaußenminister und versucht den für seine Abweisung im exklusiven berliner Adelsverein Union-Club verantwortlichen Diplomaten Friedrich von Lieres und Wilkau in ein KZ zu bringen. - In Offenbach zieht der offenbcher NSDAP Ortsgruppenleiter Senefelder in der Reichskristallnacht marodierend durch die Straßen. - In Offenbach zerstört der offenbacher NSDAP Ortsgruppenleiter Kronenberger jüdische Geschäfte und Wohnungen. - In Groß Gerau brennt die Synagoge in der Adolf-Göbel-Straße (2016 Europakreisel) nieder. - In Offenbach wird der NSDAP Reichsministerialrat und ehemalige Lehrer Friedrich Ringshausen (58) Friedrichsring 3 zum SA Standartenführer befördert. - In Frankfurt hat der Rhein-Main-Flughafen rund 59000 Fluggäste auf einer Fläche von 550 Hektar. - In Darmstadt wird der in Pasing geborene Eisenbahnverwaltersohn, Volksstaat Hessen Reichskommissar, SA Mitglied und darmstädter NSDAP Obrerbürgermeister Heinrich Müller (42) SS Standartenführer. - In Darmstadt befiehlt SA Obersturmführer Heinrich Kissinger dem in Darmstadt geborenene Schlosser und SA Mann Georg Adam Volz (35) eine Gießkanne voll Benzin zur Synagoge in der Bleichstraße zu bringen. SA Brigadeführer Karl Lucke erreicht um 03:00 der Befehl des Gruppenführers innerhalb der Brigade 50 Starkenburg durch die einzelnen SA Standarten alle jüdischen Synagogen zu sprengen oder in Brand zu setzen, wo das möglich ist ohne angrenzende arische Häuser zu beschädigen. Den Vollzug der Zerstörung der Synagogen von Darmstadt, Pfungstadt, Heppenheim, Mühlheim, Langen, Offenbach, Dieburg, Rüsselsheim u. vielen anderen berichtet SA Brigadeführer Karl Lucke der SA Gruppe Kurpfalz in Mannheim. Einer der Standartenführer ist Wilhelm Mahla. Der Großgaragenbesitzer, Tankstellenbesitzer und Ölhandelsgesellschaftsvertreter Ad Walther in der Grafenstraße liefert Benzin. In Darmstadt berichtet die Tageszeitung Darmstädter Tagblatt von berechtigter und verständlicher Empörung des deutschen Volkes, sich in der vergangen Nacht im umfangreichen Maße Luft verschafft habe. In Darmstadt werden in der Reichskristallnacht 4 Juden getötet. Ferdinand Reinheimer aus Eberstadt begeht Selbstmord. - Prinz Karl von Ardeck (St) (77) stirbt in Niendorf kinderlos. - In Frankfurt wird das IG Farben Vorstandsmitglied Professor Dr Erwin Selck (62) Präsident des Pferderenn-Clubs. In Niederrad werden von Robert Mätzig und Otto Wehe 10 Pferde trainiert.

1937 Der Beamte und ehemalige Landeskirchenrat Fritz Bernotat (47) wird Leiter der Abteilung Anstaltswesen im Landeshaus Kaiser Friedrich Ring 75 im Amt für Erb- und Rassenpflege und Vereinsleiter des Trägervereins der Heil- und Pflegeanstalt Kalmenhof in Idstein Veitenmühlweg 10, Vorsitzender des Vereins für Volkspflege e.V. und Vorstand der Heil- und Pflegeanstalt Scheuern in Nassau. - In Wiesbaden wird der Westpreuße und WW1 Jagdflieger und SS Mann Erich Mix (39) neuer wiesbadener Oberbürgermeister. - In Wiesbaden wird eine Verdunkelungsübung abgehalten. - In Wiesbaden wird die Ochanps Kaserne in der Schiersteiner Straße eingeweiht. - In Frankfurt emigriert der Maler Max Beckmann (53) nach Paris. - In Wiesbaden ist das Kino Capitol am Kochbrunnen mit 288 Plätzen Ecke Taunusstraße 1/Wilhelmstraße. - Die Schwedin Zarah Leander (30) wird im UFA Film Zu neuen Ufern der neue Star, der Marlene Dietrich ablösen kann. - In Langen tritt der SA Standartenpfarrer Wilhelm Seibert aus der SA aus, bleibt aber in der NSDAP. - Der in Darmstadt geborene Sippenforscher und SA Standartenführer der Obersten SA Führung Prinz Wilhelm Karl von Isenburg (St) (34) wird außerordentlicher Professor für Sippen- und Familienforschung in München. - Der in Babenhausen geborene langjährige frankfurter Erste Kapellmeister und Dirigent an der frankfurter Alten Oper und der Museums Gesellachaft im Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26 JP Morgan Private Bank) in Frankfurt Georg Ludwig Jochum (28) tritt in die NSDAP ein und wird Plauener Musikdirektor und Theaterdirektor und durch den faschistische Philharmonieorchesteroberleiter und neuen frankfurter Generalmusikdirektor Franz Konwitschny (36), der sogar SA Aufzüge in seine Aufführungen miteinbauen wollte, ersetzt. - In Mainz ist Dr Robert Barth NSDAP Kreisleiter. - In Offenbach ist Karl Walther (39) NSDAP Kreisleiter. - In Frankfurt wird der SA Arzt Josef Mengele (26) Lieblingsschüler von Freiherr Otmar von Verschuer (40), dem Leiter des Universitäts-Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in der Gartenstraße am Mainufer. - Der Reserveoffizier der Luftwaffe Georg Donatus von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (31) tritt mit seiner in Athen geborenen Ehefrau, NSDAP Mitglied und griechischen und dänischen Prinzessin Cäcilia von Schleswig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (26) der NSDAP bei. - Das in Offenbach Rumpenheim geborene NSDAP Mitglied, Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau und Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (41) nennt seinen in Rom geborenen dritten Sohn Otto Adolf. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene Schutzpolizist Heinrich Baab (29) Kriminalassistentenanwärter im Passwesen in der Gestapo Leitstelle, tritt der SS bei und überwacht Geistliche. - In Frankfurt wird in der Alten Oper die szenische Kantate Carmina Burana des in München geborenen Berufsoffizierssohn und Komponisten Carl Orff (43), in der es um Sex und Saufen geht, uraufgeführt. - In Weilmünster beginnen die Todesfälle in der Heil- und Pflegeanstalt Weilmünster, Weilstraße 10. - In Wiesbaden wird die Wanderausstellung Entartete Kunst im von unerwünschter Kunst gesäuberten Nassauischen Landesmuseum Wiesbaden vom Deutschen Volksbildungswerk eröffnet und in der NS Zeitung Nassauer Volksblatt von Redakteur Hans Piroth besprochen. Ausstellungsleiter und Direktor des Nassauischen Landesmuseums Friedrich-Ebert-Allee 2 in Wiesbaden Hermann Voss (53) tauscht mit dem wiesbadener Museumsdepot ein klassisches Bild von Wilhelm von Schadow gegen ein entartetes eingelagertes Frauenportrait von Otto Dix (46). - In Darmstadt wird die Wanderausstellung Entartete Kunst eröffnet. - In Mainz wird im Landesmuseum Große Bleiche 49 - 51 die Wanderausstellung Entartete Kunst eröffnet. - In Langen stirbt der in Darmstadt geborene Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (69) im Schloss Wolfsgarten. Seine Beerdigung wird zu einer NSDAP Propandaveranstaltung. Sein Sohn und neues NSDAP Mitglied Georg Donatus von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (31) führt den Trauerzug in Wehrmachtsuniform an. Vier Wochen später fliegt er zur Hochzeit seines Bruders Ludwig (St) (29) nach London und stirbt mit seiner schwangeren in Athen geborenen Ehefrau, NSDAP Mitglied und griechischen und dänischen Prinzessin Cäcilia von Schleswig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (26) mit den Kindern Ludwig und Alexander und seiner Mutter Prinzessin Eleonore zu Solms-Hohensolms-Lich (St) (66) bei einem Flugzeugabsturz. Nur die in Langen auf Schloss Wolfsgarten zurückgelassene neugeborene Prinzessin Johanna von Hessen Darmstadt (St) (00) überlebt. - Graf Maximilian Ludwig von Solms Rödelheim und Assenheim (St) (--) lässt sich von Prinzessin Viktoria von Leiningen (St) (42) scheiden. - In Kronberg wird in der Villa Mumm Kastanienhöhe 1 eine NSDAP Gauführerschule eingerichtet. - In Darmstadt erfährt die Gestapo von der Widerstandsgruppe um den KPD Funktionär Georg Fröba (41), hat aber noch 6 Jahre lang keine Beweise für eine erneute Anklage. - Der in Frankfurt geborene, von der Preußischen Akademie der Künste ausgeschlossene, mit Publikationsverbot belegte jüdische Schriftsteller und Bühnenautor Ludwig Fulda (75) kehrt nach einem USA Besuch bei seinem ausgewanderten Sohn wieder nach Deutschland zurück, erkennt dass das ein Fehler war und erhält keine Aufenthaltserlaubnis für die USA mehr. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene wormser NSDAP Landrat Otto Schwebe (34) frankfurter NSDAP Kreisleiter. - In Wiesbaden wird ein Prozess gegen 17 Nerother Wandervogelbund Mitglieder im Alter zwischen 16 bis 25 Jahren, die sich nicht in die HJ eingliedern lassen wollen und sich verbotenerweise privat treffen, geführt. - Der in Darmstadt geborene SA Standartenführer der Obersten SA Führung Prinz Wilhelm Karl Prinz von Isenburg Büdingen (St) (34) wird NS Professor für Sippenforschung und Familienforschung in München. - In Frankfurt wird das Palais Rothschild Bockenheimer Landstraße 10 und der Rothschildpark arisiert. - Wiesbaden hat 165139 Einwohner. - In Lich wird der Prinz Wilhelm von Solms Hohensolms Lich (St) geboren. - Das aus Montabaur Heilberscheid stammende NSDAP Mitglied und Volksgerichtshofrichter Robert Hartmann (36) verurteilt das im saarländischen Neunkirchen geborene KPD Mitglied Erich Honecker (25) wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens unter erschwerenden Umständen zu einer Gefängnisstrafe von 10 Jahren. - In Rüdesheim wird der Werbeslogan Im Asbach-Uralt ist der Geist des Weines erfunden. - In Frankfurt bauen die Aepfelwein-Kelterer und Brüder Werner Possmann und Fritz Possmann in der Eschborner Landstraße 156 eine neue Apfelwein Abfüllanlage. - In Frankfurt wird das Gasthaus Württemberger Hof in der Fahrgasse (2016 Hainer Hof 9) abgerissen. - In Frankfurt übernimmt der von der NSDAP aus Berlin entsandte Kapellmeister Otto Frickhoeffer (--) das Frankfurter Rundfunksynphonieorchester von Rundfunkorchestergründer Hans Rosbaud (42). - In Butzbach wird die Schinderhannes-Guillotine von Scharfrichter Friedrich Hehr (--) letztmals benutzt und in die Frauenhaftanstalt Frankfurt Preungesheim gebracht. - In Wiesbaden wird die Germania Brauerei Wiesbaden Mainzer Straße 99-101 (2016 Mc Donalds) in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. - Der Ruder Achter der frankfurter Rudergemeinschaft Germania wird Deutscher Vizemeister. - Der in Arolsen geborene SS Obergruppenführer Erbprinz Josias von Waldeck und Pyrmont (St) (41) wird Dienststellenleiter des SS Oberabschnitts Fulda Werra und zieht in das Neue Schloss Arolsen ein. - In Kronberg wird das in Uerdingen geborene frankfurter IG Farben Vorstandsmitglied, Leiter der Sparte II im Reichskriegsministerium und Wehrwirtschaftsführrer Fritz Ter Mer (52) im geteilten 13000 m² große Villa Guaita Anwesen Mitglied der NSDAP. - Juden wird der Handel mit Vieh verboten. - In Frankfurt hat der Rhein-Main-Flughafen rund 39000 Fluggäste auf einer Fläche von 300 Hektar. - In Frankfurt wird die zur Prostitution genutzte heruntergekommene mittelalterliche Hofanlage an der Speicherschänke Der Große Speicher Nordseite Bethmannstraße Rotkreuzgasse und das Stundenhotel Schützenliesl Ecke Karmelitergasse abgerissen.

1936 In Frankfurt wohnt das NSDAP Mitglied und NSKK Führer Landgrafensohn Prinz Richard von Hessen (St) (35) in der Lindenstraße 7. - In Wiesbaden Biebrich werden in der Mosburg die Grabplatten von Graf Johann von Katzenelnbogen II und Johann von Katzenelnbogen IV wieder abmontiert und zurück ins Kloster Eberbach gebracht. - Die Tageszeitung Nassauisches Volksblatt behauptet zu Silvester, dass die Arbeitslosigkeit restlos beseitit ist. - In Wiesbaden feiert die NSDAP unter wiesbadener NSDAP Kreisleiter Hugo Römer (--) mit mit Sitz Wilhelmstraße 15 und Telefonnummer 23589 ihr 10 jähriges Bestehen. - In Frankfurt überfliegt ein Zeppelin die Stadt. - In Frankfurt eröffnet der Flughafen Frankfurt Main. - Gründung des Flug- und Luftschiffhafens Rhein-Main. In Frankfurt starten die Luftschiffe Graf Zeppelin und Hindenburg im Linienverkehr nach Rio de Janeiro und Lakehurst. Die Lufthansa eröffnet ihren Flugverkehr mit einer Ju 52. - In Rüsselsheim läuft der Opel Kadett vom Band. - In Wiesbaden wird das Apollo-Theater mit 400 Plätzen mit dem Bavaria-Film Die Puppenfee mit Adele Sandrock und Paul Hörbiger (40) in der Gaststätte Wiesbadener Hof in der Moritzstraße 8 neueröffnet. - In Frankfurt zieht die Frankfurter Gestapo, die den Wiesbadener Regierungsbezirk überwacht, um sich räumlich abzugrenzen aus dem Polizeipräsidium in der Friedrich-Ebert-Anlage aus und in den 5 Stock des Siemens-Hauses in der Bürgerstraße 22 Wilhelm-Leuschner-Straße ein. - In Frankfurt werden die Zeugen Jehovas Balthasar Mayer und seine Frau Elisabeth Mayer nach der Denunziation durch Anwohner bei der NSDAP Ortsgruppe nach der Protestaktion Luzerner Resolution zu 10 Monaten Haft im Gestapogefängnis Frankfurt Preungesheim verurteilt, aber erst 1938 entlassen und dabei sofort ins KZ Buchenwald verschleppt. - Der in Darmstadt geborene SA Standartenführer der Obersten SA Führung und Prinz Wilhelm Karl von Isenburg (St) (33) ist Mitglied der berliner Reichsstelle für Sippenforschung des Reichsministeriums des Innern. - In Wiesbaden laufen die Steuervergünstigungen für die eingemeindeten Stadtteile nach 10 Jahren aus. - In Rüsselsheim findet eine Triumph-Fahrt des alten Führerkorps der NSDAP statt. - Militärtransporte passieren Limburg in westlicher Richtung. - Adolf Hitler (47) stellt durch die Besetzung des Rheinlandes angeblich die Souveränität des Deutschen Reiches wieder her und wird dafür gefeiert. - In Wiesbaden Erbenheim übernimmt die Deutsche Luftwaffe den zivilen Flughafen ehemaligen Autorennkurs und ehemalige Pferderennbahn und macht ihn zu einem Jagdflieger-Stützpunkt. Es gibt drei Flughäfen im Rhein-Main-Gebiet: Erbenheim, Darmstadt und Frankfurt. - Der in Katzenelnbogen Berghausen geborene Großbauernsohn und ehemalige Gestapo Gründer Rudolf Diels (36) lässt sich von seiner ersten Ehefrau und Industriellentochter Hildegard Mannesmann scheiden. - In Frankfurt wird eine Religionsgesellschaftssteuer mit 7,5 % der Lohn- und Einkommensteuer, eine Religionsgemeindesteuer mit 7 % der Lohn- und Einkommensteuer und ein Kirchnotgeld von 2 Reichsmark für steuerfreie Mitglieder und 4 Reichsmark für alle anderen erhoben. Ehefrauen sind ausgenommen. - In Limburg wird Paul Lawaczeck (58) stellvertretender NSDAP Landrat des Landkreises Limburg. - In Lorch wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - In Frankfurt übernimmt die Firma Johann Handel das jüdische Geschäft Porzellan Bär in der Stiftstraße 8-10. - In Kronberg verkauft Fritz Mumm von Scharfenstein seinen Sommersitz Kastanienhöhe 1 an den NS gesteuerten Gemeinnützigen Schulungsverein Hessen-Nassau, der ihn wenige Monate später der NSDAP schenkt. - Der in Frankfurt geborene Weinhändlersohn und jüdische Pharmakologe Otto Loewi (63) erhält den Nobelpreis für Medizin. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene Rot-Weiß Frankfurt Fußballer und spätere Elfmeterschießen Erfinder Karl Wald (20) Fußballschiedsrichter. - In Wiesbaden hat in der Lessingstraße 16 die SA Standarte 80 unter Obersturmbannführer Künemund die Telefonnumer 59351, die NSKK Motorstandarte 148 unter Oberstaffelführer W Best die Telefonnummer 23565, der Obersturmbann III/R unter Obersturmführer Oeckinghaus und der Sturmbann II/R unter Obersturmführer Hellenbrand und der SA Reitersturm 5/150 unter Obersturmführer Fritz Herbst gemeinschaftlich die Telefonnummer 59351. - In Wiesbaden hat in der Villa Uhlandstraße 4 der SS Abschnitt XI unter SS Brigadeführer Hildebrandt die Telefonnummer 28940. - In Wiesbaden haben in der Walkmühlstraße 31 die SS Standarte 78 unter Obersturmbannführer Kühtz und der SS Sturmbann I/78 unter Obersturmführer Limbach die Telefonnummer 28091. - In Wiesbaden ist der SS Motorsturm 4/I/11 in der Dotzheimer Straße 38 (2016 AIDS Beratungsstelle). - In Wiesbaden ist der SS Nachrichtensturmbann 11 in der Parkstraße 9 (2016 Seniorenstift Dr. Drexler Haus zur Gesundheit). - In Wiesbaden ist der Arzt Walter Gronemann Kreis-Arzt und Leiter des staatlichen Gesundheitsamtes Rheinstraße 35 mit der Telefonnummer 27865, der Oberregierungsrat und Veterinärrat Dr Schipp Kreis-Tierarzt in der Albrechtstraße 35 mit der Telefonnummer 24333. - Wiesbaden hat 164422 Einwohner. - In Frankfurt zieht die NS Organisation Kraft durch Freude in die Eschenheimer Landstraße 4 (2016 Metropolis Kino) ein. - In Deutschland werden die Persönlichkeitsrechte und Urheberrechte am Filmbild eingeschränkt. - In Groß-Gerau wird die Unionbrauerei Groß Gerau der jüdischen Familie Maxsohn arisiert und weit unter Wert an den in Langenselbod geborenen Bauunternehmersohn Willy Kaus (36) und Willi Orschler verkauft. - In Rüsselsheim erhält Opel Steuerfreiheit. Mit dem ersparten Geld werden die Kapazitäten ausgebaut. - In Mainz wird Hildegard Kühne Kommandeuse der Prinzengarde und wird damit erstes weibliches Mitglied der mainzer Prinzengarde während der Fastnacht. - In Offenbach übernimmt die NSV durch Kauf durch die NSDAP den jahrelangen offfenbacher SA Brigade Sützpunkt Villa Wecker Dreieichring 24. - In Kronberg wird das 13000 m² große Villa Guaita Anwesen geteilt, und im abgeteilten Park ein Wohnsitz mit Parklandschaft für das in Uerdingen geborene frankfurter IG Farben Vorstandsmitglied, Leiter der Sparte II im Reichskriegsministerium und Wehrwirtschaftsführrer Fritz Ter Mer (52) erbaut. - In Frankfurt Seckbach wird öffentlich, dass der evangelische seckbacher Pfarrer Karl Heinrich Stein (66) jüdische Wurzeln hat. - In Frankfurt Seckbach hängt der Stürmerkasten am Seitengebäude der Gastwirtschaft Zum Lindenfels in der Wilhelmshöher Straße 112, dem NSDAP Parteilokal. - In Frankfurt hat der Rhein-Main-Flughafen rund 29000 Fluggäste auf einer Fläche von 300 Hektar. - In Frankfurt schließt in der Friedberger Anlage das Promenadencafe Seilerstraße 34 und wird als BDM und HJ Heim von der NSDAP genutzt.

1935 Der frankfurter NSDAP Oberbürgermeister Friedrich Krebs (41) macht nach vergeblichen Versuchen mit dem Titel Stadt der Straßen mit der Zustimmung Adolf Hitlers (46) Frankfurt zur Stadt des Deutschen Handwerks. - In Frankfurt eröffnet Adolf Hitler (46) mit seinem Mercedes-Benz die Reichsautobahn Frankfurt - Darmstadt. - In Wiesbaden steigt Adolf Hitler (46) 3 Tage im Hotel Rose Georg-August-Zinn-Straße 1 (2016 Staatskanzlei) ab, ißt im Kurhaus und besucht eine Aufführung der Verdi-Oper Aida im Staatstheater. - In Frankfurt werden im Heilig-Geist Hospital Lange Str. 4-6 Zwangssterilisationen auch mit Strahlenbehandlungen durchgeführt. - Wiesbaden wird das Theater vom Reich übernommen und in Deutsches Theater umbenannt. - In Rüsselsheim wird nach dem Opel 1,2 Liter das neue Modell Opel P4 gebaut. - In Wiesbaden wird der Gelegenheitsarbeiter und ehemalige Gewerkschaftssekretär Konrad Arndt in das KZ Esterwege und danach ins KZ Oranienburg verschleppt, wo er seinen Bekannten Paul Krüger trifft, der mehrere Male bis zur Bewusstlosigkeit verprügelt wurde. - In Frankfurt wird aus der Brauerei Henninger-Kempff-Stern und Johann Gerhard Henrich AG die Henninger-Bräu AG. - In Ziegenhain findet eine Salatkirmes statt. - In Wiesbaden wird der Jahrgang 1914 zum Wehrdienst eingezogen und der Jahrgang 1915 zum RAD alias Reichsarbeitsdienst. - Der in Freystadt geborene SS-Sturmbannführer Guntram Pflaum (32) wird Geschäftsführer des Verein Lebensborn. - In Frankfurt übernimmt Freiherr Otmar von Verschuer (39) das Universitäts-Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in der Gartenstraße am Mainufer. - In Wiesbaden entwickelt Henkell & Co den Pikkolo. - Im Vorder-Taunus verliert der höchster SPD Funktionär Paul Kirchhof tragischerweise bei einer Motorradkurierfahrt seine Aktentasche mit den Namen von über 100 aktiven Mitgliedern und wird durch sein Motorradkennzeichen von der Gestapo ausfindig gemacht. Am Oberlandesgericht Kassel werden aus Bad Soden Heinrich Dosse (2 Jahre 6 Monate Haft), Fritz Lagemann, Johann Malinowski, Karl Sammel, Hermann Bender, aus Hochheim Adam Treber (2 Jahre 9 Monate Haft), Georg Engerer, Josef Schäfer, Josef Krämer, aus Hattersheim Peter Nida (1 Jahr 3 Monate Haft) und aus Höchst Paul Kirchhof (5 Jahre Haft) wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt und zu langen Haftstrafen verurteilt. - In Bad Homburg flieht der in Wien geborene ehemalige Obertaunus Landrat und amtierende bad homburger Oberbürgermeister Ritter Ernst von Marx (66) nach England. - In Frankfurt wird die Freimaurerloge Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main aufgelöst. - In Bad Nauheim stirbt der in Bad Homburg geborene Schriftsteller, Schauspieler, Opernsänger und Redakteur der Tageszeitung Taunusbote Robert Fuchs-Liska (65). - In Wiesbaden wird der Gewerkschafter Paul Krüger (32) ein zweites Mal verhaftet und ins KZ Sachsenhausen verschleppt. - Der in Frankfurt geborene frankfurter Bürgermeisterenkel, Bankierssohn und Diplomat Herbert Mumm von Schwarzenstein (37) wird als vermeintlicher Homosexueller von der Gesatpo beobachtet. - In Wiesbaden trifft sich die antifaschistische Arbeiterschaft im Lokal Hauser Walramstraße 30. - In Frankfurt zwingt die Stadt Albert von Goldschmidt Rothschild die Villa Gründeburg mit Park der Stadt zu übereignen. - Wiesbaden hat 163270 Einwohner und Mainz hat 144287 Einwohner. - In Lich wird Prinzessin Dorothea von Solms Hohensolms Lich (St) geboren. - In Rüsselsheim wird der frankfurter IHK Präsident und NSDAP Gauinspekteur Carl Lüer (38) Aufsichtsratmitglied im amerikanischen Automobilkonzern Opel. - In Deutschland wird Juden der Besitz von Kinos verboten. - In Mainz stirbt der jüdische Bierbrauer Philipp Mayer (59) der Sonnenbrauerei mit Gasthaus Zur Sonne in der Betzelsgasse 25. Die Familie versucht das Unternehmen weiterzuführen. - Die in Rüsselsheim geborene Automobilindustriellentochter Irmgard von Opel (27) fährt das Mercedes-Benz Cabrio 500 K Cabrio A. - Die frankfurter Baufirma Philipp Holzmann AG beginnt mit dem Bau der Kongresshalle auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. - Der in Frankfurt geborene Kaufmannsohn, ehemalige SA Führer und Stahlhelm Redakteur Friedrich Wilhelm Heinz (36) verliert mit der Auflösung des Stahlhelms seine Existenz und fürchtet in einem KZ zu enden. - In Frankfurt hat der Rhein-Main-Flughafen rund 17500 Fluggäste. - In Frankfurt wird in der Kronprinzenstraße das Kaffeehaus Gillsch als 7. in unmittelbarer Umgebung eröffnet. - In Frankfurt müssen die konvertierten jüdischen Gebrüder Carl von Weinberg (74) und Arthur von Weinberg (75) ihr Gestüt Blau-Weiß in Gestüt Waldfried umbenennen.

1934 In Frankfurt findet auf dem Römerberg eine NSDAP Kundgebung statt. - In Wiesbaden reduziert sich die Arbeitslosenzahl von 19837 auf 8466 zum Jahresende. - Die Reichsregierung erklärt die Stadt Wiesbaden zur Notstandsgemeinde. - In Wiesbaden wird der Wiesbadener Kurverein neu gegründet und der neue Intendant von Wechmar übernimmt die kulturelle Führung. In Wiesbaden wird das Deutsche Tonkünstlerfest veranstaltet. - In Wiesbaden wird der Musikalische Völkerbund gegründet. - In Wiesbaden findet nach 1930 der Blumenkorso wieder statt. - In Wiesbaden wird im Paulinenschlößchen im kleinen Rahmen ein neues Weinfest, das Rheingauer Weinfest eingeführt. - In Wiesbaden wird das Opelbad eröffnet. - Der in Darmstadt geborene Sippenforscher und SA Standartenführer der Obersten SA Führung Prinz Wilhelm Karl von Isenburg (St) (31) veröffentlicht Einführung in die Familienkunde. - In Offenbach wird der in Haiger geborene Jurist, Versicherungskaufmann und NSDAP Mitglied Helmuth Schranz (28) offenbacher NSDAP Kreisleiter und Ortsgruppenführer. - In Wiesbaden werden in der Diözese Nassau alle kirchlichen Gemeindevertretungen und Synoden aufgelöst. - In Wiesbaden Bierstadt wird der Musikverein zur NSBO Kapelle und die freiwillige Ortsfeuerwehr aufgelöst und in die wiesbadener Feuerwehr integriert. - In Wiesbaden Bierstadt wird die Luftschutzübung Bomben über Bierstadt durchgeführt. - In Mainz brennt das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs aus. - In Mainz wird der Mainzer Carnevals Verein ein ganzjähriger Verein, der sich nicht mehr jährlich auflöst. - In Wiesbaden werden in einem Massenprozeß 27 wiesbadener KPD Anhänger zu Gefängnisstrafen zwischen 1 und 5 Jahren verurteilt. - Eppstein Niederjosbach erhält eine eigene Postagentur. - In Weilmünster beginnt die Heil- und Pflegeanstalt Weilmünster Weilstraße 10 mit der Zwangssterilisation von 278 Insassen bis 1939. - In Frankfurt Sachsenhausen tritt der evangelische Kirchenvorstand der Bekennenden Kirche bei. - In Frankfurt wird ein Notstandsprogramm und ein Architektenwettbewerb zur Gesundung der fünf schlimmsten Stellen der Altstadt, der Brutstätte des Kommunismus aufgelegt. - Landesbischof Ernst Ludwig Dietrich (37) gliedert alle kirchlichen Jugendverbänden in Hitlerjugend, Jungvolk und BDM ein. - Die Evangelische Kirche in Hessen Nassau verliert ihre Eigenständigkeit und wird in die Deutsche Evangelische Kirche eingegliedert. - In Darmstadt veranstaltet der Kampfbund für deutsche Kultur unter Leitung von Adolf Beyer die Kunstausstellung Deutsche Frühjahrsaustellung Darmstadt Mathildenhöhe, die dem Geschmack von Adolf Hitler entsprechen und das Volk wieder beglücken möge. - In Bad Homburg kommt der politisch einflusslose, nieren- und herzleidende siamesische König Prajadhipok und die Königin Rambhai Barni zu einem Kurbesuch, wird vom NSDAP Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Richard Hardt, Kurdirektor Walter Höfner und Regierungsrat Dr. zur Nedden im Auftrag des in Offenbach Rumpenheim geborenen evangelischen Rittmeisters, Bankkaufmann der arisierten frankfurter Filiale der M. M. Warburg & CO Bank, NSDAP und SA Mitglieds, NSDAP Obertaunuskreis Landrats Prinz Wolfgang von Hessen Kassel (38) in Empfang genommen, steigt im mit Elefantenflagge beflaggten Ritters Park Hotel Kaiser-Friedrich-Promenade 69 (2016 Hotel Steigenberger) ab und erhält im Kurhaus auf eigenen Wunsch erst einmal deutsche Schlachtschüssel. - Der in Bad Homburg geborene Schriftsteller, Schauspieler und Opernsänger Robert Fuchs-Liska (64) wird Redakteur der Tageszeitung Taunusbote. Seine Bücher Schamlose Seelen und Fräulein Sünde stehen auf der Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums. - Das in Bad Homburg geborene Stahlhelm Mitglied und Schwer- und Rüstungsindustrieller Freiherr Curt von Salmuth (39) wird SA Mitglied. - In Taunsustein Wehen wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - In Bad Schwalbach wird die Villa Werner der hahnstättener Brauerei Heckelmann Kuhn in Hotel Kaiserhof vom neuen Pächter Friedrich Wilhelm Hies umbenannt. - In Wiesbaden foltert die Gestapo bei der Leichtweißhöhle den KPD Funktionär Karl Brech, wo er an einem Baum hängend mit dem Leben bedroht wird. - Der in Birstein geborene Prinz Franz Ferdinand von Isenburg (St) (33) stellt aeinen Antrag auf Mitgliedschaft in der NSDAP, wird aber angeblich nicht genommen, obwohl er bereits die Mitgliedsnummer 2646634 bekommen hat und sein jüngerer Bruder Ferdinand Karl von Isenburg (St) (28) jahrelanges SA Mitglied, SA Standartenführer und SA Adjutant ist. - In Frankfurt wird das Neue Theater Mainzer Landstraße 55 gleichgeschaltet und in Kleines Haus umbenannt. - Das in Offenbach Rumpenheim geborene NSDAP Mitglied, Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau und Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (41) zieht in seine Amtsräume im Landeshaus Kaiser-Friedrich-Ring 75 ein, in dem das Amt für Erb- und Rassenpflege unter Leiter Dr Wilhelm Stemmler eingerichtet wird. - In Lich wird Prinz Philipp Reinhard von Solms Hohensolms Lich (St) geboren. - Wiesbaden hat 162009 Einwohner. - In Lich wird der Grafensohn Philipp Reinhard von Solms Hohensolms Lich (St) geboren. - Mainz hat 143697 Einwohner. - In Frankfurt soll das KPD Mitglied und Koch Josef Reitinger (21) den SA Mannes Hans Handwerk ermordet haben, wird verhaftet und ins wilde KZ in der Frankfurter Perlenfabrik verschleppt, wo er unter Folter gesteht, aber später widerruft. Er wird trotzdem wegen Mordes hingerichtet. - In Frankfurt wird der verstaatlichte Sender Frankfurt der SÜWRAG in Reichssender Frankfurt umbenannt und Intendant Hans Otto Fricke verbreitet NS Propaganda. - Der in Frankfurt, Wiesbaden, Rüdesheim und Limburg ausgebildete höhere Beamte des preußischen Justizministerium Ex-Zentrums-Politiker und Gestapo-Mitglied Hans-Josef Altmeyer (35) wird persönlicher Referent des in Katzenelnbogen Berghausen geborenen Gestapo-Leiter Rudolf Diels (34) auf dessen Gesuch und wird nach einem Monat nach Berlin befördert. - In Frankfurt wird die Loge Socrates zur Standhaftigkeit in der Hochstraße 14 (2016 Hilton Hotel) von der NSDAP enteignet. - In Deutschland wird die gesamte Filmwirtschaft zensiert. In Deutschland dürfen Kinos nach dem Reichslichtspielgesetz nur noch eine Wochenschau, einen Kulturfilm, 900 Meter sonstiges Beiprogramm wie Werbung und einen abendfüllenden Spielfilm zeigen. - Die in Rüsselsheim geborene Automobilindustriellentochter und weltbeste Military-Springreiterin Irmgard von Opel (27) bezwingt bei ihrem Derbysieg in Hamburg Klein-Flottbek den Generalssohn, Sportreiter und späteren Hitler-Retter Leutnant Heinz Brandt (27) und sein Pferd Baron IV.. Sie besitzt einen Greyhound Windhund, einen balearischen PodencoIbicenco Windhund, fünf weiße Schnauzer und einen Schäferhund. - Der frankfurt Chefredakteur der Wochenzeitung Das Illustrierte Blatt wird Chefredakteur der Zeitung Neueste Zeitung. Beide Zeitungen, wie die Frankfurter Zeitung erscheinen im Societätsverlag Große Eschenheimer Straße 33-37. - Nach dramatisch gestiegenen Zahlen der amerikanischen Verbrechensstatistik wird die Hayce Selbstbeschränkung durchgesetzt, nach der Verbrecher in Kinofilmen nicht mehr glorifiziert werden dürfen und das Gute zu siegen hat. Regisseure, die sich daran nicht halten, werden ohne gesetzliche Grundlage im Kino einfach nicht mehr gezeigt. - In Darmstadt wird der darmstädter Spenglermeister, frankfurter NSDAP Stadtrat Otto Christian Wamboldt (50) darmstädter NSDAP Oberbürgermeister.

1933 Frankfurt gehört zu Preußen. - SS Ehrenstandartenführer Rudolf Diels (33) ist Vizepolizeipräsident und arbeitet im KZ Oranienburg. - Der kommissarische frankfurter NSDAP Oberbürgermeister Friedrich Krebs (39) lässt alle 81 jüdischen städtischen Angestellten und Beamten entlassen. - In Wiesbaden wird Fritz Bernotat (42) NSDAP Ortsgruppenleiter Wiesbaden-Bahnhof. - In Frankfurt wird Institut für Sozialforschung alias Café Marx von der Kriminalpolizei geschlossen. Danach macht der NS Studentenbundführer Georg-Wilhelm Müller es zu seinem Büro. - In Frankfurt wird Jakob Sprenger (33) NSDAP Reichsstatthalter des Volksstaates Hessen. - In Frankfurt führt Adolf Hitler (44) den ersten Spatenstich zur Reichsautobahn Frankfurt-Heidelberg Autobahnbau Abschnitt 1 Frankfurt - Darmstadt am Mainufer zwischen Niederrad und Goldstein. - In Wiesbaden löst sich die Stadtverordnetenversammlung auf. - In Wiesbaden betritt der in Limburg an der Lahn geborene evangelische Pfarrersohn, Jurist und wiesbadener Oberbürgermeister Georg Krücke (53) nach der Machtübernahme und einer Schutzhaft das Rathaus nicht mehr und wird vier Monate später zur Abdankung gezwungen. Der ehemalige in Iserlohn geborene Lokomotivführer und wiesbadener Bürgermeister und Stadtkämmerer Alfred Schulte (61) wird Mitglied der NSDAP und übernimmt das wiesbadener Oberbürgermeisteramt. - In Freiendiez wird der KPD Jugendverbandsleiter und wiesbadener Vermessungsgehilfe und Widerständler Paul Krüger im Zentralgefängnis inhaftiert, danach ins KZ Esterwegen deportiert und unter der Auflage sich täglich bei der Gestapo zu melden wieder entlassen. - In Darmstadt werden auf dem Mercksplatz Bücher verbrannt. - In Wiesbaden ist in der Geisbergstraße 17 die Hitlerjugend Leitung des HJ Banns 80 untergebracht. - In Wiesbaden wird die Gemeinschaftszelle im 1. Stock des Polizeigefängnisses in der Friedrichstraße 25 zur Unterbringung und Folterung von Schutzhäftlingen genutzt. - In Wiesbaden ist die SA Zentrale in der Lessingstraße 16 (2016 Staatliches Umweltamt). - In Wiesbaden wird in der Luisenschule am Luisenplatz 10 der Reichsarbeitsdienst RAD und die SA untergebracht (2016 Hessisches Kultusministerium) und der Keller als Folterkammer genutzt. - In Frankfurt richtet sich die Gestapo im Polizeipräsidium in der Friedrich-Ebert-Anlage 7 mit 27 Beamten ein. - In Wiesbaden wird der in Mainz geborene Ex Krupp AG Manager, neues SA und SS Mitglied und Leiter der NSDAP Zeitung Frankfurter Volksblatt Wilhelm Traupel (42) Landeshauptmann Bezirksverband Nassau. - In Wiesbaden gibt es 19837 Arbeitslose. - In Wiesbaden hat die NSDAP 5600 Mitglieder. - In Wiesbaden wird der SPD Propagandaleiter Georg Buch (30) SPD Vorsitzender und Stadtverordneter und kommt 14 Tage in Schutzhaft. - In Frankfurt findet auf dem Römerberg eine Bücherverbrennung statt. - Adolf Hitler (44) spricht am Niederwalddenkmal. - In Darmstadt wird im Sitz des Landtags im Ständehaus am Luisenplatz (2016 Sparkasse Darmstadt) der demonstrativ antisemitische gießener Schlossermeistersohn, Lehrer und von der DNVP zur NSDAP übergetretene neue darmstädter NSDAP Landtagsfraktionsvorsitzende Ferdinand Werner (57) gewählter Volksstaat Hessen Präsident und der NSDAP Volksstaat Hessen Reichsstatthalter Jakob Sprenger (33) Ministerpräsident. - Der in Darmstadt geborene geistige Führer der NSDAP in Hessen, der Richter Werner Best (30) wird Staatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen. - In Frankfurt wird die Leiche des von der Partei enttäuschten, ehemaligen offenbacher NSDAP Kreisleiters und ehemaligen NSDAP Landtagsabgeordneten Wilhelm Schäfer (37) gefunden, wodurch der Staatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen Werner Best (30), dem er 1931 besonders radikale und diktatorische geheime Pläne zur Machtübernahme gestohlen und an die SPD Regierung übergeben hatte, in Verdacht gerät (1950 freigesprochen). - In Frankfurt wird dem Maler Max Beckmann (49) der Lehrauftrag entzogen. - In Frankfurt wird der Fußballverein FSV Frankfurt Süddeutscher Meister. - In Frankfurt leben 29000 Juden. - In Frankfurt gewinnt der Fußballclub FSV Frankfurt das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den TSV 1860 München vor 15000 Zuschauern im Waldstadion. - In Wiesbaden wird das Wiesbadener Volkshaus mit dem SPD Parteibüro und Gewerkschaftsbundsitz in der Wellritzstraße 49, vom Kreisbetriebszellenleiter mit umgeschnallter Pistole mit SA Männern gestürmt und die Papiere aus den Fenstern geworfen und verbrannt. Die Gewerkschaftssekretäre Eugen Dengel, Reinhold Reinsperger, Johann Völker und Konrad Arndt werden in Schutzhaft genommen. Es werden 12 neue Kommissare eingesetz, und die vermeintliche Weiterführung verkündet. Das Vermögen der Gewerkschaft wird konfisziert - In Wiesbaden werden SPD Versammlungen verboten. - In Wiesbaden spricht der Gewerkschaftssekretär Konrad Arndt auf einer SPD Kundgebung, wird danach in Schutzhaft genommen und in der Gestapo Zentrale verhört und verprügelt. - In Wiesbaden überfallen zwei zivile SA Männer die Wohnung des Gewerkschaftssekretärs Konrad Arndt und stechen ihn nieder. Im Krankenhaus kann er trotz lebensgefährlicher Verletzungen gerettet werden. Er arbeitet nach der Genesung weiter als Gewerkschaftssekretär, wird in das SA Büro in der Lessingstraße bestellt und für die Leitung der NSBO angeworben, was er ablehnt und dafür ins SA Gefängnis und danach ins Polizeigefängnis in der Friedrichstraße verschleppt wird. - In Wiesbaden tritt der Automobilindustrielle Wilhelm von Opel (62) in die NSDAP ein und spendet danach 300000 Reichsmark für den Bau des luxuriösen Opelbades. - In Wiesbaden erschießt der SA Mann Ernst Franzreb (32) mit Joseph Steinbrenner und Ernst Krause in Uniform den jüdischen Molkereiwarenhändler Max Kassel in der Webergasse 46 Telefonnummer 22320 bei einem Raubüberfall erkannt. Die Täter fliehen und treffen sich nach der Tat im SA Standartenbüro in der Lessingstraße 16. Nach seiner Verhaftung wird das Verfahren eingestellt (1947 insgesamt 15 Jahre Hafr +1988 Wiesbaden) und Ernst Franzreb neuer SA Wachleiter in der Lessingstraße 16. Die eingeschüchterten Redakteure der wiesbadener Tageszeitung Wiesbadener Zeitung berichten ausführlich verschweigen aber die Uniformen. - Der jüdische dandyhafte Seidenwaren Kaufmann mit angedichteten erotischen Allüren Salomon Rosenstrauch, der mit seinen vier Töchtern gern flanieren geht, wird in seinem Laden Wilhelmstraße 20 von 8 SA Männern überfallen und gequält, einige Wochen später vor seiner geplanten Abreise ins englische Exil vor einer Gewalttat gewarnt und in seiner Wohnung in der Wilhelmstraße 20 von Unbekannten so zu Tode erschreckt, dass er an einem Herzinfarkt stirbt. Die wiesbadener Tageszeitung Wiesbadener Zeitung berichtet, verschweigt aber, dass er Jude ist. - In Frankfurt wird der Leiter der Spionageabwehr bei der Politischen Polizei Kriminalrat Dr Karl Schäfer neuer Leiter der Stapo alias Staatspolizei und ersetzt Ferdinand Mührdel. Die Gestapo wird von 18 auf 40 Beamte aufgestockt. - In Frankfurt schickt der jüdische Kaufmann Otto Frank, Vater von Anne Frank (04) seine Frau mit den Kindern nach Aachen. - In Frankfurt wird ein Sondergericht eingerichtet. - In Darmstadt wird ein Sondergericht eingerichtet. - In Langen wird das Gasthaus Zum Schwanen alias Braunes Haus zum NSDAP Parteilokal. - In Langen wird der evangelische Pfarrer Wilhelm Seibert zum SA Standartenpfarrer der Standarte 168 ernannt. Er hält Agitationsreden im Langener Stadtgarten und bei der Bücherverbrennung. - Der in Darmstadt geborene SA Standartenführer der Obersten SA Führung und Prinz Wilhelm Karl von Isenburg (St) (30) ist Mitglied der Deutschen Adelsgenossenschaft ohne Landesabteilungszuordnung und dort Privatdozent für Erbforschung. - In Frankfurt gibt es die antifaschistische Gruppe Asphalt, deren Mitglieder bei der frankfurter Straßenbaufirma Deutsche Asphalt AG beschäftigt sind. - In Langen wird der Antifaschist Rudi Gottschalk mit mehreren anderen im Rathaus von SA gefoltert. Ihre Hütte im Wald wird von SA zerschossen. - Der in Lich geborene Graf Bernhard von Solms Laubach (St) (33) wird Theaterregisseur und Intendant. - In Offenbach hat die NSDAP 30,5%, die SPD 30,1% und die KPD 18,1% der Stimmen. Es findet eine Demonstration von 300 KPD Anhängern, einen Fackelzug von 150 NSDAP Anhängern und eine Demonstration der SAP statt. - In Offenbach und in Frankfurt werden Boykotte gegen jüdische Geschäfte veranstaltet. - In Offenbach wird der KPD Sammelplatz, die Straße Kleiner Biergrund von der NSDAP mit einem Fahnenmeer gestürmt. - In Offenbach verbietet der Polizeidirektor Käß das Zusammenstehen von mehr als drei Personen. - In Offenbach feiert der Kampfbund für Deutsche Kultur eine Richard Wagner-Feier, die mit einer feierlichen Bücherverbrennung von 5000 undeutschen und gemeinen Büchern im Isenburger Schlosshof endet. - Offenbach hat 1435 jüdische Einwohner. In Offenbach werden alle SPD Stadträte ins KZ Osthofen verschleppt und dort gefoltert. - In Offenbach verkündet die NSDAP Tageszeitung Offenbacher Nachrichten das Verbot der SPD Tageszeitung Offenbacher Abendblatt. - Auf dem Glauberg richtet das RAD Büdingen ein Außenlager für geschlichtliche Grabungen ein. - In Wiesbaden sitzen für die NSDAP im Stadtrat: Der Inseratenredakteur Ludwig Altstadt, Wiesbaden-Bierstadt, Bierstadter Höhe 21, der Invalide Albert Barnscheidt Philippsbergstraße 1, der Mechaniker Fritz Bettner, Helenenstraße 19, der Kaufmann Gustav Bonn, Goebenstr. 26, der kaufmännische Angestellte Philipp Breth, Nassauer Straße 41, der Zimmerermeister Rudolf Dauster aus Wiesbaden-Schierstein, Adlerstraße 5, der Uhrmachermeister Paul Engelmann, Michelsberg 13, der Arzt Dr Walter Fink Hedwigstraße 4, der Obstzüchter Peter Göttel, Frankfurter Str. 83d, der Werkmeister Heinrich Heuß, Blücherstraße 42, der Kaufmann Willi Hollenders Dotzheimer Straße 19, der Rechtsanwalt Dr. Karl Kettenbach, Forststr. 9, der Photograph Wilhelm Kilian, Dotzheimer Straße 22, der Baumschulenbesitzer Paul König, Rüdesheimer Straße 40, der Bauingenieur Hans Kraus, Andreasstraße 31, der Stadtverordnetenvorsteher Kapitänleutnant a.D. Kurt Leoell, Lanzstraße 33, der städtische Leiter für Marktwesen, Forsten, Feldpolizei und Kassen, Wirtschaftsberater Dr. Ludewig Max Dambachtal 45, der städtische Leiter Bau, Maschinentechnik, Grundstück, Garten- und Friedhofverwaltung, Kapitänleutnant a.D. Freiherr Joachim von Lynker Steubenstraße 30, der Pianist Josef Machui Germaniaplatz 3, der Kellner Heinrich Michl, Kirchgartenstraße 5, der Arbeiter Wilhelm Mitter Wiesbadener Straße 2 in Sonnenberg, der Bademeister Baptist Münch Saalgasse 24-26, der Hochbautechniker Heinrich Neuß, Hermannstraße 8, der Arzt Dr Ernst Otto Kaiser-Friedrich-Ring 16, der Inseratwerber Karl Pasch, Adolfsallee 51, der 1. Vorsitzende der NSDAP Fraktion Justizobersekretr Felix Pikarski, Eichendorffstraße 1, der Kaufmann Philipp Reutlinger, Kaiser-Friedrich-Ring 47, der Kaufmann Georg Schaus, Bleichstraße 25, der Kaufmann Ernst Schneider, Nerostraße 19, der kaufmännische Angestellte Friedrich Schneider Wiesbadener Straße 56 in Wiesbaden Biebrich, der Landwirt Theodor Schneider, Wiesbadener Straße 64 in Wiesbaden Biebrich, der Tapezierermeister Gustav Sperling, Jahnstraße 15, der 2. Vorsitzende des städtischen Dezernats für Wohnungsamt, Obdachlosenpolizei und Schlachthof, Reichsbahnzugführer Peter Staub, Bierstadter Höhe 7, der Kaufmann Waldemar Struck, Abeggstraße 11, der Regierungsobersekretär Johann Thorn, Rheingauer Straße 17, der Glaser Oskar Zahn Wiesbadener Straße 4 in Wiesbaden Rambach und der kaufmännische Angestellte Dr Ludwig zimmermann, Helenenstraße 20. - Der in Frankfurt geborene Bankierssohn, NSDAP Mitglied und SA Mitglied Freiherr Georg Heinrich von Neufville (50) wird geschäftsführender Präsident des Reichskuratoriums für Jugendertüchtigung. - In Wiesbaden wird in den städtischen Dienststellen der Hitlergruß vom in Iserlohn geborenen Lokomotivführer und neuen wiesbadener NSDAP Oberbürgermeister Alfred Schulte (61) und seinem in Westpreußen geborenen Vertreter NSDAP Kreisleiter und Fraktionsvorsitzenden Felix Piekarski (43) eingeführt. - Hermann Göring ernennt das in Offenbach Rumpenheim geborene NSDAP Mitglied Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (37) zum NSDAP Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau und seinen in Offenbach Rumpenheim geborenen evangelischen Bruder Rittmeisters, Bankkaufmann der arisierten frankfurter Filiale der M. M. Warburg & CO Bank, NSDAP und SA Mitglieds Prinz Wolfgang von Hessen Kassel (38) zum NSDAP Obertaunuskreis Landrat. - In Offenbach gibt es 12 Juden. - In Offenbach werden das KPD Büro in der Karlstraße 35 und das Gewerkschaftshaus mit Saalbau in der Austraße 9 von der NSDAP übernommen und die Rote Hilfe Gebäude im Bierbrauer Weg in ein Adolf Hitler Heim umgewandelt, dessen zerstört hinterlassene Inneneinrichtung von KPD Mitgliedern wieder hergerichtet werden muss. - In Offenbach wird die Synagoge Ecke Goethestraße/Kaiserstraße als Kino, Theater und für NS Veranstaltungen genutzt. - In Offenbach erschießt der arbeitslose SA Mann Weißmantel das aktive SPD und Reichsbanner Mitglied Christian Pleß (24) in der Kaiserstraße von einem Lastwagen herab und erhält als Belohnung eine Arbeitsstelle bei der Stadt. - In Offenbach begeht der schlesische Beamtensohn und Chefredakteur der Arbeiterzeitung Offenbacher Abendblatt Georg Kaul (60) Selbstmord, weil viele seiner Gesinnungsgenossen plötzlich sogar für die NSDAP arbeiten. - In Wiesbaden sinkt die Zahl der Kurbesucher auf 93000. - Der badsodener Bankdirektor Fritz Fuchs ist NSDAP Spitzenkandidat bei den Kommunalwahlen, gefolgt vom eppsteiner Gastwirt Hermann Müller, vom eschborner Landwirt Fritz Kunz und vom kelkheimer Möbelfabrikant Georg Graf. - In Höchst veranstalten auf dem Schloßplatz der SPD Mann und Drucker Peter Nida und Wilhelm Apel eine Protest Kundgebung mit 4000 Demonstranten und anschließend einen nicht genehmigten Demonstrationszug mit 2000 Demonstranten eine Woche nach der Machtergreifung. Wilhelm Apel flieht ins Saarland. Peter Nida wird verhaftet, musste aber aus Mangel an Beweisen freigesprochen werden. - In Hochheim behauptet der SA Mann Biron überfallen worden zu sein, weshalb 23 Personen von Reichsbanner oder SPD in Schutzhaft genommen werden. Die Staatsanwaltschaft findet heraus, dass der Überfall gar nicht stattgefunden hat. - In Höchst wird der SPD Kreistagsabgeordnete Wilhelm Holzapfel von der Konsumgenossenschaft Höchst entlassen. - In Darmstadt wird die darmstädter Zeitung und SPD Kampforgan Hessischer Volksfreund Neckarstraße 4 verboten und geschlossen. - In Frankfurt werden viele jüdische Mitarbeiter u.a. der in Frankfurt geborene Journalist Siegfried Kracauer (44) und der Kulturkritiker Walter Benjamin (41) der frankfurter Tageszeitung Frankfurter Zeitung entlassen. - In Frankfurt gibt es 70917 Arbeitslose, entsprechend 12,7 %. - In Frankfurt verbrennt die akademische Jugend auf dem Römerberg Bücher mit undeutsche Literatur, wobei der evangelische Studentenpfarrer Otto Fricke (31) eine Rede hält. - In Frankfurt haben bei der Kommunalwahl die SPD 19,05 %, die KPD 9,72 %, die DVP 3,95 %, das Zentrum 11,45 % und die NSDAP 47,87 %. - In Frankfurt erhalten die Deutschen Christen unter Führung von Pfarrer Probst von der Erlösergemeinde vom Landeskirchenrat ein Verweis wegen Verletzung der politischen Neutralität. - Die Evangelische Kirche in Nassau-Hessen wird mit dem späteren Landesbischof Ernst Ludwig Dietrich (36) gegründet, der nach dem Führerprinzip seine Pfarrer bestellen darf. Im Kirchengebiet mit fünf Propsteien ist der Propst Pfarrer Alfred Trommershausen von der Luthergemeinde für Frankfurt zuständig. Der Arierparagraph ist grundsätzlich akzeptiert. - In Frankfurt gliedert Pfarrer Paul Both ohne bischöfliche Erlaubnis seine kirchliche Eichenkreuzsturmschaft schon in die Hitlerjugend ein. - In Hanau wird der Landwirt Johannes Puth (33) NSDAP Kreisleiter und Bürgermeister von Schlüchtern und NSDAP Kreisleiter. - Prinz Hesso von Leiningen (St) (--) heiratet Gräfin Marie Luise von Nesselrode. - In Frankfurt marschieren Autobahnarbeiter in Kolonne vor dem Hotel Vier Jahreszeiten Scharnhorststraße 4 alias Karlstraße 4. - In Idstein und in Michelbach wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - Der in Wiesbaden aufgewachsene hamburger Kaufmannssohn und Rechtsanwalt Hans Buttersack (53) führt als DNVP Mitglied eine Stahlhelm Machtdemonstration alias Hitler Huldigungs-Marsch durch Wiesbaden an. Die SA am Ende des Zuges wird in der Ludwigstraße von KPD lern mit Flaschen, Steinen und glühenden Briketts aus den Fenstern beworfen und vertrieben. Am folgenden Tag rückt der in Mainz Gonsenheim aufgewachsene, vorbestrafte Dieb und arbeitslose SA Mann und Agitator Ernst Franzreb (32) mit seinem SA Rollkommando an, verhaftet wahllos aus Rache und verschleppt seine Opfer in das SA Quartier Lessingstraße 16 und in den Keller der Luisenschule am Luisenplatz, wo der selbsternannte Herrscher von Wiesbaden SA Standartenführer Reutlinger mit unglaublicher Brutalität foltert und Scheinerschießungen anordnet. Das von Ernst Franzreb (32) eine Kellertreppe hinuntergeworfene KPD Mitglied Karl Müller wird danach mit einer Schußwunde tot aufgefunden. Tage später wird Ernst Franzreb (32) überfallen und schwer verletzt. - In Wiesbaden organisiert der Gewerkschafter Paul Krüger (29) einen Hungerstreik im Polizeigefängnis des Polizeipräsidiums Friedrichstraße 25. - In Frankfurt gibt es 26158 Juden. - In Darmstadt erreicht die NSDAP 50 %. - In Darmstadt wird der in Bayreuth geborene KPD Funktionär Georg Fröba (37) von der SA mit vielen anderen Kommunisten in Schutzhaft genommen, brutal verprügelt und ins KZ Osthofen bei Worms verschleppt. - In Wiesbaden ist das Braune Haus in der Dotzheimer Straße. - In Wiesbaden wird der Bahnhofsbuchhändler O. Vaternahm heimlicher Verteiler von verbotener Literatur, Schriften und Flugblättern. - In Wiesbaden werden u.a. illegale Treffpunkte von Regimegegnern: das Cafe Vogel in der Rheinstraße neben der Hauptpost, das Restaurant Schweizergarten Platterstraße nahe des Waldes und des Wolkenbruches, das Restaurant Rosengärtchen in der Taunusstraße, das Cafe Lehmann in der Wilhelmstraße und die Konditorei Vorbach untere Webergasse. - In Wiesbaden glaubt die KPD, dass die NSDAP nur einen Feind hat und postuliert auf ihren Flugblättern: Sie lieben vereint, sie hassen vereint, sie haben nur einen Feind: Die Arbeiterklasse. - Der in Darmstadt geborene Prinz Wilhelm Karl von Isenburg Büdingen (St) (30) veröffentlicht seine Studie Das Problem der Rassenreinheit. - In Königstein Falkenstein vermietet der Besitzer des Hotel Frankfurter Hof Alt Falkenstein 47 (2016 Falkenstein Apotheke) Jean Schmitt an NS Verfolgte Zimmer im Rest Home Projekt. - In Frankfurt wird die Richterin Elisabeth Schwarzhaupt, die auch noch mit einem Juden verheiratet ist, wegen eines Verbots für Frauen in Richterämtern entlassen. - In Wiesbaden wird das Pädagogium Luisenplatz 10 Verwaltungssitz des Reichsarbeitsdienstes RAD Hessen Süd. - In Wiesbaden wird die Alte Münze Luisenplatz 5 nach der Machtergreifung für einige Monate Wohnstätte für die SA Männer, von denen viele Hilfspolizisten sind. Im Keller wirft man dem extra aus dem Polizeigefängnis im Polizeipräsidium Friedrichstraße 25 geholte KPD Führer Karl Müller, dem man Überfälle auf NSDAP Mitglieder und Messerstechereien vor, sperrt ihn in einen Verschlag unter der Treppe und foltert ihn. Gerne benutzt wird eine Reitpeitsche. Zähne werden ausgeschlagen und Köpfe bei besonderen Leuten geschoren. - In Wiesbaden wird Otto Quarch auf der Flucht durch SS Leute erschossen. - Wiesbaden hat 160464 Einwohner und Mainz hat 142627 Einwohner. - In Marburg ist der in Assenheim geborene Soziologe Graf Max von Solms Rödelheim Assenheim (St) (40) laut NS Gaudozentenführer ein harmloser Professor. - In Frankfurt Höchst richten die NSDAP Ortsgruppenleiter der westlichen frankfurter Stadtteile ein wildes KZ in der ehemaligen Kaserne Höchst ein. Die Tageszeitung Höchster Kreisblatt, berichtet, dass provozierende Elemente dort festgehalten werden, dass ihnen aber kein Leid zugefügt werde. - In Frankfurt beziehen die SA Standarten 63 und 81 das ehemalige Westendheim alias Perlenfabrik in der Ginnheimer Landstraße 40-42 (2016 riesiger Wohnhochhauskomplex) und funktionieren es für einige Monate zum Wilden KZ Perlenfabrik um, wo sie die Verschleppten auf dem Feld zwangsarbeiten lassen, nachts verhören und hemmungslos foltern. - In Wiesbaden wird der Direktor der Wiesbadener Bank Hermann Schulze (--) neuer IHK Direktor. - Der in Deggendorf geborene Textilkaufmannssohn, baden-badener Hotelbesitzer und spätere Frankfurter Hof Besitzer Albert Steigenberger (44) verweigert in einem Geschäftsbrief im NS Jargon erfolglos und auf noch illegalen NSDAP Forderungen basierend seinem jüdischen deggendorfer Nachbarsgeschäft Max Stern Renovierungsarbeiten, die der Stadtrat trotzdem erlaubt. - In Frankfurt wird im Nizza Untermainkai 17 eine 3000 große Rollschuhbahn errichtet. - Der in Frankfurt geborene Apothekersohn, Pfadfinder, Leutnant a.D., nationalrevolutionäre Schriftsteller und Freicorpsgründer Friedrich Wilhelm Heinz (34) (1950 Aufbau eines Nachrichtendienstes für Bundeskanzler Adenauer) prahlt mit der Beteiligung an den Attentaten auf  Matthias Erzberger (++) und Walther Rathenau (++). - In Fankfurt wird der in Frankfurt geborene jüdische Koch´sche Koservatorium Eschenheimer Landstraße 4 (2016 Metropolis Kino) Direktor Bernhard Sekles (61) entlassen. - In Frankfurt versucht der IHK Präsident Otto Hauck mit jüdischen Kaufleuten gegen den Antisemitismus zu demonstrieren, was von der SS aufgelöst wird. Danach wird Otto Hauck abgesetzt und vom niedersächsischen Maurermeistersohn und NS Zeitung Frankfurter Volksblatt Wirtschaftsredakteur, Börsenmitarbeiter und Wirtschaftsprüfer Carl Lüer (36) ersetzt, der zur Arbeitsbeschaffung Generalrat der Wirtschaft und Präsident des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages wird. In der NSDAP ist er Gauinspekteur zur besonderen Verfügung bei der Leitung des Gaus Hessen Süd. - Der jüdische frankfurter Warenhausunternehmer Hermann Wronker (66) mit dem größten 90 Meter langen Warenhaus der Stadt, Wronker, auf der Südseite der Zeil 105 wird enteignet und das Warenhaus arisiert. Generaldirektor und Sohn Max Wronker flieht in die USA. Sein Vater bleibt bis 1938. - Der in Frankfurt, Wiesbaden, Rüdesheim und Limburg ausgebildete höhere Beamte des preußischen Justizministerium gerade ausgetretene Zentrums-Politiker Hans-Josef Altmeyer (34) wird Gestapo-Mitlied. - In Darmstadt werden die Synagogen in der Bleichstraße und in der Friedrichstraße niedergebrannt. - In Frankfurt wird das Büro des in Budapest geborenen jüdischen Motorfach-Zeitschrift Motor-Kritik Chefredakteur und Volkswagen-Entwicklers Josef Ganz (35) von der Gestapo durchsucht und Konstruktionspläne konfisziert, die danach verschwinden. Der aus dem Kraftfahrzeug Modell Ganz Maikäfer entwickelte Ur-Käfer alias schnellster und billigster deutscher Volkswagen Standard Superior kostet 1590 Reichsmark ab Werk Ludwigsburg. - Die Todesstrafe wird wieder eingeführt. - In Mainz steigt der mainzer Fußballclub Mainz 05. - Der in Darmstadt geborene mit Frieda von Römheld verheiratete Landgerichtsdirektorensohn, Bankkaufmann, NSDAP Mitglied und SS Sturmführer Karl Wolff (33) wird Adjutant von Heinrich Himmler (33), verkauft seine Firma und zieht in den Reichstag ein. - Filterzigaretten werden eingeführt. - Der mit der in Mainz geborenen wiesbadener Sektfabrikantentochter Anna Elisabeth Henkell (37) verheiratete in den Adelsstand adoptierte Militär, Politiker und einjährige NSDAP Mitglied Joachim Ribbentrop (40) erklärt seine Adoption als Rettungsaktion des entfernt verwandten Adelsgeschlechts vor dem Aussterben. - Die Existenz von KZs und des für das Rhein-Main-Gebiet zuständigen KZ Osthofen bei Worms unter Lagerleiter Karl Heinrich d´Angelo (43) wird medial stark verbreitet. - In Darmstadt wird der in Pasing geborene Eisenbahnverwaltersohn, Volksstaat Hessen Reichskommissar, SA Mitglied und NSDAP Verwaltungsjurist Heinrich Müller (37) Oberbürgermeister von Darmstadt. - In Darmstadt hat die NSDAP Gauleitung ihren Sitz in der Bismarkstraße 11 und die NSDAP Kreisletung in der Hügelstraße 15. - In Groß-Gerau jubelt der SA Mann Moos nach Schießereien von SA und SS in Darmstadt Griesheim und Ober-Ramstadt, wo es Tote gab In der Nacht vom 4. auf den 5. März beherrscht die SA in ganz Hessen die Straße. Wo sich der Gegner zeigt, wird er nach Hause gejagt. Fühlbar begreift es das Gesindel, daß seine Stunde geschlagen hat, und wo früher bei Zusammenstößen die wehrlose SA die Erde mit ihrem Blut benetzte, schafft sie heute auf eigene Faust Ruhe. Mutlos sehen die Roten dem Wahltag entgegen. Ihre Führer sind geflohen. Was werden die Nazis mit ihnen anfangen?

1932 Höhepunkt der Weltwirtschaftkrise. - In Wiesbaden tritt der mit zwei totgeborenen Söhnen kinderlose Ex Berufssoldat, Landesverwaltungsobersekretär und SA Mitglied Fritz Bernotat (42) in die SS ein und wird Mitglied im Lebensborn e.V.. - In Frankfurt besetzen 150 SA, die nicht zur Universität gehören, die Ausgänge der Goethe Universität und liefern sich mit der Roten Studentengruppe und sozialistischen Studenten unter Deutschland erwache! Juda verrecke! Rufe Schlägereien. - In Wiesbaden organisiert der Holzarbeitersohn Paul Krüger in den kommunalen Betrieben einen Antifaschistischen Ausschuss.  - In Mainz spricht Adolf Hitler (43) bei seinem zweiten Besuch in der Stadt auf dem Sportplatz des mainzer Fußballvereins Mainz 05 vor Tausenden von Besuchern. - In Frankfurt spricht Adolf Hitler (43) in der vollbesetzten Festhalle an der Messe. - In Frankfurt wird die Universität Frankfurt in Goethe Universität umbenannt. - In Offenbach Bieber verbietet der OFC Fußballvereinspräsident Manfred Weinberg eine NSDAP Wahlkampfveranstaltung im Stadion auf dem Bieberer Berg. - In Wiesbaden versucht die NSDAP den Bau des Opelbades wegen der hohen Kosten durch die Stadt zu blockieren. - In Langen hält der evangelische Pfarrer Wilhelm Seibert SA Feldgottesdienste ab. - Der in Offenbach geborene Generaldirektor des größten k.u.k Waffenproduzenten Skoda Werke Prinz Victor von Isenburg Büdingen (St) (60) protzt überheblich vor der dem kanadischen Journalisten Johson bei den Abrüstungesverhandlungen in Lausanne, dass er überhaupt nicht an Abrüstung denke, sondern an Aufrüstung. - In Frankfurt wird an der Goethe Universität das agitative NSDAP und NS Lehrerbund Mitglied Professor Ernst Krieck (50) suspendiert. - In Mainz fällt der Rosenmontagszug wegen Geldmangels aus. - In Wiesbaden eröffnet der Reit- und Fahrclub Wiesbaden in Zusammenarbeit mit der Stadt das Turniergelände Unter den Eichen, wo jährlich Turniere mit zwei Geländeritten, Springübungen und Dressurprüfungen veranstaltet werden. - Der in Darmstadt aufgewachsene Feuilletonredakteur bei der darmstädter Zeitung und Parteiorgan Hessischer Volksfreund Carlo Mierendorff (35) entwirft mit Sergej Tschachotin das Logo drei Pfeile der Eisernen Front. - In Frankfurt werden die Römerbergfestspiele eingeführt. - Der in Katzenelnbogen Berghausen geborene Rudolf Diels (30) wird mit seinem Wissen über KPD Mitglieder alias Kommunisten und SPD Mitglieder alias Sozialdemokraten Leiter der von Göring neu eingerichteten Geheimen Staatspolizei Gestapo. - In Wiesbaden nimmt der Wiesbadener Bridgeclub an einem Bridgeturnier im Kurhaus in den Gesellschaftsräumen und im Spielzimmer teil. - In Coburg wird Prinzessin Margarita von Leiningen (St) geboren. - In Hochheim am Main wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - In Frankfurt Sachsenhausen finden in und vor dem von NSDAP Mitglied Wilhelm Kilian geführten Kino Wall Lichtspiele Wallstraße 22 antifaschistische Boykotte und Schlägereien statt. - Der in Wiesbaden geborene Graf von Schaumburg mit dem seit zwei Jahren gerichtlich bestätigten Titel Fürst Friedrich August von Hanau (St) (68) heiratet in zweiter Ehe die geschiedene Ernestine Christine Detzer (38). - In Wiesbaden sticht der in Mainz Gonsenheim aufgewachsene, vorbestrafte Dieb und SA Mann und Agitator Ernst Franzreb (31) in der Nähe des KPD Lokal Zum Elefanten einen Gegner in den Hals und in Dotzheim mit einer Mistgabel ins Gesicht. - In Wiesbaden sind die Frankenstraße und die Ludwigstraße hauptsächlich von republikfeindlichen KPD Anhängern bewohnt. - Wiesbaden hat 153218 Einwohner und Mainz hat 134267 Einwohner. - In Niddatal schließt der in Assenheim geborene Graf Max von Solms Rödelheim Assenheim (St) (39) das Forscherheim Assenheim im Schloss Assenheim. - In Frankfurt skandiert die NSDAP auf ihrer Wahlveranstaltung in der vollbesetzten Messehalle Tod dem Marxismus. Es wird aufgefordert die NSDAP Zeitung Frankfurter Beobachter zu lesen. - In Mainz zieht die IHK für Rheinhessen in das ehemalige Gästehaus des Weißfrauenklosters am Schillerplatz. - Der in Frankfurt geborene Kaufmannsohn und Stahlhelm Redakteur Friedrich Wilhelm Heinz (33) beklagt den obszönen journalistischen Stil der NSDAP und die Unterstützung durch ehemals seine SA. - Der hessische NSDAP Landtagsabgeordnete Hans Döring (31) befehligt 800 SS Männer in 4 Sturmbannern. - In Darmstadt werden im Braunen Haus alias Hitler-Haus in der Bismarckstraße 11 im Keller die arbeitslosen Mitglieder der SA und SS in einer Notküche verköstigt. An der Wand prangert ein riesiges SS Symbol. Über dem Haus weht eine Fahne und vor dem Haus steht eine Wache. - In Frankfurt werden die jährlichen sommerlichen Freilufttheaterfestspiele auf dem Römerberg vor historischer Kulisse vor Tausenden von Zuschauern eingeführt. - Prinz Tassilo von Hanau (St) (31) stirbt in Prag.

1931 Prinz Christoph von Hessen (St) (30) wird Mitglied der NSDAP. - In Darmstadt wird bei der Beerdingung des während einer NSDAP Kundgebung in Mainz an einem Herzinfarkt verstorbene ehemalige frankfurter Finanzamt Ost Mitarbeiters und hessendarmstädter NSDAP Gauleiters Peter Gemeinder (40), dem der mainzer Generalvikar Philipp Jakob Mayer ein kirchliches Begräbnis verweigert, das Uniformverbot für SA durchgesetzt, weshalb die SA statt braune einfach weiße Hemden anzieht. - In Frankfurt wird Georg-Wihelm Müller (22) NSDAP Studentengruppenführer an der Goethe Universität. - In Frankfurt Sachsenhausen übernimmt der Heckenwirtssohn Adolf Wagner eine Apfelweinwirtschaft in der Schweizer Straße 71 und macht sie zum Traditionsgasthaus Wagner. - In Mainz spricht Adolf Hitler (42) bei seinem ersten Besuch in der Stadt in der Stadthalle Rheinstraße 66. - In Wiesbaden meldet die NSDAP Zeitung Rheinwacht Insolvenz an, weshalb ihr Verleger Theodor Habicht (33) als NSDAP Landesinspektor nach Österreich geht und als immuner Parlamentarier nicht belangt werden kann. - In Frankfurt wechselt der in Mainz geborene Metzgersohn und Krupp AG Manager Wilhelm Traupel (40) zur Leitung der NSDAP Zeitung Frankfurter Volksblatt. - Der in Darmstadt geborene antisemitische Hochschulaktivist und Richter Werner Best (28) wird NSDAP Landtagsfraktionsvorsitzender, mit dem katholischen Zentrums Reichskanzler Heinrich Brüning sogar Koaltionsverhandlungen einleitet, SS Mitglied mit elitärem Korpsgeist und die frankfurter Tageszeitung Frankfurter Zeitung  hält ihn für den geistigen Führer der NSDAP in Hessen. - Der offenbacher NSDAP Kreisleiter Wilhelm Schäfer (35) stiehlt dem NSDAP Juristen und NSDAP Landtagsfraktionsvorsitzenden Werner Best (28) besonders radikale und diktatorische geheime Pläne zur Machtübernahme, übergibt sie heimlich dem in Bayreuth geborenen hessischen SPD Innenmister Wilhelm Leuschner (41), tritt aus der NSDAP aus und bleibt aber Mitglied des Landtages. Die Veröffentlichung der Pläne alias Boxheimer Dokumente wird zum Skandal. - In Rüsselsheim wird nach 119484 Stück Opel 4 ein neues Modell der Opel 1,2 Liter gebaut. - In Rüsselsheim werden die letzten 20 % von Opel an GM verkauft. - In Wiesbaden erhalten auch die oberen Stockwerke des Badehauses Schwarzer Bock am Kranzplatz Badezellen. - Der in Lich geborene Graf Bernhard von Solms Laubach (St) (31) wird NSDAP Volksstaat Hessen Landtagsabgeordneter. - In Frankfurt wird die NSDAP mit 37,1 % und 27 Sitzen stärkste Fraktion im Landtag des Volksstaates Hessen. - In Wiesbaden erscheint der erste Jahrgang der NSDAP Tageszeitung Nassauer Volksblatt. - In Mainz fällt der Rosenmontagszug wegen Geldmangels aus. - In Frankfurt fordert die Wirtschaftspolitische Vereinigung von Hindenburg einen Machtwechsel zugunsten der NSDAP, DNVP und des Stahlhelm. - In Frankfurt Schwanheim bedroht in der Schwanheimer Volksschule Gerolsteiner Straße 2 (2016 August Gräser Schule) ein Vater die Klassenlehrerin seines Sohnes erfolgreich mit dem Tod um die Versetzung durchzusetzen, was erst im nächsten Jahr herauskommt. - In Frankfurt übernimmt das in Frankfurt geborene NSDAP Mitglied, Postoberamtmannssohn, frankfurter Goethe-Universitäts-DiplomVolkswirtschaftler und SA Sturm 68 Führer Adolf Beckerle (29) die Führung der SA-Untergruppe Hessen-Nassau-Süd. - In Darmstadt heiratet mit riesigem Interesse der Bevölkerung Erbgroßherzog Georg Donatus von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (25) die in Athen geborene griechische und dänische Prinzessin Cäcilia von Schleswig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (20). - In Frankfurt stirbt der in Bad Homburg geborene Großbürgersohn und für alle Tabuthemen wie Drogen, Astrologie und Esotherik aufgeschlossene Bohemien und Schriftsteller Oscar A. H. Schmitz (58). - In Wiesbaden wird ein rotes Reichspost Fernsprechhäuschen alias Telefonzelle an der Südseite der Ringkirche Rheinstraße aufgestellt. - In Wiesbaden wird ein Republikanischer Tag auf dem wiesbadener Festplatz Unter den Eichen abgehalten, wo der in Herford geborene preußische SPD Innenminister Carl Severing (56) spricht und die Arbeitersportler auftreten. - In Wiesbaden liefert sich der in Mainz Gonsenheim aufgewachsene, vorbestrafte Dieb und SA Mann und Agitator Ernst Franzreb (30) einen Straßenkampf in der Adlerstraße, wobei er auf die Köpfe seiner KPD Gegner mit einem Kartoffelstampfer einschlägt. - Wiesbaden hat 153137 Einwohner und Mainz hat 134115 Einwohner. - Der in Aachen geborene Jounalist Wilhelm Hollbach (38) wird Schriftleiter alias Chefredakteur der in Frankfurt erscheinende Wochenzeitung Das Illustrierte Blatt. - Der hessendarmstädter NSDAP Gauleiter Peter Gemeinder (40) beginnt mit dem Aufbau von kleinen SS Trupps in seinem Gau, geordnet nach Landkreisen. - In Offenbach wird der offenbacher Lehrer und NSDAP Gauleiter Hessen Friedrich Ringshausen (51) Friedrichsring 3 in seinem Amt als NSDAP Gauleiter Hessen beurlaubt. - In Darmstadt trifft sich die NSDAP Führungsriege im Braunen Haus alias Hitler-Haus in der Bismarckstraße 11, darunter der in Eberstadt geborene ehemalige Fabrikarbeiter Fritz Kern (28), der in Blödesheim geborene Heinrich Claß (63), der im Elsass geborene Dr Richard Wagner (29) der in Dürkheim geborene hessische SA Oberführer Daniel Hauer (52), Hauptmann Wilhelm Wassung  (38), der hessendarmstädter NSDAP Gauleiter Peter Gemeinder (40), der Lehrer Otto Trefz (--) und Professor Ferdinand Werner (55).

1930 In Kronberg heiratet Prinz Christoph Ernst August von Hessen (St) (29) die griechische Prinzessin Sophie von Schlewig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (16), die jüngste Tochter des griechischen Königssohn Andreas von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und Alice von Battenberg. - In Frankfurt wird Friedrich Weitzel (25) SS Oberführer und Führer des SS Abschnitts V. - In Frankfurt spricht Adolf Hitler (41) in der überfüllten mit riesigen Hakenkreuzfahnen geschmückten Festhalle an der Messe. - In Mainz muss die mainzer NSDAP Ortsgruppe in Sektionen u.a. Altstadt, Neustadt, Bahnhof, Gautor, Kastel aufgeteilt werden. - In Wiesbaden wird aus dem NSDAP Gauparteiorgan Nassauer Beobachter die Zeitung Rheinwacht. - In Frankfurt tritt der Sänger und Komiker Otto Reutter (60) im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 auf und gibt ein Radiokonzert für den Sender Frankfurt. - Der in Mainz geborene Metzgersohn mainzer Höhere Handelsschulabsolvent, Handlungsbevollmächtigte für den Gesamtkonzern Krupp AG und Direktor der Erntemaschinen-Vertriebsgesellschaft Wilhelm Traupel (39) tritt in die NSDAP ein. - In Wiesbaden wird der Blumenkorso eingestellt. - In Frankfurt wird das Gewerkschaftshaus Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77 als erstes Hochhaus errichtet. - Die frankfurter IG Farben bilden mit dem amerikanischen Schießpulverhersteller Dupont ein weltumspannendes Kartell. Der in Wiesbaden Biebrich geborene Industrielle Wilhelm Ferdinand Kalle (60) hilft dabei. - Gustavsburg an der Mainmündung wird mainzer Stadtteil. - In Mainz leben 78500 Katholiken und 48500 Protestanten. - Langen wird als Teil des Mainzer Brückenkopfs alias alliiertes besetztes Rheinland geräumt. - Der in Darmstadt geborene Prinz Wilhelm Karl Hermann von Isenburg (St) (27) heiratet die Forstmeistertochter und Grafentochter Helene Elisabeth von Korff alias Schmising-Kerssenbrock (St) (30). - Wiesbaden wird als Sitz der Internationalen Rheinlandkommission von den Briten geräumt aber wieder französisch besetz, allerdings nur mit sehr wenigen Soldaten. - Der mit Hermann Göring befreundete und in Offenbach Rumpenheim geborene Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (34) tritt der NSDAP bei. - In Wiesbaden stirbt Oberbürgermeister Fritz Travers und die NSDAP schlägt den wiesbadener Bürgermeister Alfred Schulte (58) als neuen wiesbadener Oberbürgermeister vor. - In Wiesbaden Erbenheim wird auf dem Turnierplatz das Pfingsturnier für Reitpferde veranstaltet. - In Wiesbaden Erbenheim wird auf der Pferderennbahn ein Autorennen veranstaltet, bei dem der aus Freiburg stammende spätere Motorpressegründer Paul Pietsch (20) bei seinem ersten Rennen einen Bugatti fährt. - In Wiesbaden zieht das Pfingsturnier des Reit- und Fahrclub Wiesbaden wegen des großen Erfolges des ersten Turniers vom Kleinfeldchen auf dem Pferderennplatz Wiesbaden Erbenheim unter großer nationaler Beteiligung als Befreiungsturnier um. - In Eppstein und Neuenhain werden NSDAP Ortsgruppen gegründet. - In Hofheim wird ein NSDAP Stützpunkt gegründet. - In Niederjosbach wird ein NSDAP Stützpunkt gegründet. - In Eppstein Niederjosbach wird eine NSDAP Ortsgruppe mit 7 Mitgliedern gegründet. Das NSDAP Mitglied Wittenberger stiftet eine Fahne. - Der in Berghausen geborene Rudolf Diels (30) heiratet die Industriellentochter Hildegard Mannesmann. Beide sind Mitglieder der Deutsche Demokratische Partei. - In Rüdesheim wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - In Wiesbaden ist der republikfeindliche wiesbadener Opel-Werk Abteilungsleiter Andreas Hoevel (30) KPD Funktionär. - In Wiesbaden kommt Reichspräsident Paul von Hindenburg (83) zu Besuch und lässt sich im Spalier der wiesbadener Vereine und zum Stechschritt des gerade wieder zugelassenen republikfeindlichen Stahlhelms und vom sozialistischen Reichsbanner feiern. - In Wiesbaden versammeln sich nach einem republikfeindlichen, patriotischen Fackelzug zu Befreiungsfeiern in der Innenstadt riesige Menschenmassen, wobei es in der Moritzstraße zu mitternächtlichen Krawallen und gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt, bei denen Geschäfte von vermeintlichen Separatisten aber auch von einigen Juden demoliert werden. - In Wiesbaden erreicht die NSDAP 27 %. - In Groß Gerau wird das in Frankfurt geborene NSDAP und SA Mitglied Otto Schwebe (30) groß gerauer NSDAP Kreisleiter und Gaugeschäftsführer der Gauleitung Hessen Nassau Süd. - In Frankfurt lässt sich die NSDAP im frankfurter Telefonbuch unter Weißfrauenstraße 12 ohne Telefonnummer eintragen. - In Bayern lassen sich die Fürsten von Hanau ihren ab 1875 ohne rechtliche Grundlagen getragenen Titel Fürst gerichtlich legitimieren. - Der in Darmstadt geborene Prinz Wilhelm Karl Prinz von Isenburg Büdingen (St) (27) heiratet in München die in darmstadt geborene Gräfin von Korff alias Schmising-Kerssenbrock. - In Frankfurt beginnt die Schauspielerin Marianne Hoppe (29) am Theater Neues Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße ein zweijähriges Engagement. - In Frankfurt beginnt der Schauspieler Günther Lüders (25) am am Theater Neues Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße ein fünfjähriges Engagement. - In Frankfurt sucht die in Frankfurt geborene überzeugte Junggesellin, Metzgertochter aus dem Gallusviertel, Anhängerin des FSV Frankfurt Fußballpionierin Lotte Specht (19) per Zeitungsannonce in der Tageszeitung Frankfurter Nachrichten nach Fußüballerinnen und gründet mit ihnen im Gasthof Steinernes Haus am Römerberg den 1. DDFC Frankfurt, den ersten deutschen Frauenfußballverein, was sie schon nach einigen Wochen auf die Titelseite der frankfurter Wochenzeitung Das Illustrierte Blatt bringt. Die Frauen spielen auf der Seehofwiese in Sachsenhausen und werden in der Öffentlichkeit als Mannweiber verspottet und beschimpft. Der Verein löst sich nach einem Jahr auf. - In Wiesabaden tritt Ernst Franzreb (29) in die NSDAP ein. - In Wiesbaden liefert sich der in Mainz Gonsenheim aufgewachsene, vorbestrafte Dieb und SA Mann und Agitator Ernst Franzreb (29) einen Straßenkampf in der Faulbrunnenstraße, wobei er seinen Gegnern schwere Gesichtsverletzungen beibringt. - Wiesbaden hat 153259 Einwohner und Mainz hat 133999 Einwohner. - In Frankfurt hält die NSDAP ihren Westdeutschen NSDAP Parteitag ab. - In Frankfurt zieht Radio Frankfurt alias SUWRAG in das eigene Funkhaus Eschersheimer Landstraße 33 (2016 Hochschule für Musik und Darstellende Kunst). - In Deutschland beginnen Kinos die von Paramount produzierte 10-minütige Fox Tönende Wochenschau mit einer markanten Sprecherstimme zu zeigen. - In Wiesbaden wird der ehemalige badkreuznacher Kurorchesterdirigent und wiesbadener Generalmusikdirektor Carl Schuricht (50) wohnhaft Hotel Oranien in der Platter Straße 2 Leiter des Städtischen Orchesters bei Synphoniekonzerten im Kurhaus. - Der inaktive frankfurter Corps Austria Corpsstudent und Journalist Erich Czech (40) schreibt eine vielbeachtete Biografie über Adolf Hitler und wird dafür von der NSDAP geschätzt. - In Frankfurt heiratet Prinzessin von Elisabeth von Löwenstein Wertheim Freudenberg (St) (40) den in Frankfurt geborenen Großindustriellen und Metallgesellschaft Inhaber mit englischen Wurzeln Richard Merton (49).1930 Der in Frankfurt geborene Kaufmannsohn und Stahlhelm RedakteurFriedrich Wilhelm Heinz (31) wird 3 Monate nach dem Eintritt in die NSDAP wieder hinausgeworfen. - Der hessische NSDAP Landtagsabgeordnete Hans Döring (29) leitet die SS Standarte 2. - In Wiesbaden logiert Reichspräsident Paul von Hindenburg (83) im Luxushotel Nassauer Hof Kaiser Friedrich Platz Nordseite. - In Frankfurt Sindlingen ist das Gasthaus Rheingold ein beliebtes Ausflugslokal.

1929 Wetter: Kältewelle in Hessen. Der Rhein friert zu. Rosenmontagszug bitterkalt. - In Mainz werden beim Rosenmontagszug die Määnzer Schwellköpp eingeführt. - In Frankfurt finden in der Festhalle an der Messe nur noch kleinere Veranstaltungen statt. - 300 wiesbadener SA fahren zum NSDAP Reichsparteitag nach Nürnberg. - In Wiesbaden wird die NSDAP zweitstärkste Partei mit 9 Sitzen im Stadtparlament bei knapp mehr als 1000 Mitgliedern. - Der in Darmstadt geborene antisemitische Hochschulaktivist und Jurist Werner Best (26) tritt in die NSDAP ein. - In Frankfurt wird der Maler Max Beckmann (45) zum Professor ernannt. - Der in Rüsselsheim geborene Wilhelm von Opel (58) verkauft zusammen mit seinem Bruder Friedrich für 154 Millionen Reichsmark 80 % der Opel AG an General Motors und bleibt Aufsichtsrat. - In Wiesbaden hat das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz 260 Zimmer mit fließendem Wasser bei einem Zimmerpreis von 5 Mark. - In Mainz Weisenau betreibt die Kirner Privat Brauerei das Restaurations-Schiff Wacht am Rhein. - In Frankfurt findet in der Messehalle die XX. Mustermesse als letzte Messe statt. - In Frankfurt wird die mit Dampflokomotiven betriebene Frankfurter Waldbahn nach Schwanheim und Neu-Isenburg elektrifiziert. - In Wiesbaden werden die britischen Besatzungstruppen abgezogen. - In Wiesbaden wird das Wiesbadener Pfingstreitturnier des Wiesbadener Reit- und Fahrclubs auf dem Sportplatz Kleinfeldchen, bei dem Reiter aus Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt in den Reitabteilungen Erbenheim, Kloppenheim, Bierstadt, Sonnenberg unter Präsident Generalleutnant der Kavallerie a.D. Günther von Etzel eingeführt. - In Hochheim gibt es einen Reitsportverein. - In Frankfurt wird der Bornheimer Hang bebaut. - In Wiesbaden wird die Rheinlandkommission aufgelöst und nach Koblenz verlegt. - In Wiesbaden Erbenheim wird der Pferderennplatz zu einem Zivilflughafen umgewandelt und mit einem Großflugtag von der Mittelrheinischen Flughafen GmbH eröffnet. - In Niedernhausen wird ein NSDAP Stützpunkt gegründet. - In Höchst ist der höchster Landratssohn Paul Apel (33) hessennassauer Reichsbanner Geschäftsführer und sein jüngerer Bruder Wilhelm Apel (24) Reichsbanner Kreisstadtführer und Eiserne Front Kreisführer. - In Frankfurt nimmt der Stadtsynodalverband unierte bockenheimer Kirchengemeinden auf und ist dadurch nicht mehr rein lutherisch konfessionell. Dementsprechend nennt er sich evangelisch-lutherisch und evangelisch-uniert. - Die Frankfurter Kirche gründet mit den evangelischen Kirchen in Hessen, Nassau und Kurhessen die Marburger Konferenz für eine einheitliche hessische Kirche. - In Frankfurt haben bei der Kommunalwahl die SPD 27,6 %, die KPD von 13,0 %, die DVP 12,9 %, das Zentrum von 12,2 % und die NSDAP von 9,9 %. - In Wiesbaden wird der Leiter der Galerie und Vorsitzender des Nassauischen Kunstvereins Justizrat Dr Gessert von Freiherr Dr Eberhard von Schenk zu Schweinsberg abgelöst. - In Limburg ist der bad camberger Apotheker Paul Lawaczeck (51) limburger NSDAP Kreisleiter. - In Frankfurt übernimmt das in Frankfurt geborene NSDAP Mitglied, Postoberamtmannssohn und frankfurter Universitäts-DiplomVolkswirtschaftler Adolf Beckerle (27) die Führung des SA Sturm 68 in Frankfurt. - In Darmstadt beginnt der jüngere Prinz Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (21) ein Archäologie Studium an der Technischen Universität Darmstadt Karolinenplatz 5. - In Eltville und in Oestrich wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - In Wiesbaden werden die NSDAP Mitglieder von hessennassausüd NSDAP Gauleiter Jakob Sprenger (35) von Frankfurt Niederrad Melibokus Straße 30 mit der Telefonnummer Spessart 63173 aufgefordert besonderes Augenmerk auf den bevorstehenden Abzug der englischen Besatzungstruppen zu legen und sofort eine unvergessliche riesige NSDAP Kundgebung mit SA Aufmarsch zu organisieren. - In Frankfurt hat das Kino Lichtspiel-Theater in der Kaiserstraße 50 die Telefonnummer Hansa 3406. - In Frankfurt wird am ehemaligen Operettentheater Vergnügungsetablissement Groß Frankfurt der neoklassizistische Portikus abgerissen und darin das Kino Ufa-Palast Groß-Frankfurt mit Operateur alias Filmvorführer Conrady und Kapellmeister MA Pflugmacher mit dem Musikstück Meistersinger, einem Naturstummfilm, einem Musikstück gespielt vom amsterdamer Organist Peter Polla, den Jazz-Parodisten Three Kuhtiroler und dem Hauptfilm und Stummfilm Manolescu - der König der Hochstapler mit der Telefonnummer Hansa 13 Bleichstraße 57 eröffnet. - Wiesbaden hat 153617 Einwohner und Mainz hat 110166 Einwohner. - In Frankfurt gibt die Jazz Klasse am Hoch´schen Konservatorium Eschenheimer Landstraße 4 (2016 Metropolis Kino) mit dem .jüdischen ungarischen Überseedampfertanzorchestermusiker Matyas Seiber (24) ein öffentliches Konzert, das Radio Frankfurt überträgt. In Frankfurt wird das Frankfurter Rundfunk Symphonie Orchester mit dem langjährigen Direktor der Städtischen Mainzer Musikschule Hans Rosbaud (34) gegründet. Es besteht ein Frankfurter Orchester Verein. - In Frankfurt eröffnet die katholische Studentenverbindung KDStV Hasso-Nassovia ein Verbindungshaus am Westendplatz 35. - In Darmstadt zieht die NSDAP in den Stadrat ein. - Nach dem Justizirrtum Jakubowski wird die Todesstrafe ausgesetzt. - In Bingen kommt Burg Rheinstein mit dem Tod von Prinz Heinrich von Zollern Preußen (St) (67) in den Besitz seiner Ehefrau Prinzessin Irene von Preußen alias Irene von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (63). - In Rüsselsheim startet die Opelgründerenkelin Irmgard von Opel (22) mit dem Iv0 Club mit dem Schlachtruf Ahoi in blauweißen Overalls und Bobbymützen mit sechs Motorrädern, darunter drei Opel-Touren-Maschinen, zwei Super-Sport-Maschinen und einer BMW, mit ihrem in Frankfurt geborenen Cousin Georg von Opel (17), dem Opel Mitarbeiter Nikolaus Geis, August Euler, Toni Tambolsi und Urich Schott zu einer Motorradfahrt über die Alpen, Nizza und Marseille nach Barcelona zur Weltausstellung. Das Begleitfahrzeug bleibt in den Alpen liegen und hat in Frankreich einen Unfall, bei dem die Mitfahrerin schwere Gesichtsverletzungen erleidet. Ihre Hotels in Nizza und das Luxushotel Ritz in Barcelona wollen die völlig verdreckten Gäste zunächst nicht aufnehmen. Zurück fahren sie mit dem Zug. Nikolaus Geis fährt das Begleitauto alleine zurück. Danach rudert sie mit ihrem Verein in einem Doppelvierer und einem Doppelzweier den Main und den Rhein bis Bacharach hinab, wo sie von einer begeisterten Menge empfangen werden. - Isenburg Büdingen Meerholz stirbt aus. - Die Grafentochter Monika von Solms Laubach (St) wird geboren. - In Mainz ist im Brandgässchen 14 das gutbürgerliche Hotel Zur Post von Philipp Göhl. - In Offenbach beginnt der Musikverlag André Frankfurter Straße 28 mit der Versteigerung ihrer Mozarthandschriften. - In Frankfurt, Hanau und Wiesbaden richtet zum Jahresende über den Winter die NS Erwerbslosenhilfe Suppenküchen ein. - In Darmstadt zieht die NSDAP mit fünf Abgeordneten und 10,5 % ins Stadtparlament. - In Frankfurt ist das Hohenzollernhaus (2016 Westseite EZB Hochhaus) mit dem Restaurant Kaiserkeller an der Gallusanlage.

1928 In Frankfurt eröffnet Hans Müller im väterlichen Gasthaus Liederhalle in der Basaltstraße das Titania Kino. - In Frankfurt sind Jakob Sprenger (34) mit Hitlerbärtchen, Peter Gemeinder (37), August Bornath und Karl Linder (28) NSDAP Stadtverordnete im Stadtparlament. - In Mainz hat die Ortsgruppe NSDAP 30 Mitglieder und trifft sich im Saal des Evangelischen Vereins in der Schießgartenstraße 10. - In Darmstadt wird Otto Wetzel (23) darmstädter NSDAP Ortsgruppenführer. - In Frankfurt kann die NSDAP erstmals nach vielen vergeblichen Versuchen das Zoogesellschaftshaus Bernhard-Grzimek-Allee 1 für eine Parteiversammlung mieten, bei der Josef Goebbels auftritt. - In Wiesbaden wird Georg Buch (25) SPD Propagandaleiter. - In Frankfurt erbauen die IG Farben den größten Bürokomplex Europas als Hauptsitz am Norbert-Wollheim-Platz 1. - In Frankfurt wird die Großmarkthalle Sonnemannstraße 20 eröffnet. - Der in Rüsselsheim geborene Fritz von Opel (29) erreicht mit dem Opel-Sander-Rakwagen 235 km/h. - Der in Rüsselsheim geborene Automobilindustrielle Fritz von Opel (29) wird an Bord des Linienschiffs Conte di Savoia von den Britischen Behörden bei Gibraltar 16 Tage verhaftet und darf danach weiter in die USA reisen. - In Rüsselsheim hat Adam Opel KG nach 42771 produzierten Kraftfahrzeugen 27,5 % Marktanteil und wird größter deutscher Automobilhersteller. - In Wiesbaden veranstaltet der Reit- und Fahrclub eine Hubertusjagd. - In Frankfurt Fechenheim wird ein Arbeiter-Hallenschwimmbad eröffnet. - Die NSDAP Mitglieder Jakob Sprenger (34) und Gimbel kleben bei den Wahlen selbst die Wahlplakate auf dem Land. - In Frankfurt Rebstock werden auf dem Flugplatzgelände Raketenflugzeuge gestestet. - In Bad Camberg ist der bad camberger Apotheker Paul Lawaczeck (50) NSDAP Kreitagsabgeordneter. Wie sein in Bad Camberg geborener Bruder, der Arzt Ernst Lawaczeck (38) betätigt er sich als NSDAP Redner. - In Bad Homburg zieht der abgesetzte drittälteste Kaisersohn Adalbert von Zollern Preußen (St) (44) wegen den schlechten Gesundheitszustands seiner Frau Adelheid von Sachsen Meiningen aus der Jugendstil Villa Adelheidswert im Stadtpark aus und zieht inkognito unter dem Pseudonym Graf und Gräfin von Lingen in die Schweiz. - In Frankfurt bietet die jüdisch-deutsch kombinierte Schule Philantropin in der Hebelstraße 15-17 Unterricht vom Kindergarten bis zum Abitur. - In Wiesbaden Biebrich und in Bad Schwalbach werden Selbstanschlussämter der Post für Telefone eingerichtet. - In Frankfurt übernimmt die Stadt die von der jüdischen Bankierfamilie gestiftete Freiherrlich Carl von Rothschild'sche öffentliche Bibliothek Am Untermainkai 14-15. - In Wiesbaden erreicht die NSDAP 8,5 %. - In Frankfurt Bornheim Bergerstraße 275 wird der große Festsaal des Gasthauses Zur weißen Lilie Berger Straße 275 zum Kino Blumen-Lichtspiele umgebaut. - In Darmstadt wird der Fußballverein Darmstadt gegründet. - In Eltville Eichberg wird die Heil- und Pflegeanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4 in Landesheilanstalt Eichberg umbenannt. - In Wiesbaden wird der wiesbadener Spielbank Croupierssohn, deutsche Jazzpianist, Big-Band-Leader und Schlagersänger Paul Kuhn geboren. - Wiesbaden hat 153712 Einwohner und Mainz hat 110783 Einwohner. - In Rüsselsheim stellen bei Opel 9400 Arbeiter 43000 Kraftfahrzeuge her. - In Frankfurt beliefert der Rindswurstfabrikant Karl Gref-Völsing in der Hanauer Landstraße 132 zusätzlich zu seinen Pferdkutschen auch mit einem Kraftfahrzeug seine Filialen in der Innenstadt. - In Frankfurt eröffnet im Hoch´schen Konservatorium Eschenheimer Landstraße 4 (2016 Metropolis Kino) eine akademische 29 Personen Jazz-Klasse unter Leitung des jüdischen ungarischen Überseedampfertanzorchestermusikers Matyas Seiber (23), die Konzerte im Volksbildungsheim von Hermann von Schmeidel Eschenheimer Landstraße 4 (2016 Metropolis Kino) gibt. - Das Orchester von Radio Frankfurt tritt beim Deutschen Kammermusikfest in Baden-Baden auf. - In Wiesbaden zieht der ehemalige badkreuznacher Kurorchesterdirigent und wiesbadener Generalmusikdirektor Carl Schuricht (48) in das Hotel Oranien in der Platter Straße 2. - Im Deutschen Reich gibt es 40 Todesurteile. - In Mainz stirbt der in Rüsselsheim geborene Automobilindustrielle Heinrich Opel (55), wodurch seine Tochter und weltbeste Military-Springreiterin Irmgard von Opel (21) die Bewirtschaftung des ererbten Hofguts Westerhaus in Ingelheim und das Gestüt Westerberg in Ingelheim übernimmt. - In Mainz braut die Mainzer Aktien-Bierbrauerei ihr neues stärkeres und an das Dortmunder Bier angelehnte Rad Pils. Der Schaum des Rad Pils mit 4,3 Volumenprozent hält länger und das Bier hält länger als Pilsener Urquell mit 3,6 Volumenprozent und das Radeberger Pilsner mit 3,7 Volumenprozent. Es gibt die Hausmarke Mainzer Rad, ein helles Tafelbier, die Hausmarke Doppel Rad, ein Helles Extra, das Raad Pils nach Pilsener Brauart, die Hausmarke Rad Dunkel nach münchner Brauart und das Doppel Rad Dunkel, ein extra schwergebrautes dunkles Tafelbier. - In Rüsselsheim wird das Raketenauto Opel-Sander Rakwagen 1 vom in Rüsselsheim geborenen Opelgründerenkel Raketenfritz alias Fritz von Opel (29) auf der Opel Rennbahn getestet. - In Frankfurt ist mit der Eingemeindung von Fechenheim Leo Gans (85) und die Cassella Farbwerke der größte Arbeitgeber der Stadt. - Die in Söcking bei Starnberg geborene Prinzessin Hildegard von Hanau (St) () heiratet den in Berlin geborenen Graf Wulf Diether von Castell Rüdenhausen (St) (--). - In Frankfurt gewinnt der Pferde Rennclub 324000 Reichsmark und liegt damit hinter den Rennclubs Krefeld und Dortmund an dritter Stelle. Ihr Jockey Kurt Narr gewinnt in allen fünf Flachrennen.

1927 In Frankfurt kommt die Erstausgabe der NSDAP Wochen Hetzschrift Frankfurter Beobachter als Enthüllungsblatt und NSDAP Organ heraus. Deren Redaktion wird mit gesammelten 48 Mark gegründet. Die NSDAP Mitglieder Leopold Gutterer (25) und Theodor Habicht (29) betätigen sich in einem kleinen Raum von NSDAP Mitglied Moßbrugger in der Adalbertstraße als Redakteure. Da keine regionale Druckerei sie drucken will, kommt sie aus Lambrecht in der Pfalz. - In Frankfurt macht der NS Studentenbund Wahlpropaganda vor dem Eingang der Goethe Universität. - In Frankfurt wird Jakob Sprenger (33) NSDAP Gauleiter Hessen-Nassau. - In Mainz löst sich die mainzer NSDAP Ortsgruppe wegen Geldproblemen auf und ihr mainzer NSDAP Ortsgruppenleiter und Gerichtsassessor Dr Hugo Wolf tritt aus der Partei aus. Bei der Neugründung können sie kein Parteilokal finden. - In Mainz verbieten die linkrheinischen französischen Besatzungstruppen uniformiertes Auftreten in der Öffentlichkeit. - In Wiesbaden wird der in Wiesbaden geborene Schriftsetzersohn Theodor Habicht (29) NSDAP Ortsgruppenleiter und gründet die Wochenzeitung Nassauer Beobachter und den Pfälzer Beobachter, die zu offiziellen NSDAP Gauparteiorganen werden. - In Frankfurt tagt der Reichsverband der Deutschen Industrie im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16. - In Frankfurt wird Peter Gemeinder (36) frankfurter NSDAP Ortsgruppenleiter. Die NSDAP Ortsgruppe Frankfurt wird von ihrem Vermieter aus dem Parteibüro im 5. Stock in der Domstraße 12 geworfen und zieht deshalb in den 3. Stock in der Trierische Gasse 7, wo erstmals ein Parteischild angebracht wird. - In Frankfurt stören die NSDAP Mitglieder Sprenger, Gemeinder, Linder, Gutterer, Heyse, Gert Rühle, Neef uneingeladen bei Parteiveranstaltungen und werden von SA und SS geschützt. - In Frankfurt wirbt die NSDAP Ortsgruppe nicht nur Samstags sondern auch Sonntags. - In Frankfurt beschuldigt das NSDAP Mitglied Leopold Gutterer (25) in der NSDAP Hetzschrift Frankfurter Beobachter den jüdische Butterhersteller Wronker mit falschen Gewichtsangaben zu betrügen und wird zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. - In Wiesbaden eröffnet in der Bleichstraße 5 das Kino für Jedermann (später Olympia). - In Frankfurt eröffnet der DVP Reichsaußenminister Gustav Stresemann die internationale Veranstaltung Musik im Leben der Völker in der Festhalle. - In Wiesbaden wird ein Reit- und Fahrclub gegründet, bei dem Reitstunden im Tattersall Weiß in der Saalgasse alias Lehrstraße 13 gegeben und große Ausritte veranstaltet werden. Die Frauen Gertrud Flemming, Fußbahn, Irene Pabst, Christa Rospatt, Vogel und die Männer Bechtold, Fliegeiskamp, Dr. Gäfgen, Wilhelm Müller und Karl Heinz Pabst sind einige der 151 Mitglieder. - In Mainz stellt der Lederhändler Karl Weis aus der Korbgasse den ersten Nachkriegsfastnachtszug auf. - In Frankfurt wird ein Telefongespräch auf Langwellenfunkbasis nach New York geführt. - In Bad Soden wird eine badsodener Ortsgruppe NSDAP gegründet, die sich zur Parteizentrale entwickelt. - In Frankfurt stirbt der in Argentinien geborene jüdische und bedeutendste Getreidegroßhändler der Welt Hermann Weil (59) in der Zeppelinallee. - In Wiesbaden erreicht die NSDAP 1,5 %. - In Preußen werden von allen Sinit und Roma Fingerabdrücke genommen. - In Frankfurt debutiert der Schauspieler Theo Lingen (24) am am Theater Neues Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße. - Wiesbaden hat 133705 Einwohner und Mainz hat 110595 Einwohner. - In Königstein kauft der jüdische u.a. frankfurter Warenhausunternehmer, Ufa Kinokettengründer Hermann Wronker (60) die Villa Flinsch Rombergweg 4. - Im Deutschen Reich gibt es 64 Todesurteile. - In Mainz wird nach WW1 wieder ein Rosenmontagszug veranstaltet, an dem die Prinzgarde in neu entworfenen Uniformen und ihrem neuen Markenzeichen der Trommler in kurmainzischen Felduniformen mit preußischen Spitzhüten auftritt. - Die in Rüsselsheim geborene Automobilindustriellentochter und Springreiterin Irmgard von Opel (20) heiratet den in Mainz geborenen Filmregisseur und Drehbuchautor Karl Georg Külb (26) und lässt sich innerhalb eines Jahres wieder scheiden. Karl Georg Külb (26) wird Koautor eines UFA Propagandafilms Mein Sohn, der Herr Minister. - In Frankfurt wird die Fischertochter und Offenbacher Tachometerwerke Gründertochter (2016 VDO) Liselott Linsenhoff geboren. - In Offenbach wird eine offenbacher SS Ortsgruppe mit 7 Mitgliedern, darunter der aus Bensheim stammende Schlosser Ludwig Seehaus (30), ein Dr Herbert, Max Hoffmann und Willi Frank gegründet. - In Offenbach wird unter offenbacher SA Ortsgruppenführer Geis eine 20 Mann starke offenbacher SA Ortsgrupe gegründet. - In Frankfurt treten Friedrich Weitzel (23) und Leopold Gutterer (25) der SS bei. Friedrich Weitzel (23) wird für 2 Jahre SS Führer Gau Hessen Nassau Süd. - In Mainz wird der ehemalige Justizpalast im Dalberger Hof Klarastraße 4 als Polizeipräsidium genutzt. - In Rüsselsheim leiden die Besucherzahlen der 1500 Meter langen und ovalen Opel Rennbahn durch die Neueröffnung des Nürburgringes. - In Offenbach wird der offenbacher Lehrer Friedrich Ringshausen (47) Friedrichsring 3 NSDAP Gauleiter des neuen Gaues Hessen, der aus Oberhessen, Rheinhessen und Starkenburg besteht.1927 In Frankfurt eröffnet der aus München stammende Gastwirt Gustav Maier in der Großen Sandgasse 5 die Almhütt´n (2016 Straßenfläche vor Berliner Straße 42).

1926 In Frankfurt ist Jakob Sprenger (32) NSDAP Ortsgruppenleiter und Gaubezirksführer. Er verteilt handgeschriebene Rundschreiben, die Mit deutschem Gruß unterschrieben sind. - In Frankfurt verkauft die SA Kampfschatzmarken mit dem Bild Hitlers für Spenden. - In Frankfurt ist die Geschäftsstelle der NSDAP Ortsgruppe Groß- Frankfurt in der Domstraße 12. - In Frankfurt marschiert die SA in der Goetheruhe. - In Frankfurt tritt der Zirkusbetreiber Albert Schumann (68) mit einer Pferdedressur im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 letztmals auf. - In Frankfurt gründet das NSDAP Mitglied Josef Geiger eine SS Ortsgruppe Frankfurt, die zweite in Deutschland. - In Wiesbaden verhindert die SA mit ihren 12 Mitgliedern unter Ortsgruppenleiter W G Schmidt mit ihrem Anführer Weitzel durch ein Uniformverbot der englischen Besatzungstruppen in Zivilkleidung bei einer NSDAP Versammlung eine Störung durch 40 SPD Reichsbanner Aktivisten und republikfeindlichen KPD lern mit ihrem Anführer Wolf auf, auf die sie Aschenbecher und Gläser werfen und 2 Tage später verhindert die Polizei, dass frankfurter SA und SS, denen bereits in Frankfurt Rebstock ihre Waffen abgenommen wurden, bei der NSDAP Versammlung im vollbesetzten Paulinenschlößchen auftreten. Beim Rückmarsch werden sie von 500 mit Knüppeln und Totschlägern bewaffneten ebenfalls republikfeindlichen KPD lern attackiert und fliehen in ein nahes Nobelhotel, von wo aus sie von der Polizei in LKWs zur Stadtgrenze gefahren werden. - In Frankfurt ist Hirt SA Führer. Da die Stadt unbesetzt ist kann die SA in Uniform auftreten. - In Frankfurt Griesheim, französich besetzt, trifft sich die republikfeindliche KPD und die regierende SPD im Gasthaus Mainzer Rad am Mainufer und wird von der frankfurter SA angegriffen, darunter Franz Krug, Gutjahr, Fink und Hättasch, die verhaftet aber wieder freigelassen werden. Sie erhalten von den Französischen Besatzungsbehörden in Abwesenheit 3 Monate Haft und 250 Reichsmark Strafe. - Die in Rödelheim geborene SC 1880 Leichtathletin Milly Reuter (22) stellt einen Speerwurfweltrekord mit 38,36 Metern auf. - In Wiesbaden gibt es den UFA Palast in der Wilhelmstraße 36 als Stummfilmtheater im neugotischen Palast-Stil mit Projektoren Ernemann VIIB von Zeiss Ikon aus Dresden. - In Frankfurt findet die Deutsche Photographische Aussstellung in der Messehalle statt. - In Frankfurt gründet sich die pflichtschlagende Frankfurt-Leipziger Burschenschaft Arminia Paul-Ehrlich-Straße 1, in der die Landsmannschaft Chattia aufgeht. - In Frankfurt eröffnet der ehemalige jüdische, ausgetretene frankfurter Oberbürgermeister Ludwig Landmann (58) die Neue Alte Brücke. - In Frankfurt hat das NSDAP Parteibüro der NSDAP Ortsgruppe Groß-Frankfurt an der Zeil 38 (2016 Centrum Apotheke Zeil 96) ein Sprechstundenschild mit Thule Hakenkreuz. Sprechstunden sind von 4-7 nachmittags. - In Frankfurt wird Bertolt Brechts (21) Theaterstück Kleinbürgerhochzeit im Schauspielhaus unter dem Arbeitstitel Die Hochzeit uraufgeführt, dabei von einem Großteil des Publikums als Provokation aufgefasst und nach nur drei Aufführungen aus dem Spielplan genommen. - Die finanziell angeschlagene Stadt Bad Homburg bittet den abgesetzten deutschen Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (67) brieflich aus dem Exil nach Bad Homburg zurückzukommen, was dieser aber ablehnt. - In Wiesbaden erhält das Telegrafenbauamt einen Personenkraftwagen alias PKW. - In Wallau wird eine Wählvermittlungsstelle alias Selbstanschlussamt für Telefone eingerichtet und erst 10 Tage später in Wiesbaden, danach in Schlangenbad. - In Wiesbaden beherbert das katholische Kolpingshaus in der Dotzheimer Straße 24 40 Wandergesellen. - Wiesbaden hat 133610 Einwohner und Mainz hat 110274 Einwohner. - In Frankfurt Seckbach wird der Mittelwellensender auf einem 107 Meter hohen Holzturm am Heiligenstock von 250 Watt auf 1500 Watt Leistung erweitert. - In Frankfurt erweitert der jüdische frankfurter Textilwarenhausunternehmer Hermann Wronker (59) auf der Südseite der Zeil (2016 u..v.a. Zeil 105) sein 80 Meter langes Warenhaus Wronker, das größte der Stadt um ein weiteres Haus Zeil 99. - In Mainz werden rund hundert uralte jüdische Grabsteine, die bei der Rheinbegradigung und beim Abbau von Festungsanlagen wiedergefunden wurden durch die jüdische mainzer Gemeinde und Rabbiner Sali Levi (43) auf dem Judensand Mombacher Straße gegenüber Abbiegung Anni Eisler-Lehmann-Straße alias Alter Judenfriedhof wieder aufgestellt. - In Mainz findet der erste große Fastnachtssamstagsball der Prinzengarde nach dem WW1 in Stadthalle kurmainzer Füsiliersuniformen nachempfundenen statt. - In Bad Homburg kauft der in Mülheim geborene, von seinem ungarischen Schwiegervater adoptierte Baron und Unternehmer Heinrich Thyssen (51) das Gestüt Erlenhof. Seine im österreichischen Burgenland geborene Tochter Margareta von Thyssen (15) ist eine begeisterte Reiterin. Sein älterer Bruder Fritz Thyssen (53) unterstützt seit 1923 mit großen Teilen seines Vermögens Adolf Hitler (37) und die NSDAP. - Der in Frankfurt geborene Kaufmannsohn, SA Führer und Landesführer Stahlhelm Friedrich Wilhelm Heinz (27) wird Chefredakteur der Bundeszeitung des Stahlhelms. - In Frankfurt bedankt sich die NSDAP bei der frankfurter SA und SS dafür, dass sie mit Lastauto alias LKW und etwa 100 Mann bei Versammlungen auftauchen und Saalschutz leisten. - In Frankfurt verkauft die völlig verarmte Familie Guaita den Bolongaropark und die Villa an die Stadt. - In Darmstadt tritt der Spenglermeister Otto Christian Wamboldt (42) in die NSDAP ein und wird Gaufunkwart Hessen Nassau Süd.

1925 In Frankfurt ist die NSDAP Ortsgruppengeschäftsstelle Zeil 38. - In Frankfurt exerziert die SA vor der Festhalle. - In Frankfurt verkauft die Deutsche Buchhandlung Böhle NS Literatur. - In Mainz wird eine mainzer NSDAP Ortsgruppe mit Ortsgruppenführer und Gerichtsassessor Dr Hugo Wolf von Fritz Walper, Karl Kasper und Peter Schwenk gegründet, die nach 6 Monaten rund 50 Mitglieder hat. - Frankfurt hat 540115 Einwohner, Mainz hat 109965 Einwohner, Wiesbaden hat 102779 Einwohner,Darmstadt hat 89465 Einwohner und Offenbach hat 79362 Einwohner, davon 1682 Juden. - In Frankfurt übernimmt der Maler Max Beckmann (41) die Städel Kunstgewerbeschule am Schaumainkai 63. Er lässt sich von Minna Tube scheiden und heiratet Mathilde von Kaulbach. - In Frankfurt spielt der Fußballverein FSV Frankfurt um die Deutsche Meisterschaft im neuerbauten Waldstadion und verliert das Eröffnungsspiel des Stadions. - In Frankfurt werden die jüdischen Brüder Weinberg gezwungen die Cassella in die Fusion zur I.G. Farbenindustrie AG zu führen. Sie erhalten Aufsichtsratsposten. - In Wiesbaden werden die französischen Besatzungstruppen abgezogen und dafür mit mehr britischen belegt. - In Wiesbaden gründet der in Wiesbaden geborene Dr Franz Kaiser die Astronomische Gesellschaft Urania, die die Räumlichkeiten und Instrumente des reformierten Realgymnasiums Oranienstraße 5–7 (2016 Oranienschule) benutzt. - Der in Haiger geborene Jurist und Versicherungskaufmann Helmuth Schranz (28) wird Miglied der NSDAP. - Der mit Hermann Göring befreundete und in Offenbach Rumpenheim geborene Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (29) heiratet die italienische Königstochter Prinzessin Mafalda von Savoyen (St) (23) und lebt mit ihr in Italien. - Die von Franzosen besetzte Stadt Wiesbaden wird an die 6000 englische Besatzungssoldaten übergeben und Hauptquartier der britischen Rheinarmee und Sitz der Rheinlandkommission. - In Wiesbaden wird der Neue Kurverein Wiesbaden unter Fred Oberbeck gegründet. - In Mainz wird im Gasthof Frankfurter Hof wieder Nachkriegs Carneval gefeiert. - In Frankfurt wird aus der Stadtratsfraktion des Völkisch-Sozialen Blocks die frankfurter Fraktion der NSDAP, der der Finanzamtshilfsarbeiter Peter Gemeinder (34), Robert Weyel, August Bornath und Wilhelm Georg Schmitz angehören. Der bockenheimer Postinspektor Jakob Sprenger (41) löst Robert Weyel ab. - Eine neue Landeskirchenversammlung, die sich analog zum Freistaat und Volksstaat Hessen als Freikirche und Volkskirche versteht, tagt erstmals. - In Frankfurt Schwanheim wird in der Schwanheimer Volksschule Gerolsteiner Straße 2 (2016 August Gräser Schule) die Sütterlinschrift eingeführt. - In Kassel wird eine kasseler NSDAP Ortsgruppe gegründet. -  Der mit Margarethe von Zollern Preußen (St) (51) verheiratete Landgraf Friedrich Karl von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (57) wird Chef des Hauses Hessen-Kassel. - In Wiesbaden wird in der Post Rheinstraße 23-25 ein Selbstanschlussamt der Firma Siemens & Halske für 7200 Teilnehmer eingerichtet. - Graf Gerog Friedrich von Solms Laubach (St) (--) ist Mitbegründer einer Sammelorganisation rechter Verbände. - Der Grafensohn Markwart von Solms Rödelheim und Assenheim (St) wird geboren. - In Frankfurt Hausen hält die NSDAP eine Versammlung im Gasthaus Frankfurter Hof ab. - In Wiesbaden wird der in Köln geborene rüdesheimer Weinbrand-Pralinenerfinder Hugo Asbach (57) neuer IHK Direktor. - In Mainz gibt es einen Verein zur Pflege jüdischer Altertümer mit Vorstand, badener Kaufmannssohn und Rabbiner Sali Levi (42). - Offenbach hat 79362 Einwohner, davon 1682 Juden. Deren 200 Kinder erhalten durch die jüdische Gemeinde in den Schulen jüdischen Religionsunterricht. In den Volksschulen durch jüdische Lehrer. An den höheren Schulen lehrt Rabbiner Dienemann auch selbst. - Im Deutschen Reich gibt es 95 Todesurteile. - Der mit der in Mainz geborenen wiesbadener Sektfabrikantentochter Anna Elisabeth Henkell (29) verheiratete Militär Joachim Ribbentrop (32) lässt sich gegen eine 15 jährige Rentenzahlung von einem entfernten Verwandten adoptieren und nennt sich daraufhin Joachim von Ribbentrop. Er behauptet die Adelserhebung für Verdienste im WW! erhalten zu haben. - in Mainz wird die Möbel- und Parkettbodenfabrik Bembé verkauft. - In Mainz bringt Karl Kneib die erste Nachkriegsausgabe der Carnevalszeitung Narrhalla heraus, die auch die Kriegsgewinnler kritisiert. - In Mainz wird anlässlich der Jahrtausendfeier der Rheinlande der 1 Hektar große Rosengarten mit 7500 Rosen angelegt. - In Hessen ist die Zahl der SS Männer pro Gemeinde auf maximal 10 % der SA beschränkt. - In Rüsselsheim wird auf der Opel Rennbahn die Laubfroschparade veranstaltet, wofür die Tagesproduktion des grünen Opel Laubfrosch von 25 auf 125 Autos gesteigert wird. - In Rüsselsheim wird auf der Opel Rennbahn das 4 PS Wagen Rennen durchgeführt. - In Offenbach tritt der offenbacher Lehrer und Deutsches Schutz- und Trutzbund Mitglied Friedrich Ringshausen (45) Friedrichsring 3 erneut in die NSDAP ein.

1924 Die Reichsmark wird eingeführt. - Der in Germersheim geborene Jurist Friedrich Krebs (30) wird frankfurter Ortsgruppenleiter der Nationalsozialistischen Freiheitspartei, einer NSDAP Ersatzorganisation. - Der jüdische aber ausgetretene Ludwig Landmann (56) wird zum frankfurter Oberbürgermeister gewählt. - In Mainz tritt die Nationalsozialistische Freiheitsbewegung zu Wahlen an. - Der in Darmstadt geborene antisemitische Hochschulaktivist Werner Best (21) kämpft gegen die französischen Besatzungsbehörden und wird zu 3 Jahren Haft verurteilt. Erst durch ein Gnadengesuch seiner Mutter, das er ablehnt kommt, er bereits danach 6 Monaten wieder frei. - In Frankfurt eröffnet die Südwestdeutsche Luftverkehrs AG am Frankfurter Flughafen am Rebstockgelände. Der ehemalige Rebstöcker Hof wird zum Empfangsgebäude umgebaut. - In Frankfurt verliert der Fußballverein FSV Frankfurt das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den 1.FC Nürnberg vor 40000 Zuschauern im Waldstadion. - In Rüsselsheim wird bei Opel das erste deutsche Fließband Auto Opel 4/12 PS alias Laubfrosch gebaut, der 4500 Rentenmark kostet, dem Gegenwert eines Hauses. - In Frankfurt wird der republikfeindliche 9. KPD Parteitag abgehalten. - In Frankfurt wird das akademisch marxistische Instituts für Sozialforschung in der Viktoria-Allee alias Senckenberganlage gegründet. - In Langen werden die Schulen an das elektrische Stromnetz angeschlossen. - In Frankfurt wird die Notbrücke zur Alten Brücke vom Treibeis weggerissen. - In Fulda wird eine NSDAP Ortsgruppe gegründet. - In Frankfurt wirbt die Deutsche Partei im Völkischen Block mit einem Keltenkreuz in ihrem 1. Jahrgang. - In Wiesbaden wird der Passzwang aufgehoben. - In Wiesbaden werden die Herbstwochen mit Wassersportfest, Tennisturnier, Modenschauen, Tanzturnier, Automobilturnier mit Schönheitskonkurrenz und Blumenkorso aber ohne den erwarteten Erfolg veranstaltet. - In Mainz übernehmen die Karmelitermönche wieder ihr Kloster in der Karmeliterstraße, weshalb die darin untergestellten Carnevalsdekorationsteile für das Podium in der Stadthalle, die Riwwelmattese, darunter sechzehn Riesenelefanten, Requisiten, Kostüme, Fahnen und Dickköpp nach Kastell in die Reduit umgeräumt werden müssen. - Das in Bad Homburg geborene Stahlhelm Mitglied, berliner Polizeipräsidentensohn, studierter Wirtschaftswissenschaftler, Hauptmann der Schutzpolizei und Geschäftsführer von mehreren Röchling Niederlassungen Freiherr Curt von Salmuth (29) heiratet die Schwer- und Rüstungsindustriellentochter Alwine Röchling (--). - In Frankfurt ist der revolutionär gesinnte in Frankfurt aufgewachsen Sohn des jüdischen und bedeutendsten Getreidegroßhändlers der Welt Felix Weil (26) Mitbegründer des Institut für Sozialforschung. - In Frankfurt Ginnheim stört der bockenheimer Postinspektor und NSDAP Mitglied Jakob Sprenger (40) mit den Parteimitgliedern Heinrich Müller (28) und Kuntsche (--) eine SPD Veranstaltung mit 500 Personen und ihren Redner und Groß-Frankfurt SPD Parteisekretär Conrad Broßwitz mit Man sollte euch alle umbringen! Rufen. - Der in Potsdam geborene Erbprinz Hermann Otto von Soms Hohensolms Lich (St) (57) symapathisiert mit dem Werningeroder Kreis, der das adelige Führertum kombiniert mit rechter Intelligenz wieder einführen will. - Wiesbaden hat 105067 Einwohner. - In Niddatal eröffnet Graf Max von Solms Rödelheim Assenheim (St) (31) das Forscherheim Assenheim eine Begegnungsstätte für Wissenschaftler der Sozialwissenschaften mit 8 Plätzen im Schloss Assenheim, die er selbst finanziert. - Mainz hat 104390 Einwohner. - In Rüdesheim erfindet der in Köln geborene rüdesheimer Cognac-Brenner Hugo Asbach (56) für die weibliche Kundschaft, die überhaupt keinen Weinbrand trinkt, die Weinbrandpraline. - In Wiesbaden wird der Kolonialwarenhändler Carl Mertz (--) neuer IHK Direktor. - In Frankfurt Seckbach wird am Heiligenstock ein Mittelwellensender mit 250 Watt Leistung auf einem 107 Meter hohen Holzturm eingerichet. - In Frankfurt gründen u.a. der in Rüsselsheim geborene Fritz von Opel (25) und der Chemie-Unternehmer Carl-Adolf Schleussner (24) in Frankfurt am Main den Südwestdeutschen Radio-Club als regionale Rundfunkgesellschaft gegen den Willen des in Kassel geborenen früheren Reichskanzlers Philipp Scheidemann (59) der die Sendeanstalt nach Kassel holen wollte. Im Postscheckamt in der Elbestraße beginnt die Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG mit der Übertragung von Sendungen mit Studio, Verwaltung und Sender. Der in Frankfurt geborene halbjüdische Rundfunkpionier, Arzt und Künstlerische Leiter Hans Flesch (28) schreibt das deutschsprachige Hörspiel Zauberei auf dem Sender, das sein Assistent Ernst Schoen (30) bei der Livesendung mit elektronischer Musik live vertont. - In Darmstadt wird auf der Lichtwiese der Darmstädter Flughafen eröffnet. - In Offenbach besteht die jüdische Beerdigungsbruderschaft Chewra Kadischa. - Im Deutschen Reich gibt es 112 Todesurteile. - In Frankfurt ist das Haus Fürsteneck am Garküchenplatz renoviert. Alle baulichen runden Formen sind verschwunden, nur die mittealterlichen Erker kennzeichnen es noch als sehr altes Haus. - Der in Frankfurt geborene Kaffeegroßhändlersohn mit jüdischer Mutter Theodor Haubach (28) ist Mitbegründer der gewaltbereiten hauptsächlich aus SPD, aber auch aus Zentrum und DDP Mitgliedern bestehenden Schlägertruppe Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, die gegen die Völkischen, den Stahlhelm, die Kommunisten und die SA kämpft. - Der in Frankfurt geborene Apothekersohn, Pfadfinder, Leutnant a.D. und oberster SA Führer Westdeutschlands Friedrich Wilhelm Heinz (25) wird Stahlhelm Landesführer. - In Rüsselsheim wird auf der Opel Rennbahn die Tagesproduktion von 26 Opel Laubfrosch Automobilen feierlich präsentiert. - In Frankfurt werden am Hauptbahnhof zwei flankierende Ankunftshallen angebaut. - In Darmstadt erreicht die NSDAP bei der Reichstagswahl für Hessen Darmstadt 2,9 %. Stärkste Partei ist die SPD mit 29,5 %. - In Frankfurt präsentiert sich das Stadion im Frankfurter Stadtwald als Kampfspielplatz mit grosser Sportwiese. Es gibt ein eigenes Stadion-Marschlied von Leopold Maass (). Auf dem Notenblatt wird die Creme Mouson beworben. - Prinz Leopold von Hanau wird als Sohn des 5. Fürst Heinrich von Hanau (St) (24) und Gräfin Maria Theresia von Fugger Babenhausen (St) (25) geboren. - In Frankfurt gewinnt auf der Pferderennbahn der Jockey des Gestüts Blau-Weiß der konvertierten jüdischen frankfurter Industriellenbrüder Carl von Weinberg (63) und Arthur von Weinberg (64) Otto Schmidt in allen fünf Flachrennen.

1923 Die Rentenmark wird eingeführt. - In Frankfurt tritt Friedrich Weitzel (19) in die NSDAP und die SA ein. - In Frankfurt tritt der 50% kriegsgeschädigte SA Mann Adalbert Gimbel (25) der NSDAP bei. - Der in Darmstadt geborene antisemitische Hochschulaktivist Werner Best (20) meldet sich zu einem Schnellkurs zur Wehrmacht um gegen Frankreich zu kämpfen. - In Darmstadt ist der Gewerkschafter Wilhelm Leuschner (33) Mitglied der Freimaurerloge Johannes der Evangelist zur Eintracht. - In Wiesbaden verkauft der Wiesbadener Männergesangsverein die Wartburg Schwalbacher Straße 51 an die Brauerei Henninger, wo dann der Wiesbadener Volks- und Bildungsverein und Arbeiterbewegungen tagen. - In Wiesbaden bricht nach einer Rienzi-Aufführung im Theater ein Brand aus und vernichtet die kostbaren Bühnenbilder. In Wiesbaden eröffnet das Theater wieder mit der romantischen Wagner-Oper Lohengrin. - In Wiesbaden wird das Palasthotel Kranzplatz 5 und der Nassauer Hof an ausländische Investoren verkauft. - In Frankfurt, im Volksstaat Hessen und in Preußen wird die frankfurter NSDAP Ortsgruppe verboten. Der frankfurter NSDAP Ortsgruppenleiter Helmuth Klotz (29) setzt sich nach seiner Verhaftung wie der frankfurter NSDAP Ortsgruppenleiter Adalbert Stier nach Bayern ab. Die frankfurter und darmstädter NSDAP Mitglieder und die Mitglieder der deutschnationalen Jugendgruppe in Wiesbaden lassen sich um nicht strafrechtlich verfolgt zu werden als münchner Mitglieder führen. - Der in Maintal Wachenbuchen geborene Landwirt Johannes Puth (23) tritt der NSDAP bei. - In Bad Homburg gründet der in Bad Homburg geborene Rex Konservenglasgesellschaftsbesitzersohn Fritz Kleemann (25) die Horex-Fahrzeugbau AG, baut die 248 cm³ Horex mit Leichtmetallzylinder mit eingeschrumpfter Laufbuchse und gewinnt mit ihr unter dem Motto Gebaut von Motorradfahrern für Motorradfahrer ein Rennen nach dem anderen. - Der in Frankfurt aufgewachsene Sohn des jüdischen und bedeutendsten Getreidegroßhändlers der Welt Felix Weil (25) organisiert in Thüringen die erste Marxistische Arbeitswoche. - Wiesbaden hat 103226 Einwohner und Mainz hat 101482 Einwohner. - Graf Franz von Solms Rödelheim Assenheim (St) (59) stirbt, wodurch sein Sohn der neue Graf Max von Solms Rödelheim Assenheim (St) (30) erbt. - Der in Köln geborene rüdesheimer Destillateur und Cognac Brenner Hugo Asbach (55) führt im Cognac Namensrechtsstreit und Herkunftsrechtstreit den Begriff Deutscher Weinbrand ein. - In Frankfurt schließt der Grand Bazar Bristol am Schillerplatz an der Hauptwache 7. - In Wiesbaden heiratet die in Wiesbaden geborene Gräfin Olga Katharina Adda von Merenberg (St) (25) den in Zarskoje Selo geborenen Graf Michael Loris-Melikow (St) (23). - In Wiesbaden wird der in Danzig geborene Komponist und Dirigent Carl Schuricht (43) Generalmusikdirektor. - In Offenbach wird eine offenbacher NSDAP Ortsgruppe gegründet. - In Offenbach zieht der Musikverlag André von der Herrnstraße 54 in die Frankfurter Straße 28 um. - In Frankfurt wird mit dem Bau des ersten frankfurter Hochhauses, des 33 Meter hohen Mousonturms der Seifen- und Parfümfabrik Mouson, begonnen. - In Mainz wird der Stadioner Hof Große Bleiche 15 als Bankgebäude genutzt. - In Mainz wird der NSDAP Unterstützer, Zechenbesitzer und Industrielle Fritz Thyssen (50) wegen seiner Weigerung Kohle zu liefern vor dem französischen Kriegsgericht zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. - In Darmstadt besetzen französische Truppen die Eisenbahnwerkstätten. - In Offenbach tritt der offenbacher Lehrer und Deutsches Schutz- und Trutzbund Mitglied Friedrich Ringshausen (43) Friedrichsring 3 in die NSDAP ein.

1922 In Frankfurt ist die Liederhalle Lange Straße ein NSDAP Parteilokal. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene 50% kriegsgeschädigte Adalbert Gimbel (24) Mitglied der SA Unterabteilung Treu Deutsch. - In Frankfurt Seckbach findet im Riederwaldstadion ein Länderspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft statt. - In Frankfurt tritt der aus Oberhausen stammende Postinspektor Jakob Sprenger (28) der NSDAP bei. Er arbeitet im Postamt Frankfurt am Main West 13 Bockenheim. - In Frankfurt ist das Gasthaus Zum Kompostellhof der Brauerei Henninger in der Dominikanergasse ein NSDAP Parteilokal. - In Frankfurt wird eine NSDAP Ortsgruppe mit Ortsgruppenleiter Kampke und Propagandaleiter Gustav Windmeier. gegründet. - In Frankfurt erhält die frankfurter NSDAP Ortsgruppe unmittelbar nach dem Mord an Reichsaußenminister Walther Rathenau ein Versammlungs- und Zeitungsverbot und wird danach in Preußen verboten. - In Bensheim wird eine NSDAP Ortsgruppe gegründet. - In Offenbach wird eine NSDAP Ortsgruppe gegründet. - In Friedberg wird eine NSDAP Ortsgruppe gegründet. - In Darmstadt wird eine NSDAP Ortsgruppe gegründet. - In Frankfurt hält der Chefredakteur der neuen NSDAP Parteizeitung Völkischer Beobachter Hermann Esser (22) seinen Vortrag Der nationale Sozialismus - Deutschlands Zukunft. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene Postoberamtmannssohn und frankfurter -UniversitätsVolkswirtschaftsstudent Adolf Beckerle (20) NSDAP Mitglied mit der Nummer 7197 und Mitglied im Bund Wiking. - Graf Maximilian Ludwig von Solms Rödelheim und Assenheim heiratet Prinzessin Viktoria von Leiningen (St) (27). - Mainz hat 107543 Einwohner und Wiesbaden hat 105962 Einwohner. - In Mainz wird Albert Noehl Branddirektor der Berufsfeuerwehr und bleibt es bis 1943. - Der in Darmstadt geborene Landgerichtsdirektorensohn und Lehrling im frankfurter Bankhaus Bethmann Karl Wolff (22) verlobt sich mit Frieda von Römheld und zieht mir ihr nach München, wo er bei der Deutschen Bank arbeitet. - Der in Frankfurt geborene Apothekersohn, Pfadfinder, Leutnant a.D. und Nachkomme Martin Luthers Friedrich Wilhelm Heinz (23) ist oberster SA Führer von Westdeutschland. - In Rüsselsheim wird das mit 100000 Reichsmark dotierte Autorennen Großer Opel Preis auf der 1500 Meter langen und ovalen Opel Rennbahn veranstaltet.

1921 Wetter: Rhein hat extremes Niedrigwasser. - In Frankfurt trifft sich die NSDAP im Gasthaus Zum Storch Saalgasse 3-5. - In Frankfurt beginnt der Postinspektorensohn Werner Best (18) sein Jurastudium und wird Mitglied des antisemitischen Deutschen Hochschulrings. - In Wiesbaden eröffnet in der Bleichstrasse 30 das Kino Urania Lichtspiele, das vorwiegend wissenschaftliche Filme zeigt. - In Frankfurt absolviert der hochbegabte halbjüdische Musiker, Philosoph, rheingauer Weingutsbesitzersohn, Weingroßhändlersohn und Sohn einer Opernsängerin Theodor W. Adorno (17) alias Theodor Ludwig Wiesengrund, Oberrad, als Jahrgangsbester am Kaiser-Wilhelms-Gymnasium Schweizer Straße 87 (2016 Freiherr-vom-Stein-Schule) sein Abitur und lernt den in Frankfurt geborenen jüdischen Philosophen Siegfried Kracauer (40), der für die Frankfurter Zeitung als freier Mitarbeiter und Lokalreporter arbeitet. - In Offenbach wird das im Vorjahr gekaufte Büsing-Palais in der Herrnstraße als Rathaus genutzt. - Im französisch besetzten Wiesbaden machen tausende Franzosen Urlaub. - Die Binding AG funsioniert mit der den beiden bereits fusionierten Brauereien mainzer Hofbierbrauerei Schöfferhof und der Frankfurter Bürgerbräu mit Sitz in Frankfurt zur Schöfferhof-Binding-Bürgerbräu AG. - In Frankfurt kauft die Frankfurter Bierbrauer-Gesellschaft mehrere Konkurrenten zur Brauerei Henninger-Kempff-Stern und Johann Gerhard Henrich AG. - In Frankfurt ersetzt in manchen Schulen die amerikanische Gesellschaft der Freunde mit der Quäkerspeisung die bisherige aber mittellose Suppenküche. - In Oberursel fusioniert die Motorenfabrik Oberursel AG Hohemarkstraße 73 mit der Deutz AG. - Der völkische, republikfeindliche ehemalige Soldatenverein Stahlhelm wird verboten. - In Darmstadt wird das Stadion am Böllenfalltor des Fußballvereins Darmstadt 98 eröffnet. - In Frankfurt wird das Neue Operetten Theater mit 1500 Zuschauerplätzen eröffnet. - In Wiesbaden wird Rudolf Ribbentrop geboren. Seine Eltern, der Oberstleutnantsohn Joachim Ribbentrop (28) und die in Mainz geborene wiesbadener Sektfabrikantentochter Anna Elisabeth Henkell (25) ziehen nach Berlin. - In Marburg stirbt Gräfin Marie Georgine Schimmelmann. - In Frankfurt heiratet der Hauptmann und Ritterkreuzträger Walter Model (30) die oberbreisiger Herta Huyssen (29). - Mainz hat 107475 Einwohner und Wiesbaden hat 104658 Einwohner. - In Wiesbaden wird der in Weilburg geborene republikfeindliche nassauische Offizierssohn und Generaldirektor der Farbwerke Hoechst AG Adolf Haeuser (64) neuer IHK Direktor. - In Bad Homburg übernimmt der Hotelbesitzersohn Carl Ritter (--) das väterliche Kurhotel Parkhotel Ritter (2016 Hotel Steigenberger) mit 220 Zimmern, 230 Herrschaftsbetten, 50 Dienerschaftsbetten, 67 Bäder und 12 Mineralbädern. - In Frankfurt malt der expressionistische Maler Max Beckmann (37) das Bild Das Nizza in Frankfurt am Main. - In Frankfurt Sachsenhausen gründet der elsässer Koch Eugen Lacroix ein Feinkostunternehmen mit getrüffelter Gänseleberpastete und Dosensuppen (1955 weltgrößter Schildkrötensuppenhersteller). - In Frankfurt wird in der Jungenschule Wöhlerschule Mierendorffstraße 6 ein geheimes Waffenlager entdeckt. Mit den Waffen wurden die Schüler von den Lehrern um den Jungdeutschen Orden Aktivisten Artur Mahraun (30) militärisch gedrillt. - Die mainzer Schinderhannes-Guillotine wird nach Butzbach transportiert. - In Frankfurt übernimmt Henninger die Brauerei Henrich (2016 Gelände des Henninger Turms Sachsenhausen). - In Offenbach eröffnet der offenbacher Sportverein Kickers Offenbach das Sportgelände auf dem Bieberer Berg ein. - In Offenbach berichtet die Tageszeitung Offenbacher Zeitung entsetzt Die Verelendung des Volkes ist furchtbar. 1921 In Frankfurt gründet der in Frankfurt geborene Apothekersohn, Pfadfinder, Leutnant a D Kaufmannssohn Friedrich Wilhelm Heinz (22) als Brigade Erhard Mitglied den selbständigen Wehrverband Hessen-Nassau, der teils der Organisation Escherisch (Orgesch), teils dem Bund Wiking alias Brigade Ehrhardt angegliedert ist. - Der in Mainz geborene Hotelbesitzersohn Louis Adlon (47) nimmt nach dem Tod seines in Mainz geborenen Vaters Lorenz Adlon (72) die Leitung des Luxushotels Adlon in Berlin. - In Rüsselsheim findet das erste Automobilbahnrennen nach WWI auf der 1500 Meter langen, ovalen und mit Steilkurven ausgestatteten Opel Rennbahn statt. Monate später folgen Le Mans und AVUS. - In Wiesbaden, das von französischen Truppen besetzt ist, schließen der jüdischdeutsche Industriellensohn Wiederaufbauminister Walther Rathenau (54) und der französische Selfmade Bauunternehmer und Minister Louis Loucheur (49) im Nassauer Hof Kaiser Friedrich Platz Nordseite das Wiesbadener Abkommen, das Reparationszahlungen in Sachlieferungen zulässt. - In Frankfurt erleidet an der Börse die deutsche Mark einen dramatischen Kursverfall, weil die Reichsbank über den Wert der Goldreserven hinaus Deviseneinkäufe getätigt hat. Ein Dollar kostet 88 Mark. - Der in Pasing geborene Eisenbahnverwaltersohn Heinrich Müller (25) wird Mitglied der NSDAP, für die er als Redner auftritt - In Babenhausen heiratet Fürst Heinrich von Hanau (St) (21) Gräfin Maria Theresia von Fugger (St) (22). - In Frankfurt gewinnen die konvertierten jüdischen frankfurter Industriellenbrüder Carl von Weinberg (60) und Arthur von Weinberg (61) mit den Rennpferden Ornen, Ossian, Perikles und Graf Ferry aus ihrem Gestüt Blau-Weiß (ab1935 Gestüt Waldfried) die vier ersten Plätze. - In Bad Homburg stirbt die Grafentochter Irmgard von Isenburg Büdingen Philippseich (St) (27).

1920 In Frankfurt Seckbach eröffnet der FFV Victoria das Riederwaldstadion für 30000 Zuschauer und mit 1600 überdachten Plätzen. - In Wiesbaden müssen wiesbadener Bürger vor französischen und britischen Besatzungssoldaten den Gehweg räumen. - In Mainz wird die Altmünster Brauerei hälftig von der Mainzer Actien Brauerei und von der Schöfferhof Brauerei übernommen. - In Wiesbaden wird das Kino Royal-Biograph-Theater Rheinstraße 47 zum Union Theater von Heinrich Voß umgebaut. - Frankfurt am Main, Homburg vor der Höhe, Hanau und Darmstadt werden besetzt. - In Frankfurt wird eine Ortsgruppe des Deutschen Kampfbundes zur Brechnung der Zinsknechtschaft gegründet. - In Darmstadt zieht die darmstädter Zeitung und Kampforgan Hessischer Volksfreund vom Gewerkschaftshaus Bismarckstraße 16 in die Räumlichkeiten der Gaststätte Zum Münchner Kindl Neckarstraße 4. - In Darmstadt ist der aus Bayreuth stammende Schneidermeister und ehemaliges USPD Mitglied Georg Fröba (24) Mitbegründer der darmstädter KPD Ortsgruppe. - In Frankfurt ist das Kino Luna-Lichtspiele Alemannia Schillerplatz 4, an der Hauptwache 11 (2016 Mc Donalds) mit 1100 Sitzplätzen und der Telefonnummer Hansa 5282 das größte und vornehmste Theater der Stadt. - In Frankfurt finden die republikfeindlichen jüdischen berliner KPD Mitbegründer Paul Levi (37) und August Thalheimer (36) vor der Konterrevolution Schutz. - In Wiesbaden heiratet der Oberstleutnantsohn Joachim von Ribbentrop (27) die in Mainz geborene wiesbadener Sektfabrikantentochter Anna Elisabeth Henkell (24). - Mainz hat 108390 Einwohner und Wiesbaden hat 103065 Einwohner. - Mit dem Tod des in Lich geborenen Fürst Karl von Solms Hohensolms Lich (St) (54) wird sein in Lich geborener jüngerer Bruder Prinz Reinhard Ludwig Fürst zu Solms-Hohensolms-Lich (St) (53) neuer Fürst. - In Frankfurt gehört der Postoberamtmannssohn Adolf Heinz Beckerle (18) dem Jungdeutschen Orden um den in Kassel geborenen politischen Aktivisten Artur Mahraun (30) an, der auf dem Schulhof der Jungenschule Wöhlerschule Mierendorffstraße 6 militärischen Drill exerziert. - In Frankfurt marschieren französische Truppen ein und besetzen die Stadt. Am nächsten Tag schießen die aus Algerien stammenden französischen Soldaten im zur Wachstation umfunktionierten Kaffeehaus Hauptwache aus ungeklärter Ursache in die schaulustige Menge, wobei es neun Tote gibt. Nach 6 Wochen ziehen die Franzosen wieder ab und das Kaffeehaus Hauptwache eröffnet wieder. - In Wiesbaden wird in der Luisenstraße 10-12 das Telegrafenbauamt Wiesbaden eingerichtet und erhält einen Lastkraftwagen alias LKW. - In Mainz wird Hans Rosbaud (25) Direktor der Städtischen Mainzer Musikschule. - In Offenbach wird die jüdische Erholungsfürsorge für jüdische Kinder gegründet. - Der Fürstenschwiegersohn Graf Hans Georg von Oppersdorf Solms Braunfels (St) wird geboren. - In Mainz bewirbt die Altmünster Brauerei Mainz Walpodenstraße 23 -25 mit Fernsprecher 227 und 228, die nur noch 2224 Hektolikter Bier braut ihre Hauptausschankstellen, wo es Faßbier und Flaschenbier gibt, das Hotel und Bier-Restaurant Altmünsterhof Bahnhofstraße 12 gegenüber dem Hauptbahnhof mit Zentralheizung und elektrischem Licht, das vornehm-künstlerische Bürgerhaus mit feinbürgerlicher Küche Bürgerhof Ecke Emmeransstraße/Stadthausstraße, das größte und schönste Wirtschafts-Anwesen von Mainz und Treffpunkt der Bürgerkreiese mit täglichen Konzert hervorragender Kapellen und bester Küche im alten Patrizierbau Kötherhof Schillerplatz und das größte und beste bürgerliche Speisehaus am Platze Große Bleiche 4 mit allbekanter vorzüglicher Küche Stadt Mainz. Mit 50% Haupteigner Darmstädter Bank beschließt die ausserordentliche Generalversammlung der Altmünsterbrauerei die Schließung, wodurch die Schöfferhofbrauerei und Mainzer Aktien Bier die Bierproduktion übernehmen und die Gaststätten beliefern. - Die in Rüsselsheim geborene Automobilindustriellentochter und weltbeste Military-Springreiterin Irmgard von Opel (27) gewinnt auf dem Araberhengst Sherif Effendi, den ihr Vater aus Palästina von seinem Militärdienst mitgebracht hat, ihr erstes Jagdspringen. - In Büdingen heiratet Prinzessin Hertha von Isenburg und Büdingen (St) (--) den jüngsten Herzogssohn Prinz Albrecht von Schleswig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (57).

1919 In Wiesbaden strömen die Kurgäste in Massen ins Kurbad. - In Hanau wird eine Parteischule der KPD mit 29 Teilnehmern gegründet. - In Frankfurt findet in der Messehalle die Internationale Einfuhrmesse statt, die förmlich in Besuchern ertrinkt. - In Frankfurt hält der in Wiesbaden geborene Schriftsteller Alfon Paquet (38) eine Rede über den Geist der russischen Revolution. - In Wiesbaden Biebrich kostet der Separatistenputsch 8 Biebrichern das Leben. - In Wiesbaden beschlagnahmt das französische Militär 16 Villen und Hotels für die Verwaltung und das Rheinhotel wird französisches Soldatenheim. - In Wiesbaden wird der Straßenbahnverkehr zeitweilig eingestellt. Verkehrssperre in Wiesbaden. - Wiesbaden hat unter 19000 Kurgäste. - Die reichen Wiesbadener, die wegen der Kohleknappheit keine Rationen bekommen, ziehen in die leerstehenden Hotels. - In Frankfurt übernimmt die sachsenhäuser Brauerei Conrad Binding die Actien-Brauerei Homburg. - In Bad Homburg bezieht der abgesetzte drittälteste Kaisersohn Adalbert von Zollern Preußen (St) (35) die Jugendstil Villa Adelheidswerd im Stadtpark, wo er sehr zurückgezogen lebt. - In Wiesbaden gibt es 5358 Telefonanschlüsse. - In Frankfurt kommt es bei der Reduzierung der Kartoffelrationen zu Protesten von mehreren Tausend Arbeitern. - In Hanau beenden Regierungstruppen die Spartakisten Herrschaft gewaltsam. - In Hanau erscheint die KPD Zeitung Die Freiheit. - In Frankfurt findet eine Reichskonferenz der KPD statt. - In Frankfurt wird im Rathaus der Reichskongress der Arbeitnehmer der deutschen Automobilindustrie abgehalten. - In Darmstadt wird die radikale Künstlergruppe Darmstädter Sezession gegründet, die das Kunstverständnis des hessendarmstädter Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (51) ablehnt. - In Frankfurt beginnt die Schauspielerin Helene Weigel (25) am Theater Neues Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße ihr Engagement. - Mainz hat 108721 Einwohner, Wiesbaden hat 98222 Einwohner und Darmstadt hat 82367 Einwohner. - In Frankfurt wird das Luxushotel Zum Schwan Steinweg 12 alias Goetheplatz zu einem Geschäftshaus umgebaut, in dem das Kino U.T Union Theater im Schwan neu eingerichtet wird. - In Frankfurt wird das Gebäude in der Escheinheimer Landstraße als Volksbildungsheim (2016 Metropolis Kino) neu eröffnet. - In Frankfurt wird der in Saarbrücken Illingen geborene Bahnhofsvorstehersohn Hans-Josef Altmeyer (20) Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Hasso-Nassovia Frankfurt am Main. - Die in Prag gegründete Studentenverbindung Corps Austria zieht mit ihren Studenten nach Frankfurt. - In Mainz braut die Altmünster Brauerei Mainz Walpodenstraße 23 -25 mit Fernsprecher 227 und 228 4826 Hektolikter Bier. - Der Landtag des Großherzogtum Hessen Darmstadt Rheinstraße 10-12 (2016 Sparkasse) geht in den Landtag des Volksstaates Hessen über. - In Rüsselsheim wird nach täglichen Opel Automobiltests auf den Straßen von Rüsselsheim und Klagen über Straßenschäden durch den massiven Einsatz des hessendarmstädter Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (51) die 1500 Meter lange, ovale und mit Steilkurven versehenen und bis 140 Kilometer/Stunde ausgelegten Opel Rennbahn auf der völlig unbewaldeten und agrarisch genutzten Fläche 5 Kilometer südlich der Stadt erbaut und eröffnet. - In Offenbach wird der in Nidda geborene Lehrer Friedrich Ringshausen (29) Deutschvölkisches Schutz- und Trutzbund Mitglied.

1918 Novemberrevolution - In Frankfurt besteht der Arbeiter- und Soldatenrat aus Keller, Koch, Schott, Lenhard, Grönke, Altmeier, Schindler, Löffler, Brunner und Malang. Der zufällige Revolutionsführer Vizewachtmeister der Reserve und Student Moser residiert im Luxushotel Frankfurter Hof. Polizeipräsident Rieß von Scheuernschloß widersetzt sich, wird entlassen und durch den SPD Stadtverordneten Dr Hugo Sinzheimer ersetzt. - In Wiesbaden wird das Königliche Gymnasium am Luisenplatz 10 in ein Staatliches Gymnasium umfunktioniert. - In Wiesbaden gibt es in der Mauritiusstraße 12 die Kammerlichtspiele von der Thalia-Lichtspiele-Theater GmbH unter Emil Bommert. - In Offenbach versammeln sich 10000 Menschen auf dem Aliceplatz. - Der in Offenbach geborene Prinz Victor von Isenburg Büdingen (St) (46) ist Generaldirektor der Skoda-Werke in Wien, dem größten k.u.k Rüstungslieferanten und Ehrenmitglied der Akademie. - Wiesbaden erhält von der französischen Besatzungsmacht eine neue Polizeiverordnung, in der Legitimationskarten mitgeführt werden müssen, die Empörung verursachen.. - In Wiesbaden lässt der Regierungspräsident von Meister die Lebensmittelreserven schützen. - In Frankfurt verbietet das stellvertretende Generalkommando des XVIII. Armeekorps jegliche gewaltsame Konfrontation mit den Revolutionären. - In Wiesbaden kommen Marinesoldaten als Vertreter des Köner Soldatenrates an, die Soldatenräte im Ersatz-Bataillon des 80. Füsilierregimentes und des Landwehrregiments Nr 80 bilden. Acht wiesbadener MSPD, acht USPD und Gewerkschaftsmitglieder bilden einen Arbeiterrat um die politische Macht zu übernehmen. Die Tageszeitung Wiesbadener Zeitung meldet den Sieg der Revolution in Berlin. Einen gemeinsamen Aktionsausschuss von Arbeiterrat und Soldatenrat führt der Füsiliersregimentsleutnant Schlitt an, der mit Sergeant Lindig von der Landwehr, dem Matrosen Spies und den Vorsitzenden des Arbeiterrates Franz Göbner und Otto Haese für Ruhe sorgt. Die Tageszeitung Wiesbadener Tagblatt, hofft vergeblich, dass die Revolution nicht auf das Ausland überschappt drängt der wiesbadener Arbeiter- und Soldatenrat den wiesbadener Oberbürgermeister Glässing den Oberbefehlshaber der Ententetruppen zu bitten auf die Besetzung Wiesbadens zu verzichten. Die Bitte wird nicht erhört. - In Wiesbaden Georgenborn bildet sich zum Arbeiterrat auch ein Bürgerrat, der den Gemeinderat absetzen will. In Wiesbaden bildet sich ein Wiesbadener Volksausschuss mit 126 Vertretern von Verbänden und Vereinigungen hinter dem alle Wiesbadener stehen. - In Wiesbaden wird die Volkswehr auf 600 Mann aufgestockt. Die Männer erhalten 10 Mark/Tag. Der Magistrat bittet alle wiesbadener Arbeitgeber zurückkehrende Soldaten anzustellen. Nach 4 Wochen wird Wiesbaden, mit Militärkommando im Stadtschloss Schloßplatz 1-3 französisch besetzt und vom französischen Präfekten werden alle Räte verboten. Der französische General Leconte beklagt sich in seiner Antrittsrede über den von deutscher Seite aus barbarisch geführten Krieg und die Zwangsarbeit, die französische Kriegsgefangene verrichten mussten. - In Mainz sind zum Kriegsende von der Mainzer Actien Brauerei die Taunusbrauerei Wiesbaden in Wiesbaden Biebrich, die Brauerei Nachbauer in Mainz Kastel und die Brauerei Gebrüder Becker in Mainz Gonsenheim übernommen. - Das sich im Besitz der Brüningschen Familienstiftung befindliche neue Höchster Schloß wird Offizierskaasino der französischen Besatzungsoldaten. - In Bad Homburg hält der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (58) vor seiner Sommerresidenz, dem Stadtschloss, seine letzte Rede an seine lieben Homburger. Die Tageszeitung Taunusbote zitiert Wir gingen oft falsche Wege. Er flieht per Güterzug mit allen Habseligkeiten ins holländische Doorn ins Exil. Die Stadt verarmt. - Erbprinz Emich Ernst von Leiningen (St) (--) wird im Einsatz getötet. - In Frankfurt hat das Kino Olympia-Lichtspiele in der Weissfrauenstraße 14-16 und die Telefonnummer Hansa 2971 und das Kino Lichtspiel-Theater in der Kaiserstraße 50 die Telefonnummer Hansa 3406. - In Frankfurt wird im Saal des Brauhauses Alemannia Hauptwache 11 alias Schillerplatz 4 das Kino Luna-Lichtspiele Alemannia mit 1100 Sitzplätzen und der Telefonnummer Hansa 5282 eröffnet. - In Frankfurt beginnt der Schauspieler Heinrich George (25) am Theater Neues Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße ein dreijähriges Engagement. - In Frankfurt explodiert am Schillerplatz alias Hauptwache die unterirdische Transformatorenstation nach einem Brand von gelagerten Chemikalien. Die Tageszeitung Frankfurter Nachrichten berichtet von dumpfem Dröhnen der Maschinenkolosse, einem zusammengebrochenen Gewölbe unter dem Schillerplatz, von einer Denotation, die sogar in den Vororten der Stadt zu hören ist und von Elektromonteuren, die extra aus dem Krieg zurückgeholt werden. Die Straßenbeleuchtung der ganzen Stadt fällt aus. - In Frankfurt muss die frankfurter Studentenverbindung KDStV Hasso-Nassovia ihr Kneiplokal Alemannia An der Hauptwache 11 (2016 Mc Donalds) wegen Kohlenmangels verlassen und ins Restaurant Steinernes Haus Braubachstraße 35 umziehen. - In Mainz kommt es bei einem englischen Luftangriff der Royal Air Force zu 11 Toten in der Adam-Karillon-Straße. - In Darmstadt wird der Opelgründersohn Carl Opel (49) in den erblichen großherzoglich hessischen Adelsstand erhoben. Die beiden Brüder Fritz Opel (43) und Ludwig Opel (38) bleiben bürgerlich. - In Darmstadt revoltieren stationierte Truppen revoltieren gegen ihren Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (50), der daraufhin einen Staatsrat benennt, in dem jeweils zwei Vertreter der im Landtag Rheinstraße 10-12 (2016 Sparkasse) vertretenen Parteien und der Großherzog mit seinen Ministern vertreten sind. In diesem Gremium treten die Linksparteien für eine Abdankung des Großherzogs ein. Der Großherzog lehnt seine Abdankung ab und wird durch die nationalliberalen Staatsratsvertreter Arthur Osann und Heinrich Köhler unterstützt. Der darmstädter Arbeiter- und Soldatenrat erklärt am darauffolgenden Tag Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (50) für abgesetzt. Der SPD Fraktionsvorsitzende Carl Ulrich (65) erkennt die Absetzung an, wordurch Hessen zur Republik wird.

1917 Wetter: In Frankfurt beginnt das Jahr mit besonders strenger Kälte. Der Winter wird zum Kohlrübenwinter. - In Offenbach werden vor der Kaserne Bieberer Straße 59 17 Menschen erschossen. - In Wiesbaden wird das kleine edle Variete Theater Capitol am Kureck für Kurgäste zum Kinephon Theater mit 220 Plätzen Ecke Taunusstraße 1/Wilhelmstraße umgebaut. - In Wiesbaden eröffnen die Kinos Odeon-Theater Kirchgasse 18, Leuschs Projektions-Theater Moritzstrasse 37, American-Biograph-Theater in der Schwalbacher Straße 57. - In Wiesbaden wird das 200 Sitze Royal-Biograph Theater Rheinstraße 47 von dem Wiesbadener Ernst Müller eingerichtet. - In Wiesbaden baut die Stadtgärtnerei auf Grünflächen im Südfriedhof Gemüse an um die Hungersnot zu bekämpfen. - In Bad Homburg isst der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (58) in seiner Sommerresidenz im Stadtschloss laut vergoldeter Speisekarte geröstete Kalbsschnitte und Steinlachs mit Stangenspargel und trinkt französischen Veuve Cliquot-Champagner. Das Volk hungert. - Die Sommerzeit wird eingeführt. - Der in Bad Homburg geborene uradelige Jagdflieger alias Adler der Ägäis mit 20 Luftsiegen Rudolf von Eschwege (St) (23) wird bei der Attacke auf einen britischen Fesselballon von einer darin versteckten Bombe getötet. - In Darmstadt ist die Fliegerstation 9 für Militärflugzeuge ansässig. - In Frankfurt fallen bei 11 Fliegerangriffen 109 Bomben, wobei es 21 Tote und 49 Verletzte gibt. - In Frankfurt ist das Kino Olympia-Lichtspiele in der Weissfrauenstraße 16. - Mainz hat 122876 Einwohner und Wiesbaden hat 93609 Einwohner. - In Rüsselsheim wird der in Rüsselsheim geborene Automobilbauer und Industrielle Heinrich Opel (44) zu Heinrich von Opel in den großherzoglich hessischen Adelsstand erhoben. - Der morganatisch geborene hessendarmstädter Prinzensohn Prinz Ludwig Alexander von Battenberg (St) (63) wird zu Louis Mountbatten, 1. Marquess of Milford Haven angliziert. - Der in Darmstadt geborene Graf Georg Friedrich Karl von Hertling (74) wird Reichskanzler. - In Langen stirbt die in Meerholz geborene Grafentochter Elisabeth von Isenburg Büdingen Philippseich (St) (20).

1916 Wetter: Katastrophale Kartoffelernte. - In Frankfurt tritt der jüdische frankfurter Wirtschaftsdezernent Ludwig Landmann (48) aus der jüdischen Gemeinde aus und wird konfessionslos. - In Königstein im Taunus stirbt die nassauische Herzogin und Großherzogin von Luxemburg Adelheid Marie von Anhalt-Dessau (St) (83). Ihr einzig lebendes Kind ist die badische Großherzoginwitwe Hilda von Nassau (St) (52). Die luxemburger Großherzogin Maria Adelheid von Nassau Weilburg (St) (22) besucht sie. - In Offenbach berichtet die Tageszeitung Offenbacher Abendblatt von der Eröffnung der Neuen Synagoge mit einem 30 Meter hohen Kuppelbau in der Goethestraße. - Das Handels-U-Boot Deutschland steht im Dienst der Hoechst AG. - In Frankfurt Schwanheim wird in der schwanheimer Volksschule Gerolsteiner Straße 2 (2016 August Gräser Schule). der Schlagstock aus dem Klassenraum und vom Lehrerpult verbannt. - Prinz Friedrich Wilhelm Sigismund von Hessen Kassel (St) (23) fällt in Rumänien. - Mainz hat 126184 Einwohner, Wiesbaden hat 101506 Einwohner und Darmstadt hat 71410 Einwohner. - In Frankfurt trägt die Studentenverbindung KDStV Hasso Nassovia Bandcouleur und veranstaltet ihre wöchentlichen Kneipabende im Gasthaus Alemannia.Hauptwache 11 alias Schillerplatz 4. - In Mainz stellt die Brauerei Zum Birnbaum in der Birnbaumgasse 5 den Braubetrieb wegen Braugerstemangel ein. - In Frankfurt wird das Hotel Hohenzollern eröffnet, das auch eine Bar und ein Kaffeehaus beherbergt.

1915 In Frankfurt Sachsenhausen lässt sich der Maler Max Beckmann (31) nieder. - In Rüdesheim wird die Eisenbahnbrücke Hindenburg über den Rhein eröffnet. - In Frankfurt verliert der Hauptbahnhof seinen Status als größter Kopfbahnhof Europas an Leipzig. - Der in Birstein geborene Fürst Franz-Joseph zu Isenburg-Birstein (St) (46). wird Chef der deutschen Militärverwaltung von Litauen, wo er sehr streng regiert. - In Frankfurt gründen der Teehändler Otto Meßmer, Goethestraße 3 und Bernhard Wiesengrund und sein Sohn Theodor W. Adorno (12) die Getränke GmbH, die den koffeinhaltigen Teerersatz Stimula vermarkten. - In Mainz ist der Gasthof Zu den drei Königen von Franz Hirth in der Löhrstraße 31.

1914 In Frankfurt tritt der Sänger und Komiker Otto Reutter (44) im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 auf. - In Frankfurt wird die Universität Frankfurt als erste Stiftungsuniversität mit 600 Studenten gegründet. - Der frankfurter Fußballverein FFV Kickers Victoria wird süddeutscher Vizemeister. - In Wiesbaden berichtet die Tageszeitung Wiesbadener Volksblatt von der Eröffnung des pompös neuerbauten Lichtspielhauses Thalia-Theater des Zeitungsverlegers Emil Bommert mit 500 Plätzen mit Eingang in der Kirchgasse mit dem Stummfilmdrama Atlantis, in dem ein Lusxusdampfer untergeht. Vor dem Film, der von einem Orchester begleitet wird, gibt es Variete. Das billigste Billet für einen Holzstuhl ganz vorne kostet 10 Pfennig, ganz hinten das Sofa 50 Pfennig. - In Frankfurt hat der Adler Fahrradhersteller, Schreibmaschinenhersteller und Automobilhersteller Heinrich Kleyer (61) Höchster Straße alias Kleyerstraße rund 7000 Beschäftigte und mehr als 100000 Adler Schreibmaschinen und rund 11000 Adler Automobile verkauft. - In Frankfiurt wird die Festhalle von der Militärverwaltung beschlagnahmt und als Kleiderkammer und Soldatenquartier benutzt. - In Frankfurt überqueren ein Herr Heymann aus der Heidestraße und der Gastwirt Effelsberger vom Alten Markt als letzte die steinerne Alte Brücke, danach wird sie abgerissen und durch eine Notbrücke ersetzt. - Der in Darmstadt unehelich geborenen hessendarmstädter Prinzensohn Gottfried von Lichtenberg (St) (37) stirbt bei Kampfhandlungen bei Esternay. - In Wiesbaden erreicht Oberbürgermeister Karl Glässing (48), dass unverdächtige Ausländer aus neutralen Ländern trotz des Krieges zur Kur kommen dürfen. - Kurz vor Kriegsbeginn rufen USPD und SPD zu Demonstrationen gegen den Krieg auf. Es kommt zu Gegendemonstrationen, bei denen tausende von Teilnehmer patriotische Lieder singen und die beiden Kaiser, den deutschen und den österreichischen hoch leben lassen. - In Bad Homburg werden 400 russische, 200 englische, 200 amerikanische und 100 französische Kurgäste unter militärische Aufsicht gestellt und erst nach 7 Wochen dürfen sie Deutschland verlassen. - In Bad Homburg berichtet die Tageszeitung Taunusbote von einer Kundgebung im Kurhausgarten von Einheimischen, die Die Wacht am Rhein und Ich bin ein Preuße, gespielt von Kurkapelle und Bataillonskapelle, begeistert mitsingen. Frau Landrat Ritter von Marx kümmert sich mit dem Vaterländischen Frauenverein um eine Verpflegungsstation im bad homburger Bahnhof. - In Bad Homburg werden die Kurkliniken in Reservelazarette umgewandelt. - Prinz Maximilian Friedrich Wilhelm Georg von Hessen Kassel (St) (23) fällt in Flandern. - In Wiesbaden gibt es 4682 Telefonanschlüsse. - In Frankfurt zieht das frankfurter Teehandelshaus Teehaus Ronnefeldt vom Haus Zum goldenen Brunnen Roßmarkt 8 in die Goethestraße 3. - In Frankfurt wird das Hotel Englischer Hof in Hessischer Hof umbenannt. In Frankfurt wirbt das Hotel Frankfurter Hof Kaiserplatz, dass der Hotelbetrieb durch den Betrieb eines Lazaretts durch dieses nicht beeinträchtigt ist. - In Frankfurt Bockenheim Nord ensteht ein Villenviertel in der Sophienstraße, Georg-Speyer-Straße, Franz-Rükker-Allee und Zeppelinallee. - Der in Darmstadt geborene Freiherrnsohn und hessische Hofgerichtsratssohn Freiherr Georg Friedrich Karl von Hertling (71) wird in den Grafenstand erhoben. - In Frankfurt ist das Restaurant Kristallpalast im Behagel Haus von Direktor Oskar Stritzl in der Großen Gallusstraße 12 (2016 Große Gallusstraße 19, rechts neben Brüsseler Hof Ecke Neue Mainzer Straße/Große Gallusstraße 19). Im Saal Alt-Frankfurt sitzt der Besucher in einer vollständigen romantischen frankfurter Deko-Häuserzeile. Unter der mit Wolkenhimmel bemalten Tageslichtdecke hängt ein Heißluftballonkorb.

1913 Der in Darmstadt geborene Jurist und ehemalige Geheime Oberfinanzrat Karl Glässing (47) wird wiesbadener Oberbürgermeister. - In Frankfurt hält Rosa Luxemburg (42) im Gasthaus Liederhalle in der Basaltstraße eine Kriegsdienstverweigerungsrede, eine weitere in Fechenheim, weshalb sie vom Landgericht Frankfurt zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wird. - In Frankfurt wird die Deutschherrn-Eisenbahnbrücke eröffnet. - In Frankfurt eröffnet am Danziger Platz ein neuer Ostbahnhof. - Der frankfurter Fußballverein FFV Kickers Victoria wird süddeutscher Vizemeister. - In Mainz Weisenau betreibt die Unionsbrauerei Groß Gerau das Gasthaus Zum weißen Ross. Die Unionsbrauerei bringt das Bier mit Kraftfahrzeugen. - Wiesbaden hat 56000 Kurgäste. - In Wiesbaden wird das Erdgeschoss der Prunk Villa Clementine Frankfurter Straße 1 in eine Garage umgewandelt. - In Mainz wird der unsinnige Brauch beim Fastnachtsumzug die Laternen tagsüber anzuzünden und zur Dämmerung zu löschen letztmalig gepflegt. - Mainz hat 122060 Einwohner. - In Frankfurt Goldstein produziert der Flugzeugpionier August Euler (45) auf dem Hofgut Goldstein Gelände den Euler Miitär Doppeldecker II. - In Frankfurt wird der frankfurter Bankier Maximilian von Goldschmidt Rothschild (--) in den Freiherrnstand erhoben. Er wird Freiherr von Wroniawy in Posen. - In Darmstadt eröffnet die nichtschlagende katholische Studentenverbindung KDStV Nassovia Darmstadt ein Verbindungshaus  Ballonplatz 5 alias Alexanderstraße 29 gegenüber der Hochschule. - In Frankfurt hält der Senior Leo Stahl im Gasthaus Faust Am Schauspielhaus die Gründungskneipe der KDStV Hasso Nassovia Frankfurt. - In Wiesbaden wird der ehemalige badkreuznacher Kurorchesterdirigent und wiesbadener Kurhaus Musikdirektor Carl Schuricht (33) mit seiner Erstaufführung von Gustav Mahlers (++) 8. Sinfonie deutschlandweit bekannt. - Der in Frankfurt geborene Großindustrielle Gustav Hermann von Passavant (St) (41) heiratet Freiin Leopoldine von Franckenstein (St) (39). - In Wiesbaden eröffnet die Germania Brauerei Wiesbaden Mainzer Straße 99-101 (2016 Mc Donalds) eine Flaschenbierabteilung. - Der mainzer Fußballclub Hassia 05 fusioniert mit dem Fußballclub Hermannia 07 und lässt sich als 1. Mainzer Fußballverein 05 eintragen. - In Frankfurt tritt der international bekannte Degenkünstler Karl Hopf im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 auf. Er pflegt einen luxuriösen Lebensstil. Beim Giftmordversuch mit einer Mischung aus Arsen und Tuberkulosefluid an seiner dritten Frau wird er im Diakonissenkrankenhaus verhaftet. Er wird wegen Mordes an seiner 1. Frau, seinem unehelichen Sohn und seinen Eltern vom Frankfurter Geschworenengericht zum Tode verurteilt und in Frankfurt Preungesheim hingerichtet.

1912 Der in Wiesbaden Biebrich geborene protestantische luxemburger Großherzog und Herzog Wilhelm Alexander von Nassau Weilburg (St) (60) stirbt ohne männlichen Erben in Luxemburg. In Königstein ist das Luxemburgische Schloss der Sommersitz seiner Mutter Großherzogin von Luxemburg Adelheid Marie von Anhalt-Dessau (St) (79). - In Frankfurt wird der Osthafen eingeweiht. - In Frankfurt gastiert einen Monat lang der Circus Sarrasani ausverkauft in der Festhalle. - In Mainz stellt die Rheinische Brauerei Wormser Straße 151 ihren Braubetrieb ein, nachdem die Großaktionäre ihr Geld zurückforderten. - In Mainz übernimmt die Mainzer Actien Brauerei die Rheinische Brauerei Mainz-Weisenau. - In Wiesbaden besucht der deutsche Schriftsteller Hermann Löns den Kreisarzt Dr Pilf in Bierstadt in der Neptunstraße. - In Darmstadt ist das Hotel Hess Rheinstraße 22 ein Luxushotel. - In Frankfurt Bockenheim ist Jakob Sprenger (18) bei der Post tätig. - Mainz hat 121301 Einwohner. - Die in Frankfurt geborenen jüdisch evaangelisch konvertierten Brüder, Casella-Besitzersöhne, Chemiker und Großindustriellen Leo Gans (69) und Friedrich Ludwig Gans (79) werden vom deutschen Kaiser und preußischen König Wilhelm von Zollern II (St) (53) in den preußischen Adelsstand erhoben und nennen sich danach Leo von Gans und Friedrich Ludwig von Gans. - Die in Mainz startende Kette der Main-Kettendampfschleppschiffe erreicht ihre größte Länge von 396 Kilometern und reicht bis Bamberg. - In Idstein Heftrich wird mit Blei- und Kupferabbau begonnen. - In Frankfurt gibt die bedeutendste deutsche Filmproduktion PAGU Kaiserstraße 64 ihren Stammsitz auf und zieht nach Berlin. In Frankfurt bleibt nur eine unbedeutende Filiale zurück. - In Darmstadt Griesheim verlegt August Euler (44) seine Flugzeugfabrik mit Flugschule und Werkstättennach Frankfurt Niederrad. - Erster amtlicher Postflug zwischen Darmstat un Frankfurt. - In Wiesbaden wird der ehemalige badkreuznacher Kurorchesterdirigent Carl Schuricht (32) Musikdirektor im Kurhaus. - In Mainz hat das Hotel Germania Rheinstraße 43 von Franz Joseph Endres die Telefonnummer 4098. Es gibt fließendes Wasser und eine Centralheizung. - In Frankfurt wird auf Proteste der Anwohner des Bahnhofsviertels eine Kasernierung der Prostituierten, die sogar auf der Straße ihr Dienste anbieten diskutieret. Es kann aber keine Lösung gefunden werden. - In Frankfurt werden die Straßenbahnplattformen verglast um die Mitarbeiter vor der Witterung zu schützen. - Bad Homburg erhält den Heilbadnamenszusatz Bad.

1911 Wetter: Im Hochsommer 35 Grad im Schatten. - In Frankfurt eröffnen die Theatergründer, der jüdische wiener Intendant Arthur Hellmer (44) alias Arthur Ehrlich und der Schauspieler Max Reimann (36) das Theater Neues Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße mit dem Heinrich von Kleist-Stück Der zerbrochne Krug. - In Rüsselsheim brennt die kriesengeschüttelte Nähmaschinenfabrik Adam Opel ab, wird neu aufgebaut und stellt nur noch Fahrräder und Motorwagen alias Kraftfahrzeuge her. - In Mainz ist das Cafe Restaurant Neuf, Insel 6, 2 min vom Theater mit der Telefonnummer 495. Das Bier kommt von der Brauerei Werger. - In Frankfurt findet ein Fahrrad Sechstagerennen statt. - In Wiesbaden Erbenheim veranstaltet der Wiesbadener Rennclub e.V nachmittags um 3 Uhr Pferderennen. - In Frankfurt beginnt der Tuchwarenverkäufer Hans Albers (21) am Theater Neues Theater Mainzer Landstraße 55 seine Bühnenkarriere mit dem Lustspiel in 3 Akten Mein erlauchter Ahnherr von Alfred Schmidtgen, in dem er einen Gymnasiasten spielt. - In Frankfurt wird aus dem ehemaligen Stadttheater Theaterplatz alias Rathenauplatz das luxuriöse Siegmund Strauss Geschäftshaus. - Mainz hat 112167 Einwohner. - In Frankfurt Goldstein errichtet der Flugzeugpionier und Entwickler des Euler Militär Doppeldeckers August Euler (43) auf dem Hofgut Goldstein Gelände eine Flugzeugfabrik. - In Deutschland gibt es 6 Millionen Kinobesuche. - In Frankfurt zeigt das Kino Hohenzollern Theater Hohenzollernstraße 1-7 alias Düsseldorfer Straße 1-7 mit 500 Plätzen (2016 Club SKYclub Frankfurt) von W. F. Schallop das 38-minütige Stummfilmdrama mit erotischen Szenen Abgründe mit der in Kopenhagen geborenen Schmiedstochter, dänischen Schauspielerin und erstem weiblichen Filmstar der Kinogeschichte Asta Nielsen (30). - Der aus Ostpreußen stammende jüdische frankfurter Vorsitzende der aus der Allgemeinen Kinematographen-Theater Gesellschaft, Union-Theater für Lebende und Tonbilder GmbH, hervorgegangenen PAGU Kaiserstraße 64 Paul Davidson (44) gründet mit dem Shootingstar Asta Nielsen (30) und dem Konteradmiralssohn und Regisseur Urban Gad (30) die International Film Sales Company und sichert sich damit weltweit die Aufführungsrechte, was bis dahin unüblich ist. Ihr nächster Stummfilmhit Heißes Blut nach vier Wochen von der Zensur verboten. - In Mainz ist das Lokal Der Eiserne Turm von Christian Schulz an der Löhrstraße Kaiser-Wilhelm-Ring 46. - In Frankfurt ist das Restaurant Kristallpalast im Behagel Haus von Direktor Oskar Stritzl in der Großen Gallusstraße 12 (2016 Große Gallusstraße 19, rechts neben Brüsseler Hof Ecke Neue Mainzer Straße/Große Gallusstraße 19). Im Saal Alt-Frankfurt sitzt der Besucher in einer vollständigen romantischen frankfurter Deko-Häuserzeile.

1910 In Wiesbaden wird Alfred Schulte (38) Geschäftsführer der Direktion der Städtischen Wasser- und Lichtwerke Wiesbaden. - Deutschland hat 64925993 Einwohner. - Frankfurt hat 480299 Einwohner, Mainz hat 110634 Einwohner, Wiesbaden hat 109002 Einwohner und Darmstadt hat 87089 Einwohner. - In Frankfurt wird die Stadt Rödelheim eingemeindet. - Im Frankfurt Riederbruch eröffnet der Ostpark mit Schulgarten. - In Frankfurt wird die Honsellbrücke eröffnet. - Wiesbaden hat 200000 Kurgäste. - In Frankfurt stellt der Adler Fahrradhersteller und Schreibmaschinenhersteller Heinrich Kleyer (57) Höchster Straße alias Kleyerstraße Buchungsmaschinen her. - In Frankfurt findet die Ausstellung für Sport und Spiel und Schiesswettbewerbe in der Festhalle statt.  - In Wiesbaden Erbenheim wird (2016 Army Airfield/Clay Kaserne) eine Pferderennbahn mit Rennplätzen, Tribünen, Verwaltungsgebäude mit Uhrtürmchen und Ställen eröffnet. Die lokale Presse preist das prächtige Geläuf und elegant zum Himmel strebende Tribüne. - In Frankfurt Griesheim wird der Exerzierplatz (2016 Friedrich Ebert Siedlung) als Übungsflugplatz genutzt. - In Frankfurt Griesheim wird der Exerzierplatz Griesheim (im Bereich der Friedrich-Ebert-Siedlung) als Übungsplatz der Frankfurter Flugpioniere benutzt. - In Bad Homburg kauft der Landrat Dr. Gustav Adolf von Brüning den städtischen Garten und baut darin eine Jugendstilvilla später Villa Adelheidswert. - In Frankfurt logiert der in Argentinien geborene jüdische und bedeutendste Getreidegroßhändler der Welt Hermann Weil (42) bis 1914 im palastartigen Luxushotel Imperial am Opernplatz Bockenheimer Landstraße 1 mit seinem Sohn Felix Weil (12). - In Wiesbaden gibt es 3907 Telefonanschlüsse. - In Kronberg bezieht Fritz Mumm von Scharfenstein auf dem ehemaligen Gelände der Cronberger Schützengesellschaft Kastanienhöhe 1 einen Sommersitz. - In Frankfurt Sachsenhausen wird in der Wallstraße 22 das Kino Wall-Lichtspiele mit 180 Plätzen von Isidor Zernich. - In Bad Homburg findet für Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (51) eine Luftschiffparade mit 3 Luftschiffen statt. Beim Rückflug reißt sich in Limburg Blumenrod das Luftschiff Z2 los und zerschlellt bei Weilburg. - In Friedberg logiert der russische Zar Nikolaus II (St) (32) 2 Monate lang zur Kur in der Burg, die seinem Schwager Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (42) gehört und die extra umgebuat wird. - In Langen besucht Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (51) den russischen Zar Nikolaus II (St) (32), bei dessen Aufenthalt auf Schloss Wolfsgarten. - In Wehrheim wird die einfache Raststation für Fuhrleute Waldfriede zum vornehmen Ausflugshotel Waldfriede umfunktioniert, wohin sonntags 2 Sonderzüge Besucher bringen, die das 800 Meter entfernte Römerkastell Saalburg besuchen. - In Frankfurt Griesheim und Frankfurt Rebstock bildet der Flugzeugpionier August Euler (42) auf den Flugplätzen Piloten aus. Zum Fliegen benötigt man einen Flugschein. August Euler (42) hat den Flugschein Nummer 1. - In Frankfurt eröffnet auf der Zeil 123 der Zeilpalast, ein Büro- und Geschäftsgebäude. - In Deutschland gibt es 2,5 Millionen Kinobesuche. - In Frankfurt eröffnet das Kino Hohenzollern Theater Hohenzollernstraße 1-7 alias Düsseldorfer Straße 1-7 mit 500 Plätzen (2016 Club SKYclub Frankfurt) und bewirbt sich selbst als das größte frankfurter Kino mit den neuesten Filmen und täglich 652 Besuchern. - In Frankfurt wird der jüdisch evangelisch konvertierte frankfurter Bankier Eduard Beit (50) geadelt und nennt sich danach Eduard Beit von Speyer. - In Frankfurt trifft sich der Jüdische Frauenverein im Saal der Freimaurerloge Carl zum aufgehenden Licht mit Eingang in der Große Gallus-Straße 5 (Versammlungssaal 2016 Kirchnerstraße 6-8) wobei das von Vereinsmitglied Frau Levy geschriebene Luststück Der Bekehrte aufgeführt wird. - In Mainz ist das Hotel Holländischer Hof in der Rheinstraße 77. - In Frankfurt wird durch die erhöhte Biersteuer Bier boykottiert, wodurch der Bierabstatz um 30% zurückgeht. Der Ingenieur und Verleger Ernst Ludwig fordert im Namen der geschädigten Firmen auf Flugblättern die Aufklärung der Bevölkerung, die in den Brauereien die Schuldigen gefunden zu haben glaubt.

1909 In Frankfurt wird die Festhalle mit Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (50) und dem 3. Wettstreit Deutscher Männergesangsvereine eröffnet. - In Frankfurt wird die erste Fluggesellschaft der Welt, die Deutsche Luftschiffahrts-Aktiengesellschaft DELAG gegründet. - In Frankfurt landet zur Internationalen Luftschiffausstellung Graf Ferdinand von Zeppelin (42) mit seinem Zeppelin LZ 2. - In Frankfurt wird der Fußballclub FSV Frankfurt 1899 als Verein eingetragen. - Wiesbaden hat 208620 Kurgäste. - In Wiesbaden eröffnet das Sektschloss der Firma Henkell & Co in der Biebricher Allee mit dem Sekt Henkell Trocken. - In Königstein Falkenstein wird das Sanatorium Debusweg 6-18 in ein Offizierserholungsheim (1999 Hotel Kempinski) umgebaut. - Mainz hat 109844 Einwohner. - In Hanau bewirbt Ludwig Bracker Sprechmaschinen mit Lichteffekten und bietet auch den Umbau von Automaten und die neuesten Gramophone an. - In Frankfurt wird das Tonfilmtheater Union Theater in der Kaiserstraße 74 im Frankfurter Adressbuch als das eklusivste und eleganteste Tonfilmtheater Deutschlands beworben. - In Darmstadt Griesheim eröffnet der Flugpionier August Euler (41) den ersten deutschen Flugplatz auf einem von ihm gepachteten Schießplatz auf dem Truppenübungsplatz.

1908 In Wiesbaden wechselt der Schriftsetzersohn Theodor Habicht (10) von der Mittelschule auf das reformierte Realgymnasium Oranienstraße 5–7 (2016 Oranienschule). - In Frankfurt wird die jüdische und evangelisch getaufte Cassella Teilhaber Familie Weinberg in den Adelsstand erhoben, wodurch sich Carl Weinberg (47) Carl von Weinberg nennen darf. - In Frankfurt findet das XI. Deutsche Turnfest im Rohbau der Festhalle statt. - Der in Offenbach geborene Prinz Victor von Isenburg Büdingen (St) (36) heiratet morganatisch die bürgerliche Leontine Rohrer, die dafür vom Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (40) zur Freifrau von Rombach ernannt wurde. - In Mainz übernimmt die Mainzer Actien Brauerei die Flaschenbierabfüllung selbst. - In Frankfurt zieht die jüdisch-deutsch kombinierte Schule Philantropin von der Rechneigrabenstraße 16-18 in die Hebelstraße 15-17 um. - In Wiesbaden ist das Hotel Imperial von H Schwarze in der Sonnenberger Straße 16. - Mainz hat 108985 Einwohner. - Der jüdische frankfurter Textilwarenhausunternehmer Hermann Wronker (41) erweitert auf der Südseite der Zeil 105 das 80 Meter lange Warenhaus Wronker, das größte der Stadt im Reformstil. - In Frankfurt bringt die die Allgemeine Kinematographen-Theater Gesellschaft, Union-Theater für Lebende und Tonbilder GmbH des aus Ostpreußen zugewanderten jüdischen frankfurter Sicherheitsfirmenbesitzer Paul Davidson (41), des aus Ostpreußen zugewanderten jüdischen Warenhauskettenbesitzers Hermann Wronker (41), des heidelberger Matratzenherstellers und Immobilienbesitzers Julius Wiesbader und des in Frankfurt geborenen Immobilienbesitzers Max Bauer (41) in ihrem Kino alias Tonfilmtheater Union Theater in der Kaiserstraße 74 acht 3-minütige fortlaufende Tonfilmstücke der wiener Premiere der Oscar Straus (38) Operette Ein Walzertraum. - In Frankfurt ist das Restaurant mit bemaltem Gewölbespeisesaal Münchener Hofbräu im Gasthaus Alemannia Schillerplatz 4 an der Hauptwache 11 der Deutschen Restaurant Gessellschaft mit Sitz in Frankfurt. Getrunken wird aus Steingutkrügen. - In Darmstadt Griesheim gründet der Flugpionier August Euler (40) die Euler Flugmaschinenwerke. - In Mainz ist die Conditoreiwaaren-, Lebkuchen- und Bonbonsfabrik Goebel von dem in Mainz geborenen Lorenz Goebel (53) in der Ecke Fuststraße/Gymnasiumstraße mit rund 200 Mitarbeitern laut der Tageszeitung Neuester Anzeiger die weitaus größte Zuckerwarenfabrik Hessens mit Waren nach Mittel-, Süd- und Westdeutschland und Luxemburg und auch eines der größten Unternehmen der Stadt. In ihrem Schaufenster legt mechanischer Osterhase Ostereier und ein mechanischer Nikolaus holt Lebkuchenfiguren aus seinem Sack raucht dabei eine Zigarre. Ein Topseller ist ein Lutscher mit eingearbeitetem Schmetterling oder Blume. - In Deutschland sind 8243498 Frauen berufstätig. - In Frankfurt hat der jüdische Frauenverein mit 406 Mitgliedern 92 Frauen eine Arbeitsstelle vermittelt, darunter 24 Erzieherinnen und 24 Köchinnen, was in den Folgejahren so weitergeht. - In Offenbach sieht die jüdische Religionsschule in der Mathildenschule ihr Hauptinteresse darin zugewanderten Juden, hauptsächlich aus dem Osten, charitativ zu helfen und ihnen Hebräisch beizubringen. - In Mainz kauft der jüdische Bierbrauer Philipp Mayer die bankrotte Sonnenbrauerei mit Gasthaus Zur Sonne in der Betzelsgasse 25.

1907 In Frankfurt befindet sich das Theater Orpheum auf der Neue Zeil 80-82 auf. - Der in Frankfurt geborene Frankfurter Kickers Spieler Fritz Becker (19) wird Fußballnationalspieler in der ersten Deutschen Fußball Nationalmannschaft, verliert in Basel 5:3 aber schießt das erste deutsche Länderspieltor. - In Wiesbaden wird im Kurhaus eine riesige Orgel der Firma Sauer im Südflügel eingebaut. - In Frankfurt entdeckt der breslauer Likörfabrikantensohn, Geheime Medizinalrat und Leiter des Instituts für Serumforschung und experimentelle Therapie Paul Ehrlich (53) im Georg-Speyer-Haus Paul-Ehrlich-Straße 42-44 das Arsen-Syphilismittel Salvarsan. - In Höchst kauft die Hoechstdirektorenwitwe Clara Brüning (64) das verfallene  Höchster Schloss, lässt es historisch getreu wiederherstellen und öffnete den Park für die Bevölkerung. - In Frankfurt kommt es zur Hauptversammlung des Verbandes für Frauenstimmrecht. - In Frankfurt hält der Verband fortschrittlicher Frauen seine Jahresversammlung mit den Hauptrednerinnen, der homosexuellen Frauenrechtlerin Lida Gustava Heymann (39) und Maria Lischnewska, die das Frauenstimmrecht fordern, ab. - In Darmstadt kommt die Erstausgabe der darmstädter Zeitung und Kampforgan Hessischer Volksfreund unter Redakteur Dr Ludwig Quessel im Gewerkschaftshaus Bismarckstraße 16 heraus. - In Frankfurt befindet sich am Opernplatz das palastartige Hotel Imperial Bockenheimer Landstraße 1. - In Frankfurt wird der Sohn des bedeutendesten Getreidehändlers der Welt Felix Weil (09) Schüler des Goethe-Gymnasiums Friedrich Ebert Anlage 22. - Der in Mainz geborene Sektfabrikant Otto Henkell (38) zieht nach Wiesbaden. - Mainz hat 98981 Einwohner. - In Frankfurt wird im Luxushotel Zum Schwan Steinweg 12 alias Goetheplatz ein Lichtspieltheater eröffnet, das wieder 1918 schließt. - In Rüdesheim erfindet der Cognac Brenner Hugo Asbach (39) die Bezeichnung Weinbrand für Cognac aus Deutschland. - In Wiesbaden wird eine internationale Rassehundeausstellung veranstaltet. - Der luxemburger Großherzog Wilhelm Alexander von Nassau Weilburg (St) (55) schafft im Erbstreit und der Merenberg-Affäre mit seinem Cousin Graf Georg von Merenberg (St) (36) einfach das salische Recht ab und erklärt seine älteste Tochter Marie-Adelheid von Nassau Weilburg (St) (13) zur rechtmäßigen Thronfolgerin. Seinen Cousin Graf Georg von Merenberg (St) (36) findet er mit einer Jahresrente von 40000 Goldmark ab, wofür dieser am Wiesbadener Gericht seine Klage zurücknimmt. - In Frankfurt eröffnet die jüdische Allgemeine Kinematographen-Theater Gesellschaft von Hermann Wronker (40), Paul Davidson (40), Wiesbader und Bauer ein Kino alias Tonfilmtheater Union Theater in der Kaiserstraße 74. - In Frankfurt eröffnet das Kino Edison Theatre in der Schäfergasse 14 von Hessrs, Höhn und Eichnauer mit einem Edison Projektor, das amerikanische Produktionen zeigt. - In Frankfurt eröffnet auf der Zeil 54 das moderne, extrem elegante und geschmackvoll eingerichtete Tonbildtheatere mit überwältigendem Zuschauerinteresse. 3 minütige Filme werden synchron mit Schallplatten abgespielt. - In Frankfurt tritt Enrico Caruso (34) in der frankfurter Oper, Opernplatz auf, während seine Filme Tonfilmtheater Union Theater in der Kaiserstraße 74 gespielt werden und danach über Wochen im Programm bleiben. In Frankfurt eröffnet Heinrich Putzo in der Kaiserstraße 50 das ehemalige Kino Kinephontheater unter dem Namen Boulevard Theater neu. - In Frankfurt wird nach einer mit Moritz A Loeb und Jacob Rosenheim geführten Debatte mit dem Verein zur Pflege jüdischer Lebensanschauungen im Saal der Freimaurerloge Zum frankfurter Adler in der Sailerstraße 12 (2016 Ostflügel des Alten- und Pflegeheim Anlagenring GmbH Sailerstraße 20) ein jüdischer Frauenverein mit 90 Mitgliedern gegründet. Hauptaufgabe ist die Vermittlung von Arbeitsstellen. Innerhalb der jüdischen Gemeinde sind die Anfeindungen zahlreich. Auf die Einhaltung der Sabbathruhe wird streng geachtet, was aber auch ein großes Problem bei der Vermittlung ist. Es besteht bereits ein Israelitischer Frauenverein, der ein Waisenhaus betreibt. - In Frankfurt gewinnt der Mainzer Ruderverein 1878 Achter mit Steuermann bei der Deutschen Rudermeisterschaft auf dem Main und wiederholt die Meisterschaft zwei Mal. - Der in Höchst geborene höchster Fischersohn, höchster Fährmannsohn und VDO Gründer Adolf Schindling (20) nimmt als Matrose in der deutschen Kolonie Tsingtao in China an einem Reitturnier teil. - In Mainz wird die Rheinische Bierbrauerei Mainz mit der Telefonnummer 22 und 596 mit dem Vorwurf konfrontiert, dass ihr wiederverschließbarer Porzellanverschluß die Qualität des Bieres nicht garantieren kann, weil die Flasche beliebig of unbemerkt geöffnet werden kann. Deshalb sichert nun eine dünne Kordel den Verschluss. Die Kordel zerstört beim Öffen ein am Flaschenhals angebrachtes zusätzliches Etikett. Es wird ein Special und ein Tafelbier Hell produziert. - Der in Mainz geborene Schuhmachersohn, Großgastronom, Kaffeehausbesitzer und Weinhändler Lorenz Adlon (58) eröffnet in Berlin das Luxushotel Adlon. - In Frankfurt wird das außen neoklassizistische aber innen mit Rokoko und Empireeinrichtung ausgestattete Hotel Carlton vom Hotelier Wilhelm Boening als das schönste Hotel Süddeutschlands eröffnet. Man betritt es durch einen Palm Court, in dem um 17:00 das Salonorchester zum Tee spielt. Im Hotelrestaurant mit Grill-Room trifft sich die Leading Society, zu der auch Fremde Zugang haben. - In Frankfurt wird an der Gallusanlage das Hohenzollernhaus (2016 Westseite EZB Hochhaus) eröffnet, in dem Johann Wilhelm Franzmann das Restaurant Kaiserkeller auf 840 m² mit zusätzlicher Terrasse für über 1000 Gäste betreibt. Es gibt Pilsener Urquell und Münchner Löwenbräu Bier.

1906 In Wiesbaden wird das alte Kurhaus durch einen Neubau ersetzt. - In Wiesbaden eröffnet der Wiesbadener Männergesangsverein die Wartburg als Vereinsheim in der Schwalbacher Straße 51. - In Wiesbaden erhält die neue gemeinsame Quelle im Schwarzen Bock den Namen Drei Lilien Quelle. Das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz hat elektrisches Licht, Lifte und 220 Betten bei einem Zimmerpreis von 5 Mark. - In Wiesbaden werden die drei wiesbadener Bahnhöfe mit der Eröffnung des neuen wiesbadener Hauptbahnhofs ersetzt. - In Frankfurt finden Grabungen am Steinernen Haus Markt 44 statt, wobei rund 1000 Jahre alte Gutshausmauern, Dachziegeln und Schieferplatten gefunden werden. - Der in Frankfurt geborene spätere Flugzeugkonstrukteur und Gastwirtssohn Willy Messerschmitt (08) zieht nach Bamberg. - In Frankfurt wird für das Stadtgebiet die Kirchensteuer von 10 % auf 15 % der Einkommensteuer erhoben. - In Frankfurt eröffnet gegenüber des Südausgangs des Hauptbahnhofs in der Mannheimer Straße 11-13 der schweizer Franz Herrlein das Hotel Monopol mit Weinrestaurant, Weinkeller, und großer Garten Terrasse. - In Wiesbaden schenkt der Sektfabrikant Friedrich Wilhelm Söhnlein (39) seine neu erbaute Villa Söhnlein-Pabst Paulinenstraße 7 seiner amerikanischen Frau Emma Pabst (35). - Mainz hat 91663 Einwohner. - in Frankfurt gründet sich die Freie Turnerschaft Nord ehemalige Arbeiterturnverein Frakfurt Abteilung und beginnt mit Turnstunden im Saal der Gaststätte Flora am Friedberger Platz. - In Frankfurt gründet der aus Ostpreußen zugewanderte jüdische frankfurter Sicherheitsfirmenbesitzer Paul Davidson (39), der aus Ostpreußen zugewanderte jüdische Warenhauskettenbesitzer Hermann Wronker (39), der heidelberger Matratzenhersteller Immobilienbesitzer Julius Wiesbader und der in Frankfurt geborene Immobilienbesitzer Max Bauer (39) die Allgemeine Kinematographen-Theater Gesellschaft, Union-Theater für Lebende und Tonbilder GmbH, mit Davidson als Generaldirektor. Ihr erstes Kino wird aber in Heidelberg eröffnet. Danach eröffnet das Union Theater Grosse Gallusstraße in den Räumlichkeiten von Wiesbader und Bauer. - In Mainz wird eine Berufsfeuerwehr unter Anton Darapsky in der Neubrunnenstraße 13 aufgestellt. - In Gelnhausen Meerholz heiratet Gräfin Ortrud zu Ysenburg und Büdingen (St) (25), Tochter des Grafen Karl von Isenburg und Büdingen (St) (81) und seiner Frau Gräfin Agnes von Isenburg und Büdingen (St) (++), den jüngsten Herzogssohn Prinz Albrecht von Shleswig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (43).

1905 In Frankfurt wird das für die Post ungeeignete Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10 an die Stadt verkauft und ein Museum für Völkerkunde eingerichtet. - In Frankfurt eröffnet der erfolgreiche wiener Zirkusbetreiber Albert Schumann (47) am Bahnhofsvorplatz Hauptbahnhof 16 das Schumann Theater, einen festen Jugendstilbau für Zirkus und Varietetheater für 5000 Zuschauer für 4000000 Mark mit einer von ihm gegründeten Aktiengesellschaft mit seinem Direktor, dem Raubtierdompteur Julius Seeth. - In Frankfurt wird das Kaufhaus Grand Bazar Ecke Zeil 94/Brönnerstraße eröffnet. - In Frankfurt zieht die Oberpostdirektion von der Zeil 110 in die Friedrich Ebert Anlage. - In Frankfurt wird das Gaswerk Ost eröffnet. - In Hanau gewinnt der Fußballclub FSV Frankfurt das Finale der Runde des Frankfurter Assoziations Bundes gegen Victoria Frankfurt. - Frankfurt hat 421014 Einwohner, Wiesbaden hat 100953 Einwohner, Mainz hat 91179 Einwohner und Darmstadt hat 83123 Einwohner. - In Wiesbaden wird in der Lehrstraße 13 ein Tattersall, eine Reithalle mit zweistöckigen Zuschauerrängen in der Reitstunden gegeben werden und der Verkauf von Pferden abgewickelt wird, von den Reitlehrern Weiß und Schallenbach erbaut. - In Bad Homburg lobt der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (38) die Bevölkerung sie gehöre praktisch zur Familie. - In Bad Homburg wird die Altstadtbrücke als erstes Fly-over Europas, die die Louisenstraße mit Dornholzhäuser Chaussee verbindet (2016 Ritter-von-Marx-Brücke), errichtet. - In Frankfurt gründet der Stuhlmeister der Freimaurerloge Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main für die Ehefrauen seiner Logenbrüder den Schwesternbund der Loge zur Loge der Einigkeit. - In Wiesbaden zeigenen kleine Glühlampen in der Post Rheinstraße 23-25 eingehende Ferngespräche an. - In Wiesbaden besucht der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (38) mit seiner Ehefrau die Leichtweißhöhle im Nerotal. - In Wiesbaden wird das von Wilhelm Crucier übernommene Luxushotel Neroberghotel an das Stromnetz angeschlossen. - In Wiesbaden zieht die Handelskammer in die Adelheidstraße 23. - In Frankfurt erhält der Metzger Karl Gref Völsing für seine Spezialität Rindswurst die Goldmedallie auf der Kochkunstausstellung. - In Frankfurt eröffnet das Kaffeehaus Hauptwache in der Hauptwache. - Der in Wiesbaden Biebrich geborene luxemburger Großherzog und Herzog von Nassau Adolph von Nassau Weilburg (St) (88) stirbt, weshalb sich sein Sohn, der neue luxemburger Großherzog Wilhelm Alexander von Nassau Weilburg (St) (53) mit Graf Georg von Merenberg (St) (34) streitet, ob die weibliche oder die männliche Erbfolge rechtmäßig ist. - In Frankfurt wird das neobarocke jüdische Modehaus Robinsohn für Damenbekleidung Zeil 127 eröffnet. - In Offenbach wird die Mathildenschule Mathildenstraße 30 eröffnet, in der die jüdische Religionsschule Hebräischunterricht gibt. - In Offenbach wird ein jüdischer Cahnukka Verein gegründet, der hauptsächlich arme Kinder beschenkt. - Die mainzer Hofbierbrauerei Schöfferhof AG fusioniert mit der frankfurter Brauerei Frankfurter Bürgerbräu Actien-Gesellschaft mit Sitz in Frankfurt. - In Mainz wird der Fußballclub Hassia gegründet. - In Mainz ist der Gasthof Zum Barbarossa von Wilhelm Assmann links gegenüber dem Central Bahnhof. - In Offenbach Lauterbach werden Dick und Kirschten Automobile in der John F Kennedy Promenade produziert. - In Darmstadt heiratet der geschiedene Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (40) in zweiter Ehe Prinzessin Eleonore von Solms Hohensolms Lich (St) (34).

1904 In Schlangenbad wird der von einem Automobil überfahrene Hund Wotan im neuerbauten Haus Ingeborg im Unteren Kurpark als Figurine eingebaut. Es ist das erste Haus mit elektrischer Stromversorgung. - In Mainz ist das elegante mit Stuck ausgeschmückte Café de Paris der nürnberger Freiherrl. v. Tucher´sche Brauerei A. G. (Nürnberg) am Gutenbergplatz. - In Neu-Isenburg gründet die jüdische Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim (45) den jüdischen Verein Weibliche Fürsorge, der sich gegen Prostitution und Mädchenhandel und die bestehenden Heimlebensbedingungen wie riesige Schlafsäle und Karzer alias Haftzellen und eine dominierende Direktorenfamilie richtet, was in orthodoxen jüdischen Kreisen als Skandal empfunden wird. Uneheliche Mütter werden normalerweise verstoßen. - In Frankfurt entsteht die Braubachstraße, wobei älteste Gebäude der Stadt abgerissen werden. - Die in Darmstadt geborene Zarin Alix von Hessen Darmstadt (St) (32) bringt nach vier Mädchen einen männlichen russischen Thronfolger Zarewitsch Alexei (St) zur Welt. - Graf Otto von Solms Laubach (St) (44) stirbt. - In Frankfurt werden die Habsburgerallee und Wittelsbacherallee angelegt. - In Frankfurt dirigiert im Konzerthaus Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) der Komponist Richard Strauss (40) die europäische Uraufführung Symphonia domestica. - In Wiesbaden wird mit dem Abriss und bis zur Eröffnung des Neubaus des Kurhauses im Paulinenschlösschen Prinzessin-Elisabeth-Straße gekurt. - In Frankfurt wird in der Vilbeler Straße die Deutsch Privat-Telefon-Gesellschaft Harry Fuld & Co. gegründet.  - In Frankfurt findet der 8. Parteitag der Christlich Sozialen Partei statt. - In Frankfurt wird die letzte Pferdetram durch die elektrische Straßenbahn ersetzt. - Mainz hat 90375 Einwohner. - In Offenbach gründet der Bäckermeister Georg Dinges aus der Innenstadt die Offenbacher Brot- und Zwiebackfabrik Georg Dinges in der Berliner Straße 210. - In Frankfurt begehen der Möbeltransporteur Bruno Groß und der Pferdeknecht Friedrich Stafforst einen Raubmord in der Zeil 123 an Klavierhändler Hermann Lichtenstein, den der in London geborene italienische Pianist Ernsto Consolo (40), der im Luxushotel Frankfuter Hof Kaiserplatz wohnt, morgens findet. Friedrich Stafforst wird durch ein Lichtbild in Hamburg verhaftet. Nach dreitägigem Prozess, bei dem Bruno Groß erstmals durch einen Fingerabdruck am Kragen des Opfers überführt wird, werden die Mörder in Frankfurt Preungesheim gehängt.

1903 In Darmstadt wird Prinz Wilhelm Karl von Isenburg (St) geboren. - In Wiesbaden besucht Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (44) römische Ausgrabungen am Kranzplatz. - In Offenbach wird die rein männliche Vergnügungsgesellschaft Die Offenbacher 03 in der Vereinsgaststätte Pfeiffer am Wilhelmsplatz von Karl Theurer, Heinrich Stenger und Eugen Müssig gegründet. Man trifft sich jeden Montagabend. - In Frankfurt wird das Frankfurter Telefonbuch jährlich herausgegeben. - Fürst Ferdinand Maximilian von Isenburg und Büdingen (--) stirbt. - Mainz hat 88875 Einwohner. - In Frankfurt zieht das Bürgerhospital Ecke Hinter der schlimmen Mauer/Radgasse alias Stiftstraße 30 in die Nibelungenallee um und nimmt dabei einen Großteil der Gebäude-Fassade und das Uhrtürmchen mit. - In Frankfurt ist das Hotel Bristol Ecke Am Bahnhofsplatz 6/Münchener Straße. - In Frankfurt ist das Hotel EnglischerHof Roßmarkt 13-15 und das Haus Zur goldenen Kette Ecke Roßmarkt 17/Am Salzhaus. - In Frankfurt werden die in der Hauptwache untergebrachten Soldaten an das Taunustor verlegt und die Hauptwache zu einem einzigen großen Raum entkernt und eine Terrasse zum Schillerplatz angebaut. - In Frankfurt wird am Westrand des Günthersburgparks eine römische Villa aus dem 2. Jahrhundert ausgegraben. - In Frankfurt wird der frankfurter Bankier Maximilian Goldschmidt Rothschild geadelt und nennt sich Maximilian von Goldschmidt Rothschild. - In Mainz braut die Altmünster Brauerei Mainz Walpodenstraße 23 -25 67879 Hektolikter Bier. - Der mit der morganatisch geborenen hessendarmstädter Prinzentochter Prinzessin Marie Karoline von Battenberg (St) (51) verheiratete Graf Gustav Ernst von Erbach Schönberg (St) (63) wird in den Fürstenstand mit dem Prädikat Erlaucht erhoben. Er nennt sich Fürst Gustav von Erbach. - In Mainz wird der in Bremen geborene Drucker, Redakteur und SPD Mitglied Bernhard Adelung (26) für einen Artikel in der Mainzer Volkszeitung wegen Majestätsbeleidigung für drei Monate ins Gefängnis. - In Rüsselsheim testet Opel seine Neufahrzeuge auf einer eigenen Einfahrbahn. - In Wiesbaden logiert der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (44) im Hotel Nassauer Hof Kaiser Friedrich Platz Nordseite und trifft dort seinen Cousin zweiten Grades, den russischen Zar Nikolaus II (35). - Der geisteskranke Fürst Ferdinand Maximillian von Isenburg Büdingen Wächtersbach (St) (80) stirbt.

1902 In Frankfurt Sachsenhausen wird in der Schweizer Straße 71 eine Apfelweinwirtschaft erbaut. - In Frankfurt wird der Frankfurter Polo Club auf Initiative des jüdischen und 1880 evangelisch getauften frankfurter Cassella & Co Teilhaber Carl von Weinberg (41) gegründet. - In Offenbach wird der Isenburgring als Flaniermeile und Alleenpromenade angelegt. - In Frankfurt findet die deutsche Konferenz zur Bekämpfung des Mädchenhandels unter der Beteiligung der jüdischen Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim (43) statt. - In Wiesbaden werden unter den Badehäusern Schwan und Engel am Kranzplatz römische Bäderanlagen entdeckt und daraus das neue Palasthotel Kranzplatz 5 gebaut. - In Frankfurt wird das neuerbaute Neue Schauspielhaus am Gallustor alias Willy Brandt Platz mit Friedrich Schillers Wallensteins Lager eröffnet, das das Frankfurter Stadttheater alias Comoedienhaus am Theaterplatz alias Rathenauplatz ersetzt. - In Wiesbaden wird im Kurhaus der Rennclub Wiesbaden gegründet, um Pferderennen zu veranstalten. - In Frankfurt Griesheim kommt es in der chemischen Fabrik Griesheim zu einer Pikrinexplosion und einem zweitägigen Brand, weshalb Schwanheim evakuiert werden muss. - In Offenbach Rumpenheim wird das Schloss als Residenz von .... aufgegeben. Neue Residenz wird das kronberger Schloss Friedrichshof. - In Frankfurt wird nach knapp 20 jährigem Kampf mit Frankfurt ein Hafen, ein Hafendamm und die Maindammbahn eröffnet. - In Langen wird im Schloss Wolfsgarten das Kinderspielhäuschen Prinzessinnenhaus vom Führer der darmstädter Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe Joseph Maria Olbrich (35) für die in Darmstadt geborene Prinzessin Elisabeth von Hessen Darmstadt (07), die innerhalb eines Jahres bei einer Russlandreise an Typhus stirbt, erbaut. - In Potsdam wird Prinz Hermann von Solms Hohensolms Lich (St) geboren. - Der Erbprinz Otto Wilhelm Ludwig von Solms Hohensolms Lich (St) wird geboren. - Mainz hat 87375 Einwohner. - In Frankfurt wird das alte Schauspielhaus alias Comoedienhaus Rathenauplatz geschlossen. Das komplette Theater zieht in den neuerbauten Jugendstilmonumentalbau Schauspielhaus am Gallustor alias Theaterplatz (2016 Willy Brandt Platz). - In Mainz übernimmt die Brauerei Rieffel Zum schwarzen Bären, das angrenzende frühere Hotel Württemberger Hof in der Holzstraße 34 und eröffnet darin einen Biersaal für 200 Personen. - In Berlin stirbt der letzte geisteskranke hessenkasseler Nachfahre, der geisteskranken preußische Königsneffe Prinz Georg von Zollern Preußen (St) (76). Er lässt sich in der Kapelle seiner Burg Rheinstein bei Bingen am Rhein bestatten. - In Mainz ist das Hotel Mainzer Hof in der Bahnhofstraße 8. - Der morganatische Prinz Friedrich von Ardeck (44) stirbt in Kassel Wilhelmshöhe kinderlos.

1901 Wetter: Lungentuberkulose in Frankfurt. - In Frankfurt Oberrad wird eine Mainschleuse eröffnet, wodurch die Rheinschiffe bis Offenbach fahren können. - Mainz hat 85864 Einwohner. - In Mainz leben 49408 Katholiken und 31151 Protestanten. - In Rüsselsheim baut Adam Opel das 2-PS-Motorzweirad, das 700 Mark kostet. - In Frankfurt kann der Lokomotivführer, weil er vergessen hatte Druckluft für die Bremsen aufzufüllen die Oostende-Wien-Express Lokomotive im Centralbahnhof alias Hauptbahnhof nicht mehr bremsen, überfährt den Prellbock und kommt erst im Wartesaal der ersten und zweiten Klasse zum stehen. Viele Fahrgäste in den abgerissenen Personenwaggons bemerken den Unfall gar nicht. Das Loch in der Mauer ist 10x12 Meter groß. Die Lokomotive ist fast unversehrt, die Strafe gering. - In Frankfurt wird die repräsentative Villa Speyer in der Forsthausstraße 62 alias Kennedyallee 70 als Wohnvilla des jüdischen Bankiers Eduard Beit von Speyer (41) gebaut. - In Kronberg besucht der englische König Eduard VII von Sachsen Coburg und Gotha (St) (41) die deutsche Kaiserin Victoria von Sachsen Coburg und Gotha (St) (61) alias Prinzessin von Großbritannien und Irland im Schloss Friedrichshof auf dem Sterbebett. - In Frankfurt trifft der englische König Eduard VII von Sachsen Coburg und Gotha (St) (41) den deutschen Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (42). - In Kronberg erbt die jüngste Kaisertochter Margarethe von Zollern Preußen (St) (29), verheiratet mit Prinz Friedrich Karl von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (33). - In Frankfurt stirbt mit dem jüdischen Bankier Wilhelm Carl von Rothschild die deutsche Linie aus und das Bankhaus wird verkauft. - In Wiesbaden gründen der Dackelzüchter und Goldschmiedemeister Carl Struck, der Deutsche Doggen Züchter und Kaufmann Robert Wetz, der Schäferhundezüchter und Kriminalbeamte Friedrich Decker und der Zwergpinscherzüchter Emil Bachofer den Verein der Hundefreunde. Vereinsheim wird die Gaststätte Gambrinius. - In Frankfurt wird eine Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften gegründet. - In Wiesbaden stirbt der in Düsseldorf geborene preußische Rittmeister, begeisterte Hundezüchter und ehemalige Deutsche Jagd-Club Präsident Prinz Albrecht von Solms Braunfels (St) (60). - In Frankfurt stirbt der orthodoxe jüdische Bankier Freiherr Wilhelm Carl Freiherr von Rothschild (St) (73). - In Mainz produziert die Rheinische Brauerei Wormser Straße 151 120000 Hektoliter Bier, die Brauerei Schöfferhof 140000 Hektoliter Bier und die Mainzer Actien Brauerei 214259 Hektoliter Bier. - In Bad Homburg erbaut sich der in Wien geborene jüdische bad homburger Bürgermeister Ritter Ernst von Marx (32) das Gestüt Erlenhof. - In Mainz ist der Storchen-Bräu in der Rheinstraße 48. - In Kronberg wird der frankurter Kaufmann Max von Guaita (59) vom deutschen Kaiser Wilhelm II von Zollern Preußen (St) (42) in das preußische Herrenhaus als allerhöchster Vertrauter berufen. - In Kronberg sind der frankurter Kaufmann Max von Guaita (59) und seine Ehefrau die in Moskau geborene Henriette Sophie Leve alias Henriette Sophie von Guaita (56) gute Freunde der Nachbarin und deutschen Kaiserwitwe Victoria von Großbritannien und Irland (St) (61) in Schloss Friedrichshof. Ihr gemeinsames Hobby ist die Malerei und die Kronberger Künstlerkolonie. - In Darmstadt lässt sich Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (33) von Prinzessin Victoria Melita von Sachsen-Coburg und Gotha (St) (25) nach einer Totgeburt im Vorjahr scheiden. Die Geschiedene zieht zu ihrer Mutter an die französische Riviera. - In Frankfurt eröffnet das Palasthotel Fürstenhof Ecke Taunusanlage/Bockenheimer Landstraße 1. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene frankfurter Bankier und bayerische Generalkonsul in Frankfurt Albert Metzler (St) (62) geadelt. Er nennt sich daraufhin Albert von Metzler.

1900 Wetter: Pockenepidemie in Frankfurt. Berichte über Weinrebkrankheiten. - Frankfurt hat 288989 Einwohner, Mainz hat 84251 Einwohner, Wiesbaden hat 86111 Einwohner und Darmstadt hat 72381 Einwohner. - In Katzenelnbogen Berghausen wird der Großbauernsohn Rudolf Diels geboren. - In Frankfurt wird das Kaufhaus Schmoller Zeil 90 eröffnet. - In Wiesbaden wird begonnen die Ringstraße einheitlich im Historismusstil anzulegen. - In Frankfurt vereinigen sich die Frankfurter Kickers und der Frankfurter FC 1899 zum Frankfurter Fußballclub 1899 - Kickers mit 3 Fußballmannschaften und 2 Rugbymannschaften. - In Frankfurt stellt der Adler Fahrradhersteller und Schreibmaschinenhersteller Heinrich Kleyer (47) Höchster Straße alias Kleyerstraße, auf der Automobil-Ausstellung Frankfurt seinen ersten Adler-Motorwagen vor und bringt seine Adler Schreibmaschine Modell 7 auf den Markt. - In Offenbach gibt es eine Wettersäule auf der Kaiserstraße. - In Frankfurt Bornheim ist die Straßenbahn elektrifiziert. - In Darmstadt stirbt der in Darmstadt Bessungen geborene General der Infanterie und jüngste Prinz Wilhelm von Hessen Darmstadt (St) (55) morganatisch verheiratet mit der Französin Josephine Bender von Lichtenberg (St) (43) auf seinem Wohnsitz Palais Rosenhöhe. Sein einziger und ursprünglich uneheliche Sohn ist Gottfried von Lichtenberg (St) (23). - In Frankfurt nennt der Volksmund das Neubaugebiet westlich der Galluswarte Kamerun. - In Frankfurt streiken die Schumacher, die Damenschneider, 40 Tapezierer, 60 Steinarbeiter, 700 Holzarbeiter und 121 Arbeiter der Maschinenfabrik Schrader und Rüdiger. - In Wiesbaden wird die letzte Pferdetram eingestellt, die letzte Dampfstraßenbahn 14 Tage später. - In Frankfurt wird für das Stadtgebiet eine Kirchensteuer von 10% auf die Einkommensteuer erhoben. - In Schwanheim rügt eine Schulrevision die übermäßige körperliche Züchtigung der Schüler der Schwanheimer Volksschule Gerolsteiner Straße 2 (2016 August Gräser Schule). - In Darmstadt ist das Restaurant Zum heiligen Kreuzberg von N. Strohmenger ein beliebtes Ausflugsziel. - In Wiesbaden Biebrich hat das Hotel Nassau Rheingaustraße 146 gegenüber von Carl Machenheimer vier Rheinanlegestelle. - In Offenbach verkauft Fürst Franz Joseph von Isenburg Birstein (St) (31) aus Geldmangel seinen offenbacher Besitz an den Staat, darunter das Offenbacher Schloss, das fürstliche Palais an der Frankfurter Straße/Kaiserstraße und das Forstrevier Offenbach Süd. - In Darmstadt wird auf der Mathildenhöhe der Grundstein für ein gemeinschaftliches Atleiergebäude der Künstlerkolonie gelegt. - In Darmstadt findet eine erste Ziehung der Großherzoglichen Landeslotterie mit einem Hauptgewinn von 33000 Mark statt. - In Frankfurt gibt es die Preußische Lotterie. - In Frankfurt veranstalten die Deutsche Automobil Club alias DAC Mitlgieder die Zweite deutsche Automobilausstellung in der landwirtschaftlichen Halle am Ostendplatz zwischen Ostendstraße und Sonnemannstraße mit 13 deutschen Automobilherstellern für dreirädrige und vierrädrige Automobile mit dem ersten internationalen Automobil Wettrennen auf der Pferde-Rennbahn am Forsthaus. - In Frankfurt gibt es rund 70 Automobilbesitzer. - In Darmstadt erhält Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (32) den Ehrendoktor der TU. - In Deutschland gilt das neue Ladenschlussgesetz von 05:00 - 21:00 Uhr. - Bei Offenbach Waldheim stoßen 2 Eisenbahnzüge frontal aufeinander, wobei es 13 Tote gibt. - In Frankfurt Bockenheim wird der Pferdebahn Betriebshof in ein Depot für elektrische Straßenbahnen alias Bockenheimer Depot umgebaut. - In Lich Arnsburg wird der Grafensohn Bernhard Bruno von Solms Laubach (St) geboren. - In Mainz gibt es das Hotel de Hollande, das Hotel d´Angleterre und Horn´s Hotel Pfälzerhof. - In Bad Homburg ist der Bahnhof nach Frankfurt und das gegennüberliegende Eisenbahn Hotel mit Brauerei in der Luisenstraße. Vor dem Bahnhof hält die elektrische Straßenbahn. Der Conducteur trägt weiß. - In Frankfurt wird eine Internationale Kochkunstausstellung vom in Marburg geborenen Hotelkaufmann Matthaeus Carl Banzer (33) veranstaltet. - In Frankfurt ist das Hotel Englischer Hof alias Hotel d´Angleterre der neueste Hotelprachtbau Frankfurts Ecke Am Bahnhofsplatz 10/Kaiserstraßé 76. - In Lich Laubach stirbt der in Laubach geborene mit Gräfin Marianne von Stolberg Wernigerode verheiratete ehemalige Offizier und Reichstagsabgeordnete Grafensohn Friedrich von Solms Laubach (St) (67). - In Mainz führt die Rheinische Brauerei Wormser Straße 151 ein vollautomatisches Flaschenreinigungsfließband und einen bakterienfreien Abfüllraum ein. - In Frankfurt wird das Wohnhaus der Brauerei Essighaus Große Friedberger Straße 8 erbaut. - In Mainz ist das Kaffeehaus Cafe Restaurant Zum Krokodil in der Bahnhofstraße 13. - In Mainz verfasst die in Leipzig geborene Schriftstellerin Amalie Arndt (31) das philosophisch-mystische Gedicht in Prosa Unser Leben, das von der Kritik gelobt wird und Über das Böse und Betrachtungen zu einer Erneuerung unseres Lebens. - In Frankfurt wird das Palasthotel Fürstenhof Imperial am Opernplatz Bockenheimer Landstraße 1 eröffnet.

1899 Wetter: Weinrebkrankheiten lassen das Holz absterben. - In Frankfurt werden die Fußballvereine Fußball-Club Kickers, Fußball-Club Victoria, FSV Frankfurt im Nordend und Frankofurtia in Bornheim gegründet. - In Wiesbaden werden die Gasthäuser Schwarzer Bock am Kranzplatz und Goldene Kette mit dem Badehaus Zum schwarzen Bock abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, wodurch alle Quellen auf dem Schwarzen Bock Gelände liegen. - In Mainz verkauft das riesige und pompöse Cafe de Paris am Gutenbergplatz alias Theraterplatz Bier der Ersten Pilsner Actien Brauerei. Auf der Ludwigstraße fahren einspännige Pferdebahnen. Auf dem Theaterplatz steht eine Litfasssäule. - Bad Homburg erhält eine elektrische Straßenbahn. - In Frankfurt werden die Habsburgerallee und Wittelsbacherallee angelegt. - In Frankfurt gibt im Konzerthaus Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) der Komponist Richard Strauss (35) die Uraufführung seiner symphonischen Dichtung Ein Heldenleben. - In Frankfurt sind rund 1200 organisierte Maurer ausgesperrt. - In Darmstadt gründet und finanziert der in Darmstadt geborene Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (31) die Darmstädter Künstlerkolonie u.a. mit dem darmstädter Weinhändlersohn und Bildhauer Ludwig Habich (36). - In Königstein lässt sich der Schriftgiessereiweltkonzerninhaber Kommerzienrat Heinrich Karl Ferdinand Gottlob Flinsch (60) die Villa Flinsch Rombergweg 4 als Sommerdomizil erbauen. - In Mainz wird die Vereinsführung des Mainzer Alice-Frauenvereins für Krankenpflege nur noch mit Frauen besetzt. - In Lich stirbt der in Pirnitz geborene Fürst Hermann Adolf von Solms Hohensolms Lich (St) (61). - In Mainz kauft die Brauerei Schöfferhof ehemals Brauhaus Zum Korb Martinsstraße 11 die Brauerei Zum rothen Kopf. - In Mainz wird im Gasthof Zum Birnbaum Birnbaumgasse 5 des Brauhauses Zum Birnbaum von Michael Geier der Birnbaumclub (2016 Mainzer Carneval Club) gegründet. - In Mainz gibt es 869 Hydranten, 23 Feuermeldestellen und 5097 Meter Feuerwehrschlauch. - In Bad Homburg unterhält das örtliche Elektrizitätswerk die Straßenbahn.

1898 In Frankfurt befindet sich die Hauptpost auf der Zeil 110. Das Eckhaus Zeil/Große Eschenheimer Straße ist das Cafe und Hotel Milani, der ehemalige Weidenhof, vor dem ein Uhrtürmchen steht. - In Frankfurt Niederrad baut der jüdische und 1880 evangelisch getaufte frankfurter Cassella & Co Teilhaber Carl von Weinberg (37) die Villa Waldfried mit 100 Zimmern im englischen Landhausstil. - In Rüsselsheim beginnt die Nähmaschinenproduzentenwitwe Sophie Opel (58) mit dem Automobilbau. - In Frankfurt baut der Adler Fahrradhersteller Heinrich Kleyer (45) in der Höchster Straße alias Kleyerstraße die erste deutsche Schreibmaschine, die Adler Empire. - In Frankfurt wird am Mainufer am Nizza mit der Pontonanlage Mosler'sche Badeanstalt die größte deutsche Flussbadeanlage eröffnet, in der man schwimmen, aber auch Rollschuh fahren und Tennis spielen kann. - In Darmstadt ist der darmstädter Weinhändlersohn und Bildhauer Ludwig Habich (35) Mitbegründer der Freien Vereinigung Darmstäder Künstler. - In Wiesbaden produziert Linde riesige Eismaschinen für Brauereien. - In Frankfurt ist der Bürgerverein an der Ecke Große Eschenheimer Straße/Stiftstraße (2002 Rundschauhaus). - In Frankfurt eröffnete am Nizza die saisonale Schwimmanstalt Mosler auf Pontons als größte Deutschlands. - In Frankfurt wird unter dem Schillerplatz alias Hauptwache eine große, unterirdische Transformatorenstation für den Strom für die Straßenbahn und die Straßenbeleuchtung und unter dem Wartehäuschen auf der Westseite eine unterirdische Toilettenanlage gebaut. - In Frankfurt wird der Gasthof Pariser Hof am Schillerplatz an der Hauptwache 7 (2016 Maredo) abgerissen und ein Neurenaissance Geschäftshaus mit Grand Bazar Bristol eröffnet. - In Wiesbaden wird die Grafentochter Olaga Katharina Adda von Merenberg (St) geboren. - In Mainz ist das Hotel Thomae´s Continental Hotel in der Bahnhofstraße 15. - In Frankfurt ist die Polizeistation hinter dem Römer (2016 Weistseite des Platzes Fried-Lübbecke-Anlage). In Frankfurt ist das Stadtarchiv im der ehemaligen Stadtwaage (2016 Metropol Kaffeehaus am Dom Weckmarkt 15).

1897 In Frankfurt wird in der Lindenstraße 27 ein Damenstift der alten Frankfurter Familien eröffnet. - In Frankfurt tritt der Sänger und Komiker Otto Reutter (27) im Theater Orpheum Neue Zeil 80-82 auf. - In Frankfurt ist der Frankfurter Hof Braubachstraße das mit Abstand bedeutendste Messequartier der Stadt. In dem mit Toren im Norden Braubachstraße 24 und Süden verschließbare Gebäudekomplex mit durchfahrbarem Innenhof werden auch die Waren gelagert. - In Wiesbaden wird das Walhalla Theater als Variete Theater und als Konkurrenz zum Theater Kaiserliches Hoftheater (2016 Staatstheater) eröffnet. - In Mainz wird die mainzer Fastnachtsprinzessin vom Sohn des mainzer Oberbürgermeisters Dr. Gassner dargestellt. Fastnacht ist reine Männersache. - In Weilmünster wird die Heil- und Pflegeanstalt Weilmünster Weilstraße 10 für über 1000 Patienten gegründet, die konservativ auf Isolation, Disziplin, Bestrafung und Daueraufenthalte basiert. - In Bad Homburg beginnt der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (38) das Stadtschloss jährlich als Sommersitz seiner 20 köpfigen Familie zu nutzen, das er sehr schätzt: Ich kann nur in Homburg gut schlafen. - In Oberursel verbieten die französischen Gnom Fahrradhilfsmotor Lizenznehmer ihrem Mitgesellschafter und Gnom Petroleummotorenentwickler Willy Seck (29) den Einbau des Fahrradhilfsmotors, weshalb dieser die Motorenfabrik Oberursel Hohemarkstraße 73 gründet. - In Frankfurt spaltet sich die Alte Lateinschule alias Städtische Gymnasium Friedrich Ebert Anlage 22 in das humanistische Lessing Gymnasium und das Goethe Gymnasium, das besonderen Wert auf Fremdsprachen legt. - In Wiesbaden wird der wiesbadener Staniol- und Metallkapselfabrikant Kommerzienrat Franz Fehr-Flach (--) neuer IHK Direktor. - In Wiesbaden leiht sich der alkoholkranke Dauergast im Wiesbadener Ratskeller, oberpfälzer Dorfschullehrersohn und Komponist Max Reger (24) von seinem Freund Cord Geld für eine Fahrkarte nach Frankfurt, wo sein Freund, Organistensohn und Harmoniumbauersohn Karl Straube (24) in der Paulskirche die Reger Suite e-moll op.16 spielt und trifft sich mit ihm im Kaffeehaus Cafe Bauer Ecke Schillerstraße 2/ An der Hauptwache (2016 WMF). - In Mainz Weisenau eröffnet die Rieffel Brauerei Zum schwarzen Bären in der Mönchstraße 7 neben ihrer Malzfabrik Mönchstraße 15 ihre neue Brauerei. Das Stammhaus Zum schwarzen Bären in der Holzstrasse 32 wird zum Gasthaus umfunktioniert. - In Gießen stirbt der in Hessen geborene Corp Hassia Student Otto Kleiwitz bei einem Pistolenduell.1897 Der morganatisch geborene hessendarmstädter Prinzensohn Prinz Heinrich Moritz (St) (27) heiratet die montenegriner Prinzentochter Anna von Mntenegro St) (23). - In Mainz ist Mondrions´s Weinstube in der Gaustraße 79. - In Mainz entsteht die Mainzer Verlagsanstalt und Druckerei Aktiengesellschaft vormals J Gottsleben und F Kupferberg. - In Wiesbaden logiert der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (38) im Hotel Nassauer Hof Kaiser Friedrich Platz Nordseite.

1896 In Arolsen wird Prinz Josias von Waldeck und Pyrmont (St) als Sohn von Fürst Georg Viktor von Waldeck und Pyrmont und Helene von Nassau-Weilburg geboren. - In Wiesbaden werden mit dem Edison Apparat Stummfilmchen vorgeführt. - In Frankfurt wird das Städtische Schwimmbad als Hallenbad in der Klingerstraßé 6 eröffnet. - In Frankfurt gibt im Konzerthaus Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) der Komponist Richard Strauss (32) die Uraufführung seiner symphonischen Dichtung Also sprach Zarathustra. - In Offenbach Rumpenheim wird Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) geboren. - In Potsdam stirbt der preußische Kammerherr und Zeremonienmeister Karl von Schrader (48) bei deinem Duell als Folge des Sexskandal Kotze-Affäre. - In Wiesbaden beginnt im Hotel du Parc & Bristol in der Wilhelmstraße unter fürstlichen Gästen der Brauch mit einem Diamantstift ihr Autogramm auf einem Fenster zu verewigen. - In Frankfurt führt der frankfurter Arzt Dr. Ludwig Rehn führt im Stadtkrankenhaus die erste erfolgreiche Herznaht nach einer Stichverletzung am Herzen aus. - In Frankfurt stirbt die in Leipzig geborene Theologentochter, Komponistenehefrau und Komponistin Clara Schumann (77). - In Wiesbaden wird eine elektrische Straßenbahn zwischen den Bahnhöfen in der Rheinstraße und der Walkmühle Waldmühlstraße betrieben. - In Wiesbaden stellt Telegrafendirektor Freiherr Eduard von Seckendorff weibliche Fernsprechgehilfinnen für 2,25 Mark /Tag ein, da Männerstimmen unverständlich sind. - In Frankfurt gründet der in Marburg geborene Hotelkaufmann Matthaeus Carl Banzer (29) den Internationalen Verband der Köche. - In Frankfurt bezieht die frankfurter Freimaurerloge Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main ihr neuerbautes Logenhaus mit großem Festsaal in der Kaiserstraße 37. - In Darmstadt wird als nichtschlagende alias keine Mensur fechtende katholische Studentenverbindung die KDStV Nassovia Darmstadt an der Technischen Hochschule gegründet, wogegen Tausende Studenten während des akademischen Kulturkampfs demonstrieren, in dem Protestanten aufkommende radikale katholische Bestrebungen an deutschen Hochschulen bekämpfen. Die Technische Hoschule Darmstadt gibt sich den Statuten verpflichtet und lässt die katholische Studentenverbindung zu. - In Frankfurt wird der als frankfurter Lutherherberge bekannte Gasthof Zum Strauß Ecke Schüppengasse/Buchgasse während des Bethmannstraßendurchbruchs abgerissen. - In Fankfurt lässt der böhmische Textilfabrikbesitzer Baron Heinrich von Liebieg (57) eine Villa (2016 Liebieghaus Galerie) als Altersruhesitz am Schaumainkai 71 erbauen. - In Friedrichsdorf wird die Zwiebackfabrikantenvilla Stemler erbaut. - In Mainz wird die Brauerei Zum weissen Bierhaus in der Rosengasse 17 vom Brauhaus Zum schwarzen Bären in der Mönchstraße 7 übernommen. - In Friedberg besucht der in Nidda geborene Friedrich Ringshausen (16) das Lehrerseminar. - In Frankfurt wird das Städtische Elektrizitätswerke am Ende der Speicherstraße gebaut (2016 Kraftwerk). - In Frankfurt wird für Rennpferde der Renn Klub Frankfurt durch den Zusammenschluss des Rheinischen Renn-Vereins und des Vereins für Hindernisrennen mit seinem ersten Präsidenten Stadtrat Albert Metzler (St) (57) gegründet.

1895 In Frankfurt verkauft Fürst Albert von Thurn und Taxis (St) (28) das Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10 an die Post und lässt die Innenausstattung nach Regensburg ins Kloster Emmeram schaffen. - Frankfurt hat 299175 Einwohner, Mainz hat 76946 Einwohner, Wiesbaden hat 74133 Einwohner und Darmstadt hat 43146 Einwohner. - In Frankfurt findet die Gesamttagung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF) statt. - In Frankfurt fährt statt der Pferdebahn eine neue elektrische Akkumulatorenbahn zur Galluswarte. - In Wiesbaden ist die Regierung in der Rheinstraße 35, die Hauptpost mit Telegraphenstation in der Rheinstraße 23-25. Das komplette Carree Rheinstraße/Schwalbacher Straße/Luisenstraße/Kirchgasse ist die Artillerie Kaserne. Das Residenz Theater ist am Südende des Schillerplatzes. - In Offenbach wird ein neues Krankenhaus eröffnet. - In Frankfurt eröffnet der orthodoxe, mit der Tochter seines Cousins verheiratete, jüdische frankfurter Bankier Freiherr Wilhelm Carl von Rothschild (67) Am Untermainkai 14-15 in einem repräsentativherrschaftlichen Haus die Freiherrlich Carl von Rothschild'sche öffentliche Bibliothek. - In Frankfurt lässt sich der frankfurter Delikatessen- und Kolonialwarenhändler Otto Meßmer (37) die Marke Meßmer Tee schützen. - In Wiesbaden komponiert der oberpfälzer Dorfschullehrersohn und Musiker Max Reger (22) drei Orgel-Konzerte. - In Deutschland sind 5264393 Frauen berufstätig. - In Mainz wird die Rheinische Brauerei Wormser Straße 151 von der Mainzer Actien Brauer als größte mainzer Brauerei übertroffen. - Die Städte Frankfurt und Bockenheim schließen einen Eingemeindungsvertrag, wodurch die Stadt Bockenheim ein frankfurter Stadtteil wird. - In Darmstadt Jugenheim stirbt die in Warschau geborene morganatische hessendarmstädter Prinzenehefrau Fürstin Julia von Battenberg (St) (70). Ihre in Straßburg geborene Tochter Prinzessin Marie Karoline von Battenberg (St) (43) ist mit dem in Schönberg geborenen Graf Gustav Ernst von Erbach Schönberg (St) (55) verheiratet. Ihr in Graz geborener Sohn Ludwig Alexander von Battenberg (St) (41) ist mit der in Windsor Castle geborenen Prinzessin Viktoria von Hessen-Darmstadt (St) (32) verheiratet. Ihr in Graz geborener Sohn Alexander Joseph von Battenberg (St) (38) ist regierender Fürst von Bulgarien. Ihr in Mailand geborener Sohn Heinrich Moritz von Battenberg (St) (37) und ihr in Padua geborener Sohn Franz Joseph von Battenberg (St) (34) sind unverheiratet. - In Fankfurt wird der Gastwirtsverein gegen die ungezügelte Zunahme der Schankwirtschaften gegründet.

1894 In Frankfurt wird in der Friedberger Anlage Höhe Sandweg ein Uhrtürmchen aufgestellt. - In Frankfurt wird die Chemiefabrik Cassella mit 15 Arbeitern gegründet. - In Frankfurt wohnt der Adler Fahrradhersteller Heinrich Kleyer (41) in seiner pompösen Villa am Wiesenhüttenplatz 33. - Die in Darmstadt geborene strenggläubige Prinzessin Alix von Hessen Darmstadt (St) (22) heiratet im Winterpalast in Sankt Petersburg ihren Cousin 2. Grades, den neuen russischen Thronfolger Nikolaus II von Russland. - Der in Darmstadt geborene Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (26) heiratet seine auf Malta geborene Cousine und Zarenenkelin Victoria Melita von Edinburgh alias Sachsen Coburg und Gotha (St) (22). - In Darmstadt erbaut sich der jüngste Prinz Wilhelm von Hessen Darmstadt (St) (49) das Palais Rosenhöhe als Wohnsitz im Historismusstil im Park Rosenhöhe. - In Wiesbaden beginnt Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (35) mit seinen jährlichen Besuchen der Stadt. - In Frankfurt Bornheim Bergerstraße 275 wird im großen Festsaal des Gasthauses Zur weißen Lilie Berger Straße 275 der erste SPD Parteitag nach den Sozialistengesetzen abgehalten. - In Frankfurt heiraten der Metzger Karl Gref und Wilhelmine Völsing und gründen in ihrem Haus Zum goldenen Kalb in der Schnurgasse die Metzgerei Gref-Völsing. - In Mainz kleiden sich die Krankenpflegerinnen des Mainzer Alice-Frauenvereins für Krankenpflege in einer einheitlichen selbst gewählten Tracht. - In Mainz nimmt die Prinzengarde zur Fastnacht alias Fassenacht am neueingeführten Neujahrsumzug teil. - Der in Rüsselsheim geborene Opel Fahrrad Gründersohn, Technikstudent und Radrennsportler Fritz Opel (19) gewinnt die 620 Kilometer lange Fahrradrennfernfahrt Basel-Cleve. - In Mainz widmet sich die scheue und zurückgezogene mit ihrer Familie aus Leipzig zugezogene Schriftstellerin Amalie Arndt (25) der Philosophie.

1893 In Frankfurt tritt der wiener Zirkusdirektor Albert Schumann (35) sehr erfolgreich auf und bleibt auch im Folgejahr. - In Frankfurt treten im Theater Orpheum Neue Zeil 80-82 die Gebrüder Skladanowsky mit ihrem elektro-mechanisch-pyrotechnischen Wasserschauspiel auf. Auf dem Programmzettel wird auch für das Hotel Milani Ecke Zeil/Große Eschenheimer und das Cafe Royal geworben. - Der protestantische Erbgroßherzog Wilhelm Alexander von Nassau Weilburg (St) (41) heiratet in Österreich die katholische portugiesische Infantin Maria Anna von Braganza (St) (32). - In Frankfurt Höchst wird das Haupt-Comptoir der Farbwerke vorm Meister, Lucius und Brüning erbaut. - Der in Holstein geborene Prinz Friedrich Karl von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (25) heiratet die jüngste deutsche Kaisertochter Margarethe von Preußen (St) (21). - Der in Bad Homburg geborene Vollmatrose Robert Fuchs-Liska (23) kehrt nach einer schweren Malariaerkrankung nach Frankfurt zurück und absolviert in der Alten Oper eine Ausbildung zum Opern-Tenor. - In Mainz ziehen alle weiblichen Mitglieder des Mainzer Alice-Frauenvereins für Krankenpflege gemeinsam in ein gemietetes Wohnheim. - In Kronberg wird die burgähnliche Villa Guaita vom frankurter Kaufmann, Weinhandlung Mumm Teilinhaber, frankfurter IHK Vorsitzender und Aufsichtsrat der Deutschen Bank Max von Guaita (51) in einem 13 Hektar großen Park an der Guaitastraße erbaut.

1892 In Darmstadt stirbt Großherzog Ludwig IV von Hessen und bei Rhein (St) (55). - In Frankfurt fährt die Pferdebahn bis zum Hauptfriedhof. - In Darmstadt heiratet Prinz Heinrich von Hessen Darmstadt (St) (54) in zweiter morganatischer Ehe Emilie Hrzic de Topuska (St) (24) (+1961) die dafür zur Freifrau von Dornberg erhoben wird. - In Oberursel gründet der Gnom Petroleummotorenentwickler und Ingenieur Willy Seck (24) die Firma W. Seck & Co. - In Bad Nauheim veröffentlich Wilhelm Aletter (25) eine erste Sammlung von 12 Klavierstücken. - In Wiesbaden geht der Unternehmer Philip Helfmann mit seinem Luxushotel Kaiserhof in der Frankfurter Straße links neben der Augusta Victoria Bad noch in der Rohbauphase Konkurs und wird vom Bauunternehmen HOCHTIEF in Frankfurt Kelsterbach übernommen. - Mit dem Tod von Graf Maximilian von Solms Rödelheim Assenheim (St) (48) wird sein Sohn Karl Franz von Solms Rödelheim Assenheim (St) (28) neuer Graf. - In Frankfurt wird der Dirigent Ludwig Rottenberg (28) gegen Richard Strauss (28) auf Empfehlung von Johannes Brahms (59) Erster Kapellmeister an der Oper Frankfurt Opernplatz und bleibt dies 34 Jahre. - In Mainz führt der Inhaber Franz Schmitt der Brauerei Zur Sonne mit ihrem Schankhaus Zur Sonne in der Betzelsgasse und ihrem Brauhaus in der Gonsenheimer Straße alias Hohl als erste mainzer Brauerei Flaschenbier ein. - In Frankfurt wird der Bierbrauersohn Otto Theodor Binding geboren. - In Fankfurt wird das schloßähnliche Palais Reichenbach Lessonitz in der Taunusanlage für die morganatische hessendarmstädter Prinzenwitwe Witwe Gräfin Amélie von Reichenbach-Lessonitz (St) (32) als Witwensitz errichtet. - In Groß Gerau wird die Synagoge von der Ecke Mainzer Straße/Stellgasse in die Adolf-Göbel-Straße alias Europakreisel verlegt.

1891 In Frankfurt wird an der Zeil 110 die Hauptpost alias Postamt 1 im Historismusstil auf dem Grund des ehemaligen Renaissancegasthauses Rotes Haus mit den einverleibten Nachbarhäusern Weinhaus Drexler und Russischer Hof eröffnet. - In Langenschwalbach alias Bad Schwalbach Lindschied lässt der amerikanische Anheuser-Busch Großbrauer Adolphus Busch (52) eine burgähnliche Villa als Sommerresidenz erbauen. - In Frankfurt kauft die Stadt Frankfurt das 29 Hektor große Günthersburggelände, reißt die Orangerie ab und macht daraus einen Park. - Prinz Friedrich Karl von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (23) ist in den Sexskandal Kotze-Affäre im Jagdschloss Grunewald verwickelt bei dem Gruppensex veranstaltet worden sein soll und der die Homosexuellen unter den kaiserlichen Beratern bloss stellt. - In Wiesbaden werden Ferngespräche handvermittelt. - In Frankfurt eröffnet der im polnischen Wartheland geborene neu zugezogene jüdische Unternehmer Hermann Wronker (24) ein Textilwarengeschäft Ecke Zeil 81/Hasengasse. - In Frankfurt stirbt der in Wien geborene Fürst Georg von Solms Braunfels (St) (55). - In Wiesbaden verkauft die Brauereigesellschaft Wiesbaden Mainzer Straße 99-101 (2016 Mc Donalds) ihr erstes Bier. Es werden 53321 Hektoliter. - In Frankfurt heiratet der kinderlose Witwer und Bierbrauer Conrad Binding (45) Anna Margaretha Lindheimer (24) und zeugt mit ihr sein erstes Kind. - Der in Fulda geborene Prinz Karl von Ardeck (30) heiratet in Liege Elisa Strehlow.(29).

1890 Der in Wiesbaden geborene Geschäftsmann und Kunstsammler Hugo Reisinger (34) heiratet Edmee Busch (19), die Tochter des in Mainz Kastel geborenen amerikanischen Anheuser Busch Präsidenten und Großbrauers Adolphus Busch (51). - In Frankfurt wird der aus Stade stammende Amtsrichtersohn Franz Adickes (44) frankfurter Oberbürgermeister. - Der in Wiesbaden Biebrich geborene protestantische Herzog ohne Land und mit einem Erbsohn ohne männlichen Erben Adolph von Nassau Weilburg (St) (73) erbt das Großherzogtum Luxemburg im katholischen Luxemburg, weshalb sein durch seine morganatische Ehe entrechtete in Wiesbaden Biebrich geborener jüngerer Halbbruder Prinz Nikolaus Wilhelm zu Nassau (St) (58) für seinen Sohn Graf Georg Nikolaus von Merenberg (St) (19) die Thronfolge beansprucht. - Wiesbaden hat 100000 Kurgäste. - Deutschland hat 49428470 Einwohner. - Frankfurt hat 180020 Einwohner, Mainz hat 71395 Einwohner, Wiesbaden hat 64670 Einwohner und Darmstadt hat 55883 Einwohner.  - In Wiesbaden kommt der sondershausener Musikpädagoge Hugo Riemann (41) mit seinem oberpfälzer Schüler Max Reger (17) aus Sondershausen an und beide besuchen das Wiesbadener Konservatorium. - Der letzte Fürst von Solms Braunfels, Prinz Georg Friedrich von Solms Braunfels (St) wird geboren. - In Frankfurt wird das ehemalige Gasthaus Zum goldenen Roß, ehemaliges Hotel de Hollande als Hotel Kaiserhof Westseite Goetheplatz in das Restaurant Kaiserhof umgewandelt (2016 Nespresso Boutique Goetheplatz 5-7 neben Vapiano). - Der morganatische Prinz Friedrich von Ardeck (32) heiratet in Dresden Anne Hollingswort Price (22).

1889 In Wiesbaden wird die Langenschwalbacher Bahn, (2016 Aartalbahn) am Rheinbahnhof eröffnet. - An den Bahnhöfen werden zu den bestehenden Automaten für Ansichtskarten und Taschenbücher in den Reclam-Bücher-Automaten mit der Zehnpfennigbibliothek aufgestellt. - In Frankfurt Höchst gibt es einen Ruderklub. - Der frankfurter Teehändlersohn Rudolf Ronnefeldt (24) reist in Sachen Tee um die Welt und dokumentiert den weltweiten Teehandel. - In Mainz zieht die Brauerei Schöfferhof ehemals Brauhaus Zum Korb von der Korbgasse 3 in die Martinsstraße 11 um. In der Schusterstraße 18 und in der Korbgasse 3 wird weiter Bier ausgeschenkt. - Der in Verona morganatisch geborene hessendarmstädter Prinzensohn und abgedankte bulgarische Fürst Alexander Joseph von Battenberg (St) (32) heiratet als neu ernannter Graf Alexander von Hartenau die in Bratislava geborene Opernsängerin Johanna Loisinger (24) und zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück.

1888 In Frankfurt befindet sich das Polizeipräsidium Ecke Neue Zeil/Klingerstraße. - In Frankfurt wird der Hauptbahnhof als größter europäischer Bahnhof eröffnet. - In Frankfurt werden die letzten Gleise zum Hauptbahnhof in der Nacht zum Eröffnungstag verlegt, bevor um 04.47 Uhr der erste Zug, der Nachtzug 306 mit einer blumengeschmückten Lokomotive unter Hurrarufen und zum Erstaunen der Anwesenden voll mit eisenbahnbegeistereten Frankfurtern, die nachts zur Bahnstation der Stadt Bockenheim gewandert sind und dort einstiegen um das letzte Stück mitzufahren, einfährt. Alle Feierlichkeiten sind wegen des Todes des Kaisers verboten. Am Abend kommt es zum ersten Eisbahnunfall im neuen Bahnhof. - In Offenbach wird eine Heilquelle mit salzigem Wasser, die Kaiser-Friedrich-Quelle erschlossen. - Die in Wien geborene wohlhabende jüdische Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim (29) zieht mit ihrer Mutter in deren Geburtsort Frankfurt. - In Frankfurt eröffnen zwei private Dampfstraßenbahnlinien. - In Frankfurt eröffnet die Pferdebahnlinie nach Eschersheim, die am Eschenheimer Tor startet. - In Wiesbaden mietet sich die serbische Königin Natalie (29) nach der Flucht vor ihrem trunksüchtigen und verschwenderischen Ehemann mit ihrem Sohn Kronprinz Alexander (12) im Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser Friedrich Platz Südseite und zieht danach in die Villa Clementine Frankfurter Straße 1, von wo Kronprinz Alexander (12) mit Billigung der deutschen Regierung unter dem neuen deutschen Kaiser Wilhelm II von Zollern Preußen (St) (29) und Reichskanzler Otto von Bismarck (St) (73) und mit der Anweisung auch Gewalt anzuwenden zum Taunusbahnhof Ecke Rheinstraße/Friedrich-Ebert-Allee gebracht und nach Serbien im Salonwagen zurückgebracht wird. - In Mainz sitzt das Fastnacht-Comitee beim Fastnachtszug auf einem zu einem Elefanten umgebauten Prunkwagen. - In Wiesbaden werden alle berufsbezogenen Fachvereine polizeilich geschlossen, da sie stadtbekannte SPD Mitglieder führen. - In Wiesbaden kauft der katholische Kolpingverein ein eigenes Kolpingshaus mit Saal in der Dotzheimer Straße 24. - In Frankfurt Bornheim Bergerstraße 275 wird im großen Festsaal des Gasthauses Zur weißen Lilie Berger Straße 275, dem größten Tanzsaal und Concertsaal der Stadt Frankfurt, wo es Oberlaenders Exportbier hell und selbstgekelterten Aepfelwein alias Apfelwein gibt und eine 12 Mann starke Hauskapelle unter Leitung des Dirigenten Fritz Schwalb auf frisch gewichstem Parquet für größte Tanzbelustigungen sorgt, der Bornheimer Karneval gegründet. - Der in Potsdam geborene zweitälteste Kaisersohn Heinrich von Zollern Preußen (St) (26) heiratet seine in Darmstadt geborene bluterkranke Cousine Prinzessin Irene von Hessen-Darmstadt (St) (22), die Schwester der bluterkranken späteren russischen Zarin Alexandra von Hessen Darmstadt (St) (16). - In Frankfurt zieht das Hoch´sche Konservatorium vom Saalhof in die Eschenheimer Landstraße 4 (2016 Metropolis Kino) um. - In Frankfurt ist das größte und schönste Haus Zum großen Reifenberg, Rossmarkt 10 abgebrochen und durch einen Neubau der Germania-Versicherung ersetzt. - In Mainz wird im Gasthaus Brauhaus zum Gutenberg der Mainzer Athleten-Klub gegründet.

1887 In Frankfurt wird der Fahrradhersteller Heinrich Kleyer (34) Lieferant des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, erhält Staatsaufträge für Zweiräder und Dreiräder und baut eine Fabrik in der Höchster Straße alias Kleyerstraße. - In Frankfurt tritt im Konzerthaus Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) der Komponist Richard Strauss (23) auf. - In Offenbach wird in der Herrnstraße ein Hallenbad vom Stadtbadverein eröffnet. - In Wiesbaden ist Freiherr Eduard von Seckendorff Telegrafendirektor. - In Frankfurt Niederrad wird nach einem Anstieg der Mainverschmutzung die erste Kläranlage auf dem Kontinent fertiggestellt. - In Mainz wird der Zoll-- und Binnenhafen eingeweiht.

1886 In Frankfurt wird das Polizeigefängnis Klapperfeld fertig gestellt. - In Frankfurt verkauft der in Darmstadt geborene Heinrich Kleyer (33) sein erstes Adler-Niederrad alias Fahrrad mit Luftreifen, produziert in der neu gegründeten Firma Adler Fahrradwerke vormals Heinrich Kleyer. - Der in Bad Homburg geborene Robert Fuchs-Liska (16) reist von zu Hause aus und Fährt als Schiffsjunge zur See. - Der Freiherr von Stein Besitz geht an den in Polen geborenen Graf Alexander von Kanitz (St) (38) über. - In Frankfurt eröffnet der baden-badener Kolonialwarenhändler Eduard Meßmer (62) eine Filiale, in der sein Sohn Otto Meßmer (30) Tee verkauft. - In Frankfurt löst die Kettenschifffahrt die Treidelschifffahrt ab. Kettendampfer schleppen Verbände von mehreren hundert Metern Länge an einer im Fluss versenkten Kette entlang. - In Darmstadt Griesheim ist der Fuß Exerzierplatz über die Darmstädter Dampf-Straßenbahn erreichbar. - In Frankfurt gibt es in der Altstadt nur noch die Brauerei und Mälzerei zum Essighaus, eine der ältesten, im Besitz von Fritz Eurich, das Brauhaus in der Klostergasse von Leschhorn´s Nachf. und das Brauhaus auf der Rechneigrabenstrasse von J J Müller. Alle Keller liegen außerhalb der Stadt. An der Neuen Zeil benutzt die Brauerei JG Henrich ihr Brauhaus nur noch zum Mälzen. - In Frankfurt Sachsenhausen gibt es 3 Brauereien. Die älteste ist die Brauerei JH Bauer jun in der Schulstraße. Das Sudhaus von Franz Bär liegt am Eisernen Steg. Die Brauerei FS Gellert Witwe braut im Sudhaus Rodenhausen an der alten Brücke. Auf dem Sachsenhäuserberg alias Mühlberg liegen zehn Brauhäuser nebeneinander und es gibt 16 Braukeller. Aufdem Röderbeg lieg die Brauerei Oberländer Bierbrauerei Aktiengesellschaft früher Gross& Oberländer. In Frankfurt Oberrad liegt die Brauerei von Johann Nicolaus Stern Witwe. - In Hattenheim erhält die Kellerei Wilhelmi das 1400 Hektoliter große Weinfass der frankfurter Fassfabrik Heinrich Wellhöfer Mörfelder Landstraße. - In Frankfurt stellt die Fabrik Dr Strube & Soltmann an den Eschenheimer Anlage künstliches Mineralwasser in grösseren Mengen her. - In Frankfurt ist der Großbrauer Fritz Eurich Pächter der Großmälzerei mit einer Jahreskapazität von 500 Tonnen von Heinrich Wellhöfer an der Mörfelder Landstraße. - Der in Mainz als Schuhmachersohn geborene deutschlandweit erfolgreiche Großgastronom Lorenz Adlon (37) geht nach Berlin und eröffnet mit dem Restaurant Hiller den angesagtesten Treffpunkt für den deutschen Hochadel.

1885 Typhus-Epidemie in Wiesbaden. - Frankfurt hat 222726 Einwohner, Mainz hat 65852 Einwohner und Wiesbaden hat 55454 Einwohner. - In Darmstadt Bessungen stirbt die in Berlin geborene Prinzessin Elisabeth von Hessen-Darmstadt alias Elisabeth von Zollern Preußen (St) (70). - In Frankfurt beginnt der in Frankfurt geborene und von der Filiale in New York zurückgekehrte Bankier Johann Carl de Neufville (36) das Evangelium zu predigen und gründet und stiftet im frankfurter Nordosten eine Innere Mission. - In Frankfurt beginnt die Eisengießerei Mayfarth & Co. mit der Industrialisierung der Vorstadt vor der Galluswarte. - In Wiesbaden gibt es unter dem Geheimen Postrat Theodor Karass 68 private Telefonanschlüsse und im Parterre des Seitenflügels der Post Rheinstraße 23-25 die erste Fernsprechvermittlung mit 2 Beamten, die täglich 180 Gespräche mit Hier Amt, was belieben? vermitteln. - In Wiesbaden wird im Dierer´schen Haus alias Gasthaus Zum Hirschen Dotzheimer Straße die katholische Kolpingfassenacht alias Fastnacht gegründet. - Die Reichspost erlaubt Bildpostkarten alias Ansichtskarten zu verschicken. - Der in Mailand morganatisch geborene hessendarmstädter Prinzensohn Fürst Heinrich Moritz von Battenberg (St) (27) heiratet die im Londoner Schloss Buckingham Palace geborene Königinnentochter Prinzessin Beatrice von Großbritannien und Irland (St) (27) und erhält den Titel Königliche Hoheit. - Die in Wiesbaden Biebrich geborene Tochter des abgesetzten nassauischen Herzogs Adolph I von Nassau Weilburg (St) (68) Prinzessin Hilda von Nassau Weilburg (St) (21) heiratet den badener Großherzog Friedrich II von Baden (St) (28).

1884 In Frankfurt wird die erste echte elektrische Straßenbahn der Welt von der Alten Brücke zum Mathildenplatz in Offenbach von der Frankfurter Trambahn Gesellschaft in Betrieb genommen. - In Offenbach zieht die Reichspost von der Frankfurter Straße 31 an den Aliceplatz um. - In Offenbach wird am Aliceplatz die Telefonvermittlung mit 19 Anschlüssen, hauptsächlich Firmen in Betrieb genommen. - In Darmstadt heiratet der in Darmstadt Bessungen geborene und verwitwete Großherzog Ludwig IV von Hessen und bei Rhein (St) (47) morganatisch, die gerade geschiedene russische Geschäftsträgerfrau, in Warschau geborene Grafentochter Alexandrine von Hutten-Czapska (St) (30) und am gleichen Tag seine älteste Tochter Prinzessin Victoria von Hessen Darmstadt (St) (21) regulär Prinz Ludwig Alexander von Battenberg (St) (30). Großherzog Ludwig IV von Hessen und bei Rhein (St) (47) muss auf Druck der englischen Königin seine morganatische Ehe annullieren lassen. - In Mainz wird der Ludwigsbahnhof in der Rheinstraße aufgegeben und durch den neuen Centralbahnhof alias Hauptbahnhof ersetzt. - Der in Darmstadt Bessungen geborene jüngste Prinz Wilhelm von Hessen Darmstadt (St) (39) heiratet morganatisch die Französin Josephine Bender von Lichtenberg (St) (27), die Mutter seines in Darmstadt unehelich geborenen Sohnes Gottfried von Lichtenberg (St) (07). - In Mainz setzt das begeisterte Carnevalsvereinsmitglied Konrad Sutter riesige Pappfiguren Riwwelmattese vor die Säulen der Galerie der fertiggestellten Stadthalle Gut Stubb Rheinstraße 68 (2016 Hilton Hotel). - In Wiesbaden eröffnet in der ehemaligen Metzgerei in der Wagemannstraße 9 das Weinlokal Binger Wein-Schänke, in der, da die Toiletten noch nicht fertig sind, der Wirt Peter Külzer einfach einen Eimer für die kleine Notdurft vor die Tür stellt, wodurch die Lokalität den Spitznamen Der Eimer erhält. - In Frankfurt malt der schwarzwälder Holzarbeitersohn Hans Thoma (45) im Kaffeehaus Cafe Bauer Ecke Schillerstraße 2/ An der Hauptwache (2016 WMF) Tierkreiszeichen, Monatsallegorien, einen Bacchuszug und einen Gambrinuszug mit unzähligen nackten Putten und Satyrn an die Wände, was zu einem Sturm der Entrüstung der Besucher führt, weshalb die Wandmalereien wieder übertücht werden. - In Frankfurt wird an der Ecke Taunusanlage/Taunustor ein Pissoir für vier Personen aufgestlellt. - In Frankfurt betreibt die Firma Kullmann & Lina Bockenheimer Landstraße 175 vor der Galluswarte eine kunstvoll eisengeschmiedete öffentliche Bedürfnisanstalt alias Pissoir. - In Frankfurt wird die Brauerei Binding am Sachsenhäuserberg in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. - Der morganatisch geborene hessendarmstädter Prinzensohn Prinz Ludwig Alexander von Battenberg (St) (30) heiratet die in Windsor Castle geborene hessendarmstädter Großherzogentochter Prinzessin Viktoria von Hessen-Darmstadt (St) (21). - In Frankfurt stirbt der in Kopenhagen geborene hessenkasseler Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (63).

1883 In Freiendiez wird der in Naurod geborene Dorfschullehrersohn Rudolf Dietz (20) Dorflehrer und beginnt Gedichte und Theaterstücke zu schreiben. - In Langen verleiht der in Darmstadt Bessungen geborene Großherzog Ludwig IV von Hessen und bei Rhein (St) (46). mit der Weihe der Stadtkirche dem Marktflecken Langen die Stadtrechte. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene Bankier Mitbegründer des Bankhauses Maerklin & Co., Kommerzienrat, Ehrenpräsident der Frankfurter Handelskammer, Mitglied in der Museums Gesellschaft und im Cäcilienverein Johann Gustav Adolf von Neufville (35) in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben. - In Wiesbaden wird der in Bad Ems geborene Carl Bernhard von Ibell (36) vom Bürgermeister zum Oberbürgermeister erhoben. - In Höchst wird der Chemiewerkdirektor Adolf Brüning (46) in den preußischen Adelsstand erhoben. - In Eltville Erbach stirbt die in Berlin geborene niederländische Königstochter Wilhelmine Friederike Luise Charlotte Marianne von Oranien Nassau (St) (73) im Schloss Reinhartshausen. - In Wiesbaden hält die verbotene SPD geheime Wahlversammlungen ab. - In Bad Homburg kauft Conrad Ritter (--) die Villa Kaiser Friedrich-Promenade 69 der verstorbenen morganatischen Kronprinzenehefrau und ehemaligen wiener Tänzerin Freifrau Therese von Barnim und baut es zum Parkhotel Ritter mit Restaurant (2016 Hotel Steigenberger) um. - In Frankfurt wird das baufällige Bierhaus Bavaria Ecke Schillerstraße 8/Hauptwache zu einem der prächtigsten Geschäftshäuser Frankfurts mit einer Löwenquadriga und einer Bavaria Göttin mit Siegerkranz an der Fassade. - In Frankfurt wird eine privat betriebene öffentliche Toilette für Frauen mit Wasserklosett und Waschmöglichkeit und Wartefrau alias Toilettenfrau aber auch mit Benutzungsgebühr aufgesellt. Die frankfurter Firma Fabrik für Closets, Latrinen, Tonnenanlagen, Bedürfnis-Häuschen als Spetzialitäten Kullmann & Lina (August Fass& Co. Nachf.) in der Bockenheimer Landstraße 175 unterliegt meistens der reichsweit agierenden berliner Firma Paul Franck im Ausschreibungsverfahren. - In Frankfurt betätigt sich der in Wehen geborene kranke evangelische Dekansohn, ehemalige Hochschuldirektor und Chemiker Richard August Carl Emil Erlenmeyer (58) als Privatgelehrter, wo er 10 Jahre lang bleibt. - In Main bilden die mainzer Jean Ring als General, Josef Wallau als Kriegsminister und Jean Dremmel als Präsident die Führung einer neugegründeten Prinzengarde zur Fastnacht in selbstentworfenen kurmainzer Füsilieren nachempfundenen Uniformen und vereidigen die Rekruten.

1882 Wetter: In Frankfurt Hochwasser vom Anlagenring bis zu den Riederhöfen. - In Frankfurt brennt die Landwirtschaftliche Halle in der Ostendstraße ab. - In Offenbach wird der Rabbiner Salomon Formstecher (74) erster jüdischer Ehrenbürger. Er erhält vom hessichen Großherzog einen Orden. - In Wiesbaden wird die großbürgerliche Villa Clementine mit prächtigen Stuckdecken, Eisenguss-Geländern und schwarzem Marmortreppenhaus fertiggestellt. - In Wiesbaden brennen im Kurhaus elektrische Lampen. - In Frankfurt wird eine erste Kläranlage erbaut. - In Frankfurt zieht der in Idstein geborene Amerikarückkehrer, Goldrauschunternehmer und frankfurter Rentier Marks John Livingston alias Markus Löwenstein (58) aus seiner Villa Bockenheimer Landstraße 33 in seine neu erbaute Stadtvilla Livingston´sches Stallgebäude in der Ecke Ulmenstraße 20/Kettenhofweg, das aus Platzgründen eine Stall im ersten Stock der Villa hat, der nur mit einem Pferdekutschen-Aufzug erreichbar ist. - In Mainz gibt es 52 Hydranten, 7 Feuermeldestellen und 892 Meter Feuerwehrschlauch. - In Frankfurt veranstaltet die Frankfurter Rudergemeinschaft Germania zum ersten Deutschen Rudertag eine Regatta, wobei die erste Deutsche Meisterschaft im Einer ausgetragen wird, die das frankfurter Rudermitglied Achilles Wild gewinnt. - Auf Burg Rheinstein bei Bingen am Rhein lässt sich die geisteskranke Fürstentochter Wilhelmine Luise von Anhalt Bernburg (St) (83) und Witwe von Prinz Friedrich von Zollern Preußen (St) (++) bestatten. Die Geisteskrankheit hatte sie von ihre Mutter Marie Frederike von Hessen Kassel (St) (++) geerbt. - In Wiesbaden verfasst die in Mainz geborene Schriftstellerin Auguste Arens von Braunrasch (58) nach mehreren Reisen unter einem männlichen Pseudonym Julius Rasch oder Max von Pleiner die Lustspiele Aus Eifersucht, der Bürgermeister, Luise und Aus dem Land der Magyaren.

1881 Wetter: In Mainz bricht der neue Damm beim Hochwasser. - In Frankfurt nimmt die Post eine Telefonvermittlung mit fünfzig Teilnehmern in der Zeil 110 in Betrieb, obwohl es bereits über 100 Anmeldungen von frankfurter Geschäftsleuten gibt. Die frankfurter Handelskammer beantragt eine Fernsprechzentrale. Nach 4 Wochen werden weitere achtzig Teilnehmer dazugeschaltet und ein Telefonbuch mit 130 Teilnehmern herausgegeben. - In Frankfurt Bornheim ist die Endhaltestelle der Pferdebahn Bornheim Schule vor dem Gasthof Nassauer Hof Berger Straße 260 (2016 Apfelwein Solzer). - In Frankfurt verlegt der größte Brauer der Stadt Conrad Binding (35) seine Brauerei Binding vom Garküchenplatz 7 (2016 Weckmarkt 3) auf den Sachsenhäuser Berg. - In Frankfurt wird aus der Heinrich Henninger & Söhne, Brauerei Stein die Frankfurter Bierbrauer-Gesellschaft - vormals Henninger und Söhne. - In Wiesbaden wird mit dem Bau des Hotels Neroberg mit großen Terrassen für die Außenbewirtung begonnen. - In Wiesbaden hat der katholische Kolpingverein 900 Mitglieder. - In Frankfurt gibt es die Freimaurerloge Zur aufgehenden Morgenröthe Schützenstraße 2. - In Frankfurt vermittelt der in Unterfranken geborene jüdische frankfurter Verleger der Tageszeitung Frankfurter Zeitung Leopold Sonnemann (50) die in Ungarn geborene jüdische Opernsängerin und Schauspielerin Sophie König (27). - In Frankfurt Rödelheim gründet der frankfurter Weinküfer Philipp Possmann eine Aepfelwein-Kelterei alias Apfelwein-Kelterei. - In Wiesbaden stirbt die sozialistische Ferdinand Lassalle Lebensgefährtin Gräfin Sophie von Hatzfeldt (St) (76). - In Mainz erhält die Möbel- und Parkettbodenfabrik Bembé den ersten Auftrag zur Ausstattung der Salons der Norddeutschen Lloyd Dampfer.

1880 Frankfurt hat 136831 Einwohner, Mainz hat 60905 Einwohner, Wiesbaden hat 50238 Einwohner und Darmstadt hat 41199 Einwohner. - In Frankfurt wird der ehemalige osnabrücker Oberbürgermeister Johannes von Miquel (52) frankfurter Oberbürgermeister. - In Frankfurt wird der Rugbyclub SC Frankfurt mit Herrmann Stasny gegründet. - In Frankfurt gründet der in Darmstadt geborene Heinrich Kleyer (27) eine Maschinen- und Fahrradhandlung, in der er Hochräder verkauft. - In Frankfurt tritt der Circus Wulff auf. - In Frankfurt wird die Neue Oper alias Alte Oper mit der Mozart Oper Don Giovanni mit dem Ehrengast, dem deutschen Kaiser Wilhelm von Zollern Preußen (St) (83), eröffnet. - In Frankfurt tritt der Pianist Johannes Brahms (47) in einer Kammermusik-Reihe im Saalbau Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) auf. - In Wiesbaden besucht der Kronprinz Wilhelm II von Zollern Preußen (St) (21) demonstrativ zusammen mit seiner Frau ein synagoges Konzert gegen öffentliche antijüdische Aggressionen. - In Wiesbaden brennt elektrisches Licht auf dem Konzertplatz hinter dem Kurhaus. - Wiesbaden hat 70000 Kurgäste. - In Deutschland wird der Lehrerinnenzölibat eingeführt. - In Frankfurt zieht das Comoedienhaus in die neuerbaute Oper am ehemaligen Bockenheimer Tor alias Opernplatz, das Schauspiel mit Sprechtheater bleibt am Rathenauplatz. - In Lich stirbt der in Lich geborene Fürst Ludwig von Solms Hohensolms Lich (St) (75) kinderlos. Der Sohn seines in Lich geborenen verstorbenen jüngeren Bruders Prinz Ferdinand von Solms Hohensolms Lich (St) (++), der in Pirnitz geborene Prinz Hermann Adolf von Solms Hohensolms Lich (St) (42) wird Fürst von Solms Hohensolms Lich. - Nach dem Tod seines in Düsseldorf geborenen unverheirateten und kinderlosen Bruders Fürst Ernst von Solms Braunfels (St) (55) wird der in Wien geborene Prinz Georg von Solms Braunfels (St) (44) neuer Fürst von Solms Braunfels. - In Mainz Kastel wird die Rudergesellschaft Mainz-Kasteler RG gegründet. - In Frankfurt übernimmt der mainzer Ausflugsrestaurationsbesitzer Lorenz Adlon (31) die Gastronomie des Deutschen Turnfestes.

1879 In Wiesbaden zieht das Amtsgericht und das Landgericht in die Neorenaissancegebäude mit 7 Gefängniszellen in der Gerichtsstraße 2. - In Wiesbaden nimmt mit der Eröffnung des Ludwigsbahnhof Friedrich-Ebert-Allee 2 (2016 Museum) die Hessische Ludwigsbahn die Eisenbahnstrecke Wiesbaden - Niedernhausen in Betrieb. - In Frankfurt werden die Gleise für den Hauptbahnhof verlegt. - In Wiesbaden wird aus der höheren Bürgerschule Oranienstraße 5- 7 (2016 Oranienschule) eine siebenklassige Realschule. - In Wiesbaden gründet der Verein Herberge zur Heimat in einer Villa in der Platter Straße 2 ein christliches Hospiz für wandernde Handwerker, Arbeiter und Angestellte (2016 Hotel Oranien). - In Frankfurt ist die Neue Börse fertiggestellt. - In Wiesbaden hat der katholische Kolpingverein 266 Mitglieder. - In Frankfurt kommt im Hoch´schen Konservatorium im Saalhof der ungarische Komponist Franz Liszt (68) zu Besuch. - In Offenbach findet die Hessische Landesgewerbeausstellung statt. - In Frankfurt Rödelheim wird von Graf xxx von Solms (St) (31) der Solmspark angelegt.

1878 Wetter: Diphterieepidemie in Darmstadt. - In Frankfurt eröffnet der Frankfurter Turnverein 1860 eine Turnhalle im Sandweg 4. - Frankfurt Bornheim wird an die Vogelsberger Wasserleitung angeschlossen und erhält eine Kanalisation. - In Darmstadt heiratet Prinz Heinrich von Hessen Darmstadt (St) (40) morganatisch Caroline Willich alias von Pöllnitz, die dafür zur Freifrau von Nidda erhoben wird und innerhalb eines Jahres stirbt. - In Frankfurt ist die Obermainbrücke fertiggestellt. - In Frankfurt stirbt der in Wetzlar geborene jüdische zum evangelischen Glauben konvertierte Bankier Freiherr Raphael von Erlanger (72). - In Frankfurt eröffnet das Hoch´sche Konservatorium im Saalhof unter dem Vorsitz von frankfurter Oberbürgermeister und Bankier Daniel Heinrich Mumm (55). - In Mainz werden die Brauhäuser Zur Stadt Mailand in der Mailandsgasse 4, Zur Stadt Frankfurt in der Fischtorstraße 7 geschlossen. - In Mainz wird der Mainzer Ruderverein gegründet. - In Frankfurt ist die Kaiserliche Oberpostdirektion im Roten Haus auf der Zeil.

1877 Wetter: Extrem milder Jahresanfang. - In Mainz kauft die Mainzer Actien Brauerei sogar Eis aus Norwegen, weil die eigenen Kühlmaschinen überbeansprucht sind. - In Darmstadt stirbt General, zweitgeborener Großherzogssohn und Prinz Karl von Hessen und bei Rhein (St) (68) im Palais Prinz Karl in der Wilhelminenstraße 34. - In Darmstadt Seeheim stirbt der hessendarrmstädter Großherzog Ludwig III von Hessen und bei Rhein (St) (71). - In Darmstadt wird die Technische Hochschule am Karolinenplatz 5 gegründet. - Telegrafenbetrieb mit Sprechhörern wird eingeführt. Es gibt die Westerwald-Telegrafenrundlinie Monabaur, Hadamar, Limburg, Westerburg und Rennerrod und die Rheingauroute von Wiesbaden nach Koblenz. Jede Telegrafenstation hat ihr eigenes Rufzeichen.  - Die Ansichtspostkarte wird von Alphons Adolph (24) erfunden. - In Wiesbaden Schierstein lässt der in Frankfurt geborene Tabakwarenfabrikant und Rheingauer Schaumweinfabrikbesitzer Johann Jacob Söhnlein (50) die Sektmarke Rheingold eintragen (2016 Sektkellerei Söhnlein). - In Geisenheim wird im osteinschen Palais geborene Weinhändlersohn der Bankier und Waffenhändler Heinrich Eduard Lade (60) geadelt und nennt sich Heinrich Eduard von Lade. - In Mainz wird in der Augustinerstraße 12 die Zuckerwarenfabrik L. Goebel mit einigen wenigen Bombons und Pralinen aber auch Gebäck von dem in Mainz geborenen Lorenz Goebel (24) eröffnet. - Zuschauer bei Enthauptungen werden verboten. - In Frankfurt erbt der orthodoxe jüdische Bankier Freiherr Wilhelm Carl von Rothschild (St) (49) den Grüneburgpark mit der Villa Grüneburg von seinem in Frankfurt geborenen Cousin und Schwiegervater Anselm Salomon von Rothschild (St) (74). - In Frankfurt trifft sich der Abend-Club am Theraterplatz 10.

1876 In Frankfurt wird das umgebaute Gasthaus Zum weißen Hirsch Kaiserplatz als Luxushotel Frankfurter Hof mit Direktor César Ritz (26) wiedereröffnet. - In Frankfurt führt die Post die Telegraphie in der Zeil 110 ein. - In Schwanheim wird in der Schwanheimer Volksschule Gerolsteiner Straße 2 (2016 August Gräser Schule) eine erste Lehrerin Frau Jäger eingestellt. - In Frankfurt werden laut kaiserlichem Oberpostdirector Geheimer Postrat Heldberg bei den Eisenbahn-Telegraphen-Stationen im Monat März 44 Telegramme aufgegeben, 17 in Hattersheim, 16 in Hochheim, 13 in Biebrich, 11 in Wiesbaden, 10 in Flörsheim, 4 in Höchst, 3 in Castel alias Mainz Kastel und 1 in der Curve. - In Wiesbaden ist Gustav Meyer Telegraphendirektor. - Der in Frankfurt geborene Tabakwarenfabrikant und Rheingauer Schaumweinfabrik Besitzer Johann Jacob Söhnlein (49) lässt seinen Sekt vom Komponisten Richard Wagner (63) zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele zu dessen Eröffnungsoper mit deren Namen Rheingold taufen (2016 Sektkellerei Söhnlein), wodurch die Sektmarke weltweit bekannt wird. - In Kreuznach stirbt Prinzessin Sophie von Solms Braunfels alias Sophie von Löwenstein Wertheim Rosenberg (St) (62). - In Wiesbaden Rambach eröffnet der Küfer Wilhelm Staadt die vierte Gastwirtschaft des Dorfes Zum Hirsch in der Eppsteinerstraße 2. - In Mainz wird das Brauhaus Zum Silberberg am Markt 31 von Heinrich Hofmann von der Brey´schen Actien Bierbrauerei übernommen und als Gasthaus Zum Silberberg weiterbetrieben. - In Mainz schließt das Bierhaus Zum grünen Wald im Kirschgarten 22 und das Brauhaus Zum schönen Brunnen in der Augustinerstraße 22 von Franz Karl Josef Müller. - In Frankfurt werden die öffentlichen Pissoirs an die Kanalisation angeschlossen und Wasserspülungen installiert. - In Offenbach wird die Villa Wecker als erstes Gebäude am Dreieichring 24 vom Kutschenbauer Karl Theodor Wecker (48) erbaut. Der Luxusbau hat im Keller eine Speisekammer und eine Räucherkammer, im EG die Küche, Speisezimmer, Frauenzimmer und Herrenzimmer und einem Wintergarten als Glashaus. Im ersten Stock befinden sich die Schlafräume der Herrschaft und im zweiten Stock die Schlafräume des Personals. Das Gebäude hat einen Speiseaufzug und einen Konferenzraum. - In Darmstadt wird in der Bleichstraße eine liberale Synagoge eröffnet.

1875 In Wiesbaden wird in der Albrechtsstraße 29 ein Kreisgerichtsgefängnis für 100 männliche und weibliche Gefangene fertiggestellt. - Frankfurt hat 103136 Einwohner, Mainz hat 56400 Einwohner und Wiesbaden hat 43674 Einwohner. - In Frankfurt eröffnet die Pferdebahnlinie zum Hanauer Bahnhof Zobelstraße. - In Bad Kreuznach stirbt auf Burg Schloss Rheingrafenstein der New Braunfels (Comal County Texas) Gründer Prinz Carl von Solms-Braunfels (St) (57) alias Texas Carl. - In Frankfurt hat der Main einen Wasserstand von 35 cm. - In Wiesbaden wird eine Pferdestraßenbahn vom Neorenaissance Hauptbahnhof an der Rheinstraße über die Wilhelmstraße über die Taunusstraße zum Neroberg eröffnet. - In Frankfurt wird das Hotel Frankfurter Hof am Kaiserplatz erbaut. - In Wiesbaden wird die verbotene SPD aufgelöst. - In Wiesbaden wird ein katholischer Kolpingsverein gegründet und gegen Vereinsgesetz nicht innerhalb 3 Tagen angemeldet, weshalb Präses Kaplan Heinrich te Poell eine Strafe von 20 Mark oder 3 Tagen Haft erhält. Das Gasthaus Zur weißen Taube Neugasse 15 wird Vereinslokal, wo Unterricht in Schreiben, Rechnen, Zeichnen und Singen erteilt wird. Fast regelmäßig kommen Polizeibeamte zur Überwachung in die öffentliche Veranstaltungen. - Der in Hanau geborene hessenkasseler Kurfürst Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel (St) (73) stirbt in Prag und sein ältester Sohn, der aber morganatisch gezeugt wurde, Fürst Friedrich Wilhelm (St) (43) heiratet in zweiter Ehe wieder eine Schauspielerin, die in Hamburg geborene Ludovica Gloede, die sich mittlerweile Gräfin Schaumburg nennt und bereits einen in Wiesbaden geborenen Sohn Graf von Schaumburg Friedrich August von Hanau (St) (11) hat. Alle Nachkommen nennen sich illegalerweise Fürsten von Hanau, obwohl der Fideikommiss und die Anwartschaft auf den Thron an die Nebenlinie mit dem mit der vom protestantischen zum katholischen Glauben konvertierten Prinzessin Anna von Zollern Preußen (St) (39) verheirateten Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (71) fallen. - In Frankfurt sind das Hotel de Paris am Schillerplatz alias an der Hauptwache 7 und das Kaffeehaus Cafe Frankfurt am Schillerplatz. - In Mainz wird die Straßenbrücke erbaut und das Rheinufer aufgeschüttet, wodurch die Große Bleiche zu einer Verkehrsachse wird. - In Hanau Philippsruhe beginnt der in Kopenhagen geborene und wegen des preußischen Thronverzichts finanziell reich abgefundene.hessenkasseler Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (55) mit dem Bau von Schloss Philippsruhe. - In Langen Philippseich stirbt der in Philippseich geborene Graf Georg Kasimir von Isenburg Philippseich (St) (81) und gleichzeitig stirbt seine Ehefrau Berta von Isenburg Meerholz in Montreux (St) (54).

1874 In Frankfurt wird der Zoologische Garten auf die Pfingstweide (2016) Bernhard-Grzimek-Allee 1 verlegt. - In Offenbach kommt die Erstausgabe der ersten SPD Parteizeitung im Großherzogtum Hessen, die Neue Offenbacher Zeitung heraus. - In Wiesbaden beginnt man die legendären Gartenfeste zu veranstalten. - In Wiesbaden wird Leonhard von Bonhorst erster sozialdemokratischer Kandidat für die Wahl zum Deutschen Reichstag. - In Frankfurt stirbt der mit Feiin Ottilie von Sodenstern verheiratete frankfurter Großbürger Joseph Hoch (59) und übergibt sein gesamtes Vermögen von 1 Million Goldmark in die Stiftung Hoch´sches Koservatorium. - In Frankfurt wird das Rahmhofgelände zur Neuen Börse umgebaut. - In Darmstadt wird der jüdische Bankier Joseph Günzburg (--) in den hessischen Adelsstand erhoben. Er nennt sich Freiherr Joseph von Günzburg. - In Mainz stirbt die Musikverlegerfamilie Schott Weihergarten 5 aus. Das weltweite Unternehmen wird vom eingesetzten Erben Rechtsanwalt Geheimrat Dr Ludwig Strecker (21) weitergeführt. - Das in Mainz geborene Mitglied der mainzer Freimaurerloge Die Freunde zur Eintracht, Musiknotenverleger Franz Schott (63) stirbt in Mailand. - In Mainz kommt der Großgastronomensohn Louis Adlon zur Welt.1874 In Frankfurt wird die Untermainbrücke als zweite Straßenbrücke über den Main eröffnet.

1873 Börsenkrach - In Frankfurt eröffnet der Verein vom Roten Kreuz in der Königswarterstraße ein Krankenhaus. - In Offenbach wird der Neorenaissance Hauptbahnhof weit südlich der Stadt eröffnet. - In Wiesbaden wird eine Kurtaxe erhoben. - In Frankfurt wird der Bankier Daniel Heinrich Mumm (50) erster preußischer frankfurter Oberbürgermeister. In Geisenheim wird der Weinhändlersohn Hermann Mumm (74) zum Hermann Mumm von Schwarzenstein geadelt und beginnt mit dem Bau der künstlichen Burgruine Schwarzenstein, die als Sommerhaus dient. - In Bad Homburg bezieht die morganatische Kronprinzenwitwe und ehemalige wiener Tänzerin Freifrau Therese von Barnim (St) (65) ihren Witwensitz, die Villa Kaiser-Friedrich-Promenade 69 (Steigenberger Hotel). - In Frankfurt beginnt die  Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt (2016 Degussa AG) das Rohmaterial für alle Münzen des Deutschen Reiches herzustellen. - Der bluterkranke Großherzogssohn Friedrich Wilhelm von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (03) stirbt nach einem Sturz.

1872 Im Deutschen Reich werden alle Spielcasinos geschlossen. - In Frankfurt werden auf der Bahnlinie nach Hanau Arbeiterzüge eingeführt. - In Wiesbaden geht die Taunusbahn Friedrich-EbertAllee/Rheinstraße mit ihren Nebenbahnen an die preußische Staatsbahn. - In Offenbach wird Prinz Victor von Isenburg Büdingen (St) geboren. - In Mainz wird aus der Brey´schen Brauerei mit der Trennung von Löwenbräuinhaber Ludwig Brey (51) die Mainzer Actien-Bierbrauerei, die größte westdeutsche Brauerei. - In Frankfurt wird eine Pferdetram von einem belgischen Privatunternehmer und seiner Frankfurter Trambahn Gesellschaft eröffnet. - In Bad Homburg wird das Spielcasino geschlossen. - In Darmstadt wird im Gasthaus und Weinlokal Bockshaut Kirchstraße 7-9 der Weinhändlersohn und Bildhauer Ludwig Habich geboren. - Der hessenkasseler Kurfürstenenkel Sohn Graf von Schaumburg Ludwig Cäcilius Felix von Hanau (St) wird geboren. - In Geisenheim gründet der im osteinschen Palais geborene Weinhändlersohn, Bankier, Waffenhändler und Äpfel und Birnen Züchter Heinrich Eduard Lade (54) auf zugekauftem Land mit der Erlaubnis des deutschen Kaisers aber als preußischer König Wilhelm von Zollern (St) (75) und Reichskanzler Otto von Bismarck  (St) (57) die Königlich Preussische Lehranstalt für Obst- und Weinbau alias Forschungsanstalt für Garten- und Weinbau in Form von Obstgärten. - Im Schifffahrtsstreit um den Main will das preußische Frankfurt Rheinhafen werden, wozu der Main für die Raddampfer auf dem Rhein ausgebaggert werden müsste, was der hessische Umschlagshafen Mainz verhindern will und deshalb mit dem Mainzer Speditions- und Kohlenhändler Heino Held (--) Kettendampfschleppschiffskonzessionen beantragt. - In Frankfurt wird der Großindustrielle Gustav Hermann von Passavant geboren. - In Lich Laubach stirbt der in Laubach geborene mit Prinzessin Luitgarde von Wied (St) (59) verheiratete Graf Otto von Solms Laubach (St) (73). - In Mainz werden das Brauhaus Zu den drei Löwen und das Bierhaus Zum goldenen Löwen in der Bocksgasse 29 von Johann Nepomuk Halm geschlossen. - In Frankfurt werden Verbotsschilder für Pinkler aufgestellt. - Nach ihrer Scheidung erhält die morganatisch geborene Kurfürstentochter Maria von Hanau (St) (--) auf eigenen Wunsch den Titel Prinzessin Maria von Ardeck bei Diez an der Lahn.

1871 Reichsgründung - In Frankfurt erscheint die Neue Frankfurter Zeitung als  Frankfurter Zeitung. - Deutschland hat 41058792 Einwohner. - Frankfurt hat 91040 Einwohner, Mainz hat 53902 Einwohner und Wiesbaden hat 35836 Einwohner. - In Rüdesheim wird das Niederwalddenkmal erbaut. - In Frankfurt wird die Gesellschaft des ächten Naxos-Schmirgels von Julius Pfungst gegründet. - In Wiesbaden beginnt der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern Preußen (St) (74) mit seinen jährlichen Besuchen der Stadt. - In Frankfurt wird im Luxushotel Zum Schwan Steinweg 12 alias Goetheplatz der Frankfurter Friede geschlossen. Das Friedenszimmer wird danach nie mehr vermietet. - In Wiesbaden verspielt der in Moskau geborene Schriftsteller Dostojewski (50) seine Reisekasse, erhält aber für seinen Roman Die Dämonen einen Vorschuß und kann wieder nach Sankt Petersburg zurückkehren. - In Mainz ist der Mainzer Alice-Frauenverein für Krankenpflege auf 23 Kriegskrankenpflegerinnen angewachsen, die alle privat wohnen.t. - In Mainz beginnt die Rheinische Bierbrauerei vormals Brauerei Zum weißen Roß Wormser Straße 151 mit der Herstellung von Reisbier mit einem Reisanteil von 16%, das begeistert aufgenommen wird. - In Offenbach werden 236 Fabriken betrieben, davon 58 für Leder, 16 für Stahl und 8 für Zigarren. - In Mainz profitiert der Möbelproduzent und Innenausstatter August Bembé von der starken Nachfrage nach Parkettböden. - In Frankfurt gewinnt beim Wäldches Rennen auf der Galopprennbahn die dreimalige Große Preis von Baden Siegerin und in 54 Pferderennen ungeschlagene ungarische Wunderstute Kincsem.

1870 Der in Frankfurt geborene Bäckersohn, Küfer und Bierbrauer Conrad Binding (24) kauft nach der Rückkehr von der Wanderschaft am Garküchenplatz 7 (2016 Weckmarkt 3) die Hausbrauerei Ehrenfried Glock mit einem Bierumsatz von 1500 Hektoliter für 84000 Gulden und und baut sie erfolgreich zum modernen Brauhaus Binding um. - In Bad Homburg wohnt Kronprinz Wilhelm von Zollern Preußen (St) (11) erstmals über den Sommer im Stadtschloss. - In Wiesbaden zieht die Telegrafenstation der Königlichen Staatsbahn Rheinstraße 8 als Telegrafenstation des Norddeutschen Bundes ins alte Rathaus die Marktstraße 18 um. - In Mainz gibt es das Hotel de Hollande. - In Mainz gründet die mainzer Musikverlegergattin und mainzer Bürgermeistergattin Betty Schot Mainzer Alice-Frauenverein für Krankenpflege und stellt die in Mainz geborene ledige Regine Arnold an. Regine Arnold absolviert einen Lehrkurs im Rochus-Hospital. Der Verein sammelt Spenden und sucht nach ehrenamtlichen und besoldeten Krankenschwestern, die alle privat wohnen. - In Darmstadt wird der jüdische Bankier und erbliche Ehrenbürger Horaz Günzburg (--) in den hessischen Adelsstand erhoben. Er nennt sich Freiherr Horaz von Günzburg. - In Mainz schließt Wilhelm Weilbächer das Brauhaus Zum goldenen Rebenstock in der Korbgasse 22. - In Frankfurt wird ein erstes Wasserklosett in Betrieb genommen. - In der Stadt Bockenheim vor der Stadtmauer Frankfurts wird ein zweites englisches Gaswerk eröffnet, das mit Saar- und Ruhkohle Leuchtgas herstellt und die Orte Oberrad, Rödelheim und Hausen versorgt.

1869 In Wiesbaden wird die Alte Synagoge Coulinstraße eröffnet. - In Birstein wird der Fürstensohn Franz-Joseph von Isenburg Birstein (St) geboren. - In Mainz kauft die Brey´schen Brauerei von Löwenbräuinhaber Ludwig Brey (48) einen Kühlapparat der schweinfurter Firma Krackhart. - In Höchst patentieren die Farbwerke Meister, Lucius & Brüning den Erfolgs-Farbstoff  Alizarin. - In Wiesbaden streiken die Schneidergesellen erfolgreich mit Unterstützung der wiesbader Sozialdemokratischen Arbeiterpartei. - Homburg wird zu Bad Homburg. - Fürst Franz Joseph von Isenburg wird geboren. - In Frankfurt lässt der orthodoxe, mit der Tochter seines Cousins verheiratete, jüdische frankfurter Bankier Freiherr Wilhelm Carl von Rothschild (42) sein Landhaus Bockenheimer Landstraße 10 in ein Palais umbauen. - In Frankfurt versucht man die Bemalung der Katharinenkirche wiederherzustellen, was nicht funktioniert und deshalb die Kirche wieder einfach bemalt wird. - In Frankfurt kostet die kleine Notdorft im öffentlichen Raum zwischen zehn Silbergroschen und zwanzig Talern im Jahr Bußgeld. - In Frankfurt wird der Dom nach einem Brand vollendet. Es wird eine Vorhalle angebaut. - In Wiesbaden zieht der in Biebrich geborene nassauer Herzogssohn Prinz Nikolaus Wilhelm von Nassau (St) (37) mit seiner morganatischen Ehefrau Natalia Puschkin (32) und seiner morganatisch geborenen Tochter Sophie von Merenberg (St) (01) in eine stattliche Villa.

1868 In Wiesbaden wird neben dem Taunusbahnhof Ecke Friedrich Ebert Allee/Rheinstraße der Rheinbahnhof Ecke Rheinbahnhofstraße/Rheinstraße erbaut (2013 Rhein-Main-Halle). - In Darmstadt heiratet der hessendrarmstädter Großherzog Ludwig III von Hessen und bei Rhein (St) (62) morganatisch die in Darmstadt geborene Darmstädter Hoftheater Balletttänzerin Anna Magdalena Appel (St) (22) die dafür zur Freifrau von Hochstätten erhoben und mit der er sich auf seinen Landsitz Schloss Braunshardt bei Weiterstadt zurückzieht. - In Frankfurt wird die Brücke Eiserner Steg erbaut. - In Frankfurt wird der Bankier Daniel Heinrich Mumm (50) erster preußischer frankfurter Oberbürgermeister. - In Bad Nauheim Steinfurth gründet Heinrich Schultheis die erste deutsche Rosenbaumschule. - Prinz Nikolaus Wilhelm von Nassau (St) (36) bewegt seinen Schwager Fürst Georg Viktor von Waldeck Pymont (St) (34), seiner künftigen Frau, der russischen Dichtertochter Natalia Puschkin (32) nach ihrer Scheidung den deutschen Adelstitel Gräfin von Merenberg zu verleihen, und heiratet sie morganatisch, wodurch Prinz Nikolaus Wilhelm zu Nassau (St) (36) seine eventuelle Anwartschaft auf den Thron verliert und seine Frau und seine Kinder sich nicht Prinz oder Prinzessin von Nassau nennen dürfen. - In Groß-Gerau wird aus der Mälzerei des Juden Baruch Marxsohn die Parkbrauerei in der Frankfurter Straße 74. - In Mainz eröffnet die Brauerei Schöfferhof in der übernommenen Brauerei Zum goldenen Pflug einen großen Saal in der Pfandhausgasse 6. - In Mainz schließen das Brauhaus Zum Schlender von Philipp Geier in der Augustinerstraße 26 (2016 Augustinerkeller) und das Brauhaus Zur Rose in der Unteren Gaustraße 67. - Nach der Beseitigung der letzten zwölf Zollstellen wird der Rhein zur internationalen Schifffahrtsstraße erklärt. - In Darmstadt wird Freiherr Ludwig von Stein Lausnitz (St) geboren. - In Frankfurt stirbt der Mitinhaber und Direktor des Frankfurter Theaters am Theaterplatz alias Rathenauplatz Franz Georg Carl von Guaita (58). - In Frankfurt besuchen rund 25000 Besucher den Wäldchestag.

1867 In Frankfurt werden Bonames, Bornheim, Hausen, Niederrad, Niederursel und Oberrad eingemeindet. - Wiesbaden hat 52770 Kurgäste. - Frankfurt hat 78277 Einwohner, Mainz hat 43140 Einwohner und Wiesbaden hat 30085 Einwohner. - In Bischofsheim ist auf dem Rangierbahnhof die Rangierlokomotive Landskron im Einsatz. - In Frankfurt brennt der frankfurter Dom. - In Wiesbaden findet im Saal der Gastwirtschaft Louis Kimmel Kirchgasse 8 die erste Versammlung des sodzialdemokratischen ADAV alias Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein statt. - In Wiesbaden Biebrich schließen sich unter der Führung des in Kaub geborenen nassauischen Offizierssohn und Rechnungsratssohn Leonhard von Bonhorst die Arbeiterbildungsvereine von Frankfurt, Wiesbaden, Offenbach und der neu gegründete Biebricher Verein zum Mittelrheinischen Arbeiterbund zusammen. - Leonhard von Bonhorst schließt sich an die wiesbadener Gruppe der Lassalleaner an und wird dadurch vom Allgemeinen deutschen Arbeitervereinspräsidenten Johann Baptist von Schweitzer Bevollmächtigter für Wiesbaden alias Ortsvereinsvorsitzender. Parteilokal ist die Gastwirtschaft Louis Kimmel Kirchgasse 8. - In Lich wird der Prinz Reinhard Ludwig von Solms Hohensolms Lich (St) geboren. - Der besiegte Herzog Adolph von Nassau (St) (23) erhält von Preußen 15 Millionen Gulden Abfindung und Schloss Wiesbaden Biebrich, Schloss Weilburg, das wiesbadener Jagdschloss Platte und das königsteiner Luxemburgische Schloss. - In Frankfurt wird mit dem Bau einer Schwemmkanalisation, die die Abwässer ungereinigt in den Main entsorgt, und einem Wasserleitungssystem für die Haushalte begonnen. - In Frankfurt besucht der Zeichner und Dichter Wilhelm Busch (35) seinen Bruder Otto Busch, Hauslehrer der 7 Kinder der Industriellengattin und Bankiersfrau Johanna Keßler in der Villa Bockenheimer Landstraße. Sie veranstaltet regelmäßige Salons für Maler, Musiker und Philosophen, hält Wilhelm Busch (35) für einen großen Maler und wird seine Unterstützerin. - In Offenbach ist mit dem Ausscheiden des offenbacher Bürgermeister Johann Heinrich Dick (65) die Umbenennung von der gängigen Straßenbezeichnung mit Buchstaben zur Benennung von Straßennamen und Hausnummern abgeschlossen. - In Frankfurt sind die Lutheraner und die Reformierten mit je einem eigenen Konsistorium für Kirchenwesen und Schulwesen streng geschieden.

1866 In Frankfurt marschieren nach der verlorenen Schlacht bei Königgrätz die Preußen ein und sammeln sich auf dem Roßmarkt. Die Stadt Frankfurt wird von Preußen annektiert und muss hohe Zahlungen leisten. - In Frankfurt begeht der letzte freie Bürgermeister Karl Konstanz Viktor Fellner (59) Selbstmord. - In Frankfurt wird die Neue Frankfurter Zeitung für ein knappes halbes Jahr verboten und erscheint danach als Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. - In Frankfurt wird mit der Anlage der Nizza Gärten mit exotischen Baumarten begonnen. - Der Krieg mit Preußen endet mit einer Niederlage und der Annexion des Herzogtums Nassau und der Absetzung der regierenden nassauischen Familie. Der in Wiesbaden Biebrich geborene Herzog Adolph von Nassau Weilburg (St) (49) geht von seinen Truppen in Süddeutschland direkt ins Exil. Die offizielle Besitzergreifung durch Preußen wird auf dem Schillerplatz gefeiert. - Wiesbaden hat 26000 Einwohner. - Wiesbaden hat 35000 Besucher, davon suchen 7000 durch die Kuren Linderung ihrer Leiden und der Rest kommt zum Vergnügen oder der Langeweile zu entfliehen. - Frankfurt stimmt mit Preußen für einen Ausschluss Österreichs und eine Mobilmachung gegen Österreich. - Das Kurfürstentum Hessen wird von Preußen annektiert. - In Frankfurt erhält der in Frankfurt geborene Schauspieler Samuel Friedrich Hassel (68) nach jahrzehntelanger Karriere am Frankfurter Stadttheater am Theaterplatz alias Rathenauplatz seine letzte Hauptrolle. - Der in Frankfurt geborene wiener Bankier Freiherr Anselm Salomon von Rothschild (St) (63) verweigert vergeblich den Kriegsgegner Preußen und Österreich einen Kriegskredit. Er kann den Krieg nicht verhindern. - In Frankfurt werden öffentliche Pissoirs aufgestellt. - Die Brauerei JG Henrich verlegt ihre Brauerei zu ihren Kellern auf dem Sachsenhäuser Berg. - In Frankfurt wird am Tag nach dem Einmarsch der Preußen die Frankfurter Postzeitung endgültig verboten und ihr Schriftleiter alias Chefedakteur Hofrat Fischer-Goullet wird verhaftet und stribt während seiner polizeilichen Vernehmung an einem Schlaganfall.

1865 In Frankfurt ist die Weinwirtschaft Tivoli in der Rückertstraße. - In Wiesbaden schreibt der in Moskau geborene Schriftsteller Dostojewski (44) im Gasthaus Schwarzer Bock am Kranzplatz des neuen Besitzers Theodor August Schäfer seinen Roman Der Spieler. Im Kurhaus verspielt er in Gesellschaft von Polina Suslowa 3000 Rubel. - In Wiesbaden wird die Vereinsbank Wiesbaden gegründet. - In Wiesbaden gründet sich der Wiesbadener Arbeiterbildungsverein unter der Führung des in Kaub geborenen nassauischen Offizierssohn und Rechnungsratssohn Leonhard von Bonhorst neu. - In Wiesbaden wird im Nerotal die Leichtweißhöhle zu einer Publikumsattraktion ausgebaut und davor ein Wasserfall angelegt. - In Wiesbaden wird im Rathaus der rüdesheimer Weinhändler und liberalen Nassauische Fortschrittsparteigründer Theodor Dilthey (--) erster Direktor der Handelskammer alias IHK, die sich zum Sprachrohr der Opposition entwickelt. - In Frankfurt wird der neu mit Bäumen eingefaßte Paradeplatz mit Schillerdenkmal in Schillerplatz umbenannt. - In Darmstadt wird im botanischen Garten am Wilhelminenplatz und Georg Büchner Platz eine neue Stadtresidenz im Auftrag der englischen Königin Victoria (St) (46) für deren Tochter Alice von Großbritannien und Irland (St) (22) und ihren in Bessungen geborenen Ehemann und Großherzogssohn Ludwig IV von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (28) erbaut. - In Mainz zieht die Rheinische Bierbrauerei vormals Brauerei Zum weißen Roß vom Postplätzchen 7 Ecke Vordere/Obere Löhrgasse in die Wormser Straße 151 mit 65000 m² Gelände und neuer Brauerei um. Der Fuhrpark hat rund 100 Pferde und 36 angemietete Eisenbahnwaggons. Die Tagesproduktion erreicht 975 Hektoliter Bier. - In Mainz schließt das kunstvoll verzierte Brauhaus Zum Tannenbaum in der Sackgasse 24 und wird mit einem Tannenbaum in der Fassade zwischen den Fenstern im 1. Stock als Gaststätte der Mainzer Actien Brauerei weiterbetrieben. - In Mainz wird der Feuerwehrgründer Schronsteinfegermeister Carl Weiser durch einen einstürzenden Schornstein erschlagen. - In Frankfurt wird die Baufirma Johann Philipp Holzmann in der Obermainstraße gegründet.1865 Der geisteskranke Fürst Ferdinand Maximillian von Isenburg Büdingen Wächtersbach (St) (42) wird von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel (St) (63) in den Fürstenstand erhoben. Er nennt sich daraufhin Fürst Ferdinand Maximillian von Isenburg Büdingen Wächtersbach. - In Frankfurt wird die Galopprennbahn auf eine Initiative des Rheinischen Rennvereins hin nach dem Vorbild der Pariser Rennbahn in Vincennes errichtet.

1864 In Frankfurt wird die Frankfurter Vereinskasse gegründet. - Frankfurt hat 78221 Einwohner und Mainz hat 42185 Einwohner. - In Frankfurt werden die Stadttore nachts nicht mehr verschlossen. - Der Bahnhof Frankfurt Sachsenhausen wird eröffnet. - In Wiesbaden kauft der neußer Karl Werminghoff das Hotel Schmitt´s Privathotel Alleestraße, Wilhelmstraße 32 und baut es zum Luxuskurhotel Belle-Vue um. - Die Gewerbefreiheit wird eingeführt. - In Darmstadt heiratet Prinzentochter Prinzessin Anna von Hessen Darmstadt (St) (21) den Witwer und Großherzog Friedrich Franz II von Mecklenburg-Schwerin (St) (41), die innerhalb eines Jahres bei der Geburt ihres ersten Kindes an Kindbettfieber stirbt. - In Wiesbaden wird der hessenkasseler Kurfürstenenkel Graf von Schaumburg Friedrich August von Hanau (St) geboren. - In Wiesbaden Schierstein gründet der in Frankfurt geborene Tabakwarenfabrikant Johann Jacob Söhnlein (37) die Rheingauer Schaumweinfabrik (2016 Sektkellerei Söhnlein). - Wiesbaden, Limburg und Dillenburg werden zu Handelskammersitzen bestimmt. Der Bezirk Wiesbaden besteht aus 276 Einzelfirmen und 34 Kapitalgesellschaften und hat ein Kapital von 350 Gulden und den ehrenamtlichen Sekretär Ruß. - In Frankfurt wird das Taunustor aus zwei klassizistische Torbauten mit schmiedeeisernen Gittern ehemaliges neues Gallustor abends nicht mehr zugeschlossen sondern offengelassen. - In Wiesbaden Biebrich wird Hilda Charlotte von Nassau (St) geboren. - In Mainz wird eine Nachtfeuerwehrwache eingerichtet und erste unterirdische Rohrleitungen verlegt, die an Hydranten Löschwasser liefern. - Das industriefeindliche Frankfurt führt die Gewerbefreiheit ein, die im angrendzuenden Preußen bereits seit 1810 gilt.

1863 In Frankfurt wird die Bank für Handel und Industrie gegründet. - Die Mainbahn wird eröffnet. - In Frankfurt Bornheim wird eine Gasbeleuchtung eingerichtet. - In Mainz wird die Südbrücke über den Rhein eröffnet und die Trajektraddampferboote zwischen Mainz Gustavsburg und dem mainzer Rheinufer wird eingestellt. - In Frankfurt lernt die schüchterne Prinzentochter Prinzessin Anna von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (20) den Witwer und Großherzog Friedrich Franz II von Mecklenburg-Schwerin (St) (40). - In Wiesbaden wird die Genossenschaft Wiesbadener Bank e.G.m.b.H. und die spätere Volksbank Biebrich gegründet. - In Mainz veräppelt ein Redner in einer Fastnachtssitzung das preußische Militär so stark, dass es keine Pferde, Wagen und Musikkapellen für den Fastnachtszug mehr stellt, weshalb sich der Mainzer Carnevals Verein erfolgreich an den in Darmstadt geborenen hessischen Großherzog Ludwig III von Hessen und bei Rhein (St) (57) in Darmstadt wendet. - In Frankfurt findet im Bundespalais alias Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10 der Frankfurter Fürstentag statt. - In Frankfurt Höchst gründen die Bürger der industriefeindlichen Stadt Frankfurt, der hamburger Überseegroßhändler Carl Friedrich Wilhelm Meister (36), der in Erfurt geborene Kommerzienratssohn und Textilfabrikant Eugen Lucius (29) und Ludwig August Müller die Theerfarbenfabrik Meister, Lucius & Co., die Fuchsin und Anilin herstellt, am Mainufer. Höchst gehört zum Herzogtum Nassau. - In Offenbach wird eine regelmäßige Dampfschiffverbindung über Frankfurt und Mainz bis Köln eingeführt. Ein dafür benötigter Hafen wird von Frankfurt knapp 20 Jahre lang verhindert. - In Frankfurt wird anlässlich des Fürstentages im Stadttheater eine Festvorstellung aufgeführt. - In Wiesbaden ist der rüdesheimer Weinhändler Theodor Dilthey (--) Mitbegründer der liberalen Partei Nassauische Fortschrittspartei, die 17 von 24 Zweite Kammer Sitze und die Erste Kammer der herzoglichnassauischen Landstände komplett mit 9 Sitzen belegt. - In Wiesbaden Biebrich besucht der katholische österreichische Kaiser Franz Joseph von Habsburg Lothringen Österreich (St) (46) Herzog Adolph von Nassau Weilburg (St) (46) im Biebricher Schloss. - In Frankfurt zieht das frankfurter Krankenhaus Heilig Geist Hospital in die Lange Straße 4-6 um. - In Mainz übernimmt die Brey´sche Actien Bierbrauerei das Brauhaus Zum Goldstein im Kirchgarten. - Nach dem Tod seines Vaters Friedrich von Zollern Preußen (St) (69) erbt der geisteskranke preußische Königsneffe Prinz Georg von Zollern Preußen (St) (37) erbt zusammen mit seinem geisteskranken Bruder Alexander von Zollern Preußen (St) (42) die romantische Burg Rheinstein bei Bingen am Rhein. - In Frankfurt wird ein Katholikentag abgehalten auf dem der hessische Hofgerichtsratsohn und Sohn von Antonie von Guaita (--) Freiherr Georg Friedrich Karl von Hertling (20) spricht. - In Frankfurt treffen sich u.a. Kaiser Franz Joseph I von Habsburg Lothringen Österreich (St) (33), König Maximilian II Joseph von Wittelsbach von Bayern (St) (52), König Georg V von Hannover (St) (44), König Wilhelm von Württemberg (St) (82), König Johann von Sachsen (St) (62), Herzog Ernst II von Sachsen Coburg und Gotha (St) (45), Großherzog Karl Alexander  von Sachsen Weimar Eisenach (St) (45), der in Darmstadt geborene Großherzog Ludwig III von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (--), Großherzog Peter II von Oldenburg (St) (51) und Großherzog Friedrich I von Baden (St) (37) beim Frankfurter Fürstentag das Bundespalais alias Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10. Bei Gelegenheit wird die Finanzierung der Pferdegalopprennbahn in Frankfurt beschlossen. - In Frankfurt wird ein Galopprennen auf dem Exerzierplatz an der Mainzer Chaussee von Prinz Nikolaus von Hessen und Prinz Friedrich Wilhelm von Nassau veranstaltet. Der Rheinische Renn-Verein wird gegründet

1862 In Frankfurt wird die Frankfurter Hypothekenbank gegründet. - In Mainz wird die Eisenbahnbrücke Südbrücke an der Mainmündung als erste seit über einem Jahrtausend feste Rheinbrücke in Mainz erbaut. - In Rüsselsheim gründet Adam Opel (27) eine Nähmaschinenfabrik. - In Wiesbaden kann man über Rüdesheim bis Oberlahnstein fahren. - Der in Darmstadt Bessungen geborene Erbgroßherzog alias ältester Großherzogssohn Ludwig IV von Hessen Darmstadt (St) (25) heiratet die zweitälteste englische Königstochter Prinzessin Alice von Großbritannien und Irland (St) (19). - In Frankfurt Bornheim wird auf der Bornheimer Heide ein Deutsches Schützenfest veranstaltet. - In Wiesbaden wird der Kurverein im Gasthaus Zum Bären gegründet. - Der frankfurter Maler und Mundartdichter Friedrich Stoltze (46) veröffentlicht die Geschichte vom Tanz auf der Bernemer Lilch alias Tanz im Gasthaus Zur weißen Lilie in Bornheim Berger Straße 275. - In Frankfurt wird das neue Gallustor mit schmiedeeisernen Gittern 100 Meter südlich des alten Gallustores fertiggestellt. - In Fankfurt ist der Verleger und Bankier Leopold Sonnemann (31) Mitbegründer der Frankfurter Gewerbekasse (2016 Frankfurter Volksbank), die von 81 frankfurter Bürgern in den Räumlichkeiten des Spielkartenfabrikanten Caspar Ludwig Wüst in der Gallusstraße 15 eröffnet wird. - In Frankfurt ist die Neue Gasanstalt an der Gutleutstraße fertiggestellt. - In Mainz beendet der Musiknotenverleger Franz Schott (51) Weihergarten 5 die Notenvermarktung des Komponisten Richard Wagner (49) wegen dessen Millionenforderungen. - In Lich heiratet der neue in Büdingen geborene Fürst Bruno von Isenburg und Büdingen (St) (25) die in Lich geborene Prinzessin Mathilde zu Solms Hohensolms Lich (St) (20), die Tochter von Fürst Ferdinand von Solms Hohensolms Lich (St) (56).

1861 In Frankfurt wird die Turn- und Fechtgemeinde Eintracht Frankfurt gegründet. - Frankfurt hat 71564 Einwohner, Mainz hat 41411 Einwohner und Wiesbaden hat 20800 Einwohner. - In Wiesbaden hat das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz, in dem man sein Essen auf den Öfen im Zimmer selbst kochen muss, 47 Räume und bietet täglich 50 Bäder an. - In Mainz konvertiert der volljährige Fürstensohn Prinz Karl von Isenburg Birstein (St) (23) zum katholischen Glauben. - In Mainz produziert die Brey´sche Brauerei von Löwenbräuinhaber Ludwig Brey (40) 11781 Hektoliter Bier. - In Frankfurt beginnt die Museum Gesellschaft im neu errichteten zweistöckigen Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) mit der Veranstaltung von Konzerten und eröffnet mit der Joseph Haydn Aufführung Schöpfung. Der riesige 1800 Zuhörer Konzertsaal Saalbau, der kleine Kammerkonzertsaal und der Bankettsaal im Brückenbau über der Junghofstraße werden das Zentrum des frankfurter Konzertlebens. - In Frankfurt führt der in Gelnhausen geborene Lehrer Philipp Reis (27) führt vor dem Physikalischen Verein in der Robert Mayer Straße 11 einen von ihm erfundenen Fernsprechapparat alias Telefon vor. Er erreicht nicht die nötige Aufmerksamkeit für eine Weiterentwicklung. - In Geisenheim baut der im Osteinschen Palais geborene Weinhändlersohn, Bankier und Waffenhändler Heinrich Eduard Lade (44) die Villa Monrepos in eine riesige Parkanlage. - In Eppstein besuchen der sozialdemokratische Arbeiterführer und Schriftsteller Ferdinand Lassalle (36) und seine Freundin Gräfin Sophie von Hatzfeldt (St) (55). die Burg und tragen sich im Besucherbuch ein. - In Frankfurt vermarkten die deutsch-jüdische Lazard Speyer Ellissen Bank und die Seligmann & Stettheimer Bank den amerikanischen Bürgerkrieg und verkaufen Nordstaaten Kriegsanleihen. - In Kronberg gründet der in Frankfurt geborene Maler der Romantik und Städelschüler Anton Burger (37) mit dem in Frankfurt geborenen Maler Jakob Fürchtegott Dielmann (52) und dem in Frankfurt geborenen Maler Peter Philipp Rumpf (40) die Kronberger Malerkolonie. Die Mitglieder leben in Kronberg über das Frühjahr oder den Sommer zusammen. Die Malerkolonie nimmt fast ausschließlich in Frankfurt geborene Maler und einige Ausländer auf. - Der morganatische Prinz Karl von Ardeck wird in Fulda geboren.

1860 In Frankfurt veranstaltet die Frankfurter Carnevalsgesellschaft Die Bittern einen ersten Fastnachtsumzug Kappenfahrt. Das Gründungsmitglied Friedrich Stoltze (44) malt Maskenballplakate. - In Frankfurt wird die von August Ravenstein gegründete und verbotene Frankfurter Turngemeinde als Frankfurter Turnverein 1860 wiedergegründet. - In Langen mietet die Schulgesellschaft für ihren Unterricht einen Neubau in der Dieburger Straße, Vor der Höhe 14. - In Frankfurt erhält das jüdische Philantropin in der Rechneigrabenstraße 16-18, das mit einer nichtjüdischen Volksschule kombiniert ist, eine eigene Turnhalle. - In Frankfurt stirbt der in Danzig geborene Philosoph Arthur Schopenhauer (72) im Schopenhauerhaus Schöne Aussicht 16. - In Bad Soden logiert der russische Gesellschaft-Dichter Iwan Sergejewitsch Turgenew (42) im Kurhotel Europäischer Hof Königsteiner Straße 45 des ehemaligen bad sodener Kurhauspächters Phillip Collosseus. - In Mainz findet der 4. Deutsche Feuerwehrtag mit 45 Wehren statt. - In Frankfurt eröffnet im ehemaligen Bethmanschen Museum in der Friedberger Anlage der Kursaal Milani Seilerstraße 34, ein Kaffeehaus.

1859 In Frankfurt fügt der Bankier Leopold Sonnemann der Frankfurter Handelszeitung einen politischen Teil hinzu und nennt sie Neue Frankfurter Zeitung. - In Frankfurt wird entlang des Mainufers eine Eisenbahnstrecke eröffnet, die die Westbahnhöfe mit dem Hanauer Bahnhof Zobelstraße verbindet. - In Mainz gründen mainzer Großkaufleute in einem Konsortium eine der ersten deutschen Großbrauereien, die Brey´sche Bierbrauerei unter dem Löwenbräu-Großbrauer Ludwig Brey (31) um Exportbierboom teilhaben zu können nach bayerischer Brauart. - In Mainz enden die aus Richtung Bingen kommenden Eisenbahngleise an einem eigenen Kopfbahnhof außerhalb der Festungsmauern im Gartenfeld zwischen Frauenlobstraße und Feldbergplatz (2016 Grüne Brücke). - Der in Wetzlar geborene jüdische christlich konvertierte frankfurter Bankier Raphael Erlanger (53) wird zum portugiesischen Baron erhoben. Er nennt sich danach Baron Raphael von Erlanger. - In Mainz kauft der in Mainz geborene Musiknotenverleger Franz Schott (48) Weihergarten 5 die Notenvermarktungsrechte an den Werken Meistersinger von Nürnberg, Ring des Nibelungen und Parsifal des Komponisten Richard Wagner (46).

1858 Frankfurt hat 68049 Einwohner, Mainz hat 37102 Einwohner und Wiesbaden hat 18054 Einwohner. - In Frankfurt ist der frankfurter Mundartdichter, Freiheitsdichter, Herausgeber der Zeitschrift Frankfurter Latern Friedrich Stoltze (42) Mitgründer der Frankfurter Carnevalsgesellschaft Die Bittern. - In Frankfurt wird der Zoologische Garten an der Bockenheimer Landstraße eröffnet. - In Gustavsburg eröffnet der Hafenbahnhof Hafen 1. - In Wiesbaden wird im Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser Friedrich Platz Südseite bei einer Soireé das Streichquartett Nr. 2 0p. 90 von Joachim Raff uraufgeführt. - Die Hessische Ludwigsbahn nimmt die Rhein-Main-Bahn von Mainz über Darmstadt nach Aschaffenburg in Betrieb. Zwei Trajektraddampferboote nehmen die Bahnreisenden am Endbahnhof Gustavsburg Hafen 1 auf und transportieren sie zum anderen Rheinufer nach Mainz. Die Boote können nur kurze Güterwaggons und keine langen Personenwaggons zum Bahnhof Mainz Weisenau übersetzen. - In Wiesbaden gibt es ein Lesekabinett mit 120 Zeitungen. - Auf dem Main wird die Raddampferschifffahrt wieder eingestellt, weil die versprochene Flusskanalisierung ausbleibt, weshalb wieder Treidelschiffe mit Pferden zum Einsatz kommen. Hauptkonkurrent ist die Eisenbahn. - In Königstein schenkt der in Wiesbaden Biebrich geborene Herzog Adolph von Nassau (St) (41) seiner Frau der nassaischen Herzogin Adelheid Marie von Anhalt-Dessau (St) (25) das Luxemburgische Schloss. - In Frankfurt ist die Freimaurerloge Socrates zur Standhaftigkeit in der Töngesgasse 16 (2016 City Hörgeräte Loch im Parkhaus). - Die Bahnstrecke Darmstadt-Mainz wird eröffnet. - Im Großherzogtum Hessen wird die Biersteuer um 50 % erhöht. - Der geisteskranke Fürst Ferdinand Maximillian von Isenburg Büdingen Wächtersbach (St) (35) verprügelt in aller Öffentlichkeit den Ersten Minister seines Schwiegervaters, Ludwig Hassenpflug mit einem Stock und wird ins Irrenhaus eingewiesen. - Der morganatische Prinz Friedrich von Ardeck wird geboren.

1857 Der in Mainz Kastel geborene Hopfenhändlersohn, Weingroßhändlersohn und Grundbesitzersohn Adolphus Busch (18) wandert mit drei seiner Brüder wegen schlechter Chancen auf ein Erbe nach St Louis Missouri aus. - In Wiesbaden wird ein Teil des Herzoglich-Nassauischen Realgymnasiums Oranienstraße 5–7 (2016 Oranienschule) zur Bürgerschule mit einer Vorschule, die Jungen von 10 bis 16 Jahren auf ihre Berufe vorbereitet und dazu Französisch und Englisch lehrt. - In Mainz explodieren in einem Pulverturm obere Gaugasse und Kästrich 1000 Kilogramm Schwarzpulver, wobei 153 Menschen getötet weren.

1856 In Frankfurt wird der Frankfurter Geschäftsbericht gegründet der sich in Frankfurter Handelszeitung umbenennt. - In Offenbach erhält die Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue mit dem Haus Luisenstraße 31 ein eigenes Logenhaus. - In Wiesbaden Biebrich eröffnet die Wiesbadener Eisenbahngesellschaft die Strecke von Station Mosbach (2016 Wiesbaden-Biebrich) nach Rüdesheim. - In Wiesbaden sind der mit Gaslampen beleuchtete Springbrunnen und zwei neue Wasserbecken mit Kaskaden die Attraktion. - In Mainz dürfen mit der Gründung der Kleppergarde durch Carl Dremmel auch Kinder am Fastnachtszug teilnehmen. - In London Westminster heiratet zum Unwillen seines in Hanau geborenen Vaters Kurfürst Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel (St) (54) der fahnenflüchtige morganatisch geborene Kurfürstensohn Friedrich Wilhelm (St) (24) die Schauspielerin Auguste Birnbaum (19). - In Frankfurt erhält die Deutsch-reformierte Kirche Kornmarkt 3 eine Dampfheizung. - In Frankfurt gründet der jüdische offenbacher Tuchhändlersohn und Bankgründer Leopold Sonnemann (25) die Frankfurter Handelszeitung.

1855 In Frankfurt wird nach dem Tod des Bankiers Freiherr Amschel Mayer von Rothschild (82) das Palais Rothschild Zeil 90 in ein jüdisches Altersheim umgewandelt. - In Frankfurt wird gegenüber dem Hanauer Bahnhof Zobelstraße die Ostendhalle eröffnet. - In Frankfurt reißt der jüdische Freiherr Carl Mayer von Rothschild (St) (67) die Bornburg ab und baut darauf das Schlösschen Günthersburg. - Frankfurt hat 64316 Einwohner, Mainz hat 36833 Einwohner und Wiesbaden hat 16059 Einwohner. - In Frankfurt wirbt das Appartmenthotel für große Familien Westendhall unmittelbar rechts neben dem Taunusbahnhofsportal an der Promenade (2016 Taunusanlage) gelegen auf französisch, russisch und englisch. - In Darmstadt wird an der Landwehrstraße (2016 Julius-Reiber-Straße) ein Gaswerk eröffnet. - In Bad Homburg initiiert der in Wetzlar geborene frankfurter jüdisch christlich konvertierte Bankier Raphael Erlanger (49) die Gründung der Landgräflichen Hessischen Landesbank. - In Katzenelnbogen kauft der in Wehen geborene evangelische Dekansohn und Chemiker Richard August Carl Emil Erlenmeyer (30) die Schlossapotheke und betreibt sie 5 Jahre lang. - In Frankfurt wird in der Gasfabrik an der Mainzer Landstraße alias Marienstraße zur Leuchtgasproduktion nicht mehr amerikanisches Harz sondern Holz und englischer Bogheadschiefer verwendet. - In Frankfurt wird vor dem nobelsten Gartenlokal der Stadt Mainlust Untermainkai 17 (2016 MainNizza) mit dem Bau der Hafen- und Verbindungsbahn begonnen, wodurch das Gartenlokal nach vier Jahren geschlossen wird.

1854 In Frankfurt wird die Frankfurter Bank als erste Gesellschaftsbank gegründet. - In Darmstadt stirbt die uneheliche hessendarmstädter Prinzentochter Friederike Luise Weiss zum Weissenstein (St) (62). - In Frankfurt erhalten die führenden Bankiers Frankfurts, Bethmann, Grunelius, Rothschild und die Frankfurter Vereinskasse von Bürgermeister und Rat der Stadt die Konzession zur Gründung der Frankfurter Bank als Notenbank der Stadt Frankfurt Ecke Junghofstraße/Große Mainzer Straße. - In Mainz benennt der in Mainz geborene Kranführersohn und gelernte Drucker Joseph Gottsleben (32) seine erste mainzer Tageszeitung Täglicher Anzeiger in Mainzer Anzeiger um.

1853 In Mainz wird die Eisenbahn eröffnet. - In Wiesbaden wird von jungen evangelischen Pfarrern ein Rettungshaus auf dem Geisberg gegründet, die verwahrloste atheistische Industrialisierungsopfer wieder zur Kirche bekehren wollen. - In Wiesbaden darf die Tausnuseisenbahn auch Privattelegramme befördern. - In Kassel erhält die katholische bonner Bürgerliche Gertude Falkenstein (51) und morganatische Ehefrau und 11 fache Mutter des im hanauer Schloss Philippsruhe geborenen Kurfürst Friedrich Wilhelm von Hessen (St) (51) den erblichen Titel Fürstin von Hanau. - Die Herzogstochter Prinzessin Helene von Nassau (St) (22) heiratet Fürst Georg Viktor von Waldeck-Pyrmont (St) (22). - In Darmstadt wird der preußische Komponist, Richard Wagner Stil Anhänger, ehemaliger wiesbadener und davor frankfurter Theaterorchesterleiter Louis Schindelmeisser (42) Hofkapellmeister. - In Darmstadt wird die Bank für Handel und Industrie gegründet. - In Frankfurt funktioniert der strenggläubige jüdische offenbacher Tuchhändlersohn Leopold Sonnemann (22) das väterliche Geschäft in eine Bank um. - In Mainz funktioniert der in Mainz geborene Kranführersohn, gelernte Drucker und leidenschaftlicher Volksparteianhänger Joseph Gottsleben (31) sein neu gegründetes Inseratenblatt für Mainz Täglicher Anzeiger in eine Tageszeitung um, indem er einen Nachrichtenteil und einen Unterhaltungsteil hinzufügt. Das Blatt wird in der Steingassse gedruckt.

1852 In Wiesbaden Biebrich wird der nassauweilburger Erbprinz Wilhelm Alexander von Nassau Weilburg (St) geboren. - Frankfurt hat 62561 Einwohner, Mainz hat 36741 Einwohner und Wiesbaden hat 14433 Einwohner. - In Frankfurt bringt der frankfurter Mundartdichter, Freiheitsdichter, Herausgeber der Zeitschrift Frankfurter Latern Friedrich Stoltze (36) mit der Frankfurter Krebbel- und Warme-Brödercher-Zeitung die erste Fastnachtszeitung heraus. - Wiesbaden erhält den Titel Weltkurstadt. - Der aus Wiesbaden stammende konservative Revolutionär Ingenieur Oswald Dietz entkommt der badener Revolution nach Frankreich und flieht nach Texas. - In Wiesbaden verkauft der Jude Isaak Hiffelsheimer sein jüdisches Badehaus Pariser Hof mit Betsaal, Schule und Mikwe an einen Christ, der die Weiterbenutzung der Mikwe als rituelles jüdisches Bad duldet. - In Mainz nennt der Baedeker-Reiseführer den am Rhein gelegenen Gasthof ersten Ranges Englischer Hof , in dem ein Zimmer ab 48 Kreuzer, ein Frühstück 30 Kreuzer, ein Mittagessen mit Wein 1 Gulden 15 Kreuzer und die Bedienung 24 Kreuzer kosten. Im Gasthof mit Poststation zweiten Ranges Drei Reichskronen kostet ein Zimmer ab 36 Kreuzer, ein Frühstück 20 Kreuzer, ein Mittagessen mit Wein 48 Kreuzer. Im billigen Gasthaus Zum Karpfen steigen die Geschäftstreibenden ab. Günstig ist der Darmstädter Hof und mitten in der Stadt liegt der Gasthof mit Poststation Riese. - Der im hanauer Schloss Philippsruhe geborene Kurfürst Friedrich Wilhelm I von Hessen Kassel (St) (50) fordert schamlos 100000 Taler Schmiergeld für die Konzession zum Ausbau der Bahnstrecke Frankfurt–Hanau durch die  Frankfurt-Hanauer Eisenbahn-Gesellschaft Richtung Aschaffenburg von der Hanauer Bank Bernus du Fay, weshalb der leitende Minister Ludwig Hassenpflug seinen Rücktritt anbietet, was aber der egozentrische und morganatisch verheiratete Kurfürst Friedrich Wilhelm I von Hessen Kassel (St) (50) verweigert. - In Frankfurt ist die Freimaurerloge Carl zum aufgehenden Licht mit Eingang in der Große Gallus-Straße 5 ( Versammlungssaal 2016 Kirchnerstraße 6-8). - In Mainz verlegt das Musiknotenverlagshaus Schott nach vierjähriger Pause die erste Ausgabe der in Süddeutsche Musik Zeitung umbenannten Musikzeitschrift Cäcilia. - In Frankfurt gibt es eine Blutegelanstalt an der Ecke Friedberger Anlage /Hermesweg 19 und 21. - In Frankfurt erhält die wöchentliche Zeitung Frankfurter Postzeitung wieder ihren ursprünglichen Titel Frankfurter Postzeitung.

1851 Im Frankfurt übernimmt das Städel die Museums Gesellschaft Gemäldesammlung. - In Wiesbaden erreichen die Kurgastzahlen mit 14000 Fremden Vorrevolutionsniveau. - In Wiesbaden löst sich der Arbeiterbildungsverein auf. - In Frankfurt führt im Stadttheater Rathenauplatz der neue Theaterorchesterleiter und Komponist Gustav Schmidt (35) seine eigene Oper Die Weiber von Weinsberg auf. - In Wiesbaden wird der preußische Komponist, Richard Wagner Stil Anhänger und frankfurter Theaterorchesterleiter Louis Schindelmeisser (40) Kapellmeister am Theater. - Der in Darmstadt drittgeborene Großherzogssohn Prinz Alexander von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (28) heiratet in Breslau die im fünften Monat schwangere, in Warschau geborene Soldatentochter und russische Hofdame am russischen Hof von Sankt Petersburg Gräfin Julia Hauke (St) (26). Da sie nicht standesgemäß und unebenbürtig ist, ist die Ehe morganatisch. Nach ihrer Rückkehr nach Darmstadt wird sie von von ihrem Schwager hessendarmstädter Großherzog Ludwig III von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (45) zur Gräfin von Battenberg mit dem Prädikat Erlaucht erhoben. Sie nennt sich Gräfin Julia von Battenberg.

1850 In Mainz gründet der neustadtpfälzer Sektkellerer Christian Adalbert Kupferberg (26) die Sektkellerei Kupferberg Kupferbergterrasse 17. - In Frankfurt beginnt das Neumitglied der Gärtnerinnung Gärtner Schneider mit dem Ausschank von selbstgekeltertem Äpfelwein als Straußenwirtschafter, wobei nur aus eigenen Äpfeln stammender Äpfelwein im mit einem grünen Kranz gekennzeichneten eigenen Hof Lieber Alter und in der eigenen ausgeräumten Stube vier bis sechs Wochen lang verkauft werden darf. - In Wiesbaden wird der Nassauer Demokrat Karl Schapper freigelassen und feiert mit dem aus dem Arbeiterverein hervorgegangenen Arbeiterbildungsverein auf dem Neroberg. 2 Monate später wird er ausgewiesen. - In Hanau macht die Opposition Hanau Wilhelmsbad zur Hauptstadt des Kurfürstentums Kurhessen. - In Wiesbaden bilden Wilhelmstraße, Rheinstraße, Schwalbacher Straße und Röderstraße ein geographisches Fünfeck, bei dem die Alleen nur stadteinwärts bebaut sind. - In Mainz übernimmt die Witwe von Johann Baptist Schwarzmann die Brauerei Zur Sonne in der Betzelsgasse 25.

1849 In Frankfurt berichtet die Tageszeitung Frankfurter Zeitung von der Eröffnungsfahrt vom Main-Weser-Bahnhof nach Friedberg. - Die Eisenbahnstrecke Hanau-Würzburg wird eröffnet. - Mainz hat 35140 Einwohner. - In Mainz leben 27633 Katholiken und 5037 Protestanten. - In Wiesbaden stagnieren die Kurgastzahlen bei 7500. - In Frankfurt verwehren 60 Abgeordnete der Nationalversammlung die Ausweisung Deutschösterreichs aus dem Deutschen Bundesstaat. - In Idstein findet der Idsteiner Kongreß der Nassauer Demokraten statt, wobei Karl Schapper teilnimmt und dafür inhaftiert wird. - In Eltville Eichberg wird die Heil- und Pflegeanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4 eingerichtet. - In Frankfurt fliehen viele Abgeordnete der Nationalversammlung, weil sie einen Einmarsch von preußischen Truppen befürcheten, nach Stuttgart. Die großdeutschen Konservativen bleiben und sehen sich als rechtmäßige Nationalversammlung. - In Mainz organisiert der Schornsteinfegermeister Carl Weiser eine Freiwillige Feuerwehr mit eigenen Uniformen, die direkt dem Bürgermeister untersteht und aus zwei Divisionen mit je zwei Zügen und insgesamt 141 aktiven Feuerwehrmännern besteht. - In Dreieichenhain gründet der in der Kreuzmühle in Dreieichenhain geborene Mühlenbesitzer, Sägwerksbesitzer und Lieferant von Eisenbahnschwellen für die Taunus-Eisenbahn Johann Philipp Holzmann (44) das Bauunternehmen Holzmann. - In Mainz kommt der Schuhmachersohn, Hebammensohn und spätere Luxushotelbesitzer Lorenz Adlon zur Welt. - In Frankfurt ruft die österreichische Regierung ihre Abgeordneten aus Frankfurt ab. - In Frankfurt schlägt der zweitgeborene preußische Königssohn Wilhelm von Zollern Preußen (St) (52) im Hotel Russischer Hof (2016 MyZeil Zeil 106) im Freskosaal als Gardoffizier sein Hauptquartier auf.

1848 In Frankfurt findet die Nationalversammlung in der Paulskirche statt. - In Frankfurt wird der Kopfbahnhof Hanauer Bahnhof Zobelstraße eröffnet. - In Offenbach eröffnet die Frankfurt-Offenbacher Lokalbahn zwischen Offenbach und Frankfurt Sachsenhausen. - In Darmstadt stirbt Großherzog Ludwig II von Hessen Darmstadt (St) (71) neuer Großherzog von Hessen und bei Rhein. - In Wiesbaden haben sich die Kurgastzahlen auf 7500 halbiert. - In Frankfurt ziehen reformkonservative österreichische, preußische und bayerische Abgeordnete vom Steinernen Haus Markt 44 ins Cafe und Hotel Milani, der ehemalige Weidenhof, Eckhaus Zeil/Große Eschenheimer Straße (2016 Kaufhof). - In Wiesbaden versammeln sich 30000 Menschen vor dem Stadtschloss und Herzog Adolph von Nassau (St) (31) reist aus Berlin zurück nach Wiesbaden und verspricht öffentlich vom Balkon des Stadtschlosses die Erfüllung der Forderungen seiner Untertanen nach Volksbewaffnung, Pressefreiheit, Einberufung eines Parlaments sowie Vereinigungs- bzw. Religionsfreiheit. Innerhalb weniger Wochen erscheinen 13 politische Zeitungen, davon fünf in Wiesbaden. Der dotzheimer Wirt des Gasthauses Zum Löwen versucht mit einem Karabiner Herzog Adolph von Nassau (St) (31) mit den schieß ich vom Balkon runner zu erschießen und kann gerade noch davon abgehalten werden. - In Wiesbaden wird die Republikanische Gesellschaft gegründet. - In Wiesbaden wird ein Arbeiterverein mit 300 Mitgliedern unter Führung des aus Weinbach bei Weilburg stammenden und teilweise in London lebenden Pfarrersohn und Forstwirt Karl Schapper gegründet. - In Frankfurt findet der erste Kongreß der Demokraten Deutschlands statt, u.a. mit dem aus Wiesbaden stammenden Stadtratssohn und Mühlenbesitzersohzn und Ingenieur Oswald Dietz. Oswald Dietz muss aus Nassau fliehen. - In Wiesbaden werden im Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser-Friedrich-Platz Südseite die liberalen Neun Forderungen der Nassauer beschlossen. - In Frankfurt wird der preußische Komponist und Richard Wagner Stil Anhänger Louis Schindelmeisser (37) Orchesterleiter am Frankfurter Theater Rathenauplatz. - In Frankfurt trifft sich die Casino-Fraktion in der Casinogesellschaft am Roßmarkt 10 (2016 Santander Bank). - In Frankfurt trifft sich die Fraktion Westendhall alias Linke im Frack alias Linksliberale im möblierten Appartmenthotel für große Familien Westendhall unmittelbar rechts neben dem Taunusbahnhofsportal an der Promenade (2016 Taunusanlage) gelegen. - In Frankfurt trifft sich parlamentarischmonarchistische Fraktion Württemberger Hof alias Linkes Zentrum im Hotelgasthof Württemberger Hof Hainer Hof 9. - In Frankfurt trifft sich im Hotel Pariser Hof am Schillerplatz an der Hauptwache 7 (2016 Maredo) die Fraktion Pariser Hof. - In Frankfurt ist das Kaffeehaus Cafe Milani Eckhaus Zeil/Große Eschenheimer Straße Treffpunkt Konservativen der äußersten Rechten. Im Gasthof Donnersberg trifft sich die äußerste Linke, im Nürnberger Hof (Nördliche Hofeinfahrt Braubachstraße 24) die gemäßigten Republikaner und im Augsburger Hof die gemäßigte Linke. - In Frankfurt wird der Rahmhof zur Kaserne umfunktioniert. - In Frankfurt gründet der in Wetzlar geborene jüdische evangelisch konvertierte Wechselmaklersohn und Börsenmakler Raphael Erlanger (42) die Bank Erlanger & Söhne.

1847 In Wiesbaden übernimmt Anton Gutz das Spielcasino im Alten Kurhaus. - In Mainz wird das Fischtor abgerissen, weil es den Blick auf den Dom versperrt.

1846 In Frankfurt wird die Main-Neckar-Bahn eröffnet. - Frankfurt hat 58519 Einwohner und Mainz hat 36656 Einwohner. - In Frankfurt fahren zwei Eisenbahnlokomotiven aus Darmstadt am Bahnhof Mainspitze zum Fahrtrichtungswechsel am gleichen Tag, jeweils am Morgen und am Nachmittag, über das Gleisende hinaus, wobei ein Heizer zerquetscht wird und Waggons über Abhänge rollen. - In Darmstadt wird der Main-Neckar Bahnhof eröffnet. - Die Bahnstrecke Heidelberg-Darmstadt-Frankfurt wird freigegeben. - In Mainz folgt Johann Mayrer Peter Kulm als Besitzer des Brauhauses mit Gaststätte Zum rothen Löwen in der Himmelgasse 20. - In Frankfurt nimmt die Brauerei Henrich eine eiserne Doppeldarre in Betrieb und stellt ein von Buderus Söhne hergestelltes gusseisernes Kühlschiff auf. - In Frankfurt wird eine Germanistenversammlung abgehalten, auf der das in Hanau geborene Mitglied der bayerischen Akademie der Wissenschaften und Märchensammler Wilhelm Grimm (60) über sein Deutsches Wörterbuch spricht.

1845 In Wiesbaden Biebrich stirbt die schöne und beliebte Ehefrau von Herzog Adolph von Nassau Weilburg (St) (28) die russische Großfürstin Elisabeth Michailowna (St) (19) bei der Geburt ihrer Tochter, die ebenfalls stirbt, woraufhin die russisch orthodoxe Kirche auf dem Neroberg für den Leichnam erbaut wird, da die russische Gesandtschaftskapelle in der Rheinstraße ungeeignet ist. - In Frankfurt wird die englische Gasfabrik Oskar-von-Miller Straße erbaut. - In Frankfurt steht die Alte Börse auf dem Paulsplatz 10. - In Frankfurt ziehen die Volksschule vom Kompostellhof und das jüdische Philantropin aus der Schäfergasse in einen prächtigen Schulhausneubau in der Rechneigrabenstraße 14-16. - In Wiesbaden verlängert William Fardely aus Mannheim seine 8,8 km lange oberirdische Telegrafen Versuchsstrecke von Wiesbaden nach Mainz Kastel für einen selbstgebauten Schreibtelegrafen um 2,2 km bis Biebrich. - In Darmstadt erhebt der in Darmstadt geborene Großherzog Ludwig II von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (68) den in Darmstadt geborenen Apothekersohn, Farbenhändlersohn und gießener Universitätsprofessor Justus Liebig (43) zum Freiherr Justus von Liebig. - Der in Frankfurt geborene jüdische Schriftsteller und Arzt am Leichenschauhaus Heinrich Hoffmann (36) veröffentlicht sein Kinderbuch Struwwelpeter. - In Darmstadt Bessungen wird Prinz Wilhelm von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) geboren. - In Frankfurt wird das französische Quartiernummersystem abgeschafft und Straßennamen mit Hausnummern eingeführt. - In Mainz stehen am Neubrunnenplatz der Wolf-Metternische Hof und die Burse alias Studentenunterkunft. - In Franfurt wird ein englisches Gaswerk an der Obermainstraße eröffnet. - In Frankfurt stellt die älteste Großbrauerei Henrich auf Dampfbetrieb um. - In Frankfurt gibt es 7 Kaffeehäuser, drei davon von Juden geführt. - In Frankfurt stirbt der in Hanau geborene Witwer hessenkasseler Landgraf und Kurfürst Wilhelm II von Hessen Kassel (St) (70). Sein im hanauer Schloss Philippsruhe geborener Sohn Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel  (St) (45) wird neuer Kurfürst.

1844 Der in Wiesbaden Biebrich geborene nassauische Herzog Adolph von Nassau Weilburg (St) (27) heiratet die schöne russische Großfürstin Elisabeth Michailowna (St) (18) in Sankt Petersburg. - In Wiesbaden wird das Pädagogium Luisenplatz 10 per Edikt zum Herzöglichen Gymnasium. - In Offenbach benutzt die Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue mit dem Haus Linsenberg 1 wieder ein allerdings gemietetes Logenhaus. - In Mainz wird der Auswanderungsverein Adelsverein mit 21 ausschließlich adeligen Mitgliedern in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Vereinsmitglieder sind u.a. der in Wiesbaden Biebrich geborene Schirmherr des Adelsvereins und nassauer Herzog Adolph von Nassau (St) (27), der in Amorbach geborene Adelsvereingründer und erste Präsident Fürst Karl Emich von Leiningen (St) (40), Prinz Friedrich von Zollern Preußen (St) (50), der in Neuwied am Rhein geborene Fürst Hermann von Wied (St) (30), der New Braunfels (Comal County) Gründer Prinz Carl von Solms Braunfels (St) (32), der österreichische Feldmarschallleutnant Graf Viktor von Leiningen-Westerburg-Altleiningen (St) (33), der herzoglichnassauische Oberst sowie Vizepräsident und Geschäftsführer des Adelsvereins Graf Carl von Castell-Castell (St) (43), der herzoglichnassauische Oberstleutnant und Flügeladjutant Graf Joseph von Boos zu Waldeck  (St) (46), der in Dillenburg geborene Gründer der texanischen Stadt Fredericksburg (Gillespie County) Freiherr Otfried Hans von Meusebach (St) (32) und der Geschäftsführer Freiherr August von Bibra (St) (36). - In Wiesbaden stirbt die deutsche Hotelierin Maria Sybilla Josepha Zais (74). - In Wiesbaden baut William Fardely (30) aus Mannheim eine 8,8 km lange oberirdische Telegrafen Versuchsstrecke entlang der Taunusbahn für einen weiterentwickelten funktionstüchtigen selbstgebauten Schreibtelegrafen nach Mainz Kastel mit einem Zeigertelegafen im Taunusbahnhof Rheinstraße 8 und einem Druckapparat in Mainz Kastel. - In Frankfurt gibt es die Freimaurerloge Karl zum aufgehenden Lichte. - In Frankfurt schließt die Imperial Continental Gas Association einen Beleuchtungsvertrag mit der Stadt und beginnt mit der Verlegung eines Gasröhrennetzes. - In Mainz wird die Fastnachtszeitung Narrhalla wegen eines verletzend kritischen Artikels über den zukünftigen hessischen Schwiegervater, bayerischen König Ludwig von Wittelsbach Bayern (St) (58) vom in Darmstadt geborenen hessischdarmstädter Großherzog Ludwig II von Hessen Darmstadt (St) (77) vollständig verboten. - Graf Carl von Solms Rödelheim (St) (32) stirbt.

1843 Der neustadtpfälzer Sektkellerer Christian Adalbert Kupferberg (19) erhält nach einem Duell eine mehrjährige Festungshaft. - In Wiesbaden fordert der Besitzer des Luxushotels Vier Jahreszeiten Kaiser-Friedrich-Platz Südseite Wilhelm Zais (45) den Umbau Wiesbadens zu einem Landschaftsgarten. - In Bad Homburg zieht das Spielcasino mit Roulette vom Brunnensälchen in das neu eröffnete Kurhaus um. - In Bad Homburg Dornholzhausen wird der Magenbitter Reichs-Post Bitter vom Weinbrenner Fritz Scheller erfunden. - Mainz hat 33826 Einwohner. - In Wiesbaden wird der nassaische Gewerbeverein gegründet. - In Frankfurt stirbt die jahrzehntelange jüdische frankfurter Opernsängerin und Theaterschauspielerin Sophie König (89) in hausarrestähnlichen Verhältnissen. - In Frankfurt eröffnet der in Darmstadt geborene erste frankfurter Münzbeamte und Münzwardein Friedrich Ernst Roessler (30) eine eigene Scheideanstalt (2016 DEGUSSA). - Die ehemalige zur Gräfin erhobene berliner Goldschmiedstochter, ehemalige Mätresse und morganatische Ehefrau Emilie von Reichenbach-Lessonitz (St) (52) des in Hanau geborenen Landgraf und Kurfürst Wilhelm II von Hessen Kassel (St) (66) stirbt, erhält auf dem frankfurter Hauptfriedhof ein eigenes Mausoleum und vererbt das Hofgut Goldstein bei Frankfurt an ihre uneheliche in Berlin geborene Tochter Louise (St) (30) und ihren in Kassel geborenen unehelichen Sohn Wilhelm von Hessen Kassel (St) (19). - In Frankfurt wird die Volksbibliothek in der Bockgasse 17 (2016 Parkplatz an der Westseite der Kleinmarkthalle An der Kleinmarkthalle ) eröffnet. - In Mainz übt der Mainzer Turnverein im Winter in der Heilig-Geist-Kirche und schafft eine eigene Fahne an. - Das mainzer Musiknotenverlagshaus Schott Weihergarten 5 gründet in Brüssel eine Filiale. - In Mainz wird die Möbelproduktion, Bildhauerwerkstatt, Schlosserei und Polsterei Bembé auf Dampfkraft umgestellt. Zum Betrieb gehört eine Vergolderei, ein besonderes Entwurfsatelier und eine Parkettfabrik mit französischem Know How in Köln.

1842 Wetter: Niedrigwasser im Main verhindert Schifffahrt. - In Offenbach gründen der darmstädter Chemiker Ernst Sell und der frankfurter Chemiker Karl Oehler (26) am Mainufer zwischen Offenbach und Bürgel eine Teerfarbenfabrik (2016 Allessa Chemie). - In Wiesbaden Biebrich entsteht die Idee zur Gründung eines Vereins zum Schutze deutscher Einwanderer in Texas alias Kolonien Texas auf einer Versammlung des Rates deutscher Fürsten und adeliger Herren durch gezielte Ansiedelung in Texas. - Wiesbaden hat 13000 Einwohner und 400 Mann Garnisonssoldaten. - In Wiesbaden werden auf dem Kranzplatz römische Grabsteine gefunden. - In Wiesbaden sieht der Fremde, der aus dem Taunusbahnhof Ecke Friedrich-EbertAllee/Rheinstraße aussteigt, eine einseitige 7 minütige Rheinstraßenhäuserreihe mit einer gegenüberliegenden Platanenallee. Gegenüber dem Bahnhof liegt das Hotel London. Das Hotel Taunus liegt an der Ecke Rheinstraße/Mainzer Straße. Die katholische Kirche am Ende ist eingestürzt. An der Ecke Wilhelmstraße/Taunusstraße liegt der Kurbetrieb Berliner Hof ohne Gasthaus, dann folgen der Block´sche Hof, der Niederländische Hof, der Aachener Hof gegenüber dem Kurpark nach Süden. Das Landhaus des Freiherrn von Rettberg in der Nähe der Pletzmühle an der Bierstädter Landstraße ist der Sitz der Großfürstin Helena, danach des Herzogs von Sachsen Coburg. Die weiter draußen liegenden Landhäuser sind Ferienhäuser. Den Wilhelmsplatz umgeben das Hotel Vier Jahreszeiten, das Hotel Zais, der Nassauer Hof und das Theater. Auf der anderen Seite ist das Gesellschaftshaus das auch Kursaal genannt wird. Die Webergasse mit den Badehäusern Stern, Reichsapfel, die Neue Quelle, dem Gasthaus Stadt Frankfurt und den Speisewirtschaften Witwe Schäfer und bei Matthias Roos. In der Langgasse, der eigentlichen Hauptstraße sind die Badehäuser Zur goldenen Kette, Zum Bär, Zur goldenen Krone, Zum goldenen Brunnen, Zum Adler, Schützenhof und das Gemeindebad, die Wirts-, Bier- und Kaffeehäuser Stadt Mainz, Stadt Wien, der Rheinischer Hof und Gutenberg und drei Buchhandlungen. Am kleinen Friedrichsplatz liegt das Hotel Holländischer Hof und das Kasino. Eine Morgentrinkkur geht von 06:00 bis 09:00 Uhr. Der Brunnenwärter schenkt in Gläsern aus, mit denen man danach flaniert. Ein Volksfest wird an Himmelfahrt und am Geburtstag des Herzogs veranstaltet. 24. Juli. In einem Spielsaal wird Roulette gespielt im anderen Trente et quarante. Das Privileg kostet dem Spielpächter Chabert 34000 Gulden jährlich. Hinter dem Kursaal wachsen Katalpabäume und Kugelakazien. Im Theater am Wilhelmsplatz werden Opern mit einem gut besetzten Orchester gegeben. Das Ministerialgebäude Ecke Marktstraße/Luisenstraße ist in Bau. Auf der Platte finden zweimal täglich Rotwildfütterungen statt, bei denen wilde Tiere aus dem Wald kommen. Es gibt kein Bier aber kleine Speisen und Erfrischungen. Übernachten darf niemand. Einen Einspänner leiht man für 2 Gulden 42 Kreuzer pro Tag, ein Reitpferd ab 3 Gulden 30 Kreuzer. Drei Dampfschifffahrtsgesellschaften, darunter die Kölnische Gesellschaft, befahren den Rhein. - In Frankfurt wird der jüdische Friedhof nach außerhalb der Stadt verlegt. - In Frankfurt werden der ältere und der jüngere regierende Bürgermeister jährlich gewählt. - In Frankfurt wird eine Große Blumen- und Pflanzen Ausstellung abgehalten. - In Mainz starten die Dampfboote alias Dampfschiffe Ludwig und Verein von ihrem eigenen eingerichteten Quai zur regeläßigen Maintour bis Würzburg. Bis Hanau dauert die Fahrt 03:45 Stunden. - In Frankfurt besucht der französische Komponist Hector Berlioz (39) die Ludwig van Beethoven Oper Fidelio am Frankfurter Theater Rathenauplatz. - In Frankfurt gründen 20 radikale reformorientierte Juden, darunter der frankfurter Weinhändlersohn Mathematiker Moritz Stern (35), den jüdischen Frankfurter Verein der Reformfreunde. - In Frankfurt verlässt der letzte von 2500 preußischen und österreichischen Bundessoldaten die eigentlich souveräne Stadt. - Im Großherzogtum Hessen wird die Biersteuer erhöht. - In Fankfurt wird das Oberpostamt eröffnet. Die Malz- und Mehlwaage am Garküchenplatz hinter dem Dom ist auch Schuldnergefängnis. Die Poststallmeisterei in der Friedbergerstraße 32 (2016 Restaurant Koh Samui) ist Thurn & Taxis Eigentum. - Frankfurt ist in 14 Quartiere davon 2 in Sachsenhausen eingeteilt. - In Mainz werden nach der Aufhebung der Turnsperre durch den neuen preußischen König Friedrich Wilhelm IV von Zollern Preußen (St) (47) öffentliches Schauturnen und Turnwettbewerbe von der Mainzer Turngemeinde veranstaltet. - In Frankfurt veranstaltet der Liederverein Liedertafel eine völlig überfüllte Soiree im Doppelsaal des Gasthauses Wolfseck Paradeplatz 6 (2016 Mc Donalds) mit der Blaskapelle des kuk österreichischen Infanterie Regiments unter Herrn F J Meggenhofen. - In Frankfurt wird kontrovers über das neue Isolationshaftsystem aus Amerika diskutiert. - In Frankfurt hält der zweite Jahrgang der Monatslokalzeitschrift frankfurter Gemeinnützige Chronik Friedrich Ludwig Jahn´s (64) Turnkunst für zu ernst und zu kriegerisch. - In Frankfurt besteht die Stadtwehr aus 3500 Mann, ohne Veteranen. - In Frankfurt genehmigt die gesetzgebene Versammlung dem Schauspielhaus am Theaterplatz alias Rathenauplatz 3500 Gulden. Das Theater wird für 12000 Gulden nach einem Plan von Gropius umgebaut. - In Frankfurt hat die Sparkasse Einlagen von 1018426 Gulden. - In Frankfurt verwendet die Feuerwehr neue Feuereimer, die nicht mehr aus Leder oder aus verpichten Wurzelgeflecht hergestellt sind sondern aus besonders leichtem und strapazierfähigen russischem Segeltuch bestehen und in Berlin gefertigt werden. - In Frankfurt wird das Theater nach einem Plan von Gropius restauriert werden

1841 Wetter: Ungewöhnlich starker Schneefall zum Jahresanfang verhindert mancherorts den regelmäßigen Lauf der Posten alias die Postzustellung. In Frankfurt warnen Kanonenschüsse um Viertel vor 3 Uhr vor dem Aufbrechen des zeitweise bis zu 45 cm zugefrorenen Mains. Frankfurt Hausen und Frankfurt Rödelheim stehen vollständig unter Wasser. - In Wiesbaden wird das klassizistische Stadtschloss am Markt an der Stelle einer mittelalterlichen Burg fertiggestellt. - In Wiesbaden wird der Wiesbadener Männergesangverein gegründet. - In Frankfurt stiftet Sebastian de Neufville Armenäckern alias Schrebergärten. - In Frankfurt kommt der erste Jahrgang der Monatslokalzeitschrift frankfurter Gemeinnützige Chronik heraus. - In Frankfurt werden für den Winter alle Maskenbälle verboten. - Auf dem Main fährt das Moseldampfboot Jeanne d´Arc bis Bamberg. - In Frankfurt werden in der Frankfurter Bühne das Schauspiel Corona von Saluzzo von Ernst Raupach (57). das Lustspiel Der erste Schritt und die Oper Der Barbier von Sevilla von Gioachino Rossini (49) aufgeführt. - In Frankfurt trifft sich der Museum Verein zweiwöchentlich freitags im Hotel Weidenbusch im Steinweg. - In Mainz findet eine Blumen-, Pflanzen, Gemüse- und Früchteausstellung statt. - In Frankfurt ist auf dem Römerberg ein kleiner Holzturm mit bunten Fensterscheiben aufgestellt, in dem sich 6 bemalte Figuren mit lateinischen Inschriften befinden. - In Frankfurt feiert das Offizier Corps der Stadtwehr das 25 jährige Jubiläum von Obrist von Ellrodt im Gasthaus Zum Landsberg. - In Wiesbaden kommen mit der Taunuseisenbahn aus Frankfurt knapp 77000 Reisende an. Die Fahrzeit beträgt 75 Minuten. - In Bad Homburg eröffnen die Brüder Blanc ein Spielcasino mit Roulette im Brunnensälchen und beginnen den Bau eines Kurhauses. - Die unstandesgemäße in Darmstadt geborene Marie von Hessen-Darmstadt und bei Rhein (St) (17) heiratet den zukünftigen russischen Zaren Alexander II (St) (23), dessen Mutter die preußische Königstochter und Zarin Charlotte von Zollern Preußen (St) (43) ist. - Der in Hanau geborene Landgraf und Kurfürst Wilhelm II von Hessen Kassel (St) (64) heiratet 5 Monate nach dem Tod der Kurfürstin seine ehemalige zur Gräfin erhobene berliner Mätresse und Goldschmiedstochter Emilie von Reichenbach-Lessonitz (St) (50) in morganatischer Ehe, mit der er die Kinder die in Berlin geborene Mäzenin Louise (28), Julius Wilhelm (++), die verheiratete, wieder geschiedene und ein zweites Mal vereheiratete Amalie Wilhelmine Emilie (25 ), Karl (23), Emilie (21), Friederike (20), die im gleichen Jahr Freiherr Wilhelm von Dungern heiratet, Wilhelm (17) und Helene (16) hat. - In Frankfurt residiert Landgraf und Kurfürst Wilhelm II von Hessen Kassel (St) (64) im Palais Reichenbach in der Neuen Mainzer Straße. Im Gallusviertel befindet sich sein Gartenhaus. - Der in Neustrelitz geborene Prinz Carl von Solms-Braunfels (St) (27) alias Texas-Carl trennt sich nach 7-jähriger morganatischer Ehe mit Louise Beyrich (St) (--), lässt sie als Louise von Schönau in den großherzoglichhessischen Adelsstand erheben und wird als desertierter preußischer Offizier Kapitän alias Hauptmann der Kavallerie in der kaiserlichen österreichisch-ungarischen Armee, die in Wiesbaden Biebrich stationiert ist. - In Mainz macht sich der Mainzer Carneval Verein darüber lustig, dass die Stadt zwar durch die großen Weinhäuser mit den besten Wasserspritzen ausgestattet ist, ihr Einsatz im Brandfall durch Unfähigkeit und Unordnung in Befehlsstrukturen aber meist gar nicht zustande kommt. - In Mainz wagt der Turn Privatlehrer Hofmann auf seinem auf der Rheinallee neu angelegten Turnplatz den eigentlich verbotenen Turnunterricht. - In Frankfurt wird eine Germanistenversammlung abgehalten, auf der das in Hanau geborene Mitglied der preußischen Akademie der Wissenschaften und Märchensammler Jacob Grimm (56) federführend ist. - In Mainz wird die erste Ausgabe der Zeitung Narrhalla von Franz Wiest herausgegeben und bei Johann Wirth mit dem zensierten Beitrag Schreckliche aber wahre Geschichte der Dezember-Revolution im Königthume Narrenreich gedruckt. - In Frankfurt wird der Vorschlag des Baus eines Neuen Stadttores bei der Großen Gallengasse um die stark frequentierte Taunuseisenbahn besser erreichen zu können debattiert aber als voreilig betrachtet. - In Frankfurt veranstaltet der Kunstverein eine Gemäldeausstellung. - Die Mainzer Zeitung meldet aus Paris, dass der jüdische Dichter Heinrich Heine (44) auf offener Straße von Herr S aus Frankfurt geohrfeigt worden ist, weil Heinrich Heine (44) dessen Gattin, eine Freundin des in Frankfurt geborenen jüdischen Theaterkritikers Ludwig Börne´s (55) verunglimpft hatte. - Graf Georg Kasimir von Isenburg Philippseich (St) (47) heiratet Gräfin Amalie Caroline Ferdinande von Isenburg Büdingen Meerholz (St) (20).

1840 In Wiesbaden wird die Herzoglich Nassauische Landes Credit Casse des neuen in Wiesbaden Biebrich geborenen nassauischen Herzog Adolph von Nassau Weilburg (St) (23) gegründet. - Frankfurt hat 56217 Einwohner. - Wiesbaden hat 20000 Kurgäste. - In Wiesbaden und Frankfurt wird die Taunus Eisenbahn eröffnet. Der Abschnitt Curve (2016 Wiesbaden Ost) nach Wiesbaden Biebrich wird als Pferdebahn eröffnet. - Frankfurt hat 56217 Einwohner, Mainz hat 32142 Einwohner und Wiesbaden hat 11648 Einwohner. Die Zählung in Frankfurt basiert auf einer achtjährigen Hochrechnung aus den Geburtenraten von 693 Protestanten, 155 Katholiken und 89 Juden. Eine Volkszählung in Frankfurt ist bisher nicht bekannt. - In Frankfurt haben die 8 Lokomotiven, 80 Personenwagen und 21 Transportwagen der Taunus Eisenbahn 495207 Gulden gekostet und 658564 Personen befördert. Insgesamt sind 12000 Taunus Eisenbahn Aktien zu 250 Gulden ausgegeben. - Frankfurt hat 4239 Schüler. Die Weißfrauenschule ist mit 809 Schülern die größte. Das Gymnasium hat 182 ausschließlich männliche Schüler. Die Mittelschule hat 258 männliche und 175 weibliche Schüler. Die Mittelschule, die Weißfrauenschule, die Allerheiligenschule und die Dreikönigsschule sind rein protestantische gemischte Volksschulen mit 2316 Schülern. Die Israelitische Realschule hat 220 männliche und 200 weibliche Schüler. - In Frankfurt sind an sozialen Einrichtungen Bürgerhospital, Fremdenhospital, Anstalt für Irre und Epileptische Taubstummenanstalt, Blindenanstalt, Hospital für Unreine und Blatterkranke und die neue von Dr Christ gestiftete Armenklinik auch für Kinder. - In Frankfurt ist die Main-Kai-Befestigung an der Stadtseite fertiggestellt. - In Frankfurt gibt es eine Mozart Stiftung und den Liederkranz. - In Kassel malt der in Kassel geborene Schreinermeistersohn Biedermeiermaler August von der Embde (59) die drei fürstlichhessischen Söhne beim Spielen im Park. - In Frankfurt Goldstein kauft die ehemalige Mätresse und zur Gräfin erhobenen berliner Goldschmiedstochter Emilie von Reichenbach-Lessonitz (St) (49) des in Hanau geborenen Landgraf und Kurfürst Wilhelm II von Hessen Kassel (St) (63) das Hofgut Goldstein. - In Mainz ist das Brauhaus Zum großen Goldstein im Kirchgarten im Besitz von Andreas Schmitt zweitgrößte Brauerei der Stadt. - In Mainz betreibt Hermann Josef Racky seine Kellerei und Brauerei Zum rothen Kopf in der Rothekopfgasse 4-6. - In Mainz betreibt Jakob Bogner seine Brauerei Brauhaus zur Stadt Frankfurt in der Fischtorstraße 7. - In Frankfurt zeichnet der Präsident der Gesellschaft zur Beförderung nützlicher Künste und deren Hilfswissenschaften Dr Wöhler im Saal des Hotel Weidenbusch Steinweg die besten Schüler der Sonntagsschule und der Gewerbeschule aus. Gleichzeitig erhalten die besten Dienstboten durch den Direktor des Instituts zur Beförderung der Sittlichkeit und des Wohlverhalten unter der dienenden Klasse Dr Leykam Auszeichnungen. - In Frankfurt erreicht die Sparkasse 800000 Gulden Einlagen und hebt deshalb den Zinssatz von 2,5 % auf 3 % an. Die Ersparungsanstalt hat 851 Einleger. - In Frankfurt haben die meisten Armen nur Öfen aus Gußeisen, die Holz ohne hohe Heizkraft verbrennen und auf denen man nicht kochen kann. - In Frankfurt ist das exklusive Hotel Römischer Kaiser auf der Zeil (2016 Karstadt Ecke Zeil 90/Schäfergasse). - In Frankfurt stirbt die im Buckingham Palace geborene hessenhomburger Landgräfin Elisabeth von Hannover von Englang (St) (70) im Eckhaus Zeil/Große Eschenheimer Landstraße (2016 Kaufhof).

1839 In Frankfurt wird die Taunusbahn nach Höchst eröffnet. - In Mainz Kastel wird der Hopfenhändlersohn, Weingroßhändlersohn und Grundbesitzersohn Adolphus Busch als 21. von 22 Kindern geboren. - Im kurmainzischen Frankfurt Heddernheim findet eine Straßenfastnacht statt. - In Wiesbaden ist der erste wiesbadener Taunus-Bahnhof Ecke Friedrich-Ebert-Allee/Rheinstraße fertiggestellt und es werden Probefahrten zwischen Wiesbaden und Mainz-Kastel durchgeführt. - In Frankfurt wandert der oppositionelle Apothekerwandergeselle Henri Nestlé (25) in die Schweiz aus, wo er eine Mühle mit Brennerei kauft. - In Wiesbaden lässt sich der Lampenbauer Benkler seine Metall-Glaskolben-Lampen patentieren, bei denen durch einen Bajonettverschluss die Glaskolben durch eine Verjüngung in der Mitte befestigt und wieder gelöst werden können. - In Wiesbaden werden südlich des Bowling Greens am Kurhaus die südlichen Kolonnaden angelegt. - In Wiesbaden ermöglicht die Niederländische Dampfschifffahrtsgesellschaft ihren Kurgäste mehrmals täglich eine Direktverbindung in den Sommermonaten. - In Wiesbaden kommen mit der Thurn und Taxis´sche Postkutsche knapp 28000 Reisende an. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene jüdische Schriftsteller und Arzt am Leichenschauhaus Heinrich Hoffmann (30) Mitglied der Freimaurerloge Zur Einigkeit, obwohl diese eigentlich keine Juden aufnimmt. - In Frankfurt wird das Gasthaus Zum goldenen Löwen in der Fahrgasse (2016 Hainer Hof 9) in Württemberger Hof umbenannt. - In Mainz wird der ehemalige französische, in Hessen nicht anerkannte Baron und in Mainz geborene Weinhändler Heinrich Mappes (82 ) in den großherzoglichhessischen Adelsstand erhoben und nennt sich Heinrich von Mappes. - In Hanau stirbt die geisteskranke Landgrafentochter Marie Frederike von Hessen Kassel (St) (71).

1838 In Wiesbaden wird die Konzession zum Bau der Strecke Wiesbaden - Kastel - Frankfurt erteilt. - In Mainz wird der Mainzer Carneval Verein gegründet, was die Großherzoglich Hessischen Behörden in Darmstadt genehmigen. Unter dem Motto Installation des Helden Carneval wird ein Faschings Umzug veranstaltet, der auf dem Speisemarkt alias Marktplatz endet. - Frankfurt ist von 2500 preußischen und österreichischen Bundessoldaten besetzt. - In Frankfurt gründet der jüdische Manufakturenwaren- und Spedionskaufmann Lazarus Joseph Speyer (28) die deutsch-jüdische Lazard Speyer Ellissen Bank für deutsch-amerikanische Finanzgeschäfte. - In Frankfurt wird die Frankfurter GAsgesellschaft AG geründet. - In Wächtersbach stirbt Graf Heinrich Ferdinand von Isenburg Philippseich (St) (68).

1837 In Darmstadt begeht der Georg Büchner Mitstreiter, der butzbacher Pfarrer Friedrich Ludwig Weidig im neuen Landgerichtsgefängnis Selbstmord. - In Frankfurt beginnt der Stadtgärtner Sebastian Rinz für den vierten Bankierssohn, Bankteilhaber und jüdischen Freiherr Carl Mayer von Rothschild (St) (49) den Günthersburgpark anzulegen. - In Mainz wird die Fastnacht mit einem Umzug mit dem Motto Krähwinkler Landsturm gefeiert. - In Darmstadt wird der Forscher und wiesbadener Hotelierssohn Ernst Zais geboren. Sein Vater ist der in Wiesbaden geborene Besitzer des Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser Friedrich Platz Südseite Wilhelm Zais (39). - Der in Darmstadt Goddelau geborene revolutionäre Schriftsteller Georg Büchner (24) stirbt im züricher Exil an Typhus. - In Lich Laubach wird der Grafensohn Ernst von Solms Laubach (St) geboren. - Frankfurt hat 54037 Einwohner und Mainz hat 31702 Einwohner. - Frankfurt ist von 2500 preußischen und österreichischen Bundessoldaten besetzt. - Die Brauerei JG Henrich erbaut einen Braukeller am Sachsenhäuserberg.

1836 Der in Darmstadt geborene zweitgeborene Großherzogssohn und Prinz Karl von Hessen und bei Rhein (St) (27) heiratet die in Berlin geborene Prinzessin Elisabeth von Zollern Preußen (St) (19). - Wiesbaden hat 8900 Einwohner. - In Wiesbaden erwirbt der in Kirchheimbolanden geborene Herzog Wilhelm Georg August Belgicus von Nassau Weilburg (St) (44) Aktien bei der Gründung der Düsseldorfer Dampfschifffahrtsgesellschaft und erzwingt einen zusätzlichen Anlegestop in Biebrich. Die Straßenverbindung Biebrich –Wiesbaden wird zu einer Allee ausgebaut. - Frankfurt ist von 2500 preußischen und österreichischen Bundessoldaten besetzt. - In Frankfurt wird der Frankfurter Geographische Verein gegründet.

1835 In Wiesbaden wird der in Eltville geborene Graf Carl Wilderich von Walderdorff (St) (36) nassauischer Staatsminister. Er residiert im Palais Walderdorff in der Rheinstraße 9. - Der in Darmstadt Goddelau geborene revolutionäre gießener Medizinstudent und Philosophiestudent Georg Büchner (22) ist nach Revolutionsaufrufen auf der Flucht und kann durch die finanzielle Unterstützung durch seine Mutter nach Frankreich fliehen. Sein Vater, der angesehene Psychiatriearzt Karl Ernst Büchner, bricht jeden Kontakt zu ihm ab. Georg Büchner (22) schreibt im Exil das unspielbare Theaterstück und Revolutionsdrama Dantons Tod. - Frankfurt ist von 2500 preußischen und österreichischen Bundessoldaten besetzt. - Der Forstbeamte Georg Wilhelm von Wedekind (38) kritisiert das hessische Bier Obgleich in Schlitz, Lauterbach, Biedenkopf, Gießen, Friedberg, Lich, Oberstadt, Großbieberau, Erbach, Beerfelden, Mossau und einigen Orten der Provinz Rheinhessen bessere Biere gebraut werden, so bedarf doch diese Fabrikation noch sehr der Vervollkommnung. - In Wiesbaden besucht der in Wehen geborene evangelische Dekansohn und Chemiker Richard August Carl Emil Erlenmeyer (10) das Pädagogium. - Das mainzer Musiknotenverlagshaus Schott Weihergarten 5 gründet in London eine Filiale.

1834 In Darmstadt wird das Landgerichtsgefängnis als Arresthaus neu errichtet und mit großherzöglichen, politischen Gefangenen, Teilnehmer des Frankfurter Wachensturms und den Landboten Revolutionären besetzt. - Frankfurt hat 76877 Einwohner und Mainz hat 31535 Einwohner. - In Wiesbaden, Schlangenbad, Bad Ems und Bad Schwalbach erhält der baden-badener Casino-Betreiber Antoine Chabert ein herzoglichnassauisches Glücksspielmonopol. - In Wiesbaden wird das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz an das Ehepaar Rudolph verkauft. - Mit dem Tod von Großherzog Ludwig I von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (73) wird sein ältester Sohn Ludwig II von Hessen Darmstadt (St) (57) neuer Großherzog von Hessen und bei Rhein. - In Offenbach wird im Hotel Restaurant Degenhardt Ecke Kaiserstraße/Bahnhofstraße der revolutionäre Bürgerverein alias Kleines Colleg gegründet. Es besteht bereits ein konservatives Großes Colleg. - Der in Darmstadt Goddelau geborene Psychiatriearztsohn, revolutionäre gießener Medizin und Philosophe Student Georg Büchner (21) verfasst die Flugschrift Der hessische Landbote mit der Parole Friede den Hütten! Krieg den Palästen!. - Frankfurt ist von 2500 preußischen und österreichischen Bundessoldaten besetzt, die angeblich umstürzlerische Unruhen unterdrücken sollen aber von der Bevölkerung als Besatzung empfunden werden und defacto sind. - Der in Neustrelitz geborene Prinz Carl von Solms-Braunfels (St) (22) alias Texas Carl heiratet morganatisch und heimlich Louise Beyrich (St) (--). - In Mainz verlegt das Musiknotenverlagshaus Schott die erste Ausgabe der Musikzeitung Zeitschrift für Musik. - In Mainz wird der mit seiner Cousine Marianne von Hessen Homburg (St) (49) verheiratete Prinz Wilhelm von Preußen (St) (51) für 5 Jahre Gouverneur.

1833 Der in Darmstadt geborene hessendarmstädter Prinz Ludwig III von Hessen und bei Rhein (St) (27) heiratet die bayerische Königstochter Prinzessin Mathilde von Wittelsbach Bayern (St) (20). - In Frankfurt scheitert der Frankfurter Wachensturm, bei dem 100 oppositionelle gebildete bürgerliche Aufständische unter Führung der Mediziner Gustav Bunsen und Karl Bunsen und den Juristen Gustav Peter Körner und Franz Karl Gärth die Hauptwache und die Kontablerwache unter Hurra, es lebe die Freiheit - Rufen überfallen und das Bundespalais alias Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10 besetzen, Geiseln nehmen und eine Revolution auslösen wollen. Gustav Bunsen überrumpelt die Wache am Dom und läutet die Sturmglocke, doch niemand beteiligt sich an der Revolution. Zu Hilfe gerufene preußische und österreichische Truppen dringen aus Mainz kommend über das Schaumaintor Färberstraße 73 in die Stadt ein, und besetzen gegen den Willen des Rates der Stadt und obwohl sie gar nicht benötigt werden mit 2500 Soldaten die Stadt. Nach weniger als einer Stunde ist die Revolution vorbei. Der in Frankfurt geborene Jurist Gustav Peter Körner (24) flieht nach Illinois und wird dort Verleger und 1853 stellvertretender Gouverneur und der in Frankfurt geborene Chirurg Gustav Bunsen (29) flieht nach Texas wo er 3 Jahre später im Unabhängigkeitskrieg bei San Patricio fällt. - In Mainz ist der ehemalige Weinwirt Franz Josef Henco Inhaber des Brauhaus - In Mainz ist das Bierhaus Zum Heidelberger Faß in der Nähe der Infanteriekaserne mit Kegelbahn Heidelbergerfaßgasse 20 auf der gegenüberliegenden Grünanlage.

1832 Der in Frankfurt geborene Dichter Johann Wolfgang von Goethe (83) stirbt in Weimar. - Die Landgerichtsbezirke Langen, Offenbach und Seligenstadt bilden den Landkreis Offenbach. - In Offenbach wird die Allgemeine Impfpflicht eingeführt. - In Frankfurt reisen die Advokaten Dr Jucho und Dr. Langer, die Kaufleute Beyschlag, Netz, Hübschmann, Hinckel und Herold, der Apotheker Jost, die Buchhändler Meidinger und Karl Körner mit beiden Söhnen und dessen Bruder Gustav Körner, Sauerwein, Funck, Stoltze mit seinem Sohn Friedrich Stoltze (16) zum Hambacher Fest. - In Frankfurt beginnt die Gesellschaft zur Pflege der schönen Künste Museum im großen Stuck-Speisesaal im Hotel Weidenbusch Steinweg Konzerte zu veranstalten. i - In Hanau findet im Wilhelmsbad Parkpromenade ein politisches Volksfest mit rund 10000 Teilnehmern und u.a. den einheimischen Rednern darmstädter Demokrat Theodor Reh (31), darmstädter Demokrat  Friedrich Wilhelm Schulz (35) und Vormärzpolitiker und der Redakteur der bad homburger liberaldemokratischen Zeitung Deutsche Tribüne Georg Fein (29). - In Kassel ist der in Hanau geborene Innen- und Justizminister Ludwig Hassenpflug (38) de facto Ministerpräsident, der heftige politische Auseinandersetzungen mit der liberalen kurhessischen Ständeversammlung hat. - In Wiesbaden lässt der Jude Isaak Hiffelsheimer das Badehaus Zum Rebhuhn Spiegelgasse 9 abreißen und das größere jüdische Badehaus Pariser Hof mit Betsaal, Schule und Mikwe errichten. - In Deutschland geben die Freimaurerlogen im Eklektischen Bund ihre christlichen Grundsätze auf. - In Offenbach heiratet Marie von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (18) in Schloss Rumpenheim Friedrich August von Anhalt Dessau (St) (33). - In Frankfurt wird das Logenhaus der Freimaurerloge Zum frankfurter Adler in der Sailerstraße 12 (2016 Ostflügel des Alten- und Pflegeheim Anlagenring GmbH Sailerstraße 20) errichtet. - Vor dem Untermaintor entsteht aus dem vom frankfurter Gastwirt Johann Georg Ried erworbenen herrschaftlichen Guaita-Landhaus das nobelste Gartenlokal der Stadt Mainlust Untermainkai 17 (2016 MainNizza) mit beeindruckenden Pavillons. Das frankfurter Linienmilitär spielt Harmoniemusik. Sonntags, mittwochs und freitags ist die Gaststätte voll.

1831 Der in Darmstadt geborene Apothekersohn und Farbenhändlersohn Justus Liebig (28) entdeckt das Chloroform. - Der mitregierende in Hanau geborene Kurprinz Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel (St) (29) erhebt seine vom katholischen zum reformierten Glauben übergetretene Ehefrau, die bis dahin in Bigamie gelebt hat, und in Bonn geborene Apothekertochter und seine Ehefrau Gertrude Falkenstein (28) zur erblichen kurfürstlich-hessischen Gräfin von Schaumburg und alle ihre Nachkommen zu kurfürstlich-hessische Grafen und Gräfinnen von Schaumburg mit dem Prädikat Erlaucht. - Der in Hanau geborene Kurprinz Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel (St) (29) wird von seinem Vater, Landgraf und Kurfürst Wilhelm II von Hessen Kassel  (St) (54) zum Mitregenten ernannt. Landgraf und Kurfürst Wilhelm II von Hessen Kassel(St) (54) flieht nach endlosen Skandälchen mit seiner Mätrese die Skandale mit seiner Mätresse vor dem Volkszorn ins Exil nach Frankfurt. - Mainz hat 30234 Einwohner. - In Frankfurt wird das Luxushotel Zum Schwan Steinweg 12 alias Goetheplatz modernisiert, erhält einen neuen Speisesaal mit monumentalem Deckengemälde und eine Gasbeleuchtung. - In Frankfurt werden polnische Flüchtlinge mit Begeisterung aufgenommen. - In Mainz führt eine Rheinschifffahrtsakte zum Verlust des Stapelrechts der Stadt. Der Mainzer Hafen ist völlig versandet. Es werden hohe Zwischenzölle erhoben. - In Hanau bezieht Landgraf und Kurfürst Wilhelm II von Hessen Kassel (St) (63) seine Residenz Schloss Wilhelmsbad. - Die hessenkasseler Kurfürstin und preußische Königstochter Prinzessin Auguste von Zollern Preußen (St) (51) kehrt trotz der Mätresse Emilie Ortlöpp (40) ihres Mannes hessenkasseler Kurfürst Wilhelm II von Hessen-Kassel (St) (54) nach Hessen zurück, verweigert aber eine Scheidung. Drei ihrer 6 geborenen Kinder, die in Hanau Philippsruhe geborene unverheiratete Prinzessin Carolin (St) (32), hessenkasseler Kurprinz und Mitregent Friedrich Wilhelm (St) (29) morganatisch verheiratet mit der katholischen bonner Apothekertochter Gertrude Lehmann (25) und die in Hanau geborene sachsenmeininger Herzogin Marie Friederike Christine von Hessen Kassel (St) (27) leben noch. Mit seiner Mätresse Emilie Ortlöpp (40) hat der hessenkasseler Kurfürst Wilhelm II von Hessen-Kassel (St) (54) an Kindern die in Berlin geborene Louise (St) (18), die in Kassel geborene Amalie Wihelmine Emilie (St) (15), den in Kassel geborenen Karl (St) (13), die in Kassel geborene Emilie (St) (11), die in Kassel geborene Friederike (St) (10), den in Kassel geborenen Wilhelm (St) (07) und die in Hanaus Wilhelmshöhe geborene Helene (St) (06). Nur eines ihrer Kinder ist gestorben. - Kurfürst Landgraf Wilhelm II von Hessen Kassel (St) (54) flieht mit seiner Mätresse Emilie Ortlöpp (40), die faktisch mitregiert hat wegen der daraus entstandenen Unruhen aus Kassel und übergibt seinem Sohn Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel  (St) (28) faktisch die Regierung.

1830 In Darmstadt wird das Landgerichtsgefängnis in der Rundeturmstraße 6 eröffnet. - In Offenbach wird die Allgemeine Schulpflicht eingeführt. - In Frankfurt erhält der Chausseegelderheber, der in der Galluswarte die Mainzer Landstraße abkassiert, ein neues Dienstgebäude. - In Wiesbaden wird der Luisenplatz angelegt. - Kurfürst Landgraf Wilhelm II von Hessen Kassel (St) (53) versucht in Wien seine Mätresse in den Reichsgrafenstand erheben zu lassen.

1829 In Frankfurt macht der Glasermeistersohn Henri Nestlé (15) eine Apothekerlehre in der Brückenapotheke bei J E Stein. - Die morganatisch geborene hessendarmstädter Prinzentochter Prinzessin Luise Charlotte Georgine Wilhelmine (St) (25) heiratet Marchese Luca Bourbon del Monte Sanata Maria. - In Frankfurt wird der Frankfurter Kunstverein gegündet. - In Niederdorfelden wird die uneheliche älteste Tochter Augusta Marie Gertrude von Hanau (St) des im hanauer Schloss Philippsruhe geborenen hessenkasseler Kurfürst  Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel (St) (27) geboren, die zunächst noch das Kind des Leutnant Karl Michael Lehmann ist. Die bürgerliche bonner Apothekertochter und Kindsmutter Gertrude Falkenstein (26) ist noch mit ihm verheiratet. - Der in Bad Homburg zweitgeborene Landgrafensohn Ludwig von Hessen Homburg (St) (59) wird Landgraf von Hessen Homburg. - In Fankfurt wird das Waisenhaus Sailerstraße 29 erbaut. - In Isenburg heiratet der in Lich geborene Fürst Ludwig von Solms Hohensolms Lich (St) (24) Prinzessin Marie von Isenburg Büdingen (St) (21). - In Bingen ist Burg Rheinstein nach den Wünschen des in Berlin geborenen preußischen Königsneffen Prinz Friedrich von Zollern Preußen (St) (35) umgebaut. - In Mainz wird auch im Karmeliterkloster geturnt. - In Frankfurt zieht nach dem Tod des in Homburg geborenen kinderlosen Landgraf Friedrich VI von Hessen Homburg (St) (60) seine im Buckingham Palace geborene Ehefrau hessenhomburger Landgräfin Elisabeth von Hannover von Englang (St) (59) in das Eckhaus Zeil/Große Eschenheimer Landstraße (2016 Kaufhof) ein.

1828 In Frankfurt endet der Erbstreit um das Städelvermögen mit einem Vergleich, bei dem drei Kläger 75000 Gulden erhalten. - Das Großherzogtum Hessen  mit den Provinzen Starkenburg mit Sitz in Darmstadt, Rheinhessen mit Sitz in Mainz und Oberhessen mit Sitz in Gießen schließen sich dem preußischen Zollgebiet an. Die Stadt Frankfurt bleibt neutral. - In Offenbach wird die Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue in der Villa von Wilhelm Speyer in der Frankfurter Straße 33 geschlossen. - In Frankfurt wird keine Messe mehr abgehalten. Die Messeausstellungen finden in Offenbach statt. - Mainz hat 28439 Einwohner. - In Frankfurt versorgt die Oelgasanstalt von JF Knoblauch und JGR Schiele die neuen Straßengaslaternen mit Leuchtgas.

1827 Der in Löhnberg an der Lahn geborene Pfarrer und Politiker Georg Emmanuel Christian Theodor Müller (60) wird alleiniger evangelischer Landesbischof von Nassau. - In Frankfurt Bornheim wird mit dem Hohen Brunnen die erste Wasserleitung genutzt. - Die morganatisch verheiratete Frau des in Darmstadt geborenen zweitgeborenen Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (47) Caroline Török de Szendrö (41) alias Prinzessin von Nidda wird geschieden. - In Wiesbaden eröffnet das Theater für 1000 Plätzen mit dem Orchesterwerk Jubelouvertüre des im Vorjahr gestorbenen Komponisten Carl Maria von Webers und Gaspare Spontinis (53) Oper Die Vestalin. Die nördlichen Kolonnnaden werden eröffnet. - Die Kölner Dampfschifffahrtsgesellschaft nimmt den Verkehr zwischen Köln und Mainz auf. - In Wiesbaden Bierstadt wird eine Synagoge gebaut. - In Mainz übernachten Wilhelm Müller und Adelheid Müller laut Reisetagebuch im Hotel Der Kaiser alias Zum römischen Kaiser Liebfrauenstraße 5 und in Wiesbaden im Badehaus Nassauer Hof Kaiser Friedrich Platz Nordseite. - In Frankfurt parodiert der in Frankfurt geborene jüdische Schriftsteller Ludwig Börne  (41) in seiner Satire Der Narr im Weißen Schwan das gesellschaftliche Leben im Luxushotel Zum Schwan Steinweg 12 alias Goetheplatz. - In Mainz wird der neuerbaute Dalberger Hof Klarastraße 4 der neue Justizpalast.

1826 Der Drucker Alois Senefelder (55) druckt im Mehrfarbensteindruckverfahren. - Wiesbaden hat 7000 Einwohner. - In Wiesbaden wird der Kochbrunnen umfasst, der 56 Grad Reaumur oder 160 Grad Fahrenheit alias 71 Grad Celsius hat. In der Mühlgasse B59 im Erdgeschoss gibt es eine Gemäldesammlung. Lampen- und Metallwaren-Fabrik Benkler und Comp. - Die uneheliche hessendarmstädter Prinzentochter Freiin Anna Seeger von Hessthal (St) (23) des zweitgeborenen Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (46) mit Gräfin Adelheid Resty heiratet Michele Antonini. - In Frankfurt beschreibt der in Stuttgart geborene Schriftsteller Wilhelm Hauff (24) in seinem Werk  Mitteilungen aus den Memoiren des Satans wie der Teufel alias Satan im Luxushotel Zum Schwan Steinweg 12 alias Goetheplatz an der achtgängigen Gästetafel speist, im Zimmer Nummer 45 luxuriös wohnt und es sich gut gehen lässt. - In Frankfurt Goldstein tritt die Stadt Frankfurt die Wasserburg Goldstein an das Herzogtum Nassau ab und erhält dafür Gelände in Frankfurt Niederrad. - Der geisteskranke Prinz Georg von Zollern Preußen (St) wird geboren. Sein Bruder Prinz Alexander von Zollern Preußen (St) (06) ist ebenfalls geisteskrank. Sie haben die Geisteskrankheit über ihre Mutter Luise von Anhalt-Bernburg (St) (27) von ihrer in Hanau geborenen Großmutter Friederike von Hessen Kassel (St) (60) geerbt. - Die hessenkasseler Kurfürstin und preußische Königstochter Prinzessin Auguste von Zollern Preußen (St) (46) verlässt wegen der jahrelangen Mätresse ihres Mannes Emilie Ortlöpp (35) das Land.

1825 In Frankfurt wird die Stadtbibliothek, Schöne Aussicht 2 erbaut. - Mainz hat 28409 Einwohner. - In Frankfurt gibt der in Nassau geborene Witwer Freiherr Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein (St) (68) seinen Wohnsitz auf und zieht mit seiner Familie ins Stadtschloss nach Nassau. - In Wiesbaden werden die Kurhauskolonnaden erbaut. - In Wehen wird der evangelische Dekansohn Chemiker Richard August Carl Emil Erlenmeyer geboren. - In Mainz Mombach wird ein Turnplatz auf dem Kleinen Sand angelegt. Wegen polizeilicher Willkür wird er öfters verlegt. - In Mainz eröffnet der Tapisseriemachersohn Anton Bembé ein Möbelgeschäft. - Der mit seiner Cousine Marianne von Hessen Homburg (St) (40) verheiratete mainzer Gouverneur Prinz Wilhelm von Preußen (St) (42) wird Vater seiner jüngsten Tochter Marie von Preußen (St), der späteren bayerischen Königin.

1824 In Königstein erbt der in Frankfurt geborene Rudolf Maximilian von Goldschmidt-Rothschild (43) die Villa Rothschild. - In Frankfurt stirbt der letzte frankfurter Schultheiß Freiherr Maximilian von Günderrode (71). - In Lich wird nach dem Tod seines älteren Bruders Fürst Carl von Solms Hohensolms Lich (St) (21) der in Lich geborene Prinz Ludwig von Solms Hohensolms Lich (St) Fürst von Solms Hohensolms Lich. - In Offenbach wird der Turnverein Offenbach gegründet. - In Mainz verlegt das Musiknotenverlagshaus Schott Weihergarten 5 die erste Ausgabe ihrer Musikzeitschrift Cäcilia. - In Mainz wird der mit seiner Cousine Marianne von Hessen Homburg (St) (39) verheiratete Prinz Wilhelm von Preußen (St) (41) für 5 Jahre Gouverneur.

1823 In Mainz wird die Universität geschlossen. - In Darmstadt stirbt der in Darmstadt geborene Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (74) und lässt sich neben seiner verstorbenen Geliebten Eva Margarethe Kämmerer von Adelsberg auf dem Alten Friedhof an der Niederramstädter Straße beerdigen. - In Wiesbaden ist der Kochbrunnen neu gefasst und vor Unrat geschützt. Eine Akazienallee zum Flanieren in Richtung Taunusstraße ist angelegt. In unmittelbarer Nähe des Kochbrunnens ist eine hölzerne Kolonnade angelegt und täglich spielt der Stadtmusikus von 6-8. - In Frankfurt gründet der Händler Johann Tobias Ronnefeldt ein auf Tees spezialisieres Handelsunternehmen. - Der für seine polizeistaatlichen Aktionen verhasste hessenkasseler Kurfürst Wilhelm II von Hessen-Kassel (St) (45) erhält einen anonymen politischen Drohbrief, in dem eine Verfassung, der Ausschluß von Mätressen bei Regierungsgeschäften und ein Verbot der körperlichen Züchtigungen von Untertanten von Hundert Jünglingen eines Sinnes...gegen die Tiraney gaefordert wird. Der hessenkasseler Kurfürst Wilhelm II von Hessen-Kassel (St) (45) setzt eine Untersuchungskommission unter dem reaktionären in Friedberg geborenen hugenottische Regierungsdirektor Johannes Hassenpflug (68) ein. Trotz zahlreicher Verhaftungen können die Urheber nicht ermittelt werden. - In Darmstadt wird der drittgeborene Großherzogssohn Prinz Alexander von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) geboren. - In Bad Homburg Dornholzhausen lässt die in Buckingham Palace geborene Landgräfin Elisabeth von Hannover von Englang (St) (53), Tochter des geisteskranken englischen König Georg III von Hannover (St) (++) das Jagdschloss Gotisches Haus für ihren in Homburg geborenen Ehemann Landgraf Friedrich VI von Hessen Homburg (St) (54) im neugotischen Stil erbauen.

1822 In Frankfurt wird der jüdische Bankier Amschel Mayer von Rothschild (49) zum österreichischen Freiherrn ernannt. - In Frankfurt wird eine Sparkasse gegründet. - In Mainz, dem Sitz der Provinz Rheinhessen werden Lutheraner und Calvinisten vereinigt. - In Wiesbaden gehört das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz Christian Bauer auch die Posthalterei und unterhält wieder ein Pferdebad für zwei Pferde. - In der Stadt Bockenheim vor der Stadtmauer Frankfurts eröffnet Friedrich Georg Wörner die erste bockenheimer Apotheke als Löwenapotheke in der Frankfurter Straße alias Leipziger Straße 71. - Mainz hat 26800 Einwohner. - Der in Lich Laubach geborene Graf Friedrich zu Solms Laubach (St) (53) stirbt, wodurch sein ältester Sohn Otto von Solms Laubach (St) (23) neuer Graf von Solms Laubach wird. - In Frankfurt stirbt ohne erkennbaren Grund der Lakai des Kurprinzen Friedrich Wilhelm (St) (20), was der verhasste neue hessenkasseler Kurfürst Wilhelm II von Hessen-Kassel (St) (45) für einen fehlgeschlagenen Giftmordanschlag auf seinen Sohn hält. 

1821 Wetter: Ungewöhnlich kalter Jahresende. - Der in Darmstadt geborene Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (72) erhebt seine bürgerliche uneheliche Tochter Friederike Luise Weiss (29) mit dem Zusatz zum Weissenstein in den Adelsstand. Seine Geliebte Eva Margarethe Kämmerer von Adelsberg stirbt in Darmstadt. - In Wiesbaden wird die Gesellschaft für nassauische Geschichtsforschung und Alterthumskunde eröffnet. - In Wiesbaden eröffnet der Hotelierssohn Wilhelm Zais (23) mit seiner Mutter das neugebaute Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser Friedrich Platz Südseite mit 150 Zimmern und eigenen Badeanlagen. - Die morganatisch verheiratete Frau des in Darmstadt geborenen zweitgeborenen Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (41) Caroline Török de Szendrö (35) alias Gräfin Caroline von Nidda wird zur Prinzessin von Nidda erhoben. Ihre gemeinsame Tochter Luise Charlotte Georgine Wilhelmine (St) (17) wird ebenfalls zur Prinzessin von Nidda erhoben. Die uneheliche Tochter Anna Seeger (St) (18) des zweitgeborenen Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (41) mit Gräfin Adelheid Resty wird Freiin von Hessthal. - In Preußen und den preußischen Rheinlanden wird mit Silbergroschen bezahlt. - Mit dem Tod von Kurfürst Wilhelm von Hessen Kassel (St) (78) erbt seine geisteskranke geschiedene Tochter Ex-Fürstin Marie Frederike von Anhalt Bernburg (St) (37) die romantische Burg Rheinstein am Rhein. - In Frankfurt stirbt der in Frankfurt geborene französische General und Schriftsteller Landgrafensohn Prinz Karl Konstantin von Hessen Kassel Rotenburg (St) (69) kinderlos. - Mit dem Tod von Kurfürst Wilhelm von Hessen Kassel (St) (78) wird Kurprinz Wilhelm II von Hessen-Kassel (St) (45) neuer Kurfürst. Er reformiert zwar Verwaltung und Heer, unterschlägt aber die Einsparungen um seinen verschwenderischen Lebensstil zu finanzieren. Die Landstände unterdrückt er und verweigert ihnen jegliches Mitspracherecht.

1820 In Wiesbaden wird die Wilhelmstraße nach Wilhelm von Nassau Weilburg (St) (28) benannt. - In Frankfurt beginnt der in Frankfurt geborene Schauspieler Samuel Friedrich Hassel (22) seine jahrzehntelange Karriere am Frankfurter Nationaltheater am Theaterplatz alias Rathenauplatz. - In Frankfurt wird an der Frankfurter Börse auf dem Paulsplatz die erste Aktie gehandelt.

1819 In Offenbach wird die Biebermark aufgelöst, wobei das Gebiet an der Grenzstraße an die Stadt fällt. - In Frankfurt kommt es zu den antijüdischen Hepp-Hepp Krawallen. - In Homburg stiftet der in Bad Homburg geborene Landgraf Friedrich von Hessen-Homburg V (St) (71) den Schwerterkreuz Orden, der 16 Mal verliehen wird.. - Mainz hat 25390 Einwohner. - In Rüsselsheim wird eine Zichorienfabrik für den Kaffeeersatz eröffnet. - In Mainz wird die Mainzer Zentraluntersuchungskommission zur Untersuchung hochverräterischer Umtriebe in der Litera D 292 Große Bleiche 26 eingerichtet, die als schwarze Kommission Studenten, Burschenschaften, Professoren und kritischen Schriftsteller an deutschen Unviersitäten kontrolliert und dabei besonders in Großherzogtum Hessen und im Königreich Preußen rigoros vorgeht. - In Preußen wird die Zensurfreiheit der Universitätsprofessoren aufgehoben. - Das Dorf Bockenheim vor der Stadtmauer Frankfurts wird vom in Kassel geborenen Kurfürst Wilhelm von Hessen Kassel (37) zur Stadt erhoben, um Industrien in der Nachbarschaft Frankfurts anzusiedeln, die die Zünfte in der Stadt Frankfurt immer erfolgreich verhindern, und so vom Messestandort Frankfurt zu profitieren. - In Frankfurt wird die Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde in der Privatwohnung von Freiherr Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein (St) (62) gegründet.

1818 Der Landtag verweigert der Stadt Wiesbaden und den landesherrlichen Landtagskommissaren den Status einer Hauptstadt. - In Schlangenbad entsteht zu den Kuranlagen eine eigene Gemeinde durch die nassauischen Gebietszufälle. - In Wiesbaden wird der in Wiesbaden geborene nassauische Hofgerichtsratssohn und Geheime Hofrat Friedrich August Lehr  (47) Bade- und Brunnenarzt. - In Darmstadt wird der Logentempel der Freimaurerloge Johannes der Evangelist zur Eintracht im Orient eingeweiht. - In Mainz haben die Hofmusikstechersöhne alias Verlegersöhne Johann A Schott (37) und sein Bruder Johann J Schott (36) Weihergarten 5 innerhalb von 8 Jahren die kleineren Verlage wie Amon in Heilbronn, Falter in München, Kreitner in Worms, K. Zulehner in Mainz und G. Zulehner in Eltville aufgekauft und damit ihre Notendruckrechte u.a. für Haustanzmusik und dabei hauptsächlich für Pianoforte und selten für Gitarre und Flöte. - Der in Homburg geborene Landgraf Friedrich VI von Hessen Homburg (St) (49) heiratet in London die im Buckingham Palace geborene englische Prinzessin Elisabeth von Hannover von Englang (St) (48), die die arrangierte Hochzeit nur eingeht um der strengen Ettikette des englischen Hofes zu entkommen. In Bad Homburg betätigt sie sich als Malerin.

1817 In Frankfurt melden zwei weitläufige Verwandte Frauen aus Straßburg Ansprüche auf das bereits an die Stadt übergegangene Erbe des im Vorjahr verstorbenen, in Frankfurt geborenen Kaufmannes und Bankiers Johann Friedrich Städel (++) an, was zu einem jahrelangen Erbstreit führt. - In Frankfurt wird ein Naturkundemuseum eröffnet. In Frankfurt wird die Naturforschende Gesellschaft Senckenberg eingerichtet. - In Wiesbaden wird das Erbprinzenpalais in der Wilhelmstraße 24 - 26 für den in Kirchheimbolanden geborenen nassauischen Herzog Wilhelm von Nassau Weilburg (St) (25) fertiggestellt. Es wird nur nicht mehr bezogen. - In Frankfurt wird der jüdische Bankier Amschel Mayer Rothschild (44) vom österreichischen Kaiser geadelt. - In Wiesbadern Biebrich wird Adolph von Nassau Weilburg (St) geboren. - In Idstein werden für das Herzogtum Nassau die beiden evangelischen Konfessionen, die lutherische und die reformierte, in der Union vereinigt. - In Aschaffenburg wird das Herz von Karl Theodor von Dalberg (St) (73) beigesetzt. Fürst von der Leyen prozessiert um das Erbe. - Im Herzogtum Nassau wird die Simultanschule eingeführt. Das Zweischulsystem unterrichtet Kinder unterschiedlicher Konfessionen gemeinsam. Der Hauptlehrer oder Rektor hat die Konfession der Mehrheit im Ort. - Die Ehe der in Hanau geborenen Landgrafentochter und angeheirateten Herzogin von Anhalt Bernburg Marie Frederike von Hessen Kassel (St) (49) wird wegen ihrer Geisteskrankheit kurz vor der Heirat ihrer Tochter Luise (St) (18) mit dem preußischen Königsneffen Prinz Friedrich Wilhelm Ludwig von Zollern Preußen (St) (23) geschieden. - In Mainz treffen sich u.a. Dumont, Krämer, Ebbert, Wolf, Greiner von Geisenheim und Döpfner von Hochheim zu Friedrich Ludwig Jahn ´s (39) Leibesübungen und Gerwurf, Ringen, Springen und Freiübungen auf provisorischen Turnplätzen vor der Stadt. Sie gründen die Erste Mainzer Turngemeinde.

1816 In Frankfurt wird die neue, freistädtische Verfassung alias Konstitutionsergänzungsakte in Kraft gesetzt. Die frankfurter Geschlechter verlieren ihre Privilegien. Nur Vermögende mit mehr als 5000 Gulden dürfen wählen. - In Frankfurt wird Juden das bereits erteilte Bürgerrecht wieder verwehrt. - In Frankfurt wird die Polytechnische Gesellschaft von 33 frankfurter Bürgern gegründet. - In Frankfurt stirbt der ledige und kinderlose, in Frankfurt geborene Kaufmann und Bankier Johann Friedrich Städel (88). Seine 500 Gemälde in seinem Wohnhaus am Roßmarkt stiftet er für eine bürgerliche und öffentliche Kunstsammlung und Kunstschule. Die Stadt nimmt die Erbschaft an. - In Wiesbaden Biebrich stirbt Herzog Friedrich August von Nassau Usingen kinderlos (St) (78) wodurch Wilhelm von Nassau Weilburg (St) (78) neuer nassauer Herzog wird. - Die österreichische Stadt Offenbach fällt an das Großherzogtum Hessen. - In Frankfurt wird der Gastwirtssohn und Mundartdichter Friedrich Stoltze geboren. - In Aschaffenburg vermacht Karl Theodor von Dalberg (St) (72) seine Sammlung, darunter viele Gemälde, im Schloss Johannisburg der Stadt Aschaffenburg. - In Weilburg stirbt der regierende Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg (St) (48) bei einem Sturz von der Treppe im Schloss Weilburg, einige Wochen später stirbt der ebenfalls regierende kinderlose Vetter Fürst Friedrich August (St) (78), wodurch Erbprinz Wilhelm von Nassau Weilburg (St) (24) neuer Herzog wird und nach Wiesbaden Biebrich ins Schloss zieht. Sein Erbprinzenpalais in Wiesbaden in der Wilhelmstraße 24-26 ist noch nicht fertiggestellt. - Mainz hat 25251 Einwohner und Darmstadt hat 15391 Einwohner. - Mainz mit seinen rechtsrheinischen Stadtteilen Kastel und Kostheim wird großherzogtümlichhessisch. - In Frankfurt wird der in Nassau geborene Witwer Freiherr Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein (St) (59) Ehrenbürger der Stadt. - In Darmstadt wird die Freimaurerloge Johannes der Evangelist zur Eintracht im Orient gegründet. - In Paris wird die zweite Hälfte des verschollenen und in Darmstadt vom Architekt Georg Moller (32) gefundenen mittelalterlichen kölner Dombauplans vom in Köln geborenen Gemäldesammler  Sulpiz Boisserée (33) entdeckt. - Der in Florenz geborene Kaiser Franz von Habsburg Lothringen Österrich (St) (48) schenkt das Schloss Johannisberg dem in Koblenz geborenen Fürst Klemens Wenzel Lothar von Metternich Winneburg (St) (43) das Schloss Johannisberg im Rheingau, der es als Sommersitz der nutzt. - In Frankfurt wird in der Friedberger Anlage (2016 Odeon S3ilerstrasse 34) Danneckers lebensgroße Marmorgruppe Ariadne auf dem Panther ausgestellt.

1815 Die Stadt Frankfurt wird gemäß den Beschlüssen des Wiener Kongresses Freie Stadt und Sitz der Deutschen Bundesversammlung. - In Frankfurt kommt der in Frankfurt geborene Dichter Johann Wolfgang von Goethe (66) letztmals zu Besuch. - In Wiesbaden wird die Casino-Gesellschaft gegründet. - Die Errichtung des Deutschen Bundes macht Frankfurt zu einer Freien Stadt und zum Sitz des Bundestags. - In Wiesbaden verbringt der in Frankfurt geborene Dichter Johann Wolfgang von Goethe (66) seinen Kuraufenthalt im Badehaus Zum Bären. Es gibt noch keine Luxusunterkünfte. - Auf dem Wiener Kongress erhält Hessen Homburg seine volles Souveränität zurück. - In Offenbach besucht der preußische König Friedrich Wilhelm von Zollern Preußen (St) (45) des in Bordeaux geborenen und aus einer nürnberger Patizierfamilie stammenden frankfurter Kolonialwaren-Bankiers Friedrich Metzler (49) in seinem Palais alias Büsing-Palais in der Herrnstraße. - In Kloster Eberbach wird eine herzoglichnassauische Irrenanstalt eingerichtet. - Mainz hat 23647 Einwohner. - In Mainz notiert der Reisende Assmuth in seinem Tagebuch neben breiten Straßen auch unregelmäßige, enge und düstere Straßen, die einen unerfreulichen Einduck machen aber auch die Schiffsbrücke nach Kastel. - Erbprinz Wilhelm von Nassau Weilburg (St) (23) beteiligt sich mit nassauischen Truppen an der Schlacht von Waterloo.  - Die Adelskette wird gegründet und soll die Tugenden des Rittertums wiedererwecken. - In Mainz kommt der Pfarrersohn Turnvater Friedrich Ludwig Jahn (37) zu seinem zweiten Besuch. - Der in Frankfurt geborene 1803 aus Frankreich ausgewiesene französische General Landgrafensohn Prinz Karl Konstantin von Hessen Kassel Rotenburg (St) (63) kehrt nach einem Leben in der französischen Armee während der Revolutionswirren nach Frankfurt zurück und beantragt von dort vergeblich seine Rückkehrt nach Frankreich und seine französischen Armeepensionsansprüche. - In Frankfurt gibt es drei Kaffehäuser.

1814 In Wiesbaden ist der in Frankfurt geborene Dichter Johann Wolfgang von Goethe (65) Kurgast und trifft dort den frankfurter Bankier und Theatermäzen Johann Jakob von Willemer (54) und dessen Pflegetochter und Schauspielerin  Marianne Jung (30). Auf ihrem Anwesen am Mainufer Frankfurt Gerbermühle rät er ihnen zu heiraten, obwohl er eigentlich in Marianne Jung (30) verliebt ist. Sie wird seine Muse. Auf dem Anwesen wird er von dem frankfurter Amtsarzt der Arzt Johann Christian Ehrmann (65) in dessen Orden der verrückten Hofräthe aufgenommen. Johann Christian Ehrmann (65) ist der Autor des Galanterieführers für Frankfurt, in dem er das Dorf Frankfurt Bornheim als Rotlichtgebiet beschreibt, wo die Gasthäuser Schwan, Zwick und Buschmann Freudenhäuser sind. - In Frankfurt wird der Glasermeistersohn Henri Nestlé in der Töngesgasse geboren. - Der in Darmstadt geborene älteste Großherzogssohn und somit Erbgroßherzog Ludwig II von Hessen Darmstadt (St) (37) nimmt am Wiener Kongress teil. - In Wiesbaden steigt der in Frankfurt geborene Dichter Johann Wolfgang von Goethe (65) erst im Badehaus Zum Adler ab und wechselt dann ins Badehaus Zum Bären. - Mainz hat 23202 Einwohner. - Die linksrheinische Region um Mainz wird von der österreichisch-baierischen gemeinschaftlichen Landes-Administrations-Commission verwaltet. - Bei Darmstadt findet der in Diepholz geborene norwegische Pastorensohn und Architekt Georg Moller (30) auf einem Dachboden eine Hälfte des 4,05 Meter großen überarbeiteten Fassadenplanes des verfallenen Kölner Doms des Dombaumeisters Johannes wieder. - In Mainz findet der Pfarrersohn Turnvater Friedrich Ludwig Jahn (36) bei einem Besuch begeisterte Turner. - In Frankfurt erhält die wöchentliche Zeitung Frankfurter Postzeitung wieder den Titel von 1806 Ober-Post-Amts-Zeitung.

1813 In Frankfurt wird die Universität nach einem Jahr geschlossen. Leibeigenschaft und Frondienste werden abgeschafft und Katholiken und Protestanten gleichgestellt. - Das Großherzogtum Frankfurt wird aufgelöst und provisorisch die alte reichsstädtische Verfassung wieder eingeführt. - Bei Leipzig übernachtet Napoleon (44) nach der Völkerschlachtniederlage im Landhaus der frankfurter Familie Bethmann. - In Frankfurt wird das neue Zentralverwaltungsdepartement für die ehemals französisch besetzten Gebiete eingerichtet. - In Frankfurt verlegt der jüdische Bankier Amschel Mayer Rothschild (40) sein Bankhaus vom Palais Rothschild Zeil 90 in einen klassizistischen Neubau in der Fahrgasse. - In Offenbach tagt die Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue u.a. in der Villa von Wilhelm Speyer (23) in der Kaiserstraße 91. - Der in Frankfurt in das Gasthaus Zur goldenen Spitze in der Mausgasse eingeheiratete hörlaer Gastwirtssohn Friedrich Christian Stoltze (30) pachtet das Gasthaus Zum Rebstock vor dem Domturm. - Der Rheinbund zerfällt. - Der in Birstein geborene aktive französische Colonel Fürst Carl I Friedrich Ludwig Moritz von Isenburg Birstein (St) (44) wechselt erst in letzter Minute vor dem Ende der Völkerschlacht auf die Seite der Alliierten, flieht daber trotzdem nach Basel. Der in Prenzlau geborene Großherzog Ludwig X von Hessen-Darmstadt (St) (60) und der in Mannheim geborene Großherzog von Frankfurt Karl Theodor von Dalberg (St) (69) fliehen ebenfalls. - In Wiesbaden wird eine direkte Straßenverbindung nach Frankfurt fertiggestellt. - Der in Den Haag geborene Prinz Wilhelm von Oranien Nassau (St) (41) erhält seine Besitzungen zurück. - Mainz hat 25600 Einwohner. - In Mainz werden die Renovierungsarbeiten am Dom beendet und der Dom nach der französischen Niederlage als Schweinestall und als Lazarett für 6000 Soldaten umgenutzt. Unter ihnen sind viele Typhuskranke. - Der eitle pariser Obsthändlersohn, Fechtmeister, französische Kommandant und Generalgouverneur von Frankfurt und Würzburg Charles Pierre François Augereau (56) sammelt eine französische Reservearmee. - In Frankfurt quartiert sich im ehemaligen Marstall an der Hauptwache 1 mit Attika und Empirevasen bei der in Frankfurt geborenen Maria Belli-Gontard (25) im Haus Belli in einer möblierten Wohnung mit drei Zimmern, einem Kabinett und einem Saal der Oberbefehlshaber der alliierten Truppen Fürst Karl Philipp von von Schwarzenberg (St) (42 ) mit seinem Gefolge mit besonderen Ansprüchen wie Silberbesteck, Porzellan und kostbaren Gläsern und allabendlicher Kerzenbeleuchtung ein. Monate später ist der völlig bescheidene preußische Feldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher (St) (71 ) alias Marschall Vorwärts vier Tage lang in zwei Zimmern, mit zwei Leuchtern und kargem Frühstück und Abendessen ihr bescheidener Gast. - Der in Kassel geborene Landgraf, Graf von Hanau und Kurfürst von Hessen Wilhelm I von Hessen Kassel  (St) (70) kann Hessen-Kassel restituieren und zieht wieder in seine Residenzstadt Kassel ein. Auf dem Wiener Kongress versuchte er trotz erheblicher Bestechungsgelder vergeblich den germanischen Titel König der Chatten zu erhalten, bleibt aber Kurfürst und Königliche Hoheit. Mit der Wiedereinführung von u.a. gepuderten Perücken beim Militär und am Hof macht er sich beim aufstrebenden Bürgertum unbeliebt. - In Mainz wird der in Mainz geborene Weinhändler Heinrich Mappes (56 ) als Baron in den französischen Adelsstand erhoben. - In Mainz stirbt der ehemalige Jakobiner, ehemalige Präsident des französischen Nationalkonvents, amnestierte Robespierreanhänger, ehemalige und jahrelang in türkischer Gefangenschaft gehaltene Konsul von Algier und Smyrna und in den französischen Adelsstand erhobene Generalkommisar der linksrheinischen Departements Jeanbon de St Andre (64) bei der Betreuung und Versorgung der französischen Verwundeten am durch Kleiderläuse und Flöhe übertragenen Fleckfieber. - Mainz verliert das Stapelrecht. - Fürst Carl Friedrich Ludwig Moritz von Isenburg Birstein (St) (44) flieht wegen der französischen Rückzugsscharmützel um Offenbach ins Ausland und erklärt seinen Austritt aus dem Rheinbund. Offenbach wird Teil des neu gegründeten Generalgouvernement Frankfurt. In Offenbach werden russische Kosakeneinheiten einquartiert. - In Frankfurt wird der Catharina Elisabetha Ludovica Magdalena von Brentano (25) Ehemann Georg Friedrich Guaita (41) zu Georg Friedrich von Guaita geadelt. - In Hanau, das zum Großherzogtum Frankfurt gehört findet im Lamboywald die Schlacht bei Hanau statt, die letzte Schlacht, die Napoleon gegen die Alliierten auf deutschem Boden gewinnt. Die übergelaufenen Bayern verlieren zwar, aber beweisen ihre Loyalität zur Allianz. - In Frankfurt marschiert nach Napoleon (St) (44) bei seinem Rückzug nach Mainz einen Monat später der russische Zar Alexander I  (St) (--), der mit dem preußischen König in lebenslanger Freundschaft verbunden ist, mit seinen Truppen ein. - In Hanau brennt die von den Franzosen beschossenen Brückenvorstand.

1812 In Frankfurt wird eine Universität gegründet. - In Frankfurt stirbt der jüdische Bankier Meyer Amschel Rothschild (68). - In Offenbach wird die Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue gegründet. Sie tagt in der Frankfurter Straße 33. - In Offenbach findet die letzte Hinrichtung am Galgen in Höhe Hermannstraße und Schäferstraße statt. - In Frankreich ist Papst Pius VII (70) Gefangener von Napoleon I (St) (39) auf Schloss Fontainebleu. - In Offenbach schließt sich der in Offenbach geborene Komponist und Musikverleger Johann Anton André (37) Herrnstraße 54 der neugegründeten offenbacher Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue Frankfurter Straße 33 an.

1811 In Frankfurt führt Karl Theodor von Dalberg (St) (67) den Code Napoléon ein. In Frankfurt wird das das französische Strafrecht eingeführt. Alle Untertanen erhalten die Bürgerrechte. - In Frankfurt erhalten die Juden für 440000 Gulden die Bürgerrechte. - Der in Darmstadt geborene Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (62) schwängert seine Geiebte , die heilbronner Eva Margarethe Kämmerer und erhöht sie mit dem Namenszusatz von Adelsberg in den Adelsstand. Seine uneheliche Tochter Friedrerike Elisabetha von Adelsberg kommt in Heilbronn zur Welt. Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (62) zieht mit Mutter und Tochter von Heilbronn zurück nach Darmstadt. - Der Großherzog von Frankfurt und Fürst von Hanau und Fulda Karl Theodor von Dalberg (St) (67) nimmt am Nationalkonzil in Paris teil, wo er für die Freilassung von Papst Pius VII (69) eintritt. - Der in Darmstadt geborene jüngere hessendarmstädter Großherzogsohn Prinz Friedrich von Hessen Darmstadt (St) (23) macht seine folgenschwere Konversion zum katholischen Glauben bekannt. Er ist bereits in Paris. - In Frankfurt erhält die wöchentliche Zeitung Frankfurter Postzeitung den Titel Zeitung des Großherzogthums Frankfurt.

1810 In Wiesbaden wir das alte Kurhaus als Gesellschaftshaus mit dem Portikus eröffnet. - In Wiesbaden wird im Alten Kurhaus ein Spielcasino eröffnet. - Karl Theodor von Dalberg (St) (66) verliert das Fürstentum Regensburg und erhält die Fürstentümer Fulda und Hanau und wird Großherzog von Frankfurt. Im Wappen des Fürstentums wird zusästzlich zum Adler ein mainzer Rad aufgenommen. - Frankfurt hat 40485 Einwohner. - In Frankfurt wird das Katharinenkloster als lutherisches Frauenstift aufgehoben. - Die kurfürstlichhessische Grafschaft Hanau Münzenberg fällt an das Großherzogtum Frankfurt unter Karl Theodor von Dalberg (St) (66). - Das Amt Hochheim wird aufgelöst. - In Fankfurt wird das Zuchthaus in der Sailerstraße 29 bezogen. - in Frankfurt verbietet der frankfurter Großherzog Karl Theodor von Dalberg (St) (66) alle politischen Zeitungen und genehmigt die Einheitszeitung Zeitung des Großherzogthums Frankfurt, die rechts-links abgeteilt in deutscher und französischer Sprache herauskommt und aus der Frankfurter Kaiserlichen Reichs-Ober-Post-Amts-Zeitung und dem Journal de Francfort hervorging.

1809 In Wiesbaden hat die öffentliche Leihbibliothek von Schellenberg über 2000 Bücher, die aus Klassikern, Ritterromanen und Kriminalromanen besteht. - In Frankfurt gründet der Arzt Johann Christian Ehrmann (60) den Orden der verrückten Hofräthe und nimmt den Rektor des frankfurter Gymnasiums Friedrich Christian Matthiä (46) als ersten in den Orden auf. Papst Pius VII (67) exkommuniziert den französischen Kaiser Napoleon I (St) (36) und wird dafür verhaftet. - Mainz hat 24142 Einwohner. - In Frankfurt wird der Gasthof Zum Schwarzen Bock am Schillerplatz an der Hauptwache 7 mit der angrenzenden Schmiede klassizistisch umgebaut und in Hotel à la ville de Paris gemein alias Hotel de Paris umbenannt. - In Mainz lässt der französische Kaiser Napoleon I (St) (36) die Martinsburg abtragen. - In Mainz wird der ehemalige Jakobiner, ehemalige Präsident des französischen Nationalkonvents, amnestierte Robespierreanhänger, ehemalige und jahrelang in türkischer Gefangenschaft gehaltene Konsul von Algier und Smyrna und Generalkommisar der linksrheinischen Departements Andre Jeanbon (60) in den fraanzösischen Adelsstand erhoben und nennt sich danach Jeanbon Baron de St. André. - In Frankfurt wird das Bockenheimer Tor neu erbaut.

1808 In Frankfurt wird die Handelskammer nach französischem Vorbild errichtet und die städtischen Verwaltung und das Schul- und Bildungswesen reformiert, wodurch staatliche Volksschulen eingerichtet werden. - In Frankfurt gründen frankfurter Bürger die maximal 150 Mitglieder-Gesellschaft zur Pflege der schönen Künste Museum. - Karl Theodor von Dalberg (St) (64) gründet in Aschaffenburg die Karls-Universität und wird ihr erster Rektor. - Die morganatisch verheiratete Frau des in Darmstadt geborenen zweitgeborenen Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (28) Caroline Török de Szendrö (22) alias Freifrau Caroline von Menden wird zur Gräfin Caroline von Nidda erhoben. - Im Herzogtum Nassau wird die Leibeigenschaft abgeschafft. - In Frankfurt wird eine Handelskammer gegründet. - Der in Darmstadt geborene jüngere hessendarmstädter Großherzogsohn Prinz Friedrich von Hessen Darmstadt (St) (20) konvertiert zum katholischen Glauben, muss deshalb ins Ausland alias Frankreich gehen und verliert alle Erbfolgeanssprüche. - In Frankfurt wird nach französischem Vorbild von Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg (St) (64) für die frankfurter Kaufmannschaft eine Handelskammer mit Börsenvorsteher Johann Gerhard Hofmann zum Spiegel als erstem Präsidenten gegründet. - In Frankfurt wird die hauptsächlich aus jüdischen Mitgliedern bestehende Freimaurerloge Zur aufgehenden Morgenröthe im Orient Schützenstraße 2 als Tochterloge des Grand Orient de Paris gegründet. Sie wird von der christlichen frankfurter Freimaurerloge nicht anerkannt. Der in Frankfurt geborene jüdische Medizinstudent Ludwig Börne (22) Judengasse 118 (2016 Fußgängerüberweg Insel Battonnstraße vor AOK Beratungscenter) wird eines der ersten Mitglieder. - In Frankfurt wird der in Offenbach geborene Komponist und Musikverleger Johann Anton André (33) Herrnstraße 54 in der frankfurter Freimaurerloge Socrates zur Standhaftigkeit  in der Hochstraße 14 (2016 Hilton Hotel) aufgenommen.

1807 In Niederursel gibt es den Gasthof Zum lahmen Esel im Krautgartenweg 1. - In Frankfurt wird der jüdische Lehrer Michael Hess (25) vom Hauptlehrer zum Direktor des Philantropin berufen. - In Frankfurt wird das Eschenheimer Tor neu erbaut. - In Frankfurt wird das Logenhaus der Freimaurerloge Zur aufgehenden Morgenröthe im Orient Schützenstraße 2 erbaut. - Fürst Carl Ludwig August von Solms Hohensolms Lich (St) (45) stirbt. Sein Sohn Prinz Carl von Solms Hohensolms Lich (St) (04) übernimmt das Amt. - In Offenbach stirbt die in Kaufbeuren geborene Schriftstellerin und Salonniere Sophie von La Roche (77).

1806 Gründung des Herzogtum Nassau für Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg (St) (38) und seinen Vetter Friedrich August (St) (68), die vom Schloss Biebrich aus regieren. - In Wiesbaden werden für Einheimische die unter strengen Strafen stehenden Verbote des Glücksspiels Hazard und das Gebot öffentliche Lokale um 10:00 abends zu verlassen geändert. - In Darmstadt wird der älteste hessen-darmstädter Großherzogssohn Ludwig III von Hessen Darmstadt (St) geboren. - Das Heilige Römische Reich endet. Die Reichsstadt Frankfurt kommt unter die Herrschaft von Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg (St) (62) mit Residenz im Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10. - Der in Birstein geborene aktive französische Offizier Fürst Carl I Friedrich Ludwig Moritz von Isenburg Birstein (St) (37) bleibt souveräner Fürst innerhalb des Rheinbundes. Er nennt sich selbst Souverän Carl Fürst ... zu ... Isenburg (St) (37). Das Fürstentum Isenburg wird geächtet. - Die Frankfurter Union löst sich auf. - Das Fürstentum Nassau Usingen wird Teil des Herzogtum Nassau. - Hessen Homburg wird wegen der Weigerung dem Rheinbund beizutreten zu Gunsten von Hessen Darmstadt mediatisiert. - Mainz hat 23505 Einwohner. - In Bad Homburg wird der wahnsinnige Dichter Friedrich Hölderlin (35) mit Gewalt nach Tübingen in die Universitätsklinik geschafft, wo er längeren Zwangsbehandlungen ausgesetzt wird. - In Frankfurt wird die lutherische Staatskirche abgeschafft und die anderen Konfessionen erhalten Religionsfreiheit. Die reformierten erhalten das Recht Glockentürme zu besitzen. - In Frankfurt lässt der eitle pariser Obsthändlersohn, Fechtmeister und französische frankfurter Kommandant Marschall, Herzog von Costiglione Charles Pierre François Augereau (49) den Galgen Ecke Moselstraße/Taunusstraße und den Galgen am Rabenstein Ecke Mainzer Landstraße/Zimmerweg westlich vor dem Gallustor Kreuzung Neue Mainzer Straße/Große Gallusstraße, dem wichtigsten und repräsentativsten Tor der Stadt, das nach Mainz führt und durch das alle Kaiser zur Krönung einzogen und machen aus dem Hinrichtungsplatz einen Paradeplatz um Napoleon gebührend mit einem Feuerwerk empfangen zu können. - Der in Kassel geborene Landgraf und Graf von Hanau und neuer Kurfürst von Hessen Wilhelm I von Hessen Kassel (St) (66), seine Ehefrau Wilhelmine Karoline von Dänemark (St) (59) und der in Hanau geborene Kurfürstensohn Wihelm II von Hessen Kassel (St) (29) weigern sich dem Rheinbund beizutreten, betrachten sich als neutral, teilmobilisieren ihr neues Kurfürstentum Hessen und fliehen vor den napoleonischen französischen Truppen nach Holstein ins Exil. - Der kurfürstlichhessische Hauptmann Wilhelm Mensing (41) bringt den hessischen Staatsschatz vor dem Zugriff Napoleons (37) in Sicherheit. - Nordhessen fällt an das neu geschaffene Königreich Westphalen und Südhessen in Form der Grafschaft Hanau Münzenberg kommt unter französische Mitiärregierung. - In Wiesbaden stirbt der mit morganatischen nassauusingischen Fürstentochter Madalene Gross (--) verheiratete nassauusingische Hofkammerpräsidenten und Regierungspräsidenten Karl Friedrich von Kruse (St) (69). - Im französischen Departement Donnersberg wird wegen der Kontinentalsperre der Anbau von Zuckerrüben befohlen. - Mit der Rheinbundakte verliert Fürst Karl Luwig August von Solms Hohensolms Lich (St) (--) seine Souveränität, behält aber seine Amtsgerichtsbarkeit und seine Patrimonialgerichtsbarkeit. Das Fürstentum Solms-Hohensolms-Lich wird in das Großherzogtum Hessen-Darmstadt eingegliedert. - Der Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg (St) (38) in Biebrich und Wiesbaden und sein kinderloser Vetter Fürst Friedrich August von Nassau Usingen (St) (68) in der Residenz Weilburg an der Lahn werden von Kaiser Napoleon I (St) (37) gezwungen als unteilbares, vereintes und unabhängiges Herzogtum Nassau dem Rheinbund beizutreten und gemeinsam von Schloss Wiesbaden Biebrich aus zu regieren. Fürst Friedrich August von Nassau Usingen (St) (68) übenimmt die Herzogswürde und erhält den Oberbefehl über die nassauischen Truppen. - In Frankfurt kommt im Verlag J E B Mohr das ersten Heft der historischen, politischen, statistischen, geographischen Zeitschrift Der Rheinische Bund heraus, in dem Hessen Darmstadt, Hohenzollern, Salm Kyrburg und Isenburg als die vordersten Mitglieder des neuen Staatenvereins vorgestellt werden, die sich vom Reichskörper losgesagt haben, der nur noch durch das System der Eifersucht und Gewohnheit zusammengehalten sein soll. Der Zweck der Zeitschrift soll sein unsere Wünsche, Hoffnungen und Bitten im Großen Ganzen bei bescheidener Freimüthigkeit auszudrücken. Die Throne der deutschen Souveräne stünden nur durch Unterdrückung. Die Verfassung stünde für Freiheit. - In Mainz Heidesheim erbaut der mainzer Notenverleger Bernhard Schott (58) auf dem Sandhof eine eigene Papiermühle. - In Frankfurt wird der Galgen zwischen der Mainzer Landstraße und dem Weg zum Gutleuthof entfernt. - In Frankfurt wird am Theaterplatz alias Rathenauplatz der Gasthof Hasenbräu Theaterplatz 11 eröffnet. - In Hanau schließt die hanauer Behagel Fayence Fabrik. - In Frankfurt erhält die wöchentliche Zeitung Frankfurter Postzeitung den Titel Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung.

1805 In Wiesbaden eröffnet der Hofbuchhändler Schellenberg ein Lesemuseum im Gasthaus Schützenhof mit 12 Zeitungen und 33 Tageszeitungen, das hauptsächlich Beamte benutzen. - In Frankfurt beschließt der Rat die Schleifung der Befestigungen alias Bastionen und deren Umwandlung in Parkanlagen. - Der in Birstein geborene aktive französische Offizier Fürst Carl I Friedrich Ludwig Moritz von Isenburg Birstein (St) (37) wird vom französischen Kaiser Napoleon I (St) (36) zum Colonel befördert. - In Frankfurt wird der jüdische Lehrer Michael Hess (23) der jüdischen Schule für arme jüdische Kinder in der Judengasse Privatlehrer des jüngsten in Frankfurt geborenen jüdischen Bankiersohnes Jakob Rothschild (13). - In Frankfurt gründet der der in Frankfurt geborene Bankier Wilhelm Mumm & Co. (31) das Bankhaus Wilhelm Mumm. - Der in Bad Homburg zweitgeborene Landgrafensohn Ludwig von Hessen Homburg (St) (35) gerät in französische Kriegsgefangenschaft. Seine einjährige Ehe mit Prinzessin Auguste von Nassau Usingen (St) (27), die in  Friedrich Wilhelm von Bismarck (St) (22) verliebt ist, wird geschieden. Landgrafensohn Ludwig von Hessen Homburg (St) (35) heiratet nicht wieder. - In Bad Homburg kommt der Diplomat Isaac von Sinclair (30) nach einem Verschwörungsprozess wieder nach Hause. - In Bad Homburg berichtet der Homburger Arzt und Hof-Apotheker Müller in einem Gutachten von einem wahnsinnigen, in Raserei verfallenen Dichter Friedrich Hölderlin (35). - In Darmstadt wird im Gasthaus und Weinlokal Bockshaut Kirchstraße 7-9 der Historiker und Politiker Georg Gottfried Gervinus geboren. - In Frankfurt lässt sich der jüdische Bankier Wolf Zacharias Wertheimber ein bürgerlich klassizistisches Haus Schönen Aussicht 16 an der Mainpromenade erbauen. - Der Besitzer des Schlosses Rumpenheim in Offenbach Karl von Hessen-Kassel (St) (41) erhält den Ttel Landgraf von Hessen Kassel. - In Lich wird Prinz Ludwig von Solms Hohensolms Lich (St) geboren. - Die in Hanau geborene geisteskranke Marie Friederike von Hessen-Kassel (St) (37) bringt als Fürstin von Anhalt Bernburg nach ihrem ersten geisteskranken Kind Wilhelmine Luise von Anhalt Bernburg (St) (06) den ebenfalls geisteskranken Sohn Alexander Carl von Anhalt Bernburg (St) zur Welt, der 1902 kinderlos stirbt.  

1804 Der in Darmstadt geborene älteste Landgrafensohn Ludwig II von Hessen Darmstadt (St) (27) nimmt an der Kaiserkrönung Napoleons I (St) (35) in Paris teil. - Der in Darmstadt geborene älteste Landgrafensohn Ludwig II von Hessen Darmstadt (St) (27) heiratet die badener Erbprinzentochter Wilhelmine von Baden (St) (17). - Der in Darmstadt geborene zweitgeborene Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (24) heiratet morganatisch Caroline Török de Szendrö (18), die dafür zur Freifrau von Menden erhoben wird. - In Frankfurt wird in der Judengasse Schulunterricht für arme jüdische Kinder gehalten. - In Homburg wird der beruflich und finanziell gescheiterte Klosterhofmeistersohn und Dichter Friedrich Hölderlin (34) durch die Unterstützung von Diplomat und Dichter Isaac von Sinclair (29) Hofbibliothekars, dessen Gehalt er aber aus eigener Tasche bezahlen muss. - In Bad Homburg wird versucht die Staatsfinanzen mittels einer betrügerischen Staatslotterie zu sanieren. - Die in Bad Homburg geborene Prinzessin Maria Anna Amalie von Hessen-Homburg (St)(19) heiratet den jüngsten königlichen Bruder Prinz Wilhelm von Zollern Preußen (St) (21). - Darmstadt hat 11219 Einwohner. - Bei Homburg gründet der in Homburg geborene Landgraf Friedrich V von Hessen Homburg (St) (56) den Ort Dillingen, der später Friedrichsdorf genannt wird. - Der zweitälteste aus zweiter Ehe geborene Fürstensohn Prinz Carl Friedrich Wilhelm Emich von Leiningen (St) wird geboren. - Der zweitälteste hessenhomburger Landgrafensohn Ludwig von Hessen Homburg (St) (34) heiratet aus dynastischen Gründen Prinzessin August Amalia von Nassau Usingen (St) (26), obwohl diese in den Grafensohn Friedrich Wilhelm von Bismarck (St) (21) verliebt.

1803 Kloster Eberbach wird säkularisiert und die Grabplatten von Graf Johann von Katzenelnbogen II und Johann von Katzenelnbogen IV in die Mosburg in Wiesbaden Biebrich gebracht. - In Wiesbaden betreibt Schellenberg eine öffentliche Leihbibliothek. - In Mainz im Großherzogtum Hessen-Darmstadt wird der in Miehlen geborene Räuberhauptmann Johannes Bückler alias Jean Buckler alias Schinderhannes (24) mit 19 Bandenmitgliedern mit der Guillotine im verwüsteten Lustgarten Favorite am Rheinufer gegenüber der Mainmündung geköpft. - In Wiesbaden wird bei der Saalgasse ein unterirdisches Totengewölbe entdeckt. - In Wiesbaden erhält die evangelische Stadtkriche die klostereberbacher Orgel. - In Offenbach stitbt der in Birstein geborene Fürst Wolfgang Ernst II von Isenburg Büdingen (St) (68). Sein Sohn Fürst Carl I Friedrich Ludwig Moritz von Isenburg Birstein (St) (34) wird Oberhaupt des Fürstentums Isenburg Birstein. - Der mainzer Erzbischof und Kurfürst Freiherr Karl Theodor von Dalberg (St) (59) erhält das neu geschaffene Fürstentum Aschaffenburg. Sein Bruder, der katholische in Worms geborene badische Großhofmeister und Staatsminister Wolfgang Heribert von Dalberg  (St) (53) stirbt im bayerischen Mannheim. - Der in Frankfurt geborene jüdische Medizinstudent und spätere Journalist Ludwig Börne (17) begeht in Berlin nach der Zurückweisung seiner vom jüdischen zum protestantischen Glauben konvertierten Angebeteten und Professorenwitwe Henriette Herz (39) einen Selbstmordversuch, der aber verhindert werden kann. - Der in Kassel geborene Landgraf und Graf von Hanau Wilhelm I von Hessen Kassel (St) (63) wird zum Kurfürst von Hessen erhoben. - In Lich stirbt der in Hohensolms geborene Fürst Carl Christian von Solms Hohensolms Lich (St) (78). Sein Sohn Prinz Karl Ludwig August (St) (--) erbt. Als Fürst Karl Ludwig August von Solms Hohensolms Lich (St) (--) säkularisiert er das Zisterzienserkloster Arnsburg. - Prinz Carl von Solms Hohensolms Lich (St) wird geboren. - In Frankfurt kauft die Stadt Frankfurt die säkularisierten hochheimer Karmeliterklosterweinberge am Lohrberger Hang in Seckbach und das dazugehörige Weingut in Hochheim. - Der in Usingen geborene nassauusinger und nassausaarbrückener Fürst Karl Wilhelm von Nassau Usingen (St) (68) stirbt, wodurch sein Bruder Friedrich August von Nassau Usingen (St) (65) neuer nassauusinger Fürst wird. - Der kurmainzische Rheingau fällt an Nassau Usingen. - In Offenbach wird der aus Selbold stammende Jonas Budden (21) für 21 Jahre Oberschultheiß für die Offenbacher innerhalb der Stadtmauern. Ein Maire vertritt die überwiegend französischen offenbacher Glaubensflüchtlinge außerhalb der Stadtmauern.

1802 In Wiesbaden erbaut der Besitzer des Gasthauses Schützenhof ein Komödienhaus und erhält dafür 500 Gulden Zuschuß, wodurch aber die Qualität nicht gesteigert und die Besucherzahl nicht erhöht werden kann, weil die Schauspieler feste örtliche Theater bevorzugen. - In Wolfenhausen spürt der kurtrierische Hofgerichtsrat und limburger Amtsverwalter Fuchs bei Tagesanbruch den Räuberhauptmann Schinderhannes (24) unter falschem Namen auf, verhaftet ihn, überführt ihn nach Frankfurt, wo er in der Hauptwache im Schanzerloch im Untergeschoss eingesperrt wird und nach Mainz ausgeliefert wird. - Der konstanzer Bischof Freiherr Karl Theodor von Dalberg (St) (58) wird wormser Bischof und mainzer und regensburger Erzbishof und mainzer Kurfürst. - Mainz hat 21583 Einwohner. - In Frankfurt schreibt die totkranke, verheiratete ehemalige Geliebte Susette Gontard (33) des in Lauffen geborenen Dichters und früheren Hauslehrers ihrer Kinder Friedrich Hölderlin (32) kurz vor ihrem Tod Ich kann nicht weiter schreiben, Lebe wohl! Lebe wohl! Du bist unvergänglich in mir! und bleibst so lang ich bleibe. Die Familie zieht nach ihrem Tod aus dem Haus Zum weißen Hirsch Kaiserplatz (2016 Hotel Frankfurter Hof) aus. - In Mainz feiern die mainzer Protestanten wieder öffentlich Gottesdienst in der Altmünsterkirche.

1801 In Bad Camberg Würges überfällt der Räuberhauptmann Schinderhannes (23) zusammen mit der Niederländer Bande die Posthalterei. - In Idstein Herftrich schreibt der Räuberhauptmann Schinderhannes (23) seinen Erpresserbrief an den Fuchsmüller unter einem Baum. - In Coburg stirbt die Grafentochter Henriette Reuß zu Ebersdorf alias Fürstin Henriette von Leiningen (St) (34). - In Wiesbaden erhält die katholische Gemeinde ein eigenes Bethaus. - Mainz hat 22325 Einwohner. - In Frankfurt wird die Freimaurerloge Socrates zur Standhaftigkeit in der Töngesgasse 16 (2016 City Hörgeräte Loch im Parkhaus) gegründet. - In Mainz wird der ehemalige Jakobiner, ehemalige Präsident des französischen Nationalkonvents, amnestierte Robespierreanhänger und ehemalige und jahrelang in türkischer Gefangenschaft gehaltene Konsul von Algier und Smyrna Andre Jeanbon (52) Generalkommissar der linksrheinischen französischen Departements. - In Darmstadt heiratet der evangelische offenbach Musikverleger Johann Anton André (26) Herrnstraße 54 die Hessische Staatslotterie Generaldirektorentochter Marie Julienne Hegar.

1800 In Wiesbaden verweigert Carl Wilhelm dem nassauischen Pfarrer Jakob Ludwig Schellenberg (72) aus einer Buchdruckerfamilie eine Buchhandlung und eine Lesebibliothek um revolutionäre Gedanken zu unterdrücken. - Auf der halb verfallenen Schmidtburg richtet der in Miehlen geborene Räuberhauptmann Schinderhannes (22) einen Unterschlupf ein. - Mainz hat 21218 Einwohner und Wiesbaden hat 2239 Einwohner. - In Frankfurt wird vom frankfurter Arzt Johann Gottfried Kohl ein Badeschiff auf dem Main eröffnet. - In Eppstein Niederjosbach steigt der Räuberhauptmann Schinderhannes (22) im Gasthaus in der Kirchgasse 7 ab. - In Frankfurt wird der in Mannheim geborene Orchesterleiter der Frankfurter Nationalbühne im Comoedienhaus Rathenauplatz Carl Cannabich (29) wegen seiner Verschwendungssucht aus seinem Amt geworfen. - Der eitle pariser Obsthändlersohn, Fechtmeister, politische Neider und interner Gegner, der französische Kommandant Charles Pierre François Augereau (43) lässt seine Truppen über Frankfurt nach Würzburg marschieren. - In Mainz wird das Bierhaus Zum Bären im Adressbuch als Brasserie de lóurs aufgeführt. - In Mainz ist das Brauhaus Zum goldenen Rebenstock in der Korbgasse 22. - In Mainz ist das Bierhaus Zum Heidelberger Faß in der Nähe der Infanteriekaserne mit Kegelbahn Heidelbergerfaßgasse 20 auf der gegenüberliegenden Grünanlage als Brasserie au tonneau d´Heidelberg aufgeführt. - In Mainz ist das Brauhaus Zum Tannenbaum in der Sackgasse 24. - In Offenbach beginnt der in Offenbach geborene Komponist und Musikverleger Johann Anton André (25) Herrnstraße 54 mit dem Vertrieb von ersten nicht mehr im Kupferstichverfahren sondern im neuen Steindruckverfahren hergestellten Notenblättern, die dessen Erfinder Alois Senefelder (29), der in der Domstraße wohnt, druckt. Es handelt sich dabei um Mozarts (++) Klavierkonzerte. In Offenbach erscheinen insgesamt 79 Mozart-Kompositionen im Erstdruck.

1799 Der evangelische in Offenbach geborene Komponist und Musikverleger Johann Anton André (24) Herrnstraße 54 kauft von Constanze Mozart (37) den musikalischen Nachlass ihres verstorbenen Gatten und holt ihn nach Offenbach. - In Offenbach verkauft der Hofschauspielersohn und in Ingolstadt studierte Jurist Alois Senefelder (28) sein neuerfundenes Steindruckverfahren an den Musikverleger Johann André (72) Herrnstraße 54 und beginnt mit der Vermarktung seiner Erfindung auf fünf Steindruckpressen, die im Hinterhof in der Domstraße 21 aufgestellt werden. - In Wiesbaden ist das Pferdebad, das dem Besitzer des Badehauses Spiegel Ferdinand Daniel Bergmann gehört, aufgelöst. - In Frankfurt wird auf dem Rossmarkt letzmals eine Hinrichtung durchgeführt, wobei ein Häfnermeister für den Mord an seiner Frau enthauptet wird. - In Lich Laubach wird der Grafensohn Otto von Solms Laubach (St) als Sohn von Graf Friedrich zu Solms-Laubach (St) (30) und Gräfin Henriette von Degenfeld-Schomburg (St) (23) geboren. - In Mainz beginnt der Musiknotendrucker und Verleger Bernhard Schott (43) Weihergarten 5 mit der Nutzung der im Vorjahr von Alois Senefelder (28) erfundenen Lithographie alias Steindruckverfahren, mit der unbegrenzte Stückzahlen gedruckt werden können.

1798 In Frankfurt verlässt der finanziell gescheiterte Klosterhofmeistersohn und Dichter Friedrich Hölderlin (28) das Haus Gontard und geht nach Bad Homburg zum Diplomaten und Dichter Isaac von Sinclair (23), wo er ein Jahr bleibt. - In Offenbach wird der Metzler´sche Badetempel alias Lili-Tempel des in Bordeaux geborenen und aus einer nürnberger Patizierfamilie stammenden frankfurter Kolonialwaren-Bankier Friedrich Metzler (49) im Garten des Palais in der Herrnstraße fertiggestellt. - In Frankfurt Höchst geht die Höchster Porzellanmanufaktur  nach 50 Jahren in Konkurs. - Im französisch besetzten Mainz wird eine erste deutsch Handelskammer gegründet. - In Frankfurt wird der Klosterhofmeistersohn, Dichter und Hauslehrer Friedrich Hölderlin (28) im ehemaligen Gasthaus Zum weißen Hirsch Kaiserplatz (2016 Hotel Frankfurter Hof) wegen seines Verhältnisses zur Mutter seiner Hausschüler Susette Gontard (29) von deren Ehemann aus dem Haus geworfen. - In Mainz wird während der schweren Wirtschaftskrise durch die französische Stadtbehörde die Handelskammer als Comité de Commerce de la commune de Mayence gegründet, wobei die französische Zollgrenze nach Mainz verlegt wird und deshalb der Transithandel auf die rechte Rheinseite abwandert. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene Freund, Witwer, Jurist, Schriftsteller Johann Georg Schlosser (59) ehemaliger Schwager des in Frankfurt geborenen Dichters Johann Wolfgang Goethe (49) und seine Ehefrau Johanna Fahlmer (54), ehemalige Vertraute und Schwesterersatz von Johann Wolfgang Goethe (49) aus dem eutiner Exil in die französisch besetzte Stadt zurückgerufen und als Syndikus der Stadt angestellt. Die neuen Umstände verkraftet er nicht und stirbt im Folgejahr. - In Mainz ziehen die österreichischen Truppen ab und danach die Franzosen ein. Todesstrafen werden nach französischem Strafrecht mit dem Gleichheitsgedanken nur noch mit der Guillotine vollstreckt. - In Frankfurt übernimmt der in Berlin geborene hugenottische Porzellanmanufakturofenmeistersohn, Lichterzieher und Seifensieder August Friedrich Mouson (30) die Seifensiederei der Witwe Held Breite Gasse und gründet die Firma Mouson Feinseifen.

1797 In Frankfurt wird das jüdische Palais Rothschild Zeil 90 fertiggestellt. - In Mainz wird der in Trier als Sohn von Graf Hugo Kasimir Eduard von Kesselstadt (St) (--) und Kathaina Elisabeth Knebel von Katzenelnbogen (St) (--) geborene mainzer Domkellermeister Franz von Kesselstatt (St) (07) von seinen Aufgaben freigestellt und darf aber kostenfrei im Bischofshof am Höfchen wohnen. Er ist leidenschaftlicher Sammler von niederländischen Malern. - In Mainz wird das Bierhaus der Familie Jungenfeld am Postplätzchen 7 Ecke Vordere Löhrgasse/Obere Löhrgasse vom Bierbrauer Georg Joseph Kauffmann als Bierhaus Zum weißen Turm übernommen. - In Mainz braut Johannes Merckel im Bierhaus zum Hopfengarten in der Weißliliengasse 2 Bier. - In Frankfurt wird das Hotel Englischer Hof Roßmarkt 15 erbaut.

1796 Zwischen Limburg und Diez kommt es im Ersten Koalitionskrieg zwischen Österreichern und Franzosen zur Schlacht bei Limburg. Die sich zurückziehenden Franzosen brennen die diezer Altstadt nieder. - In Frankfurt wird die Stadt beschossen und der Nordteil des Judenviertels zerstört. - In Frankfurt vermisst man die aufgelöste mainzer Schauspieltruppe im Schauspielhaus von Direktor und Regisseur Büchner am Komödienplatz alias Theaterplatz (2016), die als eine der besten Wanderschauspieltruppen in Deutschland galt. - In Offenbach sind Schaup´s Gasthaus Nassauer Hof von Schaup und Reicherts Gasthaus Zum Hirschen bekannte Adressen in Sachen Prostitution. Viele der Prostiutierten sind jüdische Mädchen. - In Frankfurt sind das Gasthaus mit Ballsaal Rebenstock, in dem es teure Bedienung gibt und Quadrille in Samthandschuhen getanzt wird, die Buchgasse, die Rothe Kreuz Gasse, die Mainzer Gasse, der Bäcker Döning in der Bockenheimergasse, der Mohrengarten auf der Gallengasse (2016 Willy Brandt Platz), Vogel Greif auf der Zeil, der Tanzsaal Schneidwall in der Schneidwallgasse (2016 zwischen Seckbächer Gasse und Neue Mainzer Straße), Frau Zwick und Frau Heinz in der Meisengasse ehedem am Gallenthor, der Weinwirth Söhnlein und der Schuhmacher in der Stelzengasse das Bierhaus Zum letzten Heller am Neuenthor, Zur Stadt Frankfurt, Das Gasthaus Zu den drei fröhlichen Männern, das Gasthaus Zum Löwen und das Gasthaus Zum Adler bekannte Adressen in Sachen Prostitution. - In Frankfurt Sachsenhausen sind der Fischer Schenk in der Rittergasse, der Bendermeister Seyfried auf der Breiten Gasse, der Taglöhner Wolfmüller, der im Herbst Aepfelwein alias Apfelwein auf der Breiten Gasse verkauft, und das Gasthaus Zum schwarzen Bären beliebte und bekannte Adressen in Sachen Prostitution. - In Frankfurt entsteht das zweite verbotene Fortsetzungs-Buch mit Galanteriebriefen aus den letzten drei Jahren Briefe über die Galanterien von Frankfurt am Mayn, ein Sex-Führer, in dem anonyme Tester in Briefen ihre Erfahrungen über die Prostitution und die Hurenwirthe in Frankfurt, Frankfurt Bornheim und Frankfurt Sachsenhausen mitteilen. - In Frankfurt gibt es eine Fähre über den Main am Gutleuthof. - In Frankfurt wird der Klosterhofmeistersohn und Dichter Friedrich Hölderlin (26) Hauslehrer der frankfurter Bankierskinder Gontard im ehemaligen Gasthaus Zum weißen Hirsch Kaiserplatz (2016 Hotel Frankfurter Hof) und verliebt sich in deren Mutter Susette Gontard (27).

1795 In Frankfurt verkauft Johann Wolfgang von Goethes (46) Mutter Catharina Elisabeth Goethe (64) alias Catharina Elisabeth Textor das Geburtshaus ihres Sohnes im Großen Hirschgraben 23 nach dem Tod des Vaters und zieht in das Haus Zum goldenen Brunnen Rossmarkt 8 am Heumarkt um. - In Darmstadt eröffnet eine Weinwirtschaft in den Räumlichkeiten des Hauses Bockshaut Kirchstraße 7-9. - In Höchst besiegt der Reichsfeldzeugmeister und Oberbefehlshaber über die österreichische und die Reichsarmee am Mittel- und Niederrhein Graf von Clerfait, Charles Joseph de Croix (62) den französischen General Jean.Baptiste de Jourdan (33), zwingt ihn über den Rhein zurück. Wochen später überwindert er die Mainzer Linien, vertreibt 70000 französische Belagerungssoldaten bis Bingen und Alzey und schließt einen Friedensvertrag. In Frankfurt logiert Graf von Clerfait, Charles Joseph de Croix (62) im Gasthof Zum römischen Kaiser Roßmarkt. - In Frankfurt wird Graf von Clerfait, Charles Joseph de Croix (62) zum Ehrenbürger der Stadt ernannt, wobei im Nationaltheater am Theaterplatz alias Rathenauplatz dessen Theatermitarbeiter und Librettist Johann Jakob Ihlee (33) einen für ihn gedichteten Prolog vorträgt. - In Frankfurt stirbt der in Frankfurt geborenen Stadtphysikussohn, Jurist, Ratsherr und Vergewaltiger Freiherr Johann Erasmus von Senckenberg (St) (78) in seiner Zelle im Dachgeschoss der Hauptwache nach 26 Jahren Haft ohne Gerichtsverhandlung. - In Frankfurt wird die von den Zünften wegen deren Existenzbedrohung abgelehnte Hofwagenfabrik Dick & Kirschten in die Geleitstraße nach Offenbach verlegt, wo es keine Zünfte gibt.

1794 Entlang des Rheins beschwert sich die Reisende Ann Radcliffe, dass bestochene Kutscher ihre Fahrgäste zu falschen Herbergen entführen und sich dabei meistens taub stellen. - In Frankfurt heiratet der Opernkomponist und Orchesterleiter im Nationaltheater Rathenauplatz Friedrich Ludwig Aemilius Kunzen (33) den Opernstar Johanna Margaretha Antonetta Zuccarini (18) und zieht mit ihr nach Prag, wo er Operndirektor wird.

1793 Der Regensburger Reichstag verbietet alle studentischen Verbindungen. Das Verbort wird aber nur in katholischen habsburgischen Ländern durchgesetzt. - In Frankfurt feiert im Luxushotel Zum Schwan Steinweg 12 alias Goetheplatz Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz (St) (17) ihre Verlobung mit dem preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Zollern III  (St) (23). - Die Preußen beschießen Mainz. - Die Stadt Mainz bezeichnet sich als Mainzer Republik. Die Mainzer beschließen den Anschluß an Frankreich. Die Preußen erobern die Stadt Mainz und verfolgen die deutschen Jakobiner alias radikalen katholischen Aufklärer, darunter Felix Anton Blau (17), der misshandelt und enteignet wird. - Der in Nassau geborene Freiherr Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein (St) (36) heiratet die Feldmarschallstochter und englische Königsenkelin Wilhelmine Magdalene Friederike von Wallmoden-Gimborn (21). - In Frankfurt bringt der Komponist Friedrich Ludwig Aemilius Kunzen (32) seine Erfolgs-Oper Die Weinlese alias Das Fest der Winzer, oder Wer führt die Braut nach Hause heraus. - In Rüsselsheim überquert Johann Wolfgang von Goethes (44) den Main auf einer Schiffsbrücke. - In Wiesbaden stirbt der in Wiesbaden Biebrich geborene Prinz von Nassau Usingen Graf von Saarbrücken und Saarwerden und Freiherr von Lahr, Wiesbaden und Idstein und preußischer General Johannes Adolf von Nassau Usingen  (St) (53). - Der in Den Haag geborene Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau Weilburg (St) (St) flieht vor den Franzosen aus dem Schloss Kirchheimbolanden nach Bayreuth. - In Mainz wird das Lustschloss Favorite gegenüber der Mainmündung völlig zerstört. - In Mainz zieht der mainzer Hofmusikstecher alias Musiknotendrucker und Verleger Bernhard Schott (37) in sein neu erbautes Haus Weihergarten 5. - In Frankfurt stirbt in der Großen Sandgasse die in Mainz geborene Salonierentochter und Kaufmannsfrau Maximiliane von Brentano (37) alias Maximiliane von La Roche bei der Geburt ihres 12. Kindes. - Fürstensohn und Erbprinz Friedrich Karl Heinrich Ludwig von Leiningen (St) wird geboren.

1792 In Kirchheimbolanden marschieren wenige Wochen nach der Geburt des nassauischen Erbprinzen Wilhelm von Nassau Weilburg (St) französische Revolutionstruppen ein und beenden die nassauische Herrschaft. - In Frankfurt findet letztmals eine Kaiserkrönung statt. - In Offenbach wird der jüdische Lederwarenfabrikant Eduard Hirsch Posen geboren. - Der in Frankfurt geborene Major und königlichpreußische Kammerherr Friedrich Wilhelm von Malapert genannnt von Neufville (37) wird in den Reichsfreiherrenstand erhoben. - In Frankfurt wird der in Regensburg gewählte, in Florenz geborene Großherzogssohn Franz II von Habsburg Toskana Österreich (St) (24) von seinem Onkel, dem in Wien geborene kölner Kurfürst und Erzbischof und letzten Erzbischof, der gleichzeitig weltlicher Herrscher alias Hochmeister des Deutschen Ordens ist, Maximilian Franz von Habsburg Lothringen Österreich (St) (36) zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. - In Frankfurt wird der verhaftete vogelfreie ehemalige dotzheimer Gastwirt vom Gasthaus Zum Engel, Bäcker, Gemeinderechner und fürstlichen Steuererheber Heinrich Anton Leichtweiß (70) an Wiesbaden ausgeliefert, wo er in der Haft nach einem Jahr stirbt. - In Offenbach kauft der in Bordeaux geborene und aus einer nürnberger Patizierfamilie stammende frankfurter Kolonialwaren-Bankiers Friedrich Metzler (43) das Anwesen des Tabakfabrikanten Peter Bernard in der Herrnstraße. - Mainz wird von Preußen und Hessen bedroht. - In Mainz wird die Rheinallee mit zweireihig gepflanzten Linden von den Franzosen verwüstet. - In Frankfurt erhält das Comoedienhaus Rathenauplatz als Frankfurter Nationalbühne ein eigenes Orchester mit einem eigenen aus Lübeck stammenden Orchesterleiter Friedrich Ludwig Aemilius Kunzen (31) mit Wurzeln aus der Mannheimer Hofkapelle. - In Mainz flieht der mainzer Erzbischof und Kurfürst Friedrich Karl Joseph von Erthal (St) (73) aus der Stadt. Mainz wird von der französischen Revolutionsarmee besetzt. - In Kirchheimbolanden wird Erbprinz Wilhelm Georg August Belgicus (St) geboren. - In Mainz wird das französische Departement Donnersberg alias Mont-Tonnerre mit Mainz als Hauptstadt gebildet. Es umfasst das Gebiet Mainz, Bingen, Kaiserslautern, Zweibrücken, Germersheim Speyer Worms. In Bingen schließt sich am gegenüberliegenden Naheufer das Departement Du Rhin et Moselle an. - Der in Hohensolms geborene Graf Carl Christian von Solms Hohensolms Lich (St) (67) wird vom neuen Kaiser Franz II von Habsburg Toskana Österreich (St) (24) in den Fürstenstand erhoben. - In Mainz sind das Brauhaus Zu den drei Löwen und das Bierhaus Zum goldenen Löwen in der Bocksgasse 29. - In Frankfurt trägt der in Pappenheim geborene Grafensohn Karl Theodor von Pappenheim (St) (21) das kaiserliche Schwert bei der Krönung.

1791 Der in Darmstadt geborene Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (42) schwängert die in Heilbronn verheiratete Luise Pfahler, geborene Weiss. - In Wiesbaden wird wieder öffentlich katholischer Gottesdienst gefeiert. - Der in Birstein geborene Fürst Wolfgang Ernst II von Isenburg Büdingen (St) (56) erklärt seinen Sohn Erbprinz Carl I Friedrich Ludwig Moritz von Isenburg Birstein (St) (22) in der Zeitung Montägige Frankfurter kaiserliche Reichs-Ober-Post-Zeitung für zahlungsunfähig und warnt vor Geschäften mit ihm. - In Wiesbaden wird der vogelfreie ehemalige dotzheimer Gastwirt vom Gasthaus Zum Engel, Bäcker, Gemeinderechner und fürstliche Steuererheber Heinrich Anton Leichtweiß (68) in seinem Versteck Leichtweißhöhle im Nerotal entdeckt, weshalb er ins Fürstentum Hessen Kassel flieht aber in Frankfurt Bergen aufgegriffen und wegen Bagatellen in Haft gehalten wird. - In Mainz beschreibt der Reisende Stolberg die Stadt. - In Frankfurt lässt der Hotelier Jacob Fay den Gasthof Zum Schwan Steinweg 12 alias Goetheplatz und die beiden angrenzenden Gebäude abreißen und erbaut darauf ein Luxushotel mit 150 Betten im klassizistischen Stil, das größte der Stadt.

1790 Wiesbaden hat 2200 Einwohner. - In Frankfurt sorgt der in Bordeaux geborene und aus einer nürnberger Patizierfamilie stammende frankfurter Kolonialwaren-Bankier Friedrich Metzler (21) mit seiner Idee Zettelbank alias Banknoten für Aufsehen, wofür aber niemand Verständnis zeigt. - In Mainz findet der Mainzer Knotenaufstand statt. - Die in Hanau geborene Prinzessin Marie von Hessen Kassel (St) (23) heiratet ihren Cousin König Friedrich VI von Dänemark (St) (22). - In Mainz ist das Bierhaus Zum grünen Wald im Kirschgarten 22 und das Bierhaus Zum halben Mond in der großen Bleiche 44. - In Frankfurt wird der in Wien geborene toskanische Großherzog Leopold von Habsburg Österreich (St) (43) zum Kaiser gekrönt. - In Offenbach besucht Wolfgang Amadeus Mozart (34) seinen Musikverleger Johann André (63) im Andréschen Haus Herrnstraße 54. - In Frankfurt speist Wolfgang Amadeus Mozart (34) beim in Verona geborenen reichsten frankfurter Geschäftsmann, Seidenhändler und kurpfälzischen Franz Maria Schweitzer (65) im neuerbauten Palais Schweitzer (2016 MyZeil Zeil 106) auf der Zeil. Der riesige private Musiksaal beeinduckt ihn.

1789 In Wiesbaden wird der vogelfreie ehemalige dotzheimer Gastwirt vom Gasthaus Zum Engel, Bäcker, Gemeinderechner und fürstliche Steuererheber Heinrich Anton Leichtweiß (66) aus dem Gefängnis am Michelsberg entlassen. Er versteckt sich mittellos in der Leichtweißhöhle im Nerotal. - In Mainz beschreibt der Reisende Lang das neue Gasthaus Mainzerhof am Karmeliterplatz mit einer schönen Fasade, zahlreicher Tafel und guten und niedlichen Speisen. - In Frankfurt führt das Theater Comoedienhaus Rathenauplatz die Mozart (33) Oper Don Giovanni mit Schauspielern einer Wandertruppe auf.

1788 Der hessendarmstädter Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (39) heiratet morganatisch die heilbronner Kaufmannstochter Friederike Schmidt (37), die dafür zur Freifrau von Hessenheim erhoben wird. Sie wird vom Landadel als Pfefferkrämerstochter gehänselt, wogegen ihr Ehemann aber alle ihre Geburtstage mit Janitscharenmusik, Festbeleuchtung groß feiern lassen wird. - Der viertälteste hessendarmstädter Prinz Friedrich von Hessen Darmstadt (St) (29) heiratet morganatisch Karoline Luise Salome Seitz alias Frau von Friedrich (20). - In Wiesbaden wird der dotzheimer Gastwirt vom Gasthaus Zum Engel, Bäcker, Gemeinderechner und fürstlicher Steuererheber Heinrich Anton Leichtweiß (65) wegen eines angeblichen Einbruchs verhaftet und nebenbei der Wilderei bezichtigt. Das fürstliche Hofgericht verurteilt ihn zu einem Jahr Haft im Gefängnis am Michelsberg und Prager und erklärt ihn danach für vogelfrei. - In Frankfurt führt das Theater Comoedienhaus Rathenauplatz die Mozart (32) Oper Figaros Hochzeit mit Schauspielern einer Wandertruppe auf. - In Offenbach Rumpenheim hat das rumpenheimer Schloss von Prinz Friedrich III von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (41) und Ehefrau Fürstentochter Prinzessin Karoline Polyxene von Nassau Usingen (St) (26) einen englischen Landschaftspark. - In Mainz lobt der amerikanische Diplomat, der auch eigene Sklaven besitzt, und spätere amerikanische Präsident Thomas Jefferson (45) die mainzer Delikatesse Mainzer Schinken. - In Friedrichsdorf übernimmt der Bäcker Christoph Stemler, der auf holländischen Schiffen Zwieback kennengelernt hat, die Bäckerei seines Bruders Reinhold Stemler und beginnt erfolgreich Zwieback zu produzieren.

1787 In Frankfurt wird der Kunsthistoriker Johann David Passavant geboren. - In Wiesbaden Biebrich wird der Titular-Landgrafensohn Wilhelm von Hessen Kassel Rumpenheim (St) geboren. - Die in Lich Laubach geborene Gouvernantentochter Prinzessin Christiane Luise von Solms Laubach (St) (33) heiratet Prinz Friedrich Karl Ludwig von Hohenloge Kirchberg (St) (--). - In Mainz ist das Bierhaus Zum Einhorn an der Ecke Karmeliterstraße 12/Einhorngäßchen. - In Frankfurt erhält die Schokoladenfabrik Chocoladenfabrik Giorgi in der Bleidenstraße ein besonderes Privilegium vom in Mainz geborenen mainzer Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal (St) (68). - In Offenbach pflegt die Salonniere Sophie von La Roche (57) Domstraße 21 regen Briefverkehr mit ihrer Freundin Gräfin Elise von Solms Laubach (St) (--).

1786 In Wiesbaden Biebrich heiratet Prinz Friedrich III von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (39) die Fürstentochter Prinzessin Karoline Polyxene von Nassau Usingen (St) (24) und zieht mit ihr in das Herrenhaus Rumpenheim in Offenbach. - In Offenbach lebt sich die in Kaufbeuren geborene Schriftstellerin und Salonniere Sophie von La Roche (56) in ihrem neu erbauten und durch ihren Schwiegersohn Peter Anton Brentano (--) finanzierten Haus Grillenhütte (2016 Stelle der Hans Mettel Plastik der Sitzende am Rande des Büsingparks) in der Domstraße 23 ein. Ihre Nachbarn Domstraße 21 sind die Musikverlegerfamilien André. Die Familien pflegen einen freundschaftlichen Ton. Der kurmainzischen Hofrat Georg Michael Frank La Roche (--) wird bei einem Überfall während des Einzugs verletzt. - In Offenbach unterhalten die Häuser Schnuupftabakfabrikant Bernard und d´Orville eine Theatergesellschaft und veranstalten zwanglose Assembleen und Konzerte.

1785 In Frankfurt steigt der französische Ballonfahrer Jean-Pierre Blanchard (32) mit einem Gasballon von der Bornheimer Heide als Attraktion der Herbstmesse auf und landet in Weilburg. - Der in Kassel geborene Graf von Hanau und hessenkasseler Landgrafensohn Wilhelm von Hessel Kassel (St) (42) wird hessenkasseler Landgraf. - In Rüsselsheim gibt es eine industrielle Hasenhaarschneiderei. - In Mainz schließt sich der in Mainz geborene ehemalige kurmainzer lohrer Oberamtmannssohn und mainzer Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal (St) (66) dem fast ausschließlich protestantischen preußischen Fürstenbund gegen den verhaßten und unpopulären zweifachen Witwer und in Wien geborenen habsburger römischen deutschen Kaiser Joseph II von Lothringen Habsburg Österreich. (St) (44) an. - In Mainz ist der Bierbrauer Hünleinn Betreiber des Brauhauses und Gasthauses Zum Silberberg am Markt 31. - In Frankfurt bringt die frankfurter Kaufmannsehefrau und Salonierentochter Maximiliane von Brentano (29) alias Maximiliane von La Roche die deutsche Schriftstellerin der Romantik Catharina Elisabetha Ludovica Magdalena von Brentano als siebtes Kind zur Welt.

1784 In Wiesbaden erreicht die Wochenzeitung Wiesbadener Wochenblatt eine Auflage von 113 Stück. - In Frankfurt wird der Viehmarkt aus der Zeil verbannt. - In Frankfurt wird im Frankfurter Nationaltheater an der Nordseite des Theaterplatzes alias Rathenauplatz das Friedrich Schiller Schauspiel Kabale und Liebe uraufgeführt. - In Frankfurt bewohnen der jüdische Bankier Mayer Amschel Rothschild (40) und seine Ehefrau Gutle Schnapper (31) das Haus Judengasse 148 (2016 Platz auf der Toreinfahrt zwischen Kurt-Schumacher-Straße 37 und Kurt-Schumacher-Straße 41). - In Frankfurt führt das Theater Comoedienhaus Rathenauplatz die Mozart (28) Oper Die Entführung aus dem Serail mit Schauspielern einer Wandertruppe auf. - In Frankfurt wohnt im Gasthof Zum Schwarzen Bock am Schillerplatz an der Hauptwache 7 der Dichter Friedrich Schiller (25) zur Uraufführung seines Dramas Kabale und Liebe. - Mit dem Tod seines in Wetzlar geborenen Großvaters Graf Christian August von Solms Laubach  (St) (70) wird der in Lich Laubach geborene Grafensohn und Erbgraf Friedrich von Solms Laubach (St) (15) Graf von Solms Laubach.

1783 Die mit ihrem Cousin verheiratete hessendarmstädter Prinzessin Luise von Hessen Darmstadt (St) (16) richtet im Fürstenlager Auerbach, einer Parklandschaft mit exotischen Bäumen, 800 Meter südlich von Burg Auerbach, ihre Sommerresidenz ein. - In Frankfurt wird mit der Stadtbefestigung auch das Frauengefängnis Katharinenturm an der Katharinenpforte abgerissen. - Der Nassauische Erbverein Nassauischer Erbverein wird in Bad Ems unterzeichnet. Der einzige morganatische nassauusinger Fürstensohn Graf Karl Philipp von Weilnau (St) (37) alias Karl Philipp von Biebrich wird nicht eingeladen. Der mit der einzigen überlebenden morganatischen nassauusingischen Fürstentochter Philippa Katharina von Biburg (St) (39) verheiratete nassauusingische Hofkammpräsidenten und Regierungspräsidenten Karl Friedrich von Kruse (St) (46) ist Bevöllmächtigter für Nassau Usingen. - Der Witwer und Fürst Friedrich Wilhelm von Solms Braunfels (St) (--) stirbt. - Der nassauische Erbvertrag Nassauischer Erbverein regelt die Erstgeborenenerfolge mit Nassau-Saarbrücken, Nassau-Weilburg und Nassau-Diez bzw Oranien Nassau um die Einheit der Nassauischen Gebiete zu bewahren. - In Darmstadt werden die Juden gezwungen ihre privaten Geschäftsbücher in deutscher Sprache zu verfassen, wofür ihre Kinder das darmstäder Pädagog besuchen dürfen und zwei jüdische Uhrmachergesellen das darmstädter Bürgerrecht erhalten.

1782 In Frankfurt endet die Grippeepidemie. - In Frankfurt wird der Dichter Johann Wolfgang Goethe (33) geadelt, der sich daraufhin Johann Wolfang von Goethe nennen darf. - In Frankfurt wird das Comoedienhaus Börsenstrasse 2-4 alias Theaterplatz alias Rathenauplatz zum Stadttheater. - In Frankfurt wird im neuerrichteten klassizistischen Frankfurter Nationaltheater an der Nordseite des Theaterplatzes alias Rathenauplatz der Theaterbetrieb unter Theaterdirektor Friedrich Wilhelm Großmann begonnen. - In Darmstadt stirbt der in Darmstadt geborene zweitälteste Prinz Georg Wilhelm von Hessen-Darmstadt (St) (60). - In Frankfurt übernachtet der Dichter Friedrich Schiller (23) im Gasthaus Zum Storch in der sachsenhäuser Brückenstraße. - In Hanau treffen sich auf Einladung des des Herzog  Ferdinand von Braunschweig ergebnislos 7 Wochen lang 35 französische, italienische, schweizer und habsburger Freimaurer der Strikten Observanz. - In Frankfurt startet das Theater Comoedienhaus Rathenauplatz mit dem Schaupiel Hanno, Fürst in Norden. - In Frankfurt gründen der Sattlermeister Johann Christoph Dick und Johann Georg Kirschten die Hofwagenfabrik Dick & Kirschten. Die Fabrik wird von den frankfurter Handwerkern als existentielle Gefahr sofort bekämpft.

1781 In Frankfurt bricht ein Grippeepidemie aus. - In Wiesbaden wird moniert, dass im gemeinen, mit Heilwasser gefüllten Bürgerbad schon einige Menschen ertrunken sind, weshalb strenge Baderegeln aufgestellt werden. Der Pächter muss im Bad zweimal wöchentlich während der Reinigung das Wasser wechseln. - In Hanau wird beim Wilhelmsbad Parkpromenade 5 ein Comoedienhaus errichtet. - Der in Kassel geborene Prinz Friedrich III von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (34) kauft von seinem in Kassel geborenen Bruder Prinz Karl von Hessen-Kassel (St) (37) das Herrenhaus Rumpenheim, zieht dorhin und baut es zu einem Schloss aus. - In Mainz braut der Bierbrauer Johann Michael Trän im Brauhaus Zum Donnersberg in der Oberen Gaustraße 10.

1780 Wetter: Erste gute Ernte nach 3 Jahren schlechter Ernte. - In Wiesbaden wird die Saalgasse angelegt und darunter Wände mit antiken Malereien gefunden. - In Hanau wird beim Wilhelmsbad Parkpromenade 5 ein mit einer Kuppel überdachtes Karussell mit Mini-Pferdekutschen auf einem künstlichen Hügel errichtet. - Mainz hat 32482 Einwohner. - In Mainz liefert der in Eltville geborene Bäckersohn, Musikalienverkäufer Notendrucker Bernhard Schott (32) für die Hauskapelle des mainzer Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal (St) (61) Hausmusiknoten und Opernnoten, wird dafür zum Hofmusikstecher ernannt und sichert damit seine Druckrechte und Verkaufsrechte an den Noten für das mainzer Kurfürstentum ab. - In Mainz gründet Johann Benedikt Bembé ein Tapisserie- und Dekorationsgeschäft.

1779 In Offenbach wird der Musiker Isaak Offenbach geboren. - Der in Darmstadt geborene und finanzschwache Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (30) gründet in Heilbronn eine betrügerische Freimaurerloge, eine Winkelloge, deren einziger Grund die Geldbeschaffung durch Mitgliederbeiträge und damit die Bezahlung der alchemistischen Experimente seines Alchemisten, des angeblichen Graf de Trourouvre ist. - In Frankfurt beginnt der Arzt Johann Christian Ehrmann (30) mit seiner Tätigkeit als praktischer Arzt. - In Frankfurt eröffnet das Bürgerhospital Ecke Hinter der schlimmen Mauer/Radgasse alias Stiftstraße 30 mit 6 Betten und hat unglaubliche Heilungsraten. - In Frankfurt wird der schon lange unbenutzte Pranger-Holzkäfig Drillerhäuschen zwischen Heumarkt und Paradeplatz ersatzlos abgebaut. - In Frankfurt erleidert der seit 9 Jahren demente Kaiserliche Rat und Jurist Johann Caspar Goethe (69) einen Schlaganfall und ist gelähmt. - In Langen Philippseich stirbt der in Philippseich geborene Graf Christian Karl von Isenburg Philippseich (St) (47).

1778 In Wiesbaden dürfen neben Gästen auch Bürger und Bürgerinnen mit erwachsenen Söhnen und Töchtern bei wenig Betrieb baden, wogegen Kindern, Dienstboten, Handwerksburschen und Soldaten ausgeschlossen sind. - In Wiesbaden Biebrich stiftet Karl Wilhelm von Nassau Usingen (St) (43) seine eigene Freimaurerloge Zur beständigen Einigkeit. - Die in Offenbach geborene ehemalige Goethe-Verlobte und Bankierstochter Lili Schönemann (20) heiratet den Bankier Freiherr Bernhard von Türckheim. - Der in Darmstadt geborene Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (29) bricht mit den Freimaurern. - In Frankfurt wird der Rest des bornheimer Eichwaldes zwischen Günthersburgpark und Friedberger Landstraße abgeholzt. - In Bad Homburg wird der halbwaise Privatlehrersohn Isaac von Sinclair in den Haushalt des Landgrafen Friedrich von Hessen V Homburg (St) (30) aufgenommen. - In Frankfurt wird die bunt bemalte und mit Deckengemälden ausgestattete Katharinenkirche völlig weiß getuncht, alle hölzernen barocken Verzierungen abgesägt und Stühle, Bänke und alle Holzteile mit silbergrauer Ölfarbe bemalt. - Der in Wiesbaden Biebrich geborene Prinz von Nassau Usingen Graf von Saarbrücken und Saarwerden und Freiherr von Lahr, Wiesbaden und Idstein und preußischer General Johannes Adolf von Nassau Usingen  (St) (38) wird beschuldigt Armeegelder veruntreut zu haben, weshalb er sich empört und freiwillig aus der Armee ausscheidet. - Der in Frankfurt geborene Freund, Witwer, Jurist, Schriftsteller und Schwager Johann Georg Schlosser (39) des in Frankfurt geborenen Dichters Johann Wolfgang Goethe (29) heiratet dessen langjährige in Breuberg geborene Vertraute Johanna Fahlmer (35), was diesen zunächst schockiert. - In Frankfurt wird die Chocoladenfabrik Giorgi in der Bleidenstraße gegründet. - Die frankfurter Kaufmannsehefrau und Salonierentochter Maximiliane von Brentano (22) alias Maximiliane von La Roche bringt auch ihr drittes Kind und späteren weltberühmten Schriftsteller Clemens Wenzeslaus von Brentano nicht bei ihrem Ehemann in Frankfurt sondern in Ehrenbreitstein bei Kolblenz bei ihrer Mutter zur Welt. - Graf Wilhelm Karl Ludwig von Solms Rödelheim Assenheim (St) (79) stirbt ohne männlichen Erben. Seine Witwe ist Sophie Henriette Albertine von Solms Laubach Wildenfels (St) (39).

1777 In Darmstadt heiratet Prinzessin Luise von Hessen Darmstadt (St) (16) ihren Cousin, den Landgrafensohn und Erbprinz Ludwig X von Hessen-Darmstadt (St) (24) . - In Hanau lebt der Illuminat Freiherr Adolph Knigge (25) am Hanauer Hof von Graf und Erbprinz Wilhelm von Hessen Kassel (St) (34). - Die in Frankfurt geborene hochintelligente, intellektuelle, unglücklich verheiratete jüngere Goetheschwester Cornelia Goethe alias Cornelia Schlosser (27) stirbt in tiefer Depression in Emmendingen. - In Mainz kehrt der in Mainz geborene kurmainzer lohrer Oberamtmannssohn und mainzer Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal (St) (58) zur Aufklärung zurück. - In Frankfurt zieht die in Mainz geborene Salonierentochter und Kaufmannsfrau Maximiliane von Brentano (21) alias Maximiliane von La Roche vom düsteren und nach Öl und Käse stinkenden Handelshof Nürnberger Hof (Nördliche Hofeinfahrt Braubachstraße 24) in das Haus Zum goldenen Kopf in die Große Sandgasse um, das Pietro Antonio Brentano alias Peter Anton (42) gekauft hat.

1776 In Wiesbaden wird ein herrschaftlicher Garten (2016 Kurpark) angelegt. - Der in Darmstadt geborene Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (27) zieht nach Heilbronn. - In Langen Philippseich stirbt die in Berleburg geborene Ehefrau von Graf Christian Karl von Isenburg Philippseich (St) (44), Gräfin Konstanze Sophie von Sayn Wittgenstein Berleburg (St) (43).

1775 In Frankfurt verlässt der kaiserliche Ratssohn und Dichter Johann Wolfgang Goethe (26) sein Geburtshaus und väterliches Anwesen im Goßen Hirschgraben 23 und zieht nach Weimar. In Offenbach verlobt sich Johann Wolfgang Goethe (26) mit der Bankierstochter Lili Schönemann (17) und verbringt mit ihr einen Frühling im Büsing-Palais des offenbacher privilegierten Schnupftabakfabrikanten. Im Gedicht Lilis Park beschwert er sich über die unerfüllte Liebe, trennt sich wieder von ihr und unternimmt mit seinem Jugendfreund Jakob Ludwig Passavant (24) eine Reise in die Schweiz. - In Wiesbaden verlegt nach dem Tod von Karl  von Nassau Usingen (St) (63) sein Sohn und Erbe Fürst Karl Wilhelm von Nassau Usingen (St) (40) sein Jagdgebiet von der Fasanerie auf die Platte. - In Wiesbaden wird aus dem Stadtgericht der Stadtrat. - In Bad Ems heiratet der in Darmstadt geborene hessendarmstädter Landgraf Ludwig IX von Hessen Darmstadt (St) (56) morganatisch die zur Gräfin von Lemberg erhobene Marie Adelaide Cheirouze.

1774 In Darmstadt beginnt die ehemalige Grafentochter und Prinzessin Luise von Leiningen Dagsburg (St) (45) alias Luise von Hessen Darmstadt in der Residenz ihres Schwagers, der in Pirmasens lebt, als Repräsentantin des Landes zu regieren. - In Mainz wird der in Mainz geborene kurmainzer lohrer Oberamtmannssohn Friedrich Karl Joseph von Erthal (St) (55) neuer mainzer Erzbischof, der aufklärungsfeindliche Personen in Schlüsselpositionen wie dem Landschulwesen setzt. Die Bürgerschaft fürchtet das Ende der Aufklärung. - In Offenbach gründet der in Offenbach geborene hugenottische Seidenfabrikant und Komponist Johann André (47) gründet in der Herrnstraße 54 in Offenbach einen vom Buchhandel unabhängigen Musikverlag mit angeschlossener Notendruckerei. - In Frankfurt heiratet die Salonierentochter Maximiliane von La Roche (17) den in Frankfurt erfolgreichsten italienischen Kaufmann, kurtrierischen Geheimrat und Witwer Peter Anton Brentano (39) und zieht als Stiefmutter von 5 Kindern in den düsteren Handelshof Nürnberger Hof (Nördliche Hofeinfahrt Braubachstraße 24), wo es überall nach Öl und Käse stinkt. Bis zu ihrem Tod nach ihrem 12. Kind ist sie ständig schwanger. Ihre ersten vier Kinder bringt sie bei ihrerer Mutter in Ehrenbreitstein zu Welt. - In Frankfurt umschwärmt der Dichter Johann Wolfgang Goethe (25) seine von ihm jahrelang verehrte Bekannte und Salonierentochter aber bereits verheiratete Kaufmannsehefrau Maximiliane von La Roche (18) so massiv, dass es zu schweren Auseinandersetzungen mit ihrem Ehemann Geheimrat Peter Anton Brentano (39) kommt.

1773 Wetter: Der Main ist zugefroren. In Frankfurt wird oberhalb der steinernen Brücke Schlittschuh gefahren. - Der reaktionäre katholische Jesuitenorden wird aufgehoben. - In Frankfurt stirbt die Familie Malapert aus. - In Wiesbaden Bierich heiratet die morganatische nassauusinger Fürstentochter Philippa Catherine von Biburg (St) (29) den nassauusingischen Hofkammerpräsidenten und Regierungspräsidenten Freiherr Karl Friedrich von Kruse (St) (35). - In Frankfurt heiratet Cornelia Goethe (23), die jüngere Tochter des in Frankfurt geborenen Dichters Johann Wolfgang Goethe (24) dessen in Frankfurt geborenen Freund Jurist und Schriftsteller Johann Georg Schlosser (34), von dem sie nach anfänglicher Begeisterung zu tiefst enttäuscht ist, weil er die hochintellektuelle Frau in der Provinz Emmendingen in die Rolle einer bloßen Hauswirtschafterin und Mutter zwingt, wodurch sie erkrankt und nach 4 Jahren in Depressionen stirbt. Nach ihrem Weggang aus Frankfurt wird die in Breuberg geborene Johanna Fahlmer (30) Johann Wolfgang Goethes (24) Vermittlerin und Vertraute in Frankfurt und nimmt damit die Stelle seiner Schwester ein. - In Mainz ist das Brauhaus Zum Kleeblatt in der Großen Bleiche 45.

1772 In Wiesbaden wird das Glücksspiel ganz eingestellt, aber der Kurbetrieb durch den fünf Jahre lang angesparten Kurfonds von 1400000 Gulden sichergestellt. - Darmstadt hat 9800 Einwohner. - In Frankfurt stirbt der Hauptstifter, Arzt und Naturforscher Johann Christian Senkenberg (65) während des Baues des Bürgerhospitals Ecke Hinter der schlimmen Mauer/Radgasse alias Stiftstraße 30, als er von einem Baugerüst fällt. Die Eröffnung wird sich noch 7 Jahre hinziehen und das Image von Sterbeanstalten zu Heilanstalten verändern. Im Bürgerhospital können sich erstmals auch frankfurter Bürger behandeln lassen. - In Frankfurt wird die in Frankfurt geborene Soldatentochter und Dienstmagd Susanna Margaretha Brandt (26) aus dem Katharinenturm geholt und auf dem Roßmarkt von Scharfrichter Hoffmann und seinen beiden Söhnen auf einem extra für sie zusammengebauten Schafott hingerichtet und wird zum Vorbild für Johann Wolfgang Goethes (23) Gretchen. Wegen der Schaulustigen bleiben die Stadttore am Morgen geschlossen. - Mit dem Tod seines Schwiegervaters Fürst Wolfgang Ernst von Isenburg Büdingen (St) (--) wird der in Wetzlar geborene Graf Christain August von Solms Laubach (St) (58) Direktor des Wetterauischen Grafenkollegiums. - Der in Frankfurt geborene Dichter Johann Wolfgang Goethe (23) verliebt sich in die Salonierentochter Maximiliane von La Roche (16) und schwärmt von den schwärzesten Augen, die er je gesehen hat (verarbeitet in der jungen Werther Figur Lotte). - Im mainzischen Höchst erbauen nach einem Angebot des in Koblenz geborenen mainzer Erzbischof Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim (St) (65) die von der industriefeindlichen Stadt Frankfurt im Vrojahr abgelehnten Schnupftabakfabrikanten Bolongaro und Crevenna den Bolongaropalast, eine barocke Dreiflügelanlage mit Mainufergartenterrasse. - In Frankfurt wird die frankfurter Behagel Fayence Fabrik geschlossen. - In Langen Philippseich stirbt der in Birstein geborene Graf Wilhelm Moritz von Isenburg Philippseich (St) (84).

1771 In Wiesbaden wird den Wiesbadenern verboten sich an Glücksspielen zu beteiligen. - Mainz hat 26753 Einwohner. - In Frankfurt gebärt die in Frankfurt geborene Soldatentochter und unverheiratete Dienstmagd in der Herberge Zum Einhorn Susanna Margaretha Brandt (25) nach der Entdeckung der Schwangerschaft, der Kündigung durch die Wirtin der Herberger Zum Einhorn einen acht Monate alten Jungen, lässt ihn bei der Geburt in einer Waschküche auf den Steinboden fallen, erwürgt ihn, tötet ihn noch mit Messerstichen und verscharrt ihn im Stall an der Staufenmauer. Nach einer eintägigen Flucht nach Mainz, wo sie ihre Ohrringe verkauft, kehrt die mittellose Kindsmörderin nach Frankfurt zurück und wird am Bockeheimer Tor festgenommen und in das Frauen-Gefängnis an der Katharinenpforte gesteckt. Der Prozess findet im Römer statt. Der Freund von Johann Wolfgang Goethe (22), in Frankfurt geborene Jurist, Schriftsteller und späterer Schwager Johann Georg Schlosser (32) ist Schriftführer des Scharfrichters. Johann Wolfgang Goethes (22) Onkel Johann Jost Textor ist Mitglied des Gerichts und die beteiligten Ärzte sind die Hausärzte der Goethes und Textors. Johann Wolfgang Goethes (22) ehemaliger Hausleherer Johann Heinrich Thym ist Gerichtsschreiber. - In Frankfurt schreibt Johann Wolfgang Goethe (22) erst nach seiner Rückkehr einen Abschiedsbrief an seine elsässer Geliebte Friederike Brion (19). - Der katholische in Worms geborene badische Großhofmeister und Staatsminister Wolfgang Heribert von Dalberg  (St) (21) heiratet die kurpfälzische Obersthofmarschallstochter Elisabeth Augusta Ulner von Dieburg (St) (20). - Das Dorf Friedrichsdorf vor den Toren Bad Homburgs erhält Stadtrechte.

1770 In Frankfurt wirbt Johann Wolfgang Vogelhuber als Aubergist de Weidenhoff a la Zeil a Francfort sur le Mein und als Landlord of the Weidenhoff Tavern on the Zeil in Franckfurth on the Mayn für sein luxuriöses Gasthaus (1852 Zeil 72 und 74, 2016 Kaufhof Zeil/ Ecke Große Eschenheimer Straße) und dessen Erreichbarkeit mit der Postkutsche. Von Achen 30 Stunden, von Cölln 24, von Darmstadt 3 von Mayntz 4 von Paris, 90 von Salzburg 54 und von Wiesbaden 5. - In Wiesbaden wird das Lotto nach einem Jahr wieder eingestellt. - In Wiesbaden kommt die erste Ausgabe der Wochenzeitung Wiesbadener Wochenblatt unter polizeilicher Aufsicht heraus. - In Wiesbaden erhält der juristisch studierte Stadtoberschultheiß den Status eines Stadtamtmannes. - In Frankfurt wird die in Frankfurt geborene Soldatentochter und Dienstmagd Susanna Margaretha Brandt (24) in der Herberge Zum Einhorn von einem holländischen Goldschmiedegesellen verführt und geschwängert. - In Solms Braunfels wird Prinz Friedrich Wilhelm von Solms Braunfels (St) als Sohn von Fürst Ferdinand Wilhelm Ernst von Solms Braunfels (St) (49) und Gräfin Sophie Christine Wilhelmine von Solms Laubach (St) (29) geboren. - In Mainz wird der kurfürstliche Marstall mit einer Reithalle erweitert. - In Mainz gründet Bernhard Schott eine Notendruckerei.

1769 In Wiesbaden wird das Lotto eingeführt. - In Wiesbaden wird erstmals eine Buchdruckerei konzessioniert, die fast nur Loszettel für die Zahlenlotterie, Behördenschriften und Schul- und Religionsbücher drucken darf. - In Wiesbaden wird eine Polizeideputation mit besonderen Vollmachten für die Stadt eingesetzt und das Stadtgericht somit entmachtet. - In Frankfurt tauchen Schmähschriften gegen den Rat der Stadt des in Frankfurt geborenen Stadtphysikussohn, Juristen, Ratsherrn und Vergewaltigers Freiherr Johann Erasmus von Senckenberg (St) (52) auf, weshalb ihn der Rat der Stadt wegen der 20 Jahre erfolgreich verschleppten Anklage wegen Vergewaltigung und der von ihm begangenen Verdeckungsstraftaten verhaftet und im für honnette Personen bestimmte Mansardenobergeschossgefängniszellen in der Hauptwache als prominentesten Staatsfeind einsperrt, wo er die nächsten 26 Jahre bis zu seinem Tod ohne Gerichtsverhandlung bleibt. - In Mainz brennt das Zisterzienserkloster Dalheim.

1768 In Frankfurt nimmt die Freimaurerloge Zu den drei Disteln den in Darmstadt geborenen Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (19) auf. - In Offenbach Rumpenheim kauft der in Kassel geborene nichtregierende Landgraf Karl von Hessen Kassel (St) (24) das Lehen und Herrrenhaus Rumpenheim von der Freiherrn von Edelsheim. - In Frankfurt wird der in Usingen geborene Fürst Karl von Nassau-Usingen (St) (52) kaiserlicher Untersuchungskommissar für den in Frankfurt geborenen Stadtphysikussohn, Juristen, Ratsherrn und Vergewaltiger Freiherr Johann Erasmus von Senckenberg (St) (51). Ein Prozess wird weiter verschleppt. - In Mainz ist der Weißbierbrauer Jakob Hoffmann im Bierhaus zum Silberberg am Markt 31 tätig. - In Mainz wird vor dem Roten Turm am Ende der Karmeliterstraße der Rote Kran aufgestellt, ein Symbol der Wirtschaftskraft. - In Hanau wird die geisteskranke Landgrafentochter Marie Frederike von Hessen Kassel (St) geboren. - In Darmstadt stirbt der in Darmstadt geborene hessendarmstädter Landgraf Ludwig VIII von Hessen Darmstadt (St) (77)

1767 In Hanau wird Prinzessin Marie von Hessen-Kassel (St) geboren . - In Frankfurt schreibt Cornelia Goethe (17), die gemeinsam mit ihrem Bruder aufgewachsen und sogar wie er in Reiten und Fechten unterrichtet wurde, ihrem älteren Bruder Johann Wolfgang Goethe (18) einen Klagebrief nach Jena, weil sie trotz ihres Talents nicht wie er studieren darf, woraufhin er sie bittet mit solchen Briefen aufzuhören, oder er bräche den Kontakt ab. - In Mainz schlägt der Blitz in den Westturm des mainzer Doms ein. - Der in Birstein geborene Fürst Wolfgang Ernst II von Isenburg und Büdingen (St) (32) wird Direktor des Wetterauischen Grafenkollegiums. - In Birstein heiratet der in Laubach geborene Prinz Georg August Wilhelm von Solms Laubach (St) (--) die in Büdingen geborene Prinzessin Elisabeth Charlotte von Isenburg Büdingen in Birstein (St) (14), Tochter von Prinzen Friedrich Ernst von Isenburg und Büdingen (St) (58). - In Darmstadt erlässt der in Darmstadt geborene hessendarmstädter Landgraf Ludwig VIII von Hessen Darmstadt (St) (76) eine Straßenbeleuchtungsordnung. Gleichzeitig ist Trinken von Kaffee so schwer unter Strafe gestellt, dass schon der Besitz von Kaffeegeschirr für eine Verhaftung ausreicht.

1766 In Frankfurt wird auf der Zeil 110 das Renaissancegasthaus Rotes Haus von Johann Adam Dick (57) abgerissen und im spätbarocken Stil wieder aufgebaut. - In Frankfurt Bornheim wird auch tagsüber in fast allen Gasthäusern Prostitution betrieben, worüber sich Pfarrer Zeitmann schwer beklagt und das Verhalten der Obrigkeit, die nichts dagegen tut, scharf kritisiert. - In Frankfurt verhindert die frankfurter Freimaurerloge Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main eine Logengründung in Kassel weil unter den Gründern ein Jude ist. - In Mainz wird an der Großen Bleiche der kurfürstliche Marstall errichtet. - In Darmstadt lässt die hessendarmstädter Landgräfin Pfalzgräfin Henriette Karoline von Zweibrücken-Birkenfeld (St) (45) den Herrngarten erweitern und im englischen Stil umgestalten. - In Darmstadt lässt der in Darmstadt geborene hessendarmstädter Landgraf Ludwig VIII von Hessen Darmstadt (St) (75) zu, dass sein Leibarzt Dr johann Nikolaus Held zusammen mit dem dauerpleiten Juden Samson Simon im Schloss Geisterbeschwörungen veranstaltet. Samson Simon lässt sich bei einer Show von einem unsichtbaren Dämon verschleppen und überbringt dem geistergläubigen Erbprinz Ludwig IX von Hessen Darmstadt (St) (47) den Geisterbefehl nicht mehr alleine auf die Toilette zu gehen, was dieser auch befolgt. Nach einiger Zeit wird der schlechte Scherz bemerkt und Samson Simon gesteht nach 8 Stockhieben, woraufhin der Leibarzt Dr Johann Nikolaus Held seine Stellung verliert. Samson Simon darf zurück nach Darmstadt Eberstadt und unterhält seine Herbergsgäste weiter mit Schauergeschichten.

1765 In Wiesbaden müssen fahrende Theaterschauspieltruppen in den größeren Gasthäusern oder Badehäusern die Säle mieten. - In Frankfurt wird neben dem Soldaten-Galgen neben der Hauptwache ein mit Blei verkleideter Pranger-Esel, auf dem verurteilte Soldaten aber auch Prostituierte und Mätressen festgebunden werden, abgeschafft. - Der in Frankfurt geborene Landgrafensohn Prinz Karl Konstantin von Hessen Kassel Rotenburg (St) (13) tritt in die militärischen Dienste Frankreichs. - In Frankfurt wird die Hanauer Landstraße ausgebaut.

1764 In Hanau übernimmt der in Kassel geborene Graf von Hanau und hessenkasseler Landgrafensohn Wilhelm von Hessel Kassel (St) (21) die Regierung. - Im Wald bei Heusenstamm trifft der in Darmstadt geborene hessendarmstädter Landgraf Ludwig VIII von Hessen Darmstadt (St) (73) den mit Prinzessin Isabella von Bourbon-Parma (St) (23) verheirateten römischdeutschen Kaiser Joseph II von Österreich Lothringen Habsburg (St) (23) und ist schwer von ihm beeindruckt.

1763 In Mainz löst der in Koblenz im Dreiköniginnenhaus geborene neue mainzer Erzbischof Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim (St) (56) die Immunität der Jesuiten auf und beginnt damit ihre Privilegien einzuschränken. - In Frankfurt erhält Goethe von seiner Großmutter ein Puppentheater mit Figuren und ein Theaterstück. Er lernte er auswendig und führte es immer wieder mit Begeisterung gemeinsam mit Freunden auf. - In Frankfurt gibt Wolfgang Amadeus Mozart (07). Er logiert mit seinem Vater Leopold im Hotel Englischer König in der Fahrgasse. - Prinz Emich Carl von Leiningen (St) wird geboren.

1762 In Mainz braut im Haus Goldstein im Kirchhof Theodor Kalkhoffen aus Höchst in der Falkensteiner Brauerei.

1761 In Wiesbaden wird ein Kriminalgericht eingesetzt, das dem Stadtgericht die Hohe Gerichtsbarkeit entzieht. - In Frankfurt beginnt der französische Stadtkommandant über den Staßenkreuzungen Rübenöllaternen aufhängen zu lassen, was zu einem Rückgang der Staßenkriminaltität führt.

1760 Der in Darmstadt geborene hesssendarmstädter Landgraf Ludwig von Hessen VIII Darmstadt (St) (69) schenkt das Hofgut Braunshardt bei Weiterstadt seinem in Darmstadt geborenen zweitältesten Sohn Prinz Georg Wilhelm von Hessen-Darmstadt (St) (38), der darauf ein französisches Landschloss bauen lässt. - Der in Kassel geborene hessenkasseler Landgrafensohn Wilhelm von Hessel Kassel (St) (17) wird Graf von Hanau. - In Darmstadt wird das als Pfarrhaus neben der Stadtkirche am Stadtrand an der Stadtmauer erbaute spätere Gasthaus und Weinlokal Bockshaut Kirchstraße 7-9 als Pfarrhaus an den Gerber Johann Georg Gervinus mit dem Zunftzeichen Bockshaut verkauft. - In Mainz wird der in Trier als Sohn von Graf Hugo Kasimir Eduard von Kesselstadt (St) (--) und Katharina Elisabeth Knebel von Katzenelnbogen (St) (--) geborene Franz von Kesselstatt (St) (07) mainzer Domkellermeister. - Auf Schloss Schaumburg an der Lahn heiratet der in Birstein geborene Fürst Wolfgang Ernst II von Isenburg und Büdingen (St) (25) Prinzessin Sophie Charlotte von Anhalt Bernburg Schaumburg Hoym (St) (17). - In Mainz braut der Bierbrauer Jacob Josse im Brauhaus Zum weißen Ochsen in der Bocksgasse 39. - In Frankfurt wirft Johann Wolfgang Textor (67) ein Messer nach seinem Schwiegersohn Johann Christian Senckenberg (53) weil dieser in beschuldigt im Vorjahr die Stadt Frankfurt an die Franzosen verraten zu haben, woraufhin Johann Christian Senckenberg (53) seinen Degen zieht. Erst der Pfarrer kann beide trennen. Johann Wolfgang Textor (67) lebt im 1 Hektar großen schlossartigen Textoranwesen in der Friedberger Gasse. - Die zweite Ehefrau von Graf Wilhelm Karl Ludwig von Solms Rödelheim Assenheim (St) (61) Sophie Wilhelmine Christine von Sayn Wittgenstein (St) (35) stirbt.

1759 In Frankfurt quartiert sich für zwei Jahre der französische Stadtkommandant Graf Thoranc (40) im Goethehaus einquartiert. Er ist Offizier und leidenschaftlicher Kunstsammler. Die mitgereiste französische Schauspieltruppe führt auch französische Dramen auf. Graf Thoranc (40) beginnt als französischer Zivilverwalter die alten Hausnummeramen durch Straßennamen mit Hausnummern zu ersetzen und führt eine Straßenbeleuchtung ein. - In Frankfurt steht der französische Herzog von Broglie mit 31000 Mann bei Bergen Enkheim. Es kommt zur Schlacht bei Bergen, bei der der in Birstein als sechstes Kind geborene hessenkasseler General isenburgbüdinger Fürstensohn Graf Johann Casimir von Isenburg Birstein (St) (44) in den Reihen der Alliierten fällt. Die französische Übermacht von 24000 Mann beklagt trotz Rückzug der Alliierten 4000 Tote.

1758 In Frankfurt wird der Galgen an der Westseite der Hauptwache entfernt. - In Mainz reformiert der katholische reaktionäre und handelsuninteressierte bis handelsfeindliche mainzer Erzbischof Johannn Friedrich Karl von Ostein (St) (69) das Schulwesen.

1757 In Wiesbaden Dotzheim heiratet Heinrich Anton Leichtweiß (44) die aus Dotzheim stammenden Christiane-Louise Nicolai und übernimmt das Gasthaus Zum Engel mit Bäckerei. - In Mainz entschließt sich der katholische reaktionäre und handelsuninteressierte bis handelsfeindliche mainzer Erzbischof Johannn Friedrich Karl von Ostein (St) (68) zur Neutralität, was zu einer politischen Bedeutungslosigkeit führt. - In Mainz braut Johann Dahl im Brauhaus Zum weißen Rösschen in der Unteren Gausraße 73 Bier. Es wird bekannt für seinen schönen Biergarten und die im Sommer darin stattfindenden Konzerte mit Militärmusik. - In Mainz braut Stephan Gerhardi im Gasthaus Zum Ritter in der Holzgasse 25 Bier.

1756 Siebenjähriger Krieg beginnt zwischen Preußen und England einerseits und Habsburg, Frankreich Russland andererseits. - In Mainz ruiniert der katholische reaktionäre und handelsuninteressierte bis handelsfeindliche mainzer Erzbischof Johannn Friedrich Karl von Ostein (St) (67) nach der Niederlage gegen Preußen und der Besetzung Erfurts und der danach folgenden Kontributionszahlungen den Staatshaushalt. - In Lich Laubach heiratet die in Laubach geborene Prinzessin Sophie Christine Wilhelmine von Solms Laubach (St) (15) Fürst Friedrich Wilhelm von Solms Braunfels (St) (--). - In Offenbach verkauft der Politiker Johann Heinrich Dick (54) die Kutschenfabrik Hoffabrik Dick & Kirschten in der Geleitstraße an Karl Theodor Wecker (28), der in das offenbacher Westend umzieht (2016 Dreieichpark) und dort Feder- und Patentachsen herstellt.

1755 In Frankfurt wird der jüdische Geldwechslersohn Meyer Amschel Rothschild (11) in die Talmudschule nach Fürth geschickt. - Reisende Juden steigen nicht in Gastwirtschaften oder Hotels ab, sondern nächtigen grundsätzlich bei örtlichen Juden. - In Mainz reformiert der katholische reaktionäre und handelsuninteressierte bis handelsfeindliche mainzer Erzbischof Johannn Friedrich Karl von Ostein (St) (66) das Rechtswesens mit einer neuen Form des Kurmainzer Landrechts. - In Friedberg wird der kaiserliche Geheime Rat Freiherr Franz Heinrich von Dalberg (St) (39) Burggraf der Burggrafschaft Friedberg auf Burg Friedberg. - In Mainz wird von Nikolaus Schlender in der Augustinerstraße 26 (2016 Augustinerkeller) im Brauhaus Zum Schlender Bier gebraut

1754 In Wiesbaden wird die Verwaltungsreform von Fürst Karl  von Nassau Usingen (St) (42) durch eine Entscheidung des Reichskammergerichts in Wetzlar aufgehoben und der ursprüngliche Rat wieder eingesetzt. - Wolfgang Ernst II von Isenburg Birstein wird Oberhaupt von Isenburg Birstein. - Der in Kassel geborene neue Landgraf von Hessen Kassel Wilhelm von Hessen Kassel VIII (St) (72) vererbt die Grafschaft Hanau an seinen in Kassel geborenen Enkel Wilhelm von Hessel Kassel (St) (11) und bestellte dessen Mutter zum Vormund. - In Lich Laubach wird die Prinzessin Christiane Luise von Solms Laubach (St) als Tochter von Graf Christain August von Solms Laubach (St) (40) und seiner Ehefrau, der zur Gräfin von Löwensee erhobenen erhobenen ehemaligen Gouvernante Dorothea Wilhelmine Bötticher (St) (29) geboren. Gräfin Dorothea Wilhelmine von Löwensee (St) (29) stirbt im Kindbett. - In Frankfurt erhält die wöchentliche Zeitung Frankfurter Postzeitung den Titel Frankfurter-Kayserliche-Ober-Post-Amts-Zeitung.

1753 In Wiesbaden beklagt die Bürgerschaft vom Stadtgericht wie Leibeigene behandelt zu werden, woraufhin Fürst Karl  von Nassau Usingen (St) (41) den Schultheiß und den Stadtrechner des Amtes enthebt und bis auf vier alle Schöffen abschafft. - In Wiesbaden wird der Turm mit der Stadtuhr alias Uhrturm um ein Stockwerk erhöht. Der Türmer läutet alle 15 Minuten. - In Frankfurt stiften 95 Bürger die Oberländische Gemeinde gegen Armut. - In Frankfurt kauft der Händler und Bankier Jakob Friedrich Gontard das ehemalige Gasthaus Zum weißen Hirsch Kaiserplatz (2016 Hotel Frankfurter Hof) und vermietet es an den kaiserlichen Gesandten Grafensohn Johann Nepomuk von Neipperg (St) (03). - In Frankfurt wird der Philosoph Voltaire (59) im Gasthaus Zum goldenen Löwen in der Fahrgasse (2016 Hainer Hof 9) als persönlicher Feind des preußischen König Friedrich II von Zollern Preußen (59) (59) 3 Monate in Hausarrest gehalten. Der Sekretär von Voltaire (59) fertigt einen seiner Gläubiger, den frankfurter Buchhändler van Düren trotz einer seit 13 Jahren nicht beglichenen Schuld mit einer Ohrfeige ab. - In Mainz lebt die in Kaufbeuren geborene Schriftstellerin und Salonniere Sophie von La Roche (23) bei ihrem Mann dem kurmainzischen Hofrat Georg Michael Frank La Roche (33). - In Frankfurt erhält der kaiserliche Ratssohn und Dichter Johann Wolfgang Goethe (04) im Großen Hirschgraben 23 von seiner Großmutter ein Puppentheater mit Figuren und ein Theaterstück. Er lernte er auswendig und führte es immer wieder mit Begeisterung gemeinsam mit Freunden auf. - In Frankfurt gründet Pietro Antonio Brentano alias Peter Anton (18) seine eigene Handelsgesellschaft im Nürnberger Hof (Nördliche Hofeinfahrt Braubachstraße 24)

1752 In Bad Homburg wird Alexander Adam von Sinclair (39) für 14 Jahre calvinistischpietistischer Erzieher des in Braunfels geborenen Landgrafensohn Friedrich von Hessen Homburg IV (St) (03). - In Mainz ist das Kurfürstliche Schloss weitgehend fertiggestellt. - In Frankfurt wird Landgrafensohn Prinz Karl Konstantin von Hessen Kassel Rotenburg (St) geboren. - Die Grafentochter Christiane Wilhelmine Luise von Solms Rödelheim Assenheim (St) (16) heiratet Fürst Carl Friedrich Wilhelm von Leiningen (St) (28).

1751 In Wiesbaden plant der Wirt des Gasthauses Zum Bären erfolglos einen privaten Gesellschaftssaal. - In Frankfurt wird der Vergewaltiger und habgierige und rachsüchtige Rabauke, der sich in einem Privatkampf mit dem frankfurter Rat, der sein Vergewaltigungsopfer vertritt, ergeht, Johann Erasmus von Senckenberg (St) (30) trotz der Beschuldigungen durch den Rat der Stadt Frankfurt zum Freiherrn erhoben. - In Langenstein heiratet der in Wetzlar geborene Graf Christain August von Solms Laubach (St) (37) die in Siegen geborene Prinzessin Karoline Amalie von Nassau Siegen (St) (36).

1750 In Wiesbaden beschweren sich die Bürger über Verwaltungsgebühren, die sogar den Wert des bearbeiteten Objekts übersteigen können. - In Wiesbaden lässt Fürst Karl  von Nassau Usingen (St) (38) die Finanzen der Bürgerschaft überprüfen. - In Wiesbaden wird für die Bürger die Militärfreiheit eingeführt. - Frankfurt 3200 Einwohner.

1749 In Frankfurt wird der kaiserliche Ratssohn und Dichter Johann Wolfgang Goethe im Großen Hirschgraben 23 geboren. - In Wiesbaden wird das Jagdschloss Fasanerie für den in Usingen geborenen Fürst Karl  von Nassau Usingen (St) (37) fertiggestellt. - In Wiesbaden stirbt der Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz Besitzer Schramm, wodurch das Badehaus in den Besitz des Chirurgen und Hospitalverwalters Johann Daniel Freinsheim kommt.

1748 In Wiesbaden beschweren sich die Bürger erfolgreich bei Fürst Karl  von Nassau Usingen (St) (36) über zu viele städtische Beamte. - Der in Darmstadt geborene hessendarmstädter Landgrafensohn Georg Wilhelm von Hessen-Darmstadt (St) (26) heiratet die Grafentochter Luise von Leiningen Dagsburg (St) (26). - In Frankfurt heiratete der Kaiserliche Rat Johann Caspar Goethe (38) in der Katharinenkirche die älteste Stadtschultheißentochter Catharina Elisabeth Textor. Frankfurter Stadtschultheiß ist Johann Wolfgang Textor (55). Der Pfarrer der Katharinenkirche Johann Philipp Fresenius (43) ist ein Freund der Familie. Gefeiert wird in der im Gartensaal der Loen Villa An der Windmühle 342 alias Untermainkai 70. - In Frankfurt gründen der in Nassau geborene Amtmannssohn Johann Philipp Bethmann (33) und sein jüngster Bruder Simon Moritz Bethmann (--) das Handelsgeschäft Gebrüder Bethmann, das auch Bankgeschäfte abwickelt.

1747 In Frankfurt wird der wirkliche kaiserliche Rat Johann Wolfgang Textor (54) frankfurter Reichs-, Stadt- und Gerichtsschultheiß auf Lebenszeit. - In Wiesbaden plant der Kaufmann Ratz erfolglos einen privaten Gesellschaftssaal. - In Bad Soden wird das Haus Zum Pelikan abgebrochen und darauf Salzhäuser errichtet. - In Frankfurt vergewaltigt der Stadtphysikussohn, Jurist , Ratsherr und habgierige, rachsüchtige Rabauke Johann Erasmus von Senckenberg (St) (30) seine Haushälterin Johann Maria Katharina Agricola und schwängert sie. Den geforderten Alimenten versucht er durch bezahlte Falschbeschuldigungen und Urkundenfälschung zu entgehen, die der Rat der Stadt aufdeckt. - In Mainz trennt der der reaktionäre und handelsuninteressierte bis handelsfeindliche mainzer Erzbischof Johannn Friedrich Karl von Ostein (St) (58) den Handelsstand von der Krämerzunft. - In Bad Homburg gebärt die in Hungen geborene neue hessenhomburger Landgräfin Ulrike Luise von Solms Braunfels (St) (16) Prinz Friedrich V von Hessen Homburg (St). - Der in Darmstadt geborene hessendarmstädter Landgraf Ludwig VIII von Hessen Darmstadt (St) (56) beginnt mit Hessen Homburg einen Streit um die Herrschaft Braubach am Rhein. - In Frankfurt wird das Wasser des Brunnen an der Guldenen Bieren alias Faul Pumpe von Medicis zu trincken verordnet. - In Frankfurt hält sich der Landgraf von Hessen Darmstadt regelmäßig im Darmstädter Hof auf der Zeil auf, dessen straßenseiteige Häuser alle abegerissen sind. Im Solmischen Hof Weißadlergasse 16 (2016 Südosthälfte Parkhaus Kleiner Hirschgraben 7) residiert Graf xxx von Solms Rödelheim. Im Hochgräflich Schaumburgischen Hof von Graf xxx von Degenfeld Besitzer geworden sind. Der Hochgräflich Schönbornische Hof (2016 Töngesgasse 34) gehört den Grafen von Schönborn und ist einer der modernsten und bequemsten. - Das palastartige Haus Braunfels oder Haus Frauenstein (2016 Neue Kräme 31 und Liebrfauenberg 33) ist als kaiserliches Quartier berühmt, in dem gerade der Kaisersohn und bayerische Kurfürst Maximilian III. Joseph von Wittelsbach (St) (20) logiert. Kaiser Karl VII von Wittelsbach (St) (50) logiert und regiert im Barckhausen Palais an der Südseite der Zeil im Bayerischen Quartier. Es gibt 3 Zeughäuser, eines auf der Konstabler Wache, die Kanonenkammer, dem Rahmhof, wo täglich pariert aber auch militärisch bestraft wird, und das dritte zwischen Katharinenpforte und Liebfrauenberg, ein altes Gebäude, das Bleihaus mit Kriegsgerätschaften. Im Wollgraben liegt das Gießhaus wo Kanonen aber auch Glocken gegossen werden. - In Frankfurt Bockenheim, das zur Grafschaft Hanau gehört halten die Reformierten aus Frankfurt ihren Gottesdienst, weshalb es zwei Kirchen gibt, eine für die deutsche und eine für die französische Gemeinde. - In Frankfurt Rödelheim residiert Graf xxx von Solms Rödelheim (St) (--). - Frankfurt Sulzbach und Frankfurt Soden sind geteilt. Je eine Hälfte gehört zu Kurmainz. - Offenbach gehört Fürst von Isenburg Birstein. - In Frankfurt ist das Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10 erste Adresse für adeliges Freizeitvergnügen. In Kaffeehäusern dürfen Gäste kostenlos Zeitungen lesen. Tragesessel sind sehr beliebt. Die einfachen Leute trinken Bier und Aepffelwein alias Apfelwein, weil Wein zu teuer ist. - In Frankfurt gibt es folgende guten Gasthäuser: Zum schwarzen Adler Fahrgasse, Zum goldenen Apfel goldene Adlergasse, Zum schwarzen Bock Hauptwache, Zum Bockshorn Fahrgasse, Zur Stadt Cassel und Zur Reichskrone Friedberger Gasse, Zur Stadt Darmstadt Fischergasse, Zum golenen Engel Töngesgasse, Zur goldenen Gans Zeil, Zum Gerst Fahrgasse, Zum goldenen Hirsch, Friedberger Gasse, Zum Hirsch Hainer Hof, Zum goldenen Löwen Fahrgasse, Zum roten Männlein und Zur Stadt Mainz in der Mainzer Gasse, Zum Maulbeer Hof Töngesgasse, Zum Nürnberger Hof (2016Braubachstrasse 24), Zum Rebstock, Zum Ritter auf dem Kornmarkt, Zur Rose Zeil, Zum weißen Schwan, Bockenheimer Gasse, Zum goldenen Stern, Fahrgasse, Zum Storch, Saalgasse und der Viehhof und der Weidenhof auf der Zeil.f - In Frankfurt kommen alle Briefe im Postamt in der Töngesgasse an und werden von hier expediert. - In Frankfurt ist die kaiserliche fahrende ordinaire Post mit Abfahrt und Ankunft das Posthaus Zum weißen Schwan in der Friedberger Gasse, wo auch die Kölnische reitende Post des Herrn von Heyden, die Hessische reitende Post und die Darmstädtische Post mit Postkutschen stationiert sind.

1746 In Frankfurt wird mit der Erlaubnis des mainzer Erzbischof und Kurfürst Johannn Friedrich Karl von Ostein (St) (57) die Mainzer Landstraße von der Galluswarte aus ausgebaut. - In Gießen Hungen heiratet die in Hungen geborene Gräfin Ulrike Luise von Solms Braunfels (St) (15) den in Solms Braunfels erstgeborenen neuen Landgraf Friedrich von Hessen Homburg IV (St) (22). - Im brabantischen oraniennassauischen Herzogenbosch stirbt der in Berlin Cölln geborene Landgraf Friedrich III von Hessen-Homburg (St) (73). - In Höchst fällt die Porzellanmanufaktur an das mainzer Kurfürstentum. - In Mainz lässt der der reaktionäre und handelsuninteressierte bis handelsfeindliche mainzer Erzbischof Johannn Friedrich Karl von Ostein (St) (57) der mainzer Universität einen botanischen Garten anlegen und ein anatomisches Institut einrichten. - In Frankfurt wird das Behagel´sche Haus Große Gallusstraße 12 (2016 Große Gallusstraße 19, rechts neben Brüsseler Hof Ecke Neue Mainzer Straße/Große Gallusstraße 19) im frühen Rokokostil für den Tabakfabrikanten Karl Behagel erbaut.

1745 In Frankfurt wird die Freimaurerloge Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main zur Mutterloge erhoben.

1744 Wiesbaden wird zur Residenzstadt und die wichtigsten Behörden aus Usingen ziehen in das Biebricher Schloss. - Graf Wolfgang Ernst von Isenburg und Büdingen (St) (58) verheiratet mit Gräfin Elisabeth Chalotte von Isenburg Büdingen Marienborn (St) (49) wird zum Fürst Wolfgang Ernst von Isenburg und Büdingen (St) (58) erhoben.

1743 In Hadamar stibt der Prinz von Oranien und Fürst Wilhelm Hyacinth von Nassau Siegen (St) (77). - Der in Usingen geborene dreifache Vater, Witwer und Fürst Karl von Nassau Usingen (St) (32) schwängert die wiesbadener Stadtschultheißentochter Madalene Gross (32). - In Mainz wird statt dem hervorragendsten mainzer Diplomaten seiner Zeit und mainzer Hofratspräsident Joseph Franz von Kesselstatt (St) (48), der reaktionäre und handelsuninteressierte bis handelsfeindliche Johannn Friedrich Karl von Ostein (St) (54) neuer mainzer Erzbischof. - In Mainz braut Johann Georg Mattern im Gasthaus Bierhaus zum Elefanten in der Liebfrauenstraße 16 Bier. - In Mainz baut der mainzer Erzbischofsneffe Anselm Kasimir von Eltz die Eltzer Höfe aim Bleichenviertel. - In Fankfurt wird das mehrere Jahrhunderte bestehende Gasthaus Krachbein in der Fahrgasse 94 (2016 Ecke Fahrgasse 80/Battonstraße 64) durch einen Neubau ersetzt und erhält den Namen König von England.

1742 In Frankfurt wird die Freimaurerloge Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main am Roßmarkt 10 anlässliche der Wahl des in Brüssel geborenen bayerischen Kurfürst und Herzog Karl VII von Wittelsbach (St) (45) zum römischdeutschen Kaiser gegründet und von Bruder Breitenbach im Krachbein die Logengesetze in französischer Sprache niedergeschrieben. - Die in Langenschwalbach alias Bad Schwalbach geborene ehemalige hessische Landgrafengeliebte Mätresse Barbara Christine von Bernhold (52) wird zur Reichsgräfin erhoben. - In Mainz wird das Privatpalais Zum Marienberg als Hotel mit dem Namen Zum römischen Kaiser am Liebfrauenplatz alias Liebfrauenstraße 5 eröffnet. - In Frankfurt sieht sich der neue Kaiser Karl VII von Wittelsbach (St) (45) gezwungen auch nach seiner Wahl noch länger zu bleiben, da seine Residenz München von österreichischhabsburgischen Truppen besetzt ist. Dazu wohnt Kaiser Karl VII von Wittelsbach (St) (45) im neuerbauten Barckhausen Palais an der Südseite der Zeil im Bayerischen Quartier. Das traditionelle kaiserliche Quartier, das palastartige Haus Braunfels oder Haus Frauenstein (2016 Neue Kräme 31 und Liebrfauenberg 33) überlässt er seinem in München geborenen Sohn Maximilian III. Joseph von Wittelsbach (St) (15). - Der in Braunfels geborene Graf Friedrich Wilhelm von Solms Braunfels (St) (46) wird vom in Brüssel geborenen neuen Kaiser Karl VII von Wittelsbach (St) (45) in den Fürstenstand erhoben. - In Frankfurt kauft sich der in Frankfurt geborene wohlhabende Jurist Johann Caspar Goethe (32) für rund 300 Gulden den Titel eines Wirklichen Kaiserlichen Rathes. Kaiser Karl VII von Wittelsbach (St) (45) regiert in Frankfurt.

1741 Der in Braunfels geborene Graf Friedrich Wilhelm von Solms Braunfels (St) (45) verkauft aus Geldnot die Stadt Butzbach an Hessen Darmstadt. - In Groß Gerau wird die Synagoge Ecke Mainzer Straße/Stellgasse bezogen.

1740 In Mainz kauft die Universität als Ersatz für die zu klein gewordene Studentenunterkunft Burse zum Schenckenberg den Wolf Metternich´schen Hof am Neubrunnenplatz (2016 Zwei madonnen sind übrig geblieben). - In Frankfurt erhält Domenico Martino Brentano (54) erhält nach einem erfolgreichen Prozess gegen den Rat der Stadt Frankfurt als erster Katholik das frankfurter Bürgerrecht. - In Frankfurt zieht der jüdische Kaufmann Salomon Hertz Oppenheim (46) (später Bankhaus Oppenheim) nach Bonn.

1739 In Frankfurt wird das Palais Thurn und Taxis fertiggestellt. - In Mainz gibt es eine letzte Untersuchung wegen Hexerei unter dem in Kempenich geborenen mainzer Erzbischof und Kurfürst Philipp Karl von Eltz (St) (74). - In Mainz wütet ein Stadtbrand. Das Mainzer Schloss bleibt unbeschädigt.

1738 Mit dem Tod an Gallenfieber seines älteren Bruders Graf Friedrich Magnus von Solms Laubach (St) (27) wird der in Wetzlar geborene Grafensohn Christain August von Solms Laubach (St) (26) neuer Graf von Solms Laubach.

1737 In Mainz ersteigert der in Würzburg geborene Grafensohn Anton Heinrich Friedrich von Stadion (St) (46) den luxemburger Adelshof Rollingscher Hof Große Bleiche 26 und benennt ihn in Stadioner Hof um.. - In Darmstadt eröffnen die darmstädter Juden ihre eigene Synagoge in der kleinen Ochsengasse 14.

1736 In Wiesbaden werden die Vergünstigungen für Neubauende aufgehoben. - In Frankfurt tritt die Schauspielerin Caroline Neuber (39) mit ihrer Wanderschauspieltruppe auf. - In Wiesbaden erhält das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz die Auszeichnung Badehaus ersten Ranges. - In Hanau stirbt der in Baden geborene Graf Johann Reinhard von Hanau III (St) (71) auf Schloss Philippsruhe. Der in Kassel geborene lutherischkonvertierte hessenkasseler Landgraf und schwedische König Friedrich von Hessen Kassel (St) (50) erbt, verzichtet aber zugunsten seines in Kassel geborenen Bruders Landgrafensohn Wilhelm von Hessen Kassel VIII (St) (54). - Der in Kassel geborene neue Landgraf von Hessen Kassel Wilhelm von Hessen Kassel VIII (St) (54) erbt die Grafschaft Hanau. - Das hanauische Bockenheim fällt an Hessen Kassel. - In Darmstadt gründet der evangelische Pfarrersohn, gräflich-salm-grumbacher Privatlehrer und gießener Burgprediger Johann Philipp Fresenius (26) als neuer darmstädter Hofdiakonus eine Proselytenanstalt zur Bekehrung von Unglauben, Irrglauben und Juden.

1735

1734 In Siegen stirbt der letzte reformierte in Siegen geborene Fürst Friedrich Wilhelm II von Nassau Siegen (St) (28). - In Frankfurt wird nach dem Neubau der Hauptwache auch der Soldaten-Galgen erneuert.

1733 In Mainz wird der luxemburger Adelshof Rollingscher Hof Große Bleiche 26 für den Geheimen Hofrat Lothar Friedrich von Rollingen fertiggestellt. - Der in Florenz geborene Papst Clemens XII (81) verhängt einen Bannfluch über die Freimaurer. - In Offenbach erhält Johann Nicolaus Bernard durch ein isenburgisches Privilegium die Erlaubnis zum Betrieb einer Schupftabakfabrik. Sein Bruder Johann Heinrich Bernard wird Teilhaber. - In Frankfurt stirbt die fünftälteste und morganatisch geborene pfälzische Kurfürstentochter Raugräfin Luise von der Pfalz (St) (72) im Hochgräflich Schaumburgischen Hof. Der in Frankfurt geborener Sohn ihres Bruders Graf Christoph Martin von Degenfeld (44) zieht mit seiner Frau Maria von Schomberg (--) im Schaumburgischen Hof ein, wird aber für Jahre nach London abberufen.

1732 In Wiesbaden wird auf Anregung durch die Bürgerschaft den Juden das Betreten des Gemeinden Bades verboten. - In Geisenheim wird Graf Johann Franz Heinrich Carl von Ostein neuer Besitzer des Kronberger Hofs.

1731 In Frankfurt wird mit dem Bau des Palais Thurn & Taxis begonnen. - In Frankfurt wird der bleierne Schand-Esel an der Hauptwache durch ein bleinernes Schand-Pferd ersetzt. - In Darmstadt findet der evangelische Pfarrersohn und gräflich-salm-grumbacher Privatlehrer Johann Philipp Fresenius (26) nach einem Streit mit dem katholischen Jesuiten und Schriftsteller Johann Nikolaus Weislinger (40) Schutz nach seiner Flucht.

1730 Die in Langenschwalbach alias Bad Schwalbach geborene Mätresse Barbara Christine von Bernhold (40) erlebt den Tod ihres Geliebten Landgraf  Karl von Hessen Kassel (St) (76). - In Frankfurt ist die steinerne Hauptwache fertiggestellt mit dem Schanzerloch und mehreren mit Toiletten alias Abtritten ausgestatteten Gefängniszellen im Untergeschoss.1730 In Frankfurt stirbt der aus Thüringen zugezogene Schneidermeister und durch den Gasthof Weidenhof (1852 Zeil 72 und 74, 2016 Kaufhof Zeil/ Ecke Große Eschenheimer Straße) reich gewordene Goethegroßvater Friedrich Georg Göthe (45).

1729 Grippeepidemie in Frankfurt. - In Fankfurt wird die hölzerne Hauptwache abgerissen und durch einen steinernen Neubau ersetzt.

1728 In Frankfurt bricht eine Grippeepidemie aus, die bis 1733 anhält. - Fürst Friedrich Wilhelm II von Nassau Siegen (St) (22) heiratet die Grafentochter Sophie Polyxena Concordia von Sayn Wittgenstein Hohenstein (St) (19). - Idstein fällt an Nassau Usingen und verliert seinen Status als Residenzstadt. - In Mainz ist die Wasserleitung Schönborngalerie mit Brunmnenhaus in Bretzenheim fertiggestellt, wodurch auch die Große Bleiche mit frischem Trinkwasser in Form eines Brunnen versorgt wird. Auf dem Marktplatz wird der Neue Brunnen alias Schönbrunn mit 12 Meter hohem Obelisk versorgt.

1727

1726 In Wiesbaden ernennen acht abnahmeberechtigte Badehausbesitzer jährlich zwei Kochbrunnen-Brunnenmeister, die das Quellwasser vermarkten. - Der Besitzer von Schloss Schönborn in Heusenstamm Anselm Franz von Schönborn Buchheim Wolfsthal (St) (45) stirbt. - In Mainz erfreut die Thetisgrotte mit Wasserspielen und Springbrunnen und die ProserpinaGrotte mit vorliegenden Wasserkaskaden und die Große Cascade mit Springbrunnen vor der Orangerie im barocken Lustschloss Favorite am Rheinufer südlich der Stadt gegenüber der Mainmündung den in Hanau Steinheim geborenen mainzer Erzbischof und Kurfürst Lothar Franz von Schönborn (St) (67). - In Darmstadt stirbt die lutherische hessendarmstädter Landgräfin Charlotte von Hanau Lichtenberg (St) (26) nach ihrem 6 Kind.

1725 Der in Frankfurt geborene Maler, Kupferstecher und Merian Enkel Jakob Christoph Le Blon (58) veröffentlicht seine Therorie, dass alle Farben aus Rot, Gelb und Blau gemischt sind, in Coloritto: Or the Harmony of Colouring in Painting. - In Idstein heiratet die Grafentochter Dorothea Sophie von Solms Rödelheim Assenheim (St) (27) den in Arolsen geborenen Grafensohn Josias von Waldeck Bergheim (St) (29). - In Offenbach besteht die jüdische Beerdigungsbruderschaft Chewra Kadischa. - Graf Ernst Casimir von Isenburg Büdingen Büdingen (St) (38) erbt isenburgmarienborner Gebiete, gibt dafür aber die Burg Ronneburg ab. 

1724 In Langen wird das Schloss Wolfsgarten vom hessendarmstädter Landgraf Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (57) als Jagdschloss fertiggestellt. - In Wiesbaden erhält die Stadt die Polizeigewalt für geringe Vergehen zurück. - In Solms Braunfels wird Landgrafensohn Friedrich von Hessen IV Homburg (St) geboren. Seine Mutter ist die auf Burg Greifenstein geborene Gräfin Christine Charlotte von Solms Braunfels (St) (34). - In Solms Braunfels stirbt der in Greifenstein geborene Graf Wilhelm Moritz zu Solms Braunfels (St) (73), wodurch sein in Solms Braunfels geborenener Sohn Friedrich Wilhelm von Solms Braunfels (St) (30) den Grafentitel erbt.

1723 In Darmstadt Jugenheim wird Heinrich Anton Leichtweiß geboren. Er zieht als Jugendlicher nach Bad Camberg Mensfelden und Ohren.

1722 Wiesbaden hat 1329 Einwoher, davon 235 Männer, 262 Weiber, 756 Kinder, 58 Beisassen. - In Wiesbaden wird den städtischen Amtsträgern der Imbiss nach den Amtsgeschäften auf Kosten der Stadt verboten. - Fürst Friedrich Wilhelm Adolf von Nassau Siegen (St) (42) stirbt. - In Mainz ist das riesige barocke Lustschloss Favorite am Rheinufer südlich der Stadt gegenüber der Mainmündung, bestehend aus dem ehemaligen albaner Stiftsgarten und dem angrenzenden Abteigarten im Privatbesitz des in Hanau Steinheim geborenen mainzer Erzbischof und Kurfürst Lothar Franz von Schönborn (St) (67) fertiggestellt. - In Frankfurt wird die Expedition der Zeitung Intelligenzblatt in der Schlachthausgasse 21 gegründet. - In Solms Braunfels heiratet die Grafentochter Christine Chalotte von Solms Braunfels (St) (32) den in Weferlingen geborenen Landgraf Prinz Kasimir Wilhelm von Hessen Homburg (St) (32).

1721 In Darmstadt erweitert der Malersohn und landgräflichhessische Hofarchitekt Louis Remy de la Fosse (62) das Gefängnis im Runden Turm durch einen zweistöckigen Anbau. - In Wiesbaden Biebrich stirbt der in Idstein geborene Fürst Georg August von Nassau Idstein (St) (56) zusammen mit seinen beiden jüngsten Töchtern Elisabeth Franziska (13) und Luise Charlotte (11) ohne männlichen Erben an Pocken. - In Offenbach Ecke Judengasse/Hintergasse brennt der jüdische Betsaal ab und errichtet daraus beim Wiederaufbau eine Synagoge mit Schule und Mikwe. - Die in Langenschwalbach alias Bad Schwalbach geborene Mätresse Barbara Christine von Bernhold (31) bekommt von ihrem Geliebten Landgraf Karl von Hessen Kassel (St) (67) das Jagdschloss Veckerhagen als Geschenk. - Idstein fällt an Nassau Ottweiler. - In Frankfurt brennen im Judenviertel 100 Häuser ab.

1720 Der in Kassel geborene Landgrafensohn Friedrich von Hessen Kassel (St) (44) wird König von Schweden und tritt vom reformierten zum lutherischen Glauben über. - In Frankfurt wird eine bebilderte Striptease-Anleitung veröffentlicht, bei der sich zwei Tänzerinnen in einem Saal bei der Musik einer Kapelle vor mehreren an einem Tisch sitzenden Männern ausziehen. - In Frankfurt Gallustor wird der Galgen Ecke Moselstraße/Taunusstraße erneuert. - In Frankfurt werden auf Grund des Großbrandes neue städtische Bauvorschriften erlassen, die Brandmauern vorschreiben , Wiche alias Aborte zwischen den Häuserwänden, Fachwerk in Untergeschossen und mehr als einen Überhang verbieten. Markanterweise darf die Giebelseite von Neubauten nicht mehr zur Straße zeigen und statt Zwerchhäusern dürfen nur noch kleine Mansarden aufgebaut werden.

1719 Der in Frankfurt geborene Maler, Kupferstecher und Merian Enkel Jakob Christoph Le Blon (52) erhält in London ein 14 jähriges exklusives Recht für Mehrfarbendruck. - In Frankfurt verursacht der aus Dresden jugendliche stammende Perückenmachergeselle Morgenstern gegen Mitternach in der Wohnung des Bierbrauers Johann Nicolaus Käs in der Bockgasse im Gasthaus Zum Rehbock, in einem kleinen Zimmer des zweiten Stockwerks unterhalb eines gefüllten Heubodens beim Lesen den Großen Christenbrand. Zeugen beobachten wie eine Flamme den Bettvorhang entzündet, innerhalb von 30 Minuten die gesamt Bockgasse und innerhalb 2 Stunden 200 Häuser in der Kornblumengasse, der Graupengasse, Ziegelgasse und eine Seite der Töngesgasse bis zum Maulbeerhof brennen. In insgesamt 400 Häusern sterben 14 Menschen und 470 Familien werden mittellos. Durch Sturmglocke und Feuerhörner werden Hunderte von Helfer alarmiert. Sie sind aber wegen des starken Windes und Wassermangel wegen einer Dürreperiode hilflos. Der mainzer mainzer Erzbischof Lothar Franz von Schönborn (St) (57), die Landgrafen von Darmstadt, die beiden hessenhomburger Landgrafen Friedrich III Jacob von Hessen Homburg (St) (46) und Casimir Wilhelm von Hessen Homburg (St) (29) , der Fürst von Isenburg und die Grafen von Hanau und Rödelheim schicken Feuerspritzen. Der Graf xxx von Solms Laubach (St) (--) betätigt sich während des dreitägigen Brandes als Feuerwehrhauptmann von 700 Helfern, reitet von Brandstelle zu Brandstelle und gibt Anweisungen. Die regierenden frankfurter Herren Bürgermeister Konrad Hieronymus Eberhard, genannt Schwind und Johann Philipp Fleischbein von Kleeberg begleiten ihn. Der Maulbeerhof 15000 Gulden, der Wildemann 12000 Gulden, der Trierische Hof 24000 Gulden, der Engelthaler Hof 36000, das Gasthaus Zum goldenen Stern 12000 Gulden, das Backhaus am Engelthaler Hof von Weygand Kohl 12000 Gulden, das Backhaus in der Schnurgasse von Balthasar Reusinger 10000 Gulden, das Körberische Brauhaus in der Gelnhäusergasse 16000 Gulden, das Brauhaus in der Schnurgasse von Lieutenant Windecker 20000 Gulden und das Färbereihaus des Kapitain Lemme 8000 Gulden brennen ab. Der verzweifelte alkoholisierte hanauer Spritzenmeister wird von einem Glockenschlegel erschlagen. Antonitergeistliche bieten Verzweifelten ihre Kirche als Schutzraum an, die aber ebenfalls abbrennt und zur Todesfalle wird. Der Brandverursacher Morgenstern flieht splittternackt auf die Gasse. Er wird nicht verhaftet und auch nicht bestraft. Eine europaweite Spendenaktion bringt 138000 Gulden ein.

1718 In Dreieich Götzenhain wird das ehemalige Jagdschloss und neuerbaute Schloss Philippseich Sitz der neuen Grafschaft Isenburg Philippseich des offenbacher Grafenneffen Wilhelm Moritz. - In Dreieich Götzenhain stirbt der in Offenbach geborene Graf Johann Philipp von Isenburg Offenbach (St) (63) im Schloss Philippseich. - In Mainz sind im Lustschloss Favorite gegenüber der Mainmündung am Rheinufer sechs halbkreisförmig angeordnete Kavaliershäuser fertiggestellt. Eines davon dient als Schlafgemach des in Steinheim geborenen mainzer Erzbischof Lothar Franz von Schönborn (St) (56). - Der erbenlose Graf Hermann Adolf Moritz von Solms Lich (St) (72) stirbt, wodurch seine Grafschaft an seinen in Hohensolms geborenen Ururneffen Friedrich Wilhelm von Solms Hohensolms (St) (36) fällt, der sich danach Graf Friedrich Wilhelm von Solms Hohensolms Lich (St) (36) nennt und die Residenz von Hohensolms nach Lich verlegt.

1717 In Wiesbaden erheiratet der Kammerdiener von Fürst Georg August von Nassau Idstein (St) (52) Schramm das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz und richtet ein Pferdebad davor ein. - In Darmstadt erstellt der Maler Tobias Sonntag sein Bild Parforcejagd am Woog mit Blick auf Darmstadt. - In Frankfurt wird der Stadtphysikussohn, Jurist und Ratsherr Johann Erasmus von Senckenberg (St) im elterlichen Wohnhaus Zu den drei Hasen Ecke Hasengasse/Töngesgasse als Enfant Terrible geboren. - In Hanau Kesselstadt heiratet der lutherische, in Darmstadt geborene hessendarmstädter Landgrafensohn Ludwig VIII von Hessen Darmstadt (St) (26) die einzig überlebende Erbgrafentochter Charlotte von Hanau (St) (17). - Grafensohn ERnst Karl von Isenburg Büdingen Marienborn (St) (26) stirbt.

1716 Das Rosenkranzfest wird zum Dank des Sieges über die Türken von Papst Klemens XI  (67) eingeführt.

1715 In Mainz entsteht eine kleine lutherische Garnisonsgemeinde. - In Offenbach wird die Grafentochter Luise Charlotte von Isenburg Birstein Offenbach (St) geboren. - In Hanau lässt Graf Johann Reinhard von Hanau III (St) (50) das Jagdschloss Wolfgang erbauen.

1714 In Wetzlar wird der Grafensohn Christian August von Solms Laubach  (St) als zweitgeborenener Sohn von Reichshofrat und evangelischer Reichskammergerichtspräsident Graf Friedrich Ernst von Solms Laubach (St) (--) und Gräfin Frriederike Charlotter von Stolberg Gedern (St) (--) geboren. - In Frankfurt bebaut der Jurist Christoph Heinrich Textor (48) das von seinem Schwiegervater ererbte 1 Hektar große Anwesen in der Friedberger Gasse. - In Frankfurt heiratet der in Magdeburg geborene Barockkomponist Georg Philipp Telemann (St) (24) die frankfurter Ratskornschreibertochter Maria Catharina Textor (16).

1713 Pest in Frankfurt. - In Frankfurt wird der frankfurter Patriziersohn Ludolf Erich von Lersner geboren. - Der in Berlin Cölln geborene holländische Generalleutnant Landgraf Friedrich III von Hessen Homburg (St) (40) kehrt nach Bad Homburg zurück. - In Frankfurt wird mit der Berufung des in Magdeburg geborenen Barockkomponisten Georg Philipp Telemann (St) (23) zum städtischen Musikdirektor zweier lutherischer Kirchen das steinerne Haus Braunfels (2016 Neue Kräme 31 und Liebrfauenberg 33), wo er selbst wohnt und wo die Frauensteiner Stubengesellschaft zusammenkommt, Schauplatz des wöchentlichen großen Concerts des kirchlich studentischen Collegiums musicum. Die Konzerte lösen einen Boom von bürgerlich organisierten Musikveranstaltungen, die eigentlich dem Adel vorbehalten sind, aus.

1712 In Wiesbaden wird das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz neu erbaut und vergrößert. - In Hanau stirbt der in Baden geborene Philipp Reinhard von Hanau Münzenberg (St) (48) auf Schloss Philippsruhe. Der in Baden geborene Grafensohn Johann Reinhard von Hanau III (St) (47) erbt. - In Mainz wird Johann Philipp Christoph von Knebel von Katzenelnbogen Vitztum in Mainz, gleichzeitig General-Direktor der Reichsritterschaft am Rhein in Schwaben und in Franken.

1711 In Frankfurt kommt es zu einem Großbrand im Judenghetto, weshalb viele Juden nach Offenbach ziehen. - Die Grafschaft Isenburg-Offenbach geht mit dem Tod des in Offenbach geborenen Graf Johann Philipp von Isenburg-Offenbach (St) (56) in Isenburg Birstadt auf. - Wolfgang Ernst I von Isenburg Birstein wird Oberhaupt von Isenburg Birstein. - Nassau-Diez fällt durch Erbe an Nassau Hadamar. - In Darmstadt wird auf Wunsch der als hessendarmstädter Prinzessin in Darmstadt geborenen Landgräfin Elisabeth Dorothea von Hessen Homburg (St) (35) die in ein Komödienhaus umgebaute Reithalle als ein repäsentatives Theatergebäude mit der Christoph Graupner (28) Oper Telemach eröffnet. - In Frankfurt wird im Dom der in Wien geborene Karl VI von Habsburg (St) (26) zum Kaiser gewählt und gekrönt, wofür der mainzer Erzbischof Lothar Franz von Schönborn (St) (56) 100000 Gulden erhält, mit denen er sich in Pommersfelden ein Schloss erbaut. Seine Neffen sind die Brüder, der in Würzburg geborene würzburger Domherr Johann Philipp Franz von Schönborn (St) (38), Priester Friedrich Carl von Schönborn (St) (37), Kardinal Damian Hugo Philipp von Schönborn-Buchheim (St) (35) und Franz Georg von Schönborn (St) (29). - In Birstein stirbt der in Offenbach geborene Graf Wilhelm Moritz von Isenburg Birstein (St) (54).

1710 Der in Groß-Steinheim geborene Melchior Friedrich von Schönborn (St) (66) lässt sich in Niederösterreich vom letzten Graf Franz Anton von Puchheim mit dem Kauf seiner Herschaft adoptieren, wobei beide Familien den Doppelnamen Schönborn Puchheim führen. - In Darmstadt beruft die jüdische Geminde Minjan ihren eigenen Rabbiner den Tschechen Michael Bacharach.

1709 Pest in Frankfurt. - In Schlangenbad werden von einer französischen Räuberbande einige Adelige entführt. Im Rauenthal werden sie wieder befreit. - In Frankfurt ist der Gasthof Zum Schwarzen Bock am Schillerplatz an der Hauptwache 7. - In Mainz wird Johann Philipp von Stadion (St) (57) erzbischöflicher Großhofmeister.

1708 In Offenbach erlässt Graf Johann Philipp von Isenburg Offenbach (St) (53) einen Judenerlass, wodurch es zu einem Zuzug von auswärtigen Juden nach Offenbach kommt. - Graf Johann Philipp von Isenburg-Offenbach (St) (53) heiratet nach kinderloser erster Ehe seine in Berleburg geborene Nichte Gräfin Friederike Wilhelmine Charlotte von Sayn-Wittgenstein-Berleburg (St) (24). - Der in Wien geborene Kaiser Karl VI von Habsburg (St) (23) heiratet in Barcelona die zum katholischen Glauben übergetretene Prinzessin Elisabeth Christine von Braunschweig Wolfenbüttel (St) (17).

1707 In Wiesbaden Biebrich lässt Fürst Georg August von Nassau Idstein (St) (42) aus zwei Gartenhäuschen ein barockes Schloss entwickeln, das bis zu seinem Tod 1721 ausgebaut wird. - In Mainz unterrichtet der mainzer Erzbischof die designierte Kaiserin Prinzessin Elisabeth Christine von Braunschweig Wolfenbüttel (St) (16) beim Übertritt zum katholischen Glauben.

1706 In Langenschwalbach alias Bad Schwalbach wird Polyxena Christina Johannetta (St) geboren. - Der in Darmstadt auf Burg Frankenstein geborene gießener Student, darmstädter Hauslehrer und Alchemist Johann Konrad Dippel (33) verursacht unbeabsichtigt die Entdeckung des künstlich hergestellten Pigments Berliner Blau. Ein Kollege verwendet seinen Abfall. - In Frankfurt erhält die wöchentliche Zeitung Frankfurter Postzeitung den Titel Kayserliche Reichs-Postzeitungen.

1705 Der in Mainz geborene kurmainzische Staatsministersohn, aschaffenburger Jesuitenschüler Friedrdich Karl von Schönborn Buchheim (St) (31) wird Reichsvizekanzler in Wien und führt die Reichshofkanzlei. - In Eichstätt wird der in Mainz geborene eichstätter Domdechant Johann Anton Knebel von von Katzenelnbogen (St) (44) dem Tod des in Mörnsheim geborenen Bischofs Johann Martin von Eyb (St) (73), obwohl er gar kein Priester sondern nur Kantor und Geheimer Rat ist, neuer eichstätter Fürstbischof. - In Frankfurt heiratet Friedrich Georg Göthe (31) in zweiter Ehe die Witwe Cornelia Schellhorn (31), die den Weidenhof (1852 Zeil 72 und 74, 2016 Kaufhof Zeil/ Ecke Große Eschenheimer Straße) mit in die Ehe bringt.

1704 In Schlangenbad, dem Dreiländereck, erbaut der in Hanau Steinheim geborene mainzer Erzbischof und Kurfürst Lothar Franz von Schönborn (St) (49) ein eigenes Kurhaus, obwohl er gar keinen Heilwasserbrunnen hat (2016 Kolonnaden), kauft einfach hessisches Heilwasser vom hessischen Nachbarn und bietet Trinkkuren mit Ziegenmolke an. Bei Zoll und Konfessionen gilt das großzügige Simultaneum. - In Frankfurt richtet der Bankier Gogel im Haus Zum Storch Saalgasse 3-5 einen Weinausschank ein. - In Frankfurt wird ein einfaches Wohnhaus Zum schwaren Bock am Schillerplatz an der Hauptwache 7 in ein Gasthaus umgewandelt. - Der in Darmstadt auf Burg Frankenstein geborene gießener Student, darmstädter Hauslehrer und Alchemist Johann Konrad Dippel (31) verwendet das adjektiv aufgeklärt. - In Kronberg stirbt die mit dem Tod von Johann Nicolaus von Cronberg aus dem Kronenstamm das Rittergeschlecht von Kronberg aus. Die Herrschaft Rothenberg fällt an die Familie von Degenfeld und die Herrschaft Kronberg fällt an Kurmainz.

1703 In Offenabach siedeln sich hugenottische Handwerker an. - In Wiesbaden wird beim Bau des Badehauses Schützenhof ein altes Römerbad ausgegraben. Ein weiteres Römerbad wird im Garten des Gast- und Posthauses Zum Adler, im Gasthaus Zum Schwan am Kranzplatz und im Römerbad entdeckt.

1702 Hannover, Braunschweig-Lüneburg, Pfalz-Neuburg, Mainz, Trier, Brandenburg-Preußen, Würzburg, die Frankfurter Assoziation, Hessen-Kassel treten gegen die Ansprüche des in Versailles geborenen Herzog von Anjou und spanischen König Philipp V (St) (19) der Großen Allianz bei. - Nassau Oranien fällt an Nassau Diez.

1701 Der in Mainz geborene Reichsfreiherr Friedrich Carl von Schönborn (St) (27) verliert mit der Priesterweihe seinen Freiherrntitel. - Der in Mainz geborene kurmainzische Staatsministersohn Franz Georg von Schönborn (St) (19) wird zum Freiherrn erhoben.

1700 Die evangelische Kirche führt den Gregorianischen Kalender ein. - In Butzbach heiratet die jüngste in Darmstadt geborene Prinzessin Elisabeth Dorothea von Hessen Darmstadt (St) (24) den in Berlin Cölln geborenen Landgraf Friedrich III von Hessen Homburg (St) (27). - Frankfurt hat 23000 Einwohner und Darmstadt hat 1895 Einwohner. - In Mainz stirbt der kurfürstliche mainzer Hofratspräsident Freiher Christoph Rudolf von Stadion (St) (62), wodurch der in Steinheim geborene mainzer Kurfürst Lothar Franz von Schönborn (St) (45) dessen Lustgarten mit einem kleinen Rheinschlösschen, mit 14 steinernen Urnen, 34 kleinen Statuen, 15 großen Statuen, dem Neptunbrunnen mit 3 Meerpferden, einem Weiher mit 4 Säulen, einer Grotte mit Portal und 119 Pomeranzenbäumen, 24 Granatapfelbäumen, 21 Lorbeerbäumen, 2 Mastixsträucher, 8 Yuccapalmen und einer Passionsblume gegenüber der Mainmündung am Rheinufer erwerben kann und ihn Favorite nennt.

1699 Neu-Isenburg wird gegen die Interessen der Reichsstadt Frankfurt als Exulantenstadt von geflohenen, weil für vogelfrei erklärten, französischen protestantischen Hugenotten gegründet, denen der bekennende Calvinist Graf Johann Philipp von Isenburg Offenbach (St) (44) Schutz, Religionsfreiheit und ihre französische Sprache garantiert. - In Offenbach erlaubt Graf Johann Philipp von Isenburg-Offenbach (St) (44) die Bildung einer reformierten Gemeinde. in Roermon stirbt der in Nozeroy geborene Fürst von Nassau, Graf von Katzenelnbogen, Vianden und Diez, Baron von Beilstein und Ronse Johann Franz Desideratus von Nassau-Siegen (St) (44).

1698 In Offenbach erlaubt der in Offenbach geborene bekennende Calvinist Graf Johann Philipp von Isenburg-Offenbach (St) (43) geflohenen französischen protestantischen Hugenotten sich anzusiedeln. - In Frankfurt verlegt Don Domenico Brentano (49), verheiratet mit Donna Maria Magdalena Bellini den Hauptsitz seines mailänder Handelshauses in den Nürnberger Hof (Nördliche Hofeinfahrt Braubachstraße 24). Sie führen im Gegensatz zu den Bolongaros und den Guaitas keinen Adelstitel.

1697 Der in Darmstadt auf Burg Frankenstein geborene gießener Student, darmstädter Hauslehrer und Alchemist Johann Konrad Dippel (24) wird radikaler Pietist.

1696 Der in Dessau geborene Fürstensohn Johann Wilhelm Friso von Nassau Dietz (St) (09) wird Fürst von Nassau Dietz. - Freiher Ernst von Metternich (St) (--) wird in den Grafenstand erhoben.

1695 Der in Steinheim geborene bamberger Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn (St) (40) wird neuer mainzer Erzbischof. - In Frankfurt wird der mehrfache frankfurter Bürgermeiseter Johann Karl von Fichard geboren. - In Frankfurt kam Antonio Brentano aus der Linie Toccia nach Frankfurt und gründete im Nürnberger Hof (Nördliche Hofeinfahrt Braubachstraße 24) ein Handelshaus, das bis 1848 bestand. - In Darmstadt wird ein jüdischer Gottesdienst abgehalten.

1694 In Frankfurt gibt die ehemalige Gesellschaft Zur güldenen Schmiede alias Stubengesellschaft Zum Frauenstein, einer Trinkgesellschaft aus Adel und wohlhabendem Großbürgertum ihr Haus auf dem Römerberg neben dem Salzhaus auf und zieht in den befestigten Hof Braunfels (2016 Neue Kräme 31 und Liebrfauenberg 33).

1693 Der in Utrecht geborene regierende Graf von Solms Braunfels und gegen seinen Willen niederländischer Heerführer Graf Heinrich von Solms Braunfels (St) (55) verliert die Schlacht bei Neerwinden und stirbt kinderlos. - In Mainz ist das Brauhaus mit Gaststätte Zum Hirsch von Brauer Johann Nagel in der Großen Bleiche 12. - In Meerholz stirbt Gräfin Maria Charlotte von Isenburg Büdingen (St) (62).

1692 In St Goar belagern 28000 Franzosen die Burg Rheinfels, bei der der hessische Offizier Johann Ludwig von Bernhold zu Eschau fällt. - In Mainz erwirbt der kurfürstliche mainzer Hofratspräsident Freiherr Christoph Rudolf von Stadion  (St) (54) zum albaner Stiftsgarten noch den angrenzenden Abteigarten und beginnt einen standesggemäßen barocken Lustgarten anzulegen.

1691 In Frankfurt werden hauptsächlich Felddiebe im Drillerhäuschen, einem drehbar zwischen Paradeplatz und Heumarkt aufgehängtem Holzkäfig, angeprangert.

1690 In Frankfurt wird die Bornburg vom neuen Besitzer in Günthersburg umbenannt. - In Laubach heiratet die Grafentochter Anna Belgica Florentine von Solms Laubach (St) (55) Graf Carl August von Isenburg Büdingen Marienborn (St) (--).

1689 Das französisch besetzte Mainz wird belagert, beschossen und befreit. - In Wiesbaden wird die Burg Sonnenberg von den Franzosen geschleift. - In Rüsselsheim wird die Festung von den Franzosen nach ihrem Abzug gesprengt. - Der Freiherrnsohn Johann Friedrich Karl von Ostein (St) wird als Sohn von Freiherr Johann Franz Sebastian von Ostein (St) (37) und Anna Karolina Maria von Schönborn (St) (18) geboren. - In Frankfurt eröffnet Jacob Thomas in der Nähe des Römers ein Kaffeehaus. - Das Reichskammergericht zieht von Speyer nach Wetzlar. - In Frankfurt wird der königlich preußische General Christoph Martin von Degenfeld Schonburg geboren.

1688 In Wiesbaden Biebrich wird der in Idstein geborene Graf Georg August von Nassau Idstein (St) (23) zum Fürsten ernannt. - Der französische König Ludwig XIV (St) (34) bedroht unter Führung von Louis-François de Boufflers mit 20000 Soldaten die neutrale Stadt Mainz, weshalb der in Köln geborene mainzer Erzbischof und Kurfürst Anselm Franz von Ingelheim (St) (54) trotz der neuen Befestigungsbauten und 800 Soldaten kapituliert. - In Frankfurt geht der Hellerhof vor der Stadt in den Besitz der frankfurter Patrizierfamilie Holzhausen über. - In Rüsselsheim nehmen französische Soldaten die Festung ein. - In Birstein wird der Thronfolger und Grafensohn Wilhelm Moritz von Isenburg Philippseich (St) geboren.

1687 In Homburg Friedrichsdorf versucht der zum reformierten Glauben übergetretene Prinz von Homburg alias Friedrich II von Hessen Homburg (St) (54) erfolglos Hugenotten anzusiedeln. Sie ziehen ins neu gegründete Friedrichsdorf um. - In Mainz braut das Eck- und Brauhaus Zur Sonne in der Betzelsgasse Bier. - In Mainz ist das Gasthaus Zum schwarzen Bären in der Holzgasse 32. - Die Grafschaft Isenburg Büdingen wird unter den vier Söhnen von Gräfin Maria Charlotte von Isenburg Büdingen (St) (56) aufgeteilt, wobei der älteste Grafensohn Graf Johann Casimir von Isenburg Büdingen (St) (27) Büdingen, der zweitälteste Graf Ferdinand Maximilian von Isenburg Büdingen (St) (--) Wächtersbach, der drittälteste Graf Karl August von Isenburg Büdingen (St) (--) Marienborn und der jüngste Graf Georg Albrecht von Isenburg Büdingen (St) (--) Meerholz erhält.

1686 Der Grafensohn Gottfried Anselm Christoph von Stadion (St) wird als Sohn von Maria Anna von Schönborn (St) (17) und Graf Johann Philipp Joseph von Stadion Warhausen Thannhausen (St) (34) geboren.

1685 Wiesbaden hat 700 Einwohner. - In Hanau stirbt der in Bouxwiller geborene hanaulichtenberger und hanaumünzenberger Graf Friedrich Casimir von Hanau Lichtenberg (St) (62). Der in Baden geborene Philipp Reinhard von Münzenberg (St) (21) erbt die Grafschaft Hanau Münzenberg, die er bereits 5 Jahre regiert. - In Offenbach stirbt der in birstein geborene Graf Johann Ludwig von Isenburg Birstein (St) (63).

1684 In Langenschwalbach alias Bad Schwalbach wird Ernst II Leopold von Hessen Rheinfels Rotenburg (St) geboren. - Im kurmainzischen Eichsfeldort Worbis in Nordhessen finden die letzten beiden Hexenhinrichtungen statt. - In Birstein einigt sich Maria Charlotte (St) (53), die Witwe von Graf Johann Ernst von Isenburg Büdingen mit Johann Ludwig von Isenburg Büdingen (St) (62), dem anderen überlebenden Enkel von Burggraf von Gelnhausen Graf Wolfgang von Isenburg Büdingen auf die Teilung Isenburg Büdingen und Isenburg Offenbach.

1683 Der in Utrecht geborene Graf Heinrich von Solms Braunfels (St) (44) heiratet Gräfin Carola Henrica von Solms Laubach (St) (--).

1682 Wetter: Fast ganz Sachsenhausen steht unter Wasser. In Frankfurt steht das Wasser bis an die Engel Apotheke. In Mainz wird die allgemeine Schulpflicht eingeführt. - In Frankfurt kauft der in Hanau geborene hugenottische frankfurter Fayencefabrikbesitzer Daniel Behagel (57) und andere frankfurter Geschäftsleute größerer Ländereien in Pennsylvania und wird Mitbegründer der Frankfurter Landkompanie, die Germantown in Philadelphia Coutny gründet. Er verschwindet spurlos.

1681 In Frankfurt wird der im hohenlohischen Neuenstein geborene Jurist Johann Wolfgang Textor der Ältere () nach der Zerstörung der Residenz Heidelberg neuer Syndikus und Rechtsberater der Stadt.

1680 Der in Baden geborene Philipp Reinhard von Hanau Münzenberg (St) (16) regiert die Grafschaft Hanau Münzenberg. - Die halbwaise Grafentochter Johannette von Nassau Idstein (St) (19) heiratet den 15 fachen Vater mit 10 lebenden Kindern Graf Christian Ludwig von Waldeck Wildungen (St) (45).

1679 Der in Koblenz geborene mainzer Domkustos Karl Heinrich von Metternich-Winneburg (St) (57) wird neuer mainzer Erzbischof und 3 Wochen später auch wormser Bischof. 7 Monate später stirbt er an Katarrh erkrankt in Aschaffenburg an einem Schlaganfall. Der in Köln geborene kurmainzer Statthalter in Erfurt Anselm Franz von Ingelheim (St) (45) wird neuer mainzer Erzbischof. - In Solms Braunfels brennt das Schloss Braunfels ab.

1678 Der in Trier geborene mainzer Erzbischof Damian Hartard von der Leyen (St) (54) stirbt. - In Frankfurt wird mit dem Bau der protestantischen Hauptkirche Katharinenkirche an der Zeil begonnen. - Solms Hungen stirbt aus. Teile fallen an Solms Braunfels. - In Babenhausen kommen die Halbwaisen Reinhard III von Hanau (St) (13) und sein Bruder Philipp Reinhard von Hanau Lichtenberg (St) (14) an die Residenz ihrer Mutter Anna Magdalena von Birkenfeld-Bischweiler (St) (38)

1677 In Idstein stirbt der in Saarbrücken geborene protestantische Graf Johann von Nassau Idstein (St) (74), wodurch nach 39 Hinrichtungen wegen Hexerei, darunter 8 Männer die örtliche Hexenverfolgung endet, sechs davon aus Wiesbaden, Biebrich und Sonnenberg. - Die Grafentochter Eleonore Luise von Nassau Idstein (St) (24) stirbt. - Der in Utrecht geborene Graf Heinrich von Solms Braunfels (St) (39) begleitet den protestantischen, in Den Haag geborenen, kleingewachsenen, gefühlskalten, schroffen und menschenscheuen Statthalter der Niederlande Wilhelm von Oranien (St) (27) nach England zur Heirat mit der gutaussehenden englischen Königstochter Maria (St) (15), die zunächst völlig geschockt ist, dann aber der Heirat zustimmt.

1676 Darmstadt hat 1790 Einwohner. - In Idstein erzählt ein Kind, daß seine Patin ihn lehrte, wie man Mäuse und Eidechsen macht und lässt den in Saarbrücken geborenen protestantischen Graf Johann von Nassau Idstein (St) (73), der davon hört, den Tod seiner zweiten Frau, 11 seiner Kinder und auch das Viehsterben auf seinem Hofgut mit Hexerei vermuten, weshalb er eine Hexenverfolgung startet und in Idstein und im Stadtschloss in Wiesbaden die Prozesse führt. - In Idstein wird die in Dachsenhausen geborene Pastorentochter und heftricher Pfarrerehefrau Cäcilie Zeitlose Wicht (50) nach erfolterter Beschuldigung durch andere Hexen und erfoltertem Geständnis wegen Hexerei zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt, zur Begnadigung enthauptet und darf sogar gegen eine Geldzahlung auf dem Friedhof beerdigt werden. - In Wiesbaden wird die in Wiesbaden geborene sonnenberger Pfarrerehefrau Elisabeth Hoffmann (69), die mit ihrem Mann dem wiesbadener Lateinschulenrektor Johannes Hoffmann in ständigem Streit lebt und in Wiesbaden das Gasthaus Zum Bock am Kranzplatz (2016 Zum schwarzen Bock) betreibt, nach anonymen Anzeigen, wonach sie auf Bäumen sitzen würde, verhaftet und nach Idstein gebracht, wo sie von der mitangeklagten Gumpfen-Christine des Hexentanzes beschuldigt wird. Sie gesteht Hexenflugsalbe aus vom wiesbadener Friedhof geholten toten Kindern hergestellt zu haben und beschuldigt unter der Folter den Schäfer Fritz Kesselring und den wiesbadener Metzger Philipp Pflüger, die ebenfalls hingerichtet werden. Weil sie vor dem Superintendenten alias oberster calvinistischer Kirchenherr, ihr Geständnis widerruft und ihre Unschuld versichert, ordnet Graf Johann von Nassau Idstein (St) (73) die verschärfte Folter an, wodurch sie alle möglichen Besagungen und Unzucht mit dem Teufel gesteht, wird zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt, aber zum Tod mit dem Schwert durch Scharfrichter Meister Leonhard auf dem idsteiner Galgenberg begnadigt. Der Leichnam wird verbrannt und gegen eine Spende auf dem Friedhof der Wüstung Wolfbach , dem Verbrecherfriedhof, begraben. In Idstein wird der aus Wehen stammende Adam Fließenbarth als Hexer hingerichtet. - Die Grafentochter Christine Elisabeth von Nassau Idstein (St) (25) stirbt.

1675 In Wiesbaden leben nach einem Pestausbruch nur noch weniger als 100 Menschen. - Der in Luxemburg geborene mainzer Erzbischof Lothar Friedrich von Metternich Burscheid (St) (58) stirbt. Der in Trier geborene wormser Bischof Damian Hartard von der Leyen (St) (51) wird neuer mainzer Erzbischof. Sein älterer Bruder Karl Kaspar von der Leyen (St) (57) ist langjähriger trierer Erzbischof.

1674 Der in Utrecht geborene Graf Heinrich von Solms Braunfels (St) (36) erhält vom französischen König Ludwig XIV (St) (36) einen französischen Schutzbrief für die Grafschaft Solms Braunfels.

1673 In Wiesbaden leben 173 Bürger. - Der auf Burg Eschbach alias Laubuseschbach geborene mainzer Erzbischof Johann Philipp von Schönborn (St) (68) stirbt in Würzburg. Der in Luxemburg geborene speyerer Bischof Lothar Friedrich von Metternich-Burscheid (St) (56) wird neuer mainzer Erzbischof. - In Darmstadt wird auf Burg Frankenstein der Arzt und Alchemist Johann Konrad Dippel geboren.

1672 Wiesbaden leidet wieder unter dem Durchzug der französischen Truppen Ludwigs XIV. Es werden Graben, Tore und Türme angelegt.

1671 In Frankfurt wird die Hauptwache am Garküchenplatz an der Rückseite des Doms auf den Roßmarkt verlegt und dazu ein Holzhaus errichtet, in dem auch ein Gefängnis untergebracht wird. An der Westseite des Gebäudes befindet sich der Soldatengalgen alias Justiz.

1670 In Mainz zieht Johann Erwein von Schönborn (St) (14) in sein neuerbautes barockes Stadtschloss Schönborner Hof am Ende des Thiermarktes alias Schillerplatz. Hinter dem Gebäude sind weiträumige Barockgärten angelegt. Sein Onkel ist der auf Burg Eschbach alias Laubuseschbach geborene mainzer Erzbischof Johann Philipp von Schönborn (St) (65). - Der lutherische Prinz von Homburg alias Friedrich II von Hessen Homburg (St) (37) tritt zum reformierten Glauben über und heiratet die Kurfürstennichte Luise Elisabeth von Kurland (St) (24)

1669

1668 In Idstsein stirbt die zweite Ehefrau Gräfin Anna von Leiningen Dagsburg Falkenburg (St) (43) von dem in Saarbrücken geborenen protestantischen Graf Johann von Nassau Idstein (St) (65). - Der kurmainzische Amtmann Philipp Erwein von Schönborn Freienfels Eschabach (St) (61) stirbt.

1667 In Mainz wird in der Birnbaumgasse 5 ein kunstvoll mit Schnitzereien verziertes Fachwerkhaus in der Nähe der Häuser Zum großen Birnbaum und Zum kleinen Birnbaum erbaut.

1666 In Mainz kommt die Pest aus Holland über Köln an und wird bis zu ihrem Abklingen 20% entsprechen 2200 Personen töten. - In Heusenstamm schließt der in Hanau geborene Hugenotte Daniel Behagel (41) seine heusenstammer Fayence-Manufaktur und verlegt sie nach Frankfurt.

1665

1664 Der in Weilburg geborenen, zum Katholizismus konvertierte und deshalb verstoßene älteste Grafensohn Gustav Adolf von Nassau Idstein (St) (32) stirbt unverheiratet und kinderlos als katholischer kaiserlicher Offizier in Ungarn. Sein zweitjüngster Bruder, Grafensohn Philipp Ludwig von Nassau Idstein (St) (02) stirbt.

1663 In Heusenstamm beginnt der kurmainzische Amtmann Philipp Erwein von Schönborn (St) (56), Bruder des auf Burg Eschbach alias Laubuseschbach geborenen mainzer Erzbischof Johann Philipp von Schönborn (St) (58), mit dem Bau des Renaissanceschlosses Schönborn unmittelbar vor der Wasserburg Heusenstamm. - Der kurmainzische Amtmann Philipp Erwein von Schönborn (St) (56) wird vom in Wien geborenen katholischen Kaiser Leopold I von Habsburg (St) (23) zum edlen Panierherren und Reichsfreien ernannt. - In Mainz lässt der mainzer Erzbischof Johann Philipp von Schönborn (St) (58) die Große Bleiche als Prachtstraße anlegen, vergisst aber die Wasserversorgung. Die entschädigten mainzer Bürger errichten deshalb nur schlichte Bürgerhäuser und Neubürger siedeln sich dort gar nicht an.

1662 In Frankfurt wird der frankfurter Patrizier und Stadtchronist Achilles Augustus von Lersner geboren. - In Wiesbaden hat das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz zwei Massenbäder. - Der zweitjüngste Grafensohn Philipp Ludwig von Nassau Idstein (St) wird geboren. - In Darmstadt fordert die darmstädter Bürgerschaft vergeblich die Ausweisung aller Juden. - In Heusenstamm gründet der in Hanau geborene Hugenotte Daniel Behagel (37) zusätzlich zu seiner hanauer Fayence-Manufaktur eine zweite Fabrik.

1661 Der mit der mainzer Kurfürstennichte Maria Ursula von Greiffenclau Vollraths (St) (49) verheiratete kurmainzische Amtmann Philipp Erwein von Schönborn (St) (54), Bruder des auf Burg Eschbach alias Laubuseschbach geborenen mainzer Erzbischof Johann Philipp von Schönborn (St) (56), kauft Graf xxx von Heusenstamm dessen Herrschaft ab. - In Hanau gründet der in Hanau geborene Hugenotte Daniel Behagel (36) die erste Fayence-Manufaktur Deutschlands.

1660 In Hofheim meldet der Pfarrer eine Frau, die sich von einem Geist vefolgt fühlt, woraufhin der mainzer Erzbischof Johann Philipp von Schönborn (St) (55) Predigten dagegen anordnet und die Frau zu sich befiehlt. - In Frankfurt siedelt sich die Familie Guaita als Pomeranzenhändler an.

1659 In Darmstadt wird der reiche und privilegierte landgräfliche Geldgeber, der jüdsche Lederhändler Manasse auf dem Pfingstmakt von seinem angestammten Platz vertrieben und erhält ihn nicht wieder zurück, woarufhin er kurzerhand Darmstadt verlässt und nach Frankfurt zieht.

1658 In Frankfurt wird Leopold von Habsburg (St) (18) zum neuen Kaiser gewählt und gekrönt. - Der Grafensohn Georg Wilhelm von Nasasu Idstein (St) (01) stirbt. - Der Rechtswissenschaftler und kaiserliche Geheime Rat Freiherr Philipp Franz Eberhard von Dalberg (St) (23) wird vom neuen römischdeutschen Kaiser Leopold von Habsburg (St) (18) zum Ritter geschlagen.

1657 Der zweitälteste Grafensohn Ludwig Friedrich von Nassau Idstein (St) (23) stirbt und sein Bruder Georg Wilhelm von Nassau Idstein (St) wird geboren. - Der Rechtswissenschaftler und kaiserliche Geheime Rat Philipp Franz Eberhard von Dalberg (St) (22) wird vom neuen römischdeutschen Kaiser Ferdinand III von Habsburg (St) (49) in den erblichen Feiherrnstand erhoben. - In Mainz lässt der mainzer Erzbischof Johann Philipp von Schönborn (St) (52) den Zeybach in die Festungsgräben der Gartenfeldfront (2016 Kaiserstraße) umleiten und damit die sumpfigen Bleichwiesen trockenlegen um neues Baugebiet zu schaffen und für enteignetes Land aus dem Bastionenbau zu entschädigen. - In Offenbach wird der Thronfolger und Grafensohn Wilhelm Moritz von Isenburg Birstein (St) geboren.

1656 Der zweitälteste Grafensohn Ludwig Friedrich von Nassau Idstein (St) (23) stirbt.

1655 In Friedberg wird der protestantische Apothekersohn Johann Hartmann Senckenberg geboren. - In Wiesbaden gibt es am Kranzplatz 5 das Gasthaus Zum Engel (2016 Palasthotel). - In Mainz erstellt der Kupferstecher Matthäus Merian der Jüngere (34) eine Stadtansicht. - In Mainz wird mit dem Bau der Zitadelle und weiteren 14 Bastionen begonnen. Die Bauwerke werden statt wie üblich aus Erdewöllen in Stein ausgeführt, was der mainzer Erzbischof Johann Philipp von Schönborn (St) (50) mit dem Verkauf von mainzer Dörfern an sich selbst als würzburger Fürstbischorf Johann Philipp von Schönborn (St) (50) finanziert. - In Darmstadt lässt sich der Jude Abraham Bär in der Darmstäder Stadtkirche christlich auf Georg Ludwig Bär taufen. Trotz Patenschaft durch den in Darmstadt geborenen hessendarmstädter Landgraf Georg II von Hessen Darmstadt (St) (50) kehrt er nach einiger Zeit zum jüdischen Glauben zurück und verlässt Darmstadt.

1654 In Geisenheim kauft der kurmainzische Amtmann Philipp Erwein von Schönborn (St) (47) das Herrenhaus der Familie von Stockheim.

1653 Der in Saarbrücken geborene protestantische Graf Johann von Nassau Idstein (St) (50) verstösst seinen ältesten, in Weilburg geborenen Sohn Gustav Adolf von Nassau Idstein (St) (21), weil dieser katholisch wird.

1652

1651 Nach dem französischen Kochbuch Le Cuisinier François wird der Mainzer Schinken gesalzen, gewürzt, in Weinhefe getränkt, im Keller vergraben und mit Wacholder geräuchert.

1650 In Mainz ziehen die französichen Soldaten wieder ab. - In Frankfurt betreiben die in Frankfurt geborenen Brüder Peter de Neufville (27) und David de Neufvill (27) die Privatbank Neufville im Stammhaus Hirschkopf am Kleinen Hirschgraben 4 und arbeiten mit dem Bankhaus Johann Mertens zusammen.

1649 Die solmsbraunfelser Grafenwitwe Gräfin Anna Elisabetha von Falkenstein (St) (--) kehrt von ihrem Witwensitz wieder ins Exil nach Utrecht zurück. - Mainz ist französisch besetzt.

1648 In Wiesbaden leben 80 Bürger, 13 Beisassen und ein Jude. - Mainz ist französisch besetzt.

1647 In Mainz wird der auf Burg Eschbach alias Laubuseschbach geborene würzburger Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn (St) (42) mainzer Erzbischof. - Mainz ist französisch besetzt.

1646 Grafensohn Hermann Adolf Moritz von Solms Lich (St) wird geboren. - Mainz ist französisch besetzt. - In Darmstadt wird der jüdische Lederhändler Manasse, wohnhaft am Marktplatz, für seine Privilegien und Sonderrechte, wie der Erlaubnis auch sonntags am Stadttor Einlass zu erhalten, während es den normalen Bürgern verwehrt wird, die er als landgräflicher Geldgeber genießt, regenlmäßig von den darmstäder Bürgern angefeindet. - In Mainz wird Johann Anton Knebel von Katzenelnbogen (St) als Sohn von Johann Philipp Knebel von Katzenelnbogen (St) (58) geboren.

1645 Mainz ist französisch besetzt. - Die Merian Karte zeigt neben Klöstern und Stiften das Rathaus Römer, die Stadtwaage (2016 Metropol Kaffeehaus am Dom Weckmarkt 15), den befestigten Hof Braunfels (2016 Neue Kräme 31 und Liebrfauenberg 33), den Landgräflichhessischen Hof (2016 Zeil Parfümerie Douglas), den Trierer Hof (2016 Sparkasse Hasengasse 4), den Augsburger Hof ((2016 Hinterhof der Sparkasse Hysengasse 4), den Nürnberger Hof (Braubachstraße 24), das alte Zeughaus (2016 Hainer Hof 1), das neue Zeughaus (Südseite des Platzes Konstapler Wache), das Pesthaus (2016 Gerichtsstraße 2) und das Schützenhaus (2016 Schöne Aussich 6-8 und Schützenstraße 1).

1644 In Trier flieht der katholische trierer Kurfürst Philipp Christoph von Sötern (77) vor den katholischen französischen Truppen. Der französische Befehlshaber handelt eine kampflose Übergabe aus und garantiert dafür die Verwaltungsautonomie des Erzstifts mit einer zu verpflegenden französischen Schutzmacht von 500 Soldaten. - In Mainz rücken französische Truppen ein und besetzen die Stadt Mainz sechs Jahre lang.

1643 In Darmstadt leben zwei jüdische Familien, der Viehhändler Löw aus Roßdorf und Joseph.

1642 Der in Schwarzenfels geborene Graf Johann Ernst von Hanau Münzenberg Schwarzenfels (St) (29) stirbt nach einjähirger Regentschaft. Der in Bouxwiller geborene hanaulichtenberger Graf Friedrich Casimir von Hanau Lichtenberg (St) (19) erbt. - Die aus Wicker staammenden Ehefrauen Crain Nauheimer und Anna Rupperts werden der Hexerei bezichtigt.

1641 Der Grafensohn Johann Ludwig wird Graf von Isenburg Offenbach. - Der in Hanau geborene letzte regierende Graf Philipp Ludwig von Hanau Münzenberg III (St) (09) stirbt in Den Haag. Der in Schwarzenfels geborene Graf Johann Ernst von Hanau Münzenberg Schwarzenfels (St) (28) erbt. - In Solms Braunfels nimmt Graf Johann Albrecht II von Solms Braunfels (St) (--) das Schloss Braunfels wieder in seinen Besitz. - Der kurmainzer Rat und Oberamtmann von Höchst und Hofheim Johann Philipp von Knebel von Katzenelnbogen (St) (53) wird Schultheiß des Niersteiner Rittergerichtes.

1640 In Frankfurt ist auf der Zeil 110 das Renaissancegasthaus Rotes Haus mit 50 beheizbaren Zimmern, einem großen Speisesaal und Stallungen für 140 Pferde fertiggestellt. - In Darmstadt Arheilgen gibt es nur noch 16 Familien. - In Solms Braunfels erobert der Herzog von Sachen Weimar (St) (--) das Schloss Braunfels.

1639

1638 In Hanau stirbt Graf Philipp Moritz von Hanau Münzenberg (St) (33). - In Utrecht wird Grafensohn Heinrich von Solms Braunfels (St) (--) als Sohn des sich im Exil befindlichen Graf Johann Albrecht II von Solms Braunfels (St) (--) und Gräfin Anna Elisabetha von Falkenstein (St) (31) geboren.

1637 In Wiesbaden ist das Badehaus Zum Bock alias Schwarzer Bock am Kranzplatz verwüstet.

1636 In Mainz ziehen die Schweden ab. Die geflohenen katholischen Bürger, der katholische Adel und der jesuitisch geschulte mainzer Erzkanzler des HRR und Kurfürst Anselm Casimir Wambolt von Umstadt (St) (57) kehren zurück. Der mainzer Stadtrat wird wieder entmachtet. 

1635 In Mainz übergeben die Schweden eine entvölkerte und verarmte Stadt. - Graf Christian Moritz von Isenburg (St) (--) wird Oberhaupt der Grafschaft Isenburg Birstein. - In Wiesbaden wird der in Saarbrücken geborene Graf Johann von Nassau Idstein (St) (32) wird abgesetzt und die einstweilige Verwaltung an Kurmainz übertragen. - In Rüsselsheim stirbt ein Großteil der Bevölkerung an einer Pestepidemie. - In Solms Braunfels erobert Graf Ludwig Heinrich von Nassau Dillenburg (St) (--) das von katholischen kaiserlichen Truppen besetzte Schloss Braunfels.

1634 Wetter: Strengkaltes Jahresende. - Die mainzer Bürger reißen Häuser ab um an Brennholz zu kommen. - In Frankfurt vergleichen sich Graf Johann von Nassau Idstein (St) (31) und sein Bruder mit den Herren von Geroldseck über ihre Besitzrechte auf Lahr. Die gräfliche Familie Hanau Münzenberg flieht nach Metz und danach zur Verwandtschaft von Oranien Nassau in Den Haag. - Der französische Kardinal Richelieu (St) (--) wird Koadjutor des trier Erzbistums. - In Solms Braunfels wird das schwedisch besetzte Schloss Braunfels von katholischen kaiserlichen Truppen eingenommen.

1633 Graf Johann von Nassau Idstein (St) (30) schließt ein Bündnis mit Frankreich gegen den in Graz geborenen katholischen Kaiser Ferdinand II von Habsburg (St) (55). - In Bad Homburg wird der Siebtgeborene und das letzte lutherische Landgrafenkind Prinz von Homburg alias Friedrich II von Hessen Homburg (St) geboren. - In Birstein stirbt der in Birstein geborene Graf Wolfgang Ernst von Isenburg Büdingen (St) (73).

1632 Die älteste Grafentocher Anna Ottilie von Nassau Idstein (St) (02) stirbt und der älteste Grafensohn Gustav Adolf von Nassau Idstein (St) wird geboren. - Der katholische trierer Kurfürst Philipp Christoph von Sötern (65) bittet Frankreich erfolgreich das spanischniederländischhabsburgisch besetzte Trier für ihn zurückzuerobern. - In Solms Braunfels wird das Schloss Braunfels von schwedischen Truppen erobert.

1631 In Mainz flieht im Dezember der katholische Erzbischof und Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation Philipp Christoph von Sötern (64) und das Domkapitel ins köner Exil und die Mainzer übergeben die Stadt. Sie zahlen Lösegeld in ruinöser Höhe. Große Teile der Bibliotheken werden nach Schweden geschafft. Der Stadtrat erhält unerwartet wieder Machtbefugnisse, auch die erzbischöflichen. - In Frankfurt stirbt der in Antwerpen geborene lutherische frankfurter Bankier und erste frankfurter Guldenmillionär Johann von Bodeck (75). - In Darmstadt Erfeleden überquert der protestantische schwedische König Gustav II Adolf von Schweden (St) (37) den Rhein und besiegt auf dem gegenüberliegenden Ufer die von katholischen Spaniern besetzte Stadt Oppenheim und danach die katholische Residenzstadt Mainz, die kampflos übergeben wird und wo er überwintert. - Das Kurfürstentum Mainz ist von den Schweden besetzt. Es gibt kaum Hexenprozesse. - In Mainz kann der protestantische schwedische König Gustav II Adolf von Schweden (St) (37) nach wenigen Scharmützeln fast ungehindert in die katholischste Stadt des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, die Stadt Mainz, einziehen. Er lässt die strateischen Punkte Albansberg, Hartenberg, Taubertsberg, das rechte Rheinufer bei Kastel befestigen und das Sperrfort Gustavsburg an der Mainmündung errichten. - In Mainz wird das Rote Haus erbaut.

1630 In Frankfurt ist der in Antwerpen geborene lutherische frankfurter Bankier Johann von Bodeck (75) der erste Guldenmillionär Frankfurts, dem das Rittergut Praunheim, das Gasthaus Zum goldenen Bären am Roßmarkt und das mainzer Gut Nierstein gehört. - Zum Jahresende kommt der calvinistische schwedische König Gustav II Adolf von Schweden (St) (36) an den Rhein. Der calvinistische Graf Johann von Nassau Idstein (St) (27) unterstellt sich ihm und erklärt damit dem in Graz geborenen katholischen Kaiser Ferdinand II von Habsburg (St) (52) den Krieg.. - Die katholischen trierer Bürger bitten den katholischen in Graz geborenen Kaiser Ferdinand II von Habsburg (St) (52) gegen ihren eigenen katholischen trierer Kurfürst Philipp Christoph von Sötern (63) um Hilfe, der sich mit dem katholischen Frankreich und dem calvinistischen Schweden verbündet, weshalb habsburgische Truppen aus den Spanischen Niederlanden Trier besetzen. - Aus Flörsheim stammen die Hexenprozessopfer Ursula Schalck und Catharina Schalck und aus Hochheim stammen die Hexenprozessopfer Endres Harpffen, Schweickhardt Harpffen, Peter Diensten, Claus Langen und die Blumenfrau Lotharis Hanns. - In Solms Braunfels belehnt der katholische Kaiser Ferdinand II von Habsburg (St) (52) belehnt den kaiserlichen Feldherrn Johann t’Serclaes von Tilly (St) (71) mit dem Schloss Braunfels.

1629 Der calvinistische Graf Johann von Nassau Idstein (St) (26) heiratet die Markgrafentochter Sibylla Magdalena von Baden Durlach (St) (24). - Der calvinistische Graf Johann von Nassau Idstein (St) (27) erhält die Herrschaft IdsteinWiesbaden und Sonnenberg. Sein calvinistischer Bruder Graf Wilhelm Ludwig von Nassau Saarbrücken (St) (39) erhält die Grafschaft Saarbrücken. - In Frankfurt wird zur Fastenmesse ein aus Amsterdam kommender Elefant zur Schau gestellt, der dann weiter nach Nürnberg reist. - Im mainzer Flörsheim stirbt die aus Flörsheim stammende dreifache Mutter Maria Mülich als Hexe. - In Mainz wird Anselm Casimir Wambolt von Umstadt (St) (42) mainzer Erzbischof. - Aus Hochheim stammt das Hexenprozessopfer Caspar Müller. - Aus Flörsheim stammen die Hexenprozessopfer Elß Born, Melchior Perll, Maria Hautt und Hannß Schmaltz. - In Solms Braunfels belagert Graf Philipp Moritz von Hohensolms (St) (27) erfolgreich Stadt und Schloss und nimmt es ein.

1628 In Frankfurt wird mit dem Bastionenbau begonnen. - Die Grafschaft Isenburg-Offenbach entsteht duch die Teilung von Isenburg-Büdingen. - Graf Wilhelm Otto wird Oberhaupt der Grafschaft Isenburg Birstein. - Im mainzer Flörsheim sterben die aus Flörsheim stammende dreifache Mutter Magdalena Melchior und die aus Flörsheim stammende zweifache Mutter Anna Schleudt als Hexe. - Aus Flörsheim stammen die Hexenprozessopfer Magdalena Stephan, Johannes Kaus und Michael Stedter. - Aus Hochheim stammen die Hexenprozessopfer Martin Bieberkorn, Catharin Harmann und die Blumenfrau Margreth Cles. - In Frankfurt bricht bei der Erweiterung des Gasthofs Weidenhof (1852 Zeil 72 und 74, 2016 Kaufhof Zeil/ Ecke Große Eschenheimer Straße) das Kellergewölbe ein. - In Frankfurt erhält die wöchentliche Zeitung Frankfurter Postzeitung den Titel Ordentliche Wochentliche Postzeitungen.

1627 In Wiesbaden führen Ungleichbehandlungen der Bürger mit Feuerstätten zu Wachdienstbefreiungen zu Tumulten. - Der in Weilburg geborene Graf Ludwig II von Nassau Weilburg (St) (62) stirbt in Saarbrücken. - Aus Flörsheim stammt das Hexenprozessopfer Barbara Wurzel.

1626 Der bei Östrich Winkel auf Schloss Vollrads geborene Georg Friedrich von Greiffenclau zu Vollrads (St) (45) wird neuer mainzer Erzbischof und Kurfürst. - Der in Darmstadt geborene hessendarmstädter Landgraf Ludwig V von Hessen Darmstadt (St) (49) stirbt in der Nähe der Burg Rheinfels am Rhein. - In Mainz wird der Schwedenplan fertiggestellt. - In Mainz wird der Domkapitular xxx von Waldenburg nicht nur Festungsbaumeister, sondern auch Kommandant der Garnison mit Sitz in der Scheikhardsburg.

1625 In Birstein ist der oberste Heerführer der Katholischen Liga Graf Johann T’Serclaes von Tilly (66) zu Gast. - In Ober Rosbach wird auf der Flucht vor der Pest Landgrafensohn Wilhelm Christoph von Hessen Homburg (St) als viertes Kind des in Darmstadt Lichtenberg geborenen Landgraf Friedrich von Hessen Homburg (St) ( 40) und Margarete Elisabeth von Leiningen Westerburg (St) (21) geboren. - In Mainz wird der Schwedenplan erstellt.

1624 In Mainz werden keine neuen Bastionen sondern neue Geschützstellungen merkwüdigerweise auch am Rhein errichtet.

1623 In Mainz werden keine neuen Bastionen sondern neue Geschützstellungen merkwüdigerweise auch am Rhein errichtet. - In Frankfurt erhält die wöchentliche Zeitung Frankfurter Postzeitung den Titel Wöchentliche Zeitungen.

1622 In Darmstadt Arheilgen gibt es 149 Familien.  - In Frankfurt Höchst endet die Schlacht bei Höchst mit einem Sieg des obersten Heerführers der Katholischen Liga Graf Johann T’Serclaes von Tilly (63). - Der jüngste hessendarmstädter Landgrafensohn Friedrich von Hessen Darmstadt (St) (37) wird mit Stadt und Amt Homburg abgefunden und heiratet als Landgraf Friedrich von Hessen Homburg die Grafentochter Margarete Elisabeth von Leiningen Westerburg (St) (18).

1621 In Solms Braunfels wird das Schloss Braunfels von spanischen kaiserlichen Truppen kampflos eingenommen. - In Frankfurt erhält die wöchentliche Zeitung Frankfurter Postzeitung den Titel Unvergreifliche Zeitungen.

1620 In Groß Gerau steht die Synagoge zwischen den Häusern des Barbiers Georgen und des Glöckners Philip Wolff (2016 Hotel Adler). - In Frankfurt erhält die titellose wöchentliche Zeitung Frankfurter Postzeitung eine Titelzeile.

1619 Die in Solms Braunfels geborene Grafentochter Amalie von Solms Braunfels (St) (17) kommt an den Heidelberger Hof und wird Hofdame der in Schottland geborenen pfälzer Kurfürstin Elisabeth Stuart (St) (23).  

1618 Beginn 30-jähriger Krieg. - Die calvinistische Grafschaft Hanau unter Graf Philipp Moritz von Hanau-Münzenberg (St) (13) unterstützt den calvinistischen Winterkönig Friedrich V von Wittelsbach von der Pfalz (St) (22). - Aus Flörsheim stammen die Hexenprozessopfer Michael Lampert und Appolonia Dietz. - Die aus Wicker stammende ehemalige Schultheißenfrau Catharina Bleichenbach wird wegen Hexerei angeklagt und die aus Wicker stammende angebliche Hexe Ela Allendorff stirbt während der Haft.

1617 Im mainzer Flörsheim wird 2 Jahre nach ihrem Vater Jacob auch die flörsheimer Winzertochter Margreth Schad (19) nach der Folter mit spanischen Stiefeln zerquetschten Beinen und dem Geständnis das Wetter verhext zu haben, wie Johann Schad und Ela Schad als Hexe bzw Hexer nach einem leidvollen Leben als Hexenkind hingerichtet. - Aus Flörsheim stammen die Hexenprozessopfer Klaus Schaden (15), Johann Müllers Dienstmagd Elß, Amalia Bleichenbach, Margarethe Preiß, Peter Baum, Margreth Schaffner, Jost Mülich, Peter Hans, Anna Müller, Johan Schad (21), Margreth Schad (19), Ela Schad (17), Hans Plaum (19) und Ela Römer. - Der aus Wicker stammende ehemalige Schultheiß Johann Bleichenbach stirbt als Hexenprozessopfer.

1616 In Frankfurt wird auf dem Roßmarkt Vinzenz Fettmilch hingerichtet. - In Geisenheim kauft der mainzer Erzbischof und Kurfürst Johann Schweikhard von Kronberg (St) (63) den von der Leyenschen Adelshof. - Aus Flörsheim stammen die Hexenprozessopfer Margaretha Lampert, die Witwe Apollonia Bischoff, die Witwe Veronica Erlenbach, die Witwe Otilia Duchman, die Müllerstochter Margaretha Velten, Margareth Schmidt, die Witwe Anna Kempffen, die Witwe Merg Velten, Angelica Erlenbach, Ela Brengen, Margaretha Heßen, Elisabeth Soltzen, Hans Baum, Veronica Hanß, Margaretha Munken, Apollonia Berling, Otilia Römer, Hanns Schmidt und seine Frau Merg Schmidt. - In Hattersheim Marxheim wird eine Hexenbeschuldigung abgelehnt.

1615 In Frankfurt erscheint die erste Ausgabe der Wochenzeitung des frankfurter Bürgers Egenolf Emmel. - Im mainzer Flörsheim hat die Gemeinde einen Schuldenberg von 6225 Gulden für die Hexerei und die befohlene Inquisition angehäuft. - Die Schumacherfrau Anna Jost aus Flörsheim wird nach einem Hexenprozeß hingerichtet. - Der alte Schultheiß Jakob Schultheiß aus Flörsheim und Jakob Schad aus Flörsheim werden nach einem Hexenprozess hingerichtet. - In Frankfurt wird die Expedition der Zeitung Frankfurter Journal in der Schützenstraße gegründet. - In Frankfurt erscheint die titellose erste Ausgabe der wöchentlichen Zeitung Frankfurter Postzeitung.

1614 In Frankfurt werden während des Fettmilchaufstands 1380 Juden jeden Alters aus der Stadt getrieben und die Judengasse geplündert. - In Frankfurt kommt es zum Sturm auf die Judengasse. Vinzenz Fettmilch wird auf dem Gutleuthof gefangen gehalten. - Der Fettmilchaufstand bringt den Briefverkehr auf Jahre hinaus völlig zum Erliegen.

1613 Hexenprozess in Oberursel. - In Frankfurt gibt es nur noch 36 Wollenweber- und Tuchscherermeister in der Stadt. Die traditionellen Örtlichkeiten Schnurgasse, Rahmhof, Tuchgaden sind verwaist.

1612 In Frankfurt verlangen die frankfurter Bürger um den aus Büdesheim zugezogenen frankfurter Anführer der unzufriedenen frankfurter 'Bürger, der Lebkuchenbäcker Vinzenz Fettmilch für die Wahl und Krönung des katholischen römisch deutschen Kaiser Matthias von Habsburg (St) (55) die Offenlegung ihrer Privilegien, die Reduzierung der Juden, einen Wochenmarkt auf dem Kornmarkt, eine Reduzierung des Zinses von 12 auf 8 % und, dass alle Juden mit weniger als 15000 Taler Vermögen aus der Stadt vertrieben werden. - In Hanau stirbt der in Hanau geborene Graf Philipp Ludwig von Hanau Münzenberg II (St) (36). - In Mainz erlässt der mainzer Erzbischof und Kurfürst Johann Schweikhard von Kronberg (St) (59) eine Spezielle Ordnung für der Zauberei verdächtigter Personen alias Hexen. Die Verpflegung besteht für zwei Tage aus Wasser und Brot, danach wird auch Brühe oder Fleisch, aber nur bis zu einer bestimmten Menge vom Atzungswirt gereicht. Vom Vitztum wird die Besoldung der Examinatoren geändert. Der Scharfrichter wird nicht mehr in Wein sondern in Geld ausbezahlt. Die neue Konfiskationsordnung beklagt die massenhafte Zunahme der Zauberei- und Hexendelikte trotz der bereits geltenden, durch viel härtere Strafen abschreckenderen Ordnung des verstorbenen mainzer Erzbischof Wolfgang von Dalberg (St) und regelt die Kostenverteilung auf die Hexenopfer. Er erstellt ein allgemeines Verhörschema mit festgelegten Fragen und verbietet die Lebendverbrennung, wenn die Malefikanten gestehen und um Gnade bitten.

1611

1610 In Frankfurt wird der Weidenhof (1852 Zeil 72 und 74, 2016 Kaufhof Zeil/ Ecke Große Eschenheimer Straße) als Gasthof betrieben.

1609 In Wiesbaden wird das Rathaus gegenüber dem Residenzschloss erbaut.

1608

1607 In Frankfurt erreicht eine Holzröhren-Wasserleitung von der Friedberger Warte den Römerberg. - Die Grafschaft Solms Rödelheim spaltete sich als jüngere Linie von der Grafschaft Solms Laubach ab.

1606

1605 Frankfurt hat 20000 Einwohner. - Der in Saarbrücken geborene Graf Ludwig II von Nassau Weilburg (St) (78) vereint den gesamten walramschen nassauer Besitz Saarbrücken, Weilburg und Idstein. - Der in Kassel geborene reformiert hessenkasseler Landgraf Moritz von Hessen Kassel (St) (33) geht mit Gewalt gegen die lutherische Universtität Marburg vor, weshalb die Professoren zu dessen Cousin, den lutherischen hessendarmstädter Landgraf Ludwig V von Hessen Darmstadt (St) (28) fliehen, der ihnen in in Gießen ein lutherisches Gymnasium gründet.

1604 Eppstein Niederjosbach wird wieder katholisch. - Mit dem Tod des mainzer Erzbishof Johann Adam von Bicken  (St) (40) endet dessen Hexenprozesswelle. - Der kurmainzer Marschallssohn Johann Schweikhard von Kronberg (St) (51) wird neuer mainzer Erzbischof und Kurfürst. - Nach dem Tod des ersten und einzigen hessenmarburger Landgraf Ludwigs IV von Hessen Marburg (St) (67) ohne erbberechtigte Kinder erbt der hessendarmstädter Landgraf Ludwig V von Hessen Darmstadt (St) (27) die Hälfte von Hessen-Marburg

1603 In Mainz lässt der mainzer Erzbischof Johann Adam von Bicken  (St) (39) den reformierten Pfarrer Anton Praetorius (43) als Hexenprozessgegner und folglich für ihn als Hexer inhaftieren und nach Protesten des in Amberg geborenen calvinischen Kurfürsten Friedrich IV von Wittelsbach von der Pfalz (St) (45) wieder frei.

1602 Der in Weilburg geborene Graf Philipp III von Nassau-Saarbrücken (St) (39) stirbt in Saarbrücken. - In Solms Braunfels wird die Grafentochter Amalie von Solms Braunfels (St) als Tochter von Graf Johann Albrecht von Solms Braunfels (St) (41) geboren.

1601 Der im Siegerland geborene und fließend Französisch und Italienisch sprechende kurmainzer Marschallssohn Johann Adam von Bicken  (St) (37) wird, obwohl er sich weigert sich zum Priester weihen zu lassen, neuer mainzer Erzbischof und Kurfürst. Er beginnt eine Hexenprozesswelle. - Aus Mammolshain stammt ein Hexenprozessopfer, das verhaftet und gefoltert flieht und wieder verhaftet wird. - Greta Baumen aus Kriftel wird in einem Hexenprozess geschreckt. - Graf Albert Otto von Soms Laubach (St) (25) heiratet die Landgrafentochter Anna von Hessen Darmstadt (St) (18).

1600 Darmstadt hat 1515 Einwohner. - Der in Darmstadt geborene hessendarmstädter Landgraf Ludwig V von Hessen Darmstadt (St) (23) kauft das isenburger Amt Kelsterbach mit Mörfelden und Langen.

1599

1598 In Frankfurt wird das Gasthaus Zum goldenen Löwen an der Fahrgasse (2016 Hainer Hof 9) errichtet. - Der Landgraf von Hessen Darmstadt Ludwig V von Hessen Darmstadt (St) (21) heiratet Prinzessin Magdalena von Zollern Brandenburg (St) (16). - Frankfurt wird mit ersten Fahrten ans Reichspostnetz angeschlossen.

1597 Aus Schloßborn stammt ein Hexenprozessopfer, das nach 5 monatiger Haft stirbt. - Aus Weilbach stammt ein Hexenprozessopfer, das fliehen kann. - Die Schloßborner Schultheissentochter wird nach 4 monatiger Haft wegen Hexerei hingerichtet. - In hanauischen Frankfurt Fechenheim führt der in Hanau geborene Graf Philipp Philipp Ludwig II von Hanau Münzenberg (St) (21) eine radikale reformierte Kirchenpolitik ein, was zum Streit mit dem katholischen Domstift alias Bartholomäusstift führt, das das Besetzungsrecht hat, woraufhin er Fechenheim mit der hanauischen Pfarrei Rumpenheim einfach zwangsweise zusammenschließt und beide mit reformierten Pfarrern besetzt.

1596 In Wiesbaden ist das neue Schloss fertiggestellt. - In Dillenburg heiratet Katharina Belgica von Oranien Nassau (St) (18) den in Hanau geborenen Graf Philipp Ludwig II von Hanau Münzenberg (St) (20). - Die flörsheimer Frauen von Hans Pflum und Kilian Mertens werden wegen Hexerei mehrfach gefoltert und hingerichtet. - Aus Wicker stammen die Hexenprozessopfer Apollonia Junges, Guiden Bechtold und Leisa Keyes. - In Darmstadt stirbt der in Kassel geborene Landgraf Georg von Hessen Darmstadt (St) (49). - In Birstein stirbt Graf Philipp II von Isenburg Büdingen (St) (70).

1595 In Flörsheim werden mehrere Personen gütlich und peinlich zu Hexereivorwürfen verhört alias gefoltert. - Aus Wicker stammt das Hexenprozessopfer Margretha Greb.

1594 In Frankfurt kommt es zum Bruch der alteingesessenen orthodoxen Lutheranermehrheit und den Deutsch-reformierten durch wirtschaftlichen Neid im Handel. - Wolfgang von Heusenstamm (St) (--) stirbt.

1593 In Frankfurt erlässt der Rat für etwa 1000 Bortenwirker und Schnürmacher eine Verordnung in französischer Sprache. Die niederländische Seidenweberei wird von so vielen Arbeitern in der Stadt betrieben, dass der Rat anfängt sich vor den vielen Fremdarbeitern, besonders Wallonen, zu fürchten.

1592 In Frankfurt tritt eine fahrende englische Komödiantentruppe während der Herbstmesse auf. - Pest in Mainz. - In Frankfurt wird das Haus Zum Schwan Steinweg 12 alias Goetheplatz zum Gasthaus umfunktioniert. - In Frankfurt ist das Haus Zum weißen Hirsch Kaiserplatz (2016 Hotel Frankfurter Hof) ein Gasthaus.

1591

1590 In Frankfurt findet ein Reichsdeputationstag statt. - In Darmstadt werden zwei Hexen hingerichtet.

1589

1588 In Frankfurt wird ein Jude an den Beinen aufgehängt. Nach einer Woche stirbt er. Zwei neben ihm aufgehängten Hunde sterben vor und nach ihm.

1587 In Mainz wird eine Person aus Hochheim der Zauberei bezichtigt. Ihr wird ein Hexeprozess gemacht.

1586 In Darmstadt werden 17 Hexen hingerichtet. - In Langenschwalbach alias Bad Schwalbach alias Schwalbach gebraucht der aus Bergzabern stammende Wasser-Mediziner und und ehemalige speyerer Fürstbischofsleibarzt Tabernaemontanus (St) (64) die Quellen zur Heilung.

1585

1584

1583 Der katholische mainzer Erzbischof und Kurfürst Wolfgang von Dalberg (St) (45) schließt sich der Gregorianischen Kalenderreform an. - Mit dem erbenlosen Tod des in Marburg geborenen Landgraf Philipp II von Hessen Rheinfels (St) (26) fällt die Niedergrafschaft Katzenelnbogen an seinen in Kassel geborenen Bruder Wilhelm IV von Hessen Kassel (St) (51) und Homburg an seinen in Kassel geborenen Bruder Landgraf Georg von Hessen Darmstadt (St) (36).

1582 In der katholischen Kirche wird der Gregorianische Kalender eingeführt. - In Darmstadt stirbt das jüngste und einzige männliche Hexenopfer Wolf Weber (10) unter dem in Kassel geborenen Landgraf Georg von Hessen Darmstadt (St) (35). Die Gefängnisse sind überbelegt. Landgraf Georg von Hessen Darmstadt (St) (35) streitet über Wochen brieflich mit seinem Bruder Landgraf Wilhelm IV von Hessen Kassel (St) (50) nur über die Frage, ob er Minderjährige hinrichten lassen darf oder nicht. Die Hexenfrage kümmert ihn nicht. - In Frankfurt prügeln sich die Turmwärter auf dem Gallustor Kreuzung Neue Mainzer Straße/Große Gallusstraße, dem wichtigsten und repräsentativsten Tor der Stadt, das nach Mainz führt und durch das alle Kaiser zur Krönung einzogen, während einer Prozession, weswegen einem der Wärter zur Strafe die Augen ausgestochen werden. - In Mainz wird der wormser Kämmerersohn Wolfgang von Dalberg (St) (44) mainzer Erzbischof.

1581 In Geisenheim lässt Hans Andreas von der Leyen 13 Bürgerhäuser abreißen und darauf einen Adelshof errichten.

1580 Graf Philipp Ludwig von Hanau Münzenberg (St) (27) stirbt und wird vom in Hanau geborenen Graf Philipp Ludwig von Hanau Münzenberg II (St) (04) beerbt. - In Frankfurt wird die Sitte des jährlichen Hirschessens abgeschafft. - In Darmstadt Kranichstein erbaut Landgraf Georg von Hessen Darmstadt (St) (33) aus einem Gutshof das Jagdschloss Kranichstein.

1579

1578 Wiesbaden brennt ab. Das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz wird von Hermann Burg wieder aufgebaut. - In Frankfurt wird im Marstall neben der Katharinenpforte eine Heuwaage eingerichtet. - In Frankfurt bringt der in Frankfurt geborene Jurist Johann von Fichard (St) (66) der Stadt Franckfurt erneuterte Reformation heraus.

1577 Die mit Graf Philipp II von Isenburg Büdingen (St) (51) verheiratete Gräfin Irmgard von Soms Braunfels (St) (41) stirbt.

1576 In Frankfurt ist das Haus Zum roten Schild in der Judengasse 148 (2016 Platz auf der Toreinfahrt zwischen Kurt-Schumacher-Straße 37 und Kurt-Schumacher-Straße 41) im Besitz des jüdischen Händlers Isaak Elchanan.

1575

1574 In Groß Winternheim wird Diether Knebel von Katzenelnbogen (St) (--) Schultheiß.

1573

1572

1571 Die solmsbraunfelser Solmser Landrechtsordnung wird von Solms Lich übernommen und dort verkündet.

1570 In Darmstadt Lichtenberg lässt Landgraf Georg von Hessen Darmstadt (St) (23) Burg Lichtenberg zu einem Renaissanceschloss ausbauen.

1569 In Hochheim wird die Frau von Ingo Bogner nach einer Hexereibeschuldigung wieder freigelassen.

1568 In Mainz braut in der Betzelsgass 25 der Brauer Petter Eckel Bier.

1567 Graf Salentin von Isenburg Grenzau wird Erbischof in Köln. - In Darmstadt übernimmt der in Kassel geborene Landgrafensohn Georg von Hessen Darmstadt (St) (20) die Regierung der Obergrafschaft Katzenelnbogen und wird Landgraf Georg von Hessen Darmstadt. - In Kassel stirbt der in Marburg geborene Landgraf Philipp von Hessen (St) (63). Mit seinem Tod wird die Landgrafschaft unter seinen Söhnen aufgeteilt, was politisch zu einem Desaster wird und zu einem großen Machtverlust führt. Sein ältester Sohn Wilhelm IV (St) (35) erhält Hessen Kassel, was etwa der Hälfte der Landgrafschaft entspricht. Der zweitälteste Sohn Ludwig IV (St) (30) erhält Hessen Marburg. Der drittälteste Sohn Philipp II (St) (26) erhält Hessen Rheinfels und der jüngste Sohn Georg I (St) (20) erhält Hessen Darmstadt.

1566 In Frankfurt wird die Familie Lersner Mitglied der frankfurter Patriziergesellschaft Alten Limpurg.

1565

1564 Pest in Mainz. - In Frankfurt wird auf der Frankfurter Messe ein Bücherkatalog vorgestellt.

1563

1562

1561 Wetter: Orkan in Frankfurt. - Wiesbaden brennt zum Großteil ab. - Graf Philipp von Hanau Münzenberg III (St) (35) stirbt. - In Frankfurt wird der Galgen auf dem Gallusfeld Ecke Moselstraße/Taunusstraße von einem Orkan zerstört und muss wieder aufgebaut werden. - In Mainz gründet der in Aschaffenburg geborene mainzer Erzbischof Daniel Brendel von Homburg (St) (38) das Kolleg der Jesuiten im Algesheimer Hof, Hintere Christofsgasse 3.

1560

1559 Offenbach wird nach Erbstreitigkeiten Residenzstadt.

1558 In Frankfurt wird ein Kurfürstentag abgehalten.

1557

1556 Die Grafschaft Isenburg Offenbach entsteht.

1555 In Frankfurt kommen Glaubensflüchtlinge aus den Niederlanden an und gründen die Deutsch-reformierte Glaubensgemeinschaft.

1554

1553 Pest in Mainz.

1552 In Mainz zerstört der brandenburgkulmbacher Markgraf von Albrecht II Alcibiades von Zollern (St) (30) Teile der Stadt und erpresst 15000 Gulden Lösegeld. - In Frankfurts belagert Albrecht II Alcibiades von Zollern (St) (30) die Stadt und zerstört die Galluswarte. - In Frankfurt befindet sich an der Westseite der späteren Hauptwache am Roßmarkt alias Heumarkt ein Galgen. - Graf Reinhard zu Solms (St) (61) erhält von Kaiser Karl V von Habsburg (St) (52) das Münzrecht. - Der drittälteste hessische Landgrafensohn Philipp II von Hessen (St) (11) muss Mädchenkleidung anziehen und kommt als Geisel des französischen König Heinrichs II (St) (33) an den französischen Hof.

1551 Grafensohn Reinhard von Hanau (St) (23) nimmt an einem Turnier in Heidelberg teil.

1550 Grafensohn Reinhard von Hanau (St) (22) trifft in Jerusalem ein. - In Melsungen stirbt der uneheliche Ludwig II Landgrafensohn Freiherr Wilhelm von Landsburg (St) (80).

1549 In Groß Winternheim wird Diether Knebel von Katzenelnbogen (St) (--) Schultheiß.

1548 Die Grafschaft von Graf Reinhard I von Solms (St) (57) wird geteilt. Sein ältester Sohn Ernst I (St) (21) erhält Lich und sein jüngerer Sohn Hermann Adolf (St) (03) Hohensolms. Der Neffe Friedrich Magnus von Solms erhält Laubach (St) (27). Sie nennen sich daraufhin Graf Ernst I von Solms Lich (St) (21), Graf Hermann Adolf von Solms Hohensolms (St) (03) und Graf Friedrich Magnus von Solms Laubach (St) (27).

1547 Wiesbaden brennt bis auf das Schloss und wenige Häuser ab. - Graf Johann von Isenburg V Grenzau (St) (40) wird trierer Erzbischof. - In Rüsselsheim lässt der römischdeutsche Kaiser Karl V von Habsburg (St) (47) die Festung schleifen. - In Frankfurt wird der arbeitslose Portraitmaler Conrad Faber von Creuznach (47) neuer städtischer Eisenwieger in der Eisenwaage am Fahrtor, wo das über die Brücke in die Stadt eingeführte Eisen gewogen und verzollt wird. - Der Schmalkaldische Krieg endet mit einem Sieg der Protestanten. - Der protestantische Befehlshaber und hessische Landgraf Philipp von Hessen (St) (43) ist zwar unter den Siegern aber in Gefangenschaft des katholischen römischdeutschen Kaisers Karl V von Habsburg (St) (47) geraten..

1546 In Mainz versucht der in Frankfurt geborene eher unpolitische frankfurter Schultheißensohn und kathlische mainzer Erzbischof Sebastian von Heusenstamm (St) (38) aus dem ausgebrochenen zweijährigen Schmalkaldischen Krieg herauszuhalten, was ihm nicht ganz gelingt.

1545 In Mainz wird der in Frankfurt geborene eher unpolitische frankfurter Schultheißensohn Sebastian von Heusenstamm (St) (37) neuer katholischer mainzer Erzbischof. Sein Unterstützer ist seltsamerweise der in Marburg geborene protestantische Landgraf Philipp von Hessen (St) (41), was Zweifel an seiner Glaubenstreue aufkommen lässt.

1544 In Bingen wird ein Hexenprozess geführt. - Graf Philipp III von Hanau Münzenberg (St) (18) wird gegen Gemeines Recht statt mit 25 schon mit 18 für volljährig erklärt.

1543

1542

1541 In Frankfurt wird der frankfurter Liebfrauenstiftsrektorssohn und Jurist Johann Fichard (39) vom in Gent geborenen römischdeutschen Kaiser Karl V von Habsburg (St) (41) in den Adelsstand erhoben. Er nennt sich danach Johann von Fichard. - Die hessische Landgrafentochter Agnes von Hessen (St) (28) heiratet in erster Ehe als Tochter von Landgraf Philipp von Hessen (St) (37) und Ehefrau Christine von Sachsen (St) (36) Herzog Moritz von Sachsen (St) (20).

1540 In Wiesbaden wird die Reformation eingeführt. - Martin II von Heusenstamm (St) (--) ist mit Anna von Hattstein (St) (--) verheiratet. - Auf Schloss Rotenburg an der Fulda heiratet der in Marburg geborene Landgraf Wilhelm von Hessen (St) (36) in Anwesenheit des Reformers Philipp Melanchthon (St) (43) morganatisch das Hoffräulein Margarethe von der Saale (St) (28) obwohl seine Frau Christine von Sachsen (St) (35) noch lebt. Die unter weltlichem und kirchlichem Recht unter Todesstrafe stehende Bigamie wird von Martin Luther (St) (57) gebilligt, verursacht aber große politische Schwierigkeiten.

1539 In Frankfurt hält sich der Reformator Philipp Melanchthon (42) auf. - Der frankfurter Liebfrauenstiftsrektorssohn Johann Fichard (27) heiratet die frankfurter Patriziertochter Elisabeth Grünberger und wird in die adelige Gesellschaft Alten Limpurg aufgenommen.

1538

1537

1536

1535 In Frankfurt wird die Reformation eingeführt. - Die evangelischen Grafen von Stolberg erben den Eppsteiner Besitz. - In Darmstadt Riedstadt wird das Philippshospital vom in Marburg geborenen Landgraf Philipp von Hessen (St) (31) gegründet. - in Frankfurt wird der frankfurter städtische lutherische Prediger Dionysius Melander (37)

1534 Der Grafensohn Balthasar von Hanau Münzenberg (St) (26) stirbt. - In Trechtingshausen wird der Hexenfall der Grete Leonhard untersucht. Sie wird auf Urfehde entlassen. - Der Mainzer Schinken wird als Delikatesse erwähnt.

1533 In Frankfurt wird die römisch-katholische Messe abgeschafft. In Frankfurt wird die Reformation eingeführt. In Mainz verklagt deshalb der mainzer Erzbischof Albrecht von Zollern Brandenburg (St) (43), der gleichzeitig Diözesanbischof von Frankfurt ist, die Stadt Frankfurt vor dem Reichskammergericht in Wetzlar. Der der frankfurter Liebfrauenstiftsrektorssohn und frankfurter Syndikus Johann Fichard (21) vertritt die Stadt Frankfurt. Der in Gent geborene katholische römischdeutsche Kaiser Karl V von Habsburg (St) (33) lässt sich vom mainzer Erzbischof Albrecht von Zollern Brandenburg (St) (43) überreden als Nebenkläger aufzutreten. - In Frankfurt hetzen die beiden städtischen, angestellten, lutherischen Reformprediger, der in Katzenelnbogen Hohenstein geborene algesheimer Pfarrer Johann Bernhard genannt Algesheimer (33) und der in Ulm geborene vom Rat der Stadt selbst geholte Prediger Dionysius Melander (45) zum Bildersturm auf den Dom auf, wobei Altäre und Reliquien zerstört werden. In einem Brief verurteilt Martin Luther (50) sofort die Aktion. - In Büdingen stirbt Graf Johann V von Isenburg Büdingen (St) (57).

1532

1531 Der illegitime Ludwig II von Hessen Landgrafensohn Johannes (St) (71) wird ermordet.

1530

1529 Graf Philipp von Hanau Münzenberg II (St) (28) stirbt. Sein Sohn Philipp III von Hanau Münzenberg (St) (03) übernimmt als Graf von Hanau Münzenberg die Regierung. - In Eppstein Niederjosbach wird die Reformation eingeführt. - In Frankfurt wird die Sitte die Prostituierten der Stadt zum jährlichen Hirschessen zur Festtafel zu laden aufgehoben. Sie werden verbannt. Nur das Essen und die Getränke werden ihnen noch nach Hause gebracht.

1528 In Frankfurt heiratet der frankfurter Patriziersohn Justinian von Holzhausen (26) die frankfurter Patriziertochter Anna von Fürstenberg (18).

1527 In Frankfurt Bornheim wird die Reformation eingeführt. - In Marburg wird die Landgrafentochter Agnes von Hessen (St) als Tochter des lutherischen Landgraf Philipp von Hessen (St) (23) und seiner ersten Ehefrau Christine von Sachsen (St) (22) geboren.

1526 In Frankfurt treten dreizehn Nonnen des Katharinen Klosters zum evangelischen Glauben über. Das Katharinenkloster und das Weißfrauenstift werden zu einer Stiftung minderbemittelter lutherischer Frauen. - In Frankfurt schüren der in Ulm geborene ehemalige ulmer Dominikanermönch und Reformprediger Dionysius Melander  (40) und der in Katzenelnbogen Hohenstein geborene algesheimer Pfarrer Johann Bernhard genannt Algesheimer  (26) radikale Strömungen in der frankfurter Bürgerschaft. - Philipp III von Hanau Münzenberg (St) wird geboren. - In Frankfurt gibt es die Gaststätte Krawallschachtel in der Großen Friedberger Straße (2016 Ecke Alte Gasse 24/Rosenbergerstraße.

1525 In Wiesbaden beteiligen sich einzelne Bürger an den Bauernaufständen, wodurch die Stadt ihre Gerichtsbarkeit verliert. - In Wiesbaden muss jeder Bürger jährlich 17 Tage Brennholz für das Biebricher Schloss machen. - In Wiesbaden wird der Bauernaufstand blutig unterdrückt. - In Mainz befreien bei einem Aufruhr die mainzer Bürger u.a. den in Katzenelnbogen Hohenstein geborenen algesheimer Pfarrer und Reformprediger Johann Bernhard genannt Algesheimer (23) nach zweijähriger Haft im Stadtturm auf der Mühlpforte, woraufhin Johann Bernhard genannt Algesheimer (23) nach Frankfurt flieht, wo der katholische Stadtpfarrer Peter Mayer nach Unruhen mit Unterstützung der Zünfte abgesetzt ist. Mit der Absetzung des katholischen Stadtpfarrers Peter Mayer, der dem katholischen mainzer Erzbischof Albrecht von Zollern Brandenburg (St) (35) untersteht und der Stadt Frankfurt, deren Bürger die Reformation fordern und die dem der Reform kritisch gegenüberstehenden katholischen Kaiser Karl V von Habsburg (St) (25) untersteht, gerät die Stadt Frankfurt in einen gefährlichen Konflikt und stellt deshalb erst einmal nur den in Katzenelnbogen Hohenstein geborenen algesheimer Pfarrer und lutherischen Reformprediger Johann Bernhard genannt Algesheimer (23) und den der in Ulm geborenen lutherischen Reformprediger Dionysius Melander (37) als städtische Prediger an um die frankfurter Bürger zu besänftigen.

1524 Wiesbaden hat über 1200 Einwohner. - In Frankfurt stirbt der reichste Bürger und mehrfache frankfurter Bürgermeister Claus Stalburg (27) und hinterlässt ein Vermögen von 45000 Gulden. - Der katholische Landgraf Philipp von Hessen (St) (20) tritt zum lutherischen Glauben über und führt die Reformation ein.

1523 In Wiesbaden wird die Pächterin Rose vom Gasthaus Zur Rose Georg-August-Zinn-Straße 1 wegen Mietschulden verklagt. - Der deutsche Maler Hans Baldung (39) genannt Grien malt zwei Hexen mit einem in einen Glaskolben eingesperrten drachenartige Wesen, das für das Syphilis-Heilmittel Quecksilber steht. - In Mainz lässt der katholische mainzer Erzbischof Albrecht von Zollern Brandenburg (St) (33) die Reformprediger verfolgen und verhaftet dabei den in Katzenelnbogen Hohenstein geborenen algesheimer Pfarrer Johann Bernhard genannt Algesheimer (23), der im Stadtturm auf der Mühlpforte festgehalten wird. - Der in Marburg geborene Philipp von Hessen (St) (19) unterwirft mit Kurfpfalz und Kurtrier Ritter Franz von Sickingen (St) (42).

1522 In Frankfurt hält der in Marburg geborene Deutschordenmönch und Barfüßermönch Hartmann Ibach (35) protestantische Predigten über Zölibat, Heiligenverehrung und Zinsabgaben an den Klerus, die für Unruhe unter der Bürgerschaft sorgen.

1521 In Frankfurt steigt Martin Luther (38) auf seiner Reise zum Wormser Reichstag im Gasthof Zum Strauß Ecke Schüppengasse/Buchgasse (2016 Rathausturm Langer Hans) ab und nächtigt auch bei seiner Rückreise dort. Die frankfurter Patrizier Philipp Fürstenberger (42), Arnold von Glauburg und Hamman von Holzhausen (54) und sein Sohn Justinian von Holzhausen (17) empfangen ihn begeistert. Der Gasthof Zum Strauß Ecke Schüppengasse/Buchgasse wird als frankfurter Lutherherberge bekannt.

1520 In Frankfurt wird das Städtische Gymnasium im Haus Goldstein in der Buchgasse (2016 Rathausturm Langer Hans) für das reformierwillige Bürgertum gegründet. Der in Nastätten geborene Poet und Erfarner in lateinischer und griechischer Sprach, der mit Martin Luther (37) in regelmäßigen Kontakt steht, Wilhelm Nesen (28) wird Direktor. Für sein Gehalt wird ein Reisiger Knecht eingespart. Der frankfurter Lateinschulgründersohn Justinian von Holzhausen (18) ist einer der ersten Schüler. - Frankfurt hat 10000 Einwohner.

1519 In Frankfurt sorgen die frankfurter Patrizier Philipp Fürstenberger (40), Hamman von Holzhausen (52) und Claus Stalburg (50), die bisher auf Hauslehrer angweiesen sind, für die Gründung einer Städtischen Lateinschule.

1518 Darmstadt wird vom in Bad Kreuznach geborenen Ritter Franz von Sickingen (St) (37) als Stellvertreter für nassauer Ansprüche auf die Obergrafschaft Katzenelnbogen überfallen. - Der in Marburg geborene Philipp von Hessen (St) (13) wird für volljährig erklärt. Landgraf Philipp von Hessen (St) (13) lässt in Marburg, Kassel, Rheinfels, Ziegenhain und Rüsselsheim die Befestigungen verstärken.

1517

1516

1515 Auf Schloss Spangenberg stirbt der an Syphilis erkrankte Landgraf Wilhelm von Hessen (St) (49) der Ältere.

1514

1513

1512 Graf Reinhard von Hanau Münzenberg IV (St) (28) stirbt. - In Mainz stirbt der kurfürstliche mainzer Hofarzt, kurfürstliche Berater und Gelehrte Dietrich Gresemund (35) an einem Eingeweidebruch. - In Frankfurt wird ein frankfurter Gesetzbuch mit städtischen Rechtsvorschriften verfassst.

1511 In Mainz verklagt die usinger Magd und jüdische Konvertitin Veronika den Sackträger Hans Behaltnust der Verleumdung, weil dieser sie mehrmals in der Öffentlichkeit der Hexerei durch Schadenszauber bezichtigt hat, den seine Frau Barbara Behaltnust durch Scharlachsamensud und einen Hexengriff erlitten haben will, und der Forderung nach ihrem Tod. Der Rat geht aufdie Hexereivorwürfe gar nicht ein und verurteilt Hans Behaltnust zu einer Frevelbuße und den Verfahrenskosten. Seine Frau beleibt unbehelligt. - Graf Ludwig II von Isenburg Büdingen (St) (89) stirbt.

1510

1509 Der an Syphilis erkrankte Landgraf Wilhelm II von Hessen (St) (40), der Mittlere stirbt.

1508 Wiesbaden wird von Adolf  von Nassau III Idstein Wiesbaden (St) (65) befestigt. Die Bäder liegen außerhalb.

1507

1506

1505 In Mainz verfasst der kurfürstliche mainzer Hofarzt, kurfürstliche Berater und Gelehrte Dietrich Gresemund (28) sein längstes Gedicht Historia violatae crucis, das auf moralisierende Weise die Geschichte der Entehrung eines Kruzifixes durch einen Schauspieler erzählt.

1504 Landgraf Wilhelm II von Hessen (St) (35), der Mittlere erkrankt an Syphilis.

1503

1502

1501

1500 Graf  Philipp von Hanau-Münzenberg (St) (51) stirbt. - Der an der Mosel geborene sponheimer Abt Johannes Trithemius (58) erstellt sein Werk Steganographia, in dem er über Engelmagie, Geheimsprache, Gedächtniskunst und Gedankenübertragung fabuliert, das Entsetzen und Schrecken hervorruft, weshalb er es nicht veröffentlich, aber der Inhalt weiter zirkuliert.

1499

1498

1497

1496 Grafensohn Reinhard von Hanau Münzenberg IV (St) (28) übernimmt inoffiziell als Mitregent die Regierung. - In Frankfurt erbaut der reichste Bürger und mehrfache frankfurter Bürgermeister Claus Stalburg (27) das großbürgerliche Wohnhaus mit gotischen Treppengiebeln und Türmchen Große Stalburg.

1495 Der letzte Abt von Kloster Bleidenstadt Klippel von Elkershausen, sein Konvent und der mainzer Erzbischof drängen darauf das Kloster Bleidenstadt in ein Ritterstift umzuwandeln. - In Mainz behandelt der in Speyer geborene jugendliche Gelehrte Dietrich Gresemund (18) in der Abhandlung Ein Dialog die Mainzer Fastnacht.

1494

1493 Der syphiliskranke Landgraf Wilhelm von Hessen (St) (27) der Ältere gibt die Regierung an seinen jüngeren Bruder Wilhelm II von Hessen (St) (24) ab, der daraufhin Landgraf von Hessen wird, und zieht sich auf Schloss Spangenberg zurück.

1492 Landgraf Wilhelm von Hessen (St) (26) der Ältere kommt von seiner Pilgerreise nach Jerusalem zurück.

1491 Landgraf Wilhelm von Hessen (St) (25) der Ältere unternimmt eine Pilgerreise nach Jerusalem.

1490 In Frankfurt lässt nach der Ermordung eines Geistlichen auf der Wasserburg Fleschenburg, einem befestigten Hof an einem Altarm des Mains im frankfurter Stadtwald bei der Gerbermühle der mainzer Erzbischof Berthold von Henneberg (St) (49) die Gräben einebnen und den Turm abreissen. - Mit dem Tod von Dieter Grans von Heppenheft-Rheinberg stirbt das Geschlecht aus. - Johann Sclafenati beendet sein Amt als mainzer Dompropst.

1489

1488

1487

1486 In Wiesbaden wird das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz eröffnet. - In Frankfurt stirbt der ansbacher und kulmbacher Markgraf Albrecht Achilles von Zollern Brandenburg (St) (72) während einer Reichstagssitzung zur Wahl des Kaisersohnes Maximilian von Habsburg (St) (27) zum römisch-deutschen König. Von den 17 Kindern von ansbacher und kulmbacher Markgraf Albrecht Achilles von Zollern Brandenburg (St) (72), darunter 6 Söhne und 11 Töchter leben noch 11, darunter 8 Töchter.

1485 In Mainz in der großen Stube der Münze am Speisemarkt, einem Haus auf 9 steinernen Pfeilern gegenüber dem großen Marktbrunnen, versammeln sich Graf Ludwig von Isenburg-Büdingen (St), Graf Philipp von Hanau-Lichtenberg (St), Graf Philipp von Solms-Münzenberg (St) und Junggraf Gerhard von Sayn (St) um sich wegen des sayner Anteils am Hain in der Dreieich zu vergleichen. - In Frankfurt wird der Nürnberger Hof aus dem Glauburghof und dem Schmidthof zusammengelegt wird.

1484 Mit einem von Bernhard von Breidenbach verfassten Reiseführer beginnt Graf Ludwig von Hanau-Lichtenberg in Begleitung von Graf Johann von Solms-Lich, Philipp von Bicken eine Pilgerfahrt nach Jerusalem. - Der junge Graf Johann von Solms (St) stirbt auf dem Rückweg seiner Pilgerreise nach Jerusalem.

1483

1482 Pest in Mainz.

1481 Der diezer und hadamarer Vogt Johann von Dehr stirbt. - Die mainzer Martinsburg, die 1478 größtenteils aus Holz erbaute Residenz vom mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) brennt während des Besuchs von Herzog Ernst von Sachsen vollständig nieder und wird um den Verdacht der Gottesstrafe auszuräumen wie eine wehrhafte fünfeckige Ritterburg aus Quadersteinen mit einem tiefen Graben und auf jeder Ecke einem Turm mit Zinnen und Schießscharten wieder aufgebaut. - Der kölner Weihbischof Arnold von Unkel ertrinkt bei einem Schiffbruch auf dem Rhein. Die Pontifikalien gehen im Rhein unter. Der Bischofsstab kann aus dem Rhein gefischt werden. - In Frankfurt wird ein allgemeines Schweinehalteverbot erlassen. - Der mainzer Dietrich von Monferrato wird von Johann Sclafenati abgelöst. - In Frankfurt Bornheim gibt Hanau seinen Anspruch auf das Dorf Bornheim auf, das mit Hausen und Oberrad endgültig an Frankfurt fällt. - In Frankfurt halten die Buchhändler in der Buchgasse eine zweite Buchmesse ab.

1480 Der mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) verlegt die Residenz der mainzer Kurfürsten wieder zurück nach Mainz und dort in die neu errichtete Martinsburg. - Die Ehegültigkeit der Verbindung Pfalzgraf Johann (St) (67) und Gräfin Johanna von Nassau (St) (67) wird geprüft. - Das große Gegenüberstehen an der Ugra endet mit einem endgültigen Rückzug der Goldenen Horde der Mongolen und einem Aufstieg des Russischen Reichs. Der Deutsche Orden verliert damit seinen wichtigsten östlichen Verbündeten. Polen verbündet sich mit Russland. - Philipp der Jüngere erbt die Grafschaft Lichtenberg. - Ritterturnier in Mainz. - Das Kloster Bleidenstadt kauft die mainzer Stadthöfe Hof Wallertheim und Hof Herberg mit ihren Gärten, die sich dadurch Bleidenstädterhof nennen. - Die Buchhändler am südlichen Teil des Kornmarkts halten eine Buchmesse ab, wodurch er den Namen Buchgasse erhält.

1479 Graf Philipp von Katzenelnbogen Diez (St) (77) stirbt. - Der Grafentitel wird über die Töchter weitervererbt. Der böhmische Königssohn Herzog Heinrich von Münsterberg bemüht sich auf die (verfrühte) Nachricht des Todes von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (77) um die Vollstreckung der ihm von seinem exkommunizierten Vater König Georg von Böhmen übertragenen kaiserlichen Anwartschaft auf die Grafschaft Katzenelnbogen. - Der trierer Erzbischof Johann von Baden II überträgt auf Bitte Graf Philipps die trierer Lehen auf Landgraf Heinrich von Hessen III (St) (39). - Gottfried von Eppstein IX (St) verkauft dem Grafen seinen Teil an Schloß Breuberg für 4000 Gulden. - Tod des letzten katzenelnbogener Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (77), am 28. Juli 1479. - Sein Schwiegersohn Landgraf Heinrich von Hessen III (St) (39) nimmt die Grafschaft unter umfassenden militärischen Sicherungsmaßnahmen ein. Mit Wagenkolonnen läßt er Gold, Silber und Kleinodien von Burg Rheinfels zur aufgewerteten Landgrafenhauptstadt Marburg bringen und veranstaltet am 11. und 12. Oktober 1479 unter großer Anteilnahme der westdeutschen Fürsten u.a. dem Herzog von Jülich am Grabe des Grafen in der Erbbegräbnisstätte des katzenelnbogener Grafenhauses im Kloster Eberbach ein feierliches Totengedächtnis. - Der Versuch den bescheidenen und barmherzigen heiligen Kasimir, polnischer Königssohn, Sohn von Elisabeth von Habsburg (St) (42), mit der Kaisertochter zu verehelichen misslingt wegen dessen Keuschheitsgelübdes. - Angeblicher Hostienfrevel führt in Passau zu Judenverfolgung und Bau der Kirche Sankt Salvator auf dem Standort der ehemaligen Synagoge. - Die Kronen von Kastilien und Aragón vereinigen sich zur erfolgreichen und endgültigen Vertreibung der seit 711 bestehenden muslemischen Herrschaft auf der iberischen Halbinsel. - Die Portugiesen importieren Sklaven nach Spanien. - In Würzburg wird nach 30 Jahren wieder ein überregionales Turnier abgehalten. Das Vier-Lande-Turnier mit 780 Turnierkämpfern mit 4073 Pferden Kämpfern ist das erste von 7 jährlichen Turnieren und so erfolgreich. Durch den Erfolg steigen die Teilnehmerzahlen der folgenden Turniere in Mainz, Heidelberg, Stuttgart, Ingolstadt, Ansbach, Bamberg, Regensburg und Worms bis die Größe der Turniere sie 1487 undurchführbar machen. (Teilnahmebedingungen waren vier adelige Ahnen). - In Frankfurt in der späteren Buchgasse wird ein Buchladen eröffnet. - In Hamburg wird die erste öffentliche aber kaum genutzte Bibliothek Deutschlands eröffnet. - Christoph von Baden I und seine Frau Ottilie von Katzenelnbogen (St) verlegen die Residenz in das Neue Schloss Baden um. - Die Tochter des unehelichen Friedrich von Heppenheft Anna von Heppenheft ist Nonne im Kloster Beselich ist letzte ihres adeligen Geschlechts, übereignet 1481 ihr gesamtes Vermögen dem Kloster und wird 1499 dessen Äbtissin. Die nun westerwälder Familie rutscht in den Bauernstand ab. - Jakob von Kronberg wird Hauptmann der Stadt Frankfurt. - Die ungeliebte Bauerntochter Bärbel von Ottenheim nimmt politischen Einfluß auf ihren Geliebten, den straßburger Vogt Jakob von Lichtenberg, und wird nach einem Jahr von den Erben aus der Burg Buchsweiler geworfen und dann unter dem Vorwurf der Hexerei in der Stadt Hagenau eingekerkert und geht nach 4 Jahren zugrunde. Der Erbe Graf Philipp von Hanau II -Lichtenberg (St) fordert von der Stadt sogar ein Todesurteil. - Der Baumeister Donato Bramante (35) kommt an den Hof von Gian Galeazzo Sforza (St) (10) in Mailand, der von seiner Mutter, der Kunstmäzenin Bona von Savoyen regiert wird, und beginnt seine ersten Bauten. - Das ganz in Goldtinte geschriebene Lorscher Evangeliar wird neu gebunden. - Der frankfurter Bürger Johannes Bach leitet die Passionsspiele. - Der Patrizier und spätere Ältere Bürgermeister Hamman von Holzhausen (12) bereitet sich auf sein Studium an der von Graf Eberhard von Württemberg V (St) (34) gegründeten Universität Tübingen vor. - Marquard von Hattstein läßt den Verkauf seiner Güter von Niedererlenbach um das Heilig-Geist-Spital prüfen und verkauft es daraufhin 1480. - Der Bruder des frankfurter Stadtschreibers Georg Uffsteiner erkrankt an Lepra. Sein Status erlaubt ihm sich trotz Einweisung in den Gutleuthof davor zu drücken und in der Stadt aufzuhalten. - Landgraf Heinrich von Hessen III (St) (39) gibt in Auftrag 100 000 Schüsseln für die Begräbnisfeierlichkeiten von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St in Kloster Eberbach zu kaufen, kann einen Teil unter anderem 400 aus Holz geschlagene bei Meister Valentin in Elsoff und 100 in Ellar bei Meister Rorich erhalten. - Die niederadeligen lebensfrohen Konventualen Eckhard von Hutten, Friedrich von Hutten und Gilbert von Buches alias Lindheim werden aus dem Kloster Seligenstadt ausgestossen. - Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) reitet in Begleitung von 27 Personen von Reichenberg nach Hohenstein reitet. - Der hohensteiner Amtmann, der Landschreiber, der Wagenmeister und zwei Schöffen foltern und hängen in Nastätten einen Dieb nach 11 Wochen und 2 Tagen im Turm. - Ein Heldenbuch mit Holzschnittbildern wird gedruckt. - Der bayerische Benediktermönch Vitus Auslasser veröffentlicht sein Kräuterbuch, in dem er die Flora des Alpenvorlandes malt und mit deutschen Namen bezeichnet. - Der Nürnberger Peter Henlein, Erfinder der tragbaren T