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Frankfurt - Wiesbaden - Mainz

 

       
 

Autor: Werner Mohr

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Chronik Rhein-Main mit Frankfurt, Mainz, Wiesbaden, Offenbach, Darmstadt, Friedberg, Hanau, Bad Homburg mit soziokulturellen Hintergründen.

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1945 Der aus der jüdischen Gemeinde ausgetretene frankfurter Oberbürgermeister Ludwig Landmann (66) stirbt in seinem niederländischen Versteck an Unterernährung. - In Wiesbaden lässt der Leiter des Lebensbornheimes Taunus Idsteiner Straße 111 alle Kinder nach Ansbach in die Heime Franken und II und danach in das Heim Hochland in Steinhörig evakuieren. Seit 1939 sind rund 500 Kinder geboren worden. - In Wiesbaden ist das SS und Polizeigericht im Nerotal 34. - In Darmstadt wird SS Unterscharführer Erich Steuben mit militärischen Ehren begraben. - In Frankfurt richten die Amerikaner eine Fernsehsendeanlage ein. - In Frankfurt sprengt erfolglos die Wehrmacht die Neue Alte Brücke um die Allierten aufzuhalten. - Der Korvettenkapitän Fürst Karl von Leiningen Dagsburg Hartenburg (St) (47) kommt in ein russisches Kriegsgefangenenlager, wo er innerhalb eines Jahres verhungert. - In Wiesbaden flüchten der Regierungspräsident und der in Westpreußen geborene wiesbadener Oberbürgermeister Felix Piekarski (55) nach Osten. - In Wiesbaden werden Zerstörungsbefehle nicht ausgeführt. - In Wiesbaden wird der Straßenbahnverkehr eingestellt. - In Mainz werfen 435 Bomber der englischen Royal Air Force 1500 Tonnen Bomben hauptsächlich über der Neustadt, Weisenau, Gustavsburg und Bischofsheim ab. Es bricht ein Flächenbrand aus und es gibt 1209 Tote. - Der in Frankfurt geborene Kernchemiker Otto Hahn (66) erhält den Nobelpreis für Chemie des Jahres 1944. - Offenbach hat 12 Juden. - In Weilmünster enden in der Heil- und Pflegeanstalt Weilmünster die T4 Morde und Verschickungen in Tötungsanstalten nach rund 6000 Fällen. - Der homosexuelle, kaltgestellte SA General, NSDAP Mitglied mit der Ehren Mitgliedsnummer 24 und viertgeborene deutsche Kaisersohn August Wilhelm von Zollern Preußen (St) (58) alias Auwi flieht mit seiner Schwägerin, Kronprinzessin Cecilie von Mecklenburg (St) (59) zu seiner Tante Margarete von Hessen (St) (73) ins amerikanisch befreite Kronberg. Er wird jahrelang interniert und bleibt ein treuer Nationalsozialist (+1949). - In Gießen Frohnausen stirbt der in Kopenhagen geborene Komponist und Landgraf Alexander Friedrich von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (82), wodurch das hanaukesselstädter Schloss Philippsruhe verwaist. - In Frankfurt eröffnet das unbeschädigte Hotel Monopol Metropol am Südausgang des Frankfurter Hauptbahnhofs, Mannheimer Straße 11-13 als erstes Hotel der Stadt wieder. - In Wiesbaden wird das Kurhaus und Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser Friedrich Platz Südseite zerstört und nicht wieder aufgebaut. - Der in Wiesbaden aufgewachsene strengprotestantische Studienrat und Stabsoffizier Hermann Kaiser (60) und der in Ziegenhain geborene Jurist und Rechtswissenschaftler Hans John (34) werden in Berlin als Verschwörer hingerichtet. - Der bopparder KPD Funktionär, langjährige NS Häftling und Zwangssoldat an der Ostfront Rudolf Steinwand (39) läuft zur Roten Armee über, engagiert sich in der Sowjetischen Besatzungszone und steigt in der SED in die DDR Führungsriege auf. - In Wiesbaden werden in der Kaserne an der Schiersteiner Straße (2016 Europaviertel) mindestenes 10 Deserteure an der Garagenanlage standrechtlich erschossen. - In Wiesbaden werden im Wald unterhalb des Berges Hohe Wurzel 16 ausländische Kalle-Zwangsarbeiter als Widerständler hingerichtet. - In Wiesbaden Kloppenheim werden polnische Zwangsarbeiter an der Friedhofsmauer hingerichtet. - In Frankfurt gibt es 160 Juden. - In Frankfurt fliehen der in Frankfurt geborene NSDAP Regierungspräsident des Regierungsbezirks Wiesbaden Otto Schwebe (42) und der NSDAP Reichsstatthalter des Volksstaates Hessen Jakob Sprenger (51) 3 Tage vor der Besetzung durch die Amerikaner. - In Wiesbaden wird der in Westpreußen geborene Standartenführer, Oberabschnitt Rhein SS Führer und wiesbadener Oberbürgermeister Erich Mix (42) abgesetzt (1954 erneut wiesbadener Oberbürgermeister und FDP Landtagsmitglied). - In Kronberg werden auf Schloss Friedrichshof die hessischen Kronjuwelen eingemauert, aber gefunden und verkauft. - In Eltville Eichberg sind im oder durch die Landesheilanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4 weitergeleitet 4600 Menschen durch Euthanasie ermordet worden, dazu 450 Kinder in der Kinderfachabteilung. - In Wiesbaden werden Halbjuden aus Mischehen ins KZ Theresienstadt verschleppt. - In Birstein wird Prinzessin Elisabeth Christiane von Isenburg (St) geboren. - Prinzessin Elisabeth Helene Prinzessin von Isenburg (St) (69), Ehefrau des in Darmstadt geborenen SA Standartenführer der Obersten SA Führung NS Professor für Sippenforschung und Familienforschung Prinz Wilhelm Karl von Isenburg Büdingen (St) (42) organisiert als Präsidentin der rechtsradikalen Organisation Stille Hilfe die Flucht von NS-Verbrechern nach Südamerika. - In Wiesbaden zieht die amerikanische Standortkommandant in das verlassene SS und Gestapo Hauptquartier Villa Söhnlein Pabst mit den Gebäuden Paulinenstraße 7-11, das deshalb den Spitznamen Weißes Haus erhält, ein. - Die in Mainz geborene wiesbadener Sektfabrikantentochter Anna Elisabeth Henkell alias Anneliese von Ribbentrop  (49) flieht ins Rheinland, veröffentlich später die Aufzeichnungen ihres Mannes und bleibt rechtsextrem. - In Marburg an der Lahn stirbt die unverheiratete Grafentochter Gräfin Adelheid von Solms Laubach (St) (70). Ihre unverheiratete Zwillingsschwester Frieda von Solms Laubach (St) (70) (+1961 Marburg) überlebt sie. - Darmstadt hat 69539 Einwohner. - In Frankfurt wird der frankfurter Gestapo Leiter Reinhard Breder (34) zum Kommandeur der Sicherheitspolizei Hessen ernannt, weshalb sich die Gestapo aus Frankfurt ins Ausweichquartier Arbeitserziehungslager Hirzenhain in unmittelbarer Nähe des gräflichstolberger Hofgutes Luisenlust zurückziehen will, das allerdings noch gar nicht geräumt ist, weshalb der zwickauer Personalchef der Horch Werke Inspekteur der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes in Wiesbaden und frankfurter Gestapo Chef SS Oberführer Hans Trummler (45) das Arbeitserziehungslager Hirzenhain räumen lässt. Einige Tage später werden die Gefangenen des Arbeitserziehungslagers an einem Waldrand in der Nähe von Glashütten von der Gestapo ermordet. - In Frankfurt werden im Westhafen Bachforellenweg 3 modernste aber wegen schlechter Verarbeitung nicht einsatzfähige U-Boote der U-Bootklasse XXI nicht mehr fertiggestellt. - In Darmstadt treffen die Amerikaner auf 50000 Obdachlose, die in den Trümmern leben. - In Mainz werden die U50 Jährigen der zur Feuerschutzpolizei umfunktionierten Berufsfeuerwehr bewaffnet und zum Schutz von Industrieanlagen abgeordnet. - In Oppenheim richten die Amerikaner einen Brückenkopf ein. - Auf dem rechtsrheinischen Kornsand gegenüber Nierstein werden fünf Niersteiner und ein Oppenheimner, angebliche gefährliche Kommunisten, Cerry Eller, ihr Mann Johann Eller, Georg Eberhardt, Rudolf Gruber, Nikolaus Lerch und und Jakob Schuch von Leutnant Hans Kaiser (1953 10 Jahre Gefängnis) nach dessen Besuch der Gasstätte Wehner an der Fähre, in einer Flak-Stellung ermordet. In Nierstein ist Georg Ludwig Bittel NSDAP Ortsgruppenleiter (freigesprochen). Kurz nach der Exekution wird die Fähre gesprengt. - Die Besitzerin des Gestüts Erlenhof in Bad Homburg Industriellentochter Margareta von Thyssen (34) betreibt im Heimatort ihres Gatten Schlossbesitzer Graf Ivan von Batthyany (35) einen Erholungsort für die Waffen-SS. Gemeinsam feiern sie wenige Tage vor dem Einmarsch der Roten Armee mit der lokalen NSDAP und der SS ein Fest während in der nahe gelegenen Scheune Kreuzstadl beim Massaker von Rechnitz rund 180 ungarischjüdische Zwangsarbeiter ermordet werden. - Der in Darmstadt geborene bevollmächtigte General der deutschen Wehrmacht, Mitglied der Waffen SS Karl Wolff (45) (Behauptet 1964 bei der Anklage für den Tod von 300000 Juden verantwortlich zu sein erst 1945 von der Vernichtung der Juden erfahren zu haben) erlaubt dem Offizier Wichard von Alvensleben (43) unerklärlicherweise die Befreiung von 139 Sonder- und Sippenhäftlingen in Südtirol, viele davon Politiker und Adelige, darunter der in Offenbach Rumpenheim geborene Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP und ehemalige Oberpräsident der Preußischen Provinz Hessen Nassau Landgraf Philipp von Hessen (St) (45). - Der mit der in Mainz geborenen wiesbadener Sektfabrikantentochter Anna Elisabeth Henkell (49) verheiratete Reichsaußenminister Joachim Ribbentrop (52) flieht nach Hamburg und taucht unter dem Namen Reiser unter bevor er nach Nürnberg zum Kriegsverbrechertribunal gebracht wird. (1946 hingerichtet. Seine Pferdezucht Gestüt Asta wird die VDO Gründertochter und zweifache Olympia Dressur Goldmedaillengewinnerin Liselott Linsenhoff übernehmen). - In Mainz wird das Hotel Zum Hohenzollern Ecke Rheinalle/Kaiserstraße (2016 Hotel Mainzer Hof) Kaiserstraße 98 von den Franzosen genutzt. - In Frankfurt dringen die Amerikaner über die Wilhelmbrücke in die Stadt ein. - Der darmstädter Spenglermeister, Vorsitzender des Verwaltungsrats der darmstädter Sparkasse, der hessischen Elektrizitäts AG, der Darmstädter Flughafen AG und darmstädter NSDAP Oberbürgermeister Otto Christian Wamboldt (61) flieht vor den Amerikanern und begeht mit seiner Ehefrau Selbsmord. - Der in Pasing geborene Eisenbahnverwaltersohn, SS Gruppenführer und ehemalige darmstädter Oberbürgermeister Heinrich Müller (49) begeht in Potsdam mit seiner Frau und seinen drei Kindern erweiterten Selbstmord. - Der in Frankfurt geborene Schauspieler Hans Adalbert Droescher mit Künstlernamen Hans Adalbert Schlettow (57), der hauptsächlich finstere Gestalten spielt und sich auch als Hans Adalbert von Schlettow als Adeliger ausgibt, stirbt als Zivilist während der Schlacht um Berlin. - Die in Frankfurt geborene Schauspielerin Ida Wüst (61) spielt in ihrem 100. Spielfilm Die Brüder Noltenius. Ihre Entnazifizierung wird wegen massiver Vorwürfe der Denunziation von jüdischen Kollegen abgelehnt. - Postbriefkästen sind rot. - In Frankfurt fordert der überlebende Adler Zwangsarbeiter Max Loock die Amerikaner auf, die nach der Evakuierung des Adlerwerkes haufenweise toten Zwangsarbeiter und Beweismaterial zu sichern. Nur 25 in aller Eile auf dem Hauptfriedhof eingeäscherte Tote werden noch gefunden. Die Vorstandssekretärin von Adler Generaldirektor und Aktienmehrheitsbesitzer Ernst Hagemeier (--) (1966 Bundesverdienstkreuz) führt ihren Auftrag die Akten KZ Katzbach zu vernichten nicht aus. Die Akten verschwinden trotzdem aus dem Panzerschrank. Auch Abwehrbeauftrager Dr Engelmann wird wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Beide werden von Tätern zu Opfern des Systems umgedeutet, da man ihnen angeblich schon kranke KZ Häftlinge in die Fabriken schickte. - Die Wachmannschaft des KZ Auschwitz ist mit Adler Personenkraftwagen ausgestattet. - In Deutschland befinden sich 700000 Menschen in KZs. - In Geisenheim wird die Grafentochter Angelika Leopoldine Maria von Ingelheim Mespelbrunn (St) als Tochter von Graf Philipp Alexander Rudolf Viktor Anselm Franz von Ingelheim Mespelbrunn (St) (30) geboren. - In Lorsbach verstecken Emil und Paula Heinzmann ein halbjüdisches Mädchen (12) 12 Monate lang. - Der ehemalige evangelische rüsselsheimer Pfarrer und gut vernetzte NS Widerständler Emil Fuchs (68) (1949 Umzug in die DDR als Professor in Leipzig), dessen Sohn Klaus Fuchs (34) in Los Alamos als Spion für die Sowjetunion das amerikanische Atombombenprojekt ausspioniert, schickt seinen halbwaisen Enkel Klaus Fuchs-Kittowski (11), den er wegen des Verlustes der Erziehungsberechtigung nicht bei sich behalten darf und dessen Vormund der berlintegeler Wehrmachts Gefängnispfarrer Harald Poelchau (42) wird, in die Odenwaldschule in Heppenheim, wo er 6 Jahre bleibt. Er wird Wissenschaftphilosoph. - In Darmstadt besteht das Zwangsarbeiter Internierungslager aus hunderten ungeheizten Zelten. - Das ehemalige SS Mitglied Fürst Georg Ludwig von Erbach Schönberg (St) (42) befiehlt erfolglos seiner Frau sich und die Kinder zu vergiften und flieht alleine, danach bewirbt er sich erfolgreich bei der amerikanischen Streitkräften in Bensheim als Offizier, kommt dann aber in ein Kriegsgefangenenlager, wo er eine psychische Krankheit zu simulieren beginnt. - Der in Arolsen geborene Erbprinz Josias von Waldeck und Pyrmont (St) (49) ist General der Waffen SS und für das KZ Buchenwald zuständig (lebt 1950 wieder als Multimillionär auf Schloss Arolsen). - In Frankfurt werden von der Großmarkthalle aus die letzten Halbjuden in die Vernichtungslager gefahren. Eine Fahrt auch im Viehwaggon dauert ohne Nahrung und Wasser etwa 3 Tage, wobei standartgemäß 4 Pfennige/Kilometer abgerechnet werden. Bei mehr als 500 Personen gibt es Mengenrabatt. Die Rechnung der Reichsbahn geht and die Firma Mitropa. Die berechneten Beträge werden von der SS aus geraubtem Geld bezahlt. - Der in Offenbach geborene Wehrmachtssoldat Walter Buckpesch (21) desertiert wenige Tage vor Kriegsende von der Wehrmacht (1983 Mitglied des Bundestages).

1944 Der in Arolsen geborene Erbprinz Josias von Waldeck und Pyrmont (St) (48) wird General der Waffen SS und schafft es seinen Intimfeind, den in Darmstadt geborenen KZ Kommandant Karl Otto Koch (St) (44) im Rahmen der Buchenwalder Korruptionsaffäre zur Wiederherstellung der Ehre der SS hinrichten zu lassen. - In Frankfurt wird das Luxushotel Frankfurter Hof Kaiserplatz von Fliegerbomben zerstört. - Der in Westpreußen geborene Standartenführer und wiesbadener Oberbürgermeister Erich Mix (41) wird SS Führer Oberabschnitt Rhein. - In Wiesbaden wird das Reichsschulungslager NSDAP aufgelöst und nach Oppenheim verlegt. - In Wiesbaden dient das Lebensbornheim Taunus Idsteiner Straße 111 als Zwischenstation für Mütter, Kinder und Angstellte aus anderen Lebensbornheimen wie dem Heim Westerwald bei Paris, dem Heim Ardennen in Belgien, dem Heim Pommern und dem Heim Warthegau. - In Wiesbaden ist Unter den Eichen ein Außenkommando des KZ Hinzert bei Trier und eine Ausweichstelle der SS Dienststelle im SS Bunker. - In Wiesbaden werden mögliche Verschwörer des Hitlerattentats im Polizeigefängnis in der Friedrichstraße 25 inhaftiert und gefoltert. - In Frankfurt wird das homosexuelle Swing Jugend Mitglied mit langen Haaren Wolfgang Lauinger (26) ein zweites Mal von der Gestapo in der Zentrale in der Lindenstraße 27 verhört, nachdem er seinen Freund Josef Steingass aus dem Gefängnis in Frankfurt befreit hatte, doch da ihm nichts nachgewiesen werden kann, wird er wieder freigelassen. - In Rüsselsheim sterben nach einem Bombenangriff auf das Opelwerk mit 674 Bomben, die fast alle ihr Ziel verfehlen, 201 Menschen, 24 davon Dorfbewohner, der Rest sind Zwangsarbeiter. In Rüsselsheim wiegeln in der zerstörten Frankfurter Straße vor dem Park-Hotel die Rüsselsheimerinnen Käthe Reinhardt, ihrer Schwester Margarete Witzler und deren Tochter Lilo mit Kindermörder-Rufen die Bevölkerung zur Lynchjustiz an 8 von Soldaten bewachten englischen Bomberpiloten Norman Rogers, John Sekul, Thomas Williams, William Dumont, Elmore Austin, William Adams, Sidney Brown, Forest Brininstool, Haigus Tufenkjia, auf, die zunächst vom Kneipenwirt Philip Gutlich mit einem Knüppel verprügelt und während ihrer Flucht zum nächsten Verladepunkt an der Ecke Grabenstraße/Taunusstraße wieder eingeholt und gestellt werden, wo der rüsselsheimer NSDAP Ortsgruppenleiter Joseph Hartgen mit Pistolenschüssen in die Luft hinzugekommene Bewohner der Rheinstraße, Opelarbeiter, Flaksoldaten und Flieger herumkommandiert und anfeuert sie mit Besenstielen und Schaufeln totzuschlagen. Der Schullehrer Christoph Keil will dazwischengehen, wird aber mit Mach dich fort, sonst bekommst du es auch noch! -Drohungen vertrieben. Der Fabrikarbeiter August Wolf beginnt ihnen mit seinem Hammer auf den Kopf zu schlagen. Seine Kollegen Wolf und Fugmann bewerfen sie mit großen Steinen und Eisenbahnschwellen bevor sich auch Soldaten beteiligen. Der rüsselsheimer NSDAP Ortsgruppenleiter Joseph Hartgen ergreift ebenfalls einen Hammer und schlägt ihnen ebenfalls auf den Kopf. Als sie sich nicht mehr bewegen, erschießt er sie mit Kopfschüssen. Hitlerjungen müssen die Leichen vom Mob begleitet zum Waldfriedhof karren. William Adams und Sidney Brown stellen sich tot und überleben im Leichenhaufen. - In Mainz wird Bischofsheim, Ginsheim, Gonsenheim mit Kaserne, Gustavsburg, Kastel, Kostheim, die Neustadt, Weisenau und der Hauptbahnhof bombardiert, der aber nach kurzen Reparaturarbeiten wieder in Betrieb genommen wird. - In Frankfurt werden von der englischen Royal Air Force 3000 Tonnen Sprengbomben abgeworfen. - In Eppstein Niederjosbach werden Kriegsdienstuntaugliche und die Jahrgänge 1927, 1928 und 1929 zum Schanzenbau an den Westwall eingezogen. - Der hattersheimer SPD Mann und Drucker Peter Nida wird nach Verbüßung seiner 3 jährigen zweiten Haftstrafe an die Stapo übergeben, die ihn in Schutzhaft nimmt und ins KZ Dachau verschleppt, wo er innerhalb eines Jahres stirbt. - In Frankfurt sterben nach einem nächtlichen Bombenangriff der englischen Royal Air Force 421 Menschen. Es gibt 55000 Obdachlose. - In Frankfurt sterben nach einem zweiten nächtlichen Bombenangriff der englischen Royal Air Force 1001 Menschen. Es gibt 120000 Obdachlose. - In Frankfurt stirbt die Ehefrau des in Offenbach Rumpenheim geborenen ehemaligen finnischen Kronprinzen, evangelischen Rittmeisters, Bankkaufmanns der arisierten frankfurter Filiale der M. M. Warburg & CO Bank, NSDAP und SA Mitglieds, NSDAP Obertaunuskreis Landrat Prinz Wolfgang von Hessen Kassel (48), die badische Prinzessin Marie Alexandra von Baden (46) in einem Luftschutzkeller. - In Darmstadt wird das oberirdisch zerstörte Gasthaus und Weinlokal Bockshaut Kirchstraße 7-9 von Sofie Heiß unterirdisch in den Kellergewölben weitergeführt. - Der in Wiesbaden Biebrich geborene Offizierssohn und General Ludwig Beck (64) wird in Berlin als Verschwörer hingerichtet. - In Wiesbaden renovieren Polizeigefängnis Häftlinge aus der Friedrichstraße 25 auf dem Gelände des Reit- und Fahrclubs Unter den Eichen hinter dem Cafe Ritter einige unisolierte Baracken der Jockeys notdürftig, wo 75 luxemburgische Widerständler und KZ Häftlinge unter der Führung eines SS Hauptsturmführers eingesperrt werden, die Büroräume für Ordnungspolizei, Waffen SS, Ergänungsstelle Rhein, SS Helferinnen Heim und einen Schutzraum für den Warschauer Ghetto Massenmörder Generalleutnant der Waffen SS und Polizei Jürgen Stroop (49) erbauen sollen. Jürgen Stroop (49) selbst wohnt mit seiner Frau und 3 Kindern in der 17 Zimmer Villa Nerotal 46. - In Darmstadt wird der KPD Funktionär Georg Fröba (44) nach einer Denunziation im Vorjahr und Monaten im Gestapo Gefängnis in der Rundeturmstraße 6 mit Michael Weis, Hans-Otto Fillsack, Konrad Weigel und Michael Hass des Hochverrats angeklagt. Als Anführer wird Georg Fröba (48) im Gestapogefängnis Frankfurt Preungesheim hingerichtet und seine Leiche der Goethe Universität in Frankfurt übergeben. - In Wiesbaden gibt es 3376 männliche und 2339 weibliche namentlich bekannte Zwangsarbeiter aus 16 Nationen und 26 Arbeitslager, darunter Kalle & Co, Rheinhütte, Didier Werke Biebrich, Glyco Metall, Schulz und Braun Schierstein, Chemische Werke Albert Amöneburg, Buchhold Keller Bierstadt, Horn&Söhne Dotzheimer Straße Maschinenfabrik Wiesbaden AG, Klinger-Kolb Dotzheim, Lermer Stahlbau Dotzheimer Straße und Söhngen & Co Waldstraße. Die Sammellager heißen Arbeitsgemeinschaft Industrie zusammengelegt mit dem städtischen Arbeitslager Willi Ecke Mainzer Straße/Welfenstraße (2016 Real-Markt-Parkplatz). - Der in Wiesbaden geborene wiesbadener Spielbank Croupierssohn, deutsche Jazzpianist, spätere Big Band Leader und Schlagersänger Paul Kuhn (16) ist Truppenbetreuer der Wehrmacht in Paris. - In Obermörlen Ziegenberg wird im Ritterburgbunker alias Führerhauptquartier Adlerhorst die Führeransprache zum Jahresende aufgenommen. - In Obermörlen Ziegenberg wird das Führerhauptquartier Adlerhorst zum Hauptquartier des in Mainz, Frankfurt und der Kadettenanstalt Oranienstein in Diez aufgewachsenen magdeburger Husaren Rittmeistersohnes, Oberbefehlshaber West, Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt (69). - In Rodgau erhöht sich die Sterblichkeit unter den Strafgefangenen im Strafgefangenen Stammlager II Rollwald von 8 seit 1938 auf 147 bis 1945. - In Rodgau Dieburg wird ein Strafgefangenenlager von darmstädteter Häftlingen im Arbeitshaus eingerichtet. Die Strafgefangenen werden zur Flurbereinigung herangezogen. Innerhalb eines Jahres werden auf dem Lagergelände 24 Einfamilienhäuser und ein Schwimmbad für das Wachpersonal gebaut. Einer der Gefangenen ist der wegen seiner Homosexualität verurteilte populäre Tennis Davis Cup Spieler Gottfried von Cramm (29), der nach einem halben Jahr wegen guter Führung entlassen wird. - In Frankfurt führt Hauptmann Kleinstäuber den Polizeiarzt Golaert durch die beiden Polizeigefängnisse Klapperfeldstraße und Gutleutstraße, der beklagt, dass die Insassen wie Vieh in überfüllten, ungelüfteten, mit Kot verdreckten, dunklen Zellen gehalten werden, obwohl sie noch gar nicht verurteilt sind. Neben Ungeziefer tritt gelegentlich Fleckfieber auf. Es herrscht ein unbeschreiblicher Gestank. In einem Raum mit 180 m³ Rauminhalt sind 66 Personen eingesperrt und in einer Ecke steht ein Eimer mit einem Deckel. - Frankfurt hat 357737 Einwohner. - In der Nähe von Hirzenhain eröffnet die frankfurter Gestapo ein eigenes Erweitertes Polizeigefängnis für Frauen. - Der in Mainz geborene Verschwörer Freiherr Karl von Thüngen (53) wird verhaftet, vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und im Zuchthaus Brandenburg-Görden erschossen. - Der in Mainz geborene Studienassessor und von seinen Kollegen denunzierte Studienassessor Emil Heinrich Darapsky (38) wird wegen privater Aufzeichnungen wegen Wehrkraftzersetzung in Berlin zum Tode verurteilt und gehenkt. - In Wiesbaden wird das von der Wehrmacht zur Luftüberwachung übernommene Luxushotel Neroberghotel in ein Reichslager umfunktioniert. - In Frankfurt werden in 3 Luftangriffen im März die gesamt Altstadt und die Innenstadt zerstört. - Der abgedankte bayerische Kronprinz Rupprecht von Wittelsbach Bayern (St) (75) versteckt sich in Florenz. Seine Frau Prinzessin Antonia von Luxemburg und Nassau (St) (45) kommt mit ihren Kindern Heinrich Franz (St) (22), Irmingard (St) (21), Editha Marie Gabrielle (St) (20) Hilda Hildegard Marie (St) (18) Gabrielle Adelgunde Marie (St) (17) und Sophie Marie Therese (St) (09) ins KZ Sachsenhausen und danach ins KZ Flossenbürg. Sein Sohn aus erster Ehe Albrecht von Wittelsbach Bayerns (St) (39) und dessen Sohn Franz von Wittelsbach Bayern (St) (11) werden im KZ Flossenbürg inhaftiert. - In Darmstadt wird die Stadt zu 80% von 235 Bombenflugzeugen der englischen Royal Air Force zerstört, wobei 11000 Menschen in einem Feuerinferno auch in den Luftschutzkellern sterben. Nach der Zerstörung fliehen 66000 Obdachlose in den Odenwald und an die Bergstraße. - In Mainz Kastel gründet sich der Angelsportverein Frühauf Mainz Kastel in der Siedlungsschänke Wiener Platz. - In Frankfurt erhält die ausgebombte Stadt 25 neue Straßenbahnen. Alle Straßenbahnen besitzen wie seit ihrer Einführung nur eine Laterne, die abwechselnd vorne oder hinten, je nach Fahrtrichtung, befestigt wird. - In Frankfurt wird in den Adlerwerken Kleyerstraße 19 begonnen unter SS Bewachung Kettenfahrzeuge zu produzieren und Aufräumarbeiten durchzuführen. Dabei werden über 1600 KZ Häftlinge eingesetzt, wobei 528 sterben. - In Frankfurt unterhalten die Adlerwerke Zwangsarbeitslager in der Froschhäuser Straße, der Kleyerstraße 45 und in der Krifteler Straße 47 (Werk IV). - In Frankfurt ist die Tageszeitung Rhein-Mainische Zeitung das amtliche Organ der NSDAP für den Gau Hessen Nassau. - In Frankfurt tritt der Deutsche Volkssturm bei der NSDAP Ortsgruppe Dornbusch auf der Bertramswiese (2016 HR Gelände) zum Exerzieren an. - In Frankfurt wird ein elektrischer Omnibus zwischen Heddernheim und Praunheim eingesetzt. - In Frankfurt werden Zitronenverteilt. - In Mainz sind im Polizeigefängnis Dalberger Hof Klarastraße 4 innerhalb von 10 Monaten 1986 Menschen bei menschenunwürdigem Gestank, Kälte und Dunkelheit bis zum Abtransport in die KZs inhaftiert. - Der in Frankfurt aufgewachsene deutsche NS Günstling, Kriegsverbrecher und Wehrmachtsgeneral Carl-Heinrich von Stülpnagel (58), der an der Ostfront erfolgreich selektiv unter der Bevölkerung die Ermordnung von tausenden Juden durch Pogrome und durch die Wehrmacht betrieb, wird als Attentäter und Widerstandskämpfer hingerichtet (2016 In Frankfurt steht auf seinem Grab Opfer des 20 Juli 1944). - Der in Ziegenhain geborene Luftfahrtjurist und Wehrmachtsmitglied Hans John (33) wird als Juli Verschwörer hingerichtet. - In Bad Homburg steht im Gestüt Erlenhof das Rennpferd Nordlicht, das gerade das Blaue Band gewonnen hat. - Prinz Georg Ludwig von Erbach Schönberg (St) (41) tritt aus der SS aus. Während sein Vater Fürst Alexander von Erbach Schönberg (St) (73) eine Blinddarm OP hat, kommt es zu einem Fliegerbombenangriff. Die Ärzte lassen ihn angeblich zurück, weshalb er stirbt. Prinz Georg Ludwig von Erbach Schönberg (St) (41) wird neuer Fürst. - Der in Wiesbaden geborene Gewerkschaftssekretärssohn Rudi Arndt (17), dessen Eltern von SS und Gestapo ermordet wurden, tritt der NSDAP bei und wird HJ Führer (1970 hessischer Finanzminister). - In Frankfurt wird das Stadthaus in der Friedrich Ebert Anlage (2016 Grandhotel Hessischer Hof) 40 des in ein KZ verschleppten NSDAP Mitglied und Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau Landgraf Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (48) und seiner Ehefrau, der italienischen Königstochter Prinzessin Mafalda von Savoyen (St) (41) zerstört.

1943 Goebbels proklamiert den Totalen Krieg. - Der in Frankfurt geborene SS Oberführer, Leiter des Forschungsamtes der Luftwaffe und mit der griechischen Prinzessin Sophie von Schlewig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (29) verheiratete Prinz Christoph Ernst August von Hessen (St) (42) stirbt in Italien. - Der frankfurter Jazzmusiker und Mitglied der illegalen  Hotclub Combo Emil Mangelsdorff (18) wird von der Gestapo verhaftet und im Gestapo Hautquartier Lindenstraße 27 14 Tage schikaniert. - In Frankfurt Sachsenhausen wird die Apfelweinwirtschaft Wagner Schweizer Straße 71 zwangsgeschlossen. - In Frankfurt wird eine Frankfurter Zeitung Ausgabe von Adolf Hitler (54) wegen eines Dietrich Eckart Artikels verboten und nach einem halben Jahr die gesamte Zeitung in der Großen Eschenheimerstraße geschlossen. - In Frankfurt wird die Jüdin Cäcilie Breckheimer von der Gestapo verhaftet und im frankfurter Polizeigefängnis Klapperfeld inhaftiert. - In Wiesbaden wird das Lebensbornheim Taunus Idsteiner Straße 111 zum luxuriös eingerichteten Entbindungs- und Mütterheim saniert, umgebaut und neu eröffnet und ein Außenkommando des Frauen KZ Ravensbrück stationiert. - In Wiesbaden müssen sich Sinti und Roma im Hof der Synagoge Friedrichstraße 33 (2016 Jüdische Gemeinde) einfinden und werden von hier aus ins KZ Auschwitz deportiert. - In Wiesbaden werden acht französische Zwangsarbeiter, die das Arbeitsamt dem städtischen Tiefbauamt zugewiesen hatte, im Hotel Börse Mauritiusstraße 8 untergebracht. - In Wiesbaden wird in der Sonnenberger Straße gegenüber der Brauerei Krone das Lager 1500 für russische und italienische Kriegsgefangene alias Zwangsarbeiter errichtet. - Die enteigneten jüdischen und 1880 evangelisch getaufen frankfurter IG Farben Vorstände, die Gebrüder von Weinberg sterben, Carl von Weinberg (82) in der Nähe von Florenz in Freiheit und Arthur von Weinberg (83) 6 Tage später im KZ Theresienstadt. - In Frankfurt Heddernheim wird im Arbeitserziehungslager regelmäßig hingerichtet. Das 90 Mann starke Bewachungspersonal, das dauernd flucht und prügelt und die Strafgefangenen ständig im Laufschritt hält, besteht aus meist jungen Heddernheimern. Die Arbeitsstrafkommandos marschieren täglich durch Heddernheim. - In Frankfurt ist im Hauptpostamt Zeil 110 ein geheimer Briefkasten eingerichtet, in den Gestapo Spitzel monatlich ihre Berichte einwerfen. - In Frankfurt wird die Eislaufweltmeisterin Marika Kilius als Friseurtochter geboren. - In Offenbach wird die Altstadt fast vollständig zerbombt. - In Offenbach wird das Gestapo Gefängnis in der Frankfurter Straße 90 (2016 IHK Offenbach) zerstört. - In Wiesbaden fusioniert die gleichgeschaltete wiesbadener Tageszeitung Wiesbadener Tagblatt mit der NSDAP Tageszeitung Wiesbadener Volksblatt. - In Mainz wird die Neustadt bombardiert. - Der SA Arzt Josef Mengele (32), ehemaliger Assistent von Freiherr Otmar von Verschuer (47), dem Leiter des Universitäts-Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in der Gartenstraße am Mainufer in Frankfurt wird in das KZ Auschwitz als Lagerarzt abkommandiert. - In Mainz bestehen 43 Zwangsarbeiterlager mit 2116 Männern und 825 Frauen. Dazu gibt es unzählige Arbeitskräfte wie Landarbeiter, Haushaltshilfen und Hilfskräfte, die am Arbeitsplatz untergebracht sind. In Mainz ist das größte Zwangsarbeitslager das MAN Lager Mainz Gustavsburg mit 1067 Arbeitern. In Mainz gibt es das Polizeihaftlager alias KZ Hinzert/SS Außenlager Finthen auf dem Flugplatz in Finthen und ein zweites Lager Rhein im weisenauer Zementwerk, das auf die Ingelheimer Aue auf das Nachbargrundstück zum Pfleiderer-Werk verlegt wird, wo über 50 Zwangsarbeiter ihr eigenes Lager aufbauen müssen und dabei auf dem Betonboden schlafen müssen. - Das NSDAP Mitglied und Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau Landgraf Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (47) und seine Ehefrau, die italienische Königstochter Prinzessin Mafalda von Savoyen (St) (41) werden in KZs verschleppt, weil ihr Vater, der italienische König Viktor Emanuel III. von Italien (St) (74) Mussolini (47) nach der alliierten Invasion verhaften liess. Mafalda von Savoyen (St) (41) kommt ins KZ Buchenwald und der Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (47) ins KZ Flossenbürg. - In Frankfurt begleitet der in Frankfurt geborene Leiter des Judenreferates II B2 Heinrich Baab (35)(1950 wegen u.a. 55fachen Mordes, 21fachen versuchten Mordes, 30facher Körperverletzung und 22facher Freiheitsberaubung verurteilt) an seinem letzten Arbeitstag im Judenreferat persönlich einen Transport der letzten Volljuden, darunter die Angestellten und die Leiter der Frankfurter Stelle der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland, ins KZ Theresienstadt. - In Frankfurt wird der Leiter der Gestapo Oswald Poche (35) durch Reinhard Breder (32) abgelöst, der sich auf Mischehen spezialisiert und bei Bagatellverstößen wie dem Nichttragen des Judensterns in KZs verschleppen lässt. - Der wiesbadener Museumsdirektor Hermann Voss (59), der eigenlich kein NSDAP Mitglied ist, wird nach einem persönlichen Gespräch mit Adolf Hitler (54) im Führerhauptquartier Wolfsschanze Leiter der Dresdener Gemäldegalerie und oberster Fachmann für Gemälde. Sein bester Geschäftspartner ist der in Dresden geborene Beutekunsthändler Hildebrand Gurlitt (48). - Der in Katzenelnbogen Berghausen geborene Großbauernsohn und ehemalige Gestapo Gründer Rudolf Diels (43) heiratet Görings Ex-Schwägerin Ilse Göring. - In Frankfurt konfirmiert die evangelische Kirche schon zu Weihnachten, weil im Folgejahr alle Schulkinder aufs Land geschickt werden sollen. - In Bad Homburg wird der Magenbitterlikör Reichs-Post Bitter Hersteller verkauft. - In Wiesbaden wird der in Wiesbaden aufgewachsene Kaufmannssohn, Rechtsanwalt und ehemalige radikale Stahlhelm Führer Hans Buttersack (58) als Rechtsbeistand für die verfolgten Bekennende Kirche Mitglieder zum zweiten Mal von der Gestapo verhaftet und ins KZ Dachau, zur Zwangsarbeit zu Messerschmitt Augsburg und wieder in KZ Dachau verschleppt, wo er 1945 stirbt. - In Wiesbaden wird der in Frankfurt geborene frankfurter NSDAP Kreisleiter Otto Schwebe (41) vertretungsweise Regierungspräsident des Regierungsbezirks Wiesbaden. - In Eltville Eichberg sind die Gerüchte über Euthanasie in der Irrenanstalt, Nervenheilanstalt Landesheilanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4 so beängstigend für ältere und gebrechliche Menschen, die eigentlich aus Luftschutzgründen aus den Großstädten evakuiert werden sollen, dass sie Selbstmord begehen. - In Birstein wird Prinz Franz Alexander von Isenburg (St) geboren. - In Wiesbaden wird der Warschauer Ghetto Massenmörder Generalleutnant Jürgen Stroop (48) neuer Höherer SS- und Polizeiführer Rhein/Westmark in der Villa in der Uhlandstraße 5. - Der in Straßburg geborene, in Marburg promovierte Kunstgeschichtler und Direktor des Historischen Museum in Frankfurt Fahrgasse 2 Graf Ernstotto von Solms Laubach (St) (53) wird Kunstschutzoffizier im Osten und Mitverantwortlicher bei der Bernsteinzimmerbergung. Es gibt keinerlei Informationen über ihn in den restlichen Kriegstagen (+1977 Frankfurt). U.a. betätigt er sich im russischen Zarenschloss Peterhof. - In Frankfurt sind im Polizeigefängnis Klapperfeldstraße in den Sammelzellen mit 36 Betten 80 Gefangene auf 60 untergebracht. Das ganze Gebäude stinkt nach Fäkalien und ist mit Wanzen, Läusen und Flöhen verseucht. - Der aus dem nordhessischen Treis stammende Bauernsohn, ehemaliges deutsch-nationale Kampfbund für deutsche Kultur Mitglied, frankfurter Städelschüler und wegen seiner Heirat mit der Jüdin Liesl und der nicht akzeptierten Scheidung 1936 ausgeschlossene und finanziell ruinierte Maler Heinrich Will (48) wird wegen der Teilnahme an regimekritischen Gesprächen des gießener Kaufmann-Will-Kreis und des gemeinschaftlichen Abhörens ausländischer Radiosendungen von der Gestapo verhaftet, vom Volksgerichtshof in Darmstadt wegen Vorbereitung zum Landesverrat und Abhörens von Feindsendern zum Tode verurteilt und im Gestapogefängnis Frankfurt-Preungesheim hingerichtet. - In Wehrheim wird das Gasthaus Waldfriede zum Taunus-Kinderheim mit Luftschutzkeller und Wäscherei auch ein Lieferwagen mit einer Leiterin zwei Erzieherinnen und 40 Kindern, die in Wehrheim zur Schule gehen, umfunktioniert. - In Bad Nauheim werden Radio-Notstudios im Hotel Terassenhof eingerichtet. - In Mainz wird der Industrielle Heinz von Opel als Sohn der Automobilindustriellentochter und weltbesten Military-Reiterin Irmgard von Opel (36) und ihrem in Frankfurt geborenen Cousin, Sportfunktionär und Sportler Georg von Opel (29) geboren. - Das in Kronberg im geteilten 13000 m² große Villa Guaita Anwesen ansässige, in Uerdingen geborene frankfurter IG Farben Vorstandsmitglied, Leiter der Sparte II im Reichskriegsministerium und Wehrwirtschaftsführrer Fritz Ter Mer (59) wird Generalbevollmächtigter für Italien des Reichsministers für Rüstung und Kriegsproduktion. - In Frankfurt werden auf der Pferderennbahn 20 Renntage abgehalten. - In Frankfurt stirbt die jüdische jahrzehntelang frankfurter Opernsängerin und Theaterschauspielerin Sophie König (89) in hausarrestähnlichen Verhältnissen. - In Wiesbaden tritt die in Wiesbaden geborene preußische Rentmeistertochter und Schauspielerin Ottilie Gerhäuser Saint Georges (54) im Deutschen Theater (2016 Staatstheater) auf, wo sie bis 1943 bleibt. - In Wiesbaden Biebrich wird in der Neorenaissance Brauerei Wuth, Wuthsche Brauerei 1, das Luxemburgische Königshaus versteckt. - In Wiesbaden wird der frankfurter NSDAP Kreisleiter Otto Schwebel (40) Regierungspräsident des Regierungsbezirks Wiesbaden. Neuer frankfurter NSDAP Kreisleiter wird Peter Jordan - In Frankfurt findet im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 ein Führerappell der NSDAP statt. - In Frankfurt kommt der Großmufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Husseini (50) zu Besuch. Einziges Thema Die Vernichtung des Judentums. - Die in Darmstadt geborene unverheiratete Gertrud Samper (25) ist hessennassauer BDM Gebietsmädelführerin. - In Wiesbaden wird das NSDAP und Gestapo Mitglied mit dem Spitznamen Henker von Wiesbaden Ernst Richard (37) Kriminalsekretär alias Kriminalkommissar. Er wohnt in der Kauberstraße 9. - Der Reiterregimentsleutnant Grafensohn Eberhard von Erbach Erbach (St) (21) stirbt in Russland. Sein Bruder Franz von Erbach Erbach (St) (18) wird dadurch Erbgraf. Ihr Vater ist Graf Alexander von Erbach Erbach Wartenberg Roth (St) (52). - Der in München geborene Prinz Otto von Sayn Wittgenstein (St) (65) wird von seinem Vorgesetzten, ehemaligen Versicherungsvertreter in Berlin und NSDAP Parteimitglied SA Baron Lutz von Thüngen (St) (49) trotz seiner Abstammung als kameradschaftlich bezeichnet. - In Frankfurt Preungesheim werden Hinrichtungen durch Erhängen wieder eingeführt, was bisher nur in Berlin stattfindet.

1942 Wetter: Überschwemmung zur Schneeschmelze bis zur Mitte des Römerbergs. - In Mainz betreibt die mainzer Außenstelle der Gestapo Darmstadt Ecke Kaiserstraße 31/ Leibnizstraße die Deportation von mainzer Juden. - In Wiesbaden wird an der Ecke Mainzer Straße/Welfenstraße (2016 Real-Markt-Parkplatz) die jüdische Schule bestehend aus Baracken in das Lager Willi für Ostarbeiterinnen und Zwangsarbeiter umfunktioniert. - In Wiesbaden müssen sich 1000 wiesbadener Juden im Hof der Synagoge Friedrichstraße 33 einfinden und werden von dort aus über Frankfurt in das KZ Theresienstadt deportiert. - In Wiesbaden wird zwischen Hauptbahnhof und Klärwerk das Lager Rudolf, das der Reichsbahndirektion Mainz, Bahnmeisterei Wiesbaden Hauptbahnhof unterstellt ist, angelegt, in dem ukrainische Männer, Frauen im Kinder hinter Stacheldraht in Baracken eingesperrt werden. In der Waldstraße 93 befindet sich das Lager Drei Hasen. - In Wiesbaden begehen im August 42 wiesbadener Juden Selbstmord. - Im für Zehntausende von Häftlingen neugebauten KZ Auschwitz Birkenau wird mit 3500 kg der von der frankfurter IG Farben Tochter DEGESCH und ihrem Direktor NSDAP Mitglied Gerhard Peters (42) gelieferten Schädlingsbekämpfungsmittel Zyklon B begonnen insgesamt mehr als 1000000 Juden zu vergasen. - In Wiesbaden wird der homosexuelle Harlem-Club alias Swing-Jugend Mitglied Wolfgang Lauinger (24) nach vier Monaten Haft im frankfurter Polizeigefängnis Klapperfeld wegen wegen Glücksspiels und des Besitzes von einem Stück Leder zu drei Monaten Haft verurteilt. - In Wiesbaden verkauft die DAF ihr konfisziertes ehemaliges SPD Haus und Gewerkschaftshaus in der Wellritzstraße 49 an das NSDAP Mitglied und Gaststättenpächter Felix Rieger. - In Frankfurt Heddernheim wird auf dem Gelände der VDM alias Vereinigte Deutsche Metallwerke ein Arbeitserziehungslager das Gestapo KZ Rhein-Main, mit drei langgestreckten Baracken, mehreren Schuppen und einem Wachhäuschen in der Lehmgrube Kull eingerichtet, wo bis Kriegsende etwa 10000 Strafgefangene durchgeschleust werden und wo Häftlinge bestraft werden. Hauptnahrung ist dünne Kartoffelsuppe mit Margarine. - In Frankfurt stiehlt ein Rot Kreuz Sanitäter einem Schwerverletzten 78 Reichsmark und wird vom Sondergericht Frankfurt zu 5 Jahren Haft verurteilt. - In Offenbach ist hinter der Synagoge Goethestraße ein freies Gelände, auf dem die Juden zusammengetrieben werden, von wo aus sie nach Darmstadt in die Justus-Liebig-Schule Julius-Reiber-Straße 3, die als Sammellager mit integrierten Filialen des Finanzamtes, des Grundbuchamtes, der Stadtverwaltung und eigenen Gerichtsvollziehern in den Klassenräumen, in denen jüdisches Vermögen vor Ort eingezogen werden kann. 883 Juden werden ins KZ Treblinka verschleppt. - Der in Mähren geborene langjährige frankfurter Generalmusikdirektor und Dirigent an der Alten Oper Franz Konwitschny (41) dirigiert in der Ghetto-Stadt Łódź, wo er für seinen lebendigen Dirigierstil gefeiert wird (1955 DDR Generalmusikdirektor Deutsche Staatsoper). - In Mainz wird die Altstadt, Neustadt und Bischofsheim bombardiert. - In Frankfurt ist das jüdische Altersheim Rechneigrabenstraße 18-20 Sammelpunkt für Juden über 65, gebrechliche Juden über 55 und kriegsverwundete WW1 Juden aus Frankfurt und Wiesbaden und dem Landkreis, die der Gestapo von den Einwohnermeldeämtern gemeldet werden, die dann mit 50 Reichsmark ins KZ Theresienstadt verschleppt werden. Selbst wie mit Selbstmorden umgegangen werden soll, ist im von der Gestapo ausgestellten Schnellbrief, der als Ausweispapier gilt, beschrieben. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene SS Mann Heinrich Baab (34) Leiter des Judenreferates II B2 zuständig für die Deportation der Juden aus Frankfurt am Main und der Umgebung. - In Frankfurt wird die jüdischdeutsche Schule Philantropin in der Hebelstraße 15-17 geschlossen. - In Wiesbaden Biebrich ist das Hotel Nassau ein Massen Ausflugziel mit Köln Düsseldorfer Rhein Dampfschifffahrts Anleger. - In Wiesbaden wird der polnische Landarbeiter alias Zwangsarbeiter Eduard Seweryn am Jagdhaus Fasanerie erhängt. - In Darmstadt werden in der Justus-Liebig-Schule Julius-Reiber-Straße 3 über 3000 Juden zur Deportation zusammengetrieben. - In Wiesbaden werden die ersten 20-30 Juden deportiert und nach einem halben Jahr schon 450. - In Wiesbaden begehen 40 jüdische Bürger Selbstmord. Am Jahresende sind nur noch 177 jüdische Wiesbadener übrig. - In Frankfurt Rödelheim wird ein Notgefängnis für mehr als 160 Gefangene und in der Gutleutstraße 13 ein Notgefängnis für 300 Gefangene eröffnet. - In Darmstadt flieht der polnische Zwangsarbeiter August Halicki (29) aus einem Straflager und wird vom Sondergericht Darmstadt wegen Flucht aus dem Straflager und zweier Verbrechen bei Fliegergefahr im Gestapogefängnis Frankfurt Preungesheim hingerichtet. - Das in Darmstadt geborene KPD und Rote Kapelle Mitglied, darmstädter TH Geschichts und Literaturprofessorsohn und stuttgarter Jurist Arvid Harnack (41) und die in Darmstadt geborene halbjüdische Grafikerin Elisabeth Schumacher (38) werden wegen Rote Kapelle Aktionen wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und in Berlin-Plötzensee hingerichtet. - In Darmstadt behauptet die Gestapo, der in Unterfranken geborene, wegen der Teilnahme am NS kritischen Kaufmann-Will-Kreis durch die eingeschleuste in Schweden geborene Gestapo-Agentin Dagmar Imgart (46) denunzierte und im darmstädter Gestapogefängnis Rundeturmstraße 6 befragte evangelische gießener Pfarrer Ernst Steiner (57) hätte in seiner Zelle Selbstmord wegen seiner Verurteilung zum Tode durch das aus Montabaur Heilberscheid stammende NSDAP Mitglied und Volksgerichtshofrichter Robert Hartmann (41) begangen, was dessen gleichzeitig einsitzender Freund und Orientalist Alfred Kaufmann (74) aber vehement bestreitet. - In Bad Homburg verkauft der verschuldete Hotelbesitzer Carl Ritter (--) das Kurhotel Parkhotel Ritter (2016 Hotel Steigenberger) mit 220 Zimmern. - Der jüdische frankfurter Wronker Warenhausunternehmer Zeil 105, Ufa Kinokettengründer Hermann Wronker (75) stirbt mit seiner Frau im KZ Auschwitz. - In Wiesbaden wird der in Böhmen geborene Jurist, SS Mann und Damstädter Leiter der Gestapo Humbert Achamer-Pifrader (42) Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD alias Gestapo. - In Frankfurt werden die vier genossenschaftliche frankfurter Banken Frankfurter Gewerbekasse, frankfurter Genossenschaftsbank, Bank für Handel und Gewerbe und die namensgebende Frankfurter Volksbank Ecke Börsenstraße 1/Kalbächer Gasse ehemalige Spar- und Darlehenskasse der Hausbesitzer zu Frankfurt am Main eGmbH zur Frankfurter Volksbank Ecke Börsenstraße 1/Kalbächer Gasse zwangsfusioniert. - Die frankfurter Rudergesellschaft Post-Sportgemeinschaft Frankfurt stellt die Deutsche Meisterin im Einer Friedel Haack. - In Frankfurt wird das ehemalige Westendheim ehemalige wilde KZ Perlenfabrik und SA Stützpunkt in der Ginnheimer Landstraße 40-42 (2016 riesiger Wohnhochhauskomplex) zur SA Gruppenschule umfunktioniert. - Der in Frankfurt geborene Schriftstellersohn und Rittmeistersohn Freiherr Irnfried von Wechmar (43) wird Chef der Propagandaabteilung des Heeres. - In Frankfurt findet die Deutsch-Bulgarische Woche statt. Die bulgarischen Gäste werden im Adolf-Hitler-Haus in der Gutleutstraße 8-12 begrüßt. Bulgarischer Zar ist der in Sofia geborenene Boris III von Sachsen Coburg (St) (48). Bulgarien ist mit Deutschland verbündet. - In Frankfurt wird im Kino Lichtspieltheater Gloria-Palast Ecke Kaiserstraße 28/ Neue Mainzer Straße der Film Nippon’s Wilde Adler aufgeführt. - In Frankfurt wird im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 die Lehar-Operette Paganini aufgeführt. - In Frankfurt tritt erstmals der in Frankfurt geborene Berliner Opernhaus Bariton Heinrich Schlusnus (54) im Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) auf. - Der in Rüsselsheim geborene lutherische Pfarrersohn, KPD Mitglied und Atomphysiker Klaus Fuchs (38) lässt sich als britischer Staatsangehöriger als sowjetischer Spion anwerben, der über britische und amerikanische Atombombenprojekte informiert (1950 enttarnt und zu 14 Jahren Haft verurteilt). Sein Vater Emil Fuchs (68), ist ehemaliger Pfarrer in Rüsselsheim und gut vernetztes ehemaliges SPD Mitglied, Widerständler, Rentner, Religiöser Sozialist und evangelischer Theologieprofessor (1949 Umzug in die DDR als Professor in Leipzig). - In Frankfurt wird auf roten Plakaten an den Litfaßsäulen die Hinrichtung der sieben frankfurter KPD Mitglieder Anton Breitinger, Edmund German, Otto Häuslein, Wilhelm Hugo, Adam Leis und Julius Nees und des wiesbadener KPD Mitglieds Wilhelm Klöppinger bekannt gegegeben. - In Wiesbaden stirbt der in Naurod geborene Dorfschullehrersohn, Lehrer und Mundartdichter Rudolf Dietz (77). - In Bad Homburg ist im Gestüt Erlenhof das Rennpferd Effendi krank. Der dafür eingesprungene Ticino wird Derby-Sieger. Otto Schmidt ist sein Rekord Jockey und Adrian von Brocke der Stalltrainer. - Der in Frankfurt geborene Prinz Franz Wilhelm Otto Alfred Konstantin Emil von Sayn Wittgenstein (St) (32) heiratet in Berlin Prinzessin Gabiele von Isenburg Büdingen Wächtersbach (St) (31). - In Hanau wird im alten Rathaus das Deutsche Goldschmiedehaus mit Unterstützung der NSDAP eingerichtet, weshalb der Hanauer Geschichtsverein in das Stadtschloss ziehen muss. 

1941 In Frankfurt ist der frankfurter NSDAP Oberbürgermeister Friedrich Krebs (47) Festredner bei der Eröffnung des antisemitischen Frankfurter Institut zur Erforschung der Judenfrage Bockenheimer Landstraße 68-70, das eine Eliteuniversität werden soll. - In Frankfurt wird das als jüdisches Altersheim genutzte Palais Rothschild Zeil 90 zwangsgeräumt. - In Wiesbaden wird das Lebensbornheim Taunus Idsteiner Straße 111 geschlossen und umgebaut. - In Wiesbaden wird das Polizeigefängnis in der Friedrichstraße 25 als Haftanstalt für Schutzhäftlinge genutzt, die anschließend in ein KZ überstellt werden. - In Frankfurt beginnt die Gestapo im Polizeipräsidium in der Friedrich-Ebert-Anlage 7 mit insgesamt 19 Deportationen von Juden. - In Frankfurt wird das Bismarckdenkmal in der Gallusanlage und das Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm eingeschmolzen. - Das von der frankfurter IG Tochter Chemiefirma DEGESCH von NSDAP Mitglied Gerhard Peters (41) produzierte und von ihm zur Menschenvernichtung vorgeschlagene Schädlingsbekämpfungsmittel Zyklon B wird von der SS an russischen Kriegsgefangenen im KZ Auschwitz getestet. Der wiesbadener Industrielle Wilhelm Ferdinand Kalle (71) informiert die USA über einen Mittelsmann und eine IG Farben und Dupont kartelleigene Firma in Basel über die Art und Weise der Endlösung der Judenfrage, oder hat es bereits getan. - In Frankfurt wird der frankfurter Metzgerlehrling Swing-Jugend-Mitglied und spätere Opernsänger Franz Kremer (16) in die Gestapo Zentrale Lindenstraße 27 verschleppt und täglich im Keller verprügelt. Im Gebäude sind 140 Gestapo Beamte beschäftigt. Im Nachbarhaus wohnt der Gestapo Leiter SS Sturmbannführer Anton Weiß-Bollandt (--) (Harald Weiss-Bollandt (01) wird 1999 frankfurter Polizeipräsident). - In Frankfurt wird der Wirtschaftsredakteur mit einem jüdischen Elternteil und homosexuelle Swing-Jugend-Mitglied mit langen Haaren Wolfgang Lauinger (23) in die Gestapo Zentrale Lindenstraße 27 verschleppt und danach im frankfurter Polizeigefängnis Klapperfeld 7 Monate in Einzelhaft gehalten. - In Frankfurt organisiert der in Brandenburg geborene SS Obersturmbannführer und Gestapoleiter Oswald Poche (33), verheiratet, zwei Kinder, mit dem Leiter der Abteilung II, Kriminalrat Ernst Grosse, die Einsatzkräfte bei der Verschleppung von rund 10000 Menschen in KZs und Vernichtungslager (+1962 Dannenberg mit falscher Identität). - In Frankfurt zieht die Gestapo von der Bürgerstraße 22 alias Wilhelm Leuschner-Straße in die Lindenstraße 27 um und richtet dort drei Haftzellen und einen Luftschutzraum ein. Die Häftlinge werden im Polizeigefängnis in der Klapperfeldstraße, im Untersuchungsgefängnis Hammelsgasse und in Notgefängnissen in der Rödelheimer Straße 10/12 und Gutleutstraße 13 inhaftiert. - Alle Schulen wechseln den Schulbeginn von Ostern auf Herbst. - Der in Babenhausen geborene ehemalige langjährige frankfurter Erste Kapellmeister und Dirigent an der frankfurter Alten Oper und der Museums Gesellschaft im Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) in Frankfurt Georg Ludwig Jochum (32) zahlt keine NSDAP Mitgliedsgebühren mehr und wird dadurch nicht mehr bei der NSDAP geführt. - In Mainz wird Johanna Gallei NSDAP Kreisfrauenschaftsleiterin. - In Offenbach wird Käthe Beck NSDAP Kreisfrauenschaftsleiterin. - Der wiesbadener Höhere SS und Polizeiführer Erwin Rösener (39) fährt ins KZ Hinzert und ermordet dort nach Hitlers Mordauftrag an sowjetischen angeblichen politischen Kommissaren 70 sowjetische Kriegsgefangene mit dem Lagerarzt Dr Waldemar Wolter, Lagerkommandant Pister und den Sanitätern Fenchel und Brendel mit Zyankalispritzen bei einer vorgetäuschten medizinischen Untersuchung. Die Leichen werden im nahe gelegenen Wald verscharrt. - Der hattersheimer SPD Mann und Drucker Peter Nida wird ein zweites Mal wegen Hochverrats, u.a. weil er dem NS Regime die Schuld an der schlechten Wirtschaftslage gab, zu 3 Jahren Haft im Gestapogefängnis Frankfurt Preungesheim verurteilt. - In Darmstadt findet die Kunstausstellung Zeitgenössische Kunst aus dem Südwestdeutschen Raume 1941 auf der Mathildenhöhe statt. - In Wiesbaden hat der KPD Funktionär und ehemalige wiesbadener Opel-Werk Abteilungsleiter Andreas Hoevel (41) Kontakt zum bopparder KPD Mann Rudolf Steinwand (35), der direkt aus der Schutzhaft an die Ostfront geschickt wird. - In Eltville fahren für die Bevölkerung sichtbar immer zur gleichen Zeit Planwagen LKWs mit verängstigten Menschen, die aus Rissen und Spalten um Hilfe betteln, in die Landesheilanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4. - In Hadamar wird in der Tötungsanstalt Landesheilanstalt Mönchberg 8 die Verbrennung des 10000sten Patienten gefeiert, wobei alle Angestellten eine Flasche Bier erhalten. - Der Judenstern wird eingeführt. - In Wiesbaden sind bereits 72 Pflegschaften für T4 Euthanasiemordfälle aufgehoben worden. - In Birstein wird Prinzessin Maria Annunciata von Isenburg (St) geboren. - In Wiesbaden wird der wiesbader SPD Vorsitzende Georg Buch (38) im Landgerichtsgefängnis im Hinterhof der Gerichtstraße 2 mit Hof zur Albrechtstraße wegen Hochverrats eingesperrt. - In Obermörlen Ziegenberg wird das Führerhauptquartier Adlerhorst in ein Heeresgenesungsheim umgewandelt. - Der in Frankfurt geborene Ingenieurssohn, zweiterfolgreichste WW1 Jagdflieger und Generalluftzeugmeister der Wehrmacht Ernst Udet (45) begeht in Berlin Selbstmord. Der Vorfall wird geheim gehalten. Sein langjähriger Freund, der Schauspieler Heinz Rühmann (39) bringt seinen Erfolgsfilm Quax, der Bruchpilot heraus. - In Wiesbaden wird Gräfin Clotilde Elisabeth von Merenberg (St) geboren. - Die Kino Wochenschau ist auf mehr als 45 Minuten verlängert. - In Mainz versucht der badener Kaufmannssohn und mainzer Rabbiner Sali Levi (58) auszuwandern, stirbt aber in Berlin nach Wochen des Wartens auf ein Visum offiziell an einem Herzanfall. Der in Mainz geborene zwangspensionierte protestantische mainzer Regierungsrat mit jüdischem Großvater Michel Oppenheimer (57) springt für ihn als Verbindungsmann zur Gestapo ein und beginnt mit der Erstellung von Deportationslisten und einem detaillierten Tagebuch. In Frankfurt dirigiert letztmals gelegentlich der in Danzig geborene wiesbadener Generalmusikdirektor Carl Schuricht (61) als einziger bedeutender Gastdirigent das Frankfurter Rundfunksynphonieorchester. - In Mainz wird der Industrielle und spätere Kartoffelchips Chio Chips Gründer Carlo von Opel als Sohn der Automobilindustiellentochter und weltbesten Military-Reiterin Irmgard von Opel (34) und ihrem in Frankfurt geborenen Cousin, Sportfunktionär und Sportler Georg von Opel (29) geboren. - Isenburg Büdngen Büdingen stirbt aus. - Der in Frankfurt geborene Börsenmakler, Schriftsteller und Anhänger der freien Liebe Otto Mainzer (38) emigiriert in die USA, wo er eine Lebensgefährtin findet, mit der er 25 Jahre lang unverheiratet in getrennten Wohungen in einem innigen Liebesverhältnis lebt. - In Frankfurt tagen im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 die ehrenamtlichen NSV Mitglieder der NSDAP. - In Frankfurt läuft im Kino Ufa-Palast Groß Frankfurt Bleichstraße 57 am Eschenheimer Turm der Propagandafilm Der Sieg im Westen und der Kriminalfilm Kriminalkommissar Eyck. - In Frankfurt wird die NSDAP Gauleitertochter Anneliese Sprenger (20) Sekretärin ihres Vaters im NSDAP Gauhaus. - Der in Darmstadt geborene und wegen vielfacher Urkundenfälschungen und Unterschlagungen verurteilte ehemalige Bankangestellte, kasseler SS Ausbilder und mehrfache und durch Unterschlagung von Raubgold reich gewordene KZ Kommandant Karl Otto Koch (St) (44) wird vom elitären Multimilliardär und Höheren SS und Polizeiführer Wehrkreis Rhein und in Arolsen geborenen Erbprinz Josias von Waldeck und Pyrmont (St) (45) wegen Bereicherung am Besitz der jüdischen KZ Gefangenen verhaftet aber auf Anweisung Himmlers sofort wieder freigelassen. - In Idstein wird in der Heil- und Pflegeanstalt Kalmenhof in Idstein Veitenmühlweg 10 unter dem ärztlichen Leiter Hans Bodo Gorgaß (32) eine Kinderfachabteilung eingerichtet, in die abfällig Reichssausschußkinder eingewiesen werden. Hans Bodo Gorgaß (32) wird nach kurzen Weiterbildungskursen in anderen Tötungsanstalten auch stellvertretender Euthanasie T4 Arzt in der Tötungsanstalt Hadamar.

1940 In Frankfurt zieht die Gestapo widerrechtlich in die Villa Lindenstraße 27 ein. - In Frankfurt kauft das in Deggendorf geborene NSDAP Mitglied, Textilkaufmannssohn und baden-badener Luxushotelbesitzer Albert Steigenberger (51) das Luxushotel Frankfurter Hof Kaiserplatz vom schweizerisch-französischen Hoteldirektor Charles Ritz (--) . - In Mainz beschäftigt sich die mainzer Außenstelle der Gestapo Darmstadt Ecke Kaiserstraße 31/Leibnizstraße hauptsächlich mit der Deportation von Sinti. - In Wiesbaden hat nach dem Sieg über Frankreich die Kommision der deutsch-französischen Waffenstillstandskommission im Hotel Vier Jahreszeiten Südseite Kaiser Friedrich Platz und im Hotel Nassauer Hof Kaiser-Friedrich-Platz 3-4 alias Nordseite Kaiser Friedrich Platz ihren Sitz. Die französische Abordnung logiert im Hotel Rose Georg-August-Zinn-Straße 1 (2016 Staatskanzlei). - In Frankfurt wird der Schützenbrunnen Bernhard-Grzimek-Allee 1, das Kaiser Wilhelm Denkmal in der Taunusanlage, die Kupferfiguren am Schleswig-Holstein Denkmal vor der Paulskirche und das Sömmering Denkmal eingeschmolzen. - In Frankfurt stirbt der ehemalige wiesbadener Gewerkschaftsführer Konrad Arndt angeblich bei einer Wehrmachts-Dienstfahrt, deren Umstände verschwiegen werden. - In Mainz hat das Hotel Mainzer Hof Kaiserstraße 98 ein exklusives Dachgarten-Restaurant. - In Langen verunglückt der polnische Kriegsgefangene Tadeusz Orlowski bei Baumfällarbeiten. Seine Mitgefangenen sind in der zu einem Kriegsgefangenenlager umfunktionierten Dieburger Schule Vor der Höhe 14 untergebracht. - In Frankfurt wird der SA Arzt Josef Mengele (29) Assistent von Freiherr Otmar von Verschuer (43), dem Leiter des Universitäts-Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in der Gartenstraße am Mainufer, zum Kriegsdienst eingezogen, währenddessen er sich zur SS meldet. - Das in Offenbach Rumpenheim geborene NSDAP Mitglied und Träger des goldenen NSDAP Parteiabzeichens Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (44) nennt sich nach dem Tod seines Vaters Landgraf von Hessen. - In Frankfurt kommt Adolf Hitler (51) glücklich nach dem Kapitualtionsangebot der Franzosen vom Führerhauptquartier Wolfsschlucht mit dem Flugzeug auf dem Flughafen Frankfurt Main an und steigt in einen Sonderzug nach München. - In Weilmünster werden in der Heil- und Pflegeanstalt Weilmünster Weilstraße 10 735 Patienten in die Tötungsanstalt Hadamar verschickt und bis 1945 3000 Patienten vor Ort ermordet. - In Darmstadt findet die Kunstausstellung Darmstadt 1940 auf der Mathildenhöhe statt. - In Wiesbaden werden beim Kriegsgericht in der Gustav Freystag Straße 11 die Zeugen Johovas Heinrich Ballreich und Karl Bühler wegen Wehrkraftzersetzung verurteilt und auf dem Freudenberger Schießplatz hingerichtet. - Der in Wiesbaden geborene hessenkasseler Kurfürstenenkel Graf von Schaumburg und Fürst Friedrich August von Hanau (St) (--) stirbt in Brünn. Sein jüngerer Bruder Graf von Schaumburg Fürst Ludwig Cäcilius Felix von Hanau (St) (--) stirbt. - In Wiesbaden gibt es laut polizeilich geführter Zigeuner-Liste 119 Sinti und Roma in der Stadt. - In Birstein wird Prinzessin Irene von Isenburg (St) geboren. - In Wiesbaden wird die Villa Paulinenstraße 11 Sitz des Inspektors der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes der SS. - In Obermörlen sind die beiden nebeneinanderliegenden Burgen Kransberg und Ziegenberg in militärische Stabsbunker mit Ritterburgenflair umgebaut. - In Lich wird Prinz Hermann von Solms Hohensolms Lich (St) als Sohn von Prinz Hermann von Solms Hohensolms Lich (St) (38), der vergeblich Adelsschulen wiederaufbaute, und der in Großneuhausen geborenen Freiin Gertrud von Werthern Beichlingen (St) (27) geboren. - Frankfurt hat 557900 Einwohner, Wiesbaden hat 171700 Einwohner und Mainz hat 158000 Einwohner. - In Frankfurt Heddernheim eröffnet die frankfurter Gestapo das Arbeitserziehungslager Heddernheim für männliche Häftlinge. - Der promovierte Agrarwirt und Forstwirt und Reserveoffizier der Luftwaffe Grafensohn Hermann Otto Wilhelm Ludwig von  Solms Hohensolms Lich (St) (38) fällt im Kriegseinsatz. - In Frankfurt tritt Antonio Bazzanella mit seinem Orchester im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 auf. - In Darmstadt zieht in der neuen Residenz am Wilhelminenplatz und Georg Büchner Platz die Geheime Staaatspolizei Gestapo ein. - Die in Wiesbaden geborene Elisabeth Anne Müller-Uri (37) heiratet den in Hannover geborenen Graf Georg von Merenberg (St) (43). - In Darmstadt wird der in Böhmen geborene Jurist und SS Mann Humbert Achamer-Pifrader (40) Leiter der Gestapo. - In Deutschland können alle Reichssender nur noch vormittags eigene regionale Programme gestalten. - In Frankfurt Preungesheim wird die hölzerne Schinderhannes-Guillotine ausgemustert und durch eine Guillotine aus Stahl ersetzt. - In Frankfurt stirbt der frankfurter Bankier Maximilian von Goldschmidt Rothschild (97). - Der in Mainz geborene Irmgard von Opel Ex-Mann und u.a. auch Ufa Propaganda Drehbuchautor Karl Georg Külb (38) ist Drehbuchautor und Regisseur des Johannes Heesters Film Liebesschule. - In Offenbach wird der jüdische Lederwarenkaufmann Emil Rosenberg (53) gezwungen mit seiner ganzen Familie in das überfüllte Judenhaus Kaiserstraße 115 gegenüber der zerstörten Synagoge (2016 Capitol) zu ziehen. - In Kronberg wird die burgartige Villa Guaita als Herberge für Ausgebombte genutzt. - Der in Frankfurt geborene Regisseur Walter Ruttmann (57) erstellt die Propagandafilme Deutsche Waffenschmieden und Deutsche Panzer. - Der in Frankfurt geborene Schauspieler Hans Adalbert Droescher mit Künstlernamen Hans Adalbert Schlettow (52), der hauptsächlich finstere Gestalten spielt und sich gelegentlich auch als Hans Adalbert von Schlettow als Adeliger ausgibt, wird in die NS Gottbegnadeten Liste aufgenommen, wodurch ihm der Kriegsdienst erspart bleibt. - In Frankfurt kommt im Kino Ufa-Palast Groß Frankfurt Bleichstraße 57 am Eschenheimer Turm der Propagandafilm Jud Süß mit Heinrich George (47), Vater von Schimanski heraus. Historisch falsch haust Jud Süß dabei in der frankfurter Judengasse. Das Ghetto wird als drangvoll eng, schmutzig und vermüllt dargestellt. - Der in Frankfurt geborene in Hollywood erfolgreiche Die kleinen Strolche Regisseur Gustav Luley (47) begeht in Los Angeles wegen Missbrauchsvorwürfen an sechs Jungen Selbstmord. - In Mainz bildet die NSKK Schule des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen dienstverpflichtete Fahrer, Monteure und Schirrmeister aus. - In Frankfurt zieht die NSDAP Gauleitung in ihr neues Gauhaus am Rathenauplatz ? um. - In Frankfurt werden auf dem Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main von dem in Frankfurt geborene Ingenieurssohn, zweiterfolgreichste WW1 Jagdflieger und Generalluftzeugmeister der Wehrmacht Ernst Udet (44) die Luftschiffe LZ 127 Graf Zeppelin, LZ 130 Graf Zeppelin II und LZ 131 mitsamt ihren Hallen verschrottet. - In Mainz werden alle Sinti ins Polizeigefängnis Dalberger Hof in der Klarastraße 4 verschleppt. Nach ihrem Abtransport meldet die mainzer Gestapo der Gestapo Hauptdienststelle in Darmstadt Mainz ist zigeunerfrei. - In Frankfurt Höchst wird die hessische NSDAP Gauleitertochter Anneliese Sprenger (19) kaufmännische Angestellte im Werk Höchst. - Erbprinz Georg Ludwig von Erbach Schönberg (St) (37) kauft den Oberhof bei Bensheim des jüdischen bad homburger Oberbürgermeister Ritter von Marx (St) (71) zu einem Spottpreis. - In Burg Breuberg zieht die Hitler Jugend ein.

1939 Überfall auf Polen. - In Kronberg wird Prinz Rainer Christoph Friedrich von Hessen (St) geboren. - In Wiesbaden wird der westpreußische WW1 Jagdflieger und wiesbadener Oberbürgermeister Erich Mix (41) NSDAP Gauamtsleiter für Kommunalpolitik von Hessen-Nassau. - In Wiesbaden wird der westpreußische WW1 Jagdflieger, SS Obersturmbannführer und wiesbadener Oberbürgermeister Erich Mix (41) als Jagdfliegergeschwaderkommandeur zur Luftwaffe eingezogen. - In Wiesbaden ist die NSDAP Kreisleitung Wiesbaden für Hessen-Nassau in der Wilhelmstraße 15, der 12 Ortsgruppenführer unterstehen. - In Darmstadt verlegt die Gestapo das Gestapo Gefängnis von der Riedeselstraße 64 in die Rundeturmstraße 6 in den Nordbau des Landgerichtsgefängnisses. - In Darmstadt befindet sich die Gestapo Zentrale in der Wilhelm-Glässing-Straße 21-23. - In Wiesbaden wird der unangepasste katholische Pfarrer Hugo Pabst von der Gestapo mehrfach verhört. Er ist Leiter des katholisches Kinderheimes Antoniusheim Idsteiner Straße 111. Es besteht aus drei Gebäuden, Haupthaus Mutterheim, gerade im Umbau, Kinderheim und einem hygienisch desaströsem Wirtschaftsgebäude. Es wird zum Kinderheim Lebensborn e.V. Taunus umfunktioniert. - In Wiesbaden wird die NSDAP Kreisleitung in der Wilhelmstraße 15 untergebracht. Es gibt 12 Ortsgruppen. - In Wiesbaden ist in den Villen Uhlandstraße 4 und 5 der Sitz SS Oberabschnitt Rhein, in dem ein höherer SS und Polizeiführer Heinrich Himmler direkt unterstellt ist. Ihm untersteht die Polizei, die Gestapo, die Technische Nothilfe und die Feuerwehr. - In Frankfurt wird das Haus Gutleutstraße 8-12 Adolf-Hitler-Haus alias Gauhaus alias Braunes Haus. - Frankfurt hat 553464 Einwohner, Wiesbaden hat 170354 Einwohner, Mainz hat 158533 Einwohner, Darmstadt hat 115196 Einwohner und Langen hat 9077 Einwohner. - In Wiesbaden finden letztmalig die Wiesbadener Festwochen statt. - In Wiesbaden wird der Mitarbeiter des Rasse- und Siedlungshauptamt der SS Richard Wagner (37) Bauernreferent SS Oberabschnitt Rhein. - In Königstein wird die enteignete Villa Rothschild von der NSDAP Reichsgruppe Banken genutzt. - In Deutschland wird der Einheits Fernseh Empfänger E1 vorgestellt, aber nicht mehr gebaut. Fernsehen wird nur noch militärisch genutzt. - In Wiesbaden veranstaltet der Wiesbadener Post-Turnverein ein Schauturnen in der Wartburg Schwalbacher Straße 51 und der Karnevalsverein Schierstein hält eine Prunksitzung. - In Frankfurt stirbt Fürst Franz-Joseph von Isenburg Birstein (St) (70). Sein Nachfolger und neuer Fürst wird der in Birstein geborene Prinz Franz Ferdinand von Isenburg (St) (38). - Der in Birstein geborene von der NSDAP trotz Antrags nicht aufgenommene begeisterte Nationalsozialist Fürst Franz Ferdinand von Isenburg (St) (38) heiratet Irina Tolstoi (St) (22). - In Birstein wird mit dem Tod von Fürst Franz-Joseph von Isenburg Birstein (St) (70) Franz Ferdinand von Isenburg (St) (38) neuer Fürst von Isenburg. - Das Binding Bier Römer Pils wird produziert. - In Mainz wird Fritz Fuchs NSDAP Kreisleiter. - In Mainz ist Eva Metzler NSDAP Kreisfrauenschaftsleiterin. - Der in Frankfurt geborene Bankierssohn, NSDAP Mitglied und SA Mitglied und geschäftsführender Präsident des Reichskuratoriums für Jugendertüchtigung Freiherr Georg Heinrich von Neufville (56) wird Chef des Wehrstabes der SA und Infanterieregimentskommandeur. - In Wiesbaden wird der SS Führer und wiesbadener NSDAP Kreisleiter im Gauleitungsstab Felix Piekarski (49) neuer wiesbadener Oberbürgermeister. - In Wiesbaden Bierstadt wird die Straßenbahn geschlossen und der Moltkering als Anbindung zur Autobahn gebaut. - In Wiesbaden wird eine Bezugsscheinpflicht für Nahrungsmittel und wichtige Dinge des täglichen Bedarfs mit einer Reduzierung von Fleisch auf 700 Gramm/Woche und Öl, Fett und Butter auf 50 Gramm/Tag und Teigwaren auf 150 Gramm/Woche eingeführt, wovon aber Kartoffeln ausgenommen sind. - Das in Offenbach Rumpenheim geborene NSDAP Mitglied und Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (43) erhält das Goldene Parteiabzeichen der NSDAP und informiert als Adolf Hitlers (50) Bote Mussolini (43) über den bervorstehenden Kriegsbeginn. - In Bad Soden wird der aus Klein-Steinheim stammende Akademiker, IG Farben-Chemiker Franz Brunnträger (46) NSDAP maintaunus Kreisleiter durch den Vorschlag des in Oberhausen geborenen Reichspostverwaltungsrat und NSDAP Reichsstatthalter des Volksstaates Hessen Jakob Sprenger (45). - In Frankfurt gründet Alfred Rosenberg das NS Institut zur Erforschung der Judenfrage in der Bockenheimer Landstraße 68-70. - Nach einem Gesuch einer sächsischen Familie an Adolf Hitler (50) ihr behindertes Kind einschläfern zu lassen, werden in den deutschen Heil- und Pflegeanstalten Kinderfachabteilungen eingerichtet und deren Besetzung an den Reichsausschuß zur Erfassung von erb- und anlagebedingtem schweren Leiden gemeldet. - In Wiesbaden wird das Nassauische Museum Wiesbaden geschlossen und vom Militär genutzt. - Die in Langen auf Schloss Wolfsgarten geborene Vollwaisin Prinzessin Johanna von Hessen Darmstadt (St) (02) stirbt an Meningitis. - In Langen stellt die in Dublin geborene Tochter eines Diplomaten und Lords Margaret Campbell Geddes alias Margaret von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (26) das Schloss Wolfsgarten als Lazarett zur Verfügung. - In deutschen Telefonbüchern werden Fernsprechteilnehmer mit nichtjüdischen Vornamen zusätzlich mit den Vornamen Sara oder Israel gekennzeichnet. - In Eltville Eichberg wird in der Landesheilanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4 mit Euthanasie Morden begonnen. - In Obermörlen werden die beiden nebeneinanderliegenden Burgen Kransberg und Ziegenberg in militärische Stabsbunker mit Ritterburgenflair umgebaut. - In Wiesbaden wird im Luxushotel Neroberghotel von der Wehrmacht die Luftüberwachung einquartiert und Flak-Soldaten stationiert. - In Idstein Kalmenhof Veitenmühlweg 10 übernimmt nach der Einberufung des Chefarztes die strengkatholisch aufgewachsene, wegen mangelnder fachlicher Qualifikation in die Verwaltung abgeschobene Assistenzärztin Mathilde Weber (30) die Leitung der Heil- und Pflegeanstalt Kalmenhof, verwendet einen erfundenen Doktortitel und beginnt mit Medikamentencocktails massenhaft zu morden (1960 in Idstein wieder praktische Ärztin, verheiratet mit ihrem in Aschaffenburg geborenen Schwager KZ Arzt und SS Sturmbannführer Julius Muthig). - In Wiesbaden wird der Industrielle und Sektkellerei Inhaber Henkell & Co in Biebrich Karl Henkell (St) (--) neuer IHK Direktor. - Himmler gibt den Zeugungsbefehl für die SS. - Ein Wochenschau-Beitrag dauert 11 Minuten, davon 30 Sekunden Mode, Sensation oder Kultur. Mit Kriegsbeginn wird sie ständig verlängert. In jedem dritten Beitrag taucht Hitler (50) auf. - In Frankfurt ist das NSKK mit Fahrzeugen und Garagen in der Weidmannstraße 35. - In Mainz wird wird Branddirektor Albert Noehl Kommandeur der Feuerschutzpolizei mit Majorsrang. - Der in Mainz geborene Irmagard von Opel Ex-Mann und u.a. auch Ufa Propaganda Drehbuchautor Karl Georg Külb (38) wird Regisseur. - Der in Mainz geborene Irmgard von Opel Ex-Mann und u.a. auch Ufa Propaganda Drehbuchautor Karl Georg Külb (38) schreibt das Drehbuch für den Marika Rökk und Johannes Heesters Film Hallo Janine. - Der in Frankfurt geborenen Metallgesellschaftsgründersohn Richard Merton (58) kommt aus dem KZ Buchenwald frei und emigriert nach England. - In Mainz gibt es vier Bierbrauereien, darunter die Brauerei Zur Sonne in der Gonsenheimer Hohl Fritz-Kohl-Straße. - In Mainz Weisenau feiert die Bierbrauerei Zum schwarzen Bären mit dem Bären-Pils ihren Jubiläumstrunk für 100 Jahre Familienbesitz. - Das in Kronberg im geteilten 13000 m² große Villa Guaita Anwesen ansässige, in Uerdingen geborene frankfurter IG Farben Vorstandsmitglied, Leiter der Sparte II im Reichskriegsministerium und Wehrwirtschaftsführrer Fritz Ter Mer (55) verabredet mit dem Heereswaffenamt die Herstellung des Nervengases Tabun und ist für den Aufbau des IG Farben Zweigwerkes beim KZ Auschwitz zuständig (1948 Den Häftlingen ist dadurch kein besonderes Leid zugefügt worden, da man sie ohnedies getötet hätte. 1956 Aufsichtsratsvorsitzender Bayer AG, danach Commerzbank und VIAG). - In Frankfurt hat der Rhein-Main-Flughafen rund 80000 Fluggäste auf einer Fläche von 638 Hektar. - In Frankfurt erhält man Butter, Käse, Fleisch, Zucker und Marmelade nur noch mit Lebensmittelkarten. - In Frankfurt wird das Animierlokal Almhütt´n in der großen Sandgasse 5 (2016 Straßenfläche vor Berliner Straße 42) des aus München stammenden Gastwirts Gustav Maier alias Maier Gustls, der die Gastronomie im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 hat und das Animierlokal St Pauli Ecke Große Sandgasse 8/Kleine Sandgasse (2016 Straßenfläche vor Sandgasse 4) geschlossen. Sie stehen auf der schwarzen Liste, weil dort viele Prostituierte, Homosexuelle und politisch Unzuverlässige verkehren, wie viele andere Lokale in der Großen Sandgasse und der Kleinen Sandgasse. - In Frankfurt finden ein NSFK Grossflugtag und das 2. Internationale Luftrennen Deutsche Meisterschaft im Geschicklichkeitsflug statt. - In Frankfurt findet ein Großflugtag auf dem Flugplatz Rebstock statt. - Der in Frankfurt geborene SS Sturmbannführer und KZ Flossenbürg Lagerkommandant Jakob Weiseborn (47) begeht angeblich aus Angst vor einer Unterschlagungsanklage Selbstmord mit Gift. - In Frankfurt schenken die Adlerwerke 3 Adler Personenkraftwagen nach Wahl dem Persönlichen Stab Reichsführer SS Heinrich Himmler. - In Frankfurt wird Adlerwerke Besitzer Ernst Hagemeier (--) Wehrwirtschaftsführer, der Hitler seine rückhaltlose Unterstützung zusagt. - In Frankfurt leiten SS Sturmbannführer Dr Hans-Joachim Vollbrecht und Regierungsrat und SS Obersturmbannführer Anton Weiss-Bollandt die Staatspolizeistelle alias Gestapo in Frankfurt. - In Frankfurt veranstalten alle NS Organisationen Sonnwendfeiern, darunter auch die SS im Huthpark. - In Frankfurt findet der NSDAP Jahreskreistag mit einer Großkundgebung auf dem Opernplatz statt. - In Frankfurt veranstaltet die NSDAP 47 Vorwärts, wir greifen an! Großkundgebungen. - In Frankfurt findet in der Bockenheimer Landstraße 8 die NSDAP Ausstellung Entartete Kunst und Musik statt. - In Frankfurt gewinnt auf dem Sportfeld in der Radrennbahnarena alias Waldstadiongelände im Freiluft Schwergewichtshauptkampf der wiener Ex Europameister Heinz Lazek gegen den italienischen Schwergewichtsmeister Sanata de Leo nach Punkten.. - In Frankfurt startet das Luftschiff LZ 130 Graf Zeppelin II, das keine Passagiere transportieren darf, zu einer Spionagefahrt nach England und zu einer Flugschau nach Essen. - In Niddatal zieht der Reichsarbeitsdienst RAD in das Schlosskloster Ilbenstadt ein. - In Deutschland befinden sich 21500 Menschen in KZs. - Der in Arolsen geborene Multimilliardär SS Obergruppenführer Erbprinz Josias von Waldeck und Pyrmont (St) (43) wird Mitglied im Lebensborn e.V.. - Prinz August Richard Victor Paul Udo von Sayn Wittgenstein (St) (26) wird von der Gestapo in Berlin ermordet.

1938 In Frankfurt ordnet der frankfurter NSDAP Oberbürgermeister Friedrich Krebs (44) an die brennende Westendsynagoge Freiherr-vom-Stein-Straße 30 zu löschen. - In Nassau Scheuern tritt der Beamte, SS Mitglied und Vorstand der Heil- und Pflegeanstalt Scheuern Fritz Bernotat (48) aus der evangelischen Kirche aus und wird gottgläubig. - In Mainz wird die Hauptsynagoge in der Hindenburgstraße niedergebrannt und danach abgebrochen. Die Synagoge der orthodoxen Juden in der Flachsmarkstraße wird von SA und SS verwüstet und das Mobiliar verbrannt. - In Frankfurt werden 1000 jüdische Männer zwischen 16 und 60 Jahren von SA und SS in die Festhalle an der Messe getrieben und viele davon vom Südbahnhof aus ins KZ Buchenwald deportiert. - In Frankfurt dauert eine Verhaftungswelle von 3000 Juden, die in die Festhalle an der Messe verschleppt werden, eine Woche lang. - In Wiesbaden stellt der neue wiesbadener NSDAP Oberbürgermeister Erich Mix (40) nach 10 Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vor. - In Frankfurt umringt eine Hakenkreuz Fahnenphalanx den Römer. - In Frankfurt spricht Adolf Hitler (49) auf dem Rathausbalkon am Römer und begrüßt die NSDAP Mitglieder im Kaisersaal. - In Frankfurt brennt die Haupt-Synagoge am Boerneplatz. - In Wiesbaden ehrt das NSDAP Mitglied, Hitler Freund und IG Farben Vorstand Hermann Schmitz (57) das 75. Firmenjubiläum von Wilhelm Ferdinand Kalle (68) auf einer pompösen NSDAP Veranstaltung. - Offenbach wird kreisfrei. - In Offenbach hetzt die Tageszeitung Offenbacher Nachrichten auf der Titelseite Ab heute Judenboykott! - In Offenbach berichtet die Tageszeitung Offenbacher Nachrichten, dass die Menge in jüdische Geschäfte eingedrungen sei und Einrichtungsgegenstände aus dem Fenster geworfen habe und von einem Brand in der Neuen Synygoge Goethestraße (2016 Capitol). - In Frankfurt wird der jüdische SPD Wirtschaftsredakteur Artur Lauinger (59) der Frankfurter Zeitung ins KZ Buchenwald verschleppt und nach 4 Wochen mit der Auflage zur Emigration wieder freigelassen. - In Mainz verkaufen die Siechen-Bierstuben Große Bleiche 29 mit der Telefonnummer 34346 nürnberger Reifbier, das zu Siechen bzw Tucher gehört. - In Mühlheim ist das Braune Haus in der Bahnhofstraße 51 das mühlheimer NSDAP Parteilokal. - In Offenbach ist die NSDAP Kreisleitung in der Geleitstraße 112. - In Birstein wird der Fürstensohn Karl von Isenburg Birstein (St) geboren. - Das in Lich geborene evangelische ehemalige NSDAP Landtagsmitglied und Theaterintendant Graf Bernhard von Solms Laubach (St) (38) begeht in Berlin Selbstmord. - In Wiesbaden werden auf der Höhe des Heidenbergs und der Röderstraße Reste des Kastells entdeckt. - In Bad Soden wird die jüdische Kuranstalt geplündert und angezündet. - In Frankfurt stirbt der in Frankfurt geborene new yorker Filialbankier, Evangelist und Innere Mission Gründer Freiherr Johann Carl de Neufville (89). - In Wiesbaden Bierstadt wird die Synagoge zerstört. - In Wallau wird die Synagoge zerstört. - Juden wird der Universitätszugang verweigert. - In Frankfurt wird der SA Arzt Josef Mengele (27) Assistent von Freiherr Otmar von Verschuer (41), dem Leiter des Universitäts-Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in der Gartenstraße am Mainufer. - Der in Frankfurt geborene Kernchemiker Otto Hahn (59) entdeckt mit der Radium-Barium-Mesothorium-Fraktionierung die Kernspaltung. - In Frankfurt wird die Villa Speyer (2016 Villa Kennedy) in der Forsthausstraße 62 alias Kennedyallee 70 von der Stadt arisiert. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene SS Mann und Gestapo Kriminalassistent Kommunisten Heinrich Baab (30) zur Deportation von Juden eingesetzt (1950 wegen u.a. 55fachen Mordes, 21fachen versuchten Mordes, 30facher Körperverletzung und 22facher Freiheitsberaubung verurteilt). - In Mainz gibt es zur Fastnacht wieder ein Prinzenpaar. Die Prinzessin ist erstmals weiblich. - In Frankfurt Fechenheim hat die Maschinenfabrik vorm Ph. Mayfath die Telefonnummer 81051. Sie stellt hauptsächlich Landwirtschaftsmaschinen her. - In Höchst genehmigt der Hitler-begeisterte Hoechst Werksleiter Ludwig Hermann (50) ein neu entwickeltes Elektronenmikroskop. - Der in Bad Camberg geborene Amtsarzt und NSDAP Ortsgruppenleiter Ernst Lawaczeck (48) wird bad camberger NSDAP Bürgermeister. Landrat ist Uerpmann. - In Frankfurt werden die Lehrer der jüdisch deutschen Schule Philantropin in der Hebelstraße 16-18 darunter Dr Brooks in Schutzhaft genommen und totgeprügelt. Deren Studienrat mit jüdischen Wurzeln Dr Ernst Marbach (45) wird zwei Monate lang ins KZ Buchenwald verschleppt. Krank, abgemagert und halb erfroren stirbt er nach der Rückkehr nach der Amputation seiner Beine. - In Oberursel werden rechts und links der Camp King Allee 21 Wohn- und Wirtschaftsgebäude für die Goethe Universität Frankfurt als Reichssiedlungsschule aber auch ein Sportplatz für dei Studenten eröffnet. Sportstunden sind Pflichtstunden. Unterrichtsinhalt ist Lebensraum im Osten. - In Wiesbaden engagiert sich der in Wiesbaden aufgewachsene Kaufmannssohn, Rechtsanwalt und ehemalige Stahlhelm Führer Hans Buttersack (58) als Rechtsbeistand für die verfolgten Bekennende Kirche Mitglieder, wird von der Gestap verhaftet und sieben Wochen im Polizeigefängnis Friedrichstraße 25 inhaftiert. - In Wiesbaden baut der KPD Funktionär und ehemalige wiesbadener Opel-Werk Abteilungsleiter Andreas Hoevel (38) nach 2 Jahren Gefängnis und 3 Jahren KZ Buchenwald eine Widerstandsgruppe mit Kontakten nach Koblenz und Berlin auf, wobei er hauptsächlich BBC Nachrichten unter Wehrmachtsangehörigen verbreitet. - In Frankfurt Bockenheim wird die größte deutsche Flak Kaserne (2016 Industriehof) angelegt. - In Frankfurt Bockenheim verkauft der jüdische Frankfurter Fischkonservernfabrikbesitzer Leopold Eisemann Nauheimer Straße 10 wie viele andere Juden, seinen Besitz, lässt sich von seiner Frau scheiden lässt, seine Fabrik im Vertrauen gegen einen geringen Betrag an seinen langjährigen nicht-jüdischen Prokuristen und ehemaligen Lehrling Willi Klös und die Immobilien an seine zum Schein geschiedene Ehefrau, zieht in die Schweiz und entgeht somit der Arisierung. - In Wiesbaden wird Dr med Eduard Laser Judenarzt. - In Wiesbaden liquidieren der jüdsiche Rechtskonsulent Berthold Guthmann, Dr Georg Goldstein und Arthur Strauss das Vermögen der jüdischen Gemeinde. - Juden wird der Besuch von Kinos, Theatern und kulturellen Veranstaltungen verboten. - In Königstein wird die Villa Rothschild von der Reichsfinanzverwaltung beschlagnahmt. - In Wiesbaden wird in der Webergasse 2 bis 4 das weltbekannte Modegeschäft des jüdischen Kaufmanns Carl Bacharach arisiert. - In Wiesbaden wird die Villa Söhnlein-Pabst mit den Gebäuden Paulinenstraße 7-11 Hauptquartier der SS und der Gestapo. - In Frankfurt löst der in Straßburg geborene in Marburg promovierte Kunstgeschichtler Graf Ernstotto von Solms Laubach (St) (48) als neuer Direktor des Historischen Museums Fahrtor 2 den aus Dachau stammenden promovierten Konservator, der sich auch nationalsozialistisch äußert Adolf Feulner (54) ab. - Wiesbaden hat 170500 Einwohner und Mainz hat 158900 Einwohner. - In Lich wird die Prinzessin Eleonore von Solms Hohensolms Lich (St) geboren. - In Frankfurt wird der Schillerplatz in an der Hauptwache umbenannt. - In Frankfurt wird der frankfurter IHK Präsident, NSDAP Gauinspekteur, Opel Aufsichtsratmitglied und neuer Wehrwirtschaftsführer Carl Lüer (41) Vorstandsmitglied der Dresdner Bank. - Der arisierte jüdische ehemalige größte frankfurter Warenhausbesitzer Hermann Wronker (71) flieht nach Frankreich. - In Deutschland müssen die als künstlerisch wertvoll geförderten vom NS-Staat produzierte Wochenschau-Berichte in allen Kinos gezeigt werden. - In Deutschland wird Juden der Besitz von Kinos verboten. - In Mainz wird die fast bankrotte Sonnenbrauerei mit Gasthaus Zur Sonne in der Betzelsgasse 25 der jüdischen Familie Mayer arisiert und von der Getreidemittelhandlung August Kohl aufgekauft. - Die in Rüsselsheim geborene Automobilindustriellentochter und weltbeste Military-Springreiterin Irmgard von Opel (31) heiratet in zweiter Ehe ihren in Frankfurt geborenen Cousin, Automobilindustriellen und Sportfunktionär Georg von Opel (26). - In Mainz wird Irmgard von Opel (31) Kommandeuse der Prinzengarde während der Fastnacht und löst Hildegard Kühne ab. - Der in Mainz geborene Irmgard von Opel Ex-Mann und u.a. auch Ufa Propaganda Drehbuchautor Karl Georg Külb (37) schreibt das Drehbuch für den Zarah Leander Film Der Blaufuchs. - In Frankfurt wird dem in Frankfurt geborenen Metallgesellschaftsgründersohn Richard Merton (57) der Aufenthalt in Frankfurt verboten. Er wird verhaftet und ins KZ Buchenwald verschleppt. - Die frankfurter Baufirma Philipp Holzmann AG Taunusanlage 1 beginnt mit dem Bau der Neuen Reichskanzlei in Berlin. - Der mit der in Mainz geborenen wiesbadener Sektfabrikantentochter Anna Elisabeth Henkell (42) verheiratete Oberstleutnantsohn, Mitglied im Stab Reichsführer SS und deutscher Botschafter in London Joachim von Ribbentrop (45) wird Reichsaußenminister und versucht den für seine Abweisung im exklusiven berliner Adelsverein Union-Club verantwortlichen Diplomaten Friedrich von Lieres und Wilkau in ein KZ zu bringen. - In Offenbach zieht der offenbcher NSDAP Ortsgruppenleiter Senefelder in der Reichskristallnacht marodierend durch die Straßen. - In Offenbach zerstört der offenbacher NSDAP Ortsgruppenleiter Kronenberger jüdische Geschäfte und Wohnungen. - In Groß Gerau brennt die Synagoge in der Adolf-Göbel-Straße (2016 Europakreisel) nieder. - In Offenbach wird der NSDAP Reichsministerialrat und ehemalige Lehrer Friedrich Ringshausen (58) Friedrichsring 3 zum SA Standartenführer befördert. - In Frankfurt hat der Rhein-Main-Flughafen rund 59000 Fluggäste auf einer Fläche von 550 Hektar. - In Darmstadt wird der in Pasing geborene Eisenbahnverwaltersohn, Volksstaat Hessen Reichskommissar, SA Mitglied und darmstädter NSDAP Obrerbürgermeister Heinrich Müller (42) SS Standartenführer. - In Darmstadt befiehlt SA Obersturmführer Heinrich Kissinger dem in Darmstadt geborenene Schlosser und SA Mann Georg Adam Volz (35) eine Gießkanne voll Benzin zur Synagoge in der Bleichstraße zu bringen. SA Brigadeführer Karl Lucke erreicht um 03:00 der Befehl des Gruppenführers innerhalb der Brigade 50 Starkenburg durch die einzelnen SA Standarten alle jüdischen Synagogen zu sprengen oder in Brand zu setzen, wo das möglich ist ohne angrenzende arische Häuser zu beschädigen. Den Vollzug der Zerstörung der Synagogen von Darmstadt, Pfungstadt, Heppenheim, Mühlheim, Langen, Offenbach, Dieburg, Rüsselsheim wie aller anderen in kleineren Orten berichtet SA Brigadeführer Karl Lucke der SA Gruppe Kurpfalz in Mannheim. Einer der Standartenführer ist Wilhelm Mahla. Der Großgaragenbesitzer, Tankstellenbesitzer und Ölhandelsgesellschaftsvertreter Ad Walther in der Grafenstraße liefert Benzin. - In Darmstadt berichtet die Tageszeitung Darmstädter Tagblatt von berechtigter und verständlicher Empörung des deutschen Volkes, sich in der vergangen Nacht im umfangreichen Maße Luft verschafft habe. In Darmstadt werden in der Reichskristallnacht 4 Juden getötet. Ferdinand Reinheimer aus Eberstadt begeht Selbstmord. - Prinz Karl von Ardeck (St) (77) stirbt in Niendorf kinderlos. - In Frankfurt wird das IG Farben Vorstandsmitglied Professor Dr Erwin Selck (62) Präsident des Pferderenn-Clubs. In Niederrad werden von Robert Mätzig und Otto Wehe 10 Pferde trainiert. - In Kronberg werden der hessenkasseler Landgraf Friedrich Karl von Hessen (St) (70) und seiner Frau der Kaiser Friedrich III Tochter Margarethe von Zollern Preußen (66) Mitglieder der NSDAP. - In Frankfurt findet der NSDAP Kreistag Groß Frankfurt statt. - In Frankfurt findet ein Internationaler Kinderschutzkongress statt. - In Frankfurt berichtet die frankfurter Tageszeitung Frankfurter General-Anzeiger, dass bei den Abbrucharbeiten des Gasthofs Großer Speicher (2016 Nördlicher Teil des Hauses Berliner Straße 51) im Brauereigebäude Schüppengasse 2 eine wertvolle siebenteilige Fenstergruppe und beträchtliche Reste einer reichen Wendeltreppe aus der Renaissancezeit gefunden wurden. - In Darmstadt wird das zwangsversteigerte ehemalige Parkhotel alias Haus Hagenburg Dieburger Straße 241 (2016 Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus) als SA Gruppenschule genutzt. - In Frankfurt wohnt der 50% kriegsgeschädigte SA Mann Adalbert Gimbel (40) im Grüneburgweg 162. - In Wiesbaden wohnt der in Worms geborene Keramikfabrikantensohn SS Brigadeführer Richard Hildebrandt (41) früheres NSDAP Mitglied der Ortsgruppe New York, in der Uhlandstraße 4. - In Frankfurt wohnt der Diplomvolkswirt und NSDAP Gauamtsleiter Walter Heyse (36) in der Burnitzstraße 7. - In Groß Gerau ist Alfred Klostermann (38) NSDAP Gauamtsleiter und NSDAP Kreisleiter. - In Darmstadt wohnt der im fränkischen Hof geborenen stellvertretende hessische NSDAP Gauleiter und hessische Staatsrat Reiner Heinrich (62) in der Neckarstraße 7 (2016 AOK Beratungscenter). - In Darmstadt wohnt der in Nidda geborene NSDAP Gauamtsleiter, SA Standartenführer und Ministerialrat Friedrich Ringshausen (58) in der Liebigstraße 2. - In Frankfurt wohnt der NSKK Obergruppenführer Joseph Seydel (51) in der Arndtstraße 1. - In Frankfurt wohnt der NSDAP Gauamtsleiter, Gaupropagandaleiter und Leiter des Reichspropagandaamtes in Hessen-Nassau Willi Stöhr (35) im Heidenfeld 18. - Rechtsverkehr wird eingeführt. - In Frankfurt bieten die Frankfurter Adlerwerke vorm. H. Kleyer den frontangetriebenen Personenkraftwagen Adler Trumpf mit einem zwei Liter Motor an. Die stromlinienförmige Motorhaube und der stromlinienförmige Kühlergrill sind in einem Stück schnabelartig vorne zu öffnen. - In Frankfurt Ober-Erlenbach gibt es ein NS Kinderheim. - In Frankfurt Nieder-Josbach gibt es ein NS Kinderheim. - Die in Frankfurt geborene Tilly Fleischer (25) gewinnt die erste deutsche Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Berlin im Speerwerfen, wofür die Stadt Frankfurt ihr ein Auto schenkt. - In Frankfurt ist die Luftschiffhalle II fertiggestellt. Sie wird Heimathaften für das Luftschiff LZ 130 Graf Zeppelin II, das aber keine Passagiere mehr transportieren darf. - In Frankfurt stürzt ein Flugzeug aus Mailand über dem Rollfeld des Rhein-Main Flughafens ab. - In Frankfurt treten die Comedian Harmonists nur mit ihren arischen Mitgliedern als Meister-Sextett im Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26 JP Morgan Private Bank) auf. - In Frankfurt ist das Tanz Cafe Rumpelmayer in der Hitleranlage (2016 Gallusanlage 2 Commerzbank) mit der Telefonnummer 31273 die feinste Konditorei und bietet die besten Künstlerkonzerte bei eigenem Parkplatz. - In Rodgau Dieburg wird das Zwangsarbeitslager und Strafgefangenenlager Rodgau-Dieburg, Stammlager eröffnet. - In Mainz verursacht der in Mainz geborene Fastnachtsbüttenredner Seppel Glückert (47) den Abbruch der Radio Übertragung, weil er das Wort KZ Dachau erwähnt. - In Mainz kommz Adolf Hitler (49) zu seinem 5. und letzten Besuch, der einem Triumpf in Menschenmassen gleicht. Er verlässt sein Auto nicht. - In Bensheim stellt SS Sturmführer Erbfürst Georg Ludwig von Erbach Schönberg (St) (35) seine Kraftfahrzeuge für die SA Überfälle auf die Synagogen zur Verfügung, plündert jüdische Häuser in Reichelsheim und beteiligt sich in Bensheim am Niederbrennen der Synagoge. - In Idstein wird in der Heil- und Pflegeanstalt Kalmenhof in Idstein Veitenmühlweg 10 der SA Psychiatrie Arzt Hans Bodo Gorgaß (29), der besonders durch seine öffentlichen Saufexzesse auch während der Arbeit auffällt, zum Leiter der Behinderteneinrichtung, einer Mischung aus Arbeitshaus und Gefängnis.

1937 In Wiesbaden wird der Beamte und ehemalige Landeskirchenrat Fritz Bernotat (47) der Abteilung Anstaltswesen im Landeshaus Kaiser Friedrich Ring 75 im Amt für Erb- und Rassenpflege und Vereinsleiter des Trägervereins der Heil- und Pflegeanstalt Kalmenhof in Idstein Veitenmühlweg 10, Vorsitzender des Vereins für Volkspflege e.V. und Vorstand der Heil- und Pflegeanstalt Scheuern in Nassau. - In Wiesbaden wird der Westpreuße und WW1 Jagdflieger und SS Mann Erich Mix (39) neuer wiesbadener Oberbürgermeister. - In Wiesbaden wird eine Verdunkelungsübung abgehalten. - In Wiesbaden wird die Ochanps Kaserne in der Schiersteiner Straße eingeweiht. - In Frankfurt emigriert der Maler Max Beckmann (53) nach Paris. - In Wiesbaden ist das Kino Capitol am Kochbrunnen mit 288 Plätzen Ecke Taunusstraße 1/Wilhelmstraße. - Die Schwedin Zarah Leander (30) wird im UFA Film Zu neuen Ufern der neue Star, der Marlene Dietrich ablösen kann. - In Langen tritt der SA Standartenpfarrer Wilhelm Seibert aus der SA aus, bleibt aber in der NSDAP. - Der in Darmstadt geborene Sippenforscher und SA Standartenführer der Obersten SA Führung Prinz Wilhelm Karl von Isenburg (St) (34) wird außerordentlicher Professor für Sippen- und Familienforschung in München. - Der in Babenhausen geborene langjährige frankfurter Erste Kapellmeister und Dirigent an der frankfurter Alten Oper und der Museums Gesellachaft im Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26 JP Morgan Private Bank) in Frankfurt Georg Ludwig Jochum (28) tritt in die NSDAP ein und wird Plauener Musikdirektor und Theaterdirektor und durch den faschistische Philharmonieorchesteroberleiter und neuen frankfurter Generalmusikdirektor Franz Konwitschny (36), der sogar SA Aufzüge in seine Aufführungen miteinbauen wollte, ersetzt. - In Mainz ist Dr Robert Barth NSDAP Kreisleiter. - In Offenbach ist Karl Walther (39) NSDAP Kreisleiter. - In Frankfurt wird der SA Arzt Josef Mengele (26) Lieblingsschüler von Freiherr Otmar von Verschuer (40), dem Leiter des Universitäts-Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in der Gartenstraße am Mainufer. - Der Reserveoffizier der Luftwaffe Georg Donatus von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (31) tritt mit seiner in Athen geborenen Ehefrau, der griechischen und dänischen Prinzessin Cäcilia von Schleswig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (26) der NSDAP bei. - Das in Offenbach Rumpenheim geborene NSDAP Mitglied, Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau und Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (41) nennt seinen in Rom geborenen dritten Sohn Otto Adolf. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene Schutzpolizist Heinrich Baab (29) Kriminalassistentenanwärter im Passwesen in der Gestapo Leitstelle, tritt der SS bei und überwacht Geistliche. - In Frankfurt wird in der Alten Oper die szenische Kantate Carmina Burana des in München geborenen Berufsoffizierssohn und Komponisten Carl Orff (43), in der es um Sex und Saufen geht, uraufgeführt. - In Weilmünster beginnen die Todesfälle in der Heil- und Pflegeanstalt Weilmünster, Weilstraße 10. - In Wiesbaden wird die Wanderausstellung Entartete Kunst im von unerwünschter Kunst gesäuberten Nassauischen Landesmuseum Wiesbaden vom Deutschen Volksbildungswerk eröffnet und in der NS Zeitung Nassauer Volksblatt von Redakteur Hans Piroth besprochen. Ausstellungsleiter und Direktor des Nassauischen Landesmuseums Friedrich-Ebert-Allee 2 in Wiesbaden Hermann Voss (53) tauscht mit dem wiesbadener Museumsdepot ein klassisches Bild von Wilhelm von Schadow gegen ein entartetes eingelagertes Frauenportrait von Otto Dix (46). - In Darmstadt wird die Wanderausstellung Entartete Kunst eröffnet. - In Mainz wird im Landesmuseum Große Bleiche 49 - 51 die Wanderausstellung Entartete Kunst eröffnet. - In Langen stirbt der in Darmstadt geborene Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (69) im Schloss Wolfsgarten. Seine Beerdigung wird zu einer NSDAP Propandaveranstaltung. Sein Sohn und neues NSDAP Mitglied Georg Donatus von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (31) führt den Trauerzug in Wehrmachtsuniform an. Vier Wochen später fliegt er zur Hochzeit seines Bruders Ludwig (St) (29) nach London und stirbt mit seiner schwangeren in Athen geborenen Ehefrau, NSDAP Mitglied und griechischen und dänischen Prinzessin Cäcilia von Schleswig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (26) mit den Kindern Ludwig und Alexander und seiner Mutter Prinzessin Eleonore von Solms Hohensolms Lich (St) (66) bei einem Flugzeugabsturz. Nur die in Langen auf Schloss Wolfsgarten zurückgelassene neugeborene Prinzessin Johanna von Hessen Darmstadt (St) (00) überlebt. - Graf Maximilian Ludwig von Solms Rödelheim und Assenheim (St) (--) lässt sich von Prinzessin Viktoria von Leiningen (St) (42) scheiden. - In Kronberg wird in der Villa Mumm Kastanienhöhe 1 eine NSDAP Gauführerschule eingerichtet. - In Darmstadt erfährt die Gestapo von der Widerstandsgruppe um den KPD Funktionär Georg Fröba (41), hat aber noch 6 Jahre lang keine Beweise für eine erneute Anklage. - Der in Frankfurt geborene, von der Preußischen Akademie der Künste ausgeschlossene, mit Publikationsverbot belegte jüdische Schriftsteller und Bühnenautor Ludwig Fulda (75) kehrt nach einem USA Besuch bei seinem ausgewanderten Sohn wieder nach Deutschland zurück, erkennt dass das ein Fehler war und erhält keine Aufenthaltserlaubnis für die USA mehr. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene wormser NSDAP Landrat Otto Schwebe (34) frankfurter NSDAP Kreisleiter. - In Wiesbaden wird ein Prozess gegen 17 Nerother Wandervogelbund Mitglieder im Alter zwischen 16 bis 25 Jahren, die sich nicht in die HJ eingliedern lassen wollen und sich verbotenerweise privat treffen, geführt. - Der in Darmstadt geborene SA Standartenführer der Obersten SA Führung Prinz Wilhelm Karl Prinz von Isenburg Büdingen (St) (34) wird NS Professor für Sippenforschung und Familienforschung in München. - In Frankfurt wird das Palais Rothschild Bockenheimer Landstraße 10 und der Rothschildpark arisiert. - Wiesbaden hat 165139 Einwohner. - In Lich wird Prinz Wilhelm von Solms Hohensolms Lich (St) geboren. - Das aus Montabaur Heilberscheid stammende NSDAP Mitglied und Volksgerichtshofrichter Robert Hartmann (36) verurteilt das im saarländischen Neunkirchen geborene KPD Mitglied Erich Honecker (25) wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens unter erschwerenden Umständen zu einer Gefängnisstrafe von 10 Jahren. - In Rüdesheim wird der Werbeslogan Im Asbach-Uralt ist der Geist des Weines erfunden. - In Frankfurt bauen die Aepfelwein-Kelterer und Brüder Werner Possmann und Fritz Possmann in der Eschborner Landstraße 156 eine neue Apfelwein Abfüllanlage. - In Frankfurt wird das Gasthaus Württemberger Hof in der Fahrgasse (2016 Hainer Hof 9) abgerissen. - In Frankfurt übernimmt der von der NSDAP aus Berlin entsandte Kapellmeister Otto Frickhoeffer (--) das Frankfurter Rundfunksynphonieorchester von Rundfunkorchestergründer Hans Rosbaud (42). - In Butzbach wird die Schinderhannes-Guillotine von Scharfrichter Friedrich Hehr (--) letztmals benutzt und in die Frauenhaftanstalt Frankfurt Preungesheim gebracht. - In Wiesbaden wird die Germania Brauerei Wiesbaden Mainzer Straße 99-101 (2016 Mc Donalds) in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. - Der Ruder Achter der frankfurter Rudergemeinschaft Germania wird Deutscher Vizemeister. - Der in Arolsen geborene SS Obergruppenführer Erbprinz Josias von Waldeck und Pyrmont (St) (41) wird Dienststellenleiter des SS Oberabschnitts Fulda Werra und zieht in das Neue Schloss Arolsen ein. - In Kronberg wird das in Uerdingen geborene frankfurter IG Farben Vorstandsmitglied, Leiter der Sparte II im Reichskriegsministerium und Wehrwirtschaftsführer Fritz Ter Mer (52) im geteilten 13000 m² große Villa Guaita Anwesen Mitglied der NSDAP. - Juden wird der Handel mit Vieh verboten. - In Frankfurt hat der Rhein-Main-Flughafen rund 39000 Fluggäste auf einer Fläche von 300 Hektar. - In Frankfurt wird die zur Prostitution genutzte heruntergekommene mittelalterliche Hofanlage an der Speicherschänke Der Große Speicher Nordseite Bethmannstraße Rotkreuzgasse und das Bordell und Stundenhotel Schützenliesl Ecke Karmelitergasse abgerissen. - In Frankfurt findet ein Hallensportwettkampf der SA Gruppe Hessen statt. - In Usingen stirbt der evangelische Pfarrerssohn und usinger NSDAP Kreisleiter Hans Lommel (62). - In Frankfurt präsentieren die Adlerwerke einen ersten deutschen vom Ferdinand Porsche Nachfolger Karl Jentschke (38) konstruierten Stromlinien Serienwagen Adler 2,5 Liter Autobahn. - In Frankfurt wird der Adlerwerke Mitbesitzer und SS Untersturmführer Ernst Hagemeier (--) wegen mangelnder Beteiligung an SS Diensten und wegen Verkehrs mit Juden aus der SS entlassen. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene ehemalige wormser Landrat Otto Schwebel (34) neuer frankfurter NSDAP Kreisleiter. - In Frankfurt hetzt im Volksbildungheim Eschenheimer Landstraße 4 (2016 Metropolis Kino) der homosexuelle, kaltgestellte SA Führer, NSDAP Mitglied und viertgeborene deutsche Kaisersohn August Wilhelm von Zollern Preußen (St) (58) alias Auwi. - In Frankfurt veranstaltet die Stadt Frankfurt die rassenpolitische Veranstaltung Das deutsche Antlitz im Spiegel der Jahrhunderte im Karmeliterkloster. - In Wiesbaden Erbeneheim greift auf dem Flughafen das Jagdgeschwader 53 als Teil der Legion Condor erfolgreich im Spanischen Bürgerkrieg für den Faschisten Franco ein. - In Frankfurt findet eine Ausstellung Das Theater im Freien im Karmeliterkloster statt. - In Frankfurt wird der Bahnhof Goldstein in Bahnhof Frankfurt-Sportfeld umbenannt. - In Frankfurt startet das Luftschiff Hindenburg LZ 129 auf dem Flug- und Luftschiffhafen Frankfurt Rhein-Main und explodiert in Lakehurst, wobei 35 Menschen sterben. - In Frankfurt treten die Comedian Harmonists nur mit ihren arischen Mitgliedern als Meister-Sextett im Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26 JP Morgan Private Bank) auf. - In Frankfurt Höchst wird in der ehemaligen französischen Kaserne, dem ehemaligen wilden KZ und aktuellen RAD Reichsarbeitsdienstlager und SA Dienststelle eine Flugabwehreinheit und offiziell auch die motorisierte Straßenpolizei untergebracht, die sowieso schon seit Jahren mit der SA gemeinsam ausrückt. - In Frankfurt wird in der Alten Oper Carmina Burana des in München geborenen Musikpädagogen und Komponisten Carl Orff (42) uraufgeführt. - In Rüsselsheim finden u.a. im Hotel Adler völlig ausverkaufte Sitzungen des Rüsselsheimer Carnevalsvereins mit Käthe Riffel als Kommandeuse der Damengarde statt. Den Faschingszug begleiten der FCV Flörsheim und der WCC Weilbach. - In Frankfurt findet die SS Führertagung für Frankfurt, Kassel und Gießen statt. - In Frankfurt fordert das Fürsorgeamt für elf Bettler und Arbeitsscheue die Unterbringung in einem Arbeitshaus. Neun werden ins Arbeitshaus Breitenau bei Kassel gebracht. - In Wiesbaden tritt der in Sachsen geborene wiesbadener Landespolizist Ernst Richard (31) der NSDAP bei und wird Mitglied der Gestapo bei der er sich den Spitznamen Henker von Wiesbaden erarbeitet. Er wohnt in der Kauberstraße 9. - In Frankfurt gibt es 3 Mal so viele Arbeitslose wie in Deutschland. - In Frankfurt werden 40 Zeugen Jehovas, die den Wehrdienst und den Hitlergruß verweigern, nach zwei Flugblattaktionen verhaftet und nach der Untersuchungshaft im Gefängnis Hammelsgasse vor ein Sondergericht gestellt. Nach einer Haft, meist unter einem Jahr in den Gefängnissen Höchst und Klapperfeld, werden sie nicht entlassen sondern ins KZ Buchenwald verschleppt.

1936 Wetter Totale Mondfinsternis. - In Frankfurt wohnt das NSDAP Mitglied und NSKK Führer Landgrafensohn Prinz Richard von Hessen (St) (35) in der Lindenstraße 7. - In Wiesbaden Biebrich werden in der Mosburg die Grabplatten von Graf Johann von Katzenelnbogen II und Johann von Katzenelnbogen IV wieder abmontiert und zurück ins Kloster Eberbach gebracht. - Die Tageszeitung Nassauisches Volksblatt behauptet zu Silvester, dass die Arbeitslosigkeit restlos beseitit ist. - In Wiesbaden feiert die NSDAP unter wiesbadener NSDAP Kreisleiter Hugo Römer (--) mit mit Sitz Wilhelmstraße 15 und Telefonnummer 23589 ihr 10 jähriges Bestehen. - In Frankfurt eröffnet der Flughafen Frankfurt Rhein-Main mit einem Flug des Lufthasa Kapitäns Krist mit einer JU 52 vom alten Flughafen Rebstock, einer Ehrenrunde über der Stadt und der Landung auf dem neuen Flughafen . - Gründung des Flug- und Luftschiffhafens Rhein-Main. In Frankfurt starten die Luftschiffe Graf Zeppelin LZ 127 und Hindenburg LZ 129 im Linienverkehr nach Rio de Janeiro und Lakehurst. Frankfurt ist der neue Heimathafen der Luftschiffe. Eine Zeppelinhalle ist fertiggestellt. Die Landebahnen sind Rasenflächen. - In Rüsselsheim läuft der Opel Kadett vom Band. - In Wiesbaden wird das Apollo-Theater mit 400 Plätzen mit dem Bavaria-Film Die Puppenfee mit Adele Sandrock und Paul Hörbiger (40) in der Gaststätte Wiesbadener Hof in der Moritzstraße 8 neueröffnet. - In Frankfurt zieht die Frankfurter Gestapo, die den Wiesbadener Regierungsbezirk überwacht, um sich räumlich abzugrenzen aus dem Polizeipräsidium in der Friedrich-Ebert-Anlage aus und in den 5 Stock des Siemens-Hauses in der Bürgerstraße 22 Wilhelm-Leuschner-Straße ein. - In Frankfurt werden die Zeugen Jehovas Balthasar Mayer und seine Frau Elisabeth Mayer nach der Denunziation durch Anwohner bei der NSDAP Ortsgruppe nach der Protestaktion Luzerner Resolution zu 10 Monaten Haft im Gestapogefängnis Frankfurt Preungesheim verurteilt, aber erst 1938 entlassen und dabei sofort ins KZ Buchenwald verschleppt. - Der in Darmstadt geborene SA Standartenführer der Obersten SA Führung und Prinz Wilhelm Karl von Isenburg (St) (33) ist Mitglied der berliner Reichsstelle für Sippenforschung des Reichsministeriums des Innern. - In Wiesbaden laufen die Steuervergünstigungen für die eingemeindeten Stadtteile nach 10 Jahren aus. - In Rüsselsheim findet eine Triumph-Fahrt des alten Führerkorps der NSDAP statt. - Militärtransporte passieren Limburg in westlicher Richtung. - Adolf Hitler (47) stellt durch die Besetzung des Rheinlandes angeblich die Souveränität des Deutschen Reiches wieder her und wird dafür gefeiert. - In Wiesbaden Erbenheim übernimmt die Deutsche Luftwaffe den zivilen Flughafen, ehemaligen Autorennkurs und ehemalige Pferderennbahn und macht ihn zu einem Jagdflieger-Stützpunkt. Es gibt drei Flughäfen im Rhein-Main-Gebiet: Erbenheim, Darmstadt und Frankfurt. - Der in Katzenelnbogen Berghausen geborene Großbauernsohn und ehemalige Gestapo Gründer Rudolf Diels (36) lässt sich von seiner ersten Ehefrau und Industriellentochter Hildegard Mannesmann scheiden. - In Frankfurt wird eine Religionsgesellschaftssteuer mit 7,5 % der Lohn- und Einkommensteuer, eine Religionsgemeindesteuer mit 7 % der Lohn- und Einkommensteuer und ein Kirchnotgeld von 2 Reichsmark für steuerfreie Mitglieder und 4 Reichsmark für alle anderen erhoben. Ehefrauen sind ausgenommen. - In Limburg wird Paul Lawaczeck (58) stellvertretender NSDAP Landrat des Landkreises Limburg. - In Lorch wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - In Frankfurt übernimmt die Firma Johann Handel das jüdische Geschäft Porzellan Bär in der Stiftstraße 8-10. - In Kronberg verkauft Fritz Mumm von Scharfenstein seinen Sommersitz Kastanienhöhe 1 an den NS gesteuerten Gemeinnützigen Schulungsverein Hessen-Nassau, der ihn wenige Monate später der NSDAP schenkt. - Der in Frankfurt geborene Weinhändlersohn und jüdische Pharmakologe Otto Loewi (63) erhält den Nobelpreis für Medizin. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene Rot-Weiß Frankfurt Fußballer und spätere Elfmeterschießen Erfinder Karl Wald (20) Fußballschiedsrichter. - In Wiesbaden hat in der Lessingstraße 16 die SA Standarte 80 unter Obersturmbannführer Künemund die Telefonnumer 59351, die NSKK Motorstandarte 148 unter Oberstaffelführer W Best die Telefonnummer 23565, der Obersturmbann III/R unter Obersturmführer Oeckinghaus und der Sturmbann II/R unter Obersturmführer Hellenbrand und der SA Reitersturm 5/150 unter Obersturmführer Fritz Herbst gemeinschaftlich die Telefonnummer 59351. - In Wiesbaden hat in der Villa Uhlandstraße 4 der SS Abschnitt XI unter SS Brigadeführer Hildebrandt die Telefonnummer 28940. - In Wiesbaden haben in der Walkmühlstraße 31 die SS Standarte 78 unter Obersturmbannführer Kühtz und der SS Sturmbann I/78 unter Obersturmführer Limbach die Telefonnummer 28091. - In Wiesbaden ist der SS Motorsturm 4/I/11 in der Dotzheimer Straße 38 (2016 AIDS Beratungsstelle). - In Wiesbaden ist der SS Nachrichtensturmbann 11 in der Parkstraße 9 (2016 Seniorenstift Dr. Drexler Haus zur Gesundheit). - In Wiesbaden ist der Arzt Walter Gronemann Kreis-Arzt und Leiter des staatlichen Gesundheitsamtes Rheinstraße 35 mit der Telefonnummer 27865, der Oberregierungsrat und Veterinärrat Dr Schipp Kreis-Tierarzt in der Albrechtstraße 35 mit der Telefonnummer 24333. - Wiesbaden hat 164422 Einwohner. - In Frankfurt zieht die NS Organisation Kraft durch Freude in die Eschenheimer Landstraße 4 (2016 Metropolis Kino) ein. - In Deutschland werden die Persönlichkeitsrechte und Urheberrechte am Filmbild eingeschränkt. - In Groß-Gerau wird die Unionbrauerei Groß Gerau der jüdischen Familie Maxsohn arisiert und weit unter Wert an den in Langenselbod geborenen Bauunternehmersohn Willy Kaus (36) und Willi Orschler verkauft. - In Rüsselsheim erhält Opel Steuerfreiheit. Mit dem ersparten Geld werden die Kapazitäten ausgebaut. - In Mainz wird Hildegard Kühne Kommandeuse der Prinzengarde und damit erstes weibliches Mitglied der mainzer Prinzengarde während der Fastnacht. - In Offenbach übernimmt die NSV durch Kauf durch die NSDAP den jahrelangen offfenbacher SA Brigade Stützpunkt Villa Wecker Dreieichring 24. - In Kronberg wird das 13000 m² große Villa Guaita Anwesen geteilt, und im abgeteilten Park ein Wohnsitz mit Parklandschaft für das in Uerdingen geborene frankfurter IG Farben Vorstandsmitglied, Leiter der Sparte II im Reichskriegsministerium und Wehrwirtschaftsführrer Fritz Ter Mer (52) erbaut. - In Frankfurt Seckbach wird öffentlich, dass der evangelische seckbacher Pfarrer Karl Heinrich Stein (66) jüdische Wurzeln hat. - In Frankfurt Seckbach hängt der Stürmerkasten am Seitengebäude der Gastwirtschaft Zum Lindenfels in der Wilhelmshöher Straße 112, dem NSDAP Parteilokal. - In Frankfurt hat der Rhein-Main-Flughafen rund 29000 Fluggäste auf einer Fläche von 300 Hektar. - In Frankfurt schließt in der Friedberger Anlage das Promenadencafe Seilerstraße 34 und wird als BDM und HJ Heim von der NSDAP genutzt. - Der in Frankfurt Rödelheim geborene Gutsbesitzer und NSDAP Reichstagsmitglied Freiherr Karl Friedrich von Schorlemer (St) (50) stirbt. - Der jährliche Sommergast in der hessenkasseler Residenz in Kronberg und evangelische amerikanische Prediger Frank Buchman (58), dem sexuelle Übergriffe auf seine männlichen Anhänger vorgeworfen werden, wird in der Zeitung New York World Telegram mit Ich danke dem Himmel für einen Mann wie Adolf Hitler, der eine Verteidigungslinie gegen den Antichrist des Kommunismus aufgebaut hat, zitiert. - Die NSKK Motorgruppe Hessen veranstaltet eine Taunusgeländefahrt. - In Frankfurt findet das Treffen des alten Führer-Korps der NSDAP statt. WMF stellt dafür versilberte Zigarettenetuis her. - In Frankfurt findet ein Gautag Hessen Nassau statt. - In Darmstadt überfliegen der Zeppelin Luftschiff LZ 129 Hindenburg und Zeppelin Luftschiff LZ 127 Graf Zeppelin die Stadt. - In Darmstadt muss Graf Renault van Becker das ehemalige Parkhotel alias Haus Hagenburg Dieburger Straße 241 (2016 Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus) in einer Zwangsversteigerung abgeben. - Der in Frankfurt geborene Jakob Weiseborn (43) löst den in Worms Osthofen geborenen ehemaligen Landtagsabgeordneten mit goldenem NSDAP Parteiabzeichen Karl d’Angelo (45) als KZ Dachau Schutzhaftlagerführer ab. - In Wiesbaden Erbenheim wird auf dem Flughafen Erbenheim das Jagdgeschwader 53 Teil der Legion Condor. - In Frankfurt gastiert der Zirkus Althof 2 Wochen lang im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 auf. - In Frankfurt startet das Luftschiff Hindenburg LZ 129 auf dem Flug- und Luftschiffhafen Frankfurt Rhein-Main zu seiner Propagandafahrt über das voll besetzte Olympia Stadon in Berlin. - In Frankfurt treten die Comedian Harmonists nur mit ihren arischen Mitgliedern als Meister-Sextett im Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26 JP Morgan Private Bank) auf. - Die SS Mannschaften zur Bewachung von KZs werden im neugegründeten Totenkopfverband zusammengefaßt. - In Wiesbaden feiert der verbotene und verfolgte Fastnachtsverein Die Spinner des Gesangsverein Gutenberg heimlich sein 10 Jähriges Jubiläum in der Friedrichstraße und verteilt Blutorden. - In Rüsselsheim wird im Café Robert Graßmann am Bahnhof (2016 auf der Fläche des Bahnhofsplatz) ein Carnevalsverein mit dem Schuhmachermeister Leo Brandscheid als Vorsitzenden, mit laut Vereinschronik 2016, einer anderen Organisation, an die die Einnahmen abgeführt werden müssen, gemeinsam gegründet. - In Offenbach wird ein Prinzenpaar während des Carnevals eingeführt. - Der mit Gräfin Marie von Stolberg Wernigerode (St) (64) verheiratete Graf Wilhelm von Solms Laubach (St) (75) stirbt. - in Frankfurt veranstaltet der Reit- und Fahrklub Frankfurt mit der SA Gruppe Hessen alias SA Reiterstandarte 49 ein Reit- und Fahrturnier in der Festhalle an der Messe. - In Frankfurt wird der Frankfurter Rennverein für den Weiterbetrieb der Pferderennbahn Niederrad zu sorgen. - In Frankfurt Höchst wird vom von der Tageszeitung Frankfurter Zeitung herausgebrachten Stadt-Blatt die Eröffnung der ersten Holztankstelle des Rhein-Main-Gebietes am Großtankbahnhof an der Autoumgehungsstraße nördlich von Höchst gemeldet. - In Frankfurt bezieht die Wehrmacht die Kaserne in der Gutleutstraße, was die SA und die Polizei mit einem Fackelzug feiert. - Die NSDAP veranstaltet mit dem KdF einen Volk-Karneval auf dem Goetheplatz, dem Rathenauplatz und im im Hippodrom Ecke Stresemannallee/Kennedyallee 19-23 (2016 Chinesisches Generalkonsulat). Kehraus feiert man mit dem Bordfest auf der Monte Olivia im Palmengarten. Der Frankfurter Karnevalsverein 1911 feiert im Bachsaal neben der Festhalle an der Messe einen Jubiläums-Maskenball. - In Frankfurt tritt das Mädel mit dem Schifferklavier Maira Ney (46) im Scala Groß-Frankfurt Bleichstraße 57 auf. - In Frankfurt kommt Max Schmeling (31) mit dem Zeppelin Luftschiff Hindenburg LZ 129 am Flughafen Rhein-Main an und fährt mit einem Adler Cabrio zum Rathaus, wo er von einer begeisterten Menge bejubelt wird. - In Mainz kritisiert der in Mainz geborene MCV Fastnachtsbüttenredner Seppel Glückert (45) Hier Kritik zu üben frei - so an Dachau knapp vorbei - Freude auslöst, immer wieder auch bei euch ich kenn´ euch Brüder! Ihr habt Recht, warum aach nit! Wozu ha´mer dann die Bütt? Um zu hören mit Gemüt, Was mer nit zu lese krieht! - Das eifrige NSDAP Mitglied Erbprinz Georg Ludwig von Erbach Schönberg (St) (33) wird von seinem Cousin und Himmlerduzfreund SS Obergruppenführer und Multimilliardär Erbprinz Josias von Waldeck Pyrmont (St) (40) gedrängt der SS beizutreten. Dafür muss er aus der Kirche austreten. Sein Vater Fürst Alexander von Erbach Schönbierg (St) (64) übt das kirchliche Patronatsrecht in seinen Gemeinden weiter aus. - Prinz Wittekind von Waldeck Pyrmont (St) wird geboren. Prinz Maynolf von Erbach Schönberg (St) wird geboren. - In Frankfurt zieht der in Darmstadt geborene Steuerbeamtensohn Klaus Köbel (18) in das Kameradschaftshaus Langemarck des NS Studentenbundes in der Westendstraße 55(verschweigt NSDAP Mitgliedschaft, Mitglied des Hessischen Landtags). - In Frankfurt wird der Erbprinz Wolfgang Ernst von Isenburg Büdingen (St) als unehelicher Sohn von Prinz Casimir Johannes Ludwig Otto von Sayn Wittgenstein (St) (29) und der in Hamburg geborenen Ingrid Alsen (21) geboren. - In Frankfurt gibt es 3 Mal so viele Arbeitslose wie in Deutschland.

1935 Der frankfurter NSDAP Oberbürgermeister Friedrich Krebs (41) macht nach vergeblichen Versuchen mit dem Titel Stadt der Straßen mit der Zustimmung Adolf Hitlers (46) Frankfurt zur Stadt des Deutschen Handwerks. - In Frankfurt eröffnet Adolf Hitler (46) mit seinem Mercedes-Benz die Reichsautobahn Frankfurt - Darmstadt. - In Wiesbaden steigt Adolf Hitler (46) 3 Tage im Hotel Rose Georg-August-Zinn-Straße 1 (2016 Staatskanzlei) ab, ißt im Kurhaus und besucht eine Aufführung der Verdi-Oper Aida im im Deutschen Theater (2016 Staatstheater) . - In Frankfurt werden im Heilig-Geist Hospital Lange Str. 4-6 Zwangssterilisationen auch mit Strahlenbehandlungen durchgeführt. - In Wiesbaden wird das Theater vom Staat übernommen und in Deutsches Theater umbenannt. - In Rüsselsheim wird nach dem Opel 1,2 Liter das neue Modell Opel P4 gebaut. - In Wiesbaden wird der Gelegenheitsarbeiter und ehemalige Gewerkschaftssekretär Konrad Arndt in das KZ Esterwege und danach ins KZ Oranienburg verschleppt, wo er seinen Bekannten Paul Krüger trifft, der mehrere Male bis zur Bewusstlosigkeit verprügelt wurde. - In Frankfurt entsteht aus der Brauerei Henninger-Kempff-Stern und Johann Gerhard Henrich AG die Henninger-Bräu AG. - In Ziegenhain findet eine Salatkirmes statt. - In Wiesbaden wird der Jahrgang 1914 zum Wehrdienst eingezogen und der Jahrgang 1915 zum RAD alias Reichsarbeitsdienst. - Der in Freystadt geborene SS-Sturmbannführer Guntram Pflaum (32) wird Geschäftsführer des Verein Lebensborn. - In Frankfurt übernimmt Freiherr Otmar von Verschuer (39) das Universitäts-Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in der Gartenstraße am Mainufer. - In Wiesbaden entwickelt Henkell & Co den Pikkolo. - Im Vorder-Taunus verliert der höchster SPD Funktionär Paul Kirchhof tragischerweise bei einer Motorradkurierfahrt seine Aktentasche mit den Namen von über 100 aktiven Mitgliedern und wird durch sein Motorradkennzeichen von der Gestapo ausfindig gemacht. Am Oberlandesgericht Kassel werden aus Bad Soden Heinrich Dosse (2 Jahre 6 Monate Haft), Fritz Lagemann, Johann Malinowski, Karl Sammel, Hermann Bender, aus Hochheim Adam Treber (2 Jahre 9 Monate Haft), Georg Engerer, Josef Schäfer, Josef Krämer, aus Hattersheim Peter Nida (1 Jahr 3 Monate Haft) und aus Höchst Paul Kirchhof (5 Jahre Haft) wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt und zu langen Haftstrafen verurteilt. - In Bad Homburg flieht der in Wien geborene ehemalige Obertaunus Landrat und amtierende bad homburger Oberbürgermeister Ritter Ernst von Marx (66) nach England. - In Frankfurt wird die Freimaurerloge Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main aufgelöst. - In Bad Nauheim stirbt der in Bad Homburg geborene Schriftsteller, Schauspieler, Opernsänger und Redakteur der Tageszeitung Taunusbote Robert Fuchs-Liska (65). - In Wiesbaden wird der Gewerkschafter Paul Krüger (32) ein zweites Mal verhaftet und ins KZ Sachsenhausen verschleppt. - Der in Frankfurt geborene frankfurter Bürgermeisterenkel, Bankierssohn und Diplomat Herbert Mumm von Schwarzenstein (37) wird als vermeintlicher Homosexueller von der Gestapo beobachtet. - In Wiesbaden trifft sich die antifaschistische Arbeiterschaft im Lokal Hauser Walramstraße 30. - In Frankfurt zwingt die Stadt Albert von Goldschmidt Rothschild die Villa Grüneburg mit Park der Stadt zu übereignen. - Wiesbaden hat 163270 Einwohner und Mainz hat 144287 Einwohner. - In Lich wird Prinzessin Dorothea von Solms Hohensolms Lich (St) geboren. - In Rüsselsheim wird der frankfurter IHK Präsident und NSDAP Gauinspekteur Carl Lüer (38) Aufsichtsratmitglied im amerikanischen Automobilkonzern Opel. - In Deutschland wird Juden der Besitz von Kinos verboten. - In Mainz stirbt der jüdische Bierbrauer Philipp Mayer (59) der Sonnenbrauerei mit Gasthaus Zur Sonne in der Betzelsgasse 25. Die Familie versucht das Unternehmen weiterzuführen. - Die in Rüsselsheim geborene Automobilindustriellentochter Irmgard von Opel (27) fährt das Mercedes-Benz Cabrio 500 K Cabrio A. - Die frankfurter Baufirma Philipp Holzmann AG Taunusanlage 1 beginnt mit dem Bau der Kongresshalle auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. - Der in Frankfurt geborene Kaufmannsohn, ehemalige SA Führer und Stahlhelm Redakteur Friedrich Wilhelm Heinz (36) verliert mit der Auflösung des Stahlhelms seine Existenz und fürchtet in einem KZ zu enden. - In Frankfurt hat der Rhein-Main-Flughafen rund 17500 Fluggäste. - In Frankfurt wird in der Kronprinzenstraße alias Münchner Straße das Kaffeehaus Gillsch als 7. in unmittelbarer Umgebung eröffnet. - In Frankfurt müssen die konvertierten jüdischen Gebrüder Carl von Weinberg (74) und Arthur von Weinberg (75) ihr Gestüt Blau-Weiß in Gestüt Waldfried umbenennen. - Der in Frankfurt geborene Regisseur Walter Ruttmann (52) berät Leni Riefenstahl bei ihrem NS Propaganda Film Triumph des Willens über den Reichsparteitag der Freiheit in Nürnberg. - In Frankfurt stellt die Firma EF Wiedmann NS Abzeichen und Medaillen her. - In Darmstadt findet während der Delegiertentagung des Reichsverbandes der Automobilindustrie eine Führerbesprechung bei der Motorbrigade Darmstadt unter NSKK Korpsführer Adolf Hühnlein statt. - Das rüsselsheimer Opel Werk ist größter deutscher Automobilhersteller und bringt den Opel Olympia heraus, der mit einer selbsttragenden Stahlblechkarosserie in Großserie und mit Kühlerfigur produziert wird. Die frankfurter Adler Werke sind drittgrößter deutscher Automobilhersteller. - In Frankfurt wird auf dem Hauptfriedhof eine Ehrenwache der NSDAP für ihre Toten gehalten. Die Gedenkfeier findet im Volksbildungheim Eschenheimer Landstraße 4 (2016 Metropolis Kino) statt. - In Frankfurt wird im Ufa Theater im Schwan Steinweg 12 der Leni Riefenstahl Film Triumph des Willens über den Reichsparteitag der Freiheit in Nürnberg gezeigt. - In Frankfurt treten die Clowns Die 3 Rivels im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 auf. - In Frankfurt wird das Variete Kristallpalast im Behagel Haus in der Großen Gallusstraße 12 (2016 Große Gallusstraße 19, rechts neben Brüsseler Hof Ecke Neue Mainzer Straße/Große Gallusstraße 19) wiedereröffnet. - Frankfurt wird das Frankfurter Stadion im Stadtwald in Sportfeld Frankfurt umbenannt. - In Frankfurt treten die Comedian Harmonists nur mit ihren arischen Mitgliedern als Meister-Sextett im Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26 JP Morgan Private Bank) auf. - In Frankfurt Bornheim wird der Neues Frankfurt Architekt Carl-Hermann Rudloff (45) Mitbegründer des Bernemer Käwwern Karnevalsvereins. - In Mainz erhält der Mainzer Carneval Verein einen geschäftsführenden Vorsitzenden, das in Mainz geborene NSDAP Mitglied und zweiten mainzer Bürgermeister Friedrich Sauermann (42). - In Wiesbaden wird der in Sachsen geborene langjährige Polizist Ernst Richard (29) Mitglied der Wiesbadener Schutzpolizei. Er wohnt in der Kauberstraße 9. - In Frankfurt wird im großen Festsaal der aufgelösten frankfurter Freimaurerloge Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main Kaiserstraße 37 ein Kino eingerichtet und die Orgel an eine katholische Kirche im Rheingau verkauft. - Der Himmlerduzfreund Erbprinz Josias von Waldeck Pyrmont (St) (39) wird SS Führer des SS Oberabschnitts Rhein. - In Frankfurt gibt es 3 Mal so viele Arbeitslose wie im Reich. - In Frankfurt werden mit der Schließung des bereits arisierten Großkaufhauses Wronker, dem größten 90 Meter langen Warenhaus der Stadt, Wronker, auf der Südseite der Zeil 105, 480 Arbeitnehmer entlassen. - In Frankfurt findet im Hotel Kölner Hof am Hauptbahnhof Gneisenaustraße 1-5 (2016 Mannheimer Straße 1-5 Türkisches Generalkonsulat) eine Erste Gautagung des Deutschen Verbandes der Ärzte für physikalische und diätische Heilweise alias Naturheillehre statt.

1934 In Frankfurt findet auf dem Römerberg eine NSDAP Kundgebung statt. - In Wiesbaden reduziert sich die Arbeitslosenzahl von 19837 auf 8466 zum Jahresende. - Die Reichsregierung erklärt die Stadt Wiesbaden zur Notstandsgemeinde. - In Wiesbaden wird der Wiesbadener Kurverein neu gegründet und der neue Intendant von Wechmar übernimmt die kulturelle Führung. In Wiesbaden wird das Deutsche Tonkünstlerfest veranstaltet. - In Wiesbaden wird der Musikalische Völkerbund gegründet. - In Wiesbaden findet nach 1930 der Blumenkorso wieder statt. - In Wiesbaden wird im Paulinenschlößchen im kleinen Rahmen ein neues Weinfest, das Rheingauer Weinfest eingeführt. - In Wiesbaden wird das Opelbad in Form eines Ozeandampfers eröffnet. - Der in Darmstadt geborene Sippenforscher und SA Standartenführer der Obersten SA Führung Prinz Wilhelm Karl von Isenburg (St) (31) veröffentlicht Einführung in die Familienkunde. - In Offenbach wird der in Haiger geborene Jurist, Versicherungskaufmann und NSDAP Mitglied Helmuth Schranz (28) offenbacher NSDAP Kreisleiter und Ortsgruppenführer. - In Wiesbaden werden in der Diözese Nassau alle kirchlichen Gemeindevertretungen und Synoden aufgelöst. - In Wiesbaden Bierstadt wird der Musikverein zur NSBO Kapelle und die freiwillige Ortsfeuerwehr aufgelöst und in die wiesbadener Feuerwehr integriert. - In Wiesbaden Bierstadt wird die Luftschutzübung Bomben über Bierstadt durchgeführt. - In Mainz brennt das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs aus. - In Mainz wird der Mainzer Carnevals Verein ein ganzjähriger Verein, der sich nicht mehr jährlich auflöst. - In Wiesbaden werden in einem Massenprozeß 27 wiesbadener KPD Anhänger zu Gefängnisstrafen zwischen 1 und 5 Jahren verurteilt. - Eppstein Niederjosbach erhält eine eigene Postagentur. - In Weilmünster beginnt die Heil- und Pflegeanstalt Weilmünster Weilstraße 10 mit der Zwangssterilisation von 278 Insassen bis 1939. - In Frankfurt Sachsenhausen tritt der evangelische Kirchenvorstand der Bekennenden Kirche bei. - In Frankfurt wird ein Notstandsprogramm und ein Architektenwettbewerb zur Gesundung der fünf schlimmsten Stellen der Altstadt, der Brutstätte des Kommunismus aufgelegt. - Landesbischof Ernst Ludwig Dietrich (37) gliedert alle kirchlichen Jugendverbänden in Hitlerjugend, Jungvolk und BDM ein. - Die Evangelische Kirche in Hessen Nassau verliert ihre Eigenständigkeit und wird in die Deutsche Evangelische Kirche eingegliedert. - In Darmstadt veranstaltet der Kampfbund für deutsche Kultur unter Leitung von Adolf Beyer die Kunstausstellung Deutsche Frühjahrsaustellung Darmstadt Mathildenhöhe, die dem Geschmack von Adolf Hitler entsprechen und das Volk wieder beglücken möge. - In Bad Homburg kommt der politisch einflusslose, nieren- und herzleidende siamesische König Prajadhipok und die Königin Rambhai Barni zu einem Kurbesuch, wird vom NSDAP Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Richard Hardt, Kurdirektor Walter Höfner und Regierungsrat Dr. zur Nedden im Auftrag des in Offenbach Rumpenheim geborenen evangelischen Rittmeisters, Bankkaufmann der arisierten frankfurter Filiale der M. M. Warburg & CO Bank, NSDAP und SA Mitglieds, NSDAP Obertaunuskreis Landrats Prinz Wolfgang von Hessen Kassel (38) in Empfang genommen, steigt im mit Elefantenflagge beflaggten Ritters Park Hotel Kaiser-Friedrich-Promenade 69 (2016 Hotel Steigenberger) ab und erhält im Kurhaus auf eigenen Wunsch erst einmal deutsche Schlachtschüssel. - Der in Bad Homburg geborene Schriftsteller, Schauspieler und Opernsänger Robert Fuchs-Liska (64) wird Redakteur der Tageszeitung Taunusbote. Seine Bücher Schamlose Seelen und Fräulein Sünde stehen auf der Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums. - Das in Bad Homburg geborene Stahlhelm Mitglied und Schwer- und Rüstungsindustrieller Freiherr Curt von Salmuth (39) wird SA Mitglied. - In Taunsustein Wehen wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - In Bad Schwalbach wird die Villa Werner der hahnstättener Brauerei Heckelmann Kuhn in Hotel Kaiserhof vom neuen Pächter Friedrich Wilhelm Hies umbenannt. - In Wiesbaden foltert die Gestapo bei der Leichtweißhöhle den KPD Funktionär Karl Brech, wo er an einem Baum hängend mit dem Leben bedroht wird. - Der in Birstein geborene Prinz Franz Ferdinand von Isenburg (St) (33) stellt aeinen Antrag auf Mitgliedschaft in der NSDAP, wird aber angeblich nicht genommen, obwohl er bereits die Mitgliedsnummer 2646634 bekommen hat und sein jüngerer Bruder Ferdinand Karl von Isenburg (St) (28) jahrelanges SA Mitglied, SA Standartenführer und SA Adjutant ist. - In Frankfurt wird das Neue Theater Mainzer Landstraße 55 gleichgeschaltet und in Kleines Haus umbenannt. - Das in Offenbach Rumpenheim geborene NSDAP Mitglied, Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau und Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (41) zieht in seine Amtsräume im Landeshaus Kaiser-Friedrich-Ring 75 ein, in dem das Amt für Erb- und Rassenpflege unter Leiter Dr Wilhelm Stemmler eingerichtet wird. - In Lich wird Prinz Philipp Reinhard von Solms Hohensolms Lich (St) geboren. - Wiesbaden hat 162009 Einwohner. - In Lich wird der Grafensohn Philipp Reinhard von Solms Hohensolms Lich (St) geboren. - Mainz hat 143697 Einwohner. - In Frankfurt soll das KPD Mitglied und Koch Josef Reitinger (21) den SA Mannes Hans Handwerk ermordet haben, wird verhaftet und ins Wilde KZ in der Frankfurter Perlenfabrik in der Ginnheimer Landstraße 40-42 (2016 riesiger Wohnhochhauskomplex) verschleppt, wo er unter Folter gesteht, aber später widerruft. Er wird trotzdem wegen Mordes hingerichtet. - In Frankfurt wird der verstaatlichte Sender Frankfurt der SÜWRAG in Reichssender Frankfurt umbenannt und Intendant Hans Otto Fricke verbreitet NS Propaganda. - Der in Frankfurt, Wiesbaden, Rüdesheim und Limburg ausgebildete höhere Beamte des preußischen Justizministerium Ex-Zentrums-Politiker und Gestapo-Mitglied Hans-Josef Altmeyer (35) wird persönlicher Referent des in Katzenelnbogen Berghausen geborenen Gestapo-Leiter Rudolf Diels (34) auf dessen Gesuch und wird nach einem Monat nach Berlin befördert. - In Frankfurt wird die Loge Socrates zur Standhaftigkeit in der Hochstraße 14 (2016 Hilton Hotel) von der NSDAP enteignet. - In Deutschland wird die gesamte Filmwirtschaft zensiert. In Deutschland dürfen Kinos nach dem Reichslichtspielgesetz nur noch eine Wochenschau, einen Kulturfilm, 900 Meter sonstiges Beiprogramm wie Werbung und einen abendfüllenden Spielfilm zeigen. - Die in Rüsselsheim geborene Automobilindustriellentochter und weltbeste Military-Springreiterin Irmgard von Opel (27) bezwingt bei ihrem Derbysieg in Hamburg Klein-Flottbek den Generalssohn, Sportreiter und späteren Hitler-Retter Leutnant Heinz Brandt (27) und sein Pferd Baron IV.. Sie besitzt einen Greyhound Windhund, einen balearischen PodencoIbicenco Windhund, fünf weiße Schnauzer und einen Schäferhund. - Der frankfurt Chefredakteur der Wochenzeitung Das Illustrierte Blatt wird Chefredakteur der ZeitungNeueste Zeitung. Beide Zeitungen, wie die Frankfurter Zeitung erscheinen im Societätsverlag Große Eschenheimer Straße 33-37. - Nach dramatisch gestiegenen Zahlen der amerikanischen Verbrechensstatistik wird die Hayce Selbstbeschränkung durchgesetzt, nach der Verbrecher in Kinofilmen nicht mehr glorifiziert werden dürfen und das Gute zu siegen hat. Regisseure, die sich daran nicht halten, werden ohne gesetzliche Grundlage im Kino einfach nicht mehr gezeigt. - In Darmstadt wird der darmstädter Spenglermeister und ehemalige frankfurter NSDAP Stadtrat Otto Christian Wamboldt (50) darmstädter NSDAP Oberbürgermeister. - In Frankfurt findet ein Jungvolk Zeltlager statt. - In Darmstadt bietet Merck Cebion als erstes Vitamin C Präparat an. - Der in Frankfurt geborene Schriftstellersohn und Rittmeistersohn Freiherr Eberhard Carl Alfred von Wechmar (37) wird bei Breslau von der SS verhaftet und erschossen. - In Frankfurt tritt der Adlerwerke Mitbesitzer Ernst Hagemeier (--) als Berater für automobiltechnische Fragen in die SS ein. - Bei dem in Baden-Baden gestarteten Automobil Langstrecken-Straßenrennen 2000 km durch Deutschland nehmen zwölf Opel Kraftfahrzeuge teil. - In Frankfurt wird das großfrankfurter NSDAP Kreishaus Ecke Elbestraße/Gutleutstraße bezogen. Gleichzeitig findet ein Volksfest im Ostpark statt. Die ganze Stadt ist mit Hakenkreuzen beflaggt. - In Frankfurt wird in der Großen Eschenheimer Straße das Familienrestaurant Henrich-Bräu wiedereröffnet. - In Frankfurt veranstaltet die NSDAP Organisation KdF auf dem Sportfeld Gelände im frankfurter Stadtwald alias Waldstadiongelände ein Volksfest mit Weinfest, ein Steherrennen auf der Radrennbahn und großes Programm im Waldtheater. - In Frankfurt starten auf dem Flughafen Rebstock täglich 22 Flugzeuge, davon 5 in der Nacht. - In Frankfurt besetzt die SS und die Gestapo das Freimaurerlogenhaus Carl am Mozartplatz. - In Frankfurt zwingt das städtische Wohlfahrtsamt unverheiratete arbeitslose Frauen in Erwerbslosenheime. Wer sich weigert verliert jede Unterstützung. Beschwerden sind vergebens. In Mainz warnt der mainzer Fastnachtszugwagen 86 ganz offen Gutes tue nicht bekleckern, sonst musst du in Dachau meckern. - Der evangelische und streng gläubige Prinz Georg Ludwig von Erbach Schönberg (St) (31) wird SA Oberscharführer. - Der in Darmstadt geborene und wegen vielfacher Urkundenfälschungen und Unterschlagungen verurteilte ehemalige Bankangestellte, NSDAP Ortsgruppenschatzmeister und kasseler SS Ausbilder Karl Otto Koch (St) (37) wird Kommandant des KZ Hohnstein. - In Bad Homburg stirbt Freiherr Friedrich Wilhelm August von Altenburg (St) (--), der 1909 auf den Prinzentitel Prinz von Sayn Wittgenstein verzichten musste.

1933 Frankfurt gehört zu Preußen. - SS Ehrenstandartenführer Rudolf Diels (33) ist Vizepolizeipräsident und arbeitet im KZ Oranienburg. - Der kommissarische frankfurter NSDAP Oberbürgermeister Friedrich Krebs (39) lässt alle 81 jüdischen städtischen Angestellten und Beamten entlassen. - In Wiesbaden wird Fritz Bernotat (42) NSDAP Ortsgruppenleiter Wiesbaden-Bahnhof. - In Frankfurt wird das Institut für Sozialforschung alias Café Marx von der Kriminalpolizei geschlossen. Danach macht der NS Studentenbundführer Georg-Wilhelm Müller es zu seinem Büro. - In Frankfurt wird Jakob Sprenger (33) NSDAP Reichsstatthalter des Volksstaates Hessen. - In Frankfurt führt Adolf Hitler (44) den ersten Spatenstich zur Reichsautobahn Frankfurt-Heidelberg Autobahnbau Abschnitt 1 Frankfurt - Darmstadt am Mainufer zwischen Niederrad und Goldstein. - In Wiesbaden löst sich die Stadtverordnetenversammlung auf. - In Wiesbaden betritt der in Limburg an der Lahn geborene evangelische Pfarrersohn, Jurist und wiesbadener Oberbürgermeister Georg Krücke (53) nach der Machtübernahme und einer Schutzhaft das Rathaus nicht mehr und wird vier Monate später zur Abdankung gezwungen. Der ehemalige in Iserlohn geborene Lokomotivführer und wiesbadener Bürgermeister und Stadtkämmerer Alfred Schulte (61) wird Mitglied der NSDAP und übernimmt das wiesbadener Oberbürgermeisteramt. - In Freiendiez wird der KPD Jugendverbandsleiter und wiesbadener Vermessungsgehilfe und Widerständler Paul Krüger im Zentralgefängnis inhaftiert, danach ins KZ Esterwegen deportiert und unter der Auflage sich täglich bei der Gestapo zu melden wieder entlassen. - In Darmstadt werden auf dem Mercksplatz Bücher verbrannt. - In Wiesbaden ist in der Geisbergstraße 17 die Hitlerjugend Leitung des HJ Banns 80 untergebracht. - In Wiesbaden wird die Gemeinschaftszelle im 1. Stock des Polizeigefängnisses in der Friedrichstraße 25 zur Unterbringung und Folterung von Schutzhäftlingen genutzt. - In Wiesbaden ist die SA Zentrale in der Lessingstraße 16 (2016 Staatliches Umweltamt). - In Wiesbaden wird in der Luisenschule am Luisenplatz 10 der Reichsarbeitsdienst RAD und die SA untergebracht (2016 Hessisches Kultusministerium) und der Keller als Folterkammer genutzt. - In Frankfurt richtet sich die Gestapo im Polizeipräsidium in der Friedrich-Ebert-Anlage 7 mit 27 Beamten ein. - In Wiesbaden wird der in Mainz geborene Ex Krupp AG Manager, neues SA und SS Mitglied und Leiter der NSDAP Zeitung Frankfurter Volksblatt Wilhelm Traupel (42) Landeshauptmann Bezirksverband Nassau. - In Wiesbaden gibt es 19837 Arbeitslose. - In Wiesbaden hat die NSDAP 5600 Mitglieder. - In Wiesbaden wird der SPD Propagandaleiter Georg Buch (30) SPD Vorsitzender und Stadtverordneter und kommt 14 Tage in Schutzhaft. - In Frankfurt findet auf dem Römerberg eine Bücherverbrennung statt. - Adolf Hitler (44) spricht am Niederwalddenkmal. - In Darmstadt wird im Sitz des Landtags im Ständehaus am Luisenplatz (2016 Sparkasse Darmstadt) der demonstrativ antisemitische gießener Schlossermeistersohn, Lehrer und von der DNVP zur NSDAP übergetretene neue darmstädter NSDAP Landtagsfraktionsvorsitzende Ferdinand Werner (57) gewählter Volksstaat Hessen Präsident und der NSDAP Volksstaat Hessen Reichsstatthalter Jakob Sprenger (33) Ministerpräsident. - Der in Darmstadt geborene geistige Führer der NSDAP in Hessen, der Richter Werner Best (30) wird Staatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen. - In Frankfurt wird die Leiche des von der Partei enttäuschten, ehemaligen offenbacher NSDAP Kreisleiters und ehemaligen NSDAP Landtagsabgeordneten Wilhelm Schäfer (37) gefunden, wodurch der Staatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen Werner Best (30), dem er 1931 besonders radikale und diktatorische geheime Pläne zur Machtübernahme gestohlen und an die SPD Regierung übergeben hatte, in Verdacht gerät (1950 freigesprochen). - In Frankfurt wird dem Maler Max Beckmann (49) der Lehrauftrag entzogen. - In Frankfurt wird der Fußballverein FSV Frankfurt Süddeutscher Meister. - In Frankfurt leben 29000 Juden. - In Frankfurt gewinnt der Fußballclub FSV Frankfurt das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den TSV 1860 München vor 15000 Zuschauern im Waldstadion. - In Wiesbaden wird das Wiesbadener Volkshaus mit dem SPD Parteibüro und Gewerkschaftsbundsitz in der Wellritzstraße 49, vom Kreisbetriebszellenleiter mit umgeschnallter Pistole mit SA Männern gestürmt und die Papiere aus den Fenstern geworfen und verbrannt. Die Gewerkschaftssekretäre Eugen Dengel, Reinhold Reinsperger, Johann Völker und Konrad Arndt werden in Schutzhaft genommen. Es werden 12 neue Kommissare eingesetzt und die vermeintliche Weiterführung verkündet. Das Vermögen der Gewerkschaft wird konfisziert - In Wiesbaden werden SPD Versammlungen verboten. - In Wiesbaden spricht der Gewerkschaftssekretär Konrad Arndt auf einer SPD Kundgebung, wird danach in Schutzhaft genommen und in der Gestapo Zentrale verhört und verprügelt. - In Wiesbaden überfallen zwei zivile SA Männer die Wohnung des Gewerkschaftssekretärs Konrad Arndt und stechen ihn nieder. Im Krankenhaus kann er trotz lebensgefährlicher Verletzungen gerettet werden. Er arbeitet nach der Genesung weiter als Gewerkschaftssekretär, wird in das SA Büro in der Lessingstraße bestellt und für die Leitung der NSBO angeworben, was er ablehnt und dafür ins SA Gefängnis und danach ins Polizeigefängnis in der Friedrichstraße verschleppt wird. - In Wiesbaden tritt der Automobilindustrielle Wilhelm von Opel (62) in die NSDAP ein und spendet danach 300000 Reichsmark für den Bau des luxuriösen Opelbades. - In Wiesbaden erschießt der SA Mann Ernst Franzreb (32) mit Joseph Steinbrenner und Ernst Krause in Uniform den jüdischen Molkereiwarenhändler Max Kassel in der Webergasse 46 Telefonnummer 22320 bei einem Raubüberfall erkannt. Die Täter fliehen und treffen sich nach der Tat im SA Standartenbüro in der Lessingstraße 16. Nach seiner Verhaftung wird das Verfahren eingestellt (1947 insgesamt 15 Jahre Hafr +1988 Wiesbaden) und Ernst Franzreb neuer SA Wachleiter in der Lessingstraße 16. Die eingeschüchterten Redakteure der wiesbadener Tageszeitung Wiesbadener Zeitung berichten ausführlich, verschweigen aber die Uniformen. - Der jüdische dandyhafte Seidenwaren Kaufmann mit angedichteten erotischen Allüren Salomon Rosenstrauch, der mit seinen vier Töchtern gern flanieren geht, wird in seinem Laden Wilhelmstraße 20 von 8 SA Männern überfallen und gequält, einige Wochen später vor seiner geplanten Abreise ins englische Exil vor einer Gewalttat gewarnt und in seiner Wohnung in der Wilhelmstraße 20 von Unbekannten so zu Tode erschreckt, dass er an einem Herzinfarkt stirbt. Die wiesbadener Tageszeitung Wiesbadener Zeitung berichtet, verschweigt aber, dass er Jude ist. - In Frankfurt wird der Leiter der Spionageabwehr bei der Politischen Polizei Kriminalrat Dr Karl Schäfer neuer Leiter der Stapo alias Staatspolizei und ersetzt Ferdinand Mührdel. Die Gestapo wird von 18 auf 40 Beamte aufgestockt. - In Frankfurt schickt der jüdische Kaufmann Otto Frank, Vater von Anne Frank (04) seine Frau mit den Kindern nach Aachen. - In Frankfurt wird ein Sondergericht eingerichtet. - In Darmstadt wird ein Sondergericht eingerichtet. - In Langen wird das Gasthaus Zum Schwanen alias Braunes Haus zum NSDAP Parteilokal. - In Langen wird der evangelische Pfarrer Wilhelm Seibert zum SA Standartenpfarrer der Standarte 168 ernannt. Er hält Agitationsreden im Langener Stadtgarten und bei der Bücherverbrennung. - Der in Darmstadt geborene SA Standartenführer der Obersten SA Führung und Prinz Wilhelm Karl von Isenburg (St) (30) ist Mitglied der Deutschen Adelsgenossenschaft ohne Landesabteilungszuordnung und dort Privatdozent für Erbforschung. - In Frankfurt gibt es die antifaschistische Gruppe Asphalt, deren Mitglieder bei der frankfurter Straßenbaufirma Deutsche Asphalt AG beschäftigt sind. - In Langen wird der Antifaschist Rudi Gottschalk mit mehreren anderen im Rathaus von SA gefoltert. Ihre Hütte im Wald wird von SA zerschossen. - Der in Lich geborene Graf Bernhard von Solms Laubach (St) (33) wird Theaterregisseur und Intendant. - In Offenbach hat die NSDAP 30,5%, die SPD 30,1% und die KPD 18,1% der Stimmen. Es findet eine Demonstration von 300 KPD Anhängern, einen Fackelzug von 150 NSDAP Anhängern und eine Demonstration der SAP statt. - In Offenbach und in Frankfurt werden Boykotte gegen jüdische Geschäfte veranstaltet. - In Offenbach wird der KPD Sammelplatz, die Straße Kleiner Biergrund von der NSDAP mit einem Fahnenmeer gestürmt. - In Offenbach verbietet der Polizeidirektor Käß das Zusammenstehen von mehr als drei Personen. - In Offenbach feiert der Kampfbund für Deutsche Kultur eine Richard Wagner-Feier, die mit einer feierlichen Bücherverbrennung von 5000 undeutschen und gemeinen Büchern im Isenburger Schlosshof endet. - Offenbach hat 1435 jüdische Einwohner. In Offenbach werden alle SPD Stadträte ins KZ Osthofen verschleppt und dort gefoltert. - In Offenbach verkündet die NSDAP Tageszeitung Offenbacher Nachrichten das Verbot der SPD Tageszeitung Offenbacher Abendblatt. - Auf dem Glauberg richtet das RAD Büdingen ein Außenlager für geschlichtliche Grabungen ein. - In Wiesbaden sitzen für die NSDAP im Stadtrat: Der Inseratenredakteur Ludwig Altstadt, Wiesbaden-Bierstadt, Bierstadter Höhe 21, der Invalide Albert Barnscheidt Philippsbergstraße 1, der Mechaniker Fritz Bettner, Helenenstraße 19, der Kaufmann Gustav Bonn, Goebenstr. 26, der kaufmännische Angestellte Philipp Breth, Nassauer Straße 41, der Zimmerermeister Rudolf Dauster aus Wiesbaden-Schierstein, Adlerstraße 5, der Uhrmachermeister Paul Engelmann, Michelsberg 13, der Arzt Dr Walter Fink Hedwigstraße 4, der Obstzüchter Peter Göttel, Frankfurter Str. 83d, der Werkmeister Heinrich Heuß, Blücherstraße 42, der Kaufmann Willi Hollenders Dotzheimer Straße 19, der Rechtsanwalt Dr. Karl Kettenbach, Forststr. 9, der Photograph Wilhelm Kilian, Dotzheimer Straße 22, der Baumschulenbesitzer Paul König, Rüdesheimer Straße 40, der Bauingenieur Hans Kraus, Andreasstraße 31, der Stadtverordnetenvorsteher Kapitänleutnant a.D. Kurt Leoell, Lanzstraße 33, der städtische Leiter für Marktwesen, Forsten, Feldpolizei und Kassen, Wirtschaftsberater Dr. Ludewig Max Dambachtal 45, der städtische Leiter Bau, Maschinentechnik, Grundstück, Garten- und Friedhofverwaltung, Kapitänleutnant a.D. Freiherr Joachim von Lynker Steubenstraße 30, der Pianist Josef Machui Germaniaplatz 3, der Kellner Heinrich Michl, Kirchgartenstraße 5, der Arbeiter Wilhelm Mitter Wiesbadener Straße 2 in Sonnenberg, der Bademeister Baptist Münch Saalgasse 24-26, der Hochbautechniker Heinrich Neuß, Hermannstraße 8, der Arzt Dr Ernst Otto Kaiser-Friedrich-Ring 16, der Inseratwerber Karl Pasch, Adolfsallee 51, der 1. Vorsitzende der NSDAP Fraktion Justizobersekretr Felix Pikarski, Eichendorffstraße 1, der Kaufmann Philipp Reutlinger, Kaiser-Friedrich-Ring 47, der Kaufmann Georg Schaus, Bleichstraße 25, der Kaufmann Ernst Schneider, Nerostraße 19, der kaufmännische Angestellte Friedrich Schneider Wiesbadener Straße 56 in Wiesbaden Biebrich, der Landwirt Theodor Schneider, Wiesbadener Straße 64 in Wiesbaden Biebrich, der Tapezierermeister Gustav Sperling, Jahnstraße 15, der 2. Vorsitzende des städtischen Dezernats für Wohnungsamt, Obdachlosenpolizei und Schlachthof, Reichsbahnzugführer Peter Staub, Bierstadter Höhe 7, der Kaufmann Waldemar Struck, Abeggstraße 11, der Regierungsobersekretär Johann Thorn, Rheingauer Straße 17, der Glaser Oskar Zahn Wiesbadener Straße 4 in Wiesbaden Rambach und der kaufmännische Angestellte Dr Ludwig zimmermann, Helenenstraße 20. - Der in Frankfurt geborene Bankierssohn, NSDAP Mitglied und SA Mitglied Freiherr Georg Heinrich von Neufville (50) wird geschäftsführender Präsident des Reichskuratoriums für Jugendertüchtigung. - In Wiesbaden wird in den städtischen Dienststellen der Hitlergruß vom in Iserlohn geborenen Lokomotivführer und neuen wiesbadener NSDAP Oberbürgermeister Alfred Schulte (61) und seinem in Westpreußen geborenen Vertreter NSDAP Kreisleiter und Fraktionsvorsitzenden Felix Piekarski (43) eingeführt. - Hermann Göring ernennt das in Offenbach Rumpenheim geborene NSDAP Mitglied Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (37) zum NSDAP Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau und seinen in Offenbach Rumpenheim geborenen evangelischen Bruder Rittmeisters, Bankkaufmann der arisierten frankfurter Filiale der M. M. Warburg & CO Bank, NSDAP und SA Mitglieds Prinz Wolfgang von Hessen Kassel (38) zum NSDAP Obertaunuskreis Landrat. - In Offenbach gibt es 12 Juden. - In Offenbach werden das KPD Büro in der Karlstraße 35 und das Gewerkschaftshaus mit Saalbau in der Austraße 9 von der NSDAP übernommen und die Rote Hilfe Gebäude im Bierbrauer Weg in ein Adolf Hitler Heim umgewandelt, dessen zerstört hinterlassene Inneneinrichtung von KPD Mitgliedern wieder hergerichtet werden muss. - In Offenbach wird die Synagoge Ecke Goethestraße/Kaiserstraße als Kino, Theater und für NS Veranstaltungen genutzt. - In Offenbach erschießt der arbeitslose SA Mann Weißmantel das aktive SPD und Reichsbanner Mitglied Christian Pleß (24) in der Kaiserstraße von einem Lastwagen herab und erhält als Belohnung eine Arbeitsstelle bei der Stadt. - In Offenbach begeht der schlesische Beamtensohn und Chefredakteur der Arbeiterzeitung Offenbacher Abendblatt Georg Kaul (60) Selbstmord, weil viele seiner Gesinnungsgenossen plötzlich sogar für die NSDAP arbeiten. - In Wiesbaden sinkt die Zahl der Kurbesucher auf 93000. - Der badsodener Bankdirektor Fritz Fuchs ist NSDAP Spitzenkandidat bei den Kommunalwahlen, gefolgt vom eppsteiner Gastwirt Hermann Müller, vom eschborner Landwirt Fritz Kunz und vom kelkheimer Möbelfabrikant Georg Graf. - In Höchst veranstalten auf dem Schloßplatz der SPD Mann und Drucker Peter Nida und Wilhelm Apel eine Protest Kundgebung mit 4000 Demonstranten und anschließend einen nicht genehmigten Demonstrationszug mit 2000 Demonstranten eine Woche nach der Machtergreifung. Wilhelm Apel flieht ins Saarland. Peter Nida wird verhaftet, musste aber aus Mangel an Beweisen freigesprochen werden. - In Hochheim behauptet der SA Mann Biron überfallen worden zu sein, weshalb 23 Personen von Reichsbanner oder SPD in Schutzhaft genommen werden. Die Staatsanwaltschaft findet heraus, dass der Überfall gar nicht stattgefunden hat. - In Höchst wird der SPD Kreistagsabgeordnete Wilhelm Holzapfel von der Konsumgenossenschaft Höchst entlassen. - In Darmstadt wird die darmstädter Zeitung und SPD Kampforgan Hessischer Volksfreund Neckarstraße 4 verboten und geschlossen. - In Frankfurt werden viele jüdische Mitarbeiter u.a. der in Frankfurt geborene Journalist Siegfried Kracauer (44) und der Kulturkritiker Walter Benjamin (41) der frankfurter Tageszeitung Frankfurter Zeitung entlassen. - In Frankfurt gibt es 70917 Arbeitslose, entsprechend 12,7 %. - In Frankfurt verbrennt die akademische Jugend auf dem Römerberg Bücher mit undeutsche Literatur, wobei der evangelische Studentenpfarrer Otto Fricke (31) eine Rede hält. - In Frankfurt haben bei der Kommunalwahl die SPD 19,05 %, die KPD 9,72 %, die DVP 3,95 %, das Zentrum 11,45 % und die NSDAP 47,87 %. - In Frankfurt erhalten die Deutschen Christen unter Führung von Pfarrer Probst von der Erlösergemeinde vom Landeskirchenrat ein Verweis wegen Verletzung der politischen Neutralität. - Die Evangelische Kirche in Nassau-Hessen wird mit dem späteren Landesbischof Ernst Ludwig Dietrich (36) gegründet, der nach dem Führerprinzip seine Pfarrer bestellen darf. Im Kirchengebiet mit fünf Propsteien ist der Propst Pfarrer Alfred Trommershausen von der Luthergemeinde für Frankfurt zuständig. Der Arierparagraph ist grundsätzlich akzeptiert. - In Frankfurt gliedert Pfarrer Paul Both ohne bischöfliche Erlaubnis seine kirchliche Eichenkreuzsturmschaft schon in die Hitlerjugend ein. - In Hanau wird der Landwirt Johannes Puth (33) NSDAP Kreisleiter und Bürgermeister von Schlüchtern und NSDAP Kreisleiter. - Prinz Hesso von Leiningen (St) (--) heiratet Gräfin Marie Luise von Nesselrode. - In Frankfurt marschieren Autobahnarbeiter in Kolonne vor dem Hotel Vier Jahreszeiten Scharnhorststraße 4 alias Karlstraße 4. - In Idstein und in Michelbach wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - Der in Wiesbaden aufgewachsene hamburger Kaufmannssohn und Rechtsanwalt Hans Buttersack (53) führt als DNVP Mitglied eine Stahlhelm Machtdemonstration alias Hitler Huldigungs-Marsch durch Wiesbaden an. Die SA am Ende des Zuges wird in der Ludwigstraße von KPD lern mit Flaschen, Steinen und glühenden Briketts aus den Fenstern beworfen und vertrieben. Am folgenden Tag rückt der in Mainz Gonsenheim aufgewachsene, vorbestrafte Dieb und arbeitslose SA Mann und Agitator Ernst Franzreb (32) mit seinem SA Rollkommando an, verhaftet wahllos aus Rache und verschleppt seine Opfer in das SA Quartier Lessingstraße 16 und in den Keller der Luisenschule am Luisenplatz, wo der selbsternannte Herrscher von Wiesbaden SA Standartenführer Reutlinger mit unglaublicher Brutalität foltert und Scheinerschießungen anordnet. Das von Ernst Franzreb (32) eine Kellertreppe hinuntergeworfene KPD Mitglied Karl Müller wird danach mit einer Schußwunde tot aufgefunden. Tage später wird Ernst Franzreb (32) überfallen und schwer verletzt. - In Wiesbaden organisiert der Gewerkschafter Paul Krüger (29) einen Hungerstreik im Polizeigefängnis des Polizeipräsidiums Friedrichstraße 25. - In Frankfurt gibt es 26158 Juden. - In Darmstadt erreicht die NSDAP 50 %. - In Darmstadt wird der in Bayreuth geborene KPD Funktionär Georg Fröba (37) von der SA mit vielen anderen Kommunisten in Schutzhaft genommen, brutal verprügelt und ins KZ Osthofen bei Worms verschleppt. - In Wiesbaden ist das Braune Haus in der Dotzheimer Straße. - In Wiesbaden wird der Bahnhofsbuchhändler O. Vaternahm heimlicher Verteiler von verbotener Literatur, Schriften und Flugblättern. - In Wiesbaden werden u.a. illegale Treffpunkte von Regimegegnern: das Cafe Vogel in der Rheinstraße neben der Hauptpost, das Restaurant Schweizergarten Platterstraße nahe des Waldes und des Wolkenbruches, das Restaurant Rosengärtchen in der Taunusstraße, das Cafe Lehmann in der Wilhelmstraße und die Konditorei Vorbach untere Webergasse. - In Wiesbaden glaubt die KPD, dass die NSDAP nur einen Feind hat und postuliert auf ihren Flugblättern: Sie lieben vereint, sie hassen vereint, sie haben nur einen Feind: Die Arbeiterklasse. - Der in Darmstadt geborene Prinz Wilhelm Karl von Isenburg Büdingen (St) (30) veröffentlicht seine Studie Das Problem der Rassenreinheit. - In Königstein Falkenstein vermietet der Besitzer des Hotel Frankfurter Hof Alt Falkenstein 47 (2016 Falkenstein Apotheke) Jean Schmitt an NS Verfolgte Zimmer im Rest Home Projekt. - In Frankfurt wird die Richterin Elisabeth Schwarzhaupt, die auch noch mit einem Juden verheiratet ist, wegen eines Verbots für Frauen in Richterämtern entlassen. - In Wiesbaden wird das Pädagogium Luisenplatz 10 Verwaltungssitz des Reichsarbeitsdienstes RAD Hessen Süd. - In Wiesbaden wird die Alte Münze Luisenplatz 5 nach der Machtergreifung für einige Monate Wohnstätte für die SA Männer, von denen viele Hilfspolizisten sind. Im Keller wirft man dem extra aus dem Polizeigefängnis im Polizeipräsidium Friedrichstraße 25 geholte KPD Führer Karl Müller, dem man Überfälle auf NSDAP Mitglieder und Messerstechereien vor, sperrt ihn in einen Verschlag unter der Treppe und foltert ihn. Gerne benutzt wird eine Reitpeitsche. Zähne werden ausgeschlagen und Köpfe bei besonderen Leuten geschoren. - In Wiesbaden wird Otto Quarch auf der Flucht durch SS Leute erschossen. - Wiesbaden hat 160464 Einwohner und Mainz hat 142627 Einwohner. - In Marburg ist der in Assenheim geborene Soziologe Graf Max von Solms Rödelheim Assenheim (St) (40) laut NS Gaudozentenführer ein harmloser Professor. - In Frankfurt Höchst richten die NSDAP Ortsgruppenleiter der westlichen frankfurter Stadtteile ein wildes KZ in der ehemaligen Kaserne Höchst ein. Die Tageszeitung Höchster Kreisblatt, berichtet, dass provozierende Elemente dort festgehalten werden, dass ihnen aber kein Leid zugefügt werde. - In Frankfurt beziehen die SA Standarten 63 und 81 das ehemalige Westendheim alias Perlenfabrik in der Ginnheimer Landstraße 40-42 (2016 riesiger Wohnhochhauskomplex) und funktionieren es für einige Monate zum Wilden KZ Perlenfabrik um, wo sie die Verschleppten auf dem Feld zwangsarbeiten lassen, nachts verhören und hemmungslos foltern. - In Wiesbaden wird der Direktor der Wiesbadener Bank Hermann Schulze (--) neuer IHK Direktor. - Der in Deggendorf geborene Textilkaufmannssohn, baden-badener Hotelbesitzer und spätere Frankfurter Hof Besitzer Albert Steigenberger (44) verweigert in einem Geschäftsbrief im NS Jargon erfolglos und auf noch illegalen NSDAP Forderungen basierend seinem jüdischen deggendorfer Nachbarsgeschäft Max Stern Renovierungsarbeiten, die der Stadtrat trotzdem erlaubt. - In Frankfurt wird im Nizza Untermainkai 17 eine 3000 große Rollschuhbahn errichtet. - Der in Frankfurt geborene Apothekersohn, Pfadfinder, Leutnant a.D., nationalrevolutionäre Schriftsteller und Freicorpsgründer Friedrich Wilhelm Heinz (34) (1950 Aufbau eines Nachrichtendienstes für Bundeskanzler Adenauer) prahlt mit der Beteiligung an den Attentaten auf  Matthias Erzberger (++) und Walther Rathenau (++). - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene jüdische Koch´sche Koservatorium Eschenheimer Landstraße 4 (2016 Metropolis Kino) Direktor Bernhard Sekles (61) entlassen. - In Frankfurt versucht der IHK Präsident Otto Hauck mit jüdischen Kaufleuten gegen den Antisemitismus zu demonstrieren, was von der SS aufgelöst wird. Danach wird Otto Hauck abgesetzt und vom niedersächsischen Maurermeistersohn und NS Zeitung Frankfurter Volksblatt Wirtschaftsredakteur, Börsenmitarbeiter und Wirtschaftsprüfer Carl Lüer (36) ersetzt, der zur Arbeitsbeschaffung Generalrat der Wirtschaft und Präsident des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages wird. In der NSDAP ist er Gauinspekteur zur besonderen Verfügung bei der Leitung des Gaus Hessen Süd. - Der jüdische frankfurter Warenhausunternehmer Hermann Wronker (66) mit dem größten 90 Meter langen Warenhaus der Stadt, Wronker, auf der Südseite der Zeil 105 wird enteignet und das Warenhaus arisiert. Generaldirektor und Sohn Max Wronker flieht in die USA. Sein Vater bleibt bis 1938. - Der in Frankfurt, Wiesbaden, Rüdesheim und Limburg ausgebildete höhere Beamte des preußischen Justizministerium gerade ausgetretene Zentrums-Politiker Hans-Josef Altmeyer (34) wird Gestapo-Mitglied. - In Darmstadt werden die Synagogen in der Bleichstraße und in der Friedrichstraße niedergebrannt. - In Frankfurt wird das Büro des in Budapest geborenen jüdischen Motorfach-Zeitschrift Motor-Kritik Chefredakteur und Volkswagen-Entwicklers Josef Ganz (35) von der Gestapo durchsucht und Konstruktionspläne konfisziert, die danach verschwinden. Der aus dem Kraftfahrzeug Modell Ganz Maikäfer entwickelte Ur-Käfer alias schnellster und billigster deutscher Volkswagen Standard Superior kostet 1590 Reichsmark ab Werk Ludwigsburg. - Die Todesstrafe wird wieder eingeführt. - In Mainz steigt der mainzer Fußballclub Mainz 05. - Der in Darmstadt geborene mit Frieda von Römheld verheiratete Landgerichtsdirektorensohn, Bankkaufmann, NSDAP Mitglied und SS Sturmführer Karl Wolff (33) wird Adjutant von Heinrich Himmler (33), verkauft seine Firma und zieht in den Reichstag ein. - Filterzigaretten werden eingeführt. - Der mit der in Mainz geborenen wiesbadener Sektfabrikantentochter Anna Elisabeth Henkell (37) verheiratete in den Adelsstand adoptierte Militär, Politiker und einjährige NSDAP Mitglied Joachim Ribbentrop (40) erklärt seine Adoption als Rettungsaktion des entfernt verwandten Adelsgeschlechts vor dem Aussterben. - Die Existenz von KZs und des für das Rhein-Main-Gebiet zuständigen KZ Osthofen bei Worms unter Lagerleiter Karl Heinrich d´Angelo (43) wird medial stark verbreitet. - In Darmstadt wird der in Pasing geborene Eisenbahnverwaltersohn, Volksstaat Hessen Reichskommissar, SA Mitglied und NSDAP Verwaltungsjurist Heinrich Müller (37) Oberbürgermeister von Darmstadt. - In Darmstadt hat die NSDAP Gauleitung ihren Sitz in der Bismarkstraße 11 und die NSDAP Kreisletung in der Hügelstraße 15. - In Groß-Gerau jubelt der SA Mann Moos nach Schießereien von SA und SS in Darmstadt Griesheim und Ober-Ramstadt, wo es Tote gab In der Nacht vom 4. auf den 5. März beherrscht die SA in ganz Hessen die Straße. Wo sich der Gegner zeigt, wird er nach Hause gejagt. Fühlbar begreift es das Gesindel, daß seine Stunde geschlagen hat, und wo früher bei Zusammenstößen die wehrlose SA die Erde mit ihrem Blut benetzte, schafft sie heute auf eigene Faust Ruhe. Mutlos sehen die Roten dem Wahltag entgegen. Ihre Führer sind geflohen. Was werden die Nazis mit ihnen anfangen? - Der in Frankfurt geborene Regisseur Walter Ruttmann (50) dreht den NS Propaganda Film Blut und Boden. - Der in Frankfurt Rödelheim geborene Gutsbesitzer Freiherr Karl Friedrich von Schorlemer (St) (47) kandidiert als ehemaliges DNVP Mitglied erfolgreich für die NSDAP und wird Reichsparteitagsmitglied. - In Offenbach erkauft sich der in Frankfurt geborene jüdische offenbacher Lederfabrikant und Mäzen Robert Max Hirsch (50) mit dem Lucas Cranach Gemälde Urteil des Paris als Geschenk an Hermann Göring (40) das Recht der Ausfuhr seiner umfangreichen Gemäldesammlung in sein baseler Exil in die Schweiz. - In Frankfurt kommen im Kino Ufa-Palast Groß Frankfurt Bleichstraße 57 am Eschenheimer Turm der Propagandafilm Hitlerjunge Quex mit Heinrich George (40), Vater von Schimanski heraus. - In Kronberg flaggt das hessische Schloss Friedrichshof die Hakenkreuzfahne. Die vier hessenkasseler Landgrafensöhne und Prinzen, die in Offenbach Rumpenheim geborenen Zwillingssöhne Philipp von Hessen und Wolfgang von Hessen (37) sowie die in Frankfurt geborenen Richard von Hessen und Christoph von Hessen (32) von Landgraf Friedrich Karl von Hessen (St) (65) und seiner Frau der Kaiser Friedrich III Tochter Margarethe von Zollern Preußen (61) sind bereits Mitglieder der NSDAP. - In Frankfurt tritt der in Lövenich geborene WW1 Hauptmann, frankfurter Schuldezernent und Kulturdezernent Dr phil Rudolf Keller (55) in die NSDAP ein und wird NSV Mitglied und Blockwalter alias Blockwart. - In Darmstadt wird der Film Ein Unsichtbarer geht durch die Stadt gedreht, wobei der Zeppelin Prallluftschiff C-PN 30 mit Odol Werbung auf der Lichtwiese als Requisite dient. - In Wiesbaden wird das in Wiesbaden geborene Jungdeutsche Ordens Mitglied und Brigade-Erhard Mitglied Wilhelm Avieny (36) Generaldirektor der Nassauischen Landesbank. Er wird einer der einflussreichsten Arisierer. - In Frankfurt kauft Erbprinz Hermann Otto Wilhelm Ludwig von Solms Hohensolms Lich (St) (31), kurz nachdem sein Flugzeug Leichtbau Doppeldecker D-2293 des in Regensburg geborenen frankfurter Flugzeugbauers Max Gerner (33) aus 60 Meter Höhe wegen eines Konstruktionsfehlers abstürzte, ein zweites Modell D 2626. - Der frankfurter Adlerwerke Aufsichtsrat und kölner Bankier Freiherr Kurt von Schröder (44) arrangiert das Treffen Hitlers mit Franz von Papen (54) in seinem Bankhaus. - In Frankfurt will der neue Polizeipräsident General Reinhard von Westrem (54) vor dem Schauspielhaus die von Juden verseuchte Stadt aufräumen. - In Frankfurt wird im Hippodrom Ecke Stresemannallee/Kennedyallee 19-23 (2016 Chinesisches Generalkonsulat) das 1. Große Frankfurter Reit- und Springturnier veranstaltet. - In Frankfurt gibt der Berliner Kulturbund dDEutscher Juden im Theater Neues Theater Mainzer Landstraße 55 das Lessingstück Nathan der Weise gespielt. - In Friedberg stirbt die in Gallenegg geborene und unverheiratete Gräfin Victoria Hermine Mathilde von Leiningen Westerburg (St) (74). - In Frankfurt treten die Comedian Harmonists trotz Arierparagraph mit ihren jüdischen Mitgliedern mit Sondergenehmigung im Saalbau (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26 JP Morgan Private Bank) auf. - Der in Frankfurt geborene jüdische Kaufmannssohn und Journalist Leopold Schwarzschild (42) und der in Frankfurt geborene preußische Staatsminister Robert Weismann (42) werden auf die erste Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs gesetzt, wodurch sie enteignet werden und zur Emigration gezwungen sind. - In Frankfurt treten im Kaffeehaus Café Orest Kaiserstraße die 12 Blue Jazz Ladies von Leo Selinsky als Europas bekanntestes Damen-Orchester auf. - In Frankfurt eröffnet der Deutsche Gemeinschaftsdiakonieverband Marburg die verwahrloste Nervenklinik für den Hochadel als Kuranstalt Hohe Mark für nervöse und seelische Leiden unter Dr Alfred lechler und unter dem erfahrenen Heil- und Pflege- Militärarzt Dr Kurt Spangenberg, obwohl die SA eigentlich einziehen will. - In Frankfurt Höchst richtet die Privatarmee SA in der ehemalige und leerstehenden französischen Kaserne Windhorststraße 75 auch offiziell ihre Dienststelle ein. Gleichzeitig wird sie offiziell als RAD Reichsarbeitsdienstlager, als Wildes KZ und als HJ Kaserne genutzt. - In Offenbach versucht in der Luisenstraße 28 die Freimaurerloge Carl und Charlotte vergeblich durch die Umbenennung in den Geselligkeits- und Wohtätigkeitsverein Kasino-Gesellschaft der Auflösung zu entgehen. - In Frankfurt wird im Kinderheim in der Perlenfabrik Ginnheimer Landstraße 40-42 das erste südhessische KZ eingerichtet. - In Frankfurt foltert die SA und die SS in der Mörfelder Landstraße 166, in der Klingerschule Mauerweg 1, im fechenheimer Gaswerk und in der Perlenfabrik in der Ginnheimer Landstraße 40-42,wo 45 KPD Mitglieder und der Verwalter des Gewerkschaftshauses, Bildhauer und Gewerkschaftsbundsekretär Otto Miesbach, der Arbeiterbankvorstandsmitglied Willi Haug, der Journalist Rudolf Eims, die SPD Mitglieder Karl Scheld und Karl Kaffenberger, zwei Adlerwerkebetriebsräte u.a. von SA Mann Karl Blesers verhört und gefoltert werden. Sie werden mit eiskaltem Wasser und mit der Wurzelbürste gewaschen. SA Sanitäter Schmutzler verprügelt die Gefangenen. Den Häftlingen werden aus hygienischen Gründen die Köpfe geschoren. Häftlinge werden zu Scheinhinrichtungen zur Erpressung von Geständnissen, bei denen sie meistens ihr eigenes Todesurteil unterschreiben, in den Wald gefahren, wo sie ihr Grab ausheben und sich hineinlegen müssen. Häftlinge werden gezwungen ihre eigenen Ausscheidungen zu essen. - In Wiesbaden veranstaltet der Fastnachtsverein Die Spinner des Gesangsverein Gutenberg im Paulinenschlößchen mit 2 Musikkapellen ein mit 1500 Besuchern ausverkaufte Fastnachtssitzung, die mehrfach wiederholt wird, wobei ihr Vereinsvermögen aufgebraucht wird um es angeblich nicht an die Nazis verfallen zu lassen. Vier Monate später werden sie im Gegensatz zu vielen anderen Karnevalsvereinen verboten und viele Mitglieder in Schutzhaft genommen. Die Vereinsgegenstände wie Orden und Kappen erhält ihr Zeugwart Gustav Ebicht wieder zurück. - In Frankfurt gibt es 70179 Arbeitslose. - In Darmstadt endet der Hungermarsch von tausenden Arbeitslosen im Volksstaat auf dem Paradeplatz. - In Frankfurt wird der jüdische Schüler Hans Stern am Lessing-Gymnasium Hansaallee so gequält, dass er Selbstmord begeht. - In Kronberg wird der kronberger NSDAP Ortsgruppenleiter Wilhelm Schaub Bürgermeister. - In Frankfurt holzt der Reichsarbeitsdienst RAD den Wald für den neuen Rhein-Main-Flughafen ab. - In Frankfurt zieht die NS Organisation KdF Kraft durch Freude in die Räumlichkeiten des exklusiven Hermannia Fecht Clubs Frankfurt in der Kaiserhofstraße 11. - Das SA Mitglied Prinz Georg Ludwig von Erbach Schönberg (St) (30) und seine Frau, die verarmte russische Gutsbesitzertochter Marie Margarete von Deringer (St) (--), werden besonders eifrige Mitglieder der NSDAP und Besitzer des ältesten Erbhofes im Reich. - In Fankfurt wird das Hotel Englischer Hof am Hauptbahnhof Ecke Am Bahnhofsplatz 10/Kaiserstraßé 76 geschlossen. - In Deutschland werden Spielbanken oder Casinos wieder eröffnet. - In Frankfurt stammen nur 31 % aller Juden aus Frankfurt, der Rest sind zugezogene Ostjuden. - In Frankfurt haben von den 2000 jüdischen Firmen nur 40 nichtjüdische Mitinhaber. - In Offenbach wird das jüdische ehemalige Vereinsvorstandsmitglied und Anwalt des Fußballvereins Offenbacher Kickers Manfred Weinberg in das KZ Osthofen bei Worms in Schutzhaft verschleppt. - Dem in Rüsselsheim geborenen jüdischorthodoxen Reichsbanner und SPD Mitglied Max Tschornicki (30) gelingt die Flucht aus der Schutzhaft im KZ Osthofen.

1932 Höhepunkt der Weltwirtschaftkrise. - In Wiesbaden tritt der mit zwei totgeborenen Söhnen kinderlose Ex Berufssoldat, Landesverwaltungsobersekretär und SA Mitglied Fritz Bernotat (42) in die SS ein und wird Mitglied im Lebensborn e.V.. - In Frankfurt besetzen 150 SA, die nicht zur Universität gehören, die Ausgänge der Goethe Universität und liefern sich mit der Roten Studentengruppe und sozialistischen Studenten unter Deutschland erwache! Juda verrecke! Rufen Schlägereien. - In Wiesbaden organisiert der Holzarbeitersohn Paul Krüger in den kommunalen Betrieben einen Antifaschistischen Ausschuss.  - In Mainz spricht Adolf Hitler (43) bei seinem zweiten Besuch in der Stadt auf dem Sportplatz des mainzer Fußballvereins Mainz 05 vor Tausenden von Besuchern. - In Frankfurt spricht Adolf Hitler (43) in der vollbesetzten Festhalle an der Messe. - In Frankfurt wird die Universität Frankfurt in Goethe Universität umbenannt. - In Offenbach Bieber verbietet der OFC Fußballvereinspräsident Manfred Weinberg eine NSDAP Wahlkampfveranstaltung im Stadion auf dem Bieberer Berg. - In Wiesbaden versucht die NSDAP den Bau des Opelbades wegen der hohen Kosten durch die Stadt zu blockieren. - In Langen hält der evangelische Pfarrer Wilhelm Seibert SA Feldgottesdienste ab. - Der in Offenbach geborene Generaldirektor des größten k.u.k Waffenproduzenten Skoda Werke Prinz Victor von Isenburg Büdingen (St) (60) protzt überheblich vor der dem kanadischen Journalisten Johson bei den Abrüstungesverhandlungen in Lausanne, dass er überhaupt nicht an Abrüstung denke, sondern an Aufrüstung. - In Frankfurt wird an der Goethe Universität das agitative NSDAP und NS Lehrerbund Mitglied Professor Ernst Krieck (50) suspendiert. - In Mainz fällt der Rosenmontagszug wegen Geldmangels aus. - In Wiesbaden eröffnet der Reit- und Fahrclub Wiesbaden in Zusammenarbeit mit der Stadt das Turniergelände Unter den Eichen, wo jährlich Turniere mit zwei Geländeritten, Springübungen und Dressurprüfungen veranstaltet werden. - Der in Darmstadt aufgewachsene Feuilletonredakteur bei der darmstädter Zeitung und Parteiorgan Hessischer Volksfreund Carlo Mierendorff (35) entwirft mit Sergej Tschachotin das Logo drei Pfeile der Eisernen Front. - In Frankfurt werden die Römerbergfestspiele mit dem Schillerstück Die Jungfrau von Orleans und Ellen Daub (--) als Jeanne d`Arc eingeführt. Während der Veranstaltung ist der Römer brechend gefüllt. - Der in Katzenelnbogen Berghausen geborene Rudolf Diels (30) wird mit seinem Wissen über KPD Mitglieder alias Kommunisten und SPD Mitglieder alias Sozialdemokraten Leiter der von Göring neu eingerichteten Geheimen Staatspolizei Gestapo. - In Wiesbaden nimmt der Wiesbadener Bridgeclub an einem Bridgeturnier im Kurhaus in den Gesellschaftsräumen und im Spielzimmer teil. - In Coburg wird Prinzessin Margarita von Leiningen (St) geboren. - In Hochheim am Main wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - In Frankfurt Sachsenhausen finden in und vor dem von NSDAP Mitglied Wilhelm Kilian geführten Kino Wall Lichtspiele Wallstraße 22 antifaschistische Boykotte und Schlägereien statt. - Der in Wiesbaden geborene Graf von Schaumburg mit dem seit zwei Jahren gerichtlich bestätigten Titel Fürst Friedrich August von Hanau (St) (68) heiratet in zweiter Ehe die geschiedene Ernestine Christine Detzer (38). - In Wiesbaden sticht der in Mainz Gonsenheim aufgewachsene, vorbestrafte Dieb und SA Mann und Agitator Ernst Franzreb (31) in der Nähe des KPD Lokal Zum Elefanten einen Gegner in den Hals und in Dotzheim mit einer Mistgabel ins Gesicht. - In Wiesbaden sind die Frankenstraße und die Ludwigstraße hauptsächlich von republikfeindlichen KPD Anhängern bewohnt. - Wiesbaden hat 153218 Einwohner und Mainz hat 134267 Einwohner. - In Niddatal schließt der in Assenheim geborene Graf Max von Solms Rödelheim Assenheim (St) (39) das Forscherheim Assenheim im Schloss Assenheim. - In Frankfurt skandiert die NSDAP auf ihrer Wahlveranstaltung in der vollbesetzten Messehalle Tod dem Marxismus. Es wird aufgefordert die NSDAP Zeitung Frankfurter Beobachter zu lesen. - In Mainz zieht die IHK für Rheinhessen in das ehemalige Gästehaus des Weißfrauenklosters am Schillerplatz. - Der in Frankfurt geborene Kaufmannsohn und Stahlhelm Redakteur Friedrich Wilhelm Heinz (33) beklagt den obszönen journalistischen Stil der NSDAP und die Unterstützung durch ehemals seine SA. - Der hessische NSDAP Landtagsabgeordnete Hans Döring (31) befehligt 800 SS Männer in 4 Sturmbannern. - In Darmstadt werden im Braunen Haus alias Hitler-Haus in der Bismarckstraße 11 im Keller die arbeitslosen Mitglieder der SA und SS in einer Notküche verköstigt. An der Wand prangert ein 150 cm großes SS Symbol. Über dem Haus weht eine Fahne und vor dem Haus steht eine Wache. - In Frankfurt werden die jährlichen sommerlichen Freilufttheaterfestspiele auf dem Römerberg vor historischer Kulisse vor Tausenden von Zuschauern eingeführt. - Prinz Tassilo von Hanau (St) (31) stirbt in Prag. - Die in Frankfurt geborene Schauspielerin Ida Wüst (48) spielt in dem erfolgreichen Kinofilm Peter Voss, der Millionendieb. - Der Fechtclub Hermannia Frankfurt gewinnt mit dem in Biberach geborenen frankfurter Fotografen Stefan Rosenbauer (35) die deutsche Meisterschaft im Degen. - In Frankfurt wird das KPD Mitglied und der in Frankfurt geborene surreale Maler Francis Bott (28) in Abwesenheit zu Festungshaft verurteilt. - Der in Frankfurt geborene Schriftstellersohn, Rittmeistersohn, SA Führer und Gutsbesitzer Freiherr Eberhard Carl Alfred von Wechmar (35) wird mit einem 10 seitigen Belagerungsplan Berlins durch die SA im Falle eines Bürgerkrieges gefasst und verursacht einen Skandal. - Die in Frankfurt geborene jüdische TC Palmengarten Spielerin Ilse Weihermann alias Ilse Friedleben (39) gewinnt die Deutsche Tennismeisterschaft. - In Rüsselsheim bringt Opel den 1,8 Liter Regent heraus, der mit Stromlinienförmigkeit und geringem Luftwiderstand beworben wird. - In Frankfurt bieten die Frankfurter Adlerwerke vorm. H. Kleyer den frontangetriebenen Personenkraftwagen Adler Trumpf an, der auch als zweisitziges Cabrio hergestellt wird und keine Adler Kühlerfigur mehr hat. - In Frankfurt übernimmt mit dem Tod des Vorsitzenden Heinrich Kleyer (--), der jüdische frankfurter Danatbank Besitzer und Jude mit der weißen Weste Jakob Goldschmidt (--) die Adlerwerke. Jakob Goldschmidt (--) versucht sich mit der NSDAP zu arrangieren und inseriert sogar im NS Hetzblatt Völkischer Beobachter. - In Wiesbaden übernimmt der Botaniker und Zeitungsverleger Gustav Schellenberg (50) die L. Schellenberg Hofbuchdruckerei, wodurch er u.a. auch die Zeitung Wiesbadener Tagblatt verlegt. - SA und SS werden verboten. Die frankfurter Polizei schließ alle zwölf SA und SS Heime, darunter das Heim am Güterplatz, das Braune Haus Niedenau 84 ?, und die Unterkünfte Karlstraße, Schleiermacherstraße, Ludwig-Richter-Straße, Ginnheimer Stadtweg und die Zeugmeisterei Kleine Kaiserhofstraße. NSDAP Führer Wohnungen werden durchsucht. - In Frankfurt wird am Opernplatz ein Zeitungsverkäufer, der die Reichsausgabe der Frankfurter Zeitung, die vom SA Verbot berichtet, von 20 SA verprügelt. - In Frankfurt wird das Amphittheater Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 zu einem Kino-Variete umgebaut. Es werden auch Operetten aufgeführt. - In Frankfurt wird der Henninger Kassenbote (74) ausgeraubt. Die Räuber erhalten 5 Jahre Gefängnis. - In Frankfurt treten die Comedian Harmonists 2 Mal im Saalbau (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26 JP Morgan Private Bank) auf. - In Frankfurt Bornheim wird FD Pfeiffer neuer Präsident der Bornheimer Karnevalsgesellschaft, die er laut Vereinschronik 2016 28 Jahre lang unter dem Motto Karneval ist gelebte und gelachte Erkenntnis, Humor ist Scharfsinn an sich. Freude ist das Jauchzen reiner Seelen von Erfolg zu Erfolg führt. Einzelheiten werden nicht angegeben. - In Wiesbaden wird das Preußische Staatstheater (2016 Staatstheater) von der Stadt Wiesbaden übernommen und in Nassauisches Landestheater umbenannt. - In Frankfurt wird der kriegsverwundete preußische Generalssohn, Pazifist, der vor einem Vernichtungskrieg warnt, und Dichter, dessen Familie das Hofgut Oranien in Diez (2016 Helius Klinik Diez) besitzt, Fritz von Unruh (47) Mitglied der Eisernen Front. Nach der Absetzung seiner Komödie Zero, Bedrohungen und einem Einbruch in seiner Wohnung im Rententurm flieht er. - Prinz Georg Ludwig von Erbach Schönberg (St) (29) tritt der SA bei. - Im Odenwald marschieren bis zu 200 SA aus dem frankfurter Raum mit Pflastersteinen bewaffnet in unzähligen Dörfern. - Der elitäre SS Milliardär Erbprinz Josias von Waldeck Pyrmont (St) (36) beteiligt sich an der Ermordung der Obersten SA Führung, darunter u.a. der Alkoholiker SA Gruppenleiter Peter von Heydebreck (43) Hans Hayn (36) und der homosexuelle SA Standartenführer Graf Hans Erwin von Spreti (St) (24), die im Gefängnis Stadelheim hingerichtet werden. - In Darmstadt tritt der in Darmstadt geborene Steuerbeamtensohn Klaus Köbel (13) in die HJ ein (verschweigt NSDAP Mitgliedschaft, Mitglied des Hessischen Landtags). - Prinz Otto von Sayn Wittgenstein (St) (54) wird Mitglied der NSDAP. - In Frankfurt hat die jüdische Lebensmittelkette Schade & Füllgrabe von Joseph Halberstadt 46 Filialen im Stadtgebiet. - In Frankfurt gibt es in der Kaiserstraße mehr als 150 jüdische Geschäfte und auf der Zeil mehr als 60. - In Offenbach eröffnet die offenbacher Ortsgruppe der NSDAP eine Geschäftstelle der NSDAP Parteizeitung und Parteiorgans Offenbacher Nachrichten an der Ecke Herrnstraße/Große Marktstraße. - In Offenbach mietet die NSDAP für ihre Großkundgebung das Fußballstadion Bieberer Berg der Offenbacher Kickers, was das jüdische Vereinsvorstandsmitglied und jüdischer Anwalt Manfred Weinberg (--) trotz heftigster Proteste bei einer Mitgliederverstammlung und seiner folgenden Entlassung verhindert, wodurch die Massenveranstaltung mit einer Rede Hitlers auf dem benachbarten Platz des SV Offenbach 03 stattfinden muss.

1931 Prinz Christoph von Hessen (St) (30) wird Mitglied der NSDAP. - In Darmstadt wird bei der Beerdingung des während einer NSDAP Kundgebung in Mainz an einem Herzinfarkt verstorbene ehemalige frankfurter Finanzamt Ost Mitarbeiters und hessendarmstädter NSDAP Gauleiters Peter Gemeinder (40), dem der mainzer Generalvikar Philipp Jakob Mayer ein kirchliches Begräbnis verweigert, das Uniformverbot für SA durchgesetzt, weshalb die SA statt braune einfach weiße Hemden anzieht. - In Frankfurt wird Georg-Wihelm Müller (22) NSDAP Studentengruppenführer an der Goethe Universität. - In Frankfurt Sachsenhausen übernimmt der Heckenwirtssohn Adolf Wagner eine Apfelweinwirtschaft in der Schweizer Straße 71 und macht sie zum Traditionsgasthaus Wagner. - In Mainz spricht Adolf Hitler (42) bei seinem ersten Besuch in der Stadt in der Stadthalle Rheinstraße 66. - In Wiesbaden meldet die NSDAP Zeitung Rheinwacht Insolvenz an, weshalb ihr Verleger Theodor Habicht (33) als NSDAP Landesinspektor nach Österreich geht und als immuner Parlamentarier nicht belangt werden kann. - In Frankfurt wechselt der in Mainz geborene Metzgersohn und Krupp AG Manager Wilhelm Traupel (40) zur Leitung der NSDAP Zeitung Frankfurter Volksblatt. - Der in Darmstadt geborene antisemitische Hochschulaktivist und Richter Werner Best (28) wird NSDAP Landtagsfraktionsvorsitzender, mit dem katholischen Zentrums Reichskanzler Heinrich Brüning sogar Koaltionsverhandlungen einleitet, SS Mitglied mit elitärem Korpsgeist und die frankfurter Tageszeitung Frankfurter Zeitung  hält ihn für den geistigen Führer der NSDAP in Hessen. - Der offenbacher NSDAP Kreisleiter Wilhelm Schäfer (35) stiehlt dem NSDAP Juristen und NSDAP Landtagsfraktionsvorsitzenden Werner Best (28) besonders radikale und diktatorische geheime Pläne zur Machtübernahme, übergibt sie heimlich dem in Bayreuth geborenen hessischen SPD Innenmister Wilhelm Leuschner (41), tritt aus der NSDAP aus und bleibt aber Mitglied des Landtages. Die Veröffentlichung der Pläne alias Boxheimer Dokumente wird zum Skandal. - In Rüsselsheim wird nach 119484 Stück Opel 4 ein neues Modell der Opel 1,2 Liter gebaut. - In Rüsselsheim werden die letzten 20 % von Opel an GM verkauft. - In Wiesbaden erhalten auch die oberen Stockwerke des Badehauses Schwarzer Bock am Kranzplatz Badezellen. - Der in Lich geborene Graf Bernhard von Solms Laubach (St) (31) wird NSDAP Volksstaat Hessen Landtagsabgeordneter. - In Frankfurt wird die NSDAP mit 37,1 % und 27 Sitzen stärkste Fraktion im Landtag des Volksstaates Hessen. - In Wiesbaden erscheint der erste Jahrgang der NSDAP Tageszeitung Nassauer Volksblatt. - In Mainz fällt der Rosenmontagszug wegen Geldmangels aus. - In Frankfurt fordert die Wirtschaftspolitische Vereinigung von Hindenburg einen Machtwechsel zugunsten der NSDAP, DNVP und des Stahlhelm. - In Frankfurt Schwanheim bedroht in der Schwanheimer Volksschule Gerolsteiner Straße 2 (2016 August Gräser Schule) ein Vater die Klassenlehrerin seines Sohnes erfolgreich mit dem Tod um die Versetzung durchzusetzen, was erst im nächsten Jahr herauskommt. - In Frankfurt übernimmt das in Frankfurt geborene NSDAP Mitglied, Postoberamtmannssohn, frankfurter Goethe Universitäts-DiplomVolkswirtschaftler und SA Sturm 68 Führer Adolf Beckerle (29) die Führung der SA-Untergruppe Hessen-Nassau-Süd. - In Darmstadt heiratet mit riesigem Interesse der Bevölkerung Erbgroßherzog Georg Donatus von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (25) die in Athen geborene griechische und dänische Prinzessin Cäcilia von Schleswig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (20). - In Frankfurt stirbt der in Bad Homburg geborene Großbürgersohn und für alle Tabuthemen wie Drogen, Astrologie und Esotherik aufgeschlossene Bohemien und Schriftsteller Oscar A. H. Schmitz (58). - In Wiesbaden wird ein rotes Reichspost Fernsprechhäuschen alias Telefonzelle an der Südseite der Ringkirche Rheinstraße aufgestellt. - In Wiesbaden wird ein Republikanischer Tag auf dem wiesbadener Festplatz Unter den Eichen abgehalten, wo der in Herford geborene preußische SPD Innenminister Carl Severing (56) spricht und die Arbeitersportler auftreten. - In Wiesbaden liefert sich der in Mainz Gonsenheim aufgewachsene, vorbestrafte Dieb und SA Mann und Agitator Ernst Franzreb (30) einen Straßenkampf in der Adlerstraße, wobei er auf die Köpfe seiner KPD Gegner mit einem Kartoffelstampfer einschlägt. - Wiesbaden hat 153137 Einwohner und Mainz hat 134115 Einwohner. - Der in Aachen geborene Jounalist Wilhelm Hollbach (38) wird Schriftleiter alias Chefredakteur der in Frankfurt erscheinende Wochenzeitung Das Illustrierte Blatt. - Der hessendarmstädter NSDAP Gauleiter Peter Gemeinder (40) beginnt mit dem Aufbau von kleinen SS Trupps in seinem Gau, geordnet nach Landkreisen. - In Offenbach wird der offenbacher Lehrer und NSDAP Gauleiter Hessen Friedrich Ringshausen (51) Friedrichsring 3 in seinem Amt als NSDAP Gauleiter Hessen beurlaubt. - In Darmstadt trifft sich die NSDAP Führungsriege im Braunen Haus alias Hitler-Haus in der Bismarckstraße 11, darunter der in Eberstadt geborene ehemalige Fabrikarbeiter Fritz Kern (28), Alte Darmstädter Straße 45 Eberstadt, der in Blödesheim geborene Heinrich Claß (63), der im Elsass geborene Dr Richard Wagner (29) der in Dürkheim geborene hessische SA Oberführer Daniel Hauer (52), Hauptmann Wilhelm Wassung  (38), der hessendarmstädter NSDAP Gauleiter Peter Gemeinder (40), der Lehrer Otto Trefz (--) und Professor Ferdinand Werner (55). - Der Fechtclub Hermannia Frankfurt gewinnt mit dem in Biberach geborenen frankfurter Fotografen Stefan Rosenbauer (35) die deutsche Meisterschaft im Degen. - In Rüsselsheim bringt Opel das neue Sechszylinder Modell vom Typ 1,8 Liter heraus. Die viertürige Normal Limousine kostet 3295 Mark. Opel hat einen Anteil von 77,7% am deutschen Automobilexport. In Darmstadt werden die zweisitzigen Opel Luxus Sport Cabrio Versionen mit tief ausgeschittenem Einstieg von der Firma Autenrieth gebaut, die 3700 Mark kosten. In Köln wird wird der Opel Moonlight Roadster gebaut. - In Frankfurt wird der rheinische Separatist Freiherr Kurt von Schröder (42) Aufsichtsrat bei den Adlerwerken. - Das katholische Episkopat lehnt die NSDAP ab. Die evangelische Kirchenleitung sympathisiert offen mit der DNVP, der Koalitionspartei der NSDAP. - Der in Darmstadt geborene und wegen vielfacher Urkundenfälschungen und Unterschlagungen verurteilte und gerade wieder entlassene ehemalige Bankangestellte Karl Otto Koch (St) (34) tritt der NSDAP und der SS bei und wird Ortsgruppenschatzmeister. - In Frankfurt glaubt die Ortsgruppe des jüdischen Centralvereins durch Berichte ihres Nachrichtendienstes an ihre erfolgreiche Abwehrarbeit von antisemitischer Agitation und nicht an eine Machtübernahme der NSDAP. - In Frankfurt mieten die Zeugen Jehovas einen eigenen Versammlungsraum in der Vilbeler Straße 4 im 1. Stock (2016 NH Hotel).

1930 In Kronberg heiratet Prinz Christoph Ernst August von Hessen (St) (29) die griechische Prinzessin Sophie von Schlewig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (16), die jüngste Tochter des griechischen Königssohn Andreas von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und Alice von Battenberg. - In Frankfurt wird Friedrich Weitzel (25) SS Oberführer und Führer des SS Abschnitts V. - In Frankfurt spricht Adolf Hitler (41) in der überfüllten mit riesigen Hakenkreuzfahnen geschmückten Festhalle an der Messe. - In Mainz muss die mainzer NSDAP Ortsgruppe in Sektionen u.a. Altstadt, Neustadt, Bahnhof, Gautor, Kastel aufgeteilt werden. - In Wiesbaden wird aus dem NSDAP Gauparteiorgan Nassauer Beobachter die Zeitung Rheinwacht. - In Frankfurt tritt der Sänger und Komiker Otto Reutter (60) im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 auf und gibt ein Radiokonzert für den Sender Frankfurt. - Der in Mainz geborene Metzgersohn mainzer Höhere Handelsschulabsolvent, Handlungsbevollmächtigte für den Gesamtkonzern Krupp AG und Direktor der Erntemaschinen-Vertriebsgesellschaft Wilhelm Traupel (39) tritt in die NSDAP ein. - In Wiesbaden wird der Blumenkorso eingestellt. - In Frankfurt wird das Gewerkschaftshaus Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77 als erstes Hochhaus errichtet. - Die frankfurter IG Farben bilden mit dem amerikanischen Schießpulverhersteller Dupont ein weltumspannendes Kartell. Der in Wiesbaden Biebrich geborene Industrielle Wilhelm Ferdinand Kalle (60) hilft dabei. - Gustavsburg an der Mainmündung wird mainzer Stadtteil. - In Mainz leben 78500 Katholiken und 48500 Protestanten. - Langen wird als Teil des Mainzer Brückenkopfs alias alliiertes besetztes Rheinland geräumt. - Der in Darmstadt geborene Prinz Wilhelm Karl Hermann von Isenburg (St) (27) heiratet die Forstmeistertochter und Grafentochter Helene Elisabeth von Korff alias Schmising-Kerssenbrock (St) (30). - Wiesbaden wird als Sitz der Internationalen Rheinlandkommission von den Briten geräumt aber wieder französisch besetz, allerdings nur mit sehr wenigen Soldaten. - Der mit Hermann Göring befreundete und in Offenbach Rumpenheim geborene Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (34) tritt der NSDAP bei. - In Wiesbaden stirbt Oberbürgermeister Fritz Travers und die NSDAP schlägt den wiesbadener Bürgermeister Alfred Schulte (58) als neuen wiesbadener Oberbürgermeister vor. - In Wiesbaden Erbenheim wird auf dem Turnierplatz das Pfingsturnier für Reitpferde veranstaltet. - In Wiesbaden Erbenheim wird auf der Pferderennbahn ein Autorennen veranstaltet, bei dem der aus Freiburg stammende spätere Motorpressegründer Paul Pietsch (20) bei seinem ersten Rennen einen Bugatti fährt. - In Wiesbaden zieht das Pfingsturnier des Reit- und Fahrclub Wiesbaden wegen des großen Erfolges des ersten Turniers vom Kleinfeldchen auf dem Pferderennplatz Wiesbaden Erbenheim unter großer nationaler Beteiligung als Befreiungsturnier um. - In Eppstein und Neuenhain werden NSDAP Ortsgruppen gegründet. - In Hofheim wird ein NSDAP Stützpunkt gegründet. - In Niederjosbach wird ein NSDAP Stützpunkt gegründet. - In Eppstein Niederjosbach wird eine NSDAP Ortsgruppe mit 7 Mitgliedern gegründet. Das NSDAP Mitglied Wittenberger stiftet eine Fahne. - Der in Berghausen geborene Rudolf Diels (30) heiratet die Industriellentochter Hildegard Mannesmann. Beide sind Mitglieder der Deutsche Demokratische Partei. - In Rüdesheim wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - In Wiesbaden ist der republikfeindliche wiesbadener Opel-Werk Abteilungsleiter Andreas Hoevel (30) KPD Funktionär. - In Wiesbaden kommt Reichspräsident Paul von Hindenburg (83) zu Besuch und lässt sich im Spalier der wiesbadener Vereine und zum Stechschritt des gerade wieder zugelassenen republikfeindlichen Stahlhelms und vom sozialistischen Reichsbanner feiern. - In Wiesbaden versammeln sich nach einem republikfeindlichen, patriotischen Fackelzug zu Befreiungsfeiern in der Innenstadt riesige Menschenmassen, wobei es in der Moritzstraße zu mitternächtlichen Krawallen und gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt, bei denen Geschäfte von vermeintlichen Separatisten aber auch von einigen Juden demoliert werden. - In Wiesbaden erreicht die NSDAP 27 %. - In Groß Gerau wird das in Frankfurt geborene NSDAP und SA Mitglied Otto Schwebe (30) groß gerauer NSDAP Kreisleiter und Gaugeschäftsführer der Gauleitung Hessen Nassau Süd. - In Frankfurt lässt sich die NSDAP im frankfurter Telefonbuch unter Weißfrauenstraße 12 ohne Telefonnummer eintragen. - In Bayern lassen sich die Fürsten von Hanau ihren ab 1875 ohne rechtliche Grundlagen getragenen Titel Fürst gerichtlich legitimieren. - Der in Darmstadt geborene Prinz Wilhelm Karl Prinz von Isenburg Büdingen (St) (27) heiratet in München die in darmstadt geborene Gräfin von Korff alias Schmising-Kerssenbrock. - In Frankfurt beginnt die Schauspielerin Marianne Hoppe (29) am Theater Neues Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße ein zweijähriges Engagement. - In Frankfurt beginnt der Schauspieler Günther Lüders (25) am Theater Neues Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße ein fünfjähriges Engagement. - In Frankfurt sucht die in Frankfurt geborene überzeugte Junggesellin, Metzgertochter aus dem Gallusviertel, Anhängerin des FSV Frankfurt Fußballpionierin Lotte Specht (19) per Zeitungsannonce in der Tageszeitung Frankfurter Nachrichten nach Fußüballerinnen und gründet mit ihnen im Gasthof Steinernes Haus am Römerberg den 1. DDFC Frankfurt, den ersten deutschen Frauenfußballverein, was sie schon nach einigen Wochen auf die Titelseite der frankfurter Wochenzeitung Das Illustrierte Blatt bringt. Die Frauen spielen auf der Seehofwiese in Sachsenhausen und werden in der Öffentlichkeit als Mannweiber verspottet und beschimpft. Der Verein löst sich nach einem Jahr auf. - In Wiesabaden tritt Ernst Franzreb (29) in die NSDAP ein. - In Wiesbaden liefert sich der in Mainz Gonsenheim aufgewachsene, vorbestrafte Dieb und SA Mann und Agitator Ernst Franzreb (29) einen Straßenkampf in der Faulbrunnenstraße, wobei er seinen Gegnern schwere Gesichtsverletzungen beibringt. - Wiesbaden hat 153259 Einwohner und Mainz hat 133999 Einwohner. - In Frankfurt hält die NSDAP ihren Westdeutschen NSDAP Parteitag ab. - In Frankfurt zieht Radio Frankfurt alias SUWRAG in das eigene Funkhaus Eschersheimer Landstraße 33 (2016 Hochschule für Musik und Darstellende Kunst). - In Deutschland beginnen Kinos die von Paramount produzierte 10-minütige Fox Tönende Wochenschau mit einer markanten Sprecherstimme zu zeigen. - In Wiesbaden wird der ehemalige badkreuznacher Kurorchesterdirigent und wiesbadener Generalmusikdirektor Carl Schuricht (50) wohnhaft Hotel Oranien in der Platter Straße 2 Leiter des Städtischen Orchesters bei Synphoniekonzerten im Kurhaus. - Der inaktive frankfurter Corps Austria Corpsstudent und Journalist Erich Czech (40) schreibt eine vielbeachtete Biografie über Adolf Hitler und wird dafür von der NSDAP geschätzt. - In Frankfurt heiratet Prinzessin von Elisabeth von Löwenstein Wertheim Freudenberg (St) (40) den in Frankfurt geborenen Großindustriellen und Metallgesellschaft Inhaber mit englischen Wurzeln Richard Merton (49). - Der in Frankfurt geborene Kaufmannsohn und Stahlhelm Redakteur Friedrich Wilhelm Heinz (31) wird 3 Monate nach dem Eintritt in die NSDAP wieder hinausgeworfen. - Der hessische NSDAP Landtagsabgeordnete Hans Döring (29) leitet die SS Standarte 2. - In Wiesbaden logiert Reichspräsident Paul von Hindenburg (83) im Luxushotel Nassauer Hof Kaiser Friedrich Platz 3-4 Nordseite. - In Frankfurt Sindlingen ist das Gasthaus Rheingold ein beliebtes Ausflugslokal. Die Brauerei Fay ist in der Dieburger Straße. - In Darmstadt ist die Geschäftstelle der darmstädter NSDAP Ortsgruppe in der Waldstraße 15 (2016 Adelungstraße). Ihr Vorsitzender ist Ferdinand Abt, Beckstraße 54, Kassenwart ist Friedrich Stein, Waldstraße 15 und Schriftführer ist Ad Schneider Bismarckstraße 11. NSDAP Parteilokal ist der Fay Brauerei Ausschank von Herrn Fabian in der Alexanderstraße 23. SA Abende werden jeden Mittwoch durchgeführt. PFst ist 62261. In Darmstadt ist die Geschäftstelle der SPD Darmstadt in der Bismarckstraße 19. Vorsitzender ist Georg Wiesenecker und das Versammlungslokal ist das Gewerkschaftshaus. - In Darmstadt hat die Autodroschkenzentrale alias Taxizentrale den Fernsprecher 3770 alias Telefonnummer 3770. Die Notfalltelefonnummer bei Feuer, Unfall, Krankenbeförderung und Gas- und Wasserschäden ist Fernsprecher 600 und die Sanitätswache des Roten Kreuzes Fernsprecher 400. Der Flugplatz hat Fernsprecher 1000. - In Darmstadt bewohnt in der Bismarckstraße 11 der Rechtsanwalt Karl neuschäffer das Erdgeschooß und den ersten Stock.. Im zweiten Stock wohnt der Kaufmann Ad Schneider. - In Darmstadt landet der Zeppelin Graf Zeppelin auf dem Flugplatz Griesheimer Sand. - In Darmstadt gibt es an der Technischen Hochschule Darmstadt 42 verschieden Studentenverbindungen, darunter 5 Corps, 8 Burschenschaften, 3 Landsmannschaften und 4 sportliche. 7 christliche und 8 akademische Verbindungen. - In Darmstadt trifft sich der Deutsche Orden im Vereinslokal Sitte Karlstraße 15 und der Stahlhelm im Alpenzimmer im Verbandslokal Sitte Karlstraße 15. - In Darmstadt trifft sich der Alldeutsche Verband mit Vorsitzenden Prof Rouge, Bismarckstraße 74 im Kaisersaal des Restaurant Christ in der Grafenstraße 18 wo sich auch der ADAC trifft. Die Deutschnationale Volkspartei hat ihre Geschäftstelle ebenfalls in der Bismarckstraße 74 und trifft sich in ihrem Parteilokal Sitte Karlstraße 15. - In Darmstadt hat die SPD ihre Geschäftsstelle in der Bismarckstraße 19. Ihr Vorsitzender Georg Wiesenecker wohnt in der Bismarckstraße 19 und hat die Telefonnummer 3149. Die SPD trifft sich im Gewerkschaftshaus Bismarckstraße 19. - In Darmstadt ist Erlaucht Erbgraf Alexander von Erbach Erbach (St) (39) Präsident des Hessischen Automobil-Clubs Rheinstraße 36. - In Frankfurt brennt die Kempff Brauerei auf dem Sachsenhäuser Berg ab. - In Wiesbaden wird aus dem stark gewachsenen Fastnachtsverein Buchdrucker Kommitee Die Spinner des Gesangsverein Gutenberg. - In Frankfurt veranstaltet der Karnevalsverein Rheinländer Vereinigung im Volksbildungsheim eine große Karnevalssitzung. - In Frankfurt Bornheim gründet Heinrich Rehm im Rahmen der der Besitzer der Gaststätte Pflug die Stutzer-Burschenschaft, die sich wie Studentenverbindungsburschenschaftler kleidet und nicht ernstgemeinte Akademikertitel verteilt. - In Frankfurt Fechenheim gründen die Turnvereinmitglieder und hauptsächlich Papiertütenfabrikarbeiter den Karnevalsverein Die Fechemer Dutte, wo zur Damensitzung Turnerinnen und Akrobaten auftreten. - In Frankfurt gibt es das Variete Bier-Palais in dem der Motorrad-Club Groß Frankfurt feiert. - Prinzessin Edda von Erbach Schönberg (St) wird geboren. - In Mainz und Wiesbaden werden die Rheinischen Befreiungsfeiern gefilmt.

1929 Wetter Überschwemmung zur Schneeschmelze in Frankfurt. Kältewelle in Hessen. Der Rhein friert zu. Während des Rosenmontagszugs ist es bitterkalt. - In Mainz werden beim Rosenmontagszug die Määnzer Schwellköpp eingeführt. - In Frankfurt finden in der Festhalle an der Messe nur noch kleinere Veranstaltungen statt. - 300 wiesbadener SA fahren zum NSDAP Reichsparteitag nach Nürnberg. - In Wiesbaden wird die NSDAP zweitstärkste Partei mit 9 Sitzen im Stadtparlament bei knapp mehr als 1000 Mitgliedern. - Der in Darmstadt geborene antisemitische Hochschulaktivist und Jurist Werner Best (26) tritt in die NSDAP ein. - In Frankfurt wird der Maler Max Beckmann (45) zum Professor ernannt. - Der in Rüsselsheim geborene Wilhelm von Opel (58) verkauft zusammen mit seinem Bruder Friedrich für 154 Millionen Reichsmark 80 % der Opel AG an General Motors und bleibt Aufsichtsrat. - In Wiesbaden hat das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz 260 Zimmer mit fließendem Wasser bei einem Zimmerpreis von 5 Mark. - In Mainz Weisenau betreibt die Kirner Privat Brauerei das Restaurations-Schiff Wacht am Rhein. - In Frankfurt findet in der Messehalle die XX. Mustermesse als letzte Messe statt. - In Frankfurt wird die mit Dampflokomotiven betriebene Frankfurter Waldbahn nach Schwanheim und Neu-Isenburg elektrifiziert. - In Wiesbaden werden die britischen Besatzungstruppen abgezogen. - In Wiesbaden wird das Wiesbadener Pfingstreitturnier des Wiesbadener Reit- und Fahrclubs auf dem Sportplatz Kleinfeldchen, bei dem Reiter aus Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt in den Reitabteilungen Erbenheim, Kloppenheim, Bierstadt, Sonnenberg unter Präsident Generalleutnant der Kavallerie a.D. Günther von Etzel eingeführt. - In Hochheim gibt es einen Reitsportverein. - In Frankfurt wird der Bornheimer Hang bebaut. - In Wiesbaden wird die Rheinlandkommission aufgelöst und nach Koblenz verlegt. - In Wiesbaden Erbenheim wird der Pferderennplatz zu einem Zivilflughafen umgewandelt und mit einem Großflugtag von der Mittelrheinischen Flughafen GmbH eröffnet. - In Niedernhausen wird ein NSDAP Stützpunkt gegründet. - In Höchst ist der höchster Landratssohn Paul Apel (33) hessennassauer Reichsbanner Geschäftsführer und sein jüngerer Bruder Wilhelm Apel (24) ist Reichsbanner Kreisstadtführer und Eiserne Front Kreisführer. - In Frankfurt nimmt der Stadtsynodalverband unierte bockenheimer Kirchengemeinden auf und ist dadurch nicht mehr rein lutherisch konfessionell. Dementsprechend nennt er sich evangelisch-lutherisch und evangelisch-uniert. - Die Frankfurter Kirche gründet mit den evangelischen Kirchen in Hessen, Nassau und Kurhessen die Marburger Konferenz für eine einheitliche hessische Kirche. - In Frankfurt haben bei der Kommunalwahl die SPD 27,6 %, die KPD von 13,0 %, die DVP 12,9 %, das Zentrum von 12,2 % und die NSDAP von 9,9 %. - In Wiesbaden wird der Leiter der Galerie und Vorsitzender des Nassauischen Kunstvereins Justizrat Dr Gessert von Freiherr Dr Eberhard von Schenk zu Schweinsberg abgelöst. - In Limburg ist der bad camberger Apotheker Paul Lawaczeck (51) limburger NSDAP Kreisleiter. - In Frankfurt übernimmt das in Frankfurt geborene NSDAP Mitglied, Postoberamtmannssohn und frankfurter Universitäts Diplom Volkswirtschaftler Adolf Beckerle (27) die Führung des SA Sturm 68 in Frankfurt. - In Darmstadt beginnt der jüngere Prinz Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (21) ein Archäologie Studium an der Technischen Universität Darmstadt Karolinenplatz 5. - In Eltville und in Oestrich wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - In Wiesbaden werden die NSDAP Mitglieder von hessennassausüd NSDAP Gauleiter Jakob Sprenger (35) von Frankfurt Niederrad Melibokus Straße 30 mit der Telefonnummer Spessart 63173 aufgefordert besonderes Augenmerk auf den bevorstehenden Abzug der englischen Besatzungstruppen zu legen und sofort eine unvergessliche riesige NSDAP Kundgebung mit SA Aufmarsch zu organisieren. - In Frankfurt hat das Kino Lichtspiel-Theater in der Kaiserstraße 50 die Telefonnummer Hansa 3406. - In Frankfurt wird am ehemaligen Operettentheater Vergnügungsetablissement Groß Frankfurt der neoklassizistische Portikus abgerissen und darin das Kino Ufa-Palast Groß-Frankfurt Bleichstraße 57 mit Operateur alias Filmvorführer Conrady und Kapellmeister MA Pflugmacher mit dem Musikstück Meistersinger, einem Naturstummfilm, einem Musikstück gespielt vom amsterdamer Organist Peter Polla, den Jazz-Parodisten Three Kuhtiroler und dem Hauptfilm und Stummfilm Manolescu - der König der Hochstapler mit der Telefonnummer Hansa 13 Bleichstraße 57 eröffnet. - Wiesbaden hat 153617 Einwohner und Mainz hat 110166 Einwohner. - In Frankfurt gibt die Jazz Klasse am Hoch´schen Konservatorium Eschenheimer Landstraße 4 (2016 Metropolis Kino) mit dem .jüdischen ungarischen Überseedampfertanzorchestermusiker Matyas Seiber (24) ein öffentliches Konzert, das Radio Frankfurt überträgt. In Frankfurt wird das Frankfurter Rundfunk Symphonie Orchester mit dem langjährigen Direktor der Städtischen Mainzer Musikschule Hans Rosbaud (34) gegründet. Es besteht ein Frankfurter Orchester Verein. - In Frankfurt eröffnet die katholische Studentenverbindung KDStV Hasso-Nassovia ein Verbindungshaus am Westendplatz 35. - In Darmstadt zieht die NSDAP in den Stadrat ein. - Nach dem Justizirrtum Jakubowski wird die Todesstrafe ausgesetzt. - In Bingen kommt Burg Rheinstein mit dem Tod von Prinz Heinrich von Zollern Preußen (St) (67) in den Besitz seiner Ehefrau Prinzessin Irene von Preußen alias Irene von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (63). - In Rüsselsheim startet die Opelgründerenkelin Irmgard von Opel (22) mit dem Iv0 Club mit dem Schlachtruf Ahoi in blauweißen Overalls und Bobbymützen mit sechs Motorrädern, darunter drei Opel-Touren-Maschinen, zwei Super-Sport-Maschinen und einer BMW, mit ihrem in Frankfurt geborenen Cousin Georg von Opel (17), dem Opel Mitarbeiter Nikolaus Geis, August Euler, Toni Tambolsi und Urich Schott zu einer Motorradfahrt über die Alpen, Nizza und Marseille nach Barcelona zur Weltausstellung. Das Begleitfahrzeug bleibt in den Alpen liegen und hat in Frankreich einen Unfall, bei dem die Mitfahrerin schwere Gesichtsverletzungen erleidet. Ihre Hotels in Nizza und das Luxushotel Ritz in Barcelona wollen die völlig verdreckten Gäste zunächst nicht aufnehmen. Zurück fahren sie mit dem Zug. Nikolaus Geis fährt das Begleitauto alleine zurück. Danach rudert sie mit ihrem Verein in einem Doppelvierer und einem Doppelzweier den Main und den Rhein bis Bacharach hinab, wo sie von einer begeisterten Menge empfangen werden. - Isenburg Büdingen Meerholz stirbt aus. - Die Grafentochter Monika von Solms Laubach (St) wird geboren. - In Mainz ist im Brandgässchen 14 das gutbürgerliche Hotel Zur Post von Philipp Göhl. - In Offenbach beginnt der Musikverlag André Frankfurter Straße 28 mit der Versteigerung ihrer Mozarthandschriften. - In Frankfurt, Hanau und Wiesbaden richtet zum Jahresende über den Winter die NS Erwerbslosenhilfe Suppenküchen ein. - In Darmstadt zieht die NSDAP mit fünf Abgeordneten und 10,5 % ins Stadtparlament. - In Frankfurt ist das Hohenzollernhaus (2016 Westseite EZB Hochhaus) mit dem Restaurant Kaiserkeller an der Gallusanlage. - In Frankfurt gründet die in Karlsruhe geborene jüdische Bankierstochter Frieda Fromm Reichmann (40) sehr erfolgreich mit ihrem ehemaligen Patienten, dem in Frankfurt geborenen jüdischen Schriftsteller Erich Fromm (29) das Frankfurter Psychoanalytische Institut mit vielen jüdischen Patienten. - In Darmstadt hat das größte Hotel der Stadt die Traube 100 Betten, das Bahnhofshotel hat 50 Zimmer und das drittgrößte Hotel Darmstädter Hof Rheinstraße 12 hat ebenfalls 50 Zimmer. - Mit einem in Frankfurt serienmäßig produzierten Kraftfahrzeug Adler Standard 6 beendet die in Mülheim an der Ruhr geborene Großindustriellentochter und Automobil Rennfahrerin Clärenore Stinnes (28) ihre 25 Monate dauernde Weltumrundung, die filmisch begleitet wird. Ihrem Vater, dem Montanindustriellen Hugo Stinnes (48) gehört das wiesbadener Luxushotel Nassauer Hof am Kaiser Friedrich Platz 3-4 nordwestliche Ecke. - In Frankfurt sind bei den Adlerwerken 97,3 % gewerkschaftlich organisiert. - In Wiesbaden Erbenheim wird auf dem Flughafen das Jagdgeschwader 53 stationiert. - Mit dem Tod von Graf Reinhard August von Leiningen Westerburg Alteleiningen stirbt die Linie aus. - In Frankfurt findet auf dem Flug- und Luftschiffflughafen Rhein-Main ein Flugtag statt, bei dem der in Frankfurt geborene Ingenieurssohn, zweiterfolgreichste WW1 Jagdflieger und Werbe-Schleppschrift Pilot Ernst Udet (33) teilnimmt. Der Pilot Ernst Udet (33) dreht gerade den Bergfilm Die weiße Hölle vom Piz Palü. - In Frankfurt werden die Reichsbanner Mitglieder Heinrich Koch (21) und Heinrich Schmidt (17) bei einer Schießerei mit der NSDAP in der Altstadt getötet. - In Frankfurt Bornheim erlebt die Bornheimer Karnevalsgesellschaft mit dem Karnevals-Zug Kalte Fassnacht unter Präsident Willy Schade ihren Höhepunkt während der Fastnacht. - In Eppstein schenkt der NSDAP Förderer Fürst Christian Ernst von Stolberg Wernigerode (St) (59) die Burg der Stadt Eppstein. Er selbst steht vor dem Bankrott und zieht sich mit seiner Frau Gräfin Marie von Castell Rüdenhausen (St) (59) aus der Öffentlichkeit zurück. - In Frankfurt steckt ein Mädchen (08) seinen Kopf im Kaufhaus Debewa in der Kaiserstraße in einen Paternoster und wird getötet. - In Frankfurt wird im Hotel Bristol am Hauptbahnhof Ecke Am Bahnhofsplatz 6/Münchener Straße ein Luftreisebüro des Frankfurter Flughafens eröffnet.

1928 In Frankfurt eröffnet Hans Müller im väterlichen Gasthaus Liederhalle in der Basaltstraße das Titania Kino. - In Frankfurt sind Jakob Sprenger (34) mit Hitlerbärtchen, Peter Gemeinder (37), August Bornath und Karl Linder (28) NSDAP Stadtverordnete im Stadtparlament. - In Mainz hat die Ortsgruppe NSDAP 30 Mitglieder und trifft sich im Saal des Evangelischen Vereins in der Schießgartenstraße 10. - In Darmstadt wird Otto Wetzel (23) darmstädter NSDAP Ortsgruppenführer. - In Frankfurt kann die NSDAP erstmals nach vielen vergeblichen Versuchen das Zoogesellschaftshaus Bernhard-Grzimek-Allee 1 für eine Parteiversammlung mieten, bei der Josef Goebbels auftritt. - In Wiesbaden wird Georg Buch (25) SPD Propagandaleiter. - In Frankfurt erbauen die IG Farben den größten Bürokomplex Europas als Hauptsitz am Norbert Wollheim Platz 1. - In Frankfurt wird die Großmarkthalle Sonnemannstraße 20 eröffnet. - Der in Rüsselsheim geborene Fritz von Opel (29) erreicht mit dem Opel-Sander-Rakwagen 235 km/h. - Der in Rüsselsheim geborene Automobilindustrielle Fritz von Opel (29) wird an Bord des Linienschiffs Conte di Savoia von den Britischen Behörden bei Gibraltar 16 Tage verhaftet und darf danach weiter in die USA reisen. - In Rüsselsheim hat Adam Opel KG nach 42771 produzierten Kraftfahrzeugen 27,5 % Marktanteil und wird größter deutscher Automobilhersteller. - In Wiesbaden veranstaltet der Reit- und Fahrclub eine Hubertusjagd. - In Frankfurt Fechenheim wird ein Arbeiter-Hallenschwimmbad eröffnet. - Die NSDAP Mitglieder Jakob Sprenger (34) und Gimbel kleben bei den Wahlen selbst die Wahlplakate auf dem Land. - In Frankfurt Rebstock werden auf dem Flugplatzgelände Raketenflugzeuge gestestet. - In Bad Camberg ist der bad camberger Apotheker Paul Lawaczeck (50) NSDAP Kreistagsabgeordneter. Wie sein in Bad Camberg geborener Bruder, der Arzt Ernst Lawaczeck (38) betätigt er sich als NSDAP Redner. - In Bad Homburg zieht der abgesetzte drittälteste Kaisersohn Adalbert von Zollern Preußen (St) (44) wegen des schlechten Gesundheitszustands seiner Frau Adelheid von Sachsen Meiningen aus der Jugendstil Villa Adelheidswert im Stadtpark aus und zieht inkognito unter dem Pseudonym Graf und Gräfin von Lingen in die Schweiz. - In Frankfurt bietet die jüdisch-deutsch kombinierte Schule Philantropin in der Hebelstraße 15-17 Unterricht vom Kindergarten bis zum Abitur. - In Wiesbaden Biebrich und in Bad Schwalbach werden Selbstanschlussämter der Post für Telefone eingerichtet. - In Frankfurt übernimmt die Stadt die von der jüdischen Bankierfamilie gestiftete Freiherrlich Carl von Rothschild'sche öffentliche Bibliothek Am Untermainkai 14-15. - In Wiesbaden erreicht die NSDAP 8,5 %. - In Frankfurt Bornheim Bergerstraße 275 wird der große Festsaal des Gasthauses Zur weißen Lilie Berger Straße 275 zum Kino Blumen-Lichtspiele umgebaut. - In Darmstadt wird der Fußballverein Darmstadt gegründet. - In Eltville Eichberg wird die Heil- und Pflegeanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4 in Landesheilanstalt Eichberg umbenannt. - In Wiesbaden wird der wiesbadener Spielbank Croupierssohn, deutsche Jazzpianist, Big-Band-Leader und Schlagersänger Paul Kuhn geboren. - Wiesbaden hat 153712 Einwohner und Mainz hat 110783 Einwohner. - In Rüsselsheim stellen bei Opel 9400 Arbeiter 43000 Kraftfahrzeuge her. - In Frankfurt beliefert der Rindswurstfabrikant Karl Gref-Völsing in der Hanauer Landstraße 132 zusätzlich zu seinen Pferdekutschen auch mit einem Kraftfahrzeug seine Filialen in der Innenstadt. - In Frankfurt eröffnet im Konservatorium Hoch Eschenheimer Landstraße 4 (2016 Metropolis Kino) eine akademische 29 Personen Jazz Klasse unter Leitung des jüdischen ungarischen Überseedampfertanzorchestermusikers Matyas Seiber (23), die Konzerte im Volksbildungsheim von Hermann von Schmeidel Eschenheimer Landstraße 4 (2016 Metropolis Kino) gibt. - Das Orchester von Radio Frankfurt tritt beim Deutschen Kammermusikfest in Baden-Baden auf. - In Wiesbaden zieht der ehemalige badkreuznacher Kurorchesterdirigent und wiesbadener Generalmusikdirektor Carl Schuricht (48) in das Hotel Oranien in der Platter Straße 2. - Im Deutschen Reich gibt es 40 Todesurteile. - In Mainz stirbt der in Rüsselsheim geborene Automobilindustrielle Heinrich Opel (55), wodurch seine Tochter und weltbeste Military-Springreiterin Irmgard von Opel (21) die Bewirtschaftung des ererbten Hofguts Westerhaus in Ingelheim und das Gestüt Westerberg in Ingelheim übernimmt. - In Mainz braut die Mainzer Aktien-Bierbrauerei ihr neues stärkeres und an das Dortmunder Bier angelehnte Rad Pils. Der Schaum des Rad Pils mit 4,3 Volumenprozent hält länger und das Bier hält länger als Pilsener Urquell mit 3,6 Volumenprozent und das Radeberger Pilsner mit 3,7 Volumenprozent. Es gibt die Hausmarke Mainzer Rad, ein helles Tafelbier, die Hausmarke Doppel Rad, ein Helles Extra, das Rad Pils nach Pilsener Brauart, die Hausmarke Rad Dunkel nach münchner Brauart und das Doppel Rad Dunkel, ein extra schwergebrautes dunkles Tafelbier. - In Rüsselsheim wird das Raketenauto Opel-Sander Rakwagen 1 vom in Rüsselsheim geborenen Opelgründerenkel Raketenfritz alias Fritz von Opel (29) auf der Opel Rennbahn getestet. - In Frankfurt ist mit der Eingemeindung von Fechenheim Leo Gans (85) und die Cassella Farbwerke der größte Arbeitgeber der Stadt. - Die in Söcking bei Starnberg geborene Prinzessin Hildegard von Hanau (St) () heiratet den in Berlin geborenen Graf Wulf Diether von Castell Rüdenhausen (St) (--). - In Frankfurt gewinnt der Pferde Rennclub 324000 Reichsmark und liegt damit hinter den Rennclubs Krefeld und Dortmund an dritter Stelle. Ihr Jockey Kurt Narr gewinnt in allen fünf Flachrennen. - Der in Frankfurt geborene Regisseur Walter Ruttmann (45) erstellt den ersten abendfüllenden deutschen Tonfilm Deutscher Rundfunk, der bei der 5. Deutschen Funkausstellung in Berlin uraufgeführt wird. - In Frankfurt wird der Tennislehrer Hans Nüsslein (18) Mitglied des TC Palmengarten. - In Frankfurt fallen bei einer NSDAP Kundgebung auf dem Römerberg Schüsse bei Störungen durch die KPD. - In Frankfurt kommt es mehrfach zu Schießéreien zwischen KPD und NSDAP in der Altstadt. - In Frankfurt beginnt bei Baron von Goldschmidt-Rothschild in dessen Schloss am Gründeburgweg die dritte Rheinische Dichtertagung. - In Frankfurt findet in der Radrennbahn am Stadion das Radrennen Großer Preis von Frankfurt statt. - In Frankfurt findet auf der Galopprennbahn das Pferderennen Großer Preis von Frankfurt statt. - In Frankfurt findet auf dem Flughafen Rebstock ein Großflugtag statt. - In Wiesbaden beginnt der Reit- und Fahrclub mit einer jährlichen Hubertus-Jagd, bei der Pferde mit einer Foxhound Meute durch das Adamstal reiten. - In Frankfurt fährt ein Blumenkorso der Firma Opel mit blumengeschmückten Opel Kraftfahrzeugen durch die Stadt. - In Frankfurt wird der Fernsprechverkehr nach Buenos Aires in Argentinien aufgenommen. - Fürst Alexander von Erbach Schönberg (St) (56) verzichtet auf die Führung des Fürstenhauses Erbach Schönberg zu Gunsten seines ältesten Sohnes Prinz Georg Ludwig von Erbach Schönberg (St) (25). - In Wiesbaden heiratet Prinz Wilhelm Richard Ludwig von Wittgenstein (St) (51) die in Prüm geborene bürgerliche Clara Maria Schäfer (34). - In Frankfurt beschwert sich der jüdische Centralverein über eine verstärkte Verdrängung von angestellten Juden.

1927 In Frankfurt kommt die Erstausgabe der NSDAP Wochen Hetzschrift Frankfurter Beobachter als Enthüllungsblatt und NSDAP Organ heraus. Deren Redaktion wird mit gesammelten 48 Mark gegründet. Die NSDAP Mitglieder Leopold Gutterer (25) und Theodor Habicht (29) betätigen sich in einem kleinen Raum von NSDAP Mitglied Moßbrugger in der Adalbertstraße als Redakteure. Da keine regionale Druckerei sie drucken will, kommt sie aus Lambrecht in der Pfalz. - In Frankfurt macht der NS Studentenbund Wahlpropaganda vor dem Eingang der Goethe Universität. - In Frankfurt wird Jakob Sprenger (33) NSDAP Gauleiter Hessen-Nassau. - In Mainz löst sich die mainzer NSDAP Ortsgruppe wegen Geldproblemen auf und ihr mainzer NSDAP Ortsgruppenleiter und Gerichtsassessor Dr Hugo Wolf tritt aus der Partei aus. Bei der Neugründung können sie kein Parteilokal finden. - In Mainz verbieten die linkrheinischen französischen Besatzungstruppen uniformiertes Auftreten in der Öffentlichkeit. - In Wiesbaden wird der in Wiesbaden geborene Schriftsetzersohn Theodor Habicht (29) NSDAP Ortsgruppenleiter und gründet die Wochenzeitung Nassauer Beobachter und den Pfälzer Beobachter, die zu offiziellen NSDAP Gauparteiorganen werden. - In Frankfurt tagt der Reichsverband der Deutschen Industrie im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16. - In Frankfurt wird Peter Gemeinder (36) frankfurter NSDAP Ortsgruppenleiter. Die NSDAP Ortsgruppe Frankfurt wird von ihrem Vermieter aus dem Parteibüro im 5. Stock in der Domstraße 12 geworfen und zieht deshalb in den 3. Stock in der Trierische Gasse 7, wo erstmals ein Parteischild angebracht wird. - In Frankfurt stören die NSDAP Mitglieder Sprenger, Gemeinder, Linder, Gutterer, Heyse, Gert Rühle, Neef uneingeladen bei Parteiveranstaltungen und werden von SA und SS geschützt. - In Frankfurt wirbt die NSDAP Ortsgruppe nicht nur Samstags sondern auch Sonntags. - In Frankfurt beschuldigt das NSDAP Mitglied Leopold Gutterer (25) in der NSDAP Hetzschrift Frankfurter Beobachter den jüdische Butterhersteller Wronker mit falschen Gewichtsangaben zu betrügen und wird zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. - In Wiesbaden eröffnet in der Bleichstraße 5 das Kino für Jedermann (später Olympia). - In Frankfurt eröffnet der DVP Reichsaußenminister Gustav Stresemann die internationale Veranstaltung Musik im Leben der Völker in der Festhalle an der Messe. - In Wiesbaden wird ein Reit- und Fahrclub gegründet, bei dem Reitstunden im Tattersall Weiß in der Saalgasse alias Lehrstraße 13 gegeben und große Ausritte veranstaltet werden. Die Frauen Gertrud Flemming, Fußbahn, Irene Pabst, Christa Rospatt, Vogel und die Männer Bechtold, Fliegeiskamp, Dr. Gäfgen, Wilhelm Müller und Karl Heinz Pabst sind einige der 151 Mitglieder. - In Mainz stellt der Lederhändler Karl Weis aus der Korbgasse den ersten Nachkriegsfastnachtszug auf. - In Frankfurt wird ein Telefongespräch auf Langwellenfunkbasis nach New York geführt. - In Bad Soden wird eine badsodener Ortsgruppe NSDAP gegründet, die sich zur Parteizentrale entwickelt. - In Frankfurt stirbt der in Argentinien geborene jüdische und bedeutendste Getreidegroßhändler der Welt Hermann Weil (59) in der Zeppelinallee. - In Wiesbaden erreicht die NSDAP 1,5 %. - In Preußen werden von allen Sinit und Roma Fingerabdrücke genommen. - In Frankfurt debutiert der Schauspieler Theo Lingen (24) am Theater Neues Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße. - Wiesbaden hat 133705 Einwohner und Mainz hat 110595 Einwohner. - In Königstein kauft der jüdische u.a. frankfurter Warenhausunternehmer, Ufa Kinokettengründer Hermann Wronker (60) die Villa Flinsch Rombergweg 4. - Im Deutschen Reich gibt es 64 Todesurteile. - In Mainz wird nach WW1 wieder ein Rosenmontagszug veranstaltet, an dem die Prinzgarde in neu entworfenen Uniformen und ihrem neuen Markenzeichen der Trommler in kurmainzischen Felduniformen mit preußischen Spitzhüten auftritt. - Die in Rüsselsheim geborene Automobilindustriellentochter und Springreiterin Irmgard von Opel (20) heiratet den in Mainz geborenen Filmregisseur und Drehbuchautor Karl Georg Külb (26) und lässt sich innerhalb eines Jahres wieder scheiden. Karl Georg Külb (26) wird Koautor eines Ufa Propagandafilms Mein Sohn, der Herr Minister. - In Frankfurt wird die Fischertochter und Offenbacher Tachometerwerke Gründertochter (2016 VDO) Liselott Linsenhoff geboren. - In Offenbach wird eine offenbacher SS Ortsgruppe mit 7 Mitgliedern, darunter der aus Bensheim stammende Schlosser Ludwig Seehaus (30), ein Dr Herbert, Max Hoffmann und Willi Frank gegründet. - In Offenbach wird unter offenbacher SA Ortsgruppenführer Geis eine 20 Mann starke offenbacher SA Ortsgrupe gegründet. - In Frankfurt treten Friedrich Weitzel (23) und Leopold Gutterer (25) der SS bei. Friedrich Weitzel (23) wird für 2 Jahre SS Führer Gau Hessen Nassau Süd. - In Mainz wird der ehemalige Justizpalast im Dalberger Hof Klarastraße 4 als Polizeipräsidium genutzt. - In Rüsselsheim leiden die Besucherzahlen der 1500 Meter langen und ovalen Opel Rennbahn durch die Neueröffnung des Nürburgringes. - In Offenbach wird der offenbacher Lehrer Friedrich Ringshausen (47) Friedrichsring 3 NSDAP Gauleiter des neuen Gaues Hessen, der aus Oberhessen, Rheinhessen und Starkenburg besteht. - In Frankfurt eröffnet der aus München stammende Gastwirt Gustav Maier in der Großen Sandgasse 5 die Almhütt´n (2016 Straßenfläche vor Berliner Straße 42). - In Frankfurt wird im Ehrenhof der Frankfurter Universität Ehrentafeln für Kriegsgefallene aufgestellt. - In Darmstadt wird am Natursee Großer Woog ein zusätzliches Frauenbad angebaut. - In Darmstadt bietet Merck Vigantol als erstes Vitamin D Präparat an. - In Darmstadt übernimmt der morganatisch bei Metz geborene, in Darmstadt aufgewachsene und erfolglose Automobilhersteller Graf Otto Heinrich von Hagenburg (26) die Daimler Benz Vertretrung in der Elisabethenstraße. - In Frankfurt veranstaltet die NSDAP eine öffentliche Veranstaltung, zu der über 1000 Menschen ins Volkbildungsheim zu Joseph Goebbels kommen, woraufhin es kurze Zeit später zu einer NS Demo kommt. - In Frankfurt prügeln sich SA und Reichsbanner in der Straßenbahnlinie 15. Beim Hippodrom Ecke Stresemannallee/Kennedyallee 19-23 (2016 Chinesisches Generalkonsulat) schreitet die Polizei ein und nimmt 30 SA fest. - In Frankfurt steigt nach der Taufe der Freiballon Drory als Geschenk der Frankfurter Gasgesellschaft an den Frankfurter Verein für Luftfahrt auf dem Festhallengelände auf. - In Frankfurt zieht mit einem lebenslangen Wohnrecht der kriegsverwundete preußische Generalssohn Pazifist und Dichter Fritz von Unruh (54) in den Rententurm. Er gilt als Nestbeschmutzer. - In Frankfurt gibt es 3652 Motorräder, 4271 PKW und 1383 LKW.

1926 In Frankfurt ist Jakob Sprenger (32) NSDAP Ortsgruppenleiter und Gaubezirksführer. Er verteilt handgeschriebene Rundschreiben, die Mit deutschem Gruß unterschrieben sind. - In Frankfurt verkauft die SA Kampfschatzmarken mit dem Bild Hitlers für Spenden. - In Frankfurt ist die Geschäftsstelle der NSDAP Ortsgruppe Groß- Frankfurt in der Domstraße 12. - In Frankfurt marschiert die SA in der Goetheruhe. - In Frankfurt tritt der Zirkusbetreiber Albert Schumann (68) mit einer Pferdedressur im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 letztmals auf. - In Frankfurt gründet das NSDAP Mitglied Josef Geiger eine SS Ortsgruppe Frankfurt, die zweite in Deutschland. - In Wiesbaden verhindert die SA mit ihren 12 Mitgliedern unter Ortsgruppenleiter W G Schmidt mit ihrem Anführer Weitzel durch ein Uniformverbot der englischen Besatzungstruppen in Zivilkleidung bei einer NSDAP Versammlung eine Störung durch 40 SPD Reichsbanner Aktivisten und republikfeindlichen KPD lern mit ihrem Anführer Wolf auf, auf die sie Aschenbecher und Gläser werfen und 2 Tage später verhindert die Polizei, dass frankfurter SA und SS, denen bereits in Frankfurt Rebstock ihre Waffen abgenommen wurden, bei der NSDAP Versammlung im vollbesetzten Paulinenschlößchen auftreten. Beim Rückmarsch werden sie von 500 mit Knüppeln und Totschlägern bewaffneten ebenfalls republikfeindlichen KPD lern attackiert und fliehen in ein nahes Nobelhotel, von wo aus sie von der Polizei in LKWs zur Stadtgrenze gefahren werden. - In Frankfurt ist Hirt SA Führer. Da die Stadt unbesetzt ist kann die SA in Uniform auftreten. - In Frankfurt Griesheim, französich besetzt, trifft sich die republikfeindliche KPD und die regierende SPD im Gasthaus Mainzer Rad am Mainufer und wird von der frankfurter SA angegriffen, darunter Franz Krug, Gutjahr, Fink und Hättasch, die verhaftet aber wieder freigelassen werden. Sie erhalten von den Französischen Besatzungsbehörden in Abwesenheit 3 Monate Haft und 250 Reichsmark Strafe. - Die in Rödelheim geborene SC 1880 Leichtathletin Milly Reuter (22) stellt einen Speerwurfweltrekord mit 38,36 Metern auf. - In Wiesbaden gibt es den UFA Palast in der Wilhelmstraße 36 als Stummfilmtheater im neugotischen Palast-Stil mit Projektoren Ernemann VIIB von Zeiss Ikon aus Dresden. - In Frankfurt findet die Deutsche Photographische Aussstellung in der Messehalle statt. - In Frankfurt gründet sich die pflichtschlagende Frankfurt-Leipziger Burschenschaft Arminia Paul-Ehrlich-Straße 1, in der die Landsmannschaft Chattia aufgeht. - In Frankfurt eröffnet der aus der jüdischen Gemeinde ausgetretene frankfurter Oberbürgermeister Ludwig Landmann (58) die Neue Alte Brücke. - In Frankfurt hat das NSDAP Parteibüro der NSDAP Ortsgruppe Groß-Frankfurt an der Zeil 38 (2016 Centrum Apotheke Zeil 96) ein Sprechstundenschild mit Thule Hakenkreuz. Sprechstunden sind von 4-7 nachmittags. - In Frankfurt wird Bertolt Brechts (21) Theaterstück Kleinbürgerhochzeit im Schauspielhaus unter dem Arbeitstitel Die Hochzeit uraufgeführt, dabei von einem Großteil des Publikums als Provokation aufgefasst und nach nur drei Aufführungen aus dem Spielplan genommen. - Die finanziell angeschlagene Stadt Bad Homburg bittet den abgesetzten deutschen Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (67) brieflich aus dem Exil nach Bad Homburg zurückzukommen, was dieser aber ablehnt. - In Wiesbaden erhält das Telegrafenbauamt einen Personenkraftwagen alias PKW. - In Wallau wird eine Wählvermittlungsstelle alias Selbstanschlussamt für Telefone eingerichtet und erst 10 Tage später in Wiesbaden, danach in Schlangenbad. - In Wiesbaden beherbert das katholische Kolpingshaus in der Dotzheimer Straße 24 40 Wandergesellen. - Wiesbaden hat 133610 Einwohner und Mainz hat 110274 Einwohner. - In Frankfurt Seckbach wird der Mittelwellensender auf einem 107 Meter hohen Holzturm am Heiligenstock von 250 Watt auf 1500 Watt Leistung erweitert. - In Frankfurt erweitert der jüdische frankfurter Textilwarenhausunternehmer Hermann Wronker (59) auf der Südseite der Zeil (2016 u..v.a. Zeil 105) sein 80 Meter langes Warenhaus Wronker, das größte der Stadt um ein weiteres Haus Zeil 99. - In Mainz werden rund hundert uralte jüdische Grabsteine, die bei der Rheinbegradigung und beim Abbau von Festungsanlagen wiedergefunden wurden durch die jüdische mainzer Gemeinde und Rabbiner Sali Levi (43) auf dem Judensand Mombacher Straße gegenüber Abbiegung Anni Eisler-Lehmann-Straße alias Alter Judenfriedhof wieder aufgestellt. - In Mainz findet der erste große Fastnachtssamstagsball der Prinzengarde nach dem WW1 in der Stadthalle in den neuen Uniformen der kurmainzer Füsiliere statt. - In Bad Homburg kauft der in Mülheim geborene, von seinem ungarischen Schwiegervater adoptierte Baron und Unternehmer Heinrich Thyssen (51) das Gestüt Erlenhof mit Deckhengst Laland und italienischer Mutterstuten, insgesamt 60 Pferden, vom in Konkurs gegangenen, in Butzbach geborenen jüdischen Papierindustriellen Moritz James Oppenheinmer (47). Seine im österreichischen Burgenland geborene Tochter Margareta von Thyssen (15) ist eine begeisterte Reiterin. Sein älterer Bruder Fritz Thyssen (53) unterstützt seit 1923 mit großen Teilen seines Vermögens Adolf Hitler (37) und die NSDAP. - Der in Frankfurt geborene Kaufmannsohn, SA Führer und Landesführer Stahlhelm Friedrich Wilhelm Heinz (27) wird Chefredakteur der Bundeszeitung des Stahlhelms. - In Frankfurt bedankt sich die NSDAP bei der frankfurter SA und SS dafür, dass sie mit Lastauto alias LKW und etwa 100 Mann bei Versammlungen auftauchen und Saalschutz leisten. - In Frankfurt verkauft die verarmte Familie Guaita den Bolongaropark und die Villa an die Stadt. - In Darmstadt tritt der Spenglermeister Otto Christian Wamboldt (42) in die NSDAP ein und wird Gaufunkwart Hessen Nassau Süd. - In Frankfurt bricht der in Frankfurt geborene Komiker Herman Bing (37) mit einem Produzenten nach Hollywood auf und wird erfolgreich. - In Darmstadt veranstaltet der Hessische Automobil Club mit Cabrios eine Vereinsfahrt nach Höchst in den Odenwald. - In Frankfurt bauen die Adler Werke Kleyerstraße 19 in ihr Kraftfahrzeug Adler Standard 6 die amerikanischen hydraulischen Bremsen ATE Lockheed ein. - In Ober Ramstadt gründet der Fahrzeugkonstrukteur Hans Gustav Röhr (31) mit Geldern des Montanindustriellen und wiesbaderner Luxushotel Nassauer Hof Besitzer Hugo Stinnes (56) und dem frankfurter Bankhaus Otto Hirsch & Co. die Automobilfabrik Röhr Auto AG in den ehemaligen Falcon Automobilwerksätten, wobei aber nur 100 obere Mittelklassefahrzeuge mit unzuverlässigen Motoren hergestellt werden. - In Frankfurt schließt das Garten Ausflugslokal Café Restaurant Scheffeleck Ecke Scheffelstraße/Eckenheimer Landstraße. Der Garten wird mit Wohnhäusern bebaut. - In Wiesbaden gründen hauptsächlich Buchdruckerkollegen, darunter Reinhold Jost und Georg Buch in der Gaststätte Anker in der Helenenstraße den Fastnachtsverein Buchdrucker Kommitee. Sie veranstalten am nächsten Tag im Gewerkschaftshaus in der Wellritzstraße 49 ihre erste Kappensitzung, bei der sie, da es keine Fastnachtskappen gibt, Strohhüte aufsetzen, die sie Kreissägen nennen. - In Mainz wird für 12 Jahre Heinrich Bender Präsident des Mainzer Carneval Vereins. - In Wiesbaden Kloppenheim wird ein Reit- und Fahrverein gegründet. - In Frankfurt gibt es 175000 Arbeitslose. - Prinz Ludewig von Erbach Schönberg (St) wird als Sohn von Fürst Georg Ludwig von Erbach Schönberg (St) (23) geboren. - Die in Frankfurt geborene Freiin Lucy von Kleydorff (28) heiratet Prinz Wolfgang Friedrich Max von Sayn Wittgenstein (St) (39). - Fürst Alexander von Sayn Wittgenstein (St) (50) heiratet Albertina Schmalix (32). - Die in Frankfurt geborene Freiin Lucy von Kleydorff (28) heiratet Prinz Wolfgang Friedrich Max von Sayn Wittgenstein (St) (39). - In Frankfurt werden 130 Fußgänger von PKWs, 49 von Motorrädern und 41 von der Straßenbahn getötet. - In Frankfurt kommen 4000 Schiffe an. - In Frankfurt gibt es 6500 Geburten, darunter 1034 uneheliche, 208 Totgeburten und 347 Säuglinge sterben noch im 1. Jahr. - In Frankfurt gibt es 146164 Arbeitslose.

1925 In Frankfurt ist die NSDAP Ortsgruppengeschäftsstelle Zeil 38. - In Frankfurt exerziert die SA vor der Festhalle. - In Frankfurt verkauft die Deutsche Buchhandlung Böhle NS Literatur. - In Mainz wird eine mainzer NSDAP Ortsgruppe mit Ortsgruppenführer und Gerichtsassessor Dr Hugo Wolf von Fritz Walper, Karl Kasper und Peter Schwenk gegründet, die nach 6 Monaten rund 50 Mitglieder hat. - Frankfurt hat 540115 Einwohner, Mainz hat 109965 Einwohner, Wiesbaden hat 102779 Einwohner,Darmstadt hat 89465 Einwohner und Offenbach hat 79362 Einwohner, davon 1682 Juden. - In Frankfurt übernimmt der Maler Max Beckmann (41) die Städel Kunstgewerbeschule am Schaumainkai 63. Er lässt sich von Minna Tube scheiden und heiratet Mathilde von Kaulbach. - In Frankfurt spielt der Fußballverein FSV Frankfurt um die Deutsche Meisterschaft im neuerbauten Waldstadion für 35000 Zuschauer und verliert das Eröffnungsspiel des Stadions, das zunächst Stadion im Stadtwald und Kampfspielplatz heißt und auf der Hundswiese erbaut ist. Die Südtribüne ist eigentlich der Kugelfang einer Schießanlage. Zwei Monate später wird das Schwimmbad eröffnet und erneut zwei Monate später wird die Radrennbahn eröffnet. Den Stadionseröffnungspreis gewinnt der aus Großauheim stammende Radrennfahrer Jean Weiss (35). - In Frankfurt werden die jüdischen Brüder Weinberg gezwungen die Chemiefabrik Cassella in die Fusion zur I.G. Farbenindustrie AG zu führen. Sie erhalten Aufsichtsratsposten. - In Wiesbaden werden die französischen Besatzungstruppen abgezogen und dafür mit mehr britischen belegt. - In Wiesbaden gründet der in Wiesbaden geborene Dr Franz Kaiser die Astronomische Gesellschaft Urania, die die Räumlichkeiten und Instrumente des reformierten Realgymnasiums Oranienstraße 5–7 (2016 Oranienschule) benutzt. - Der in Haiger geborene Jurist und Versicherungskaufmann Helmuth Schranz (28) wird Miglied der NSDAP. - Der mit Hermann Göring befreundete und in Offenbach Rumpenheim geborene Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (29) heiratet die italienische Königstochter Prinzessin Mafalda von Savoyen (St) (23) und lebt mit ihr in Italien. - Die von Franzosen besetzte Stadt Wiesbaden wird an die 6000 englische Besatzungssoldaten übergeben und Hauptquartier der britischen Rheinarmee und Sitz der Rheinlandkommission. - In Wiesbaden wird der Neue Kurverein Wiesbaden unter Fred Oberbeck gegründet. - In Mainz wird im Gasthof Frankfurter Hof wieder Nachkriegs Carneval gefeiert. - In Frankfurt wird aus der Stadtratsfraktion des Völkisch-Sozialen Blocks die frankfurter Fraktion der NSDAP, der der Finanzamtshilfsarbeiter Peter Gemeinder (34), Robert Weyel, August Bornath und Wilhelm Georg Schmitz angehören. Der bockenheimer Postinspektor Jakob Sprenger (41) löst Robert Weyel ab. - Eine neue Landeskirchenversammlung, die sich analog zum Freistaat und Volksstaat Hessen als Freikirche und Volkskirche versteht, tagt erstmals. - In Frankfurt Schwanheim wird in der Schwanheimer Volksschule Gerolsteiner Straße 2 (2016 August Gräser Schule) die Sütterlinschrift eingeführt. - In Kassel wird eine kasseler NSDAP Ortsgruppe gegründet. -  Der mit Margarethe von Zollern Preußen (St) (51) verheiratete Landgraf Friedrich Karl von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (57) wird Chef des Hauses Hessen-Kassel. - In Wiesbaden wird in der Post Rheinstraße 23-25 ein Selbstanschlussamt der Firma Siemens & Halske für 7200 Teilnehmer eingerichtet. - Graf Gerog Friedrich von Solms Laubach (St) (--) ist Mitbegründer einer Sammelorganisation rechter Verbände. - Der Grafensohn Markwart von Solms Rödelheim und Assenheim (St) wird geboren. - In Frankfurt Hausen hält die NSDAP eine Versammlung im Gasthaus Frankfurter Hof ab. - In Wiesbaden wird der in Köln geborene rüdesheimer Weinbrand-Pralinenerfinder Hugo Asbach (57) neuer IHK Direktor. - In Mainz gibt es einen Verein zur Pflege jüdischer Altertümer mit Vorstand, badener Kaufmannssohn und Rabbiner Sali Levi (42). - Offenbach hat 79362 Einwohner, davon 1682 Juden. Deren 200 Kinder erhalten durch die jüdische Gemeinde in den Schulen jüdischen Religionsunterricht. In den Volksschulen durch jüdische Lehrer. An den höheren Schulen lehrt Rabbiner Dienemann auch selbst. - Im Deutschen Reich gibt es 95 Todesurteile. - Der mit der in Mainz geborenen wiesbadener Sektfabrikantentochter Anna Elisabeth Henkell (29) verheiratete Militär Joachim Ribbentrop (32) lässt sich gegen eine 15 jährige Rentenzahlung von einem entfernten Verwandten adoptieren und nennt sich daraufhin Joachim von Ribbentrop. Er behauptet die Adelserhebung für Verdienste im WW1 erhalten zu haben. - in Mainz wird die Möbel- und Parkettbodenfabrik Bembé verkauft. - In Mainz bringt Karl Kneib die erste Nachkriegsausgabe der Carnevalszeitung Narrhalla heraus, die auch die Kriegsgewinnler kritisiert. - In Mainz wird anlässlich der Jahrtausendfeier der Rheinlande der 1 Hektar große Rosengarten mit 7500 Rosen angelegt. - In Hessen ist die Zahl der SS Männer pro Gemeinde auf maximal 10 % der SA beschränkt. - In Rüsselsheim wird auf der Opel Rennbahn die Laubfroschparade veranstaltet, wofür die Tagesproduktion des grünen Opel Laubfrosch von 25 auf 125 Autos gesteigert wird. - In Rüsselsheim wird auf der Opel Rennbahn das 4 PS Wagen Rennen durchgeführt. - In Offenbach tritt der offenbacher Lehrer und Deutsches Schutz- und Trutzbund Mitglied Friedrich Ringshausen (45) Friedrichsring 3 erneut in die NSDAP ein. - In Frankfurt werden im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 Stummfilme vorgeführt, wodurch es mit seinen 2500 Sitzplätzen zum größten Kino Deutschlands wird. - In Frankfurt sehen 450000 Zuschauer die Internationalen Arbeiter Olympiade. 3000 Sportler und 100000 Freizeitsportler nehmen aktiv teil. Auf Fahnen wird bewußt verzichtet. Frauen ziehen in kurzer Sportkleidung in die Stadt und in das Waldstadion ein. 2200 Radfahrer in weiß, bilden die Spitze der in die Stadt einziehenden Athleten. - In Darmstadt wird ein Kurz-Dokumentarfilm über die Brauerei Karl Fay Dieburger Straße gedreht. - In Darmstadt regt der hessische Automobil Club die Gründung der hessischen Verkehrswacht an. - Der jüdische offenbach Schachspieler Wilhelm Orbach wird Hessenmeister. - In Frankfurt spricht der NSDAP Parteiführer Gregor Strasser (33) bei einer NSDAP Veranstaltung im großen Börsensaal. Die Versammlung wird aufgelöst. Die Anhänger demonstrieren auf der Hauptwache und werden von der Polizei nach Tumulten vertrieben. - In Frankfurt starten und landen auf dem Flughafen Frankfurt Rebstock 2357 Flugzeuge mit 5500 Passagieren. - In Mainz wird der Mainzer Carneval Verein unter Heinrich Bender und Jakob Glotzbach wieder aktiv. - In Wiesbaden Bierstadt wird ein Pferde-Sport-Verein gegründet. - In Wiesbaden Erbenheim wird ein Reit- und Fahrverein gegründet. - Prinz Georg Ludwig von Erbach Schönberg (St) (22) heiratet die verarmte russische Gutsbesitzertochter Marie Margarete von Deringer (St) (--). - In Frankfurt gibt es 6079 jüdische Selbständige, davon 70 % in Handel und Verkehr und 20 % in Industrie und Handwerk. - In Frankfurt sind über 50 % aller Unternehmen in jüdischem Besitz. - In Frankfurt werden 104 Fußgänger von PKWs, 18 von Motorrädern und 29 von der Straßenbahn getötet. In Frankfurt leben 204994 Lutheraner, 10566 Reformierte, 119544 Katholiken und 28143 Juden. - In Frankfurt hat die Heilsarmee 101 Mitglieder. - In Frankfurt werden 9 Mörder verurteilt. - In Frankfurt gibt es 132564 Arbeitslose.

1924 Die Reichsmark wird eingeführt. - Der in Germersheim geborene Jurist Friedrich Krebs (30) wird frankfurter Ortsgruppenleiter der Nationalsozialistischen Freiheitspartei, einer NSDAP Ersatzorganisation. - Der aus der jüdischen Gemeinde ausgetretene Ludwig Landmann (56) wird zum frankfurter Oberbürgermeister gewählt. - In Mainz tritt die Nationalsozialistische Freiheitsbewegung zu Wahlen an. - Der in Darmstadt geborene antisemitische Hochschulaktivist Werner Best (21) kämpft gegen die französischen Besatzungsbehörden und wird zu 3 Jahren Haft verurteilt. Erst durch ein Gnadengesuch seiner Mutter, das er ablehnt kommt, er bereits danach 6 Monaten wieder frei. - In Frankfurt eröffnet die Südwestdeutsche Luftverkehrs AG am Frankfurter Flughafen am Rebstockgelände. Der ehemalige Rebstöcker Hof wird zum Empfangsgebäude umgebaut. - In Frankfurt verliert der Fußballverein FSV Frankfurt das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den 1.FC Nürnberg vor 40000 Zuschauern im Waldstadion. - In Rüsselsheim wird bei Opel das erste deutsche Fließband Auto Opel 4/12 PS alias Laubfrosch gebaut, der 4500 Rentenmark kostet, dem Gegenwert eines Hauses. - In Frankfurt wird der republikfeindliche 9. KPD Parteitag abgehalten. - In Frankfurt wird das akademisch marxistische Instituts für Sozialforschung in der Viktoria-Allee alias Senckenberganlage gegründet. - In Langen werden die Schulen an das elektrische Stromnetz angeschlossen. - In Frankfurt wird die Notbrücke zur Alten Brücke vom Treibeis weggerissen. - In Fulda wird eine NSDAP Ortsgruppe gegründet. - In Frankfurt wirbt die Deutsche Partei im Völkischen Block mit einem Keltenkreuz in ihrem 1. Jahrgang. - In Wiesbaden wird der Passzwang aufgehoben. - In Wiesbaden werden die Herbstwochen mit Wassersportfest, Tennisturnier, Modenschauen, Tanzturnier, Automobilturnier mit Schönheitskonkurrenz und Blumenkorso aber ohne den erwarteten Erfolg veranstaltet. - In Mainz übernehmen die Karmelitermönche wieder ihr Kloster in der Karmeliterstraße, weshalb die darin untergestellten Carnevalsdekorationsteile für das Podium in der Stadthalle, die Riwwelmattese, darunter sechzehn Riesenelefanten, Requisiten, Kostüme, Fahnen und Dickköpp nach Kastell in die Reduit umgeräumt werden müssen. - Das in Bad Homburg geborene Stahlhelm Mitglied, berliner Polizeipräsidentensohn, studierter Wirtschaftswissenschaftler, Hauptmann der Schutzpolizei und Geschäftsführer von mehreren Röchling Niederlassungen Freiherr Curt von Salmuth (29) heiratet die Schwer- und Rüstungsindustriellentochter Alwine Röchling (--). - In Frankfurt ist der revolutionär gesinnte in Frankfurt aufgewachsen Sohn des jüdischen und bedeutendsten Getreidegroßhändlers der Welt Felix Weil (26) Mitbegründer des Institut für Sozialforschung. - In Frankfurt Ginnheim stört der bockenheimer Postinspektor und NSDAP Mitglied Jakob Sprenger (40) mit den Parteimitgliedern Heinrich Müller (28) und Kuntsche (--) eine SPD Veranstaltung mit 500 Personen und ihren Redner und Groß-Frankfurt SPD Parteisekretär Conrad Broßwitz mit Man sollte euch alle umbringen! Rufen. - Der in Potsdam geborene Erbprinz Hermann Otto von Solms Hohensolms Lich (St) (57) symapathisiert mit dem Werningeroder Kreis, der das adelige Führertum kombiniert mit rechter Intelligenz wieder einführen will. - Wiesbaden hat 105067 Einwohner. - In Niddatal eröffnet Graf Max von Solms Rödelheim Assenheim (St) (31) das Forscherheim Assenheim eine Begegnungsstätte für Wissenschaftler der Sozialwissenschaften mit 8 Plätzen im Schloss Assenheim, die er selbst finanziert. - Mainz hat 104390 Einwohner. - In Rüdesheim erfindet der in Köln geborene rüdesheimer Cognac-Brenner Hugo Asbach (56) für die weibliche Kundschaft, die überhaupt keinen Weinbrand trinkt, die Weinbrandpraline. - In Wiesbaden wird der Kolonialwarenhändler Carl Mertz (--) neuer IHK Direktor. - In Frankfurt Seckbach wird am Heiligenstock ein Mittelwellensender mit 250 Watt Leistung auf einem 107 Meter hohen Holzturm eingerichet. - In Frankfurt gründen u.a. der in Rüsselsheim geborene Fritz von Opel (25) und der Chemie-Unternehmer Carl-Adolf Schleussner (24) in Frankfurt am Main den Südwestdeutschen Radio-Club als regionale Rundfunkgesellschaft gegen den Willen des in Kassel geborenen früheren Reichskanzlers Philipp Scheidemann (59) der die Sendeanstalt nach Kassel holen wollte. Im Postscheckamt in der Elbestraße beginnt die Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG mit der Übertragung von Sendungen mit Studio, Verwaltung und Sender. Der in Frankfurt geborene halbjüdische Rundfunkpionier, Arzt und Künstlerische Leiter Hans Flesch (28) schreibt das deutschsprachige Hörspiel Zauberei auf dem Sender, das sein Assistent Ernst Schoen (30) bei der Livesendung mit elektronischer Musik live vertont. - In Darmstadt wird auf der Lichtwiese der Darmstädter Flughafen eröffnet. - In Offenbach besteht die jüdische Beerdigungsbruderschaft Chewra Kadischa. - Im Deutschen Reich gibt es 112 Todesurteile. - In Frankfurt ist das Haus Fürsteneck am Garküchenplatz renoviert. Alle baulichen runden Formen sind verschwunden, nur die mittealterlichen Erker kennzeichnen es noch als sehr altes Haus. - Der in Frankfurt geborene Kaffeegroßhändlersohn mit jüdischer Mutter Theodor Haubach (28) ist Mitbegründer der gewaltbereiten hauptsächlich aus SPD, aber auch aus Zentrum und DDP Mitgliedern bestehenden Schlägertruppe Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, die gegen die Völkischen, den Stahlhelm, die Kommunisten und die SA kämpft. - Der in Frankfurt geborene Apothekersohn, Pfadfinder, Leutnant a.D. und oberster SA Führer Westdeutschlands Friedrich Wilhelm Heinz (25) wird Stahlhelm Landesführer. - In Rüsselsheim wird auf der Opel Rennbahn die Tagesproduktion von 26 Opel Laubfrosch Automobilen feierlich präsentiert. - In Frankfurt werden am Hauptbahnhof zwei flankierende Ankunftshallen angebaut. - In Darmstadt erreicht die NSDAP bei der Reichstagswahl für Hessen Darmstadt 2,9 %. Stärkste Partei ist die SPD mit 29,5 %. - In Frankfurt präsentiert sich das Stadion im Frankfurter Stadtwald (2016 Commerzbank Arena) als Kampfspielplatz mit grosser Sportwiese. Es gibt ein eigenes Stadion-Marschlied von Leopold Maass (--). Auf dem Notenblatt wird die Creme Mouson beworben. - Prinz Leopold von Hanau wird als Sohn des 5. Fürst Heinrich von Hanau (St) (24) und Gräfin Maria Theresia von Fugger Babenhausen (St) (25) geboren. - In Frankfurt gewinnt auf der Pferderennbahn der Jockey des Gestüts Blau-Weiß der konvertierten jüdischen frankfurter Industriellenbrüder Carl von Weinberg (63) und Arthur von Weinberg (64) Otto Schmidt in allen fünf Flachrennen. - Der in Frankfurt geborene Regisseur Walter Ruttmann (41) zeichnet für Fritz Lang (34) die Falkentraum-Sequenz für dessen Stummfilm Die Nibelungen. - In Darmstadt Arheilgen wird der Naturbadesee Mühlchen als öffentliches Schwimmbad genutzt. - In Darmstadt überfliegt der Zeppelin LZ 126 die Stadt vor seiner Amerikafahrt. - In Frankfurt startet vom Flughafen Frankfurt-Rebstock aus ein planmäßiger Luftverkehrsdienst. - In St Goar wird Graf Ulrich von Schack von einem französischen Militärfahrzeug überfahren. - Der Landwirtschaftshochschulstudent Prinz Georg Ludwig von Erbach Schönberg (St) (21) beginnt eine Banklehre. - Prinzessin Alexandra Bathildis von Waldeck Pyrmont (St) wird geboren. - In Frankfurt listet das jüdische Handelsadressbuch 2100 jüdische Einträge, was 27 % entspricht. Der jüdische Großhandel beherrscht rund 50 % des Textilgewerbes, Wein-, Lebensmittel-, Metall- und Getreidehandels. - Graf Georg Friedrich von Solms Laubach (St) (25) heiratet Johanna von Solms Hohensolms Lich (St) (19). - In Frankfurt bestehen Flugverbindungen nach Fürth und München. - In Frankfurt gibt es 1500 Motorräder, 1969 PKW und 955 LKW. - In Frankfurt gibt es 127587 Arbeitslose.

1923 Die Rentenmark wird eingeführt. - In Frankfurt tritt Friedrich Weitzel (19) in die NSDAP und die SA ein. - In Frankfurt tritt der 50% kriegsgeschädigte SA Mann Adalbert Gimbel (25) der NSDAP bei. - Der in Darmstadt geborene antisemitische Hochschulaktivist Werner Best (20) meldet sich zu einem Schnellkurs zur Wehrmacht um gegen Frankreich zu kämpfen. - In Darmstadt ist der Gewerkschafter Wilhelm Leuschner (33) Mitglied der Freimaurerloge Johannes der Evangelist zur Eintracht. - In Wiesbaden verkauft der Wiesbadener Männergesangsverein die Wartburg Schwalbacher Straße 51 an die Brauerei Henninger, wo dann der Wiesbadener Volks- und Bildungsverein und Arbeiterbewegungen tagen. - In Wiesbaden bricht nach einer Rienzi-Aufführung im Theater ein Brand aus und vernichtet die kostbaren Bühnenbilder. In Wiesbaden eröffnet das Theater wieder mit der romantischen Wagner-Oper Lohengrin. - In Wiesbaden wird das Palasthotel Kranzplatz 5 und der Nassauer Hof Kaiser-Friedrich-Platz 3-4 an ausländische Investoren verkauft. - In Frankfurt, im Volksstaat Hessen und in Preußen wird die frankfurter NSDAP Ortsgruppe verboten. Der frankfurter NSDAP Ortsgruppenleiter Helmuth Klotz (29) setzt sich nach seiner Verhaftung wie der frankfurter NSDAP Ortsgruppenleiter Adalbert Stier nach Bayern ab. Die frankfurter und darmstädter NSDAP Mitglieder und die Mitglieder der deutschnationalen Jugendgruppe in Wiesbaden lassen sich um nicht strafrechtlich verfolgt zu werden als münchner Mitglieder führen. - Der in Maintal Wachenbuchen geborene Landwirt Johannes Puth (23) tritt der NSDAP bei. - In Bad Homburg gründet der in Bad Homburg geborene Rex Konservenglasgesellschaftsbesitzersohn Fritz Kleemann (25) die Horex-Fahrzeugbau AG, baut die 248 cm³ Horex mit Leichtmetallzylinder mit eingeschrumpfter Laufbuchse und gewinnt mit ihr unter dem Motto Gebaut von Motorradfahrern für Motorradfahrer ein Rennen nach dem anderen. - Der in Frankfurt aufgewachsene Sohn des jüdischen und bedeutendsten Getreidegroßhändlers der Welt Felix Weil (25) organisiert in Thüringen die erste Marxistische Arbeitswoche. - Wiesbaden hat 103226 Einwohner und Mainz hat 101482 Einwohner. - Graf Franz von Solms Rödelheim Assenheim (St) (59) stirbt, wodurch sein Sohn der neue Graf Max von Solms Rödelheim Assenheim (St) (30) erbt. - Der in Köln geborene rüdesheimer Destillateur und Cognac Brenner Hugo Asbach (55) führt im Cognac Namensrechtsstreit und Herkunftsrechtstreit den Begriff Deutscher Weinbrand ein. - In Frankfurt schließt der Grand Bazar Bristol am Schillerplatz an der Hauptwache 7. - In Wiesbaden heiratet die in Wiesbaden geborene Gräfin Olga Katharina Adda von Merenberg (St) (25) den in Zarskoje Selo geborenen Graf Michael Loris-Melikow (St) (23). - In Wiesbaden wird der in Danzig geborene Komponist und Dirigent Carl Schuricht (43) Generalmusikdirektor. - In Offenbach wird eine offenbacher NSDAP Ortsgruppe gegründet. - In Offenbach zieht der Musikverlag André von der Herrnstraße 54 in die Frankfurter Straße 28 um. - In Frankfurt wird mit dem Bau des ersten frankfurter Hochhauses, des 33 Meter hohen Mousonturms der Seifen- und Parfümfabrik Mouson, begonnen. - In Mainz wird der Stadioner Hof Große Bleiche 15 als Bankgebäude genutzt. - In Mainz wird der NSDAP Unterstützer, Zechenbesitzer und Industrielle Fritz Thyssen (50) wegen seiner Weigerung Kohle zu liefern vor dem französischen Kriegsgericht zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. - In Darmstadt besetzen französische Truppen die Eisenbahnwerkstätten. - In Offenbach tritt der offenbacher Lehrer und Deutsches Schutz- und Trutzbund Mitglied Friedrich Ringshausen (43) Friedrichsring 3 in die NSDAP ein. - Die NSDAP, der Bund Oberland und der Bund Reichskriegsflagge werden verboten. Alle ihre Fahrzeuge, Fahrräder, Ausrüstungsgegenstände und Waffen werden konfisziert. - In Frankfurt tritt der evangelische frankfurter Beamte Karl Linder (23) Eisseneckstraße 18 in die NSDAP ein und übernimmt sofort eine höhere Stellung. - In Frankfurt übernimmt der VfB STuttgart Vorsitzende Graf Egon von Beroldingen (38) den Vorsitz des Frankfurter Flughafens und des Fußballvereins Eintracht Frankfurt. - In Frankfurt Sachsenhausen bezieht der in Hanau geborene Arbeitersohn und Komponist Paul Hindemith (28) den Kuhhirtenturm Große Rittergasse 118. - In Frankfurt versammelt sich die NSDAP zur Abfahrt nach München am Römerhof. - In Frankfurt veranstalten der frankfurter Reit- und Fahr-Club und das Sportkartell Frankfurt das Frankfurter Reit- und Springturnier im Hippodrom Ecke Kennedyallee/Stresemannallee 19-23 (2016 Chinesisches Generalkonsulat). - In Frankfurt Griesheim erheben die französischen Besatzungsbehörden Zoll auf Waren und Bargeld. - In Frankfurt Höchst wird für die französischen Besatzungstruppen in der Windhorststraße 75 eine eigene Kaserne erbaut. - In Frankfurt wird in der Stadthalle eine weitere Volksküche alias Eintopfküche durch die Gesellschaft für Wohlfahrtseinrichtungen. - In Frankfurt findet im Hippodrom Ecke Stresemannallee/Kennedyallee 19-23 (2016 Chinesisches Generalkonsulat) ein Boxkampfabend und ein Reitturnierim des Frankfurter Sportkartells statt. - Die Zeitung Frankfurter Nachrichten werden wegen eines republikfeindlichen Leitartikels für 2 Wochen zwangsgeschlossen. - Der Burg Eppstein Besitzer Fürst Christian Ernst von Stolberg Wernigerode (St) (59) ist Gönner und Förderer der NSDAP und stellt Geld zum Kauf eines Personenkraftwagen für die NSDAP zur Verfügung. - In Wiesbaden brennt das Königliche Hoftheater (2016 Staatstheater) aus. Beim Wiederausbau wird auf Schmuck verzichtet. - Fürst Alexander von Erbach Schönberg (St) (51) zieht im Schloss Schönberg ein. Sein Sohn Prinz Georg Ludwig von Erbach Schönberg (St) (21) tritt der Brigade Erhard bei. - Prinzessin Margarethe Sophie Charlotte von Waldeck Pyrmont (St) wird geboren (Sie heiratet 1952 Graf Franz von Erbach Erbach). - In Beerfelden gründen 7 NSDAP Mitglieder einen NSDAP Stützpunkt, wo es zu einer blutigen Schlägerei kommt. - Prinzessin Anne Agnes von Solms Hohensolm Lich (St) (24) heiratet Fürst Carl von Castell Castell (St) (26). - In Frankfurt gibt es 1177 Motorräder, 1744 PKW und 704 LKW. - In Frankfurt gibt es 124200 Arbeitslose.

1922 In Frankfurt ist die Liederhalle Lange Straße am Allereheiligentor ein NSDAP Parteilokal. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene 50% kriegsgeschädigte Adalbert Gimbel (24) Mitglied der SA Unterabteilung Treu Deutsch. - In Frankfurt Seckbach findet im Riederwaldstadion ein Länderspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft statt. - In Frankfurt tritt der aus Oberhausen stammende Postinspektor Jakob Sprenger (28) der NSDAP bei. Er arbeitet im Postamt Frankfurt am Main West 13 Bockenheim. - In Frankfurt ist das Gasthaus Zum Kompostellhof der Brauerei Henninger in der Dominikanergasse ein NSDAP Parteilokal. - In Frankfurt wird eine NSDAP Ortsgruppe mit Ortsgruppenleiter Kampke und Propagandaleiter Gustav Windmeier. gegründet. - In Frankfurt erhält die frankfurter NSDAP Ortsgruppe unmittelbar nach dem Mord an Reichsaußenminister Walther Rathenau ein Versammlungs- und Zeitungsverbot und wird danach in Preußen verboten. - In Bensheim wird eine NSDAP Ortsgruppe gegründet. - In Offenbach wird eine NSDAP Ortsgruppe gegründet. - In Friedberg wird eine NSDAP Ortsgruppe gegründet. - In Darmstadt wird eine NSDAP Ortsgruppe gegründet. - In Frankfurt hält der Chefredakteur der neuen NSDAP Parteizeitung Völkischer Beobachter Hermann Esser (22) seinen Vortrag Der nationale Sozialismus - Deutschlands Zukunft . im Gasthaus Zum Kompostellhof der Brauerei Henninger in der Dominikanergasse In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene Postoberamtmannssohn und frankfurter Universitäts Volkswirtschaftsstudent Adolf Beckerle (20) NSDAP Mitglied mit der Nummer 7197 und Mitglied im Bund Wiking. - Graf Maximilian Ludwig von Solms Rödelheim und Assenheim heiratet Prinzessin Viktoria von Leiningen (St) (27). - Mainz hat 107543 Einwohner und Wiesbaden hat 105962 Einwohner. - In Mainz wird Albert Noehl Branddirektor der Berufsfeuerwehr und bleibt es bis 1943. - Der in Darmstadt geborene Landgerichtsdirektorensohn und Lehrling im frankfurter Bankhaus Bethmann Karl Wolff (22) verlobt sich mit Frieda von Römheld und zieht mir ihr nach München, wo er bei der Deutschen Bank arbeitet. - Der in Frankfurt geborene Apothekersohn, Pfadfinder, Leutnant a.D. und Nachkomme Martin Luthers Friedrich Wilhelm Heinz (23) ist oberster SA Führer von Westdeutschland. - In Rüsselsheim wird das mit 100000 Reichsmark dotierte Autorennen Großer Opel Preis auf der 1500 Meter langen und ovalen Opel Rennbahn veranstaltet. - Die in Frankfurt geborene Drehbuchautorin und Schauspielerin Ida Wüst (38) spielt in ihrem ersten erfolgreichen Stummfilm Tragödie der Liebe. Sie wird viele ihrer jüdischen Schauspielkollegen denunzieren. - Die in Luxemburg geborene Prinzessin Elisabeth von Nassau Weilburg Luxemburg (St) (21) heiratet Prinz Ludwig Philipp von Thurn und Taxis (St) (21). - In Darmstadt wird die Fahrzeug Fabrik AG vom morganatisch bei Metz geborenen und in Darmstadt aufgewachsenen Graf Otto Heinrich von Hagenburg (21) gegründet. Es werden nur 120 FAFAG Kraftfahrzeuge gebaut. - In Wiesbaden gibt es 1000 Thermalbadezellen. Das Kaiser Friedrich Bad Langgasse 38-40 und das Hotel und Badehaus Schützenhof (2012 Parkhaus Schützenhof Coulinstraße 5) mit der ergiebigen Schützenhofquelle befinden sich im Besitz der Stadt. Im Schützenhof ist das städtische Altersheim für Bedürftige untergebracht. - In Frankfurt wird eine Sturmfahne der SA im NSDAP Parteilokal Bonnie in der Eschersheimer Landstraße 219 von H. Bonnie Sportpark Taunusblick geweiht. - In Frankfurt veranstaltet der frankfurter Reit- und Fahrklub das Frankfurter Reitturnier im Hippodrom Ecke Stresemannallee/Kennedyallee 19-23 (2016 Chinesisches Generalkonsulat). - In Frankfurt veranstaltet der frankfurter Orchester-Verein im Neuen Operetten-Theater in der Bleichstraße 57 am Eschenheimer Turm einen Gesellschaftsabend. - In Frankfurt hat das Freie Jüdische Lehrhaus 1100 Zuhörer. - In Bad Homburg übernimmt der in Butzbach geborene jüdische Papierindustrielle Moritz James Oppenheimer (43) das Gestüt Erlenhof. - In Höchst an der Nidder wird die Schlossbibliothek geräumt und 5ß0000 Bücher in die Hessische Landesbibliothek geschafft. - Der in Arolsen geborene älteste Prinz Josias von Waldeck und Pyrmont (St) (26) heiratet die Großherzogtochter Prinzessin Altburg Marie Mathilde von Oldenburg (St) (19). - In Frankfurt werden 10781 Pferde auf 13 Pferdemärkten verkauft. - In Hanau führt Dunlop das Cordgewebe bei Autoreifen ein, wodurch die Haltbarkeit verdreifacht wird.

1921 Wetter: Rhein hat extremes Niedrigwasser. - In Frankfurt trifft sich die NSDAP im Gasthaus Zum Storch Saalgasse 3-5. - In Frankfurt beginnt der Postinspektorensohn Werner Best (18) sein Jurastudium und wird Mitglied des antisemitischen Deutschen Hochschulrings. - In Wiesbaden eröffnet in der Bleichstrasse 30 das Kino Urania Lichtspiele, das vorwiegend wissenschaftliche Filme zeigt. - In Frankfurt absolviert der hochbegabte halbjüdische Musiker, Philosoph, rheingauer Weingutsbesitzersohn, Weingroßhändlersohn und Sohn einer Opernsängerin Theodor W. Adorno (17) alias Theodor Ludwig Wiesengrund, Oberrad, als Jahrgangsbester am Kaiser-Wilhelms-Gymnasium Schweizer Straße 87 (2016 Freiherr-vom-Stein-Schule) sein Abitur und lernt den in Frankfurt geborenen jüdischen Philosophen Siegfried Kracauer (40), der für die Frankfurter Zeitung als freier Mitarbeiter und Lokalreporter arbeitet. - In Offenbach wird das im Vorjahr gekaufte Büsing-Palais in der Herrnstraße als Rathaus genutzt. - Im französisch besetzten Wiesbaden machen tausende Franzosen Urlaub. - Die Binding AG funsioniert mit den beiden bereits fusionierten Brauereien mainzer Hofbierbrauerei Schöfferhof und der Frankfurter Bürgerbräu mit Sitz in Frankfurt zur Schöfferhof-Binding-Bürgerbräu AG. - In Frankfurt kauft die Frankfurter Bierbrauer-Gesellschaft mehrere Konkurrenten zur Brauerei Henninger-Kempff-Stern und Johann Gerhard Henrich AG. - In Frankfurt ersetzt in manchen Schulen die amerikanische Gesellschaft der Freunde mit der Quäkerspeisung die bisherige aber mittellose Suppenküche. - In Oberursel fusioniert die Motorenfabrik Oberursel AG Hohemarkstraße 73 mit der Deutz AG. - Der völkische, republikfeindliche ehemalige Soldatenverein Stahlhelm wird verboten. - In Darmstadt wird das Stadion am Böllenfalltor des Fußballvereins Darmstadt 98 eröffnet. - In Frankfurt wird das Neue Operetten-Theater mit 1500 Zuschauerplätzen in der Bleichstraße 57 am Eschenheimer Turm eröffnet. - In Wiesbaden wird Rudolf Ribbentrop geboren. Seine Eltern, der Oberstleutnantsohn Joachim Ribbentrop (28) und die in Mainz geborene wiesbadener Sektfabrikantentochter Anna Elisabeth Henkell (25) ziehen nach Berlin. - In Marburg stirbt Gräfin Marie Georgine Schimmelmann. - In Frankfurt heiratet der Hauptmann und Ritterkreuzträger Walter Model (30) die oberbreisiger Herta Huyssen (29). - Mainz hat 107475 Einwohner und Wiesbaden hat 104658 Einwohner. - In Wiesbaden wird der in Weilburg geborene republikfeindliche nassauische Offizierssohn und Generaldirektor der Farbwerke Hoechst AG Adolf Haeuser (64) neuer IHK Direktor. - In Bad Homburg übernimmt der Hotelbesitzersohn Carl Ritter (--) das väterliche Kurhotel Parkhotel Ritter (2016 Hotel Steigenberger) mit 220 Zimmern, 230 Herrschaftsbetten, 50 Dienerschaftsbetten, 67 Bäder und 12 Mineralbädern. - In Frankfurt malt der expressionistische Maler Max Beckmann (37) das Bild Das Nizza in Frankfurt am Main. - In Frankfurt Sachsenhausen gründet der elsässer Koch Eugen Lacroix ein Feinkostunternehmen mit getrüffelter Gänseleberpastete und Dosensuppen (1955 weltgrößter Schildkrötensuppenhersteller). - In Frankfurt wird in der Jungenschule Wöhlerschule Mierendorffstraße 6 ein geheimes Waffenlager entdeckt. Mit den Waffen wurden die Schüler von den Lehrern um den Jungdeutschen Orden Aktivisten Artur Mahraun (30) militärisch gedrillt. - Die mainzer Schinderhannes-Guillotine wird nach Butzbach transportiert. - In Frankfurt übernimmt Henninger die Brauerei Henrich (2016 Gelände des Henninger Turms Sachsenhausen). - In Offenbach eröffnet der offenbacher Sportverein Kickers Offenbach das Sportgelände auf dem Bieberer Berg ein. - In Offenbach berichtet die Tageszeitung Offenbacher Zeitung entsetzt Die Verelendung des Volkes ist furchtbar. - In Frankfurt gründet der in Frankfurt geborene Apothekersohn, Pfadfinder, Leutnant a D Kaufmannssohn Friedrich Wilhelm Heinz (22) als Brigade Erhard Mitglied den selbständigen Wehrverband Hessen-Nassau, der teils der Organisation Escherisch (Orgesch), teils dem Bund Wiking alias Brigade Ehrhardt angegliedert ist. - Der in Mainz geborene Hotelbesitzersohn Louis Adlon (47) nimmt nach dem Tod seines in Mainz geborenen Vaters Lorenz Adlon (72) die Leitung des Luxushotels Adlon in Berlin. - In Rüsselsheim findet das erste Automobilbahnrennen nach WWI auf der 1500 Meter langen, ovalen und mit Steilkurven ausgestatteten Opel Rennbahn statt. Monate später folgen Le Mans und AVUS. - In Wiesbaden, das von französischen Truppen besetzt ist, schließen der jüdischdeutsche Industriellensohn Wiederaufbauminister Walther Rathenau (54) und der französische Selfmade Bauunternehmer und Minister Louis Loucheur (49) im Nassauer Hof Kaiser Friedrich Platz 3-4 Nordseite das Wiesbadener Abkommen, das Reparationszahlungen in Sachlieferungen zulässt. - In Frankfurt erleidet an der Börse die deutsche Mark einen dramatischen Kursverfall, weil die Reichsbank über den Wert der Goldreserven hinaus Deviseneinkäufe getätigt hat. Ein Dollar kostet 88 Mark. - Der in Pasing geborene Eisenbahnverwaltersohn Heinrich Müller (25) wird Mitglied der NSDAP, für die er als Redner auftritt - In Babenhausen heiratet Fürst Heinrich von Hanau (St) (21) Gräfin Maria Theresia von Fugger (St) (22). - In Frankfurt gewinnen die konvertierten jüdischen frankfurter Industriellenbrüder Carl von Weinberg (60) und Arthur von Weinberg (61) mit den Rennpferden Ornen, Ossian, Perikles und Graf Ferry aus ihrem Gestüt Blau-Weiß (ab 1935 Gestüt Waldfried) die vier ersten Plätze. - In Bad Homburg stirbt die Grafentochter Irmgard von Isenburg Büdingen Philippseich (St) (27). - In Frankfurt findet das Reitturnier Inländer Jagdspringen Preis der Stadt Frankfurt am Main statt. - In Darmstadt Weiterstadt ist auf dem Luftschiffhafen Darmstadt die Zeppelinhalle fertig demontiert. - In Frankfurt, das zu Preußen gehört, wird die polizeiliche Sperrstunde wieder auf 01:00 Uhr verlängert. - In Frankfurt findet im Theater Neues Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße eine Ausstellung jüdischer Literatur statt. - In Niddatal verkauft Graf xxx von Leiningen Westerburg (St) (--) das Schloss Ilbenstadt an den Volksstaat Hessen. - In Frankfurt gibt es 104884 Arbeitslose. - In Frankfurt werben die Frankfurter Bibelforscher alias Zeugen Jehovas mit dem Motto Das Ende naht, was folgt? Millionen jetzt Lebender werden niemals sterben! für ihre Veranstaltung im Zoo Gesellschaftshaus, wohin mehr als 3000 Personen strömen.

1920 Wetter: Hochwasser in Frankfurt. - In Frankfurt Seckbach eröffnet der FFV Victoria das Riederwaldstadion für 30000 Zuschauer und mit 1600 überdachten Plätzen. - In Wiesbaden müssen wiesbadener Bürger vor französischen und britischen Besatzungssoldaten den Gehweg räumen. - In Mainz wird die Altmünster Brauerei hälftig von der Mainzer Actien Brauerei und von der Schöfferhof Brauerei übernommen. - In Wiesbaden wird das Kino Royal-Biograph-Theater Rheinstraße 47 zum Union Theater von Heinrich Voß umgebaut. - Frankfurt am Main, Homburg vor der Höhe, Hanau und Darmstadt werden besetzt. - In Frankfurt wird eine Ortsgruppe des Deutschen Kampfbundes zur Brechnung der Zinsknechtschaft gegründet. - In Darmstadt zieht die darmstädter Zeitung und Kampforgan Hessischer Volksfreund vom Gewerkschaftshaus Bismarckstraße 16 in die Räumlichkeiten der Gaststätte Zum Münchner Kindl Neckarstraße 4 um. - In Darmstadt ist der aus Bayreuth stammende Schneidermeister und ehemaliges USPD Mitglied Georg Fröba (24) Mitbegründer der darmstädter KPD Ortsgruppe. - In Frankfurt ist das Kino Luna-Lichtspiele Alemannia Schillerplatz 4, an der Hauptwache 11 (2016 Mc Donalds) mit 1100 Sitzplätzen und der Telefonnummer Hansa 5282 das größte und vornehmste Theater der Stadt. - In Frankfurt finden die republikfeindlichen jüdischen berliner KPD Mitbegründer Paul Levi (37) und August Thalheimer (36) vor der Konterrevolution Schutz. - In Wiesbaden heiratet der Oberstleutnantsohn Joachim von Ribbentrop (27) die in Mainz geborene wiesbadener Sektfabrikantentochter Anna Elisabeth Henkell (24). - Mainz hat 108390 Einwohner und Wiesbaden hat 103065 Einwohner. - Mit dem Tod des in Lich geborenen Fürst Karl von Solms Hohensolms Lich (St) (54) wird sein in Lich geborener jüngerer Bruder Prinz Reinhard Ludwig von Solms Hohensolms Lich (St) (53) neuer Fürst. - In Frankfurt gehört der Postoberamtmannssohn Adolf Heinz Beckerle (18) dem Jungdeutschen Orden um den in Kassel geborenen politischen Aktivisten Artur Mahraun (30) an, der auf dem Schulhof der Jungenschule Wöhlerschule Mierendorffstraße 6 militärischen Drill exerziert. - In Frankfurt marschieren französische Truppen ein und besetzen die Stadt. Am nächsten Tag schießen die aus Algerien stammenden französischen Soldaten im zur Wachstation umfunktionierten Kaffeehaus Hauptwache aus ungeklärter Ursache in die schaulustige Menge, wobei es neun Tote gibt. Nach 6 Wochen ziehen die Franzosen wieder ab und das Kaffeehaus Hauptwache eröffnet wieder. - In Wiesbaden wird in der Luisenstraße 10-12 das Telegrafenbauamt Wiesbaden eingerichtet und erhält einen Lastkraftwagen alias LKW. - In Mainz wird Hans Rosbaud (25) Direktor der Städtischen Mainzer Musikschule. - In Offenbach wird die jüdische Erholungsfürsorge für jüdische Kinder gegründet. - Der Fürstenschwiegersohn Graf Hans Georg von Oppersdorf Solms Braunfels (St) wird geboren. - In Mainz bewirbt die Altmünster Brauerei Mainz Walpodenstraße 23 -25 mit Fernsprecher 227 und 228, die nur noch 2224 Hektolikter Bier braut ihre Hauptausschankstellen, wo es Faßbier und Flaschenbier gibt, das Hotel und Bier-Restaurant Altmünsterhof Bahnhofstraße 12 gegenüber dem Hauptbahnhof mit Zentralheizung und elektrischem Licht, das vornehm-künstlerische Bürgerhaus mit feinbürgerlicher Küche Bürgerhof Ecke Emmeransstraße/Stadthausstraße, das größte und schönste Wirtschafts-Anwesen von Mainz und Treffpunkt der Bürgerkreiese mit täglichen Konzert hervorragender Kapellen und bester Küche im alten Patrizierbau Kötherhof Schillerplatz und das größte und beste bürgerliche Speisehaus am Platze Große Bleiche 4 mit allbekanter vorzüglicher Küche Stadt Mainz. Mit 50% Haupteigner Darmstädter Bank beschließt die ausserordentliche Generalversammlung der Altmünsterbrauerei die Schließung, wodurch die Schöfferhofbrauerei und Mainzer Aktien Bier die Bierproduktion übernehmen und die Gaststätten beliefern. - Die in Rüsselsheim geborene Automobilindustriellentochter und weltbeste Military-Springreiterin Irmgard von Opel (27) gewinnt auf dem Araberhengst Sherif Effendi, den ihr Vater aus Palästina von seinem Militärdienst mitgebracht hat, ihr erstes Jagdspringen. - In Büdingen heiratet Prinzessin Hertha von Isenburg und Büdingen (St) (--) den jüngsten Herzogssohn Prinz Albrecht von Schleswig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (57). - Der in Frankfurt geborene Tennisspieler Oscar Kreuzer (33) gewinnt die Internationalen Deutschen Tennismeisterschaften am hamburger Rothenbaum für den LTTC Rot-Weiß Berlin. Er ist auch Mitglied des frankfurter Tennisclub Palmengarten. - In Kronberg beginnt der evangelische amerikanische Prediger Frank Buchman (42), dem sexuelle Übergriffe auf seine männlichen Anhänger vorgeworfen werden, mit seinen ausgiebigen jährlichen Sommer Besuchen der Landgrafenfamilie nach einem Kennenlernen im schweizerischen Luzern. Landgrafensohn Prinz Richard von Hessen (St) (19) ist von dem charismatischen Sektenführer, der durch sein ansteckenden natürliches Lächeln auffällt, tief beeindruckt. Prinz Richard von Hessen (St) (19) wird nie heiraten. Seine Besuche werden zur Buchmann-Saison. - In Darmstadt wird das Darmstädter Hoftheater Karolinenplatz 3 in Landestheater umbenannt. - Der vom in Frankfurt geborenen Bierbrauerenkel Karl Binding (79) verfasste Artikel Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens kommt in seinem Todesjahr heraus. Er wird eine Grundlage der T4 Euthanasiemorde.Die Studentenverbindung Deutsche Burschenschaft will arisch sein, woraufhin das Kartell Jüdischer Verbindungen ihre eigenen Mitglieder mit nichtjüdischen Ehefrauen zum Austritt auffordert. - In Frankfurt veranstaltet die KPD im Variete Kristallpalast im Behagel Haus in der Großen Gallusstraße 12 (2016 Große Gallusstraße 19, rechts neben Brüsseler Hof Ecke Neue Mainzer Straße/Große Gallusstraße 19) eine Parteiversammlung, die polizeilich aufgelöst wird und wobei der in Würzburg geborene Schriftsteller Leonhard Frank (38) verhaftet wird. - In Frankfurt Bornheim veranstaltet der Gastwirt Peter Pflug alias Stutzer im Bürgersaal eine Karnevals Damensitzung und am Ende des Jahres im eigenen Garten die Karnevalseröffnung mit seiner Bornheimer Nationalhymne als Stutzerprinz und Präsident, der er bis 1939 bleibt. - In Dreieich eröffnet der sprendlinger Elektriker Philipp Ebert das Stummfilmkino Viktoria Theater an der Offenbacher Straße 9a. - In Darmstadt Jugenheim verkauft Prinz Ludwig Alexander von Battenberg (St) (66) alias Mountbatten das Schloss Heiligenberg, in dem er seine Jugend verbracht hat. - In Frankfurt wird der gesamt Metalhandel von Juden dominiert. - Frankfurt wird für einige Wochen militärisch besetzt. - In Frankfurt gibt es 109591 Arbeitslose.

1919 In Wiesbaden strömen die Kurgäste in Massen ins Kurbad. - In Hanau wird eine Parteischule der KPD mit 29 Teilnehmern gegründet. - In Frankfurt findet in der Messehalle die Internationale Einfuhrmesse statt, die förmlich in Besuchern ertrinkt. - In Frankfurt hält der in Wiesbaden geborene Schriftsteller Alfon Paquet (38) eine Rede über den Geist der russischen Revolution. - In Wiesbaden Biebrich kostet der Separatistenputsch 8 Biebrichern das Leben. - In Wiesbaden beschlagnahmt das französische Militär 16 Villen und Hotels für die Verwaltung und das Rheinhotel wird französisches Soldatenheim. - In Wiesbaden wird der Straßenbahnverkehr zeitweilig eingestellt. Verkehrssperre in Wiesbaden. - Wiesbaden hat unter 19000 Kurgäste. - Die reichen Wiesbadener, die wegen der Kohleknappheit keine Rationen bekommen, ziehen in die leerstehenden Hotels. - In Frankfurt übernimmt die sachsenhäuser Brauerei Conrad Binding die Actien-Brauerei Homburg. - In Bad Homburg bezieht der abgesetzte drittälteste Kaisersohn Adalbert von Zollern Preußen (St) (35) die Jugendstil Villa Adelheidswerd im Stadtpark, wo er sehr zurückgezogen lebt. - In Wiesbaden gibt es 5358 Telefonanschlüsse. - In Frankfurt kommt es bei der Reduzierung der Kartoffelrationen zu Protesten von mehreren Tausend Arbeitern. - In Hanau beenden Regierungstruppen die Spartakisten Herrschaft gewaltsam. - In Hanau erscheint die KPD Zeitung Die Freiheit. - In Frankfurt findet eine Reichskonferenz der KPD statt. - In Frankfurt wird im Rathaus der Reichskongress der Arbeitnehmer der deutschen Automobilindustrie abgehalten. - In Darmstadt wird die radikale Künstlergruppe Darmstädter Sezession gegründet, die das Kunstverständnis des hessendarmstädter Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (51) ablehnt. - In Frankfurt beginnt die Schauspielerin Helene Weigel (25) am Theater Neues Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße ihr Engagement. - Mainz hat 108721 Einwohner, Wiesbaden hat 98222 Einwohner und Darmstadt hat 82367 Einwohner. - In Frankfurt wird das Luxushotel Zum Schwan Steinweg 12 alias Goetheplatz zu einem Geschäftshaus umgebaut, in dem das Kino U.T Union Theater im Schwan neu eingerichtet wird. - In Frankfurt wird das Gebäude in der Escheinheimer Landstraße als Volksbildungsheim (2016 Metropolis Kino) neu eröffnet. - In Frankfurt wird der in Saarbrücken Illingen geborene Bahnhofsvorstehersohn Hans-Josef Altmeyer (20) Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Hasso-Nassovia Frankfurt am Main. - Die in Prag gegründete Studentenverbindung Corps Austria zieht mit ihren Studenten nach Frankfurt. - In Mainz braut die Altmünster Brauerei Mainz Walpodenstraße 23 -25 mit Fernsprecher 227 und 228 4826 Hektolikter Bier. - Der Landtag des Großherzogtum Hessen Darmstadt Rheinstraße 10-12 (2016 Sparkasse) geht in den Landtag des Volksstaates Hessen über. - In Rüsselsheim wird nach täglichen Opel Automobiltests auf den Straßen von Rüsselsheim und Klagen über Straßenschäden durch den massiven Einsatz des hessendarmstädter Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (51) die 1500 Meter lange, ovale und mit Steilkurven versehenen und bis 140 Kilometer/Stunde ausgelegten Opel Rennbahn auf der völlig unbewaldeten und agrarisch genutzten Fläche 5 Kilometer südlich der Stadt erbaut und eröffnet. - In Offenbach wird der in Nidda geborene Lehrer Friedrich Ringshausen (29) Deutschvölkisches Schutz- und Trutzbund Mitglied. - In Frankfurt geht der in Frankfurt geborene Volksschauspieler Carl Lulex (32) an die Städtischen Bühnen, wo er wegen seines frankfurter Dialekts hauptsächlich Mundartstücke spielt. - Die in Frankfurt geborene Stummfilmschauspielerin Gussy Holl (31) spielt in dem Sittenstummfilm Die Prostitution, der das Schicksal von gefallenen Mädchen behandelt. - In Darmstadt wird nach 5 jähriger japanischer Kriegsgefangenschaft Karl Merck (33) wissenschaftlicher Leiter von Merck. - In Frankfurt Bornheim wird aus dem Stammtisch Pflug im Gasthaus Pflug von Karl Pflug alias Stutzer die Bornheimer Karnevalsgesellschaft Stutzer. - Die Titel Fürst, Graf usw. dürfen nicht mehr vor den Namen gestellt werden. Vor dem Gesetz sind alle gleich. - In Frankfurt kommt es zu gewalttätigen antisemitischen Übergriffen und öffentlichen antisemitischen Versammlungen. Auch Flugblätter und Plakate werden verteilt. - In Frankfurt errichtet die Ortsgruppe der jüdischen Organistion Centralverein mit 1800 Mitglieder einen eigenen Nachrichtendienst. - In Frankfurt gibt es 154017 Arbeitslose. - In Frankfurt Oberrad veanstalten die 25 Frankfurter Bibelforscher alias Zeugen Jehovas im Gasthaus Zum Engel eine Werbeveranstaltung.

1918 Novemberrevolution - In Frankfurt besteht der Arbeiter- und Soldatenrat aus Keller, Koch, Schott, Lenhard, Grönke, Altmeier, Schindler, Löffler, Brunner und Malang. Der zufällige Revolutionsführer Vizewachtmeister der Reserve und Student Moser residiert im Luxushotel Frankfurter Hof. Polizeipräsident Rieß von Scheuernschloß widersetzt sich, wird entlassen und durch den SPD Stadtverordneten Dr Hugo Sinzheimer ersetzt. - In Wiesbaden wird das Königliche Gymnasium am Luisenplatz 10 in ein Staatliches Gymnasium umfunktioniert. - In Wiesbaden gibt es in der Mauritiusstraße 12 das Kino Kammerlichtspiele von der Thalia-Lichtspiele-Theater GmbH unter Emil Bommert. - In Offenbach versammeln sich 10000 Menschen auf dem Aliceplatz. - Der in Offenbach geborene Prinz Victor von Isenburg Büdingen (St) (46) ist Generaldirektor der Skoda-Werke in Wien, dem größten k.u.k Rüstungslieferanten und Ehrenmitglied der Akademie. - Wiesbaden erhält von der französischen Besatzungsmacht eine neue Polizeiverordnung, in der Legitimationskarten mitgeführt werden müssen, die Empörung verursachen.. - In Wiesbaden lässt der Regierungspräsident von Meister die Lebensmittelreserven schützen. - In Frankfurt verbietet das stellvertretende Generalkommando des XVIII. Armeekorps jegliche gewaltsame Konfrontation mit den Revolutionären. - In Wiesbaden kommen Marinesoldaten als Vertreter des Köner Soldatenrates an, die Soldatenräte im Ersatz-Bataillon des 80. Füsilierregimentes und des Landwehrregiments Nr 80 bilden. Acht wiesbadener MSPD, acht USPD und Gewerkschaftsmitglieder bilden einen Arbeiterrat um die politische Macht zu übernehmen. Die Tageszeitung Wiesbadener Zeitung meldet den Sieg der Revolution in Berlin. Einen gemeinsamen Aktionsausschuss von Arbeiterrat und Soldatenrat führt der Füsiliersregimentsleutnant Schlitt an, der mit Sergeant Lindig von der Landwehr, dem Matrosen Spies und den Vorsitzenden des Arbeiterrates Franz Göbner und Otto Haese für Ruhe sorgt. Die Tageszeitung Wiesbadener Tagblatt, hofft vergeblich, dass die Revolution nicht auf das Ausland überschappt drängt der wiesbadener Arbeiter- und Soldatenrat den wiesbadener Oberbürgermeister Glässing den Oberbefehlshaber der Ententetruppen zu bitten auf die Besetzung Wiesbadens zu verzichten. Die Bitte wird nicht erhört. - In Wiesbaden Georgenborn bildet sich zum Arbeiterrat auch ein Bürgerrat, der den Gemeinderat absetzen will. In Wiesbaden bildet sich ein Wiesbadener Volksausschuss mit 126 Vertretern von Verbänden und Vereinigungen hinter dem alle Wiesbadener stehen. - In Wiesbaden wird die Volkswehr auf 600 Mann aufgestockt. Die Männer erhalten 10 Mark/Tag. Der Magistrat bittet alle wiesbadener Arbeitgeber zurückkehrende Soldaten anzustellen. Nach 4 Wochen wird Wiesbaden, mit Militärkommando im Stadtschloss Schloßplatz 1-3 französisch besetzt und vom französischen Präfekten werden alle Räte verboten. Der französische General Leconte beklagt sich in seiner Antrittsrede über den von deutscher Seite aus barbarisch geführten Krieg und die Zwangsarbeit, die französische Kriegsgefangene verrichten mussten. - In Mainz sind zum Kriegsende von der Mainzer Actien Brauerei die Taunusbrauerei Wiesbaden in Wiesbaden Biebrich, die Brauerei Nachbauer in Mainz Kastel und die Brauerei Gebrüder Becker in Mainz Gonsenheim übernommen. - Das sich im Besitz der Brüningschen Familienstiftung befindliche neue Höchster Schloß wird Offizierskasino der französischen Besatzungsoldaten. - In Bad Homburg hält der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (58) vor seiner Sommerresidenz, dem Stadtschloss, seine letzte Rede an seine lieben Homburger. Die Tageszeitung Taunusbote zitiert Wir gingen oft falsche Wege. Er flieht per Güterzug mit allen Habseligkeiten ins holländische Doorn ins Exil. Die Stadt verarmt. - Erbprinz Emich Ernst von Leiningen (St) (--) wird im Einsatz getötet. - In Frankfurt hat das Kino Olympia-Lichtspiele in der Weissfrauenstraße 14-16 und die Telefonnummer Hansa 2971 und das Kino Lichtspiel-Theater in der Kaiserstraße 50 die Telefonnummer Hansa 3406. - In Frankfurt wird im Saal des Brauhauses Alemannia Hauptwache 11 alias Schillerplatz 4 das Kino Luna-Lichtspiele Alemannia mit 1100 Sitzplätzen und der Telefonnummer Hansa 5282 eröffnet. - In Frankfurt beginnt der Schauspieler Heinrich George (25) am Theater Neues Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße ein dreijähriges Engagement. - In Frankfurt explodiert am Schillerplatz alias Hauptwache die unterirdische Transformatorenstation nach einem Brand von gelagerten Chemikalien. Die Tageszeitung Frankfurter Nachrichten berichtet von dumpfem Dröhnen der Maschinenkolosse, einem zusammengebrochenen Gewölbe unter dem Schillerplatz, von einer Denotation, die sogar in den Vororten der Stadt zu hören ist und von Elektromonteuren, die extra aus dem Krieg zurückgeholt werden. Die Straßenbeleuchtung der ganzen Stadt fällt aus. - In Frankfurt muss die frankfurter Studentenverbindung KDStV Hasso-Nassovia ihr Kneiplokal Alemannia An der Hauptwache 11 (2016 Mc Donalds) wegen Kohlenmangels verlassen und ins Restaurant Steinernes Haus Braubachstraße 35 umziehen. - In Mainz kommt es bei einem englischen Luftangriff der Royal Air Force zu 11 Toten in der Adam-Karillon-Straße. - In Darmstadt wird der Opelgründersohn Carl Opel (49) in den erblichen großherzoglich hessischen Adelsstand erhoben. Die beiden Brüder Fritz Opel (43) und Ludwig Opel (38) bleiben bürgerlich. - In Darmstadt revoltieren stationierte Truppen gegen ihren Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (50), der daraufhin einen Staatsrat benennt, in dem jeweils zwei Vertreter der im Landtag Rheinstraße 10-12 (2016 Sparkasse) vertretenen Parteien und der Großherzog mit seinen Ministern vertreten sind. In diesem Gremium treten die Linksparteien für eine Abdankung des Großherzogs ein. Der Großherzog lehnt seine Abdankung ab und wird durch die nationalliberalen Staatsratsvertreter Arthur Osann und Heinrich Köhler unterstützt. Der darmstädter Arbeiter- und Soldatenrat erklärt am darauffolgenden Tag Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (50) für abgesetzt. Der SPD Fraktionsvorsitzende Carl Ulrich (65) erkennt die Absetzung an, wordurch Hessen zur Republik wird. - In Wiesbaden ist das Hotel Nassauer Hof am Kaiser Friedrich Platz 3-4 nordwestliche Ecke vom Montanindustriellen Hugo Stinnes (48) aufgekauft. - In Frankfurt findetein Ausstellung von Hunden aller Rassen auf der Radrennbahn am Riederwald Arena statt. - In Frankfurt tritt erstmals der in Frankfurt geborene Berliner Opernhaus Bariton Heinrich Schlusnus (30) im Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) auf. - In Wiesbaden wird das Königliche Hoftheater (2016 Staatstheater) in Preußisches Staatstheater umbenannt. - In Frankfurt feiert die SP'D in der Stadthalle, Dominikanergasse, den 100. Geburtstag von Karl Marx. - Fürst Friedrich Adolf Hermann von Waldeck Pyrmont (St) (53) ist der einzige deutsche Fürst, der keine Verzichtserklärung unterschreibt. - In Frankfurt gibt es 73935 Arbeitslose.

1917 Wetter: In Frankfurt beginnt das Jahr mit besonders strenger Kälte. Der Winter wird zum Kohlrübenwinter. - In Offenbach werden vor der Kaserne Bieberer Straße 59 17 Menschen erschossen. - In Wiesbaden wird das kleine edle Variete Theater Capitol am Kureck für Kurgäste zum Kinephon Theater mit 220 Plätzen Ecke Taunusstraße 1/Wilhelmstraße umgebaut. - In Wiesbaden eröffnen die Kinos Odeon-Theater Kirchgasse 18, Leuschs Projektions-Theater Moritzstrasse 37, American-Biograph-Theater in der Schwalbacher Straße 57. - In Wiesbaden wird das 200 Sitze Royal-Biograph Theater Rheinstraße 47 von dem Wiesbadener Ernst Müller eingerichtet. - In Wiesbaden baut die Stadtgärtnerei auf Grünflächen im Südfriedhof Gemüse an um die Hungersnot zu bekämpfen. - In Bad Homburg isst der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (58) in seiner Sommerresidenz im Stadtschloss laut vergoldeter Speisekarte geröstete Kalbsschnitte und Steinlachs mit Stangenspargel und trinkt französischen Veuve Cliquot-Champagner. Das Volk hungert. - Die Sommerzeit wird eingeführt. - Der in Bad Homburg geborene uradelige Jagdflieger alias Adler der Ägäis mit 20 Luftsiegen Rudolf von Eschwege (St) (23) wird bei der Attacke auf einen britischen Fesselballon von einer darin versteckten Bombe getötet. - In Darmstadt ist die Fliegerstation 9 für Militärflugzeuge ansässig. - In Frankfurt fallen bei 11 Fliegerangriffen 109 Bomben, wobei es 21 Tote und 49 Verletzte gibt. - In Frankfurt ist das Kino Olympia-Lichtspiele in der Weissfrauenstraße 16. - Mainz hat 122876 Einwohner und Wiesbaden hat 93609 Einwohner. - In Rüsselsheim wird der in Rüsselsheim geborene Automobilbauer und Industrielle Heinrich Opel (44) zu Heinrich von Opel in den großherzoglich hessischen Adelsstand erhoben. - Der morganatisch geborene hessendarmstädter Prinzensohn Prinz Ludwig Alexander von Battenberg (St) (63) wird zu Louis Mountbatten, 1. Marquess of Milford Haven angliziert. - Der in Darmstadt geborene Graf Georg Friedrich Karl von Hertling (74) wird Reichskanzler. - In Langen stirbt die in Meerholz geborene Grafentochter Elisabeth von Isenburg Büdingen Philippseich (St) (20). - In Darmstadt Weiterstadt wird auf dem Luftschiffhafen Darmstadt der Zeppelin LZ 77 demontiert. - In Darmstadt werden die Auslandsfilialen von Merck enteignet. - In Offenbach wird das Ledermuseum eröffnet. - In Frankfurt werden die Kriegsgefangenen zur Zwangsarbeit im städtischen Lager in der Mainzer Straße untergebracht, wo ein strenges Regiment geführt wird und 5 m³ Luft pro Gefangenen vorgeschrieben sind. - In Frankfurt wird in der Bleichstraße 57 neben dem Eschenheimer Turm das Operetten-Theater Vergnügungsetablissement Groß Frankfurt mit einem neoklassizistischen Portikus eröffnet. - In Frankfurt erlässt das Elektrizitäts- und Bahnamt ein Rauchverbot in der Straßenbahn. Auch vorne und hinten auf den Plattformen ist Rauchen verboten. - In Frankfurt warnt die Frankfurter Zeitung vor Luftangriffen und erklärt, dass ein halbminütiger Dauerton diese ankündigt. - In Frankfurt ist die Kriegsküche in der Großen Friedberger Straße 32. - In Frankfurt wird Prinz Casimir Johannes Ludwig Otto von Sayn Wittgenstein (St) als Sohn von Prinz Otto Konstantin von Sayn Wittgenstein Berleburg (St) (39) und Elisabeth von Löwenstein Wertheim Freudenburg (St) (27) geboren. - In Frankfurt gibt es 61013 Arbeitslose.

1916 Wetter: Katastrophale Kartoffelernte. - In Frankfurt tritt der jüdische frankfurter Wirtschaftsdezernent Ludwig Landmann (48) aus der jüdischen Gemeinde aus und wird konfessionslos. - In Königstein im Taunus stirbt die nassauische Herzogin und Großherzogin von Luxemburg Adelheid Marie von Anhalt-Dessau (St) (83). Ihr einzig lebendes Kind ist die badische Großherzoginwitwe Hilda von Nassau (St) (52). Die luxemburger Großherzogin Maria Adelheid von Nassau Weilburg (St) (22) besucht sie. - In Offenbach berichtet die Tageszeitung Offenbacher Abendblatt von der Eröffnung der Neuen Synagoge mit einem 30 Meter hohen Kuppelbau in der Goethestraße. - Das Handels-U-Boot Deutschland steht im Dienst der Hoechst AG. - In Frankfurt Schwanheim wird in der schwanheimer Volksschule Gerolsteiner Straße 2 (2016 August Gräser Schule). der Schlagstock aus dem Klassenraum und vom Lehrerpult verbannt. - Prinz Friedrich Wilhelm Sigismund von Hessen Kassel (St) (23) fällt in Rumänien. - Mainz hat 126184 Einwohner, Wiesbaden hat 101506 Einwohner und Darmstadt hat 71410 Einwohner. - In Frankfurt trägt die Studentenverbindung KDStV Hasso Nassovia Bandcouleur und veranstaltet ihre wöchentlichen Kneipabende im Gasthaus Alemannia.Hauptwache 11 alias Schillerplatz 4. - In Mainz stellt die Brauerei Zum Birnbaum in der Birnbaumgasse 5 den Braubetrieb wegen Braugerstemangel ein. - In Frankfurt beherbergt das Hotel Hohenzollern (2016 Westseite EZB Hochhaus) auch eine Bar und ein Kaffeehaus. - In Frankfurt wird Schankbier in Gaststätten für eine große Flasche um 4 Pfennig auf 28 Pfennig und für eine kleine Flasche um 2 Pfennig auf 15 Pfennig teurer. - In Frankfurt wird die Frankfurter Modewoche vom Modebund mit einer Modenschau im Theater Neues Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße und einer Festvorstellung in der Alten Oper eingeführt. - In Frankfut hält die im Haus zum Rost 118 in der Judengasse geborene jüdische frankfurter hessische Dialekt Dichterin Helene Adler (67) in der Loge Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main eine Lesung. - Bauboom endet für 10 Jahre. - In Frankfurt gibt es 59455 Arbeitslose.

1915 In Frankfurt Sachsenhausen lässt sich der mythisch und figürlich malende Maler Max Beckmann (31) nieder. - In Rüdesheim wird die Eisenbahnbrücke Hindenburg über den Rhein eröffnet. - In Frankfurt verliert der Hauptbahnhof seinen Status als größter Kopfbahnhof Europas an Leipzig. - Der in Birstein geborene Fürst Franz-Joseph zu Isenburg Birstein (St) (46). wird Chef der deutschen Militärverwaltung von Litauen, wo er sehr streng regiert. - In Frankfurt gründen der Teehändler Otto Meßmer, Goethestraße 3 und Bernhard Wiesengrund und sein Sohn Theodor W Adorno (12) die Getränke GmbH, die den koffeinhaltigen Teerersatz Stimula vermarkten. - In Mainz ist der Gasthof Zu den drei Königen von Franz Hirth in der Löhrstraße 31. - In Darmstadt Weiterstadt wird auf dem Luftschiffhafen Darmstadt die Zeppelinhalle fertiggestellt, der Zeppelin SL 5 gebaut und der Luftschifftrupp 20 für Hafenbauprojekte aufgestellt. - In Frankfurt bringt die zweifache Mutter, Schauspielerin und Balletttänzerin Prinzessin Amalie von Fürstenberg (St) (31) alias Amalie von Kosczian während ihrer Scheidung ihre homosexuelle Tochter Signe von Scanzoni (St) von dem in Krefeld geborenen langjährigen frankfurter Schauspieler Walter Janssen (28) zur Welt. Nach der Geburt verlässt Walter Janssen (28) Frankfurt ohne die Vaterschaft anzuerkennen. - In Frankfurt werden Verwundete im Hippodrom Ecke Stresemannallee/Kennedyallee 19-23 (2016 Chinesisches Generalkonsulat) gepflegt. - In Geisenheim wird der Grafensohn Philipp Alexander Rudolf Viktor Anselm Franz von Ingelheim Mespelbrunn (St) geboren. - In Frankfurt wird ein Modebund gegründet. - In Frankfurt gibt es 65884 Arbeitslose.. - In Mainz ist das Kaffehaus Café Neuf Insel 6 (2016 Mitte des Straßenzugs Großen Langgasse) vom rechts benachbarten Wormser Apostelhof Brauereinausschank übernommen.

1914 In Frankfurt tritt der Sänger und Komiker Otto Reutter (44) im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 auf. - In Frankfurt wird die Universität Frankfurt als erste Stiftungsuniversität mit 600 Studenten gegründet. - Der frankfurter Fußballverein FFV Kickers Victoria wird süddeutscher Vizemeister. - In Wiesbaden berichtet die Tageszeitung Wiesbadener Volksblatt von der Eröffnung des pompös neuerbauten Kino Lichtspielhaus Thalia-Theater des Zeitungsverlegers Emil Bommert mit 500 Plätzen mit Eingang in der Kirchgasse mit dem Stummfilmdrama Atlantis, in dem ein Lusxusdampfer untergeht. Vor dem Film, der von einem Orchester begleitet wird, gibt es Variete. Das billigste Billet für einen Holzstuhl ganz vorne kostet 10 Pfennig, ganz hinten das Sofa 50 Pfennig. - In Frankfurt hat der Adler Fahrradhersteller, Schreibmaschinenhersteller und Automobilhersteller Heinrich Kleyer (61) Höchster Straße alias Kleyerstraße rund 7000 Beschäftigte und mehr als 100000 Adler Schreibmaschinen und rund 11000 Adler Automobile verkauft. - In Frankfiurt wird die Festhalle von der Militärverwaltung beschlagnahmt und als Kleiderkammer und Soldatenquartier benutzt. - In Frankfurt überqueren ein Herr Heymann aus der Heidestraße und der Gastwirt Effelsberger vom Alten Markt als letzte die steinerne Alte Brücke, danach wird sie abgerissen und durch eine Notbrücke ersetzt. - Der in Darmstadt unehelich geborenen hessendarmstädter Prinzensohn Gottfried von Lichtenberg (St) (37) stirbt bei Kampfhandlungen bei Esternay. - In Wiesbaden erreicht Oberbürgermeister Karl Glässing (48), dass unverdächtige Ausländer aus neutralen Ländern trotz des Krieges zur Kur kommen dürfen. - Kurz vor Kriegsbeginn rufen USPD und SPD zu Demonstrationen gegen den Krieg auf. Es kommt zu Gegendemonstrationen, bei denen tausende von Teilnehmer patriotische Lieder singen und die beiden Kaiser, den deutschen und den österreichischen hoch leben lassen. - In Bad Homburg werden 400 russische, 200 englische, 200 amerikanische und 100 französische Kurgäste unter militärische Aufsicht gestellt und erst nach 7 Wochen dürfen sie Deutschland verlassen. - In Bad Homburg berichtet die Tageszeitung Taunusbote von einer Kundgebung im Kurhausgarten von Einheimischen, die Die Wacht am Rhein und Ich bin ein Preuße, gespielt von Kurkapelle und Bataillonskapelle, begeistert mitsingen. Frau Landrat Ritter von Marx kümmert sich mit dem Vaterländischen Frauenverein um eine Verpflegungsstation im bad homburger Bahnhof. - In Bad Homburg werden die Kurkliniken in Reservelazarette umgewandelt. - Prinz Maximilian Friedrich Wilhelm Georg von Hessen Kassel (St) (23) fällt in Flandern. - In Wiesbaden gibt es 4682 Telefonanschlüsse. - In Frankfurt zieht das frankfurter Teehandelshaus Teehaus Ronnefeldt vom Haus Zum goldenen Brunnen Roßmarkt 8 in die Goethestraße 3. - In Frankfurt wird das Hotel Englischer Hof in Hessischer Hof umbenannt. In Frankfurt wirbt das Hotel Frankfurter Hof Kaiserplatz, dass der Hotelbetrieb durch den Betrieb eines Lazaretts durch dieses nicht beeinträchtigt ist. - In Frankfurt Bockenheim Nord ensteht ein Villenviertel in der Sophienstraße, Georg-Speyer-Straße, Franz-Rükker-Allee und Zeppelinallee. - Der in Darmstadt geborene Freiherrnsohn und hessische Hofgerichtsratssohn Freiherr Georg Friedrich Karl von Hertling (71) wird in den Grafenstand erhoben. - In Frankfurt ist das Restaurant Kristallpalast im Behagel Haus von Direktor Oskar Stritzl in der Großen Gallusstraße 12 (2016 Große Gallusstraße 19, rechts neben Brüsseler Hof Ecke Neue Mainzer Straße/Große Gallusstraße 19). Im Saal Alt-Frankfurt sitzt der Besucher in einer vollständigen romantischen frankfurter Deko-Häuserzeile. Unter der mit Wolkenhimmel bemalten Tageslichtdecke hängt ein Heißluftballonkorb. - Der in Frankfurt geborene Tennisspieler Oscar Kreuzer (27) spielt Davis Cup. - In Darmstadt Weiterstadt ist der Luftschiffhafen Darmstadt, der Kriegseinsätze mit Bombenflügen nach England durchführt. - In Frankfurt zählt die jüdische TC Palmengarten Spielerin Ilse Weihermann alias Ilse Friedleben (21) zu den besten deutschen Tennisspielerinnen. - In Frankfurt werden die Adlerwerke mit der Produktion u.a. des Getriebes für den ersten deutschen Kampfpanzer A7V zum größten Rüstungsbetrieb der Stadt. - In Frankfurt finden Akademische Fechtmeisterschaften beim Hermannia Fechtclubs Frankfurt im Fechtsaal in der Bibergasse statt. - In Frankfurt gibt es 3725 Hydranten. - In Frankfurt versammeln sich mehr als 100000 kriegsbegeisterte Frankfurter vor dem Hauptbahnhof. - In Frankfurt kommen 5000 Schiffe an. - In Frankfurt gibt es 97282 Arbeitslose. - In Frankfurt führen im Volksbildungheim Eschenheimer Landstraße 4 (2016 Metropolis Kino) die Frankfurter Bibelforscher alias Zeugen Johovas bei einer Wachtturm Veranstaltung mit 1000 Besuchern einen vertonten Bildervortrag Die Bibel in Bild und Ton auf.

1913 Der in Darmstadt geborene Jurist und ehemalige Geheime Oberfinanzrat Karl Glässing (47) wird wiesbadener Oberbürgermeister. - In Frankfurt hält Rosa Luxemburg (42) im Gasthaus Liederhalle in der Basaltstraße eine Kriegsdienstverweigerungsrede, eine weitere in Fechenheim, weshalb sie vom Landgericht Frankfurt zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wird. - In Frankfurt wird die Deutschherrn-Eisenbahnbrücke eröffnet. - In Frankfurt eröffnet am Danziger Platz ein neuer Ostbahnhof. - Der frankfurter Fußballverein FFV Kickers Victoria wird süddeutscher Vizemeister. - In Mainz Weisenau betreibt die Unionsbrauerei Groß Gerau das Gasthaus Zum weißen Ross. Die Unionsbrauerei bringt das Bier mit Kraftfahrzeugen. - Wiesbaden hat 56000 Kurgäste. - In Wiesbaden wird das Erdgeschoss der Prunk Villa Clementine Frankfurter Straße 1 in eine Garage umgewandelt. - In Mainz wird der unsinnige Brauch beim Fastnachtsumzug die Laternen tagsüber anzuzünden und zur Dämmerung zu löschen letztmalig gepflegt. - Mainz hat 122060 Einwohner. - In Frankfurt Goldstein produziert der Flugzeugpionier August Euler (45) auf dem Hofgut Goldstein Gelände den Euler Miitär Doppeldecker II. - In Frankfurt wird der frankfurter Bankier Maximilian von Goldschmidt Rothschild (--) in den Freiherrnstand erhoben. Er wird Freiherr von Wroniawy in Posen. - In Darmstadt eröffnet die nichtschlagende katholische Studentenverbindung KDStV Nassovia Darmstadt ein Verbindungshaus  Ballonplatz 5 alias Alexanderstraße 29 gegenüber der Hochschule. - In Frankfurt hält der Senior Leo Stahl im Gasthaus Faust Am Schauspielhaus die Gründungskneipe der KDStV Hasso Nassovia Frankfurt. - In Wiesbaden wird der ehemalige badkreuznacher Kurorchesterdirigent und wiesbadener Kurhaus Musikdirektor Carl Schuricht (33) mit seiner Erstaufführung von Gustav Mahlers (++) 8. Sinfonie deutschlandweit bekannt. - Der in Frankfurt geborene Großindustrielle Gustav Hermann von Passavant (St) (41) heiratet Freiin Leopoldine von Franckenstein (St) (39). - In Wiesbaden eröffnet die Germania Brauerei Wiesbaden Mainzer Straße 99-101 (2016 Mc Donalds) eine Flaschenbierabteilung. - Der mainzer Fußballclub Hassia 05 fusioniert mit dem Fußballclub Hermannia 07 und lässt sich als 1. Mainzer Fußballverein 05 eintragen. - In Frankfurt tritt der international bekannte Degenkünstler Karl Hopf im Schumann Theater am Bahnhofsplatz Hauptbahnhof 16 auf. Er pflegt einen luxuriösen Lebensstil. Beim Giftmordversuch mit einer Mischung aus Arsen und Tuberkulosefluid an seiner dritten Frau wird er im Diakonissenkrankenhaus verhaftet. Er wird wegen Mordes an seiner 1. Frau, seinem unehelichen Sohn und seinen Eltern vom Frankfurter Geschworenengericht zum Tode verurteilt und im Gefängnis Frankfurt Preungesheim hingerichtet. - In Darmstadt wird der in Frankfurt geborene jüdische offenbacher Lederfabrikant und Mäzen Robert Max Hirsch (30) in den hessendarmstädter Adelsstand erhoben. Er nennt sich danach Robert Max von Hirsch. - In Darmstadt landet der Zeppelin Viktoria Luise auf dem darmstädter Exerzierplatz. - In Wiesbaden wird auf dem ehemaligen Badehaus Zum Adler über der 64 Grad warmen Adlerquelle das städtische Badehaus mit irisch-römischem Dampfbad (2016 Kaiser Friedrich Therme Langgasse 38-40) eröffnet. - In Eppstein erlaubt der im Nordharz geborene Fürst Christian Ernst von Stolberg Wernigerode (St) (50) Burgfestspiele auf der Ruine abzuhalten. - In Frankfurt startet das Luftschiff Zeppelin Viktoria Luise mit Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (45) und seiner Frau Gräfin Eleonore von Solms Hohensolms Lich (St) (42) unter Kapitän Erich Blew zu einer dreieinhalbstündigen Fahrt in den Taunus, am Rhein entlang nach Oppenheim und kehrt durch den Odenwald und Reinheim über Schloss Wolfsgarten bei Langen wieder nach Frankfurt am Main zurück. - In Frankfurt versuchen antisemitische Kreise die Einweihung des Heinrich Heine Denkmals zu verhindern. - In Frankfurt kommen 10600 Schiffe an. - In Frankfurt gibt es 78912 Arbeitslose.

1912 Der in Wiesbaden Biebrich geborene protestantische luxemburger Großherzog und Herzog Wilhelm Alexander von Nassau Weilburg (St) (60) stirbt ohne männlichen Erben in Luxemburg. In Königstein ist das Luxemburgische Schloss der Sommersitz seiner Mutter Großherzogin von Luxemburg Adelheid Marie von Anhalt-Dessau (St) (79). - In Frankfurt wird der Osthafen eingeweiht. - In Frankfurt gastiert einen Monat lang der Circus Sarrasani ausverkauft in der Festhalle. - In Mainz stellt die Rheinische Brauerei Wormser Straße 151 ihren Braubetrieb ein, nachdem die Großaktionäre ihr Geld zurückforderten. - In Mainz übernimmt die Mainzer Actien Brauerei die Rheinische Brauerei Mainz-Weisenau. - In Wiesbaden besucht der deutsche Schriftsteller Hermann Löns den Kreisarzt Dr Pilf in Bierstadt in der Neptunstraße. - In Darmstadt ist das Hotel Hess Rheinstraße 22 ein Luxushotel. - In Frankfurt Bockenheim ist Jakob Sprenger (18) bei der Post tätig. - Mainz hat 121301 Einwohner. - Die in Frankfurt geborenen jüdisch evaangelisch konvertierten Brüder, Casella-Besitzersöhne, Chemiker und Großindustriellen Leo Gans (69) und Friedrich Ludwig Gans (79) werden vom deutschen Kaiser und preußischen König Wilhelm von Zollern II (St) (53) in den preußischen Adelsstand erhoben und nennen sich danach Leo von Gans und Friedrich Ludwig von Gans. - Die in Mainz startende Kette der Main-Kettendampfschleppschiffe erreicht ihre größte Länge von 396 Kilometern und reicht bis Bamberg. - In Idstein Heftrich wird mit Blei- und Kupferabbau begonnen. - In Frankfurt gibt die bedeutendste deutsche Filmproduktion PAGU Kaiserstraße 64 ihren Stammsitz auf und zieht nach Berlin. In Frankfurt bleibt nur eine unbedeutende Filiale zurück. - In Darmstadt Griesheim verlegt August Euler (44) seine Flugzeugfabrik mit Flugschule und Werkstättennach Frankfurt Niederrad. - Erster amtlicher Postflug zwischen Darmstat un Frankfurt. - In Wiesbaden wird der ehemalige badkreuznacher Kurorchesterdirigent Carl Schuricht (32) Musikdirektor im Kurhaus. - In Mainz hat das Hotel Germania Rheinstraße 43 von Franz Joseph Endres die Telefonnummer 4098. Es gibt fließendes Wasser und eine Centralheizung. - In Frankfurt wird auf Proteste der Anwohner des Bahnhofsviertels eine Kasernierung der Prostituierten, die sogar auf der Straße ihr Dienste anbieten, diskutieret. Es kann aber keine Lösung gefunden werden. - In Frankfurt werden die Straßenbahnführerplätze an den Enden der Straßenbahnen ebenfalls verglast um die Mitarbeiter vor der Witterung zu schützen. - Bad Homburg erhält den Heilbadnamenszusatz Bad. - In Frankfurt wird das Kino Scala in der Schäfergasse 29 am Klaus Mann Platz gegründet. - In Darmstadt führt der Zeppelin LZ 10 Schwaben während der Flugpostwochen Postflüge durch. - In Darmstadt eröffnet am Hauptbahnhof das Hotel Zur Post. - In Darmstadt veranstaltet der Hessische Automobil Club eine Non-Stop Fahrt in den Schwarzwald. - In Frankfurt veranstaltet der frankfurter Reit- und Fahr-Club vor der Festhalle ein Preis-Reiten, -Springen, -Fahren. - In Frankfurt hat der betrügerische Champagner-Händler, Aktienjongleur und illegale Buchmacher Ludwig Christian Haeusser (31) eine Erweckung zum Messias. Er lässt sch die Haare wachsen, zieht in Mönchskutte von Ort zu Ort und schart eine meist weibliche Fangemeinde um sich, an der sich der überstreng erzogene verheiratete Revolutionär auch sexuell vergeht. Er wird der bekannteste Inflationsheilige. - In Frankfurt gibt es 82742 Arbeitslose.

1911 Wetter: Im Hochsommer 35 Grad im Schatten. - In Frankfurt eröffnen die Theatergründer, der jüdische wiener Intendant Arthur Hellmer (44) alias Arthur Ehrlich und der Schauspieler Max Reimann (36) das Theater Neues Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße mit dem Heinrich von Kleist-Stück Der zerbrochne Krug. - In Rüsselsheim brennt die kriesengeschüttelte Nähmaschinenfabrik Adam Opel ab, wird neu aufgebaut und stellt nur noch Fahrräder und Motorwagen alias Kraftfahrzeuge her. - In Mainz ist das Cafe Restaurant Neuf, Insel 6, 2 min vom Theater mit der Telefonnummer 495 (2016 Mitte des Straßenzugs Großen Langgasse) . Das Bier kommt von der Brauerei Werger. - In Frankfurt findet ein Fahrrad Sechstagerennen statt. - In Wiesbaden Erbenheim veranstaltet der Wiesbadener Rennclub e.V nachmittags um 3 Uhr Pferderennen. - In Frankfurt beginnt der Tuchwarenverkäufer Hans Albers (21) am Theater Neues Theater Mainzer Landstraße 55 seine Bühnenkarriere mit dem Lustspiel in 3 Akten Mein erlauchter Ahnherr von Alfred Schmidtgen, in dem er einen Gymnasiasten spielt. - In Frankfurt wird aus dem ehemaligen Stadttheater Theaterplatz alias Rathenauplatz das luxuriöse Siegmund Strauss Geschäftshaus. - Mainz hat 112167 Einwohner. - In Frankfurt Goldstein errichtet der Flugzeugpionier und Entwickler des Euler Militär Doppeldeckers August Euler (43) auf dem Hofgut Goldstein Gelände eine Flugzeugfabrik. - In Deutschland gibt es 6 Millionen Kinobesuche. - In Frankfurt zeigt das Kino Hohenzollern Theater Hohenzollernstraße 1-7 alias Düsseldorfer Straße 1-7 mit 500 Plätzen (2016 Club SKYclub Frankfurt) von W. F. Schallop das 38-minütige Stummfilmdrama mit erotischen Szenen Abgründe mit der in Kopenhagen geborenen Schmiedstochter, dänischen Schauspielerin und erstem weiblichen Filmstar der Kinogeschichte Asta Nielsen (30). Im Programmblatt wird der Stummfilm als das größte und Aufsehen erregendste kinematographische Drama der Welt – übertrifft alles bisher Dagewesene beschrieben. Eine frankfurter Lehrerin einer höheren Töchterschule beschwert sich beim Polizeipräsidenten über dieses von Trivialitäten triefende Schundstück. Es sei unbegreiflich, wie man dem Publikum ein Stück solch gemeinen Inhalts, wie der des Stücks Abgründe bieten kann. Am widerwärtigsten sei die indezente Bauchtanzszene, woraufhin die Polizei den Film verbietet. Tatsächlich reibt sich Asta Nielsen dabei mit dem Po am Glied ihres Tanzpartners und greift ihm sogar in den Schritt. - Der aus Ostpreußen stammende jüdische frankfurter Vorsitzende der aus der Allgemeinen Kinematographen-Theater Gesellschaft, Union-Theater für Lebende und Tonbilder GmbH, hervorgegangenen PAGU Kaiserstraße 64 Paul Davidson (44) gründet mit dem Shootingstar Asta Nielsen (30) und dem Konteradmiralssohn und Regisseur Urban Gad (30) die International Film Sales Company und sichert sich damit weltweit die Aufführungsrechte, was bis dahin unüblich ist. Ihr nächster Stummfilmhit Heißes Blut wird nach vier Wochen von der Zensur verboten. - In Mainz ist das Lokal Der Eiserne Turm von Christian Schulz an der Löhrstraße Kaiser-Wilhelm-Ring 46. - In Frankfurt ist das Restaurant Kristallpalast im Behagel Haus von Direktor Oskar Stritzl in der Großen Gallusstraße 12 (2016 Große Gallusstraße 19, rechts neben Brüsseler Hof Ecke Neue Mainzer Straße/Große Gallusstraße 19). Im Saal Alt-Frankfurt sitzt der Besucher in einer vollständigen romantischen altfrankfurter Deko-Häuserzeile. - In Frankfurt veranstaltet der frankfurter Reit- und Fahr-Club vor der Festhalle ein Preis-Reiten, -Springen, -Fahren. - In Ziegenhain wird Hans John geboren. - In Frankfurt werden 6800 Pferde auf 9 Pferdemärkten verkauft. - In Frankfurt gibt es 91857 Arbeitslose. In Frankfurt lässt sich Marie Schättle zur Frankfurter Bibelforscherin alias Zeugen Jehovas taufen.

1910 In Wiesbaden wird Alfred Schulte (38) Geschäftsführer der Direktion der Städtischen Wasser- und Lichtwerke Wiesbaden. - Deutschland hat 64925993 Einwohner. - Frankfurt hat 480299 Einwohner, Mainz hat 110634 Einwohner, Wiesbaden hat 109002 Einwohner und Darmstadt hat 87089 Einwohner. - In Frankfurt wird die Stadt Rödelheim eingemeindet. - Im Frankfurt Riederbruch eröffnet der Ostpark mit Schulgarten. - In Frankfurt wird die Honsellbrücke eröffnet. - Wiesbaden hat 200000 Kurgäste. - In Frankfurt stellt der Adler Fahrradhersteller und Schreibmaschinenhersteller Heinrich Kleyer (57) Höchster Straße alias Kleyerstraße Buchungsmaschinen her. - In Frankfurt findet die Ausstellung für Sport und Spiel und Schiesswettbewerbe in der Festhalle statt.  - In Wiesbaden Erbenheim wird (2016 Army Airfield/Clay Kaserne) eine Pferderennbahn mit Rennplätzen, Tribünen, Verwaltungsgebäude mit Uhrtürmchen und Ställen eröffnet. Die lokale Presse preist das prächtige Geläuf und die elegant zum Himmel strebende Tribüne. - In Frankfurt Griesheim wird der Exerzierplatz (2016 Friedrich Ebert Siedlung Herxheimerstraße) als Übungsflugplatz genutzt. - In Frankfurt Griesheim wird der Exerzierplatz Griesheim (im Bereich der Friedrich-Ebert-Siedlung) als Übungsplatz der Frankfurter Flugpioniere benutzt. - In Bad Homburg kauft der Landrat Dr. Gustav Adolf von Brüning den städtischen Garten und baut darin eine Jugendstilvilla später Villa Adelheidswert. - In Frankfurt logiert der in Argentinien geborene jüdische und bedeutendste Getreidegroßhändler der Welt Hermann Weil (42) bis 1914 im palastartigen Luxushotel Imperial am Opernplatz Bockenheimer Landstraße 1 mit seinem Sohn Felix Weil (12). - In Wiesbaden gibt es 3907 Telefonanschlüsse. - In Kronberg bezieht Fritz Mumm von Scharfenstein auf dem ehemaligen Gelände der Cronberger Schützengesellschaft Kastanienhöhe 1 einen Sommersitz. - In Frankfurt Sachsenhausen wird in der Wallstraße 22 das Kino Wall-Lichtspiele mit 180 Plätzen von Isidor Zernich. - In Bad Homburg findet für Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (51) eine Luftschiffparade mit den 3 Luftschiffen LZ 5 – Z II (System Zeppelin), M1c (Major Hans Groß) und P2 (August von Parseval) ab. statt. Beim Rückflug reißt sich in Limburg Blumenrod das Luftschiff Z2 los und zerschellt bei Weilburg. - In Friedberg logiert der russische Zar Nikolaus II (St) (32) 2 Monate lang zur Kur in der Burg, die seinem Schwager Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (42) gehört und die extra umgebuat wird. - In Langen besucht Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (51) den russischen Zar Nikolaus II (St) (32), bei dessen Aufenthalt auf Schloss Wolfsgarten. - In Wehrheim wird die einfache Raststation für Fuhrleute Waldfriede zum vornehmen Ausflugshotel Waldfriede umfunktioniert, wohin sonntags 2 Sonderzüge Besucher bringen, die das 800 Meter entfernte Römerkastell Saalburg besuchen. - In Frankfurt Griesheim und Frankfurt Rebstock bildet der Flugzeugpionier August Euler (42) auf den Flugplätzen Piloten aus. Zum Fliegen benötigt man einen Flugschein. August Euler (42) hat den Flugschein Nummer 1. - In Frankfurt eröffnet auf der Zeil 123 der Zeilpalast, ein Büro- und Geschäftsgebäude. - In Deutschland gibt es 2,5 Millionen Kinobesuche. - In Frankfurt eröffnet das Kino Hohenzollern Theater Hohenzollernstraße 1-7 alias Düsseldorfer Straße 1-7 mit 500 Plätzen (2016 Club SKYclub Frankfurt) und bewirbt sich selbst als das größte frankfurter Kino mit den neuesten Filmen und täglich 652 Besuchern. - In Frankfurt wird der jüdisch evangelisch konvertierte frankfurter Bankier Eduard Beit (50) geadelt und nennt sich danach Eduard Beit von Speyer. - In Frankfurt trifft sich der Jüdische Frauenverein im Saal der Freimaurerloge Carl zum aufgehenden Licht am Mozartplatz, wobei das von Vereinsmitglied Frau Levy geschriebene Luststück Der Bekehrte aufgeführt wird. - In Mainz ist das Hotel Holländischer Hof in der Rheinstraße 77. - In Frankfurt wird wegen der erhöhten Biersteuer Bier boykottiert, wodurch der Bierabstatz um 30% zurückgeht. Der Ingenieur und Verleger Ernst Ludwig fordert im Namen der geschädigten Firmen auf Flugblättern die Aufklärung der Bevölkerung, die in den Brauereien die Schuldigen gefunden zu haben glaubt. - In Darmstadt veranstaltet der Hessische Automobil Club Polizeifahren um den Polizisten Probleme der Automolisten im Straßenverkehr nahezubringen. - In Frankfurt erhält die Zeil eine durchgende Hausnummerierung. - In Bad Homburg gewinnt Ferdinand Porsche die 2200 Kilometer lange und nur für 4 sitzige Tourenwagen bestimmte Prinz-Heinrich-Fahrt, bei der Prinz Heinrich von Zollern Preußen (St) (48) mit einem weißen Benz 35/60 Sport Phaeton ins Ziel kommt. - In Frankfurt verkauft die Fabrik für Fotoartikel Haake & Albers in der Kaiserstraße 36 Parterre die Krügener Taschenbuchkamera als ihre kleinste Spionagekamera. - In Frankfurt veranstaltet der frankfurter Reit- und Fahr-Club vor der Festhalle ein Preis-Reiten, -Springen, -Fahren. - In Frankfurt stirbt ein Motor-Schrittmacher Fahrer beim Trainieren von Stürzen auf der frankfurter Radrennbahn. - In Frankfurt Hohemark lebt der geisteskranke niederländische Prinzgemahl Heinrich von Mecklenburg (St) (36) in der privaten Nervenheilanstalt Friedländer mit Hof in einem eigenen Gebäude. Die Königin Wilhelmina von Nassau Oranien (St) (24) mietet die Villa Klimsch. Die deutsche Kaiserin Auguste Viktoria von Schleswig Holstein Sonderburg Augustenburg (St) (46) kommt zu Besuch. - In Frankfurt Bornheim enthüllt eine Stammtischgesellschaft im Gasthaus Pflug von Karl Pflug alias Stutzer eine Karnevalsvereinsstandarte. - In Frankfurt wird der mit dem Lanz-Preis dotierten Überlandflug Frankfurt - Mannheim veranstaltet, den der elsäßer Flugpionier Emile Jeannin (36), der eigentlich Radrennfahrer und Automobilrennfahrer ist, mit einem nicht dem Reglement entsprechenden Doppeldecker gewinnt. Zweiter wird Erich Lochner (31) und dritter wird Lindpaintner. Sein Flugschein hat die Nummer 6. - In Frankfurt wird Prinz Franz von Sayn Wittgenstein (St) als Sohn von Otto Konstantin von Sayn Wittgenstein Berleburg (St) (32) und Elisabeth von Löwenstein Wertheim Freudenburg (St) (20) geboren. - In Frankfurt gibt es 516 Ärzte und 71 Zahnärzte. - Bauboom beginnt. - In Frankfurt gibt es 84267 Arbeitslose.

1909 Wetter: Zur Schneeschmelze Hochwasser bis zur LöhrgasseIn Frankfurt wird die Festhalle mit Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (50) und dem 3. Wettstreit Deutscher Männergesangsvereine eröffnet. - In Frankfurt wird die erste Fluggesellschaft der Welt, die Deutsche Luftschiffahrts-Aktiengesellschaft DELAG gegründet. - In Frankfurt landet zur Internationalen Luftschiffausstellung Graf Ferdinand von Zeppelin (42) mit seinem Zeppelin LZ 2. - In Frankfurt wird der Fußballclub FSV Frankfurt 1899 als Verein eingetragen. - Wiesbaden hat 208620 Kurgäste. - In Wiesbaden eröffnet das Sektschloss der Firma Henkell & Co in der Biebricher Allee mit dem Sekt Henkell Trocken. - In Königstein Falkenstein wird das Sanatorium Debusweg 6-18 in ein Offizierserholungsheim (1999 Hotel Kempinski) umgebaut. - Mainz hat 109844 Einwohner. - In Hanau bewirbt Ludwig Bracker Sprechmaschinen mit Lichteffekten und bietet auch den Umbau von Automaten und die neuesten Gramophone an. - In Frankfurt wird das Tonfilmtheater Union Theater in der Kaiserstraße 74 im Frankfurter Adressbuch als das eklusivste und eleganteste Tonfilmtheater Deutschlands beworben. - In Darmstadt Griesheim eröffnet der Flugpionier August Euler (41) den ersten deutschen Flugplatz auf einem von ihm gepachteten Schießplatz auf dem Truppenübungsplatz. - In Wiesbaden Biebrich geht der in Bad Soden geborene Hans Faubel (20) in die Unteroffiziersschule. - In Darmstadt Eberstadt landen nach einer Passagierfahrten mit dem Zeppelin Parseval III Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (41) mit seiner schwangeren Ehefrau Gräfin Eleonore von Solms Hohensolms Lich (St) (38) und Prinz Heinrich von Preußen (St) (47) und seine in Darmstadt geborene Ehefrau, Cousine und russische Zarenschwester Prinzessin Irene von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (43) auf dem Exerzierplatz. Die Luftverkehrsgesellschaft DELAG bietet die Fahrt über den Odenwald für 200 Mark pro Person an. - In Darmstadt überfliegen die Zeppeline alias Luftschiffe LZ V, LZ III und Parseval III die Stadt. - In Hattersheim verkauft das Gasthaus Zum Schützenhof gegenüber des Bahnhofs Lagerbier der frankfurter Brauerei JJ Jung, das mit einem Automobil angeliefert wird. - In Darmstadt wird der Hessische Automobil Club gegründet. Sein Präsident wird der Benzinassessor Emil Zimmer. - In Wiesbaden wird mit dem Fertigstellung des Tagblatthauses Langgasse 21 auf dem Thermalwasserboden über der alten Heidenmauer ein modernes Redaktionshaus mit Telefonanlage und eigenen Wasch- und Baderäumen und Brausebädern eröffnet. Im Sommer gibt es kostenlos eisgekühltes Faulbrunnenwasser. Die Tageszeitung Wiesbadener Tagblatt beziehen 27000 Haushalte zu einem Monatspreis von 50 Pfennigen. - Der in Rüsselsheim geborene Kommerzienrat Wilhelm Opel (St) (38) wird vor dem Merzedes Rennfahrer Pöge Sieger der 2200 Kilometer langen Prinz-Heinrich-Fahrt mit 108 vier-sitzigen Tourenwagen. - In Frankfurt wird der Reit- und Fahr-Club Frankfurt gegründet. Ein Mitgründer ist der Präsident des Hessischen Jagdreiterverbandes. - In Frankfurt wird im Frankfurter Intimen Theater ein Robert Reinert Abend veranstaltet. - In Frankfurt wird das Hotel Fürstenhof Esplanade trotz hochadeliger Kundschaft wegen wirtschaftlichen Mißerfolgs wieder geschlossen. - Baukrise. - In Frankfurt gibt es 78616 Arbeitslose.

1908 In Wiesbaden wechselt der Schriftsetzersohn Theodor Habicht (10) von der Mittelschule auf das reformierte Realgymnasium Oranienstraße 5–7 (2016 Oranienschule). - In Frankfurt wird die jüdische und evangelisch getaufte Cassella Teilhaber Familie Weinberg in den Adelsstand erhoben, wodurch sich Carl Weinberg (47) Carl von Weinberg nennen darf. - In Frankfurt findet das XI. Deutsche Turnfest im Rohbau der Festhalle statt. - Der in Offenbach geborene Prinz Victor von Isenburg Büdingen (St) (36) heiratet morganatisch die bürgerliche Leontine Rohrer, die dafür vom Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (40) zur Freifrau von Rombach ernannt wurde. - In Mainz übernimmt die Mainzer Actien Brauerei die Flaschenbierabfüllung selbst. - In Frankfurt zieht die jüdisch-deutsch kombinierte Schule Philantropin von der Rechneigrabenstraße 16-18 in die Hebelstraße 15-17 um. - In Wiesbaden ist das Hotel Imperial von H Schwarze in der Sonnenberger Straße 16. - Mainz hat 108985 Einwohner. - Der jüdische frankfurter Textilwarenhausunternehmer Hermann Wronker (41) erweitert auf der Südseite der Zeil 105 das 80 Meter lange Warenhaus Wronker, das größte der Stadt im Reformstil. - In Frankfurt bringt die die Allgemeine Kinematographen-Theater Gesellschaft, Union-Theater für Lebende und Tonbilder GmbH des aus Ostpreußen zugewanderten jüdischen frankfurter Sicherheitsfirmenbesitzer Paul Davidson (41), des aus Ostpreußen zugewanderten jüdischen Warenhauskettenbesitzers Hermann Wronker (41), des heidelberger Matratzenherstellers und Immobilienbesitzers Julius Wiesbader und des in Frankfurt geborenen Immobilienbesitzers Max Bauer (41) in ihrem Kino alias Tonfilmtheater Union Theater in der Kaiserstraße 74 acht 3-minütige fortlaufende Tonfilmstücke der wiener Premiere der Oscar Straus (38) Operette Ein Walzertraum. - In Frankfurt ist das Restaurant mit bemaltem Gewölbespeisesaal Münchener Hofbräu im Gasthaus Alemannia Schillerplatz 4 an der Hauptwache 11 der Deutschen Restaurant Gessellschaft mit Sitz in Frankfurt. Getrunken wird aus Steingutkrügen. - In Darmstadt Griesheim gründet der Flugpionier August Euler (40) die Euler Flugmaschinenwerke. - In Mainz ist die Conditoreiwaaren-, Lebkuchen- und Bonbonsfabrik Goebel von dem in Mainz geborenen Lorenz Goebel (53) in der Ecke Fuststraße/Gymnasiumstraße mit rund 200 Mitarbeitern laut der Tageszeitung Neuester Anzeiger die weitaus größte Zuckerwarenfabrik Hessens mit Waren nach Mittel-, Süd- und Westdeutschland und Luxemburg und auch eines der größten Unternehmen der Stadt. In ihrem Schaufenster legt mechanischer Osterhase Ostereier und ein mechanischer Nikolaus holt Lebkuchenfiguren aus seinem Sack raucht dabei eine Zigarre. Ein Topseller ist ein Lutscher mit eingearbeitetem Schmetterling oder Blume. - In Deutschland sind 8243498 Frauen berufstätig. - In Frankfurt hat der jüdische Frauenverein mit 406 Mitgliedern 92 Frauen eine Arbeitsstelle vermittelt, darunter 24 Erzieherinnen und 24 Köchinnen, was in den Folgejahren so weitergeht. - In Offenbach sieht die jüdische Religionsschule in der Mathildenschule ihr Hauptinteresse darin zugewanderten Juden, hauptsächlich aus dem Osten, charitativ zu helfen und ihnen Hebräisch beizubringen. - In Mainz kauft der jüdische Bierbrauer Philipp Mayer die bankrotte Sonnenbrauerei mit Gasthaus Zur Sonne in der Betzelsgasse 25. - Der in Frankfurt geborene Frankfurter Kickers Spieler Fritz Becker (19) wird Fußballnationalspieler in der ersten Deutschen Fußball Nationalmannschaft, verliert in Basel 5:3 aber schießt das erste deutsche Länderspieltor. - In Darmstadt überfliegt der Zeppelin IV die Stadt. - In Darmstadt wird das Hotel Hess Ecke Rheinstraße/Saalbaustraße eröffnet. - In Darmstadt wird neben dem beliebten Ausflugslokal Forsthaus Einsiedel ein Luxushotel errichtet. - In Darmstadt übernimmt der Sohn von Fürst Adolf Georg von Schaumburg Lippe (St) (++) und dessen Ehefrau Prinzessin Hermine von Waldeck Pyrmont (St) (83) Prinz Otto Heinrich von Schaumburg Lippe (St) (54) das insolvente Parkhotel und zieht mit seinem Sohn Graf Otto Heinrich von Hagenburg (07) das in Haus Hagenburg umbenannte Hotel in der Dieburger Straße 241 (2016 Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus) und hält im angrenzenden Stall seine Pferde. - In Wiesbaden logiert Enrico Caruso (35) im jugendstil-neobarocken Palasthotel Kranzplatz 5. - In Darmstadt stirbt Fürst Gustav von Erbach Schönberg (St) (68). Prinz Alexander von Erbach Schönberg (St) (36) wird neuer Fürst. - In Deutschland werden erstmals 12 Frauen als Ärzte zugelassen. - Bauboom endet. - In Frankfurt gibt es 74933 Arbeitslose.

1907 In Frankfurt befindet sich das Theater Orpheum (2016 Zeil 53-62) auf. - In Wiesbaden wird im neuen Kurhaus eine riesige Orgel der Firma Sauer im Südflügel eingebaut. - In Frankfurt entdeckt der breslauer Likörfabrikantensohn, Geheime Medizinalrat und Leiter des Instituts für Serumforschung und experimentelle Therapie Paul Ehrlich (53) im Georg-Speyer-Haus Paul-Ehrlich-Straße 42-44 das Arsen-Syphilismittel Salvarsan. - In Höchst kauft die Hoechstdirektorenwitwe Clara Brüning (64) das verfallene  Höchster Schloss, lässt es historisch getreu wiederherstellen und öffnete den Park für die Bevölkerung. - In Frankfurt kommt es zur Hauptversammlung des Verbandes für Frauenstimmrecht. - In Frankfurt hält der Verband fortschrittlicher Frauen seine Jahresversammlung mit den Hauptrednerinnen, der homosexuellen Frauenrechtlerin Lida Gustava Heymann (39) und Maria Lischnewska, die das Frauenstimmrecht fordern, ab. - In Darmstadt kommt die Erstausgabe der darmstädter Zeitung und Kampforgan Hessischer Volksfreund unter Redakteur Dr Ludwig Quessel im Gewerkschaftshaus Bismarckstraße 16 heraus. - In Frankfurt befindet sich am Opernplatz das palastartige Hotel Imperial Bockenheimer Landstraße 1. - In Frankfurt wird der Sohn des bedeutendesten Getreidehändlers der Welt Felix Weil (09) Schüler des Goethe-Gymnasiums Friedrich Ebert Anlage 22. - Der in Mainz geborene Sektfabrikant Otto Henkell (38) zieht nach Wiesbaden. - Mainz hat 98981 Einwohner. - In Frankfurt wird im Luxushotel Zum Schwan Steinweg 12 alias Goetheplatz ein Lichtspieltheater eröffnet, das wieder 1918 schließt. - In Rüdesheim erfindet der Cognac Brenner Hugo Asbach (39) die Bezeichnung Weinbrand für Cognac aus Deutschland. - In Wiesbaden wird eine internationale Rassehundeausstellung veranstaltet. - Der luxemburger Großherzog Wilhelm Alexander von Nassau Weilburg (St) (55) schafft im Erbstreit und der Merenberg-Affäre mit seinem Cousin Graf Georg von Merenberg (St) (36) einfach das salische Recht ab und erklärt seine älteste Tochter Marie-Adelheid von Nassau Weilburg (St) (13) zur rechtmäßigen Thronfolgerin. Seinen Cousin Graf Georg von Merenberg (St) (36) findet er mit einer Jahresrente von 40000 Goldmark ab, wofür dieser am Wiesbadener Gericht seine Klage zurücknimmt. - In Frankfurt eröffnet die jüdische Allgemeine Kinematographen-Theater Gesellschaft von Hermann Wronker (40), Paul Davidson (40), Wiesbader und Bauer ein Kino alias Tonfilmtheater Union Theater in der Kaiserstraße 74. - In Frankfurt eröffnet das Kino Edison Theatre in der Schäfergasse 14 von Hessrs, Höhn und Eichnauer mit einem Edison Projektor, das amerikanische Produktionen zeigt. - In Frankfurt eröffnet auf der Zeil 54 das moderne, extrem elegante und geschmackvoll eingerichtete Tonbildtheater mit überwältigendem Zuschauerinteresse. 3 minütige Filme werden synchron mit Schallplatten abgespielt. - In Frankfurt tritt Enrico Caruso (34) in der frankfurter Oper, Opernplatz auf, während seine Filme Tonfilmtheater Union Theater in der Kaiserstraße 74 gespielt werden und danach über Wochen im Programm bleiben. In Frankfurt eröffnet Heinrich Putzo in der Kaiserstraße 50 das ehemalige Kino Kinephontheater unter dem Namen Boulevard Theater neu. - In Frankfurt wird nach einer mit Moritz A Loeb und Jacob Rosenheim geführten Debatte mit dem Verein zur Pflege jüdischer Lebensanschauungen im Saal der Freimaurerloge Zum frankfurter Adler in der Sailerstraße 12 (2016 Ostflügel des Alten- und Pflegeheim Anlagenring GmbH Sailerstraße 20) ein jüdischer Frauenverein mit 90 Mitgliedern gegründet. Hauptaufgabe ist die Vermittlung von Arbeitsstellen. Innerhalb der jüdischen Gemeinde sind die Anfeindungen zahlreich. Auf die Einhaltung der Sabbathruhe wird streng geachtet, was aber auch ein großes Problem bei der Vermittlung ist. Es besteht bereits ein Israelitischer Frauenverein, der ein Waisenhaus betreibt. - In Frankfurt gewinnt der Mainzer Ruderverein 1878 Achter mit Steuermann bei der Deutschen Rudermeisterschaft auf dem Main und wiederholt die Meisterschaft zwei Mal. - Der in Höchst geborene höchster Fischersohn, höchster Fährmannsohn und VDO Gründer Adolf Schindling (20) nimmt als Matrose in der deutschen Kolonie Tsingtao in China an einem Reitturnier teil. - In Mainz wird die Rheinische Bierbrauerei Mainz mit der Telefonnummer 22 und 596 mit dem Vorwurf konfrontiert, dass ihr wiederverschließbarer Porzellanverschluß die Qualität des Bieres nicht garantieren kann, weil die Flasche beliebig of unbemerkt geöffnet werden kann. Deshalb sichert nun eine dünne Kordel den Verschluss. Die Kordel zerstört beim Öffen ein am Flaschenhals angebrachtes zusätzliches Etikett. Es wird ein Special und ein Tafelbier Hell produziert. - Der in Mainz geborene Schuhmachersohn, Großgastronom, Kaffeehausbesitzer und Weinhändler Lorenz Adlon (58) eröffnet in Berlin das Luxushotel Adlon. - In Frankfurt wird das außen neoklassizistische aber innen mit Rokoko und Empireeinrichtung ausgestattete Hotel Carlton vom Hotelier Wilhelm Boening als das schönste Hotel Süddeutschlands eröffnet. Man betritt es durch einen Palm Court, in dem um 17:00 das Salonorchester zum Tee spielt. Im Hotelrestaurant mit Grill-Room trifft sich die Leading Society, zu der auch Fremde Zugang haben. - In Frankfurt wird an der Gallusanlage das Hohenzollernhaus (2016 Westseite EZB Hochhaus) eröffnet, in dem Johann Wilhelm Franzmann das Restaurant Kaiserkeller auf 840 m² mit zusätzlicher Terrasse für über 1000 Gäste betreibt. Es gibt Pilsener Urquell und Münchner Löwenbräu Bier. - In Darmstadt Eberstadt landet ein Gasballon. - In Darmstadt ist das Gasthaus Hannibal in der Kirchstraße 3. - In Frankfurt stellen die Adler Fahrradwerke vorm. Heinrich Kleyer mit rund 3000 Arbeitern Adler Automobile, Limousinen, Tonneaus, Landauer, Landauletten, Coupés, Motor-Droschken und Lieferungswagen her. Die GARAGE ist das Adler Auto- und Velo-Haus in der Gutleutstrasse 29 mit Telephon alias Telefonnummer 3718. Adler stellt die Produktion von Motorrädern ein. - In Wiesbaden wird für Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (40) im Hauptbahnhof ein spezieller Fürstenbahnsteig mit eigenen Räumen erbaut. - In Wiesbaden werden die Theaterfestspiele Königliche Schauspiele am neuen Kurhaus veranstaltet. Das Programm mit Portraits von Friedrich Hebbel (++) und Camille Saint-Saens (72) listet die Opern Gotberga, Armide, Herodes und Mariamne, Samson et Dalila und Oberon auf. - In Geisenheim stirbt Graf Philipp Alexander Carl Joseph Jacob Friedrich Ludwig von Ingelheim Mespelbrunn (St) (52). - In Schloss Schönberg trifft sich die Fürstenfamilie Erbach Schönberg mit Erbprinz Alexander von Erbach (St) (35), sein Bruder Prinz Viktor (St) (27), Prinzessin Edda von Erbach (St) (24), Fürst Gustav von Erbach (St) (67), seine Ehefrau Fürstin Marie von Erbach (St) (55), der Enkel Prinz Wilhel Ernst von Erbach (St) (03), Enkelin Prinzessin Imma von Erbach (St) (06), Erbprinzessin Elisabeth von Erbach (St) (34), der Säugling Enkelin Prinzessin Elisabeth (St) und Prinz Georg Ludwig von Erbach (St) (04). - Im Schloss Schönberg besucht der russische Zar Nikolaus II (St) (39) die Fürstenfamilie Erbach. - In Frankfurt sind 60 % der Juden im Handel tätig. - In Frankfurt gibt es 64899 Arbeitslose.

1906 In Wiesbaden wird das alte Kurhaus durch einen Neubau ersetzt. - In Wiesbaden eröffnet der Wiesbadener Männergesangsverein die Wartburg als Vereinsheim in der Schwalbacher Straße 51. - In Wiesbaden erhält die neue gemeinsame Quelle im Schwarzen Bock den Namen Drei Lilien Quelle. Das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz hat elektrisches Licht, Lifte und 220 Betten bei einem Zimmerpreis von 5 Mark. - In Wiesbaden werden die drei wiesbadener Bahnhöfe mit der Eröffnung des neuen wiesbadener Hauptbahnhofs ersetzt. - In Frankfurt finden Grabungen am Gasthaus Steinernes Haus Markt 44 statt, wobei rund 1000 Jahre alte Gutshausmauern, Dachziegeln und Schieferplatten gefunden werden. - Der in Frankfurt geborene spätere Flugzeugkonstrukteur und Gastwirtssohn Willy Messerschmitt (08) zieht nach Bamberg. - In Frankfurt wird für das Stadtgebiet die Kirchensteuer von 10 % auf 15 % der Einkommensteuer erhoben. - In Frankfurt eröffnet gegenüber des Südausgangs des Hauptbahnhofs in der Mannheimer Straße 11-13 der schweizer Franz Herrlein das Hotel Monopol mit Weinrestaurant, Weinkeller, und großer Garten Terrasse. - In Wiesbaden schenkt der Sektfabrikant Friedrich Wilhelm Söhnlein (39) seine neu erbaute Villa Söhnlein-Pabst Paulinenstraße 7 seiner amerikanischen Frau Emma Pabst (35). - Mainz hat 91663 Einwohner. - in Frankfurt gründet sich die Freie Turnerschaft Nord ehemalige Arbeiterturnverein Frakfurt Abteilung und beginnt mit Turnstunden im Saal der Gaststätte Flora am Friedberger Platz. - In Frankfurt gründet der aus Ostpreußen zugewanderte jüdische frankfurter Sicherheitsfirmenbesitzer Paul Davidson (39), der aus Ostpreußen zugewanderte jüdische Warenhauskettenbesitzer Hermann Wronker (39), der heidelberger Matratzenhersteller Immobilienbesitzer Julius Wiesbader und der in Frankfurt geborene Immobilienbesitzer Max Bauer (39) die Allgemeine Kinematographen-Theater Gesellschaft, Union-Theater für Lebende und Tonbilder GmbH, mit Davidson als Generaldirektor. Ihr erstes Kino wird aber in Heidelberg eröffnet. Danach eröffnet das Union Theater Grosse Gallusstraße in den Räumlichkeiten von Wiesbader und Bauer. - In Mainz wird eine Berufsfeuerwehr unter Anton Darapsky in der Neubrunnenstraße 13 aufgestellt. - In Gelnhausen Meerholz heiratet Gräfin Ortrud zu Ysenburg und Büdingen (St) (25), Tochter des Grafen Karl von Isenburg und Büdingen (St) (81) und seiner Frau Gräfin Agnes von Isenburg und Büdingen (St) (++), den jüngsten Herzogssohn Prinz Albrecht von Shleswig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (43). - In Frankfurt eröffnet in der Kaiserstraße 60 das Kinematographen-Theater des aus Hamburg stammenden Gastwirts August Haslwanter. - In Frankfurt wird das Kino Kinematograph Theater du Nord in der Großen Gallusgasse eröffnet. - In Frankfurt stirbt der mit Hedwig von Nordeck verheiratete Grafensohn Emich Friedrich Thomas von Leiningen Westerburg Altleiningen (St) (60). - In Eppstein lässt Fürst Christian Ernst von Stolberg Wernigerode (St) (42) die Überreste der Burg sichern. - Frankfurt kommen 8800 Schiffe an. - In Frankfurt werden 4472 Pferde auf 4 Pferdemärkten verkauft. - In Frankfurt hat der Freizeitverein Taunusklub 2213 Mitglieder. - In Frankfurt gibt es 10000 Geburten, darunter 1260 uneheliche, 314 Totgeburten und 1415 Säuglinge sterben noch im 1. Jahr (2016 33 im ersten Jahr). - In Frankfurt gibt es 64599 Arbeitslose.

1905 In Frankfurt wird das für die Post ungeeignete Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10 an die Stadt verkauft und ein Museum für Völkerkunde eingerichtet. - In Frankfurt eröffnet der erfolgreiche wiener Zirkusbetreiber Albert Schumann (47) am Bahnhofsvorplatz Hauptbahnhof 16 das Schumann Theater, einen festen Jugendstilbau für Zirkus und Varietetheater für 5000 Zuschauer für 4000000 Mark mit einer von ihm gegründeten Aktiengesellschaft mit seinem Direktor, dem Raubtierdompteur Julius Seeth. - In Frankfurt wird das Kaufhaus Grand Bazar Ecke Zeil 94/Brönnerstraße eröffnet. - In Frankfurt zieht die Oberpostdirektion von der Zeil 110 in die Friedrich Ebert Anlage. - In Frankfurt wird das Gaswerk Ost eröffnet. - In Hanau gewinnt der Fußballclub FSV Frankfurt das Finale der Runde des Frankfurter Assoziations Bundes gegen Victoria Frankfurt. - Frankfurt hat 421014 Einwohner, Wiesbaden hat 100953 Einwohner, Mainz hat 91179 Einwohner und Darmstadt hat 83123 Einwohner. - In Wiesbaden wird in der Lehrstraße 13 ein Tattersall, eine Reithalle mit zweistöckigen Zuschauerrängen in der Reitstunden gegeben werden und der Verkauf von Pferden abgewickelt wird, von den Reitlehrern Weiß und Schallenbach erbaut. - In Bad Homburg lobt der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (38) die Bevölkerung sie gehöre praktisch zur Familie. - In Bad Homburg wird die Altstadtbrücke als erstes Fly-over Europas, die die Louisenstraße mit Dornholzhäuser Chaussee verbindet (2016 Ritter-von-Marx-Brücke), errichtet. - In Frankfurt gründet der Stuhlmeister der Freimaurerloge Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main für die Ehefrauen seiner Logenbrüder den Schwesternbund der Loge zur Loge der Einigkeit. - In Wiesbaden zeigenen kleine Glühlampen in der Post Rheinstraße 23-25 eingehende Ferngespräche an. - In Wiesbaden besucht der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (38) mit seiner Ehefrau die Leichtweißhöhle im Nerotal. - In Wiesbaden wird das von Wilhelm Crucier übernommene Luxushotel Neroberghotel an das Stromnetz angeschlossen. - In Wiesbaden zieht die Handelskammer in die Adelheidstraße 23. - In Frankfurt erhält der Metzger Karl Gref Völsing für seine Spezialität Rindswurst die Goldmedallie auf der Kochkunstausstellung. - In Frankfurt eröffnet das Kaffeehaus Hauptwache in der Hauptwache. - Der in Wiesbaden Biebrich geborene luxemburger Großherzog und Herzog von Nassau Adolph von Nassau Weilburg (St) (88) stirbt, weshalb sich sein Sohn, der neue luxemburger Großherzog Wilhelm Alexander von Nassau Weilburg (St) (53) mit Graf Georg von Merenberg (St) (34) streitet, ob die weibliche oder die männliche Erbfolge rechtmäßig ist. - In Frankfurt wird das neobarocke jüdische Modehaus Robinsohn für Damenbekleidung Zeil 127 eröffnet. - In Offenbach wird die Mathildenschule Mathildenstraße 30 eröffnet, in der die jüdische Religionsschule Hebräischunterricht gibt. - In Offenbach wird ein jüdischer Cahnukka Verein gegründet, der hauptsächlich arme Kinder beschenkt. - Die mainzer Hofbierbrauerei Schöfferhof AG fusioniert mit der frankfurter Brauerei Frankfurter Bürgerbräu Actien-Gesellschaft mit Sitz in Frankfurt. - In Mainz wird der Fußballclub Hassia gegründet. - In Mainz ist der Gasthof Zum Barbarossa von Wilhelm Assmann links gegenüber dem Central Bahnhof. - In Offenbach Lauterbach werden Dick und Kirschten Automobile in der John F Kennedy Promenade produziert. - In Darmstadt heiratet der geschiedene Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (40) in zweiter Ehe Prinzessin Eleonore von Solms Hohensolms Lich (St) (34). - In Darmstadt ist die Brauerei Zum Schützenhof in der Hügelstraße. - Der Mittelrheinische Verein für Luftschiffahrt in Coblenz, Darmstadt, Mainz, Wiesbaden und Biebrich wird gegründet. - Die SPD betreibt eine SPD Reichsparteischule in Berlin, wo Rosa Luxemburg und August Bebel dozieren. - In Wiesbaden wird die zu einer Kaltwasserbadeanstalt umgebaute 48 Jahre alte Tuchwalkmühle in das Luxushotel Thalhaus Nerotal 18 umgebaut. - In Frankfurt stellt Adler Automobile mit Getrieben im Motorblock vor. - In Wiesbaden Biebrich wird über den Tiefkellern des alten Eishauses die Neorenaissance Brauerei Wuth, Wuthsche Brauerei 1, erbaut. - In Wiesbaden Sonnenberg nimmt Konrad Duden (40) seinen Ruhestand. - In Frankfurt tritt die englische Tänzerin Isadora Duncan im Residenztheater auf. - In Frankfurt zwingt der Rat der Stadt auch die jüdischen Unternehmen den Sonntag als Ruhetag zu akzeptieren und dadurch den Freitag als jüdischen Feiertag zu opfern. In Frankfurt sind alle großen Kaufhäuser in jüdischer Hand sind. Diese schließen an jüdischen Feiertagen, wodurch an diesen Tagen in Frankfurt das Geschäftleben in der Altstadt stillliegt. - In Mainz gründet sich der Vorgängerklub des Fußballvereins 1. FSV Mainz 05 im Kaffehaus Café Neuf Insel 6 (2016 Mitte des Straßenzugs Großen Langgasse) von Franz Plengorth, wo es Diners von 12:00 bis 02:00 Uhr gibt. Rechts daneben gibt es einen Brauereiausschank der Apostelbräu.

1904 In Schlangenbad wird der von einem Automobil überfahrene Hund Wotan im neuerbauten Haus Ingeborg im Unteren Kurpark als Figurine eingebaut. Es ist das erste Haus mit elektrischer Stromversorgung. - In Mainz ist das elegante mit Stuck ausgeschmückte Café de Paris der nürnberger Freiherrl. v. Tucher´sche Brauerei A. G. (Nürnberg) am Gutenbergplatz. - In Neu-Isenburg gründet die jüdische Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim (45) den jüdischen Verein Weibliche Fürsorge, der sich gegen Prostitution und Mädchenhandel und die bestehenden Heimlebensbedingungen wie riesige Schlafsäle und Karzer alias Haftzellen und eine dominierende Direktorenfamilie richtet, was in orthodoxen jüdischen Kreisen als Skandal empfunden wird. Uneheliche Mütter werden normalerweise verstoßen. - In Frankfurt entsteht die Braubachstraße, wobei älteste Gebäude der Stadt abgerissen werden. - Die in Darmstadt geborene Zarin Alix von Hessen Darmstadt (St) (32) bringt nach vier Mädchen einen männlichen russischen Thronfolger Zarewitsch Alexei (St) zur Welt. - Graf Otto von Solms Laubach (St) (44) stirbt. - In Frankfurt werden die Habsburgerallee und Wittelsbacherallee angelegt. - In Frankfurt dirigiert im Konzerthaus Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) der Komponist Richard Strauss (40) die europäische Uraufführung Symphonia domestica. - In Wiesbaden wird mit dem Abriss und bis zur Eröffnung des Neubaus des Kurhauses im Paulinenschlößchen Prinzessin-Elisabeth-Straße gekurt. - In Frankfurt gründet der wohlhabende jüdische Antiquitätenhändlersohn Harry Fuld (25) in der Vilbeler Straße die Deutsch Privat-Telefon-Gesellschaft Harry Fuld & Co. gegründet.  - In Frankfurt findet der 8. Parteitag der Christlich Sozialen Partei statt. - In Frankfurt wird die letzte Pferdetram durch die elektrische Straßenbahn ersetzt. - Mainz hat 90375 Einwohner. - In Offenbach gründet der Bäckermeister Georg Dinges aus der Innenstadt die Offenbacher Brot- und Zwiebackfabrik Georg Dinges in der Berliner Straße 210. - In Frankfurt begehen der Möbeltransporteur Bruno Groß und der Pferdeknecht Friedrich Stafforst einen Raubmord in der Zeil 123 an Klavierhändler Hermann Lichtenstein, den der in London geborene italienische Pianist Ernsto Consolo (40), der im Luxushotel Frankfuter Hof Kaiserplatz wohnt, morgens findet. Friedrich Stafforst wird durch ein Lichtbild in Hamburg verhaftet. Nach dreitägigem Prozess, bei dem Bruno Groß erstmals durch einen Fingerabdruck am Kragen des Opfers überführt wird, werden die Mörder in Frankfurt Preungesheim gehängt. - In Darmstadt wird das Darmstädter Hoftheater Karolinenplatz 3 zur modernen Stilbühne umgebaut. - In Darmstadt ist der Umzug der Fabrik Merck aus der Innenstadt an den Merckplatz abgeschlossen. - In Frankfurt Hohemark eröffnet der jüdische wiener Bankierssohn Professor Doktor Adolf Albrecht Friedländer (34) auf einer Waldwiese eine private Nervenklinik für den Hochadel. - In Offenbach Bürgel wird die Ranzengarde für den Carneval gegründet. - In Frankfurt macht der Generalleutnantssohn Carl-Heinrich von Stülpnagel (18) sein Abitur am Lessing-Gymnasium an der Hansaallee in unmittelbarer Nähe zum IG Farben Haus. - Das Feldbergrennen findet statt. - Im Schloss Schönberg besucht die niederländische nassauoranische Königin Wilhelmina von Waldeck Pyrmont (St) (35) ihren Onkel Fürst Alexander von Erbach Schönberg (St) (32). - In Frankfurt renoviert die Stadt die Gerbermühle als Ausflugslokal und bewirbt sie mit einem Goethezimmer.

1903 In Darmstadt wird Prinz Wilhelm Karl von Isenburg (St) geboren. - In Wiesbaden besucht Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (44) römische Ausgrabungen am Kranzplatz. - In Offenbach wird die rein männliche Vergnügungsgesellschaft Die Offenbacher 03 in der Vereinsgaststätte Pfeiffer am Wilhelmsplatz von Karl Theurer, Heinrich Stenger und Eugen Müssig gegründet. Man trifft sich jeden Montagabend. - In Frankfurt wird das Frankfurter Telefonbuch jährlich herausgegeben. - Fürst Ferdinand Maximilian von Isenburg und Büdingen (--) stirbt. - Mainz hat 88875 Einwohner. - In Frankfurt zieht das Bürgerhospital Ecke Hinter der schlimmen Mauer/Radgasse alias Stiftstraße 30 in die Nibelungenallee um und nimmt dabei einen Großteil der Gebäude-Fassade und das Uhrtürmchen mit. - In Frankfurt ist das Hotel Bristol Ecke Am Bahnhofsplatz 6/Münchener Straße. - In Frankfurt ist das Hotel EnglischerHof Roßmarkt 13-15 und das Haus Zur goldenen Kette Ecke Roßmarkt 17/Am Salzhaus. - In Frankfurt werden die in der Hauptwache untergebrachten Soldaten an das Taunustor verlegt und die Hauptwache zu einem einzigen großen Raum entkernt und eine Terrasse zum Schillerplatz angebaut. - In Frankfurt wird am Westrand des Günthersburgparks eine römische Villa aus dem 2. Jahrhundert ausgegraben. - In Frankfurt wird der frankfurter Bankier Maximilian Goldschmidt Rothschild geadelt. Er nennt sich Maximilian von Goldschmidt Rothschild. - In Mainz braut die Altmünster Brauerei Mainz Walpodenstraße 23 -25 67879 Hektolikter Bier. - In Langen wird im Schloss Wolfsgarten der mit der morganatisch geborenen hessendarmstädter Prinzentochter Prinzessin Marie Karoline von Battenberg (St) (51) verheiratete Graf Gustav Ernst von Erbach Schönberg (St) (63) mit seiner Familie von Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (35) in den Fürstenstand mit dem Prädikat Erlaucht erhoben. Er nennt sich Fürst Gustav von Erbach. Sein Enkel Prinz Georg Ludwig von Erbach Schönberg (St) wird als Sohn von Fürst Alexander von Erbach Schönberg (St) (31) und Prinzessin Elisabeth von Waldeck Pyrmont (St) (30) geboren. - In Mainz wird der in Bremen geborene Drucker, Redakteur und SPD Mitglied Bernhard Adelung (26) für einen Artikel in der Mainzer Volkszeitung wegen Majestätsbeleidigung für drei Monate ins Gefängnis. - In Rüsselsheim testet Opel seine Neufahrzeuge auf einer eigenen Einfahrbahn. - In Wiesbaden logiert der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (44) im Hotel Nassauer Hof Kaiser Friedrich Platz 3-4 Nordwestseite und trifft dort seinen Cousin zweiten Grades, den russischen Zar Nikolaus II (35). - Der geisteskranke Fürst Ferdinand Maximillian von Isenburg Büdingen Wächtersbach (St) (80) stirbt. - In Darmstadt beendet der in Nürnberg geborene Rechtswissenschaftler, Großbrauer und Gutsbesitzer Heinrich Reif (22) seine Lehre bei der Brauerei Dischinger Saalbaustraße. - In Darmstadt wird das Hotel Darmstädter Hof Rheinstraße 12 durch einen Luxuhotelneubau ersetzt. - In Frankfurt wird die seit über 250 Jahren bestehende frankfurter Tageszeitung Frankfurter Journal eingestellt. - In Frankfurt gibt es 3472 Arbeitslose, inklusive Sachsenhausen, Bockenheim, Oberrad, Niederrad und Seckbach. - Im Schloss Schönberg besucht der russische Zar Nikolaus II (St) (35) die Fürstenfamilie Erbach. - In Frankfurt zieht das Hotel Englischer Hof alias Hotel d´Angleterre, vom Roßmarkt in den modernsten neuerbauten Hotelprachtbau am Hauptbahnhof Ecke Am Bahnhofsplatz 10/Kaiserstraßé 76 um. - Der in Darmstadt geborene Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (35) trifft seine jüngere Schwester, die russische Zarin Charlotte von Zollern Preußen alias Alexandra Feodorowna (St) (31) und ihren Ehemann den russischen Zar Nikolaus ll von Russland (St) (35), seine Schwester Prinzessin Irene von Hessen Darmstadt (St) (37) und ihren Ehemann Prinz Heinrich von Zollern Preußen (St) (41), seine Schwester Elisabeth von Hessen Darmstadt alias Großfürstin Jelisawjeta Fjodorowna (St) (39) und ihren Ehemann Großfürst Sergei Alexandrowitsch Romanow (St) (47) und seine Schwester Prinzessin Viktoria von Hessen-Darmstadt (St) (40) und ihren morganatisch geborenen Ehemann Prinz Ludwig Alexander von Battenberg (St) (49).

1902 Wirtschaftskrise. - In Frankfurt Sachsenhausen wird in der Schweizer Straße 71 eine Apfelweinwirtschaft erbaut. - In Frankfurt wird der Frankfurter Polo Club auf Initiative des jüdischen und 1880 evangelisch getauften frankfurter Cassella & Co Teilhaber Carl von Weinberg (41) gegründet. - In Offenbach wird der Isenburgring als Flaniermeile und Alleenpromenade angelegt. - In Frankfurt findet die deutsche Konferenz zur Bekämpfung des Mädchenhandels unter der Beteiligung der jüdischen Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim (43) statt. - In Wiesbaden werden unter den Badehäusern Schwan und Engel am Kranzplatz römische Bäderanlagen entdeckt und daraus das neue Palasthotel Kranzplatz 5 gebaut. - In Frankfurt wird das neuerbaute Neue Schauspielhaus am Gallustor alias Willy Brandt Platz mit Friedrich Schillers Wallensteins Lager eröffnet, das das Frankfurter Stadttheater alias Comoedienhaus am Theaterplatz alias Rathenauplatz ersetzt. - In Wiesbaden wird im Kurhaus der Rennclub Wiesbaden gegründet, um Pferderennen zu veranstalten. - In Frankfurt Griesheim kommt es in der chemischen Fabrik Griesheim zu einer Pikrinexplosion und einem zweitägigen Brand, weshalb Schwanheim evakuiert werden muss. - In Offenbach Rumpenheim wird das Schloss als Residenz von .... aufgegeben. Neue Residenz wird das kronberger Schloss Friedrichshof. - In Frankfurt wird nach knapp 20 jährigem Kampf mit Frankfurt ein Hafen, ein Hafendamm und die Maindammbahn eröffnet. - In Langen wird im Schloss Wolfsgarten das Kinderspielhäuschen Prinzessinnenhaus vom Führer der darmstädter Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe Joseph Maria Olbrich (35) für die in Darmstadt geborene Prinzessin Elisabeth von Hessen Darmstadt (07), die innerhalb eines Jahres bei einer Russlandreise an Typhus stirbt, erbaut. - In Potsdam wird Prinz Hermann von Solms Hohensolms Lich (St) geboren. - Der Erbprinz Otto Wilhelm Ludwig von Solms Hohensolms Lich (St) wird geboren. - Mainz hat 87375 Einwohner. - In Frankfurt wird das alte Schauspielhaus alias Comoedienhaus Rathenauplatz geschlossen. Das komplette Theater zieht in den neuerbauten Jugendstilmonumentalbau Schauspielhaus am Gallustor alias Theaterplatz (2016 Willy Brandt Platz). - In Mainz übernimmt die Brauerei Rieffel Zum schwarzen Bären, das angrenzende frühere Hotel Württemberger Hof in der Holzstraße 34 und eröffnet darin einen Biersaal für 200 Personen. - In Berlin stirbt der letzte geisteskranke hessenkasseler Nachfahre, der geisteskranken preußische Königsneffe Prinz Georg von Zollern Preußen (St) (76). Er lässt sich in der Kapelle seiner Burg Rheinstein bei Bingen am Rhein bestatten. - In Mainz ist das Hotel Mainzer Hof in der Bahnhofstraße 8. - Der morganatische Prinz Friedrich von Ardeck (44) stirbt in Kassel Wilhelmshöhe kinderlos. - In Frankfurt treten im Variete Theater Orpheum (2016 Zeil 53-62) die australische Cancan Tänzerin Saharet (23) und die in Paris geborene Sopranistin Yvette Guilbert (37) auf. - In Frankfurt ist die neue Radrennbahn an der Mainzer Landstraße. - In Frankfurt gründet sich der Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse im Gewerkschaftshaus. Mitgründerin ist die frankfurter Schneidermeistertochter Johanna Tesch (27). - In Bad Homburg wird der Homburger Karnevalverein gegründet. - Graf Wilhelm von Solms Laubach (St) (41) heiratet Gräfin Marie von Stolberg Wernigerode (St) (30). - In Frankfurt demonstrieren tagelang tausende Arbeitslose, gegen die berittene Polizei rigoros vorgeht. - In Frankfurt zieht nur die Restauration des Cafe und Hotel Milani, Ecke Zeil/Große Eschenheimer Straße (2016 Kaufhof), der ehemalige Weidenhof, in bescheidene Räumlichkeiten Ecke Schillergasse/Bibergasse muss. Das Gebäude wird abgerissen und zur riesigen Buchhandlung Auffahrt umgebaut. - In Frankfurt wird die Friedberger Warte als Abwasserkanalentlüftungsturm umfunktioniert. - In Wiesbaden stirbt die in Warschau geborene morganatische saynwittgensteiner Prinzenwitwe Camilla Stefanska Freifrau von Kleydorff (St) (62). - In Offenbach wird der Hafen westlich der Mainbrücke eröffnet. - Bauboom beginnt.

1901 Wetter: Lungentuberkulose in Frankfurt. - Wirtschaftskrise beginnt. - In Frankfurt Oberrad wird eine Mainschleuse eröffnet, wodurch die Rheinschiffe bis Offenbach fahren können. - Mainz hat 85864 Einwohner. - In Mainz leben 49408 Katholiken und 31151 Protestanten. - In Rüsselsheim baut Adam Opel das 2-PS-Motorzweirad, das 700 Mark kostet. - In Frankfurt kann der Lokomotivführer, weil er vergessen hatte Druckluft für die Bremsen aufzufüllen die Oostende-Wien-Express Lokomotive im Centralbahnhof alias Hauptbahnhof nicht mehr bremsen, überfährt den Prellbock und kommt erst im Wartesaal der ersten und zweiten Klasse zum stehen. Viele Fahrgäste in den abgerissenen Personenwaggons bemerken den Unfall gar nicht. Das Loch in der Mauer ist 10x12 Meter groß. Die Lokomotive ist fast unversehrt, die Strafe gering. - In Frankfurt wird die repräsentative Villa Speyer in der Forsthausstraße 62 alias Kennedyallee 70 als Wohnvilla des jüdischen Bankiers Eduard Beit von Speyer (41) gebaut. - In Kronberg besucht der englische König Eduard VII von Sachsen Coburg und Gotha (St) (41) die deutsche Kaiserin Victoria von Sachsen Coburg und Gotha (St) (61) alias Prinzessin von Großbritannien und Irland im Schloss Friedrichshof am Sterbebett. - In Frankfurt trifft der englische König Eduard VII von Sachsen Coburg und Gotha (St) (41) den deutschen Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (42). - In Kronberg erbt die jüngste Kaisertochter Margarethe von Zollern Preußen (St) (29), verheiratet mit Prinz Friedrich Karl von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (33). - In Frankfurt stirbt mit dem jüdischen Bankier Wilhelm Carl von Rothschild die deutsche Linie aus und das Bankhaus Rothschild wird verkauft. - In Wiesbaden gründen der Dackelzüchter und Goldschmiedemeister Carl Struck, der Deutsche Doggen Züchter und Kaufmann Robert Wetz, der Schäferhundezüchter und Kriminalbeamte Friedrich Decker und der Zwergpinscherzüchter Emil Bachofer den Verein der Hundefreunde. Vereinsheim wird die Gaststätte Gambrinius. - In Frankfurt wird eine Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften gegründet. - In Wiesbaden stirbt der in Düsseldorf geborene preußische Rittmeister, begeisterte Hundezüchter und ehemalige Deutsche Jagd-Club Präsident Prinz Albrecht von Solms Braunfels (St) (60). - In Frankfurt stirbt der orthodoxe jüdische Bankier Freiherr Wilhelm Carl von Rothschild (St) (73). - In Mainz produziert die Rheinische Brauerei Wormser Straße 151 120000 Hektoliter Bier, die Brauerei Schöfferhof 140000 Hektoliter Bier und die Mainzer Actien Brauerei 214259 Hektoliter Bier. - In Bad Homburg erbaut sich der in Wien geborene jüdische bad homburger Bürgermeister Ritter Ernst von Marx (32) das Gestüt Erlenhof. - In Mainz ist der Storchen-Bräu in der Rheinstraße 48. - In Kronberg wird der frankurter Kaufmann Max von Guaita (59) vom deutschen Kaiser Wilhelm II von Zollern Preußen (St) (42) in das preußische Herrenhaus als allerhöchster Vertrauter berufen. - In Kronberg sind der frankurter Kaufmann Max von Guaita (59) und seine Ehefrau die in Moskau geborene Henriette Sophie Leve alias Henriette Sophie von Guaita (56) gute Freunde der Nachbarin und deutschen Kaiserwitwe Victoria von Großbritannien und Irland (St) (61) in Schloss Friedrichshof. Ihr gemeinsames Hobby ist die Malerei und die Kronberger Künstlerkolonie. - In Darmstadt lässt sich Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (33) von Prinzessin Victoria Melita von Sachsen-Coburg und Gotha (St) (25) nach einer Totgeburt im Vorjahr scheiden. Die Geschiedene zieht zu ihrer Mutter an die französische Riviera. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene frankfurter Bankier und bayerische Generalkonsul in Frankfurt Albert Metzler (St) (62) geadelt. Er nennt sich daraufhin Albert von Metzler. - In Frankfurt treten im Variete Theater Orpheum (2016 Zeil 53-62) der Entfesselungskünstler Harry Houdini (27) und der Sänger Otto Reutter (31) auf. - In Frankfurt wird der Karnevalsverein Rheinländer Vereinigung gegründet. - In Frankfurt Bornheim wird aus der Karnevalsgesellschaft Wau-Wau die Neue Bornheimer Karnevals Gesellschaft. - In Frankfurt Bornheim veranstaltet der Bornheimer Karnevalsgesellschaft eine erste Damensitzung im Gasthof Zum Schützenhof Berger Straße. - In Frankfurt wird der Main Richtung Offenbach auf die heutige Breite kanalisiert.

1900 Wetter: Pockenepidemie in Frankfurt. Berichte über Weinrebkrankheiten. - Frankfurt hat 288989 Einwohner, Mainz hat 84251 Einwohner, Wiesbaden hat 86111 Einwohner und Darmstadt hat 72381 Einwohner. - In Katzenelnbogen Berghausen wird der Großbauernsohn Rudolf Diels geboren. - In Frankfurt wird das Kaufhaus Schmoller Zeil 90 eröffnet. - In Wiesbaden wird begonnen die Ringstraße einheitlich im Historismusstil anzulegen. - In Frankfurt vereinigen sich die Frankfurter Kickers und der Frankfurter FC 1899 zum Frankfurter Fußballclub 1899 - Kickers mit 3 Fußballmannschaften und 2 Rugbymannschaften. - In Frankfurt stellt der Adler Fahrradhersteller und Schreibmaschinenhersteller Heinrich Kleyer (47) Höchster Straße alias Kleyerstraße, auf der Automobil-Ausstellung Frankfurt seinen ersten Adler-Motorwagen vor und bringt seine Adler Schreibmaschine Modell 7 auf den Markt. - In Offenbach gibt es eine Wettersäule auf der Kaiserstraße. - In Frankfurt Bornheim ist die Straßenbahn elektrifiziert. - In Darmstadt stirbt der in Darmstadt Bessungen geborene General der Infanterie und jüngste Prinz Wilhelm von Hessen Darmstadt (St) (55) morganatisch verheiratet mit der Französin Josephine Bender von Lichtenberg (St) (43) auf seinem Wohnsitz Palais Rosenhöhe. Sein einziger und ursprünglich uneheliche Sohn ist Gottfried von Lichtenberg (St) (23). - In Frankfurt nennt der Volksmund das Neubaugebiet westlich der Galluswarte Kamerun. - In Frankfurt streiken die Schumacher, die Damenschneider, 40 Tapezierer, 60 Steinarbeiter, 700 Holzarbeiter und 121 Arbeiter der Maschinenfabrik Schrader und Rüdiger. - In Wiesbaden wird die letzte Pferdetram eingestellt, die letzte Dampfstraßenbahn 14 Tage später. - In Frankfurt wird für das Stadtgebiet eine Kirchensteuer von 10% auf die Einkommensteuer erhoben. - In Schwanheim rügt eine Schulrevision die übermäßige körperliche Züchtigung der Schüler der Schwanheimer Volksschule Gerolsteiner Straße 2 (2016 August Gräser Schule). - In Darmstadt ist das Restaurant Zum heiligen Kreuzberg von N. Strohmenger ein beliebtes Ausflugsziel. - In Wiesbaden Biebrich hat das Hotel Nassau Rheingaustraße 146 gegenüber von Carl Machenheimer vier Rheinanlegestelle. - In Offenbach verkauft Fürst Franz Joseph von Isenburg Birstein (St) (31) aus Geldmangel seinen offenbacher Besitz an den Staat, darunter das Offenbacher Schloss, das fürstliche Palais an der Frankfurter Straße/Kaiserstraße und das Forstrevier Offenbach Süd. - In Darmstadt wird auf der Mathildenhöhe der Grundstein für ein gemeinschaftliches Atleiergebäude der Künstlerkolonie gelegt. - In Darmstadt findet eine erste Ziehung der Großherzoglichen Landeslotterie mit einem Hauptgewinn von 33000 Mark statt. - In Frankfurt gibt es die Preußische Lotterie. - In Frankfurt veranstalten die Deutsche Automobil Club alias DAC Mitlgieder die Zweite deutsche Automobilausstellung in der landwirtschaftlichen Halle am Ostendplatz zwischen Ostendstraße und Sonnemannstraße mit 13 deutschen Automobilherstellern für dreirädrige und vierrädrige Automobile mit dem ersten internationalen Automobil Wettrennen auf der Pferde-Rennbahn am Forsthaus. - In Frankfurt gibt es rund 70 Automobilbesitzer. - In Darmstadt erhält Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (32) den Ehrendoktor der TU. - In Deutschland gilt das neue Ladenschlussgesetz von 05:00 - 21:00 Uhr. - In Frankfurt Bockenheim wird der Pferdebahn Betriebshof in ein Depot für elektrische Straßenbahnen alias Bockenheimer Depot umgebaut. - In Lich Arnsburg wird der Grafensohn Bernhard Bruno von Solms Laubach (St) geboren. - In Mainz gibt es das Hotel de Hollande, das Hotel d´Angleterre und Horn´s Hotel Pfälzerhof. - In Bad Homburg ist der Bahnhof nach Frankfurt und das gegennüberliegende Eisenbahn Hotel mit Brauerei in der Luisenstraße. Vor dem Bahnhof hält die elektrische Straßenbahn. Der Conducteur trägt weiß. - In Frankfurt wird eine Internationale Kochkunstausstellung vom in Marburg geborenen Hotelkaufmann Matthaeus Carl Banzer (33) veranstaltet. - In Lich Laubach stirbt der in Laubach geborene mit Gräfin Marianne von Stolberg Wernigerode verheiratete ehemalige Offizier und Reichstagsabgeordnete Grafensohn Friedrich von Solms Laubach (St) (67). - In Mainz führt die Rheinische Brauerei Wormser Straße 151 ein vollautomatisches Flaschenreinigungsfließband und einen bakterienfreien Abfüllraum ein. - In Frankfurt wird das Wohnhaus der Brauerei Essighaus Große Friedberger Straße 8 erbaut. - In Mainz ist das Kaffeehaus Cafe Restaurant Zum Krokodil in der Bahnhofstraße 13. - In Mainz verfasst die in Leipzig geborene Schriftstellerin Amalie Arndt (31) das philosophisch-mystische Gedicht in Prosa Unser Leben, das von der Kritik gelobt wird und Über das Böse und Betrachtungen zu einer Erneuerung unseres Lebens. - In Frankfurt wird das Palasthotel Fürstenhof Imperial am Opernplatz Bockenheimer Landstraße 1 eröffnet. - In Frankfurt wird der aus einer jüdischen Rabbinerfamilie stammende Schriftsteller Erich Fromm geboren. - In Frankfurt treten im Variete Theater Orpheum (2016 Zeil 53-62) das Berliner Theaterensemble unter der Leitung von Hermann Freund-Haller und die Gebrüder Herrnfeld auf. - Grafensohn Alexander von Erbach Schönberg (St) (28) heiratet Prinzessin Elisabeth von Waldeck und Pyrmont (St) (27). - In Frankfurt schließt als eine von wenigen die orthodox jüdisch geführte Metallhandelsfirma Beer, Sondheimer & Co an allen jüdischen Feiertagen. - In Offenbach Waldheim kommt es laut Offenbacher Zeitung zu einem Eisenbahnunglück mit 12 Toten, wobei der Berlin Express Personenschnellzug auf einen Personenzug aufprallt und die meisten Personen in einem Feuerinferno sterben.

1899 Wetter: Weinrebkrankheiten lassen das Holz absterben. - Baukrise. - In Frankfurt werden die Fußballvereine Fußball-Club Kickers, Fußball-Club Victoria, FSV Frankfurt im Nordend und Frankofurtia in Bornheim gegründet. - In Wiesbaden werden die Gasthäuser Schwarzer Bock am Kranzplatz und Goldene Kette mit dem Badehaus Zum schwarzen Bock abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, wodurch alle Quellen auf dem Schwarzen Bock Gelände liegen. - In Mainz verkauft das riesige und pompöse Cafe de Paris am Gutenbergplatz alias Theraterplatz Bier der Ersten Pilsner Actien Brauerei. Auf der Ludwigstraße fahren einspännige Pferdebahnen. Auf dem Theaterplatz steht eine Litfasssäule. - Bad Homburg erhält eine elektrische Straßenbahn. - In Frankfurt werden die Habsburgerallee und Wittelsbacherallee angelegt. - In Frankfurt gibt im Konzerthaus Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) der Komponist Richard Strauss (35) die Uraufführung seiner symphonischen Dichtung Ein Heldenleben. - In Frankfurt sind rund 1200 organisierte Maurer ausgesperrt. - In Darmstadt gründet und finanziert der in Darmstadt geborene Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (31) die Darmstädter Künstlerkolonie u.a. mit dem darmstädter Weinhändlersohn und Bildhauer Ludwig Habich (36). - In Königstein lässt sich der Schriftgiessereiweltkonzerninhaber Kommerzienrat Heinrich Karl Ferdinand Gottlob Flinsch (60) die Villa Flinsch Rombergweg 4 als Sommerdomizil erbauen. - In Mainz wird die Vereinsführung des Mainzer Alice-Frauenvereins für Krankenpflege nur noch mit Frauen besetzt. - In Lich stirbt der in Pirnitz geborene Fürst Hermann Adolf von Solms Hohensolms Lich (St) (61). - In Mainz kauft die Brauerei Schöfferhof ehemals Brauhaus Zum Korb Martinsstraße 11 die Brauerei Zum rothen Kopf. - In Mainz wird im Gasthof Zum Birnbaum Birnbaumgasse 5 des Brauhauses Zum Birnbaum von Michael Geier der Birnbaumclub (2016 Mainzer Carneval Club) gegründet. - In Mainz gibt es 869 Hydranten, 23 Feuermeldestellen und 5097 Meter Feuerwehrschlauch. - In Bad Homburg unterhält das örtliche Elektrizitätswerk die Straßenbahn. - In Darmstadt wird die Brauerei Zum Erbacher Hof von Gabriel Grohe übernommen. - In Frankfurt wird das Hippodrom Ecke Kennedyallee/ Stresemannallee 19-23 (2016 Chinesisches Generalkonsulat) als Reithalle, Festsaal und Versammlungssaal genutzt. - In Frankfurt kommt es zu einer schweren Explosion in der Brauerei Henrich am Sachsenhäuser Berg.

1898 In Frankfurt befindet sich die Hauptpost auf der Zeil 110. Das Eckhaus Zeil/Große Eschenheimer Straße ist das Cafe und Hotel Milani, (2016 Kaufhof) der ehemalige Weidenhof, vor dem ein Uhrtürmchen steht. - In Frankfurt Niederrad baut der jüdische und 1880 evangelisch getaufte frankfurter Cassella & Co Teilhaber Carl von Weinberg (37) die Villa Waldfried mit 100 Zimmern im englischen Landhausstil. - In Rüsselsheim beginnt die Nähmaschinenproduzentenwitwe Sophie Opel (58) mit dem Automobilbau. - In Frankfurt baut der Adler Fahrradhersteller Heinrich Kleyer (45) in der Höchster Straße alias Kleyerstraße die erste deutsche Schreibmaschine, die Adler Empire. - In Frankfurt wird am Mainufer am Nizza mit der Pontonanlage Mosler'sche Badeanstalt die größte deutsche Flussbadeanlage eröffnet, in der man schwimmen, aber auch Rollschuh fahren und Tennis spielen kann. - In Darmstadt ist der darmstädter Weinhändlersohn und Bildhauer Ludwig Habich (35) Mitbegründer der Freien Vereinigung Darmstäder Künstler. - In Wiesbaden produziert Linde riesige Eismaschinen für Brauereien. - In Frankfurt ist der Bürgerverein an der Ecke Große Eschenheimer Straße/Stiftstraße (2002 Rundschauhaus). - In Frankfurt eröffnet am Nizza die saisonale Schwimmanstalt Mosler auf Pontons als größte Deutschlands. - In Frankfurt wird unter dem Schillerplatz alias Hauptwache eine große, unterirdische Transformatorenstation für den Strom für die Straßenbahn und die Straßenbeleuchtung und unter dem Wartehäuschen auf der Westseite eine unterirdische Toilettenanlage gebaut. - In Frankfurt wird der Gasthof Pariser Hof am Schillerplatz an der Hauptwache 7 (2016 Maredo) abgerissen und ein Neurenaissance Geschäftshaus mit Grand Bazar Bristol eröffnet. - In Wiesbaden wird die Grafentochter Olaga Katharina Adda von Merenberg (St) geboren. - In Mainz ist das Hotel Thomae´s Continental Hotel in der Bahnhofstraße 15. - In Frankfurt ist die Polizeistation hinter dem Römer (2016 Weistseite des Platzes Fried-Lübbecke-Anlage). In Frankfurt ist das Stadtarchiv im der ehemaligen Stadtwaage (2016 Metropol Kaffeehaus am Dom Weckmarkt 15). - In Mainz wird der in Polen geborene Baron Paul von Collas (57) Gouverneur von Mainz. - In Wiesbaden wird Gräfin Olga Katharina Adda von Merenberg (St) geboren. - In Frankfurt tritt im umgebauten Variete Theater Orpheum (2016 Zeil 53-62) die französischen Operetten-Diva Gabriele Mealy alias Juliette Méaly (31) auf. - In Mainz veranstaltet der Mainzer Carneval Verein nur Konzerte und Bälle. In Frankfurt haben die Häuser Zum Frauenstein und Zum Salzhaus giebelhohe Brandmauern. - In Frankfurt wird Freiin Lucy von Kleydorff (St) geboren.

1897 In Frankfurt wird in der Lindenstraße 27 ein Damenstift der alten Frankfurter Familien eröffnet. - In Frankfurt tritt der Sänger und Komiker Otto Reutter (27) im Theater Orpheum (2016 Zeil 53-62) auf. - In Frankfurt ist der Frankfurter Hof Braubachstraße das mit Abstand bedeutendste Messequartier der Stadt. In dem mit Toren im Norden Braubachstraße 24 und Süden verschließbare Gebäudekomplex mit durchfahrbarem Innenhof werden auch die Waren gelagert. - In Wiesbaden wird das Walhalla Theater als Variete Theater und als Konkurrenz zum Theater Kaiserliches Hoftheater (2016 Staatstheater) eröffnet. - In Mainz wird die mainzer Fastnachtsprinzessin vom Sohn des mainzer Oberbürgermeisters Dr. Gassner dargestellt. Fastnacht ist reine Männersache. - In Weilmünster wird die Heil- und Pflegeanstalt Weilmünster Weilstraße 10 für über 1000 Patienten gegründet, die konservativ auf Isolation, Disziplin, Bestrafung und Daueraufenthalte basiert. - In Bad Homburg beginnt der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (38) das Stadtschloss jährlich als Sommersitz seiner 20 köpfigen Familie zu nutzen, das er sehr schätzt: Ich kann nur in Homburg gut schlafen. - In Oberursel verbieten die französischen Gnom Fahrradhilfsmotor Lizenznehmer ihrem Mitgesellschafter und Gnom Petroleummotorenentwickler Willy Seck (29) den Einbau des Fahrradhilfsmotors, weshalb dieser die Motorenfabrik Oberursel Hohemarkstraße 73 gründet. - In Frankfurt spaltet sich die Alte Lateinschule alias Städtische Gymnasium Friedrich Ebert Anlage 22 in das humanistische Lessing Gymnasium und das Goethe Gymnasium, das besonderen Wert auf Fremdsprachen legt. - In Wiesbaden wird der wiesbadener Staniol- und Metallkapselfabrikant Kommerzienrat Franz Fehr-Flach (--) neuer IHK Direktor. - In Wiesbaden leiht sich der alkoholkranke Dauergast im Wiesbadener Ratskeller, oberpfälzer Dorfschullehrersohn und Komponist Max Reger (24) von seinem Freund Cord Geld für eine Fahrkarte nach Frankfurt, wo sein Freund, Organistensohn und Harmoniumbauersohn Karl Straube (24) in der Paulskirche die Reger Suite e-moll op.16 spielt und trifft sich mit ihm im Kaffeehaus Cafe Bauer Ecke Schillerstraße 2/ An der Hauptwache (2016 WMF). - In Mainz Weisenau eröffnet die Rieffel Brauerei Zum schwarzen Bären in der Mönchstraße 7 neben ihrer Malzfabrik Mönchstraße 15 ihre neue Brauerei. Das Stammhaus Zum schwarzen Bären in der Holzstrasse 32 wird zum Gasthaus umfunktioniert. - In Gießen stirbt der in Hessen geborene Corp Hassia Student Otto Kleiwitz bei einem Pistolenduell. - Der morganatisch geborene hessendarmstädter Prinzensohn Prinz Heinrich Moritz (St) (27) heiratet die montenegriner Prinzentochter Anna von Montenegro St) (23). - In Mainz ist Mondrions´s Weinstube in der Gaustraße 79. - In Mainz entsteht die Mainzer Verlagsanstalt und Druckerei Aktiengesellschaft vormals J Gottsleben und F Kupferberg. - In Wiesbaden logiert der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (38) im Hotel Nassauer Hof Kaiser Friedrich Platz Nordseite. - In Bad Homburg wird der Fastnachtsverein Die Sauern aufgelöst. - In Darmstadt wird Karl Otto Koch geboren.

1896 Wetter: Hochwasser in Frankfurt. - In Arolsen wird Prinz Josias von Waldeck und Pyrmont (St) als Sohn von Fürst Friedrich Adolf Hermann von Waldeck Pyrmont (St) (31) und Prinzessin Bathildis von Schaumburg Lippe (St) (23) geboren. - In Wiesbaden werden mit dem Edison Apparat Stummfilmchen vorgeführt. - In Frankfurt wird das Städtische Schwimmbad als Hallenbad in der Klingerstraßé 6 eröffnet. - In Frankfurt gibt im Konzerthaus Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) der Komponist Richard Strauss (32) die Uraufführung seiner symphonischen Dichtung Also sprach Zarathustra. - In Offenbach Rumpenheim wird Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) geboren. - In Potsdam stirbt der preußische Kammerherr und Zeremonienmeister Karl von Schrader (48) bei deinem Duell als Folge des Sexskandal Kotze-Affäre. - In Wiesbaden beginnt im Hotel du Parc & Bristol in der Wilhelmstraße unter fürstlichen Gästen der Brauch mit einem Diamantstift ihr Autogramm auf einem Fenster zu verewigen. - In Frankfurt führt der frankfurter Arzt Dr. Ludwig Rehn führt im Stadtkrankenhaus die erste erfolgreiche Herznaht nach einer Stichverletzung am Herzen aus. - In Frankfurt stirbt die in Leipzig geborene Theologentochter, Komponistenehefrau und Komponistin Clara Schumann (77). - In Wiesbaden wird eine elektrische Straßenbahn zwischen den Bahnhöfen in der Rheinstraße und der Walkmühle Waldmühlstraße betrieben. - In Wiesbaden stellt Telegrafendirektor Freiherr Eduard von Seckendorff weibliche Fernsprechgehilfinnen für 2,25 Mark /Tag ein, da Männerstimmen unverständlich sind. - In Frankfurt gründet der in Marburg geborene Hotelkaufmann Matthaeus Carl Banzer (29) den Internationalen Verband der Köche. - In Frankfurt zieht die frankfurter Freimaurerloge Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main von ihrem Logenhaus im roten Hof alte Rothofstraße 2 (und gegenüber) in ihr neuerbautes Logenhaus mit großem Festsaal in der Kaiserstraße 37. - In Darmstadt wird als nichtschlagende alias keine Mensur fechtende katholische Studentenverbindung die KDStV Nassovia Darmstadt an der Technischen Hochschule gegründet, wogegen Tausende Studenten während des akademischen Kulturkampfs demonstrieren, in dem Protestanten aufkommende radikale katholische Bestrebungen an deutschen Hochschulen bekämpfen. Die Technische Hochschule Darmstadt gibt sich den Statuten verpflichtet und lässt die katholische Studentenverbindung zu. - In Frankfurt wird der als frankfurter Lutherherberge bekannte Gasthof Zum Strauß Ecke Schüppengasse/Buchgasse während des Bethmannstraßendurchbruchs abgerissen. - In Frankfurt lässt der böhmische Textilfabrikbesitzer Baron Heinrich von Liebieg (57) eine Villa (2016 Liebieghaus Galerie) als Altersruhesitz am Schaumainkai 71 erbauen. - In Friedrichsdorf wird die Zwiebackfabrikantenvilla Stemler erbaut. - In Mainz wird die Brauerei Zum weissen Bierhaus in der Rosengasse 17 vom Brauhaus Zum schwarzen Bären in der Mönchstraße 7 übernommen. - In Friedberg besucht der in Nidda geborene Friedrich Ringshausen (16) das Lehrerseminar. - In Frankfurt wird das Städtische Elektrizitätswerke am Ende der Speicherstraße gebaut (2016 Kraftwerk). - In Frankfurt wird für Rennpferde der Renn Klub Frankfurt durch den Zusammenschluss des Rheinischen Renn-Vereins und des Vereins für Hindernisrennen mit seinem ersten Präsidenten Stadtrat Albert Metzler (St) (57) gegründet. - In Frankfurt filmen Mitarbeiter der französischen Brüder Lumière den deutschen Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (37) bei der 25-Jahr-Feier des Friedensvertrags mit Frankreich. - In Frankfurt zeigt das Wanderkino Riesen-Kinematograph auf dem Messe-Juxplatz lebende Photographien. - In Frankfurt findet im neugegründeten Variete Orpheum (2016 Zeil 53-62) eine Filmvorführung statt, wobei auf den Plakaten Neueste Erfindung! Größtes Wunder des 19. Jahrhunderts und Gestalten in voller Bewegung steht. In Frankfurt zeigt das Wanderkino Riesen-Kinematograph auf dem Messe-Juxplatz danach ebenfalls lebende Photographien. Die frankfurter Tageszeitung Frankfurter Nachrichten berichtet von einer Reihe einander folgender Ausdrucksbilder, die schnell an der vergrößerten Linse vorüberziehen. - In Frankfurt findet im Garten des Café Restaurant Scheffeleck Ecke Scheffelstraße/Eckenheimer Landstraße bei Illuminationen und Bengalischer Beleuchtung ein Militärkonzert der hessischen Regimenter statt. - In Mainz veranstaltet der Mainzer Carneval Verein nur Konzerte und Bälle. - Im Schloss Schönberg besucht die deutsche Kaiserin Victoria von Sachsen Coburg und Gotha (St) (55) die Grafenfamilie Erbach mit Graf Gustav Ernst von Erbach Schönberg (St) (56) und seine Ehefrau die morganatisch geborene hessendarmstädter Prinzentochter Prinzessin Marie Karoline von Battenberg (St) (44). - Im Schloss Schönberg besucht der russische Zar Nikolaus II (St) (28) die Grafenfamilie Erbach. - In Frankfurt tauchen antisemitische Flugblätter mit Boykottlisten auf.

1895 In Frankfurt verkauft Fürst Albert von Thurn und Taxis (St) (28) das Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10 an die Post und lässt die Innenausstattung nach Regensburg ins Kloster Emmeram schaffen. - Frankfurt hat 299175 Einwohner, Mainz hat 76946 Einwohner, Wiesbaden hat 74133 Einwohner und Darmstadt hat 43146 Einwohner. - In Frankfurt findet die Gesamttagung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF) statt. - In Frankfurt fährt statt der Pferdebahn eine neue elektrische Akkumulatorenbahn zur Galluswarte. - In Wiesbaden ist die Regierung in der Rheinstraße 35, die Hauptpost mit Telegraphenstation in der Rheinstraße 23-25. Das komplette Carree Rheinstraße/Schwalbacher Straße/Luisenstraße/Kirchgasse ist die Artillerie Kaserne. Das Residenz Theater ist am Südende des Schillerplatzes. - In Offenbach wird ein neues Krankenhaus eröffnet. - In Frankfurt eröffnet der orthodoxe, mit der Tochter seines Cousins verheiratete, jüdische frankfurter Bankier Freiherr Wilhelm Carl von Rothschild (67) Am Untermainkai 14-15 in einem repräsentativherrschaftlichen Haus die Freiherrlich Carl von Rothschild'sche öffentliche Bibliothek. - In Frankfurt lässt sich der frankfurter Delikatessen- und Kolonialwarenhändler Otto Meßmer (37) die Marke Meßmer Tee schützen. - In Wiesbaden komponiert der oberpfälzer Dorfschullehrersohn und Musiker Max Reger (22) drei Orgel-Konzerte. - In Deutschland sind 5264393 Frauen berufstätig. - In Mainz wird die Rheinische Brauerei Wormser Straße 151 von der Mainzer Actien Brauer als größte mainzer Brauerei übertroffen. - Die Städte Frankfurt und Bockenheim schließen einen Eingemeindungsvertrag, wodurch die Stadt Bockenheim ein frankfurter Stadtteil wird. - In Darmstadt Jugenheim stirbt die in Warschau geborene morganatische hessendarmstädter Prinzenehefrau Fürstin Julia von Battenberg (St) (70). Ihre in Straßburg geborene Tochter Prinzessin Marie Karoline von Battenberg (St) (43) ist mit dem in Schönberg geborenen Graf Gustav Ernst von Erbach Schönberg (St) (55) verheiratet. Ihr in Graz geborener Sohn Ludwig Alexander von Battenberg (St) (41) ist mit der in Windsor Castle geborenen Prinzessin Viktoria von Hessen-Darmstadt (St) (32) verheiratet. Ihr in Graz geborener Sohn Alexander Joseph von Battenberg (St) (38) ist regierender Fürst von Bulgarien. Ihr in Mailand geborener Sohn Heinrich Moritz von Battenberg (St) (37) und ihr in Padua geborener Sohn Franz Joseph von Battenberg (St) (34) sind unverheiratet. - In Frankfurt wird der Gastwirtsverein gegen die ungezügelte Zunahme der Schankwirtschaften gegründet. - In Königstein stirbt der jüdische frankfurter Kaufmann Sigismund Kohn-Speyer (65) auf seinem Sommerstiz. Die gute Bekannte und Nachbarin vom kronberger Schloss Friedrichshof, die deutsche Kaiserin Victoria von Sachsen Coburg und Gotha (St) (54) alias Prinzessin von Großbritannien und Irland ist eine der ersten Kondolanten. - In Frankfurt wird in der Friedberger Warte der Wartturm zum Entlüftungsschacht der frankfurter Kanalisation umfunktioniert. - In Frankfurt gibt es 4696 Arbeitslose. - In Wiesbaden stirbt Freiherr Friedrich von Vincke (65), verheiratet mit Prinzessin Mathilde von Wittgenstein (St) (66). - In Frankfurt wirbt überaus erfolgreich das Hotel Kölner Hof am Hauptbahnhof Gneisenaustraße 1-5 (2016 Mannheimer Straße 1-5 Türkisches Generalkonsulat) damit, das einzige judenfrei Hotel zu sein und veranstaltet ständig reichsweite antsemitische Versammlungen. Der Rat der Stadt verhindert rechtlich nur einen Biergarten auf dem Gehweg.

1894 In Frankfurt wird in der Friedberger Anlage Höhe Sandweg ein Uhrtürmchen aufgestellt. - In Frankfurt wird die Chemiefabrik Cassella mit 15 Arbeitern gegründet. - In Frankfurt wohnt der Adler Fahrradhersteller Heinrich Kleyer (41) in seiner pompösen Villa am Wiesenhüttenplatz 33. - Die in Darmstadt geborene strenggläubige Prinzessin Alix von Hessen Darmstadt (St) (22) heiratet im Winterpalast in Sankt Petersburg ihren Cousin 2. Grades, den neuen russischen Thronfolger Nikolaus II von Russland. - Der in Darmstadt geborene Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (26) heiratet seine auf Malta geborene Cousine und Zarenenkelin Victoria Melita von Edinburgh alias Sachsen Coburg und Gotha (St) (22). - In Darmstadt erbaut sich der jüngste Prinz Wilhelm von Hessen Darmstadt (St) (49) das Palais Rosenhöhe als Wohnsitz im Historismusstil im Park Rosenhöhe. - In Wiesbaden beginnt Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (35) mit seinen jährlichen Besuchen der Stadt. - In Frankfurt Bornheim Bergerstraße 275 wird im großen Festsaal des Gasthauses Zur weißen Lilie Berger Straße 275 der erste SPD Parteitag nach den Sozialistengesetzen abgehalten. - In Frankfurt heiraten der Metzger Karl Gref und Wilhelmine Völsing und gründen in ihrem Haus Zum goldenen Kalb in der Schnurgasse die Metzgerei Gref-Völsing. - In Mainz kleiden sich die Krankenpflegerinnen des Mainzer Alice-Frauenvereins für Krankenpflege in einer einheitlichen selbst gewählten Tracht. - In Mainz nimmt die Prinzengarde zur Fastnacht alias Fassenacht am neueingeführten Neujahrsumzug teil. - Der in Rüsselsheim geborene Opel Fahrrad Gründersohn, Technikstudent und Radrennsportler Fritz Opel (19) gewinnt die 620 Kilometer lange Fahrradrennfernfahrt Basel-Cleve. - In Mainz widmet sich die scheue und zurückgezogene mit ihrer Familie aus Leipzig zugezogene Schriftstellerin Amalie Arndt (25) der Philosophie. - In Wiesbaden wird das Neue königliche Hoftheater hinter den südlichen Kolonaden mit Haupteingang nach Süden (2016 Hintereingang) am Kurpark eröffnet. - In Frankfurt explodiert ein Dampfkessel in der Henninger Brauerei am Sachsenhäuser Berg. Zwei Werksmitarbeiter werden getötet. - In Frankfurt wird das Mädchen Krao aus Siam, das wie ihre Familie auch im Gesicht behaart ist, im Zoogesellschaftshaus ausgestellt. - In Frankfurt wird das Geschäftshaus Dreikaiserhaus Kaiserstraße 3-5a auf enteignetem Cronstettenstiftgrund erbaut. - In Frankfurt finden regelmäßig antisemitische Veranstaltungen im Hotel Kölner Hof am Bahnhof Gneisenaustraße 1-5 (2016 Mannheimer Straße 1-5 Türkisches Generalkonsulat) statt. Der Besitzer Hermann Laas (--) ist gleichzeitig der Vorsitzende des Deutschen Vereins, dessen Hauptziel der Kampf gegen das Judentum ist.

1893 In Frankfurt tritt der wiener Zirkusdirektor Albert Schumann (35) sehr erfolgreich auf und bleibt auch im Folgejahr. - In Frankfurt treten im Theater Orpheum (2016 Zeil 53-62) die Gebrüder Skladanowsky mit ihrem elektro-mechanisch-pyrotechnischen Wasserschauspiel auf. Auf dem Programmzettel wird auch für das Hotel Milani Ecke Zeil/Große Eschenheimer und das Cafe Royal geworben. - Der protestantische Erbgroßherzog Wilhelm Alexander von Nassau Weilburg (St) (41) heiratet in Österreich die katholische portugiesische Infantin Maria Anna von Braganza (St) (32). - In Frankfurt Höchst wird das Haupt-Comptoir der Farbwerke vorm Meister, Lucius und Brüning erbaut. - Der in Holstein geborene Prinz Friedrich Karl von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (25) heiratet die jüngste deutsche Kaisertochter Margarethe von Preußen (St) (21). - Der in Bad Homburg geborene Vollmatrose Robert Fuchs-Liska (23) kehrt nach einer schweren Malariaerkrankung nach Frankfurt zurück und absolviert in der Alten Oper eine Ausbildung zum Opern-Tenor. - In Mainz ziehen alle weiblichen Mitglieder des Mainzer Alice-Frauenvereins für Krankenpflege gemeinsam in ein gemietetes Wohnheim. - In Kronberg wird die burgähnliche Villa Guaita vom frankurter Kaufmann, Weinhandlung Mumm Teilinhaber, frankfurter IHK Vorsitzender und Aufsichtsrat der Deutschen Bank Max von Guaita (51) in einem 13 Hektar großen Park an der Guaitastraße erbaut. - In Frankfurt schafft die Eisenbahn die Stationsglocke als Einstiegszeichen ab und ruft stattdessen die Züge im Wartesaal aus. - Erster Auftritt des marokkanischen Fakirs Soliman ben Aissa in den Reichshallen. - In Frankfurt eröffnet das Luxushotel Frankfurter Hof am Kaiserplatz im Südflügel das Restaurant American Bar. - In Hanau eröffnet die erste Auslandsniederlassung der Dunlop Pneumatic and Tire Co GmbH, deren Mitbegründer der in Darmstadt geborene frankfurter Fahrradhersteller Heinrich Kleyer (40) ist.

1892 In Darmstadt stirbt Großherzog Ludwig IV von Hessen und bei Rhein (St) (55). - In Frankfurt fährt die Pferdebahn bis zum Hauptfriedhof. - In Darmstadt heiratet Prinz Heinrich von Hessen Darmstadt (St) (54) in zweiter morganatischer Ehe Emilie Hrzic de Topuska (St) (24) (+1961) die dafür zur Freifrau von Dornberg erhoben wird. - In Oberursel gründet der Gnom Petroleummotorenentwickler und Ingenieur Willy Seck (24) die Firma W. Seck & Co. - In Bad Nauheim veröffentlich Wilhelm Aletter (25) eine erste Sammlung von 12 Klavierstücken. - In Wiesbaden geht der Unternehmer Philip Helfmann mit seinem Luxushotel Kaiserhof in der Frankfurter Straße links neben der Augusta Victoria Bad noch in der Rohbauphase Konkurs und wird vom Bauunternehmen HOCHTIEF in Frankfurt Kelsterbach übernommen. - Mit dem Tod von Graf Maximilian von Solms Rödelheim Assenheim (St) (48) wird sein Sohn Karl Franz von Solms Rödelheim Assenheim (St) (28) neuer Graf. - In Frankfurt wird der Dirigent Ludwig Rottenberg (28) an Stelle von Richard Strauss (28) auf Empfehlung von Johannes Brahms (59) Erster Kapellmeister an der Oper Frankfurt Opernplatz und bleibt dies 34 Jahre. - In Mainz führt der Inhaber Franz Schmitt der Brauerei Zur Sonne mit ihrem Schankhaus Zur Sonne in der Betzelsgasse und ihrem Brauhaus in der Gonsenheimer Straße alias Hohl als erste mainzer Brauerei Flaschenbier ein. - In Frankfurt wird der Bierbrauersohn Otto Theodor Binding geboren. - In Frankfurt wird das schloßähnliche Palais Reichenbach Lessonitz in der Taunusanlage für die morganatische hessendarmstädter Prinzenwitwe Witwe Gräfin Amélie von Reichenbach-Lessonitz (St) (32) als Witwensitz errichtet. - In Groß Gerau wird die Synagoge von der Ecke Mainzer Straße/Stellgasse in die Adolf-Göbel-Straße alias Europakreisel verlegt. - In Darmstadt wird das Hotel Britannia Ecke Rheinstraße/Georgenstraße eröffnet. - In Wiesbaden hält sich der Schriftsteller Heinrich Mann (21) im Sanatorium Lindenhof wegen einer Lungenerkrankung auf. - In Darmstadt wird Prinz George Louis Victor Henry Serge von Battenberg (St) als Sohn von dem in Graz morganatisch geborenen britischen Admiral Ludwig Alexander von Battenberg (49) und der in Windsor Castle geborenen englischen Königsenkelin Prinzessin Victoria Alberta von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (29) geboren. - In Frankfurt wird der Verein zur Hebung der Sittlichkeit gegründet. - In Frankfurt wird im Gasthof Storch Saalgasse 1 die Zentrumspartei gegründet. - In Frankfurt wird der Blitzzug nach Berlin eingeweiht. - In Frankfurt tauchen massenhaft antisemitische Flugblätter in der Machart von dem in Frankfurt geborenen Bibliothekar Otto Böckel (33) mit einem Aufruf zum Kaufboykott bei jüdischen Läden auf. - In Frankfurt kommt am Hauptbahnhof der italienische König Umberto (St) (48) mit seiner Cousine und Ehefrau Margarethe von Genau Habsburg Österreich (St) (41) aus Berlin an. Auf der Kaiserstraße und danach auf der Forsthausstraße alias Kennedyallee nehmen sie eine Husarenregimentsparade ab.

1891 In Frankfurt wird an der Zeil 110 die Hauptpost alias Postamt 1 im Historismusstil auf dem Grund des ehemaligen Renaissancegasthauses Rotes Haus mit den einverleibten Nachbarhäusern Weinhaus Drexler und Russischer Hof eröffnet. - In Langenschwalbach alias Bad Schwalbach Lindschied lässt der amerikanische Anheuser-Busch Großbrauer Adolphus Busch (52) eine burgähnliche Villa als Sommerresidenz erbauen. - In Frankfurt kauft die Stadt Frankfurt das 29 Hektor große Günthersburggelände, reißt die Orangerie ab und macht daraus einen Park. - Prinz Friedrich Karl von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (23) ist in den Sexskandal Kotze-Affäre im Jagdschloss Grunewald verwickelt bei dem Gruppensex veranstaltet worden sein soll und der die Homosexuellen unter den kaiserlichen Beratern bloss stellt. - In Wiesbaden werden Ferngespräche handvermittelt. - In Frankfurt eröffnet der im polnischen Wartheland geborene neu zugezogene jüdische Unternehmer Hermann Wronker (24) ein Textilwarengeschäft Ecke Zeil 81/Hasengasse. - In Frankfurt stirbt der in Wien geborene Fürst Georg von Solms Braunfels (St) (55). - In Wiesbaden verkauft die Brauereigesellschaft Wiesbaden Mainzer Straße 99-101 (2016 Mc Donalds) ihr erstes Bier. Es werden 53321 Hektoliter. - In Frankfurt heiratet der kinderlose Witwer und Bierbrauer Conrad Binding (45) Anna Margaretha Lindheimer (24) und zeugt mit ihr sein erstes Kind. - Der in Fulda geborene Prinz Karl von Ardeck (30) heiratet in Liège Elisa Strehlow.(29). - In Darmstadt gründet sich der Freie Arbeiter und Athletik Sport Verein. Vereinslokal wird das Brauereirestaurant Zur goldenen Kette Obergasse 44. - In Frankfurt tritt im Variete Theater Orpheum (2016 Zeil 53-62) das Berliner Parodie-Theater unter der Leitung seines Direktors Hugo Busse auf. - In Frankfurt wird per Zeitungsbericht gemeldet, dass der Gasthof Römischer Kaiser auf der Zeil (2016 Karstadt Ecke Zeil 90/Schäfergasse) mit der Übernahme durch Gustav Quietz kein israelitischer Gasthof mehr ist. - In Frankfurt veranstaltet der Rheinische Rennverein das Landgrafen Rennen und das Wäldches Rennen auf der Pferdebahn am Forsthaus. - In Frankfurt startet der Ballonfahrer Hermann Lattemann (39) seine 500. Fahrt im Zoo. - In Frankfurt logiert der König von Rumänien Karl Eitel Friedrich von Zollern Sigmaringen (St) (52) im Hotel Englischer Hof am Roßmarkt 15. Seine Frau ist Gräfin Elisabeth von Wied (St) (48). - In Frankfurt steigt die Prinzessin von Wales mit ihrem Gefolge aus Italien kommend im Hotel Englischer Hof am Roßmarkt 15 ab. - In Frankfurt wird ein Verein gegen den Mißbrauch von Alkohol gegründet. - In Frankfurt Bornheim wird die Karnevalsgesellschaft Wau-Wau gegründet. - In Kronberg kauf Kaiser Wilhelm II von Zollern Preußen (St) (32) die Burg Kronberg und schenkt sie seiner in Buckingham geborenen Mutter und Witwe Kaiserin Victoria von Sachsen Coburg und Gotha von Großbritannien und Irland (St) (51). - In Frankfurt stirbt der Firma Schwab und Schwarzschild Besitzer Ferdinand Schwarzschild, der das palastartige Haus Braunfels (2016 Neue Kräme 31 und Liebfrauenberg 33) besitzt. Der in Arolsen geborene Fürst Georg Viktor von Waldeck-Pyrmont (St) (60) heiratet die Herzogstochter Louis von Schleswig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (33). - Graf Alexander von Erbach Erbach Wartenberg Roth, Herr von Breuberg wird geboren.

1890 Der in Wiesbaden geborene Geschäftsmann und Kunstsammler Hugo Reisinger (34) heiratet Edmee Busch (19), die Tochter des in Mainz Kastel geborenen amerikanischen Anheuser Busch Präsidenten und Großbrauers Adolphus Busch (51). - In Frankfurt wird der aus Stade stammende Amtsrichtersohn Franz Adickes (44) frankfurter Oberbürgermeister. - Der in Wiesbaden Biebrich geborene protestantische Herzog ohne Land und mit einem Erbsohn ohne männlichen Erben Adolph von Nassau Weilburg (St) (73) erbt das Großherzogtum Luxemburg im katholischen Luxemburg, weshalb sein durch seine morganatische Ehe entrechtete in Wiesbaden Biebrich geborener jüngerer Halbbruder Prinz Nikolaus Wilhelm zu Nassau (St) (58) für seinen Sohn Graf Georg Nikolaus von Merenberg (St) (19) die Thronfolge beansprucht. - Wiesbaden hat 100000 Kurgäste. - Deutschland hat 49428470 Einwohner. - Frankfurt hat 180020 Einwohner, Mainz hat 71395 Einwohner, Wiesbaden hat 64670 Einwohner und Darmstadt hat 55883 Einwohner.  - In Wiesbaden kommt der sondershausener Musikpädagoge Hugo Riemann (41) mit seinem oberpfälzer Schüler Max Reger (17) aus Sondershausen an und beide besuchen das Wiesbadener Konservatorium. - Der letzte Fürst von Solms Braunfels, Prinz Georg Friedrich von Solms Braunfels (St) wird geboren. - In Frankfurt wird das ehemalige Gasthaus Zum goldenen Roß, ehemaliges Hotel de Hollande als Hotel Kaiserhof Westseite Goetheplatz in das Restaurant Kaiserhof umgewandelt (2016 Nespresso Boutique Goetheplatz 5-7 neben Vapiano). - Der morganatische Prinz Friedrich von Ardeck (32) heiratet in Dresden Anne Hollingswort Price (22). - In Darmstadt ist das Hotel Prinz Heinrich (1974 Hotel Knauf) in der Bleichstraße eröffnet. - In Frankfurt erscheint die Erstausgabe der SPD Tageszeitung Volksstimme. - In Frankfurt kommt es zu einem Großbrand in der Henninger Brauerei am Sachsenhäuser Berg. - In Frankfurt finden im Neugarten des Palmengartens Lawn-Tennis-Wettspiele statt. - In Frankfurt ist die Hundeplage so groß, dass streunende Hunde sogar mit Drahtschlingen gefangen werden. - Der in Gedern geborene Besitzer der Burg Eppstein Graf Otto von Stolberg Wernigerode (St) (26) wird in den Fürstenstand erhoben.

1889 In Wiesbaden wird die Langenschwalbacher Bahn, (2016 Aartalbahn) am Rheinbahnhof eröffnet. - An den Bahnhöfen werden zu den bestehenden Automaten für Ansichtskarten und Taschenbücher in den Reclam-Bücher-Automaten mit der Zehnpfennigbibliothek aufgestellt. - In Frankfurt Höchst gibt es einen Ruderklub. - Der frankfurter Teehändlersohn Rudolf Ronnefeldt (24) reist in Sachen Tee um die Welt und dokumentiert den weltweiten Teehandel. - In Mainz zieht die Brauerei Schöfferhof ehemals Brauhaus Zum Korb von der Korbgasse 3 in die Martinsstraße 11 um. In der Schusterstraße 18 und in der Korbgasse 3 wird weiter Bier ausgeschenkt. - Der in Verona morganatisch geborene hessendarmstädter Prinzensohn und abgedankte bulgarische Fürst Alexander Joseph von Battenberg (St) (32) heiratet als neu ernannter Graf Alexander von Hartenau die in Bratislava geborene Opernsängerin Johanna Loisinger (24) und zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück. - Der in Frankfurt geborene Bankier und mit einer Opernsängerin verheiratete Ludwig Gottlieb Friedrich von Erlanger (53) kauft das Schloss  Rheingrafenstein bei Kreuznach. Sein Schwiegersohn ist Prinz Alexander von Solms Braunfels (34). - In Frankfurt verlässt der in Solingen geborene ehemalige züricher Hauslehrer und Journalist, Schriftsteller unter dem Pseudonym mit adeligem Charakter Walter Schulte vom Brühl alias Walther Schulte Heuthaus (31) die Unterhaltungsbeilagenredaktion Didaskalia der frankfurter Tageszeitung Frankfurter Journal und wechsel als neuer Chefredakteur zur wiesbadener Tageszeitung Wiesbadener Tagblatt. - In Frankfurt wird das Langhaus der Dominikanerkirche als Stadthalle und Konzerthalle genutzt und sogar ausgemalt. - In Frankfurt wird die Villa Kissel des frankfurter Kaufmanns Norbert Kissel in der Freiherr vom Stein Straße 65 fertiggestellt. - In Frankfurt findet ein Wiener-Komponisten-Abend im Palmengarten statt. - In Frankfurt findet eine Hauptversammlung des Verbandes Frankfurt der Deutschen Generalfechtschule statt. - In Frankfurt ist im Trambahnhäuschen an der Hauptwache ein Telefon. - In Frankfurt zieht die älteste Weinstube Franz Schmitz in der Kirchgasse 6 ins Hanss Sachs Haus in der Bockenheimer Gasse um.In Frankfurt dirigiert der Komponist Peter Iljitsch Tschaikowsky (49) seine 3. Orchestersuite bei der Frankfurter Museumsgesellschaft.

1888 In Frankfurt befindet sich das Polizeipräsidium Ecke Neue Zeil/Klingerstraße. - In Frankfurt wird der Hauptbahnhof als größter europäischer Bahnhof eröffnet. - In Frankfurt werden die letzten Gleise zum Hauptbahnhof in der Nacht zum Eröffnungstag verlegt, bevor um 04.47 Uhr der erste Zug, der Nachtzug 306 mit einer blumengeschmückten Lokomotive unter Hurrarufen und zum Erstaunen der Anwesenden voll mit eisenbahnbegeistereten Frankfurtern, die nachts zur Bahnstation der Stadt Bockenheim gewandert sind und dort einstiegen um das letzte Stück mitzufahren, einfährt. Alle Feierlichkeiten sind wegen des Todes des Kaisers verboten. Am Abend kommt es zum ersten Eisbahnunfall im neuen Bahnhof. - In Offenbach wird eine Heilquelle mit salzigem Wasser, die Kaiser-Friedrich-Quelle erschlossen. - Die in Wien geborene wohlhabende jüdische Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim (29) zieht mit ihrer Mutter in deren Geburtsort Frankfurt. - In Frankfurt eröffnen zwei private Dampfstraßenbahnlinien. - In Frankfurt eröffnet die Pferdebahnlinie nach Eschersheim, die am Eschenheimer Tor startet. - In Wiesbaden mietet sich die serbische Königin Natalie (29) nach der Flucht vor ihrem trunksüchtigen und verschwenderischen Ehemann mit ihrem Sohn Kronprinz Alexander (12) im Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser Friedrich Platz Südseite und zieht danach in die Villa Clementine Frankfurter Straße 1, von wo Kronprinz Alexander (12) mit Billigung der deutschen Regierung unter dem neuen deutschen Kaiser Wilhelm II von Zollern Preußen (St) (29) und Reichskanzler Otto von Bismarck (St) (73) und mit der Anweisung auch Gewalt anzuwenden zum Taunusbahnhof Ecke Rheinstraße/Friedrich-Ebert-Allee gebracht und nach Serbien im Salonwagen zurückgebracht wird. - In Mainz sitzt das Fastnacht-Comitee beim Fastnachtszug auf einem zu einem Elefanten umgebauten Prunkwagen. - In Wiesbaden werden alle berufsbezogenen Fachvereine polizeilich geschlossen, da sie stadtbekannte SPD Mitglieder führen. - In Wiesbaden kauft der katholische Kolpingverein ein eigenes Kolpingshaus mit Saal in der Dotzheimer Straße 24. - In Frankfurt Bornheim Bergerstraße 275 wird im großen Festsaal des Gasthauses Zur weißen Lilie Berger Straße 275, dem größten Tanzsaal und Concertsaal der Stadt Frankfurt, wo es Oberlaenders Exportbier hell und selbstgekelterten Aepfelwein alias Apfelwein gibt und eine 12 Mann starke Hauskapelle unter Leitung des Dirigenten Fritz Schwalb auf frisch gewichstem Parquet für größte Tanzbelustigungen sorgt, der Bornheimer Karneval gegründet. - Der in Potsdam geborene zweitälteste Kaisersohn Heinrich von Zollern Preußen (St) (26) heiratet seine in Darmstadt geborene bluterkranke Cousine Prinzessin Irene von Hessen-Darmstadt (St) (22), die Schwester der bluterkranken späteren russischen Zarin Alexandra von Hessen Darmstadt (St) (16). - In Frankfurt zieht das Hoch´sche Konservatorium vom Saalhof in die Eschenheimer Landstraße 4 (2016 Metropolis Kino) um. - In Frankfurt ist das größte und schönste Haus Zum großen Reifenberg, Rossmarkt 10 abgebrochen und durch einen Neubau der Germania-Versicherung ersetzt. - In Mainz wird im Gasthaus Brauhaus zum Gutenberg der Mainzer Athleten-Klub gegründet. - In Frankfurt Bockenheim wird der Atomphysiker Wilhelm Lenz geboren. - In Darmstadt bringt Merck garantirt reine Reagentien heraus die pro analysi verbindliche Reinheitsstandards erfüllen. - In Frankfurt wird das Adler Dreirad hergestellt. - In Frankfurt Bockenheim eröffnet der in Elberfeld geborene gehbehinderte Chemiker und Fotograf Rudolf Krügener (St) (41), der eine der kleinsten Spionagekameras der Zeit in Form eines Buches herstellt, eine eigene Werkstatt für Fotokameras, das Dr Rudolf Krügener, Photochemische Laboratorium und Fabrik photographischer Apparate Frankfurt-Bockenheim, wo er sogar seine Linsen selbst schleift. - In Wiesbaden heißt das Paulinenschlößchen in der Prinzessin Elisabeth Straße Herzogliches Palais Pauline. - In Offenbach findet ein Fechterkongress statt. - In Mainz wird die Nationalbühne Mainz am Gutenbergplatz 7 von Gasbeleuchtung auf elektrische Beleuchtung umgestellt. - In Frankfurt schenkt der jüdische Bankhausinhaber Theodor Stern (51) der Stadt Frankfurt das 83 m² große Volksbrausebad am Merianplatz mit vierzehn Duschzellen, vier für Frauen und zehn für Männer und den Trockenräumen darüber. - Der in Darmstadt geborene Prinz August von Sayn Wittgenstein Berleburg (St) (54) stirbt in St Petersburg.

1887 In Frankfurt wird der Fahrradhersteller Heinrich Kleyer (34) Lieferant des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, erhält Staatsaufträge für Zweiräder und Dreiräder und baut eine Fabrik in der Höchster Straße alias Kleyerstraße. - In Frankfurt tritt im Konzerthaus Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) der Komponist Richard Strauss (23) auf. - In Offenbach wird in der Herrnstraße ein Hallenbad vom Stadtbadverein eröffnet. - In Wiesbaden ist Freiherr Eduard von Seckendorff Telegrafendirektor. - In Frankfurt Niederrad wird nach einem Anstieg der Mainverschmutzung die erste Kläranlage auf dem Kontinent fertiggestellt. - In Mainz wird der Zoll- und Binnenhafen eingeweiht. - In Frankfurt wird das im gotischen Stil erbaute Zeughaus auf der Zeil (Zeil 65-69) abgerissen, neben dem der Platz Konstabler Wache entsteht. - In Wiesbaden wird zum 25 Jährigen Jubiläum ein erster großer Fastnachtszug durch die Stadt veranstaltet. 1887 In Frankfurt stirbt die verwitwete Fürstin Amalie von Sayn Wittgenstein (St) (85) Gräfin von Bentheim Tecklenburg Rheda. - In Mainz wird das Grandhotel Central Hotel Eden Bahnhofplatz 8.

1886 In Frankfurt wird das Polizeigefängnis Klapperfeld fertig gestellt. - In Frankfurt verkauft der in Darmstadt geborene Heinrich Kleyer (33) sein erstes Adler-Niederrad alias Fahrrad mit Luftreifen, produziert in der neu gegründeten Firma Adler Fahrradwerke vormals Heinrich Kleyer. - Der in Bad Homburg geborene Robert Fuchs-Liska (16) reist von zu Hause aus und Fährt als Schiffsjunge zur See. - Der Freiherr von Stein Besitz geht an den in Polen geborenen Graf Alexander von Kanitz (St) (38) über. - In Frankfurt eröffnet der baden-badener Kolonialwarenhändler Eduard Meßmer (62) eine Filiale, in der sein Sohn Otto Meßmer (30) Tee verkauft. - In Frankfurt löst die Kettenschifffahrt die Treidelschifffahrt ab. Kettendampfer schleppen Verbände von mehreren hundert Metern Länge an einer im Fluss versenkten Kette entlang. - In Darmstadt Griesheim ist der Fuß Exerzierplatz über die Darmstädter Dampf-Straßenbahn erreichbar. - In Frankfurt gibt es in der Altstadt nur noch die Brauerei und Mälzerei zum Essighaus, eine der ältesten, im Besitz von Fritz Eurich, das Brauhaus in der Klostergasse von Leschhorn´s Nachf. und das Brauhaus auf der Rechneigrabenstrasse von J J Müller. Alle Keller liegen außerhalb der Stadt. An der Neuen Zeil benutzt die Brauerei JG Henrich ihr Brauhaus nur noch zum Mälzen. - In Frankfurt Sachsenhausen gibt es 3 Brauereien. Die älteste ist die Brauerei JH Bauer jun in der Schulstraße. Das Sudhaus von Franz Bär liegt am Eisernen Steg. Die Brauerei FS Gellert Witwe braut im Sudhaus Rodenhausen an der alten Brücke. Auf dem Sachsenhäuserberg alias Mühlberg liegen zehn Brauhäuser nebeneinander und es gibt 16 Braukeller. Aufdem Röderbeg lieg die Brauerei Oberländer Bierbrauerei Aktiengesellschaft früher Gross& Oberländer. In Frankfurt Oberrad liegt die Brauerei von Johann Nicolaus Stern Witwe. - In Hattenheim erhält die Kellerei Wilhelmi das 1400 Hektoliter große Weinfass der frankfurter Fassfabrik Heinrich Wellhöfer Mörfelder Landstraße. - In Frankfurt stellt die Fabrik Dr Strube & Soltmann an den Eschenheimer Anlage künstliches Mineralwasser in grösseren Mengen her. - In Frankfurt ist der Großbrauer Fritz Eurich Pächter der Großmälzerei mit einer Jahreskapazität von 500 Tonnen von Heinrich Wellhöfer an der Mörfelder Landstraße. - Der in Mainz als Schuhmachersohn geborene deutschlandweit erfolgreiche Großgastronom Lorenz Adlon (37) geht nach Berlin und eröffnet mit dem Restaurant Hiller den angesagtesten Treffpunkt für den deutschen Hochadel. - In Frankfurt Rödelheim wird der Gutsbesitzer Freiherr Karl Friedrich von Schorlemer (St) im klassizistischen Schloss Rödelheim geboren.

1885 Typhus-Epidemie in Wiesbaden. - Frankfurt hat 222726 Einwohner, Mainz hat 65852 Einwohner und Wiesbaden hat 55454 Einwohner. - In Darmstadt Bessungen stirbt die in Berlin geborene Prinzessin Elisabeth von Hessen-Darmstadt alias Elisabeth von Zollern Preußen (St) (70). - In Frankfurt beginnt der in Frankfurt geborene und von der Filiale in New York zurückgekehrte Bankier Johann Carl de Neufville (36) das Evangelium zu predigen und gründet und stiftet im frankfurter Nordosten eine Innere Mission. - In Frankfurt beginnt die Eisengießerei Mayfarth & Co. mit der Industrialisierung der Vorstadt vor der Galluswarte. - In Wiesbaden gibt es unter dem Geheimen Postrat Theodor Karass 68 private Telefonanschlüsse und im Parterre des Seitenflügels der Post Rheinstraße 23-25 die erste Fernsprechvermittlung mit 2 Beamten, die täglich 180 Gespräche mit Hier Amt, was belieben? vermitteln. - In Wiesbaden wird im Dierer´schen Haus alias Gasthaus Zum Hirschen Dotzheimer Straße die katholische Kolpingfassenacht alias Fastnacht gegründet. - Die Reichspost erlaubt Bildpostkarten alias Ansichtskarten zu verschicken. - Der in Mailand morganatisch geborene hessendarmstädter Prinzensohn Fürst Heinrich Moritz von Battenberg (St) (27) heiratet die im Londoner Schloss Buckingham Palace geborene englische Königinnentochter Prinzessin Beatrice von Großbritannien und Irland (St) (27) und erhält den Titel Königliche Hoheit. - Die in Wiesbaden Biebrich geborene Tochter des abgesetzten nassauischen Herzogs Adolph von Nassau Weilburg (St) (68) Prinzessin Hilda von Nassau Weilburg (St) (21) heiratet den badener Großherzog Friedrich II von Baden (St) (28). - In Frankfurt entwickeln der frankfurter Mechanikermeister Krücke und der in Elberfeld geborene gehbehinderte Agfa Chemiker und Fotograf Rudolf Krügener (St) (38) wegen seiner Behinderung eine der kleinsten Kameras der Zeit, die Dr. Krügenersche Taschenbuch Kamera, eine Spionagekamera. - In Frankfurt wird die Galluswarte zu einem Entlüftungsturm der Abwasserkanalisation umfunktioniert. - In Windsor Castle gebärt die hessische Großherzogstochter Prinzessin Viktoria von Hessen-Darmstadt (St) (22) als Ehefrau des morganatisch geborenen Prinzen Ludwig von Battenberg (St) (31) ihre geisteskranke Tochter Alice von Battenberg (St), die Mutter von Prinzgemahl Philipp von England (2016), der wiederum seine Cousine Queen Elisabeth II von England (2016) heiraten wird.

1884 In Frankfurt wird die erste echte elektrische Straßenbahn der Welt von der Alten Brücke zum Mathildenplatz in Offenbach von der Frankfurter Trambahn Gesellschaft in Betrieb genommen. - In Offenbach zieht die Reichspost von der Frankfurter Straße 31 an den Aliceplatz um. - In Offenbach wird am Aliceplatz die Telefonvermittlung mit 19 Anschlüssen, hauptsächlich Firmen in Betrieb genommen. - In Darmstadt heiratet der in Darmstadt Bessungen geborene und verwitwete Großherzog Ludwig IV von Hessen und bei Rhein (St) (47) morganatisch, die gerade geschiedene russische Geschäftsträgerfrau, in Warschau geborene Grafentochter Alexandrine von Hutten-Czapska (St) (30) und am gleichen Tag seine älteste Tochter Prinzessin Victoria von Hessen Darmstadt (St) (21) regulär Prinz Ludwig Alexander von Battenberg (St) (30). Großherzog Ludwig IV von Hessen und bei Rhein (St) (47) muss auf Druck der englischen Königin seine morganatische Ehe annullieren lassen. - In Mainz wird der Ludwigsbahnhof in der Rheinstraße aufgegeben und durch den neuen Centralbahnhof alias Hauptbahnhof ersetzt. - Der in Darmstadt Bessungen geborene jüngste Prinz Wilhelm von Hessen Darmstadt (St) (39) heiratet morganatisch die Französin Josephine Bender von Lichtenberg (St) (27), die Mutter seines in Darmstadt unehelich geborenen Sohnes Gottfried von Lichtenberg (St) (07). - In Mainz setzt das begeisterte Carnevalsvereinsmitglied Konrad Sutter riesige Pappfiguren Riwwelmattese vor die Säulen der Galerie der fertiggestellten Stadthalle Gut Stubb Rheinstraße 68 (2016 Hilton Hotel). - In Wiesbaden eröffnet in der ehemaligen Metzgerei in der Wagemannstraße 9 das Weinlokal Binger Wein-Schänke, in der, da die Toiletten noch nicht fertig sind, der Wirt Peter Külzer einfach einen Eimer für die kleine Notdurft vor die Tür stellt, wodurch die Lokalität den Spitznamen Der Eimer erhält. - In Frankfurt malt der schwarzwälder Holzarbeitersohn Hans Thoma (45) im Kaffeehaus Cafe Bauer Ecke Schillerstraße 2/ An der Hauptwache (2016 WMF) Tierkreiszeichen, Monatsallegorien, einen Bacchuszug und einen Gambrinuszug mit unzähligen nackten Putten und Satyrn an die Wände, was zu einem Sturm der Entrüstung der Besucher führt, weshalb die Wandmalereien wieder übertücht werden. - In Frankfurt wird an der Ecke Taunusanlage/Taunustor ein Pissoir für vier Personen aufgestlellt. - In Frankfurt betreibt die Firma Kullmann & Lina Bockenheimer Landstraße 175 vor der Galluswarte eine kunstvoll eisengeschmiedete öffentliche Bedürfnisanstalt alias Pissoir. - In Frankfurt wird die Brauerei Binding am Sachsenhäuserberg in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. - Der morganatisch geborene hessendarmstädter Prinzensohn Prinz Ludwig Alexander von Battenberg (St) (30) heiratet die in Windsor Castle geborene hessendarmstädter Großherzogentochter Prinzessin Viktoria von Hessen-Darmstadt (St) (21). - In Frankfurt stirbt der in Kopenhagen geborene hessenkasseler Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (63). - In Diedenbergen stirbt der blinde Schulmeistersohn, Volksdichter, Zeitungssänger und Orgelspieler George May Keim (80).

1883 In Freiendiez wird der in Naurod geborene Dorfschullehrersohn Rudolf Dietz (20) Dorflehrer und beginnt Gedichte und Theaterstücke zu schreiben. - In Langen verleiht der in Darmstadt Bessungen geborene Großherzog Ludwig IV von Hessen und bei Rhein (St) (46). mit der Weihe der Stadtkirche dem Marktflecken Langen die Stadtrechte. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene Bankier Mitbegründer des Bankhauses Maerklin & Co., Kommerzienrat, Ehrenpräsident der Frankfurter Handelskammer, Mitglied in der Museums Gesellschaft und im Cäcilienverein Johann Gustav Adolf von Neufville (35) in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben. - In Wiesbaden wird der in Bad Ems geborene Carl Bernhard von Ibell (36) vom Bürgermeister zum Oberbürgermeister erhoben. - In Höchst wird der Chemiewerkdirektor Adolf Brüning (46) in den preußischen Adelsstand erhoben. - In Eltville Erbach stirbt die in Berlin geborene niederländische Königstochter Wilhelmine Friederike Luise Charlotte Marianne von Oranien Nassau (St) (73) im Schloss Reinhartshausen. - In Wiesbaden hält die verbotene SPD geheime Wahlversammlungen ab. - In Bad Homburg kauft Conrad Ritter (--) die Villa Kaiser Friedrich-Promenade 69 der verstorbenen morganatischen Kronprinzenehefrau und ehemaligen wiener Tänzerin Freifrau Therese von Barnim und baut es zum Parkhotel Ritter mit Restaurant (2016 Hotel Steigenberger) um. - In Frankfurt wird das baufällige Bierhaus Bavaria Ecke Schillerstraße 8/Hauptwache zu einem der prächtigsten Geschäftshäuser Frankfurts mit einer Löwenquadriga und einer Bavaria Göttin mit Siegerkranz an der Fassade. - In Frankfurt wird eine privat betriebene öffentliche Toilette für Frauen mit Wasserklosett und Waschmöglichkeit und Wartefrau alias Toilettenfrau aber auch mit Benutzungsgebühr aufgestellt. Die frankfurter Firma Fabrik für Closets, Latrinen, Tonnenanlagen, Bedürfnis-Häuschen als Spetzialitäten Kullmann & Lina (August Fass& Co. Nachf.) in der Bockenheimer Landstraße 175 unterliegt meistens der reichsweit agierenden berliner Firma Paul Franck im Ausschreibungsverfahren. - In Frankfurt betätigt sich der in Wehen geborene kranke evangelische Dekansohn, ehemalige Hochschuldirektor und Chemiker Richard August Carl Emil Erlenmeyer (58) als Privatgelehrter, wo er 10 Jahre lang bleibt. - In Main bilden die mainzer Jean Ring als General, Josef Wallau als Kriegsminister und Jean Dremmel als Präsident die Führung einer neugegründeten Prinzengarde zur Fastnacht in selbstentworfenen kurmainzer Füsilieren nachempfundenen Uniformen und vereidigen die Rekruten. - In Wiesbaden wohnt der in Hamburg geborene Johannes Brahms (50) in der Geisbergstraße (2016 Schöne Aussicht) in Wiesbaden im Haus der rüdesheimer Familie Beckerat und schreibt dort u.a. die 3. Sinfonie F-dur, op. 90 alias Wiesbadener Sinfonie. - In Geiseneheim wird der Grafensohn Philipp Rudolf Anselm Franz von Ingelheim Mespelbrunn () als Sohn von Graf Philipp Alexander Carl Joseph Jacob Friedrich Ludwig von Ingelheim Mespelbrunn (St) (28) und Freiin Lucia Maria Barbara Brigitte de Lasalle von Louisenthal (St) (22) geboren. - In Frankfurt kaufen der in Hanau geborene Louis Sommerhoff und seine Frau Elise Schumann, die Tochter von Clara Schumann (64) die Villa Gutleutstraße 299 (2016 Schule am Sommerhoffpark) am Mainufer und bauen sie zur Villa Sommerhoff um. - Der in Paris geborene Multimilliardär Fürst Alexander von Sayn Wittgenstein (St) (36) heiratet in London in morganatischer zweiter Ehe die unstandesgemäße Helene Krolikowska (29), weshalb er seinen Fürstentitel abgeben muss. Kinder aus dieser Ehe heißen xxx von Hachenburg. Die morganatischen Kinder seines Bruders, der sich für den Fürstentiel extra scheiden ließ, nennen sich xxx von Falkenberg.

1882 Wetter: In Frankfurt Hochwasser vom Anlagenring bis zu den Riederhöfen, in Offenbach bis zum Marktplatz. - In Frankfurt brennt die Landwirtschaftliche Halle in der Ostendstraße ab. - In Offenbach wird der Rabbiner Salomon Formstecher (74) erster jüdischer Ehrenbürger. Er erhält vom hessischen Großherzog einen Orden. - In Wiesbaden wird die großbürgerliche Villa Clementine mit prächtigen Stuckdecken, Eisenguss-Geländern und schwarzem Marmortreppenhaus fertiggestellt. - In Wiesbaden brennen im Kurhaus elektrische Lampen. - In Frankfurt wird eine erste Kläranlage erbaut. - In Frankfurt zieht der in Idstein geborene Amerikarückkehrer, Goldrauschunternehmer und frankfurter Rentier Marks John Livingston alias Markus Löwenstein (58) aus seiner Villa Bockenheimer Landstraße 33 in seine neu erbaute Stadtvilla Livingston´sches Stallgebäude in der Ecke Ulmenstraße 20/Kettenhofweg, das aus Platzgründen eine Stall im ersten Stock der Villa hat, der nur mit einem Pferdekutschen-Aufzug erreichbar ist. - In Mainz gibt es 52 Hydranten, 7 Feuermeldestellen und 892 Meter Feuerwehrschlauch. - In Frankfurt veranstaltet die Frankfurter Rudergemeinschaft Germania zum ersten Deutschen Rudertag eine Regatta, wobei die erste Deutsche Meisterschaft im Einer ausgetragen wird, die das frankfurter Rudermitglied Achilles Wild gewinnt. - Auf Burg Rheinstein bei Bingen am Rhein lässt sich die geisteskranke Fürstentochter Wilhelmine Luise von Anhalt Bernburg (St) (83) und Witwe von Prinz Friedrich von Zollern Preußen (St) (++) bestatten. Die Geisteskrankheit hatte sie von ihre Mutter Marie Frederike von Hessen Kassel (St) (++) geerbt. - In Wiesbaden verfasst die in Mainz geborene Schriftstellerin Auguste Arens von Braunrasch (58) nach mehreren Reisen unter einem männlichen Pseudonym Julius Rasch oder Max von Pleiner die Lustspiele Aus Eifersucht, der Bürgermeister, Luise und Aus dem Land der Magyaren. - In Darmstadt verbringt Prinz Ludwig von Battenberg (St) (28) das Weihnachtsfest. - In Frankfurt sind 68 % der Juden im Handel tätig. - In Frankfurt ist das Kaffeehaus Müller auf der Zeil 39 (2016 adidas Zeil 105), das ehemalige Gasthaus Zur Sanduhren

1881 Wetter: In Mainz bricht der neue Damm beim Hochwasser. - In Frankfurt nimmt die Post eine Telefonvermittlung mit fünfzig Teilnehmern in der Zeil 110 in Betrieb, obwohl es bereits über 100 Anmeldungen von frankfurter Geschäftsleuten gibt. Die frankfurter Handelskammer beantragt eine Fernsprechzentrale. Nach 4 Wochen werden weitere achtzig Teilnehmer dazugeschaltet und ein Telefonbuch mit 130 Teilnehmern herausgegeben. - In Frankfurt Bornheim ist die Endhaltestelle der Pferdebahn Bornheim Schule vor dem Gasthof Nassauer Hof Berger Straße 260 (2016 Apfelwein Solzer). - In Frankfurt verlegt der größte Brauer der Stadt Conrad Binding (35) seine Brauerei Binding vom Garküchenplatz 7 (2016 Weckmarkt 3) auf den Sachsenhäuser Berg. - In Frankfurt wird aus der Heinrich Henninger & Söhne, Brauerei Stein die Frankfurter Bierbrauer AG - vormals Henninger und Söhne. - In Wiesbaden wird mit dem Bau des Hotels Neroberg mit großen Terrassen für die Außenbewirtung begonnen. - In Wiesbaden hat der katholische Kolpingverein 900 Mitglieder. - In Frankfurt gibt es die hauptsächlich aus jüdischen Mitgliedern bestehende Freimaurerloge Zur aufgehenden Morgenröthe Schützenstraße 2. - In Frankfurt vermittelt der in Unterfranken geborene jüdische frankfurter Verleger der Tageszeitung Frankfurter Zeitung Leopold Sonnemann (50) die in Ungarn geborene jüdische Opernsängerin und Schauspielerin Sophie König (27). - In Frankfurt Rödelheim gründet der frankfurter Weinküfer Philipp Possmann eine Aepfelwein-Kelterei alias Apfelwein-Kelterei. - In Wiesbaden stirbt die sozialistische Ferdinand Lassalle Lebensgefährtin Gräfin Sophie von Hatzfeldt (St) (76). - In Mainz erhält die Möbel- und Parkettbodenfabrik Bembé den ersten Auftrag zur Ausstattung der Salons der Norddeutschen Lloyd Dampfer. - In Darmstadt sind laut Darmstädter Stadtführer das Hotel Traube, vor dem Neuen Tor, wo ein Zimmer zwischen 2,50 und 6 Mark, das Frühstück 1 Mark 50 Pfennig und ein Mittagessen 2 Mark 50 Pfennige kostet, am Luisenplatz, das Hotel Darmstädter Hof in der Rheinstraße 12, der Gasthof Köhler in der Rheinstraße 48 und das Bahnhofs-Hotel im Ludwigsbahnhofsgebäude als Gasthöfe ersten Ranges geführt. - Graf Philipp Alexander Carl Joseph Jacob Friedrich Ludwig von Ingelheim genannt Echter von und zu Mespelbrunn (St) (26) heiratet Freiin Lucia Maria Barbara Brigitte von Lasalle von Louisenthal (20). - In Frankfurt gründet der in Darmstadt geborene frankfurter Fahrradhersteller Heinrich Kleyer (28) den Frankfurter Bicycle Club, bei dem ausschließlich mit Hochrädern gfahren wird.

1880 Frankfurt hat 136831 Einwohner, Mainz hat 60905 Einwohner, Wiesbaden hat 50238 Einwohner und Darmstadt hat 41199 Einwohner. - In Frankfurt wird der ehemalige osnabrücker Oberbürgermeister Johannes von Miquel (52) frankfurter Oberbürgermeister. - In Frankfurt wird der Rugbyclub SC Frankfurt mit Herrmann Stasny gegründet. - In Frankfurt gründet der in Darmstadt geborene Heinrich Kleyer (27) eine Maschinen- und Fahrradhandlung, in der er Hochräder verkauft. - In Frankfurt tritt der Circus Wulff auf. - In Frankfurt wird die Neue Oper alias Alte Oper mit der Mozart Oper Don Giovanni mit dem Ehrengast, dem deutschen Kaiser Wilhelm von Zollern Preußen (St) (83), eröffnet. - In Frankfurt tritt der Pianist Johannes Brahms (47) in einer Kammermusik-Reihe im Saalbau Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) auf. - In Wiesbaden besucht der Kronprinz Wilhelm II von Zollern Preußen (St) (21) demonstrativ zusammen mit seiner Frau ein synagoges Konzert gegen öffentliche antijüdische Aggressionen. - In Wiesbaden brennt elektrisches Licht auf dem Konzertplatz hinter dem Kurhaus. - Wiesbaden hat 70000 Kurgäste. - In Deutschland wird der Lehrerinnenzölibat eingeführt. - In Frankfurt zieht das Comoedienhaus in die neuerbaute Oper am ehemaligen Bockenheimer Tor alias Opernplatz, das Schauspiel mit Sprechtheater bleibt am Rathenauplatz. - In Lich stirbt der in Lich geborene Fürst Ludwig von Solms Hohensolms Lich (St) (75) kinderlos. Der Sohn seines in Lich geborenen verstorbenen jüngeren Bruders Prinz Ferdinand von Solms Hohensolms Lich (St) (++), der in Pirnitz geborene Prinz Hermann Adolf von Solms Hohensolms Lich (St) (42) wird Fürst von Solms Hohensolms Lich. - Nach dem Tod seines in Düsseldorf geborenen unverheirateten und kinderlosen Bruders Fürst Ernst von Solms Braunfels (St) (55) wird der in Wien geborene Prinz Georg von Solms Braunfels (St) (44) neuer Fürst von Solms Braunfels. - In Mainz Kastel wird die Rudergesellschaft Mainz-Kasteler RG gegründet. - In Frankfurt übernimmt der mainzer Ausflugsrestaurationsbesitzer Lorenz Adlon (31) die Gastronomie des Deutschen Turnfestes. - In Darmstadt stirbt der auf Schloss Ilbenstadt in Niddatal geborene österreichische Generalmajor Graf Viktor von Leiningen Westerburg Altleiningen (St) (59). - In Frankfurt wird ein Turnfest auf der Wiese Dicke Oede nördlich der Bornheimer Landstraße das fünfte Deutsche Turnfests abgehalten. Das Gelände gehört Baron Mayer Carl von Rothschild (60). - In Frankfurt eröffnet der aus Amerika zurückgekehrte jüdische Schuhhändler Julius Speier ein Schuhandelsgeschäft in der Innenstadt.

1879 In Wiesbaden zieht das Amtsgericht und das Landgericht in die Neorenaissancegebäude mit 7 Gefängniszellen in der Gerichtsstraße 2. - In Wiesbaden nimmt mit der Eröffnung des Ludwigsbahnhof Friedrich-Ebert-Allee 2 (2016 Museum) die Hessische Ludwigsbahn die Eisenbahnstrecke Wiesbaden - Niedernhausen in Betrieb. - In Frankfurt werden die Gleise für den Hauptbahnhof verlegt. - In Wiesbaden wird aus der höheren Bürgerschule Oranienstraße 5- 7 (2016 Oranienschule) eine siebenklassige Realschule. - In Wiesbaden gründet der Verein Herberge zur Heimat in einer Villa in der Platter Straße 2 ein christliches Hospiz für wandernde Handwerker, Arbeiter und Angestellte (2016 Hotel Oranien). - In Frankfurt ist die Neue Börse fertiggestellt. - In Wiesbaden hat der katholische Kolpingverein 266 Mitglieder. - In Frankfurt kommt im Hoch´schen Konservatorium im Saalhof, wo die in Leipzig geborene Theologentochter, Komponistenehefrau und Komponistin Clara Schumann (60) unterrichtet, der ungarische Komponist Franz Liszt (68) zu Besuch. - In Offenbach findet die Hessische Landesgewerbeausstellung statt. - In Frankfurt Rödelheim wird von Graf xxx von Solms (St) (31) der Solmspark angelegt. - In Darmstadt wird nach 8 Jahren Streit das Darmstädter Hoftheater Karolinenplatz 3 mit der Wagneroper Lohengrin wiedereröffnet. - In Wiesbaden wird Linde's Eismaschinen AG gegründet. - In Wiesbaden wird ein Fechtclub gegründet. - In Frankfurt wird in der Weberstraße eine Turnhalle des Frankfurter Turn- und Fechtclubs eingeweiht.

1878 Wetter: Diphterieepidemie in Darmstadt. - In Frankfurt eröffnet der Frankfurter Turnverein 1860 eine Turnhalle im Sandweg 4. - Frankfurt Bornheim wird an die Vogelsberger Wasserleitung angeschlossen und erhält eine Kanalisation. - In Darmstadt heiratet Prinz Heinrich von Hessen Darmstadt (St) (40) morganatisch Caroline Willich alias von Pöllnitz, die dafür zur Freifrau von Nidda erhoben wird und innerhalb eines Jahres stirbt. - In Frankfurt ist die Obermainbrücke fertiggestellt. - In Frankfurt stirbt der in Wetzlar geborene jüdische zum evangelischen Glauben konvertierte Bankier Freiherr Raphael von Erlanger (72). - In Frankfurt eröffnet das Hoch´sche Konservatorium im Saalhof unter dem Vorsitz von frankfurter Oberbürgermeister und Bankier Daniel Heinrich Mumm (55). - In Mainz werden die Brauhäuser Zur Stadt Mailand in der Mailandsgasse 4, Zur Stadt Frankfurt in der Fischtorstraße 7 geschlossen. - In Mainz wird der Mainzer Ruderverein gegründet. - In Frankfurt ist die Kaiserliche Oberpostdirektion im Roten Haus auf der Zeil. - In Frankfurt eröffnet der Turnverein 1860 eine Fechtabteilung mit Fechtmeister Karl Adam Trub, der auch im Fechtclub Offenbach und im frankfuter Fechtclub Hermannia Frankfurt unterrichtet. - In Frankfurt wird die SPD Zeitung der Volksfreund von Karl Frohme verboten. - In Frankfurt wird die Neue Theater Aktien Gesellschaft im Theater am Rathenauplatz gegründet. Ein Brand bricht aus.

1877 Wetter: Extrem milder Jahresanfang. - In Mainz kauft die Mainzer Actien Brauerei sogar Eis aus Norwegen, weil die eigenen Kühlmaschinen überbeansprucht sind. - In Darmstadt stirbt General, zweitgeborener Großherzogssohn und Prinz Karl von Hessen und bei Rhein (St) (68) im Palais Prinz Karl in der Wilhelminenstraße 34. - In Darmstadt Seeheim stirbt der hessendarrmstädter Großherzog Ludwig III von Hessen und bei Rhein (St) (71). - In Darmstadt wird die Technische Hochschule am Karolinenplatz 5 gegründet. - Telegrafenbetrieb mit Sprechhörern wird eingeführt. Es gibt die Westerwald-Telegrafenrundlinie Monabaur, Hadamar, Limburg, Westerburg und Rennerrod und die Rheingauroute von Wiesbaden nach Koblenz. Jede Telegrafenstation hat ihr eigenes Rufzeichen.  - Die Ansichtspostkarte wird von Alphons Adolph (24) erfunden. - In Wiesbaden Schierstein lässt der in Frankfurt geborene Tabakwarenfabrikant und Rheingauer Schaumweinfabrikbesitzer Johann Jacob Söhnlein (50) die Sektmarke Rheingold eintragen (2016 Sektkellerei Söhnlein). - In Geisenheim wird im osteinschen Palais geborene Weinhändlersohn der Bankier und Waffenhändler Heinrich Eduard Lade (60) geadelt und nennt sich Heinrich Eduard von Lade. - In Mainz wird in der Augustinerstraße 12 die Zuckerwarenfabrik L. Goebel mit einigen wenigen Bombons und Pralinen aber auch Gebäck von dem in Mainz geborenen Lorenz Goebel (24) eröffnet. - Zuschauer bei Enthauptungen werden verboten. - In Frankfurt erbt der orthodoxe jüdische Bankier Freiherr Wilhelm Carl von Rothschild (St) (49) den Grüneburgpark mit der Villa Grüneburg von seinem in Frankfurt geborenen Cousin und Schwiegervater Anselm Salomon von Rothschild (St) (74). - In Frankfurt trifft sich der Abend-Club am Theraterplatz 10. - In Frankfurt wird die Markthalle im Neurenaissancestil als verglaste dreischiffige Eisenkonstruktion eröffnet.1877 In Wiesbaden Biebrich heiratet Fürst Theodor Friedrich von Sayn Wittgenstein (St) (41) die in Wiesbaden geborene Wilhelmine Hagen (St) (23).

1876 In Frankfurt wird das umgebaute Gasthaus Zum weißen Hirsch Kaiserplatz als Luxushotel Frankfurter Hof mit Direktor César Ritz (26) wiedereröffnet. - In Frankfurt führt die Post die Telegraphie in der Zeil 110 ein. - In Schwanheim wird in der Schwanheimer Volksschule Gerolsteiner Straße 2 (2016 August Gräser Schule) eine erste Lehrerin Frau Jäger eingestellt. - In Frankfurt werden laut kaiserlichem Oberpostdirector Geheimer Postrat Heldberg bei den Eisenbahn-Telegraphen-Stationen im Monat März 44 Telegramme aufgegeben, 17 in Hattersheim, 16 in Hochheim, 13 in Biebrich, 11 in Wiesbaden, 10 in Flörsheim, 4 in Höchst, 3 in Castel alias Mainz Kastel und 1 in der Curve. - In Wiesbaden ist Gustav Meyer Telegraphendirektor. - Der in Frankfurt geborene Tabakwarenfabrikant und Rheingauer Schaumweinfabrik Besitzer Johann Jacob Söhnlein (49) lässt seinen Sekt vom Komponisten Richard Wagner (63) zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele zu dessen Eröffnungsoper mit deren Namen Rheingold taufen (2016 Sektkellerei Söhnlein), wodurch die Sektmarke weltweit bekannt wird. - In Kreuznach stirbt Prinzessin Sophie von Solms Braunfels alias Sophie von Löwenstein Wertheim Rosenberg (St) (62). - In Wiesbaden Rambach eröffnet der Küfer Wilhelm Staadt die vierte Gastwirtschaft des Dorfes Zum Hirsch in der Eppsteinerstraße 2. - In Mainz wird das Brauhaus Zum Silberberg am Markt 31 von Heinrich Hofmann von der Brey´schen Actien Bierbrauerei übernommen und als Gasthaus Zum Silberberg weiterbetrieben. - In Mainz schließt das Bierhaus Zum grünen Wald im Kirschgarten 22 und das Brauhaus Zum schönen Brunnen in der Augustinerstraße 22 von Franz Karl Josef Müller. - In Frankfurt werden die öffentlichen Pissoirs an die Kanalisation angeschlossen und Wasserspülungen installiert. - In Offenbach wird die Villa Wecker als erstes Gebäude am Dreieichring 24 vom Kutschenbauer Karl Theodor Wecker (48) erbaut. Der Luxusbau hat im Keller eine Speisekammer und eine Räucherkammer, im EG die Küche, Speisezimmer, Frauenzimmer und Herrenzimmer und einem Wintergarten als Glashaus. Im ersten Stock befinden sich die Schlafräume der Herrschaft und im zweiten Stock die Schlafräume des Personals. Das Gebäude hat einen Speiseaufzug und einen Konferenzraum. - In Darmstadt wird in der Bleichstraße eine liberale Synagoge eröffnet. - In Frankfurt bringt Karl Frohme die SPD Zeitung der Volksfreund heraus. - In Mainz wird ein Fechtclub gegründet. - In Frankfurt zieht die Freimaurerloge Carl zum aufgehenden Licht in ihr neues Logenhaus, dem größten der Stadt, am Mozartplatz an der Stelle des Thalia Theaters. Es hat ein Billard Zimmer und eine Kegelbahn im Keller. - In Frankfurt ist Fritz Weinmüller Theaterdirektor am Viktoria-Theater. - In Wiesbaden heiratet Prinz Friedrich Wilhelm August von Sayn Wittgenstein (St) (36) morganatisch die in der Ukraine geborene Elisa von Manstein (20). - In Wiesbaden wird Alexander Julius Ludwig von Sayn Wittgenstein Hohenstein (St) als Sohn von Fürst Hermann Eugen von Sayn Wittgenstein Hohenstein (St) (31) und Albertina Schmalix (--) geboren.geboren.

1875 Wetter: In Frankfurt hat der Main einen Wasserstand von 35 cm. - In Wiesbaden wird in der Albrechtsstraße 29 ein Kreisgerichtsgefängnis für 100 männliche und weibliche Gefangene fertiggestellt. - Frankfurt hat 103136 Einwohner, Mainz hat 56400 Einwohner und Wiesbaden hat 43674 Einwohner. - In Frankfurt eröffnet die Pferdebahnlinie zum Hanauer Bahnhof Zobelstraße. - In Bad Kreuznach stirbt auf Burg Schloss Rheingrafenstein der New Braunfels (Comal County Texas) Gründer Prinz Carl von Solms-Braunfels (St) (57) alias Texas Carl. - In Wiesbaden wird eine Pferdestraßenbahn vom Neorenaissance Hauptbahnhof an der Rheinstraße über die Wilhelmstraße über die Taunusstraße zum Neroberg eröffnet. - In Frankfurt wird das Hotel Frankfurter Hof am Kaiserplatz erbaut. - In Wiesbaden wird die verbotene SPD aufgelöst. - In Wiesbaden wird ein katholischer Kolpingsverein gegründet und gegen Vereinsgesetz nicht innerhalb 3 Tagen angemeldet, weshalb Präses Kaplan Heinrich te Poell eine Strafe von 20 Mark oder 3 Tagen Haft erhält. Das Gasthaus Zur weißen Taube Neugasse 15 wird Vereinslokal, wo Unterricht in Schreiben, Rechnen, Zeichnen und Singen erteilt wird. Fast regelmäßig kommen Polizeibeamte zur Überwachung in die öffentliche Veranstaltungen. - Der in Hanau geborene hessenkasseler Kurfürst Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel (St) (73) stirbt in Prag und sein ältester Sohn, der aber morganatisch gezeugt wurde, Fürst Friedrich Wilhelm (St) (43) heiratet in zweiter Ehe wieder eine Schauspielerin, die in Hamburg geborene Ludovica Gloede, die sich mittlerweile Gräfin Schaumburg nennt und bereits einen in Wiesbaden geborenen Sohn Graf von Schaumburg Friedrich August von Hanau (St) (11) hat. Alle Nachkommen nennen sich illegalerweise Fürsten von Hanau, obwohl der Fideikommiss und die Anwartschaft auf den Thron an die Nebenlinie mit dem mit der vom protestantischen zum katholischen Glauben konvertierten Prinzessin Anna von Zollern Preußen (St) (39) verheirateten Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (71) fallen. - In Frankfurt sind das Hotel de Paris am Schillerplatz alias an der Hauptwache 7 und das Kaffeehaus Cafe Frankfurt am Schillerplatz. - In Mainz wird die Straßenbrücke erbaut und das Rheinufer aufgeschüttet, wodurch die Große Bleiche zu einer Verkehrsachse wird. - In Hanau Philippsruhe beginnt der in Kopenhagen geborene und wegen des preußischen Thronverzichts finanziell reich abgefundene.hessenkasseler Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (55) mit dem Bau von Schloss Philippsruhe. - In Langen stirbt der in Schloss Philippseich geborene Graf Georg Kasimir von Isenburg Philippseich (St) (81) und gleichzeitig stirbt seine Ehefrau Berta von Isenburg Meerholz in Montreux (St) (54). - In Frankfurt Sachsenhausen braut die Heinrich Henninger & Söhne, Brauerei Stein in ihrer neuen Brauerei am Sachsenhäuser Berg nach zweijähriger Bauzeit ihr erstes Bier. - In Frankfurt bringt Wilhelm Blos für einige Monate die SPD Zeitung Frankfurter Volksfreund heraus. - In Frankfurt wird die Fabrik für Photographie Theodor Haake & Georg Albers als Hoflieferant der Königin von Schweden alias Sophia von Nassau (St) (39) und des Kronprinzen von Griechenland gegründet. - In Frankfurt wird im Theater Comödienhaus Rathenauplatz ein Decorationsmagazin angebaut. - Graf Friedrich von Isenburg Büdingen Meerholz (St) (--) heiratet Marie von Sayn Wittgenstein (St) (--). - In Frankfurt steht auf der Zeil 106 der noble Gasthof Russischer Hof, das ehemalige Palais Schweitzer (2016 Telekomshop).

1874 In Frankfurt wird der Zoologische Garten auf die Pfingstweide (2016) Bernhard-Grzimek-Allee 1 verlegt. - In Offenbach kommt die Erstausgabe der ersten SPD Parteizeitung im Großherzogtum Hessen, die Neue Offenbacher Zeitung heraus. - In Wiesbaden beginnt man die legendären Gartenfeste zu veranstalten. - In Wiesbaden wird Leonhard von Bonhorst erster sozialdemokratischer Kandidat für die Wahl zum Deutschen Reichstag. - In Frankfurt stirbt der mit Feiin Ottilie von Sodenstern verheiratete frankfurter Großbürger Joseph Hoch (59) und übergibt sein gesamtes Vermögen von 1 Million Goldmark in die Stiftung Hoch´sches Koservatorium. - In Frankfurt wird das Rahmhofgelände zur Neuen Börse umgebaut. - In Darmstadt wird der jüdische Bankier Joseph Günzburg (--) in den hessischen Adelsstand erhoben. Er nennt sich Freiherr Joseph von Günzburg. - In Mainz stirbt die Musikverlegerfamilie Schott Weihergarten 5 aus. Das weltweite Unternehmen wird vom eingesetzten Erben Rechtsanwalt Geheimrat Dr Ludwig Strecker (21) weitergeführt. - Das in Mainz geborene Mitglied der mainzer Freimaurerloge Die Freunde zur Eintracht, Musiknotenverleger Franz Schott (63) stirbt in Mailand. - In Mainz kommt der Großgastronomensohn Louis Adlon zur Welt. - In Frankfurt wird die Untermainbrücke als zweite Straßenbrücke über den Main eröffnet. - In Wiesbaden bezieht die Wiesbadener Casino Gesellschaft ihr neues Neo-Renaissance Gesellschaftshaus in der Friedrichstraße 22, in dem es einen riesigen stuckverzierten Gesellschaftssaal gibt. - Der auf Schloss Ilbenstadt in Niddatal geborene österreichische Generalmajor Graf Viktor von Leiningen Westerburg Altleiningen (St) (53) zieht nach Darmstadt. - In Frankfurt sind die westlichen Häuser in der Judengasse so unbewohnbar, dass sie abgerissen werden müssen. Nur das Haus zum Grünen Schild, Judengasse 148 (2016 Platz auf der Toreinfahrt zwischen Kurt-Schumacher-Straße 37 und Kurt-Schumacher-Straße 41), Stammhaus der Rothschilds bleibt stehen. - In Frankfurt zieht das Kaffeehaus mit pariser Flair Cafe Milani neben dem Komödienhaus auf die Zeil um. Es wird zum Hotel ausgebaut und hat im Sommer einen Pavillon auf der Zeil.

1873 Börsenkrach - In Frankfurt eröffnet der Verein vom Roten Kreuz in der Königswarterstraße ein Krankenhaus. - In Offenbach wird der Neorenaissance Hauptbahnhof weit südlich der Stadt eröffnet. - In Wiesbaden wird eine Kurtaxe erhoben. - In Frankfurt wird der Bankier Daniel Heinrich Mumm (50) erster preußischer frankfurter Oberbürgermeister. In Geisenheim wird der Weinhändlersohn Hermann Mumm (74) zum Hermann Mumm von Schwarzenstein geadelt und beginnt mit dem Bau der künstlichen Burgruine Schwarzenstein, die als Sommerhaus dient. - In Bad Homburg bezieht die morganatische Kronprinzenwitwe und ehemalige wiener Tänzerin Freifrau Therese von Barnim (St) (65) ihren Witwensitz, die Villa Kaiser-Friedrich-Promenade 69 (Steigenberger Hotel). - In Frankfurt beginnt die  Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt (2016 Degussa AG) das Rohmaterial für alle Münzen des Deutschen Reiches herzustellen. - Der bluterkranke Großherzogssohn Friedrich Wilhelm von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (03) stirbt nach einem Sturz. - In Frankfurt übernimmt der Brauer Heinrich Christian Henninger mit seinen Söhnen die Brauerei Stein zusammen mit den Söhnen Zacharias Stein und Johannes Stein zur Heinrich Henninger & Söhne, Brauerei Stein. - In Frankfurt kommt es wegen einer Bierpreiserhöhung um 12,5 % zur Frühjahrsmesse bei einem Volksfest auf dem Bleichgarten an der Breiten Gasse zum Frankfurter Bierkrawall. 100 Menschen hinter einer roten Fahne schreien Mer wolle Batzebier und ziehen in die Innenstadt. Ein Batzen ist 4 Kreuzer. Die Brauerei Schwager in der Neuen Mainzer Straße verteidigt sich gegen die Menge mit kochendem Bier und die Brauerei Reichsapfel in der Großen Friedberger Straße mit glühenden Schürstangen. Die Frankfurter Zeitung wittert eine Verschwörung um Resentiments gegen die kommunistische Gefahr zu schüren. Das 1. kurhessische Infanterieregiment Nr 81 schießt für eine völlig überforderte Polizei in der Fahrgasse in die Menge und tötet 20 Menschen darunter auch eine Kind. 47 Angeklagte werden im Leinwandhaus Weckmarkt 17 zu bis zu 4 Jahren Haft verurteilt. - In Wiesbaden ist der iranische Schah Nasreddin (42) mit seinem Harem zu Besuch. - In Wiesbaden kommt es zum Wiesbadener Bierkrawall. - Die in Wiesbaden Biebrich geborene Prinzessin Sophia von Nassau (St) (37) wird Königin von Schweden. - In Frankfurt wird der Fechtclub Hermannia gegründet. - In Frankfurt gibt es eine 35 Meter hohe Wasserfontäne im Bethmannweiher aus der neuen Vogelsbergwasserleitung. - In Frankfurt Kaiserlei wird der Rest der Felsplatte Kaiserlei aus dem Fluß gebaggert, wodurch alle felsigen Hindernisse beseitigt sind.

1872 Im Deutschen Reich werden alle Spielcasinos geschlossen, wodurch Monte Carlo zum Mekka für Spieler wird. - In Frankfurt werden auf der Bahnlinie nach Hanau Arbeiterzüge eingeführt. - In Wiesbaden geht die Taunusbahn Friedrich-EbertAllee/Rheinstraße mit ihren Nebenbahnen an die preußische Staatsbahn. - In Offenbach wird Prinz Victor von Isenburg Büdingen (St) geboren. - In Mainz wird aus der Brey´schen Brauerei mit der Trennung von Löwenbräuinhaber Ludwig Brey (51) die Mainzer Actien-Bierbrauerei, die größte westdeutsche Brauerei. - In Frankfurt wird eine Pferdetram von einem belgischen Privatunternehmer und seiner Frankfurter Trambahn Gesellschaft eröffnet. - In Bad Homburg wird das Spielcasino geschlossen. - In Darmstadt wird im Gasthaus und Weinlokal Bockshaut Kirchstraße 7-9 der Weinhändlersohn und Bildhauer Ludwig Habich geboren. - Der hessenkasseler Kurfürstenenkel Sohn Graf von Schaumburg Ludwig Cäcilius Felix von Hanau (St) wird geboren. - In Geisenheim gründet der im osteinschen Palais geborene Weinhändlersohn, Bankier, Waffenhändler und Äpfel und Birnen Züchter Heinrich Eduard Lade (54) auf zugekauftem Land mit der Erlaubnis des deutschen Kaisers aber als preußischer König Wilhelm von Zollern (St) (75) und Reichskanzler Otto von Bismarck  (St) (57) die Königlich Preussische Lehranstalt für Obst- und Weinbau alias Forschungsanstalt für Garten- und Weinbau in Form von Obstgärten. - Im Schifffahrtsstreit um den Main will das preußische Frankfurt Rheinhafen werden, wozu der Main für die Raddampfer auf dem Rhein ausgebaggert werden müsste, was der hessische Umschlagshafen Mainz verhindern will und deshalb mit dem Mainzer Speditions- und Kohlenhändler Heino Held (--) Kettendampfschleppschiffskonzessionen beantragt. - In Frankfurt wird der Großindustrielle Gustav Hermann von Passavant geboren. - In Lich Laubach stirbt der in Laubach geborene mit Prinzessin Luitgarde von Wied (St) (59) verheiratete Graf Otto von Solms Laubach (St) (73). - In Mainz werden das Brauhaus Zu den drei Löwen und das Bierhaus Zum goldenen Löwen in der Bocksgasse 29 von Johann Nepomuk Halm geschlossen. - In Frankfurt werden Verbotsschilder für Pinkler aufgestellt. - Nach ihrer Scheidung erhält die morganatisch geborene Kurfürstentochter Maria von Hanau (St) (--) auf eigenen Wunsch den Titel Prinzessin Maria von Ardeck nach Burg Ardeck an der Aar bei Diez an der Lahn. - Der in Wiesbaden geborene Grafensohn Emich Friedrich Thomas von Leiningen Westerburg Altleiningen (St) (26) lässt sich von der bürgerlichen Marie Fischl (22) aus Gumpendorf scheiden.

1871 Reichsgründung - In Frankfurt erscheint die Neue Frankfurter Zeitung als  Frankfurter Zeitung. - Deutschland hat 41058792 Einwohner. - Frankfurt hat 91040 Einwohner, Mainz hat 53902 Einwohner und Wiesbaden hat 35836 Einwohner. - In Rüdesheim wird das Niederwalddenkmal erbaut. - In Frankfurt wird die Gesellschaft des ächten Naxos-Schmirgels von Julius Pfungst gegründet. - In Wiesbaden beginnt der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern Preußen (St) (74) mit seinen jährlichen Besuchen der Stadt. - In Frankfurt wird im Luxushotel Zum Schwan Steinweg 12 alias Goetheplatz der Frankfurter Friede geschlossen. Das Friedenszimmer wird danach nie mehr vermietet. - In Wiesbaden verspielt der in Moskau geborene Schriftsteller Dostojewski (50) seine Reisekasse, erhält aber für seinen Roman Die Dämonen einen Vorschuß und kann wieder nach Sankt Petersburg zurückkehren. Er wohnt im Hotel Viktoria Rheinstr./Ecke Wilhelmstr. - In Mainz ist der Mainzer Alice-Frauenverein für Krankenpflege auf 23 Kriegskrankenpflegerinnen angewachsen, die alle privat wohnen.t. - In Mainz beginnt die Rheinische Bierbrauerei vormals Brauerei Zum weißen Roß Wormser Straße 151 mit der Herstellung von Reisbier mit einem Reisanteil von 16%, das begeistert aufgenommen wird. - In Offenbach werden 236 Fabriken betrieben, davon 58 für Leder, 16 für Stahl und 8 für Zigarren. - In Mainz profitiert der Möbelproduzent und Innenausstatter August Bembé von der starken Nachfrage nach Parkettböden. - In Frankfurt gewinnt beim Wäldches Rennen auf der Galopprennbahn die dreimalige Große Preis von Baden Siegerin und in 54 Pferderennen ungeschlagene ungarische Wunderstute Kincsem. - In Darmstadt brennt das gasbeleuchtete Darmstädter Hoftheater mit 1800 Sitzplätzen Karolinenplatz 3 wegen der Nachlässigkeit eines Beleuchters bis auf den Portikus und die Außenmauern ab. - In Frankfurt gibt es die Freimaurerloge Goethe zum Flammenden Stern. - In Mainz wird ein Katholikentag veranstaltet, auf dem der in Frankfurt geborene Buchdruckermeistersohn und limburger Domherr Johannes Ibach (46) als Redner auftritt. - In Frankfurt kehrt der Diamantenhaus Halphen Repräsentant in New York und adoptierte konvertierte Jude Jesaias Hochstätter alias Otto Braunfels (30) als Multimillionär nach Frankfurt zurück und wird Teilhaber des frankfurter Bankhauses Stern. - In Darmstadt heiratet Graf Gustav Ernst von Erbach Schönberg (St) (31) die morganatisch geborene hessendarmstädter Prinzentochter Prinzessin Marie Karoline von Battenberg (St) (19).

1870 Der in Frankfurt geborene Bäckersohn, Küfer und Bierbrauer Conrad Binding (24) kauft nach der Rückkehr von der Wanderschaft am Garküchenplatz 7 (2016 Weckmarkt 3) die Hausbrauerei Ehrenfried Glock mit einem Bierumsatz von 1500 Hektoliter für 84000 Gulden und und baut sie erfolgreich zum modernen Brauhaus Binding um. - In Bad Homburg wohnt Kronprinz Wilhelm von Zollern Preußen (St) (11) erstmals über den Sommer im Stadtschloss. - In Wiesbaden zieht die Telegrafenstation der Königlichen Staatsbahn Rheinstraße 8 als Telegrafenstation des Norddeutschen Bundes ins alte Rathaus in der Marktstraße 18 um. - In Mainz gibt es das Hotel de Hollande. - In Mainz gründet die mainzer Musikverlegergattin und mainzer Bürgermeistergattin Betty Schott Mainzer Alice-Frauenverein für Krankenpflege und stellt die in Mainz geborene ledige Regine Arnold an. Regine Arnold absolviert einen Lehrkurs im Rochus-Hospital. Der Verein sammelt Spenden und sucht nach ehrenamtlichen und besoldeten Krankenschwestern, die alle privat wohnen. - In Darmstadt wird der jüdische Bankier und erbliche Ehrenbürger Horaz Günzburg (--) in den hessischen Adelsstand erhoben. Er nennt sich Freiherr Horaz von Günzburg. - In Mainz schließt Wilhelm Weilbächer das Brauhaus Zum goldenen Rebenstock in der Korbgasse 22. - In Frankfurt wird ein erstes Wasserklosett in Betrieb genommen. - In der Stadt Bockenheim vor der Stadtmauer Frankfurts wird ein zweites englisches Gaswerk eröffnet, das mit Saar- und Ruhkohle Leuchtgas herstellt und die Orte Oberrad, Rödelheim und Hausen versorgt. - In Bad Homburg wird der Fastnachtsverein Die Sauern gegründet.

1869 In Wiesbaden wird die Alte Synagoge Coulinstraße eröffnet. - In Birstein wird der Fürstensohn Franz-Joseph von Isenburg Birstein (St) geboren. - In Mainz kauft die Brey´schen Brauerei von Löwenbräuinhaber Ludwig Brey (48) einen Kühlapparat der schweinfurter Firma Krackhart. - In Höchst patentieren die Farbwerke Meister, Lucius & Brüning den Erfolgs-Farbstoff  Alizarin. - In Wiesbaden streiken die Schneidergesellen erfolgreich mit Unterstützung der wiesbader Sozialdemokratischen Arbeiterpartei. - Homburg wird zu Bad Homburg. - Fürst Franz Joseph von Isenburg wird geboren. - In Frankfurt lässt der orthodoxe, mit der Tochter seines Cousins verheiratete, jüdische frankfurter Bankier Freiherr Wilhelm Carl von Rothschild (42) sein Landhaus Bockenheimer Landstraße 10 in ein Palais umbauen. - In Frankfurt versucht man die Bemalung der Katharinenkirche wiederherzustellen, was nicht funktioniert und deshalb die Kirche wieder einfach bemalt wird. - In Frankfurt kostet die kleine Notdorft im öffentlichen Raum zwischen zehn Silbergroschen und zwanzig Talern im Jahr Bußgeld. - In Frankfurt wird der Dom nach einem Brand vollendet. Es wird eine Vorhalle angebaut. - In Wiesbaden zieht der in Biebrich geborene nassauer Herzogssohn Prinz Nikolaus Wilhelm von Nassau (St) (37) mit seiner morganatischen Ehefrau Natalia Puschkin (32) und seiner morganatisch geborenen Tochter Sophie von Merenberg (St) (01) in eine stattliche Villa. - In Königstein kauft der jüdische frankfurter Kaufmann Sigismund Kohn-Speyer (39) einen Bauplatz für eine Synagoge, die aber nie gebaut wird. - In Frankfurt tritt Heinrich Christian Henninger tritt in die Brauerei Stein ein. - In Frankfurt findet das Deutssche Bundes- und Jubiläumsschießen (für 25 Jahre) statt.

1868 In Wiesbaden wird neben dem Taunusbahnhof Ecke Friedrich Ebert Allee/Rheinstraße der Rheinbahnhof Ecke Rheinbahnhofstraße/Rheinstraße erbaut (2013 Rhein-Main-Halle). - In Darmstadt heiratet der hessendrarmstädter Großherzog Ludwig III von Hessen und bei Rhein (St) (62) morganatisch die in Darmstadt geborene Darmstädter Hoftheater Balletttänzerin Anna Magdalena Appel (St) (22) die dafür zur Freifrau von Hochstätten erhoben und mit der er sich auf seinen Landsitz Schloss Braunshardt bei Weiterstadt zurückzieht. - In Frankfurt wird die Brücke Eiserner Steg erbaut. - In Frankfurt wird der Bankier Daniel Heinrich Mumm (50) erster preußischer frankfurter Oberbürgermeister. - In Bad Nauheim Steinfurth gründet Heinrich Schultheis die erste deutsche Rosenbaumschule. - Prinz Nikolaus Wilhelm von Nassau (St) (36) bewegt seinen Schwager Fürst Georg Viktor von Waldeck Pymont (St) (34), seiner künftigen Frau, der russischen Dichtertochter Natalia Puschkin (32) nach ihrer Scheidung den deutschen Adelstitel Gräfin von Merenberg zu verleihen, und heiratet sie morganatisch, wodurch Prinz Nikolaus Wilhelm zu Nassau (St) (36) seine eventuelle Anwartschaft auf den Thron verliert und seine Frau und seine Kinder sich nicht Prinz oder Prinzessin von Nassau nennen dürfen. - In Groß-Gerau wird aus der Mälzerei des Juden Baruch Marxsohn die Parkbrauerei in der Frankfurter Straße 74. - In Mainz eröffnet die Brauerei Schöfferhof in der übernommenen Brauerei Zum goldenen Pflug einen großen Saal in der Pfandhausgasse 6. - In Mainz schließen das Brauhaus Zum Schlender von Philipp Geier in der Augustinerstraße 26 (2016 Augustinerkeller) und das Brauhaus Zur Rose in der Unteren Gaustraße 67. - Nach der Beseitigung der letzten zwölf Zollstellen wird der Rhein zur internationalen Schifffahrtsstraße erklärt. - In Darmstadt wird Freiherr Ludwig von Stein Lausnitz (St) geboren. - In Frankfurt stirbt der Mitinhaber und Direktor des Frankfurter Theaters am Theaterplatz alias Rathenauplatz Franz Georg Carl von Guaita (58). - In Frankfurt besuchen rund 25000 Besucher den Wäldchestag. - In Offenbach nehmen entgegen der üblichen Praxis auch Ehefrauen der Freimaurerloge Carl und Charlotte bei gemeinsamen Tempelarbeiten teil. - In Frankfurt findet das III Deutsche Bundesschießen statt. Die Firma Philipp Holzmann baut die Holzkonstruktion der Festhalle. Das Cafe Milani hat eigene Buden. - In Darmstadt Jugenheim beginnt im Schloss Heiligenberg der morganatische Prinzensohn Prinz Ludwig von Battenberg (St) (14) eine Seeoffizierslaufbahn. - Emil Karl Adolf von Sayn Wittgenstein (St) (44) heiratet in zweiter Ehe morganatisch Camilla Stefanska (St) (28) Freifrau erhoben zur Freiin Stefanska von Kleydorff durch den Großherzog von Hessen. Ihre Kinder werden Barone.

1867 In Frankfurt werden Bonames, Bornheim, Hausen, Niederrad, Niederursel und Oberrad eingemeindet. - Wiesbaden hat 52770 Kurgäste. - Frankfurt hat 78277 Einwohner, Mainz hat 43140 Einwohner und Wiesbaden hat 30085 Einwohner. - In Bischofsheim ist auf dem Rangierbahnhof die Rangierlokomotive Landskron im Einsatz. - In Frankfurt brennt der frankfurter Dom. - In Wiesbaden findet im Saal der Gastwirtschaft Louis Kimmel Kirchgasse 8 die erste Versammlung des sodzialdemokratischen ADAV alias Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein statt. - In Wiesbaden Biebrich schließen sich unter der Führung des in Kaub geborenen nassauischen Offizierssohn und Rechnungsratssohn Leonhard von Bonhorst die Arbeiterbildungsvereine von Frankfurt, Wiesbaden, Offenbach und der neu gegründete Biebricher Verein zum Mittelrheinischen Arbeiterbund zusammen. Leonhard von Bonhorst schließt sich an die wiesbadener Gruppe der Lassalleaner an und wird dadurch vom Allgemeinen deutschen Arbeitervereinspräsidenten Johann Baptist von Schweitzer Bevollmächtigter für Wiesbaden alias Ortsvereinsvorsitzender. Parteilokal ist die Gastwirtschaft Louis Kimmel Kirchgasse 8. - In Lich wird der Prinz Reinhard Ludwig von Solms Hohensolms Lich (St) geboren. - Der besiegte Herzog Adolph von Nassau (St) (23) erhält von Preußen 15 Millionen Gulden Abfindung und Schloss Wiesbaden Biebrich, Schloss Weilburg, das wiesbadener Jagdschloss Platte und das königsteiner Luxemburgische Schloss. - In Frankfurt wird mit dem Bau einer Schwemmkanalisation, die die Abwässer ungereinigt in den Main entsorgt, und einem Wasserleitungssystem für die Haushalte begonnen. - In Frankfurt besucht der Zeichner und Dichter Wilhelm Busch (35) seinen Bruder Otto Busch, Hauslehrer der 7 Kinder der Industriellengattin und Bankiersfrau Johanna Keßler in der Villa Bockenheimer Landstraße. Sie veranstaltet regelmäßige Salons für Maler, Musiker und Philosophen, hält Wilhelm Busch (35) für einen großen Maler und wird seine Unterstützerin. - In Offenbach ist mit dem Ausscheiden des offenbacher Bürgermeister Johann Heinrich Dick (65) die Umbenennung von der gängigen Straßenbezeichnung mit Buchstaben zur Benennung von Straßennamen und Hausnummern abgeschlossen. - In Frankfurt sind die Lutheraner und die Reformierten mit je einem eigenen Konsistorium für Kirchenwesen und Schulwesen streng geschieden. - In Königstein erbaut der jüdische frankfurter Kaufmann Sigismund Kohn-Speyer (37) als einer der ersten einen Sommerstiz. - In Frankfurt zieht der frankfurter Brauer Johannes Stein wie die meisten seiner frankfurter Berufskollegen auf den Sachsenhäuser Berg um. - In Frankfurt wird der Limpurgsaal im Rathaus am Römer Versammlungsort der Stadtverordneten.

1866 In Frankfurt marschieren nach der verlorenen Schlacht bei Königgrätz die Preußen ein und sammeln sich auf dem Roßmarkt. Die Stadt Frankfurt wird von Preußen annektiert und muss hohe Zahlungen leisten. - In Frankfurt begeht der letzte freie Bürgermeister Karl Konstanz Viktor Fellner (59) Selbstmord. - In Frankfurt wird die Neue Frankfurter Zeitung für ein knappes halbes Jahr verboten und erscheint danach als Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. - In Frankfurt wird mit der Anlage der Nizza Gärten mit exotischen Baumarten begonnen. - Der Krieg mit Preußen endet mit einer Niederlage und der Annexion des Herzogtums Nassau und der Absetzung der regierenden nassauischen Familie. Der in Wiesbaden Biebrich geborene Herzog Adolph von Nassau Weilburg (St) (49) geht von seinen Truppen in Süddeutschland direkt ins Exil. Die offizielle Besitzergreifung durch Preußen wird auf dem Schillerplatz gefeiert. - Wiesbaden hat 26000 Einwohner. - Wiesbaden hat 35000 Besucher, davon suchen 7000 durch die Kuren Linderung ihrer Leiden und der Rest kommt zum Vergnügen oder der Langeweile zu entfliehen. - Frankfurt stimmt mit Preußen für einen Ausschluss Österreichs und eine Mobilmachung gegen Österreich. - Das Kurfürstentum Hessen wird von Preußen annektiert. - In Frankfurt erhält der in Frankfurt geborene Schauspieler Samuel Friedrich Hassel (68) nach jahrzehntelanger Karriere am Frankfurter Stadttheater am Theaterplatz alias Rathenauplatz seine letzte Hauptrolle. - Der in Frankfurt geborene wiener Bankier Freiherr Anselm Salomon von Rothschild (St) (63) verweigert vergeblich den Kriegsgegner Preußen und Österreich einen Kriegskredit. Er kann den Krieg nicht verhindern. - In Frankfurt werden öffentliche Pissoirs aufgestellt. - Die Brauerei JG Henrich verlegt ihre Brauerei zu ihren Kellern auf dem Sachsenhäuser Berg. - In Frankfurt wird am Tag nach dem Einmarsch der Preußen die Frankfurter Postzeitung endgültig verboten und ihr Schriftleiter alias Chefedakteur Hofrat Fischer-Goullet wird verhaftet und stribt während seiner polizeilichen Vernehmung an einem Schlaganfall. - In Wiesbaden ist die Zeitung Wiesbadener Tagblatt eine völlig unpolitische Zeitung. - In Wiesbaden wird das Stadtschloss königlichpreußischer Zweitwohnsitz.

1865 In Frankfurt ist die Weinwirtschaft Tivoli in der Rückertstraße. - In Wiesbaden schreibt der in Moskau geborene Schriftsteller Dostojewski (44) im Gasthaus Schwarzer Bock am Kranzplatz des neuen Besitzers Theodor August Schäfer seinen Roman Der Spieler. Im Kurhaus verspielt er in Gesellschaft von Polina Suslowa 3000 Rubel. - In Wiesbaden wird die Vereinsbank Wiesbaden gegründet. - In Wiesbaden gründet sich der Wiesbadener Arbeiterbildungsverein unter der Führung des in Kaub geborenen nassauischen Offizierssohn und Rechnungsratssohn Leonhard von Bonhorst neu. - In Wiesbaden wird im Nerotal die Leichtweißhöhle zu einer Publikumsattraktion ausgebaut und davor ein Wasserfall angelegt. - In Wiesbaden wird im Rathaus der rüdesheimer Weinhändler und liberalen Nassauische Fortschrittsparteigründer Theodor Dilthey (--) erster Direktor der Handelskammer alias IHK, die sich zum Sprachrohr der Opposition entwickelt. - In Frankfurt wird der neu mit Bäumen eingefaßte Paradeplatz mit Schillerdenkmal in Schillerplatz umbenannt. - In Darmstadt wird im botanischen Garten am Wilhelminenplatz und Georg Büchner Platz eine neue Stadtresidenz im Auftrag der englischen Königin Victoria (St) (46) für deren Tochter Alice von Großbritannien und Irland (St) (22) und ihren in Bessungen geborenen Ehemann und Großherzogssohn Ludwig IV von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (28) erbaut. - In Mainz zieht die Rheinische Bierbrauerei vormals Brauerei Zum weißen Roß vom Postplätzchen 7 Ecke Vordere/Obere Löhrgasse in die Wormser Straße 151 mit 65000 m² Gelände und neuer Brauerei um. Der Fuhrpark hat rund 100 Pferde und 36 angemietete Eisenbahnwaggons. Die Tagesproduktion erreicht 975 Hektoliter Bier. - In Mainz schließt das kunstvoll verzierte Brauhaus Zum Tannenbaum in der Sackgasse 24 und wird mit einem Tannenbaum in der Fassade zwischen den Fenstern im 1. Stock als Gaststätte der Mainzer Actien Brauerei weiterbetrieben. - In Mainz wird der Feuerwehrgründer Schronsteinfegermeister Carl Weiser durch einen einstürzenden Schornstein erschlagen. - In Frankfurt wird die Baufirma Johann Philipp Holzmann in der Obermainstraße gegründet. - Der geisteskranke Fürst Ferdinand Maximillian von Isenburg Büdingen Wächtersbach (St) (42) wird von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel (St) (63) in den Fürstenstand erhoben. Er nennt sich daraufhin Fürst Ferdinand Maximillian von Isenburg Büdingen Wächtersbach. - In Frankfurt wird die Galopprennbahn auf eine Initiative des Rheinischen Rennvereins hin nach dem Vorbild der Pariser Rennbahn in Vincennes errichtet. - Der in Wiesbaden Biebrich geborene mit Elisabetha Ortenbach (25) verheiratete, konservative, katholische, herzogtreue Oberstlieutenantsohn und nassauer Polizeichef Joseph Werren (55) wird Mitglied des Staatsrats.

1864 In Frankfurt wird die Frankfurter Vereinskasse gegründet. - Frankfurt hat 78221 Einwohner und Mainz hat 42185 Einwohner. - In Frankfurt werden die Stadttore nachts nicht mehr verschlossen. - Der Bahnhof Frankfurt Sachsenhausen wird eröffnet. - In Wiesbaden kauft der neußer Karl Werminghoff das Hotel Schmitt´s Privathotel Alleestraße, Wilhelmstraße 32 und baut es zum Luxuskurhotel Belle-Vue um. - Die Gewerbefreiheit wird eingeführt. - In Darmstadt heiratet Prinzentochter Prinzessin Anna von Hessen Darmstadt (St) (21) den Witwer und Großherzog Friedrich Franz II von Mecklenburg-Schwerin (St) (41), die innerhalb eines Jahres bei der Geburt ihres ersten Kindes an Kindbettfieber stirbt. - In Wiesbaden wird der hessenkasseler Kurfürstenenkel Graf von Schaumburg Friedrich August von Hanau (St) geboren. - In Wiesbaden Schierstein gründet der in Frankfurt geborene Tabakwarenfabrikant Johann Jacob Söhnlein (37) die Rheingauer Schaumweinfabrik (2016 Sektkellerei Söhnlein). - Wiesbaden, Limburg und Dillenburg werden zu Handelskammersitzen bestimmt. Der Bezirk Wiesbaden besteht aus 276 Einzelfirmen und 34 Kapitalgesellschaften und hat ein Kapital von 350 Gulden und den ehrenamtlichen Sekretär Ruß. - In Frankfurt wird das Taunustor aus zwei klassizistische Torbauten mit schmiedeeisernen Gittern ehemaliges neues Gallustor abends nicht mehr zugeschlossen sondern offengelassen. - In Wiesbaden Biebrich wird Hilda Charlotte von Nassau (St) geboren. - In Mainz wird eine Nachtfeuerwehrwache eingerichtet und erste unterirdische Rohrleitungen verlegt, die an Hydranten Löschwasser liefern. - Das industriefeindliche Frankfurt führt die Gewerbefreiheit ein, die im angrenzenden Preußen bereits seit 1810 gilt.

1863 In Frankfurt wird die Bank für Handel und Industrie gegründet. - Die Mainbahn wird eröffnet. - In Frankfurt Bornheim wird eine Gasbeleuchtung eingerichtet. - In Mainz wird die Südbrücke über den Rhein eröffnet und die Trajektraddampferboote zwischen Mainz Gustavsburg und dem mainzer Rheinufer wird eingestellt. - In Frankfurt lernt die schüchterne Prinzentochter Prinzessin Anna von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (20) den Witwer und Großherzog Friedrich Franz II von Mecklenburg-Schwerin (St) (40). - In Wiesbaden wird die Genossenschaft Wiesbadener Bank e.G.m.b.H. und die spätere Volksbank Biebrich gegründet. - In Mainz veräppelt ein Redner in einer Fastnachtssitzung das preußische Militär so stark, dass es keine Pferde, Wagen und Musikkapellen für den Fastnachtszug mehr stellt, weshalb sich der Mainzer Carnevals Verein erfolgreich an den in Darmstadt geborenen hessischen Großherzog Ludwig III von Hessen und bei Rhein (St) (57) in Darmstadt wendet. - In Frankfurt findet im Bundespalais alias Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10 der Frankfurter Fürstentag statt. - In Frankfurt Höchst gründen die Bürger der industriefeindlichen Stadt Frankfurt, der hamburger Überseegroßhändler Carl Friedrich Wilhelm Meister (36), der in Erfurt geborene Kommerzienratssohn und Textilfabrikant Eugen Lucius (29) und Ludwig August Müller die Theerfarbenfabrik Meister, Lucius & Co., die Fuchsin und Anilin herstellt, am Mainufer. Höchst gehört zum Herzogtum Nassau. - In Offenbach wird eine regelmäßige Dampfschiffverbindung über Frankfurt und Mainz bis Köln eingeführt. Ein dafür benötigter Hafen wird von Frankfurt knapp 20 Jahre lang verhindert. - In Frankfurt wird anlässlich des Fürstentages im Stadttheater eine Festvorstellung aufgeführt. - In Wiesbaden ist der rüdesheimer Weinhändler Theodor Dilthey (--) Mitbegründer der liberalen Partei Nassauische Fortschrittspartei, die 17 von 24 Zweite Kammer Sitze und die Erste Kammer der herzoglichnassauischen Landstände komplett mit 9 Sitzen belegt. - In Wiesbaden Biebrich besucht der katholische österreichische Kaiser Franz Joseph von Habsburg Lothringen Österreich (St) (46) Herzog Adolph von Nassau Weilburg (St) (46) im Biebricher Schloss. - In Frankfurt zieht das frankfurter Krankenhaus Heilig Geist Hospital in die Lange Straße 4-6 um. - In Mainz übernimmt die Brey´sche Actien Bierbrauerei das Brauhaus Zum Goldstein im Kirchgarten. - Nach dem Tod seines Vaters Friedrich von Zollern Preußen (St) (69) erbt der geisteskranke preußische Königsneffe Prinz Georg von Zollern Preußen (St) (37) erbt zusammen mit seinem geisteskranken Bruder Alexander von Zollern Preußen (St) (42) die romantische Burg Rheinstein bei Bingen am Rhein. - In Frankfurt wird ein Katholikentag abgehalten auf dem der hessische Hofgerichtsratssohn und Sohn von Antonie von Guaita (--) Freiherr Georg Friedrich Karl von Hertling (20) spricht. - In Frankfurt treffen sich u.a. Kaiser Franz Joseph von Habsburg Lothringen Österreich (St) (33), König Maximilian II Joseph von Wittelsbach von Bayern (St) (52), König Georg V von Hannover (St) (44), König Wilhelm von Württemberg (St) (82), König Johann von Sachsen (St) (62), Herzog Ernst II von Sachsen Coburg und Gotha (St) (45), Großherzog Karl Alexander  von Sachsen Weimar Eisenach (St) (45), der in Darmstadt geborene Großherzog Ludwig III von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (--), Großherzog Peter II von Oldenburg (St) (51) und Großherzog Friedrich von Baden (St) (37) beim Frankfurter Fürstentag das Bundespalais alias Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10. Bei der Gelegenheit wird die Finanzierung der Pferdegalopprennbahn in Frankfurt beschlossen. - In Frankfurt wird ein Galopprennen auf dem Exerzierplatz an der Mainzer Chaussee von Prinz Nikolaus von Hessen und Prinz Friedrich Wilhelm von Nassau veranstaltet. Der Rheinische Renn-Verein wird mit erlesensten Pferden gegründet. - In Frankfurt wird ein Arbeiterverein mit 67 Mitgliedern gegründet, darunter aber kein einziger Industriearbeiter, aber 33 Schneidergesellen. In Frankfurt gibt es keinerlei Industrie. - In Offenbach wird der Fechtklub Offenbach gegründet. - In Wiesbaden lässt sich die russische Großfürstin Charlotte von Württemberg alias Elena Pawlowna von Russland (St) (54) in der Augenklinik Pagenstecher Kapellenstraße 29 behandeln. - In Schloss Schönberg übernimmt der Grafensohn Gustav Ernst von Erbach Schönberg (St) (23) die Regierung. - In Frankfurt zieht die in Minden geborene preußische Oberstleutnantstochter und Schriftstellerin Malvina von Humbracht (38) mit ihrer Schwester Elvira in die Gerbermühle.

1862 In Frankfurt wird die Frankfurter Hypothekenbank gegründet. - In Mainz wird die Eisenbahnbrücke Südbrücke an der Mainmündung als erste seit über einem Jahrtausend feste Rheinbrücke in Mainz erbaut. - In Rüsselsheim gründet Adam Opel (27) eine Nähmaschinenfabrik. - In Wiesbaden kann man über Rüdesheim bis Oberlahnstein mit der Eisenbahn fahren. - Der in Darmstadt Bessungen geborene Erbgroßherzog alias ältester Großherzogssohn Ludwig IV von Hessen Darmstadt (St) (25) heiratet die zweitälteste englische Königstochter Prinzessin Alice von Großbritannien und Irland (St) (19). - In Frankfurt Bornheim wird auf der Bornheimer Heide ein Deutsches Schützenfest veranstaltet. - In Wiesbaden wird der Kurverein im Gasthaus Zum Bären gegründet. - Der frankfurter Maler und Mundartdichter Friedrich Stoltze (46) veröffentlicht die Geschichte vom Tanz auf der Bernemer Lilch alias Tanz im Gasthaus Zur weißen Lilie in Bornheim Berger Straße 275. - In Frankfurt wird das neue Gallustor mit schmiedeeisernen Gittern 100 Meter südlich des alten Gallustores fertiggestellt. - In Frankfurt ist der Verleger und Bankier Leopold Sonnemann (31) Mitbegründer der Frankfurter Gewerbekasse (2016 Frankfurter Volksbank), die von 81 frankfurter Bürgern in den Räumlichkeiten des Spielkartenfabrikanten Caspar Ludwig Wüst in der Gallusstraße 15 eröffnet wird. - In Frankfurt ist die Neue Gasanstalt an der Gutleutstraße fertiggestellt. - In Mainz beendet der Musiknotenverleger Franz Schott (51) Weihergarten 5 die Notenvermarktung des Komponisten Richard Wagner (49) wegen dessen Millionenforderungen. - In Lich heiratet der neue in Büdingen geborene Fürst Bruno von Isenburg und Büdingen (St) (25) die in Lich geborene Prinzessin Mathilde zu Solms Hohensolms Lich (St) (20), die Tochter von Fürst Ferdinand von Solms Hohensolms Lich (St) (56). - In Wiesbaden Biebrich logiert der Komponist Richard Wagner (49) im Hotel Europäischer Hof. In der Villa Rheingaustraße 137 Villa Annica alias Dyckerhoff-Villa lebt er ein Jahr lang und schreibt dort einen Teil von Die Meistersinger von Nürnberg. - In Mainz sucht der Komponist Richard Wagner (49) bei der Musikinstrumenten Fabrik Gebrüder Alexander nach seiner Wagnertube für seine Musiker. - In Frankfurt wird das Allgemeine deutsche Schützenfest auf der Bornheimer Heide zwischen Friedberger Landstraße und Berger Straße abgehalten. Es gibt ein Eingangstor, eine Festhalle für 5000 Menschen mit Küche, eine Schießhalle einen Gabentempel, eine ganze Budenstadt, einen Zirkus und ein Panorama. - In Frankfurt malt der in Frankfurt geborene Bierbrauersohn und Maler Carl Theodor Reiffenstein (42) das Bild Weihnachtsmarkt am Dom.

1861 In Frankfurt wird die Turn- und Fechtgemeinde Eintracht Frankfurt gegründet. - Frankfurt hat 71564 Einwohner, Mainz hat 41411 Einwohner und Wiesbaden hat 20800 Einwohner. - In Wiesbaden hat das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz, in dem man sein Essen auf den Öfen im Zimmer selbst kochen muss, 47 Räume und bietet täglich 50 Bäder an. - In Mainz konvertiert der volljährige Fürstensohn Prinz Karl von Isenburg Birstein (St) (23) zum katholischen Glauben. - In Mainz produziert die Brey´sche Brauerei von Löwenbräuinhaber Ludwig Brey (40) 11781 Hektoliter Bier. - In Frankfurt beginnt die Museum Gesellschaft im neu errichteten zweistöckigen Saalbau in der Junghofstraße (2016 Ecke Junghofstraße 13-15/Schlesingergasse mit Übergang zu Junghofstraße 18-26) mit der Veranstaltung von Konzerten und eröffnet mit der Joseph Haydn Aufführung Schöpfung. Der riesige 1800 Zuhörer Konzertsaal Saalbau, der kleine Kammerkonzertsaal und der Bankettsaal im Brückenbau über der Junghofstraße werden das Zentrum des frankfurter Konzertlebens. - In Frankfurt führt der in Gelnhausen geborene Lehrer Philipp Reis (27) führt vor dem Physikalischen Verein in der Robert Mayer Straße 11 einen von ihm erfundenen Fernsprechapparat alias Telefon vor. Er erreicht nicht die nötige Aufmerksamkeit für eine Weiterentwicklung. - In Geisenheim baut der im Osteinschen Palais geborene Weinhändlersohn, Bankier und Waffenhändler Heinrich Eduard Lade (44) die Villa Monrepos in eine riesige Parkanlage. - In Eppstein besuchen der sozialdemokratische Arbeiterführer und Schriftsteller Ferdinand Lassalle (36) und seine Freundin Gräfin Sophie von Hatzfeldt (St) (55). die Burg und tragen sich im Besucherbuch ein. - In Frankfurt vermarkten die deutsch-jüdische Lazard Speyer Ellissen Bank und die Seligmann & Stettheimer Bank den amerikanischen Bürgerkrieg und verkaufen Nordstaaten Kriegsanleihen. - In Kronberg gründet der in Frankfurt geborene Maler der Romantik und Städelschüler Anton Burger (37) mit dem in Frankfurt geborenen Maler Jakob Fürchtegott Dielmann (52) und dem in Frankfurt geborenen Maler Peter Philipp Rumpf (40) die Kronberger Malerkolonie. Die Mitglieder leben in Kronberg über das Frühjahr oder den Sommer zusammen. Die Malerkolonie nimmt fast ausschließlich in Frankfurt geborene Maler und einige Ausländer auf. - Der morganatische Prinz Karl von Ardeck (St) wird in Fulda geboren. - In Wiesbaden wird eine internationale Blumenausstellung im Schloßpark veranstaltet. - In Wiesbaden importiert der Landwirt Heinrich Weil die erste Dampfdreschmaschine und Dampf-Mähmaschine in Deutschland. - In Frankfurt adoptiert der evangelisch konvertierte Jude Lazarus Braunfels alias Ludwig Braunfels (41) den Juden Jesaias Hochstätter alias Otto Braunfels (20) der danach ebenfalls zum evangelischen Glauben konvertiert.

1860 In Frankfurt veranstaltet die Frankfurter Carnevalsgesellschaft Die Bittern einen ersten Fastnachtsumzug Kappenfahrt. Das Gründungsmitglied Friedrich Stoltze (44) malt Maskenballplakate. - In Frankfurt wird die von August Ravenstein gegründete und verbotene Frankfurter Turngemeinde als Frankfurter Turnverein 1860 wiedergegründet. - In Langen mietet die Schulgesellschaft für ihren Unterricht einen Neubau in der Dieburger Straße, Vor der Höhe 14. - In Frankfurt erhält das jüdische Philantropin in der Rechneigrabenstraße 16-18, das mit einer nichtjüdischen Volksschule kombiniert ist, eine eigene Turnhalle. - In Frankfurt stirbt der in Danzig geborene Philosoph Arthur Schopenhauer (72) im Schopenhauerhaus Schöne Aussicht 16. - In Bad Soden logiert der russische Gesellschaft-Dichter Iwan Sergejewitsch Turgenew (42) im Kurhotel Europäischer Hof Königsteiner Straße 45 des ehemaligen bad sodener Kurhauspächters Phillip Collosseus. - In Mainz findet der 4. Deutsche Feuerwehrtag mit 45 Wehren statt. - In Frankfurt eröffnet im ehemaligen Bethmanschen Museum in der Friedberger Anlage der Kursaal Milani Seilerstraße 34, ein Kaffeehaus mit Restaurant (2016 Club The Odeon). - In Oberwesel am Rhein gründet der in Sachsen-Anhalt geborene Dichter Friedrich Nietzsche (23) einen literarischen Zirkel Germania. - In Bad Homburg wird eine Fastnachtszeitung herausgegeben. - In Frankfurt ersetzt die jüdische Gemeinde die alte Synagoge durch eine repräsentative, große Hauptsynagoge (2016 Börneplatz). - In Mainz gründet Kaffeewirt Friedrich Schmelz das Kaffehaus Café Neuf Insel 6 (2016 Mitte des Straßenzugs Großen Langgasse), wo es Diners von 12:00 bis 02:00 Uhr gibt.

1859 In Frankfurt fügt der Bankier Leopold Sonnemann der Frankfurter Handelszeitung einen politischen Teil hinzu und nennt sie Neue Frankfurter Zeitung. - In Frankfurt wird entlang des Mainufers eine Eisenbahnstrecke eröffnet, die die Westbahnhöfe mit dem Hanauer Bahnhof Zobelstraße verbindet. - In Mainz gründen mainzer Großkaufleute in einem Konsortium eine der ersten deutschen Großbrauereien, die Brey´sche Bierbrauerei unter dem Löwenbräu-Großbrauer Ludwig Brey (31) um Exportbierboom teilhaben zu können nach bayerischer Brauart. - In Mainz enden die aus Richtung Bingen kommenden Eisenbahngleise an einem eigenen Kopfbahnhof außerhalb der Festungsmauern im Gartenfeld zwischen Frauenlobstraße und Feldbergplatz (2016 Grüne Brücke). - Der in Wetzlar geborene jüdische christlich konvertierte frankfurter Bankier Raphael Erlanger (53) wird zum portugiesischen Baron erhoben. Er nennt sich danach Baron Raphael von Erlanger. - In Mainz kauft der in Mainz geborene Musiknotenverleger Franz Schott (48) Weihergarten 5 die Notenvermarktungsrechte an den Werken Meistersinger von Nürnberg, Ring des Nibelungen und Parsifal des Komponisten Richard Wagner (46). - In Frankfurt endet das Amt des preußischen Gesandten Otto von Bismarck Schönhausen (44) im Bundestag im Palais Thurn und Taxis. Die Familie verlässt Frankfurt nach 9 glücklichen Jahren und zieht nach Sankt Petersburg.

1858 Frankfurt hat 68049 Einwohner, Mainz hat 37102 Einwohner und Wiesbaden hat 18054 Einwohner. - In Frankfurt ist der frankfurter Mundartdichter, Freiheitsdichter, Herausgeber der Zeitschrift Frankfurter Latern Friedrich Stoltze (42) Mitgründer der Frankfurter Carnevalsgesellschaft Die Bittern. - In Frankfurt wird der Zoologische Garten an der Bockenheimer Landstraße eröffnet. - In Gustavsburg eröffnet der Hafenbahnhof Hafen 1. - In Wiesbaden wird im Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser Friedrich Platz Südseite bei einer Soireé das Streichquartett Nr. 2 0p. 90 von Joachim Raff uraufgeführt. - Die Hessische Ludwigsbahn nimmt die Rhein-Main-Bahn von Mainz über Darmstadt nach Aschaffenburg in Betrieb. Zwei Trajektraddampferboote nehmen die Bahnreisenden am Endbahnhof Gustavsburg Hafen 1 auf und transportieren sie zum anderen Rheinufer nach Mainz. Die Boote können nur kurze Güterwaggons und keine langen Personenwaggons zum Bahnhof Mainz Weisenau übersetzen. - In Wiesbaden gibt es ein Lesekabinett mit 120 Zeitungen. - Auf dem Main wird die Raddampferschifffahrt wieder eingestellt, weil die versprochene Flusskanalisierung ausbleibt, weshalb wieder Treidelschiffe mit Pferden zum Einsatz kommen. Hauptkonkurrent ist die Eisenbahn. - In Königstein schenkt der in Wiesbaden Biebrich geborene Herzog Adolph von Nassau (St) (41) seiner Frau der nassaischen Herzogin Adelheid Marie von Anhalt-Dessau (St) (25) das Luxemburgische Schloss. - In Frankfurt ist die Freimaurerloge Socrates zur Standhaftigkeit in der Töngesgasse 16 (2016 City Hörgeräte Loch im Parkhaus). - Die Bahnstrecke Darmstadt-Mainz wird eröffnet. - Im Großherzogtum Hessen wird die Biersteuer um 50 % erhöht. - Der geisteskranke Fürst Ferdinand Maximillian von Isenburg Büdingen Wächtersbach (St) (35) verprügelt in aller Öffentlichkeit den Ersten Minister seines Schwiegervaters, Ludwig Hassenpflug mit einem Stock und wird ins Irrenhaus eingewiesen. - Der morganatische Prinz Friedrich von Ardeck (St) bei Diez an der Lahn wird geboren. - In Frankfurt pumpen zwei 28 PS Dampfmaschinen Seehofquellwasser von der sachsenhäuser Seite in die Stadt.

1857 Der in Mainz Kastel geborene Hopfenhändlersohn, Weingroßhändlersohn und Grundbesitzersohn Adolphus Busch (18) wandert mit drei seiner Brüder wegen schlechter Chancen auf ein Erbe nach St Louis Missouri aus. - In Wiesbaden wird ein Teil des Herzoglich-Nassauischen Realgymnasiums Oranienstraße 5–7 (2016 Oranienschule) zur Bürgerschule mit einer Vorschule, die Jungen von 10 bis 16 Jahren auf ihre Berufe vorbereitet und dazu Französisch und Englisch lehrt. - In Mainz explodieren in einem Pulverturm obere Gaugasse und Kästrich 1000 Kilogramm Schwarzpulver, wobei 153 Menschen getötet weren. - In Wiesbaden Biebrich wird die Eisengießerei Nassauische Rheinhütte L. Beck & Co. errichtet. - Die in Wiesbaden Biebrich geborene Prinzessin Sophia von Nassau (St) (21) heiratet den schwedischen Thronfolger. - In Wiesbaden zieht die Augenklinik Pagenstecher von der Kirchgasse 7 in das Privathaus mit 10 Betten in der Taunusstraße 59 um, wo auch sein Bruder Hermann wohnt. - In Frankfurt eröffnet der in Regensburg geborene kaiserlichösterreichische Gesandte Graf Bernhard von Rechberg (St) (51) mit seiner Frau Lady Barbara Jones (44) seine Salons mit einem großen Ball im Bundespalais alias Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10, wo er auch mit seinem Sohn Grafensohn Alois von Rechberg (19) wohnt. - In Frankfurt gibt es ein Zuchtpolizeigericht. - In Frankfurt berichtet die Zeitung Frankfurter Nachrichten berichten, dass in England Glocken aus Aluminium gegossen würden. Diese Glocken gäben einen unvergleichlich schönen Klang. Aluminium koste ein Drittel von Silber und Grönland wäre eine ergiebige Fundstätte.

1856 In Frankfurt wird der Frankfurter Geschäftsbericht gegründet der sich in Frankfurter Handelszeitung umbenennt. - In Offenbach erhält die Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue mit dem Haus Luisenstraße 31 ein eigenes Logenhaus. - In Wiesbaden Biebrich eröffnet die Wiesbadener Eisenbahngesellschaft die Strecke von Station Mosbach (2016 Wiesbaden-Biebrich) nach Rüdesheim. - In Wiesbaden sind der mit Gaslampen beleuchtete Springbrunnen und zwei neue Wasserbecken mit Kaskaden die Attraktion. - In Mainz dürfen mit der Gründung der Kleppergarde durch Carl Dremmel auch Kinder am Fastnachtszug teilnehmen. - In London Westminster heiratet zum Unwillen seines in Hanau geborenen Vaters Kurfürst Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel (St) (54) der fahnenflüchtige morganatisch geborene Kurfürstensohn Friedrich Wilhelm (St) (24) die Schauspielerin Auguste Birnbaum (19). - In Frankfurt erhält die Deutsch-reformierte Kirche Kornmarkt 3 eine Dampfheizung. - In Frankfurt gründet der jüdische offenbacher Tuchhändlersohn und Bankgründer Leopold Sonnemann (25) die Frankfurter Handelszeitung. - Der in Frankfurt geborene Kaufmann Giorgio Sommer (22) wandert nach Italien aus, wo er in Neapel ein Fotostudio eröffnet und ein erfolgreicher Fotograf wird. - Gewaltenteilung wird eingeführt. - In Wiesbaden eröffnet der Augenarzt Friedrich Hermann Alexander Pagenstecher eine private Augenheilanstalt mit zwei nach Geschlechtern getrennten Dreibettzimmern in der Kirchgasse 7, wo Arme und Hilfsbedürftige auf Kosten der Regierung kostenlos behandelt werden, was einen Boom auslöst. - In Frankfurt unterscheidet sich laut Siebmacher trotz § 11 der Konstitutions-Ergänzungs-Akte von 1816, der den frankfurter Adel nur in zwei Klassen, nämlich mit und ohne Mitgliedschaft in den örtlichen Adelsgesellschaften Alten-Limpurg und Frauenstein, der Adel doch wieder in hochadelige Ganerbschaft des Hauses Alten-Limpurg und die uralte Gesellschaft des Hauses Frauenstein. - In Frankfurt besitzt Freiherr Boltog von Brüsken und die uradelige Familie Freiherr von Günderrode Anteile am Nürnberger Hof, am Gasthof Steinernes Haus, am Haus Zum Korb und Zum Wedel. - In Höchst an der Nidder kauft der in Frankfurt ansässige Freiherr Johann Maximilian von Günderrode das Barockschloss der Herren von Carben. - In Frankfurt besitzt die frankfurter Patrizierfamilie Holzhausen den Hellerhof (2016 Carree Koblenzer Straße, Hellerhofstraße, Frankenallee, Günderroderstraße), die Oede und das Dortelweilergut, das Burglehen in Frauenstein und das frankurtische Kunkellehen Alt Strahlenberg. Holzhausen ist nassauer Vasall. - In Frankfurt lebt Fürstin Luise von Putbus (St). - In Frankfurt stirbt der unverheiratete, großherzogliche Gesandte am wiener Kaiserhof Fürst Adolph von Sayn Wittgenstein Hohenstein (73). - In Frankfurt stirbt Wilhelmine Elisabeth Karoline von Sayn Wittgenstein (St) (83).

1855 In Frankfurt wird nach dem Tod des Bankiers Freiherr Amschel Mayer von Rothschild (82) das Palais Rothschild Zeil 90 in ein jüdisches Altersheim umgewandelt. - In Frankfurt wird gegenüber dem Hanauer Bahnhof Zobelstraße die Ostendhalle eröffnet. - In Frankfurt reißt der jüdische Freiherr Carl Mayer von Rothschild (St) (67) die Bornburg ab und baut darauf das Schlösschen Günthersburg. - Frankfurt hat 64316 Einwohner, Mainz hat 36833 Einwohner und Wiesbaden hat 16059 Einwohner. - In Frankfurt wirbt das Appartmenthotel für große Familien Westendhall unmittelbar rechts neben dem Taunusbahnhofsportal an der Promenade (2016 Taunusanlage) gelegen auf französisch, russisch und englisch. - In Darmstadt wird an der Landwehrstraße (2016 Julius-Reiber-Straße) ein Gaswerk eröffnet. - In Bad Homburg initiiert der in Wetzlar geborene frankfurter jüdisch christlich konvertierte Bankier Raphael Erlanger (49) die Gründung der Landgräflichen Hessischen Landesbank. - In Katzenelnbogen kauft der in Wehen geborene evangelische Dekansohn und Chemiker Richard August Carl Emil Erlenmeyer (30) die Schlossapotheke und betreibt sie 5 Jahre lang. - In Frankfurt wird in der Gasfabrik an der Mainzer Landstraße alias Marienstraße zur Leuchtgasproduktion nicht mehr amerikanisches Harz sondern Holz und englischer Bogheadschiefer verwendet. - In Frankfurt wird vor dem nobelsten Gartenlokal der Stadt Mainlust Untermainkai 17 (2016 MainNizza) mit dem Bau der Hafen- und Verbindungsbahn begonnen, wodurch das Gartenlokal nach vier Jahren geschlossen wird. - In Darmstadt wird das Darmstädter Hoftheater mit 1800 Sitzplätzen Karolinenplatz 3 auf Gasbeleuchtung umgestellt. - In Frankfurt erhält das Theater am Rathenauplatz ein gläsernes Vordach. - In Offenbach wird ein Fastnachtszug veranstaltet.

1854 In Frankfurt wird die Frankfurter Bank als erste Gesellschaftsbank gegründet. - In Darmstadt stirbt die uneheliche hessendarmstädter Prinzentochter Friederike Luise Weiss zum Weissenstein (St) (62). - In Frankfurt erhalten die führenden Bankiers Frankfurts, Bethmann, Grunelius, Rothschild und die Frankfurter Vereinskasse von Bürgermeister und Rat der Stadt die Konzession zur Gründung der Frankfurter Bank als Notenbank der Stadt Frankfurt Ecke Junghofstraße/Große Mainzer Straße. - In Mainz benennt der in Mainz geborene Kranführersohn und gelernte Drucker Joseph Gottsleben (32) seine erste mainzer Tageszeitung Täglicher Anzeiger in Mainzer Anzeiger um. - In Frankfurt zieht das Kaffeehaus Cafe Milani Ecke Roßmarkt/Am Salzhaus neben das Komödienhaus, wo es sein pariser Flair verströmt. - In Frankfurt wird die Textilhandelsgesellschaft ML Rosenstein gegründet, die das erste frankfurter Textilgroßhandelshaus wird.

1853 In Mainz wird die Eisenbahn eröffnet. - In Wiesbaden wird von jungen evangelischen Pfarrern ein Rettungshaus auf dem Geisberg gegründet, die verwahrloste atheistische Industrialisierungsopfer wieder zur Kirche bekehren wollen. - In Wiesbaden darf die Tausnuseisenbahn auch Privattelegramme befördern. - In Kassel erhält die katholische bonner Bürgerliche Gertude Falkenstein (51) und morganatische Ehefrau und 11 fache Mutter des im hanauer Schloss Philippsruhe geborenen Kurfürst Friedrich Wilhelm von Hessen (St) (51) den erblichen Titel Fürstin von Hanau. - Die nassauer Herzogstochter Prinzessin Helene von Nassau (St) (22) heiratet Fürst Georg Viktor von Waldeck-Pyrmont (St) (22). - In Darmstadt wird der preußische Komponist, Richard Wagner Stil Anhänger, ehemaliger wiesbadener und davor frankfurter Theaterorchesterleiter Louis Schindelmeisser (42) Hofkapellmeister. - In Darmstadt wird die Bank für Handel und Industrie gegründet. - In Frankfurt funktioniert der strenggläubige jüdische offenbacher Tuchhändlersohn Leopold Sonnemann (22) das väterliche Geschäft in eine Bank um. - In Mainz funktioniert der in Mainz geborene Kranführersohn, gelernte Drucker und leidenschaftlicher Volksparteianhänger Joseph Gottsleben (31) sein neu gegründetes Inseratenblatt für Mainz Täglicher Anzeiger in eine Tageszeitung um, indem er einen Nachrichtenteil und einen Unterhaltungsteil hinzufügt. Das Blatt wird in der Steingassse gedruckt. - In Darmstadt kauft der Besitzer der darmstädter Brauerei Zum Anker das Gasthaus Zur Harmonie Kirchgasse 3, das durch die Lausbubenstreiche seines Sohnes Ludwig Heß zum Gasthof Hannibal wird. - In Frankfurt stirbt mit dem königlichbayrischen General Christian Karl Bender von Bienenthal die Frauenstein Gesellschafts Familie, der der Junghof gehört, aus. - In Frankfurt dokumentiert der Bierbrauersohn und Architektur- und Landschafts- Maler Carl Theodor Reiffenstein (33) den Rittersaal des Hauses Fürsteneck.

1852 In Wiesbaden Biebrich wird der nassauweilburger Erbprinz Wilhelm Alexander von Nassau Weilburg (St) geboren. - Frankfurt hat 62561 Einwohner, Mainz hat 36741 Einwohner und Wiesbaden hat 14433 Einwohner. - In Frankfurt bringt der frankfurter Mundartdichter, Freiheitsdichter, Herausgeber der Zeitschrift Frankfurter Latern Friedrich Stoltze (36) mit der Frankfurter Krebbel- und Warme-Brödercher-Zeitung die erste Fastnachtszeitung heraus. - Wiesbaden erhält den Titel Weltkurstadt. - Der aus Wiesbaden stammende konservative Revolutionär Ingenieur Oswald Dietz entkommt der badener Revolution nach Frankreich und flieht nach Texas. - In Wiesbaden verkauft der Jude Isaak Hiffelsheimer sein jüdisches Badehaus Pariser Hof mit Betsaal, Schule und Mikwe an einen Christ, der die Weiterbenutzung der Mikwe als rituelles jüdisches Bad duldet. - In Mainz nennt der Baedeker-Reiseführer den am Rhein gelegenen Gasthof ersten Ranges Englischer Hof , in dem ein Zimmer ab 48 Kreuzer, ein Frühstück 30 Kreuzer, ein Mittagessen mit Wein 1 Gulden 15 Kreuzer und die Bedienung 24 Kreuzer kosten. Im Gasthof mit Poststation zweiten Ranges Drei Reichskronen kostet ein Zimmer ab 36 Kreuzer, ein Frühstück 20 Kreuzer, ein Mittagessen mit Wein 48 Kreuzer. Im billigen Gasthaus Zum Karpfen steigen die Geschäftstreibenden ab. Günstig ist der Darmstädter Hof und mitten in der Stadt liegt der Gasthof mit Poststation Riese. - Der im hanauer Schloss Philippsruhe geborene Kurfürst Friedrich Wilhelm I von Hessen Kassel (St) (50) fordert schamlos 100000 Taler Schmiergeld für die Konzession zum Ausbau der Bahnstrecke Frankfurt–Hanau durch die  Frankfurt-Hanauer Eisenbahn-Gesellschaft Richtung Aschaffenburg von der Hanauer Bank Bernus du Fay, weshalb der leitende Minister Ludwig Hassenpflug seinen Rücktritt anbietet, was aber der egozentrische und morganatisch verheiratete Kurfürst Friedrich Wilhelm I von Hessen Kassel (St) (50) verweigert. - In Frankfurt ist die Freimaurerloge Carl zum aufgehenden Licht mit Eingang in der Große Gallus-Straße 5 ( Versammlungssaal 2016 Kirchnerstraße 6-8). - In Mainz verlegt das Musiknotenverlagshaus Schott nach vierjähriger Pause die erste Ausgabe der in Süddeutsche Musik Zeitung umbenannten Musikzeitschrift Cäcilia. - In Frankfurt gibt es eine Blutegelanstalt an der Ecke Friedberger Anlage /Hermesweg 19 und 21. - In Frankfurt erhält die wöchentliche Zeitung Frankfurter Postzeitung wieder ihren ursprünglichen Titel Frankfurter Postzeitung.  - In Frankfurt beginnt der in Frankfurt geborene Regisseurssohn und Possendichtersohn Konrad Adolf Hallenstein (17) am Stadttheater Rathenauplatz in Schillers Jungfrau von Orleans als Raoul. - In Frankfurt wird Wilhelm von Bismarck Schönhausen als drittes Kind und Sohn des preußischen Gesandten Otto von Bismarck Schönhausen (37) geboren. - In Wiesbaden setzt der wiesbadener Hofbuchdrucker August Schellenberg die Tageszeitung Wiesbadener Wochenblatt mit dem Wiesbadener Tagblatt fort. - In Frankfurt ist der Gasthof Zum römischen Kaiser auf der Zeil Ecke Schäfergasse (2016 Karstadt). - In Frankfurt ist in der Bleichstraße 55 das Anatomie Theater des Naturhistorischen Museums Bleichstraße 57. - In Hanau werden die bayerischen und österreichischen Besatzungstruppen nach einem Jahr wieder abgezogen.

1851 Im Frankfurt übernimmt das Städel die Museums Gesellschaft Gemäldesammlung. - In Wiesbaden erreichen die Kurgastzahlen mit 14000 Fremden Vorrevolutionsniveau. - In Wiesbaden löst sich der Arbeiterbildungsverein auf. - In Frankfurt führt im Stadttheater Rathenauplatz der neue Theaterorchesterleiter und Komponist Gustav Schmidt (35) seine eigene Oper Die Weiber von Weinsberg auf. - In Wiesbaden wird der preußische Komponist, Richard Wagner Stil Anhänger und frankfurter Theaterorchesterleiter Louis Schindelmeisser (40) Kapellmeister am Theater. - Der in Darmstadt drittgeborene Großherzogssohn Prinz Alexander von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (28) heiratet in Breslau die im fünften Monat schwangere, in Warschau geborene Soldatentochter und russische Hofdame am russischen Hof von Sankt Petersburg Gräfin Julia Hauke (St) (26). Da sie nicht standesgemäß und unebenbürtig ist, ist die Ehe morganatisch. Nach ihrer Rückkehr nach Darmstadt wird sie von von ihrem Schwager hessendarmstädter Großherzog Ludwig III von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (45) zur Gräfin von Battenberg mit dem Prädikat Erlaucht erhoben. Sie nennt sich Gräfin Julia von Battenberg. - Zwischen Frankfurt und Offenbach wird der Felsen Kaiserlei für eine breitere Fahrrinne gesprengt. - Hanau wird zur Unterdrückung der Revolution von bayerischen und österreichischen Truppen besetzt.

1850 In Mainz gründet der neustadtpfälzer Sektkellerer Christian Adalbert Kupferberg (26) die Sektkellerei Kupferberg Kupferbergterrasse 17. - In Frankfurt beginnt das Neumitglied der Gärtnerinnung Gärtner Schneider mit dem Ausschank von selbstgekeltertem Äpfelwein als Straußenwirtschafter, wobei nur aus eigenen Äpfeln stammender Äpfelwein im mit einem grünen Kranz gekennzeichneten eigenen Hof Lieber Alter und in der eigenen ausgeräumten Stube vier bis sechs Wochen lang verkauft werden darf. - In Wiesbaden wird der Nassauer Demokrat Karl Schapper freigelassen und feiert mit dem aus dem Arbeiterverein hervorgegangenen Arbeiterbildungsverein auf dem Neroberg. 2 Monate später wird er ausgewiesen. - In Hanau macht die Opposition Hanau Wilhelmsbad zur Hauptstadt des Kurfürstentums Kurhessen. - In Wiesbaden bilden Wilhelmstraße, Rheinstraße, Schwalbacher Straße und Röderstraße ein geographisches Fünfeck, bei dem die Alleen nur stadteinwärts bebaut sind. - In Mainz übernimmt die Witwe von Johann Baptist Schwarzmann die Brauerei Zur Sonne in der Betzelsgasse 25. - In Frankfurt tritt Otto von Bismarck Schönhausen (35) seinen Posten als preußischer Gesandter am Bundestag im Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10 an. Seine Frau ist mit den Kindern Marie (02) und Herbert (01) mit nach Frankfurt gezogen. - In Frankfurt wird die Schwarz-Rot-Gold Fahne über dem Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10 eingeholt. - In Mainz wird im Dalberger Hof Klarastraße 4 ein Hochverratsprozess gegen 77 Demokraten geführt. - In Frankfurt wird die Freimaurerloge Carl zum Lindenberg gegründet. - In Frankfurt hängt der in Frankfurt geborene Freiherr Mayer Carl von Rothschild (30) in seinem neuen Herrenhaus Palais Günthersburg mit Teehaus und Orangerie im Günthersburgpark das großformatige Gemälde Goethe in der Campagna auf.

1849 In Frankfurt berichtet die Tageszeitung Frankfurter Zeitung von der Eröffnungsfahrt vom Main-Weser-Bahnhof nach Friedberg. - Die Eisenbahnstrecke Hanau-Würzburg wird eröffnet. - Mainz hat 35140 Einwohner. - In Mainz leben 27633 Katholiken und 5037 Protestanten. - In Wiesbaden stagnieren die Kurgastzahlen bei 7500. - In Frankfurt verwehren 60 Abgeordnete der Nationalversammlung die Ausweisung Deutschösterreichs aus dem Deutschen Bundesstaat. - In Idstein findet der Idsteiner Kongreß der Nassauer Demokraten statt, wobei Karl Schapper teilnimmt und dafür inhaftiert wird. - In Eltville Eichberg wird die Heil- und Pflegeanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4 eingerichtet. - In Frankfurt fliehen viele Abgeordnete der Nationalversammlung, weil sie einen Einmarsch von preußischen Truppen befürcheten, nach Stuttgart. Die großdeutschen Konservativen bleiben und sehen sich als rechtmäßige Nationalversammlung. - In Mainz organisiert der Schornsteinfegermeister Carl Weiser eine Freiwillige Feuerwehr mit eigenen Uniformen, die direkt dem Bürgermeister untersteht und aus zwei Divisionen mit je zwei Zügen und insgesamt 141 aktiven Feuerwehrmännern besteht. - In Dreieichenhain gründet der in der Kreuzmühle in Dreieichenhain geborene Mühlenbesitzer, Sägwerksbesitzer und Lieferant von Eisenbahnschwellen für die Taunus-Eisenbahn Johann Philipp Holzmann (44) das Bauunternehmen Holzmann. - In Mainz kommt der Schuhmachersohn, Hebammensohn und spätere Luxushotelbesitzer Lorenz Adlon zur Welt. - In Frankfurt ruft die österreichische Regierung ihre Abgeordneten aus Frankfurt ab. - In Frankfurt schlägt der zweitgeborene preußische Königssohn Wilhelm von Zollern Preußen (St) (52) im Hotel Russischer Hof (2016 MyZeil Zeil 106) im Freskosaal als Gardoffizier sein Hauptquartier auf. - Im Kloster Eberbach werden 160 Geisteskranke aus dem Irrenhaus Eberbach in die 300 Meter entfernte neugebaute pompöse herzoglichnassauer Landes-Heil- und Pflegeanstalt Eichberg mitten in die Weinberge verlegt.

1848 In Frankfurt findet die Nationalversammlung in der Paulskirche statt. - In Mainz wird der in Frankfurt geborene Notarssohn, Anführer der frankfurter liberalen Bewegung und Rhein- und Mainzeitung Mitarbeiter Friedrich Siegmund Jucho (43) nach 4 Jahren Haft aus der mainzer Festung Hartenberg entlassen und zum Vertreter der Stadt Frankfurt in die Nationalversammlung gewählt. - In Frankfurt wird der Kopfbahnhof Hanauer Bahnhof Zobelstraße eröffnet. - In Offenbach eröffnet die Frankfurt-Offenbacher Lokalbahn zwischen Offenbach und Frankfurt Sachsenhausen. - In Darmstadt stirbt Großherzog Ludwig II von Hessen Darmstadt (St) (71) neuer Großherzog von Hessen und bei Rhein. - In Wiesbaden haben sich die Kurgastzahlen auf 7500 halbiert. - In Wiesbaden versammeln sich 30000 Menschen vor dem Stadtschloss und Herzog Adolph von Nassau (St) (31) reist aus Berlin zurück nach Wiesbaden und verspricht öffentlich vom Balkon des Stadtschlosses die Erfüllung der Forderungen seiner Untertanen nach Volksbewaffnung, Pressefreiheit, Einberufung eines Parlaments sowie Vereinigungs- bzw. Religionsfreiheit. Innerhalb weniger Wochen erscheinen 13 politische Zeitungen, davon fünf in Wiesbaden. Der dotzheimer Wirt des Gasthauses Zum Löwen versucht mit einem Karabiner Herzog Adolph von Nassau (St) (31) mit den schieß ich vom Balkon runner zu erschießen und kann gerade noch davon abgehalten werden. - In Wiesbaden wird die Republikanische Gesellschaft gegründet. - In Wiesbaden wird ein Arbeiterverein mit 300 Mitgliedern unter Führung des aus Weinbach bei Weilburg stammenden und teilweise in London lebenden Pfarrersohn und Forstwirt Karl Schapper gegründet. - In Frankfurt findet der erste Kongreß der Demokraten Deutschlands statt, u.a. mit dem aus Wiesbaden stammenden Stadtratssohn und Mühlenbesitzersohzn und Ingenieur Oswald Dietz. Oswald Dietz muss aus Nassau fliehen. - In Wiesbaden werden im Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser-Friedrich-Platz Südseite die liberalen Neun Forderungen der Nassauer beschlossen. - In Frankfurt wird der preußische Komponist und Richard Wagner Stil Anhänger Louis Schindelmeisser (37) Orchesterleiter am Frankfurter Theater Rathenauplatz. - In Frankfurt trifft sich die Casino-Fraktion in der Casinogesellschaft am Roßmarkt 10 (2016 Santander Bank). - In Frankfurt trifft sich die Fraktion Westendhall alias Linke im Frack alias Linksliberale im möblierten Appartmenthotel für große Familien Westendhall unmittelbar rechts neben dem Taunusbahnhofsportal an der Promenade (2016 Taunusanlage) gelegen. - In Frankfurt trifft sich parlamentarischmonarchistische Fraktion Württemberger Hof alias Linkes Zentrum im Hotelgasthof Württemberger Hof Hainer Hof 9. - In Frankfurt trifft sich im Hotel Pariser Hof am Schillerplatz an der Hauptwache 7 (2016 Maredo) die Fraktion Pariser Hof. - In Frankfurt ziehen reformkonservative österreichische, preußische und bayerische Abgeordnete vom Gasthof Steinernes Haus Markt 44 ins Kaffeehaus Cafe Milani Ecke Roßmarkt/Am Salzhaus. Die Fraktion Cafe Milani sind die Konservativen der äußersten Rechten. Im Gasthof Donnersberg trifft sich die äußerste Linke, im Nürnberger Hof (Nördliche Hofeinfahrt Braubachstraße 24) die gemäßigten Republikaner und im Augsburger Hof die gemäßigte Linke. - In Frankfurt wird der Rahmhof zur Kaserne umfunktioniert. - In Frankfurt gründet der in Wetzlar geborene jüdische evangelisch konvertierte Wechselmaklersohn und Börsenmakler Raphael Erlanger (42) die Bank Erlanger & Söhne. - Von 6 nassauer Abgeordneten stammen 4 aus Wiesbaden, darunter der nassauische Amtmannssohn in Usingen und Anwalt am wiesbadener Oberappellationsgericht August Hergenhahn (44). - In Frankfurt errichten während den Septemberunruhen Aufständische an vierzig Stellen in der Stadt Barrikaden. Sie bewaffnen sich mit Pflastersteinen. Die preußischen Nationalversammlungsabgeordneten Fürst Felix von Lichnowsky und Hans von Auerswald werden auf offener Straße ermordet. Preußische und hessische Soldaten aus der Bundesfestung Mainz und den Städten Darmstadt und Friedberg erschießen 30 Aufständische. 12 Soldaten werden getötet. Frankfurt wird dauerhaft mit einer gemischten patrouille aus preußischen, österreichischen und bayerischen Soldaten besetzt. - In Frankfurt wird die Wilhelmsbrücke alias Friedensbrücke als Main-Neckar-Eisenbahnbrücke eröffnet. - In Frankfurt wird auf der Bornhiemer Heide vor dem Friedberger Tor das Freimaurerlogen Mitglied Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main und Casino Fraktions Mitglied Fürst Felix von Lichnowsky (30) von einer aufgebrachten Menschenmenge erschlagen und das Casino-Fraktions Mitglied, der meißener Adelige und preußische Ministerpräsidentenbruder Hans von Auerswald (56) erschossen. - In Frankfurt baut die Freimaurerloge Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main ihr erstes eigenes Logengebäude Im roten Hof in der alten Rothofstraße 2 (und gegenüber). - In Frankfurt eröffnet der italienische Gastronom Christian Joseph Milani am Roßmarkt das Kaffeehaus Cafe Milani Ecke Roßmarkt/Am Salzhaus. - In Frankfurt beginnt der unverheiratete, ehemalige großherzoglichhessische Gesandte am wiener Kaiserhof Fürst Adolph von Sayn Wittgenstein Hohenstein (65) mit einer Pension von 4000 Gulden seinen Ruhestand. - In Offenbach vereinigen sich die deutschreformierte Gemeinde und die lutherische Gemeinde zu einer evangelischprotestantischen Gemeinde.

1847 In Wiesbaden übernimmt Anton Gutz das Spielcasino im Alten Kurhaus. - In Mainz wird das Fischtor abgerissen, weil es den Blick auf den Dom versperrt. - In Frankfurt wird die Hausnummernumstellung innerhalb von 4 Monaten durchgeführt. Parallel zum Fluss verlaufende rote Hausnummern zählen flußabwärts hoch und und landeinwärts abgehende blaue Hausnummern ebenso. Bei großen Verkehrsstraßen beginnt die Zählung am Stadtkern. - In Rüdesheim stirbt Graf Friedrich Carl Joseph Marsilius von Ingelheim Mespelbrunn (St) (70).

1846 In Frankfurt wird die Main-Neckar-Bahn eröffnet. - Frankfurt hat 58519 Einwohner und Mainz hat 36656 Einwohner. - In Frankfurt fahren zwei Eisenbahnlokomotiven aus Darmstadt am Bahnhof Mainspitze zum Fahrtrichtungswechsel am gleichen Tag, jeweils am Morgen und am Nachmittag, über das Gleisende hinaus, wobei ein Heizer zerquetscht wird und Waggons über Abhänge rollen. - In Darmstadt wird der Main-Neckar Bahnhof eröffnet. - Die Bahnstrecke Heidelberg-Darmstadt-Frankfurt wird freigegeben. - In Mainz folgt Johann Mayrer Peter Kulm als Besitzer des Brauhauses mit Gaststätte Zum rothen Löwen in der Himmelgasse 20. - In Frankfurt nimmt die Brauerei Henrich eine eiserne Doppeldarre in Betrieb und stellt ein von Buderus Söhne hergestelltes gusseisernes Kühlschiff auf. - In Frankfurt wird eine Germanistenversammlung Germanistentag abgehalten, auf der das in Hanau geborene Mitglied der bayerischen Akademie der Wissenschaften und Märchensammler Wilhelm Grimm (60) über sein Deutsches Wörterbuch spricht, das Hauptthema aber eigentlich die Unteilbarkeit von Schleswig Holstein ist. - In Darmstadt wird die Freimaurerloge Zur Eintracht gegründet. - In Wiesbaden wird der Grafensohn Emich Friedrich Thomas von Leiningen Westerburg Altleiningen (St) geboren. - In Frankfurt wird die frankfurter Frauenstein Gesellschaft Familie Riese Stallburg von Ferdinand in den Freiherrnstand erhoben.

1845 In Wiesbaden Biebrich stirbt die schöne und beliebte Ehefrau von Herzog Adolph von Nassau Weilburg (St) (28) die russische Großfürstin Elisabeth Michailowna (St) (19) bei der Geburt ihrer Tochter, die ebenfalls stirbt, woraufhin die russisch orthodoxe Kirche auf dem Neroberg für den Leichnam erbaut wird, da die russische Gesandtschaftskapelle in der Rheinstraße ungeeignet ist. - In Frankfurt wird die englische Gasfabrik Oskar-von-Miller Straße erbaut. - In Frankfurt steht die Alte Börse auf dem Paulsplatz 10. - In Frankfurt ziehen die Volksschule vom Kompostellhof und das jüdische Philantropin aus der Schäfergasse in einen prächtigen Schulhausneubau in der Rechneigrabenstraße 14-16. - In Wiesbaden verlängert William Fardely aus Mannheim seine 8,8 km lange oberirdische Telegrafen Versuchsstrecke von Wiesbaden nach Mainz Kastel für einen selbstgebauten Schreibtelegrafen um 2,2 km bis Biebrich. - In Darmstadt erhebt der in Darmstadt geborene Großherzog Ludwig II von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (68) den in Darmstadt geborenen Apothekersohn, Farbenhändlersohn und gießener Universitätsprofessor Justus Liebig (43) zum Freiherr Justus von Liebig. - Der in Frankfurt geborene jüdische Schriftsteller und Arzt am Leichenschauhaus Heinrich Hoffmann (36) veröffentlicht sein Kinderbuch Struwwelpeter. - In Darmstadt Bessungen wird Prinz Wilhelm von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) geboren. - In Frankfurt beschließt der Rat das französische Quartiernummersystem mit Littera alias Buchstaben im Osten beginnend und im Westen der Stadt endend und dem Problem der Doppelbenennung bei längeren Straßenzügen abzuschaffen und Straßennamen mit Hausnummern einzuführen, was aber erst zwei Jahre später umgesetzt wird. - In Mainz stehen am Neubrunnenplatz der Wolf-Metternische Hof und die Burse alias Studentenunterkunft. - In Franfurt wird ein englisches Gaswerk an der Obermainstraße eröffnet. - In Frankfurt stellt die älteste Großbrauerei Henrich auf Dampfbetrieb um. - In Frankfurt gibt es 7 Kaffeehäuser, drei davon von Juden geführt. - In Frankfurt stirbt der in Hanau geborene Witwer hessenkasseler Landgraf und Kurfürst Wilhelm II von Hessen Kassel (St) (70). Sein im hanauer Schloss Philippsruhe geborener Sohn Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel(St) (45) wird neuer Kurfürst. - In Offenbach nimmt die Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue trotz Verbots Juden auf. Selbst Tempel jüdischer Logen zu betreten ist für Logenmitglieder verboten. - In Frankfurt wird eine Freireligiöse Gemeinde gegründet.

1844 Der in Wiesbaden Biebrich geborene nassauische Herzog Adolph von Nassau Weilburg (St) (27) heiratet die schöne russische Großfürstin Elisabeth Michailowna (St) (18) in Sankt Petersburg. - In Wiesbaden wird das Pädagogium Luisenplatz 10 per Edikt zum Herzöglichen Gymnasium. - In Offenbach benutzt die Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue mit dem Haus Linsenberg 1 wieder ein allerdings gemietetes Logenhaus. - In Mainz wird der Auswanderungsverein Adelsverein mit 21 ausschließlich adeligen Mitgliedern in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Vereinsmitglieder sind u.a. der in Wiesbaden Biebrich geborene Schirmherr des Adelsvereins und nassauer Herzog Adolph von Nassau (St) (27), der in Amorbach geborene Adelsvereingründer und erste Präsident Fürst Karl Emich von Leiningen (St) (40), Prinz Friedrich von Zollern Preußen (St) (50), der in Neuwied am Rhein geborene Fürst Hermann von Wied (St) (30), der New Braunfels (Comal County) Gründer Prinz Carl von Solms Braunfels (St) (32), der österreichische Feldmarschallleutnant Graf Viktor von Leiningen-Westerburg-Altleiningen (St) (33), der herzoglichnassauische Oberst sowie Vizepräsident und Geschäftsführer des Adelsvereins Graf Carl von Castell Castell (St) (43), der herzoglichnassauische Oberstleutnant und Flügeladjutant Graf Joseph von Boos zu Waldeck  (St) (46), der in Dillenburg geborene Gründer der texanischen Stadt Fredericksburg (Gillespie County) Freiherr Otfried Hans von Meusebach (St) (32) und der Geschäftsführer Freiherr August von Bibra (St) (36). - In Wiesbaden stirbt die deutsche Hotelierin Maria Sybilla Josepha Zais (74). - In Wiesbaden baut William Fardely (30) aus Mannheim eine 8,8 km lange oberirdische Telegrafen Versuchsstrecke entlang der Taunusbahn für einen weiterentwickelten funktionstüchtigen selbstgebauten Schreibtelegrafen nach Mainz Kastel mit einem Zeigertelegafen im Taunusbahnhof Rheinstraße 8 und einem Druckapparat in Mainz Kastel. - In Frankfurt gibt es die Freimaurerloge Karl zum aufgehenden Lichte. - In Frankfurt schließt die Imperial Continental Gas Association einen Beleuchtungsvertrag mit der Stadt und beginnt mit der Verlegung eines Gasröhrennetzes. - In Mainz wird die Fastnachtszeitung Narrhalla wegen eines verletzend kritischen Artikels über den zukünftigen hessischen Schwiegervater, bayerischen König Ludwig von Wittelsbach Bayern (St) (58) vom in Darmstadt geborenen hessischdarmstädter Großherzog Ludwig II von Hessen Darmstadt (St) (77) vollständig verboten. - Graf Carl von Solms Rödelheim (St) (32) stirbt. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene Notarssohn Jurist, Führer der liberalen Bewegung und Rhein- und Mainzeitung Mitarbeiter Friedrich Siegmund Jucho (39) wegen Fluchthilfe für 4 Jahre in der Konstablerwache eingesperrt. - In Bad Homburg fordern die Bürger eine landständische Verfassung, die Landgraf Landgraf Philipp von Hessen Homburg (St) (65) wohlwollend prüfen will aber ablehnt.

1843 Der neustadtpfälzer Sektkellerer Christian Adalbert Kupferberg (19) erhält nach einem Duell eine mehrjährige Festungshaft. - In Wiesbaden fordert der Besitzer des Luxushotels Vier Jahreszeiten Kaiser-Friedrich-Platz Südseite Wilhelm Zais (45) den Umbau Wiesbadens zu einem Landschaftsgarten. - In Bad Homburg zieht das Spielcasino mit Roulette vom Brunnensälchen in das neu eröffnete Kurhaus um. - In Bad Homburg Dornholzhausen wird der Magenbitter Reichs-Post Bitter vom Weinbrenner Fritz Scheller erfunden. - Mainz hat 33826 Einwohner. - In Wiesbaden wird der nassaische Gewerbeverein gegründet. - In Frankfurt eröffnet der in Darmstadt geborene erste frankfurter Münzbeamte und Münzwardein Friedrich Ernst Roessler (30) eine eigene Scheideanstalt (2016 DEGUSSA). - Die ehemalige zur Gräfin erhobene berliner Goldschmiedstochter, ehemalige Mätresse und morganatische Ehefrau Emilie von Reichenbach-Lessonitz (St) (52) des in Hanau geborenen Landgraf und Kurfürst Wilhelm II von Hessen Kassel (St) (66) stirbt, erhält auf dem frankfurter Hauptfriedhof ein eigenes Mausoleum und vererbt das Hofgut Goldstein bei Frankfurt an ihre uneheliche in Berlin geborene Tochter Louise (St) (30) und ihren in Kassel geborenen unehelichen Sohn Wilhelm von Hessen Kassel (St) (19). - In Frankfurt wird die Volksbibliothek in der Bockgasse 17 (2016 Parkplatz an der Westseite der Kleinmarkthalle An der Kleinmarkthalle ) eröffnet. - In Mainz übt der Mainzer Turnverein im Winter in der Heilig-Geist-Kirche und schafft eine eigene Fahne an. - Das mainzer Musiknotenverlagshaus Schott Weihergarten 5 gründet in Brüssel eine Filiale. - In Mainz wird die Möbelproduktion, Bildhauerwerkstatt, Schlosserei und Polsterei Bembé auf Dampfkraft umgestellt. Zum Betrieb gehört eine Vergolderei, ein besonderes Entwurfsatelier und eine Parkettfabrik mit französischem Know How in Köln. - In Wiesbaden wird der Militärssohn, Diplomat und Bismarckschwiegersohn Graf Kuno Otto Heinrich Hermann Karl von Rantzau geboren. - Der Mitbegründer des Mainzer Adelsvereins und jüngster Grafensohn Viktor von Leiningen Westerburg Altleiningen (St) (22) kehrt aus Texas zurück und berichtet von seinen Erfahrungen.

1842 Wetter: Niedrigwasser im Main verhindert Schifffahrt. - In Offenbach gründen der darmstädter Chemiker Ernst Sell und der frankfurter Chemiker Karl Oehler (26) am Mainufer zwischen Offenbach und Bürgel eine Teerfarbenfabrik (2016 Allessa Chemie). - In Wiesbaden Biebrich entsteht die Idee zur Gründung eines Vereins zum Schutze deutscher Einwanderer in Texas alias Kolonien Texas auf einer Versammlung des Rates deutscher Fürsten und adeliger Herren durch gezielte Ansiedelung in Texas. - Wiesbaden hat 13000 Einwohner und 400 Mann Garnisonssoldaten. - In Wiesbaden werden auf dem Kranzplatz römische Grabsteine gefunden. - In Wiesbaden sieht der Fremde, der aus dem Taunusbahnhof Ecke Friedrich-EbertAllee/Rheinstraße aussteigt, eine einseitige 7 minütige Rheinstraßenhäuserreihe mit einer gegenüberliegenden Platanenallee. Gegenüber dem Bahnhof liegt das Hotel London. Das Hotel Taunus liegt an der Ecke Rheinstraße/Mainzer Straße. Die katholische Kirche am Ende ist eingestürzt. An der Ecke Wilhelmstraße/Taunusstraße liegt der Kurbetrieb Berliner Hof ohne Gasthaus, dann folgen der Block´sche Hof, der Niederländische Hof, der Aachener Hof gegenüber dem Kurpark nach Süden. Das Landhaus des Freiherrn von Rettberg in der Nähe der Pletzmühle an der Bierstädter Landstraße ist der Sitz der Großfürstin Helena, danach des Herzogs von Sachsen Coburg. Die weiter draußen liegenden Landhäuser sind Ferienhäuser. Den Wilhelmsplatz umgeben das Hotel Vier Jahreszeiten, das Hotel Zais, der Nassauer Hof und rechts anschließende Theater. Auf der anderen Seite ist das Gesellschaftshaus das auch Kursaal genannt wird. Die Webergasse mit den Badehäusern Stern, Reichsapfel, die Neue Quelle, dem Gasthaus Stadt Frankfurt und den Speisewirtschaften Witwe Schäfer und bei Matthias Roos. In der Langgasse, der eigentlichen Hauptstraße sind die Badehäuser Zur goldenen Kette, Zum Bär, Zur goldenen Krone, Zum goldenen Brunnen, Zum Adler, Schützenhof Coulinstraße 5 (2014 Parkhaus) und das Gemeindebad, die Wirts-, Bier- und Kaffeehäuser Stadt Mainz, Stadt Wien, der Rheinischer Hof und Gutenberg und drei Buchhandlungen. Am kleinen Friedrichsplatz liegt das Hotel Holländischer Hof und das Kasino. Eine Morgentrinkkur geht von 06:00 bis 09:00 Uhr. Der Brunnenwärter schenkt in Gläsern aus, mit denen man danach flaniert. Ein Volksfest wird an Himmelfahrt und am Geburtstag des Herzogs veranstaltet. 24. Juli. In einem Spielsaal wird Roulette gespielt im anderen Trente et quarante. Das Privileg kostet dem Spielpächter Chabert 34000 Gulden jährlich. Hinter dem Kursaal wachsen Katalpabäume und Kugelakazien. Im Theater am Wilhelmsplatz werden Opern mit einem gut besetzten Orchester gegeben. Das Ministerialgebäude Ecke Marktstraße/Luisenstraße ist in Bau. Auf der Platte finden zweimal täglich Rotwildfütterungen statt, bei denen wilde Tiere aus dem Wald kommen. Es gibt kein Bier aber kleine Speisen und Erfrischungen. Übernachten darf niemand. Einen Einspänner leiht man für 2 Gulden 42 Kreuzer pro Tag, ein Reitpferd ab 3 Gulden 30 Kreuzer. Drei Dampfschifffahrtsgesellschaften, darunter die Kölnische Gesellschaft, befahren den Rhein. - In Frankfurt wird der jüdische Friedhof nach außerhalb der Stadt verlegt. - In Frankfurt werden der ältere und der jüngere regierende Bürgermeister jährlich gewählt. - In Frankfurt wird eine Große Blumen- und Pflanzen Ausstellung abgehalten. - In Mainz starten die Dampfboote alias Dampfschiffe Ludwig und Verein von ihrem eigenen eingerichteten Quai zur regeläßigen Maintour bis Würzburg. Bis Hanau dauert die Fahrt 03:45 Stunden. - In Frankfurt besucht der französische Komponist Hector Berlioz (39) die Ludwig van Beethoven Oper Fidelio am Frankfurter Theater Rathenauplatz. - In Frankfurt gründen 20 radikale reformorientierte Juden, darunter der frankfurter Weinhändlersohn Mathematiker Moritz Stern (35), den jüdischen Frankfurter Verein der Reformfreunde. - In Frankfurt verlässt der letzte von 2500 preußischen und österreichischen Bundessoldaten die eigentlich souveräne Stadt. - Im Großherzogtum Hessen wird die Biersteuer erhöht. - In Frankfurt wird das Oberpostamt eröffnet. Die Malz- und Mehlwaage am Garküchenplatz hinter dem Dom ist auch Schuldnergefängnis. Die Poststallmeisterei in der Friedbergerstraße 32 (2016 Restaurant Koh Samui) ist Thurn & Taxis Eigentum. - Frankfurt ist in 14 Quartiere davon 2 in Sachsenhausen eingeteilt. - In Mainz werden nach der Aufhebung der Turnsperre durch den neuen preußischen König Friedrich Wilhelm IV von Zollern Preußen (St) (47) öffentliches Schauturnen und Turnwettbewerbe von der Mainzer Turngemeinde veranstaltet. - In Frankfurt veranstaltet der Liederverein Liedertafel eine völlig überfüllte Soiree im Doppelsaal des Gasthauses Wolfseck Paradeplatz 6 (2016 Mc Donalds) mit der Blaskapelle des kuk österreichischen Infanterie Regiments unter Herrn F J Meggenhofen. - In Frankfurt wird kontrovers über das neue Isolationshaftsystem aus Amerika diskutiert. - In Frankfurt hält der zweite Jahrgang der Monatslokalzeitschrift frankfurter Gemeinnützige Chronik Friedrich Ludwig Jahn´s (64) Turnkunst für zu ernst und zu kriegerisch. - In Frankfurt besteht die Stadtwehr aus 3500 Mann, ohne Veteranen. - In Frankfurt genehmigt die gesetzgebene Versammlung dem Schauspielhaus am Theaterplatz alias Rathenauplatz 3500 Gulden. Das Theater wird für 12000 Gulden nach einem Plan von Gropius umgebaut. - In Frankfurt hat die Sparkasse Einlagen von 1018426 Gulden. - In Frankfurt verwendet die Feuerwehr neue Feuereimer, die nicht mehr aus Leder oder aus verpichten Wurzelgeflecht hergestellt sind sondern aus besonders leichtem und strapazierfähigen russischem Segeltuch bestehen und in Berlin gefertigt werden. - In Frankfurt wird das Theater nach einem Plan von Gropius restauriert werden. - Die 4 Jahr zuvor im wiesbadener Nerotal errichtete Tuchwalkmühle der Brüder Löwenherz Nerotal 18 wird wegen der Vergiftung des Schwarzbaches und den daraus resultierenden schweren Auseinandersetzungen mit der Nachbarschaft nach Wiesbaden Biebrich verlegt. - In Wiesbaden bezieht die Herzogenwitwe Pauline von Nassau (St) (22) alias Pauline von Württemberg ihren noch nicht fertigen Witwensitz Paulinenschlößchen Prinzessin-Elisabeth-Straße mit ihren Kindern Helene (11) Nikolaus Wilhelm (10) und Sophia (06). - In Darmstadt wird Prinz Franz Emil Luitpold von Sayn Wittgenstein Berleburg (St) als Sohn von August von Sayn Wittgenstein Berleburg (St) (23) und Franziska Allesina von Schweitzer (St) (--) geboren.

1841 Wetter: Ungewöhnlich starker Schneefall zum Jahresanfang verhindert mancherorts den regelmäßigen Lauf der Posten alias die Postzustellung. In Frankfurt warnen Kanonenschüsse um Viertel vor 3 Uhr vor dem Aufbrechen des zeitweise bis zu 45 cm zugefrorenen Mains. Frankfurt Hausen und Frankfurt Rödelheim stehen vollständig unter Wasser. - In Wiesbaden wird das klassizistische Stadtschloss am Markt an der Stelle einer mittelalterlichen Burg fertiggestellt. - In Wiesbaden wird der Wiesbadener Männergesangverein gegründet. - In Frankfurt stiftet Sebastian de Neufville Armenäckern alias Schrebergärten. - In Frankfurt kommt der erste Jahrgang der Monatslokalzeitschrift frankfurter Gemeinnützige Chronik heraus. - In Frankfurt werden für den Winter alle Maskenbälle verboten. - Auf dem Main fährt das Moseldampfboot Jeanne d´Arc bis Bamberg. - In Frankfurt werden in der Frankfurter Bühne das Schauspiel Corona von Saluzzo von Ernst Raupach (57). das Lustspiel Der erste Schritt und die Oper Der Barbier von Sevilla von Gioachino Rossini (49) aufgeführt. - In Frankfurt trifft sich der Museum Verein zweiwöchentlich freitags im Hotel Weidenbusch im Steinweg. - In Mainz findet eine Blumen-, Pflanzen, Gemüse- und Früchteausstellung statt. - In Frankfurt ist auf dem Römerberg ein kleiner Holzturm mit bunten Fensterscheiben aufgestellt, in dem sich 6 bemalte Figuren mit lateinischen Inschriften befinden. - In Frankfurt feiert das Offizier Corps der Stadtwehr das 25 jährige Jubiläum von Obrist von Ellrodt im Gasthaus Zum Landsberg. - In Wiesbaden kommen mit der Taunuseisenbahn aus Frankfurt knapp 77000 Reisende an. Die Fahrzeit beträgt 75 Minuten. - In Bad Homburg eröffnen die Börsenbetrüger und eineiigen Zwillinge Blanc ein Spielcasino mit Roulette im Brunnensälchen und beginnen den Bau eines Kurhauses. - Die unstandesgemäße in Darmstadt geborene Marie von Hessen-Darmstadt und bei Rhein (St) (17) heiratet den zukünftigen russischen Zaren Alexander II (St) (23), dessen Mutter die preußische Königstochter und Zarin Charlotte von Zollern Preußen (St) (43) ist. - Der in Hanau geborene Landgraf und Kurfürst Wilhelm II von Hessen Kassel (St) (64) heiratet 5 Monate nach dem Tod der Kurfürstin seine ehemalige zur Gräfin erhobene berliner Mätresse und Goldschmiedstochter Emilie von Reichenbach Lessonitz (St) (50) in morganatischer Ehe, mit der er die Kinder die in Berlin geborene Mäzenin Louise (28), Julius Wilhelm (++), die verheiratete, wieder geschiedene und ein zweites Mal vereheiratete Amalie Wilhelmine Emilie (25 ), Karl (23), Emilie (21), Friederike (20), die im gleichen Jahr Freiherr Wilhelm von Dungern heiratet, Wilhelm (17) und Helene (16) hat. - In Frankfurt residiert Landgraf und Kurfürst Wilhelm II von Hessen Kassel (St) (64) im Palais Reichenbach in der Neuen Mainzer Straße. Im Gallusviertel befindet sich sein Gartenhaus. - Der in Neustrelitz geborene Prinz Carl von Solms-Braunfels (St) (27) alias Texas-Carl trennt sich nach 7-jähriger morganatischer Ehe mit Louise Beyrich (St) (--), lässt sie als Louise von Schönau in den großherzoglichhessischen Adelsstand erheben und wird als desertierter preußischer Offizier Kapitän alias Hauptmann der Kavallerie in der kaiserlichen österreichisch-ungarischen Armee, die in Wiesbaden Biebrich stationiert ist. - In Mainz macht sich der Mainzer Carneval Verein darüber lustig, dass die Stadt zwar durch die großen Weinhäuser mit den besten Wasserspritzen ausgestattet ist, ihr Einsatz im Brandfall durch Unfähigkeit und Unordnung in Befehlsstrukturen aber meist gar nicht zustande kommt. - In Mainz wagt der Turn Privatlehrer Hofmann auf seinem auf der Rheinallee neu angelegten Turnplatz den eigentlich verbotenen Turnunterricht. - In Frankfurt wird eine Germanistenversammlung abgehalten, auf der das in Hanau geborene Mitglied der preußischen Akademie der Wissenschaften und Märchensammler Jacob Grimm (56) federführend ist. - In Mainz wird die erste Ausgabe der Zeitung Narrhalla von Franz Wiest herausgegeben und bei Johann Wirth mit dem zensierten Beitrag Schreckliche aber wahre Geschichte der Dezember-Revolution im Königthume Narrenreich gedruckt. - In Frankfurt wird der Vorschlag des Baus eines Neuen Stadttores bei der Großen Gallengasse um die stark frequentierte Taunuseisenbahn besser erreichen zu können debattiert aber als voreilig betrachtet. - In Frankfurt veranstaltet der Kunstverein eine Gemäldeausstellung. - Die Mainzer Zeitung meldet aus Paris, dass der jüdische Dichter Heinrich Heine (44) auf offener Straße von Herr S aus Frankfurt geohrfeigt worden ist, weil Heinrich Heine (44) dessen Gattin, eine Freundin des in Frankfurt geborenen jüdischen Theaterkritikers Ludwig Börne´s (55) verunglimpft hatte. - Graf Georg Kasimir von Isenburg Philippseich (St) (47) heiratet Gräfin Amalie Caroline Ferdinande von Isenburg Büdingen Meerholz (St) (20).

1840 In Wiesbaden wird die Herzoglich Nassauische Landes Credit Casse des neuen in Wiesbaden Biebrich geborenen nassauischen Herzog Adolph von Nassau Weilburg (St) (23) gegründet. - Frankfurt hat 56217 Einwohner. - Wiesbaden hat 20000 Kurgäste. - In Wiesbaden und Frankfurt wird die Taunus Eisenbahn eröffnet. Der Abschnitt Curve (2016 Wiesbaden Ost) nach Wiesbaden Biebrich wird als Pferdebahn eröffnet. - Frankfurt hat 56217 Einwohner, Mainz hat 32142 Einwohner und Wiesbaden hat 11648 Einwohner. Die Zählung in Frankfurt basiert auf einer achtjährigen Hochrechnung aus den Geburtenraten von 693 Protestanten, 155 Katholiken und 89 Juden. Eine Volkszählung in Frankfurt ist bisher nicht bekannt. - In Frankfurt haben die 8 Lokomotiven, 80 Personenwagen und 21 Transportwagen der Taunus Eisenbahn 495207 Gulden gekostet und 658564 Personen befördert. Insgesamt sind 12000 Taunus Eisenbahn Aktien zu 250 Gulden ausgegeben. - Frankfurt hat 4239 Schüler. Die Weißfrauenschule ist mit 809 Schülern die größte. Das Gymnasium hat 182 ausschließlich männliche Schüler. Die Mittelschule hat 258 männliche und 175 weibliche Schüler. Die Mittelschule, die Weißfrauenschule, die Allerheiligenschule und die Dreikönigsschule sind rein protestantische gemischte Volksschulen mit 2316 Schülern. Die Israelitische Realschule hat 220 männliche und 200 weibliche Schüler. - In Frankfurt sind an sozialen Einrichtungen Bürgerhospital, Fremdenhospital, Anstalt für Irre und Epileptische Taubstummenanstalt, Blindenanstalt, Hospital für Unreine und Blatterkranke und die neue von Dr Christ gestiftete Armenklinik auch für Kinder. - In Frankfurt ist die Main-Kai-Befestigung an der Stadtseite fertiggestellt. - In Frankfurt gibt es eine Mozart Stiftung und den Liederkranz. - In Kassel malt der in Kassel geborene Schreinermeistersohn Biedermeiermaler August von der Embde (59) die drei fürstlichhessischen Söhne beim Spielen im Park. - In Frankfurt Goldstein kauft die ehemalige Mätresse und zur Gräfin erhobenen berliner Goldschmiedstochter Emilie von Reichenbach-Lessonitz (St) (49) des in Hanau geborenen Landgraf und Kurfürst Wilhelm II von Hessen Kassel (St) (63) das Hofgut Goldstein. - In Mainz ist das Brauhaus Zum großen Goldstein im Kirchgarten im Besitz von Andreas Schmitt zweitgrößte Brauerei der Stadt. - In Mainz betreibt Hermann Josef Racky seine Kellerei und Brauerei Zum rothen Kopf in der Rothekopfgasse 4-6. - In Mainz betreibt Jakob Bogner seine Brauerei Brauhaus zur Stadt Frankfurt in der Fischtorstraße 7. - In Frankfurt zeichnet der Präsident der Gesellschaft zur Beförderung nützlicher Künste und deren Hilfswissenschaften Dr Wöhler im Saal des Hotel Weidenbusch Steinweg die besten Schüler der Sonntagsschule und der Gewerbeschule aus. Gleichzeitig erhalten die besten Dienstboten durch den Direktor des Instituts zur Beförderung der Sittlichkeit und des Wohlverhalten unter der dienenden Klasse Dr Leykam Auszeichnungen. - In Frankfurt erreicht die Sparkasse 800000 Gulden Einlagen und hebt deshalb den Zinssatz von 2,5 % auf 3 % an. Die Ersparungsanstalt hat 851 Einleger. - In Frankfurt haben die meisten Armen nur Öfen aus Gußeisen, die Holz ohne hohe Heizkraft verbrennen und auf denen man nicht kochen kann. - In Frankfurt ist das exklusive Hotel Römischer Kaiser auf der Zeil (2016 Karstadt Ecke Zeil 90/Schäfergasse). - In Frankfurt stirbt die im Buckingham Palace geborene hessenhomburger Landgräfin Elisabeth von Hannover von Englang (St) (70) im Eckhaus Zeil/Große Eschenheimer Landstraße (2016 Kaufhof). - In Mainz preisst der in Sachsen geborene Carl August Müller (36) seine von ihm selbst entwickelten Blechblasinstrumente Flöten, Oboen, Klarinetten und Fagotte an, die, weil sie aus Metall sind, nicht mehr abgegriffen werden können und sich auch bei Temperaturschwankungen nicht verstimmen. - In Frankfurt wird die Börse an der Paulskirche erbaut. - In Mainz löst der in Bad Homburg geborene hessenhomburger Landgraf Philipp von Hessen Homburg (St) (61) seinen Schwager, den jüngsten preußischen Königssohn Prinz Friedrich Wilhelm Karl von Zollern Preußen (St) (57) als Gouverneur der Bundesfestung Mainz ab.

1839 In Frankfurt wird die Taunusbahn nach Höchst eröffnet. - In Mainz Kastel wird der Hopfenhändlersohn, Weingroßhändlersohn und Grundbesitzersohn Adolphus Busch als 21. von 22 Kindern geboren. - Im kurmainzischen Frankfurt Heddernheim findet eine Straßenfastnacht statt. - In Wiesbaden ist der erste wiesbadener Taunus-Bahnhof Ecke Friedrich-Ebert-Allee/Rheinstraße fertiggestellt und es werden Probefahrten zwischen Wiesbaden und Mainz-Kastel durchgeführt. - In Frankfurt wandert der oppositionelle Apothekerwandergeselle Henri Nestlé (25) in die Schweiz aus, wo er eine Mühle mit Brennerei kauft. - In Wiesbaden lässt sich der Lampenbauer Benkler seine Metall-Glaskolben-Lampen patentieren, bei denen durch einen Bajonettverschluss die Glaskolben durch eine Verjüngung in der Mitte befestigt und wieder gelöst werden können. - In Wiesbaden werden südlich des Bowling Greens am Kurhaus die südlichen Kolonnaden angelegt. - In Wiesbaden ermöglicht die Niederländische Dampfschifffahrtsgesellschaft ihren Kurgästen mehrmals täglich eine Direktverbindung in den Sommermonaten. - In Wiesbaden kommen mit der Thurn und Taxis´sche Postkutsche knapp 28000 Reisende an. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene jüdische Schriftsteller und Arzt am Leichenschauhaus Heinrich Hoffmann (30) Mitglied der Freimaurerloge Zur Einigkeit, obwohl diese eigentlich keine Juden aufnimmt. - In Frankfurt wird das Gasthaus Zum goldenen Löwen in der Fahrgasse (2016 Hainer Hof 9) in Württemberger Hof umbenannt. - In Mainz wird der ehemalige französische, in Hessen nicht anerkannte Baron und in Mainz geborene Weinhändler Heinrich Mappes (82 ) in den großherzoglichhessischen Adelsstand erhoben und nennt sich Heinrich von Mappes. - In Hanau stirbt die geisteskranke Landgrafentochter Marie Frederike von Hessen Kassel (St) (71). - In Niddatal stirbt auf Schloss Ilbenstadt Graf Friedrich von Leiningen Westerburg Altleiningen. - In Bad Homburg heiratet Prinzessin Caroline von Hessen Homburg (St) (--) Fürst Heinrich xx Reuß zu Greiz. - In Bad Homburg wird der Landgrafensohn Philipp von Hessen Homburg (St) (60) neuer Landgraf.

1838 In Wiesbaden wird die Konzession zum Bau der Strecke Wiesbaden - Kastel - Frankfurt erteilt. - In Mainz wird der Mainzer Carneval Verein gegründet, was die Großherzoglich Hessischen Behörden in Darmstadt genehmigen. Unter dem Motto Installation des Helden Carneval wird ein Faschings Umzug veranstaltet, der auf dem Speisemarkt alias Marktplatz endet. - Frankfurt ist von 2500 preußischen und österreichischen Bundessoldaten besetzt. - In Frankfurt gründet der jüdische Manufakturenwaren- und Speditionskaufmann Lazarus Joseph Speyer (28) die deutsch-jüdische Lazard Speyer Ellissen Bank für deutsch-amerikanische Finanzgeschäfte. - In Frankfurt wird die Frankfurter Gasgesellschaft AG gegründet. - In Wächtersbach stirbt Graf Heinrich Ferdinand von Isenburg Philippseich (St) (68). - In Dieburg wird ein Karnevalsverein gegründet.

1837 In Darmstadt begeht der Georg Büchner Mitstreiter, der butzbacher Pfarrer Friedrich Ludwig Weidig im neuen Landgerichtsgefängnis Selbstmord. - In Frankfurt beginnt der Stadtgärtner Sebastian Rinz für den vierten Bankierssohn, Bankteilhaber und jüdischen Freiherr Carl Mayer von Rothschild (St) (49) den Günthersburgpark anzulegen. - In Mainz wird die Fastnacht mit einem Umzug mit dem Motto Krähwinkler Landsturm gefeiert. - In Darmstadt wird der Forscher und wiesbadener Hotelierssohn Ernst Zais geboren. Sein Vater ist der in Wiesbaden geborene Besitzer des Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser Friedrich Platz Südseite Wilhelm Zais (39). - Der in Darmstadt Goddelau geborene revolutionäre Schriftsteller Georg Büchner (24) stirbt im züricher Exil an Typhus. - In Lich Laubach wird der Grafensohn Ernst von Solms Laubach (St) geboren. - Frankfurt hat 54037 Einwohner und Mainz hat 31702 Einwohner. - Frankfurt ist von 2500 preußischen und österreichischen Bundessoldaten besetzt. - Die Brauerei JG Henrich erbaut einen Braukeller am Sachsenhäuserberg. - In Frankfurt legt die Brauerei Henrich Felsenkeller am Mühlberg oberhalb der Offenbacher Landstraße an.

1836 Der in Darmstadt geborene zweitgeborene Großherzogssohn und Prinz Karl von Hessen und bei Rhein (St) (27) heiratet die in Berlin geborene Prinzessin Elisabeth von Zollern Preußen (St) (19). - Wiesbaden hat 8900 Einwohner. - In Wiesbaden erwirbt der in Kirchheimbolanden geborene Herzog Wilhelm Georg August Belgicus von Nassau Weilburg (St) (44) Aktien bei der Gründung der Düsseldorfer Dampfschifffahrtsgesellschaft und erzwingt einen zusätzlichen Anlegestop in Biebrich. Die Straßenverbindung Biebrich – Wiesbaden wird zu einer Allee ausgebaut. - Frankfurt ist von 2500 preußischen und österreichischen Bundessoldaten besetzt. - In Frankfurt wird der Frankfurter Geographische Verein gegründet. - In Wiesbaden Biebrich wird Prinzessin Sophia (St) von dem in Kirchheimbolanden geborenen Herzog Wilhelm von Nassau (St) (44) und der in Stuttgart geborenen Prinzessin Pauline von Württemberg (St) (26) geboren. - Frankfurt tritt dem Deutschen Zollverein bei. - Die Frankfurter Freimaurergroßloge beginnt Kontakt zu den jüdischen Freimaurerlogen aufzubauen. - Der in Darmstadt geborene Infanteriegeneral Freiherr Friedrich Karl Christian von Steinling (59) wird großherzoglichhessischer Kriegsminister.

1835 In Wiesbaden wird der in Eltville geborene Graf Carl Wilderich von Walderdorff (St) (36) nassauischer Staatsminister. Er residiert im Palais Walderdorff in der Rheinstraße 9. - Der in Darmstadt Goddelau geborene revolutionäre gießener Medizinstudent und Philosophiestudent Georg Büchner (22) ist nach Revolutionsaufrufen auf der Flucht und kann durch die finanzielle Unterstützung durch seine Mutter nach Frankreich fliehen. Sein Vater, der angesehene Psychiatriearzt Karl Ernst Büchner, bricht jeden Kontakt zu ihm ab. Georg Büchner (22) schreibt im Exil das unspielbare Theaterstück und Revolutionsdrama Dantons Tod. - Frankfurt ist von 2500 preußischen und österreichischen Bundessoldaten besetzt. - Der Forstbeamte Georg Wilhelm von Wedekind (38) kritisiert das hessische Bier Obgleich in Schlitz, Lauterbach, Biedenkopf, Gießen, Friedberg, Lich, Oberstadt, Großbieberau, Erbach, Beerfelden, Mossau und einigen Orten der Provinz Rheinhessen bessere Biere gebraut werden, so bedarf doch diese Fabrikation noch sehr der Vervollkommnung. - In Wiesbaden besucht der in Wehen geborene evangelische Dekansohn und Chemiker Richard August Carl Emil Erlenmeyer (10) das Pädagogium. - Das mainzer Musiknotenverlagshaus Schott Weihergarten 5 gründet in London eine Filiale. - Die in Frankfurt geborene frankfurter Bethmann Bankiersenkelin, Tochter des emigrierten französischen Graf Alexander Victor François de Flavigny (65) und der frankfurter Bankierstochter Maria Elisabeth Bethmann (67) und Mutter von zwei Kindern, Marie de Flavigny (30) gebärt ihrem Liebhaber und Klaviervirtuosen Franz Liszt (24) die Tochter Blandine Liszt, die mit falschen Personenangaben den Namen ihres biologischen und nicht den ihres rechtmäßgen Vaters bekommt. - In Frankfurt stirbt das Geschlecht Adlerflycht aus.

1834 In Darmstadt wird das Landgerichtsgefängnis als Arresthaus neu errichtet und mit großherzöglichen, politischen Gefangenen, Teilnehmer des Frankfurter Wachensturms und den Landboten Revolutionären besetzt. - Frankfurt hat 76877 Einwohner und Mainz hat 31535 Einwohner. - In Wiesbaden, Schlangenbad, Bad Ems und Bad Schwalbach erhält der baden-badener Casino-Betreiber Antoine Chabert ein herzoglichnassauisches Glücksspielmonopol. - In Wiesbaden wird das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz an das Ehepaar Rudolph verkauft. - Mit dem Tod von Großherzog Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (73) wird sein ältester Sohn Ludwig II von Hessen Darmstadt (St) (57) neuer Großherzog von Hessen und bei Rhein. - In Offenbach wird im Hotel Restaurant Degenhardt Ecke Kaiserstraße/Bahnhofstraße der revolutionäre Bürgerverein alias Kleines Colleg gegründet. Es besteht bereits ein konservatives Großes Colleg. - Der in Darmstadt Goddelau geborene Psychiatriearztsohn, revolutionäre gießener Medizin und Philosophe Student Georg Büchner (21) verfasst die Flugschrift Der hessische Landbote mit der Parole Friede den Hütten! Krieg den Palästen!. - Frankfurt ist von 2500 preußischen und österreichischen Bundessoldaten besetzt, die angeblich umstürzlerische Unruhen unterdrücken sollen aber von der Bevölkerung als Besatzung empfunden werden und defacto sind. - Der in Neustrelitz geborene Prinz Carl von Solms-Braunfels (St) (22) alias Texas Carl heiratet morganatisch und heimlich Louise Beyrich (St) (--). - In Mainz verlegt das Musiknotenverlagshaus Schott die erste Ausgabe der Musikzeitung Zeitschrift für Musik. - In Mainz wird der mit seiner Cousine Marianne von Hessen Homburg (St) (49) verheiratete Prinz Wilhelm von Preußen (St) (51) für 5 Jahre Gouverneur. - In Frankfurt wird das Carl Malß (42) Volkstheaterstück Herr Hampelmann sucht ein Logis uraufgefüht. - Das Fürstentum Nassau tritt dem Deutschen Zollverein bei, wodurch Frankfurt vollständig von preußischem Zollgebiet umgeben ist. - In Mainz wird an Neujahr das Vogel Drama Das Duell-Mandat uraufgeführt. - Der in Kiew geborene russische Offizier Graf Ludwig Adolf Peter von Sayn Wittgenstein (--) (65) wird in den Fürstenstand erhoben und nennt sich daraufhin Fürst Ludwig Adolf Peter von Sayn Wittgenstein. - In Darmstadt wird Prinz Ferdinand Wilhelm von Sayn Wittgenstein Berleburg (St) als Sohn von Prinz August von Sayn Wittgenstein Berleburg (St) (46) und der frankfurter Kaufmannstochter Franziska Allesina von Schweitzer (St) (--) geboren.

1833 Der in Darmstadt geborene hessendarmstädter Prinz Ludwig III von Hessen und bei Rhein (St) (27) heiratet die bayerische Königstochter Prinzessin Mathilde von Wittelsbach Bayern (St) (20). - In Frankfurt scheitert der Frankfurter Wachensturm, bei dem 100 oppositionelle gebildete bürgerliche Aufständische unter Führung der Mediziner Gustav Bunsen und Karl Bunsen und den Juristen Gustav Peter Körner und Franz Karl Gärth die Hauptwache und die Kontablerwache unter Hurra, es lebe die Freiheit - Rufen überfallen und das Bundespalais alias Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10 besetzen, Geiseln nehmen und eine Revolution auslösen wollen. Gustav Bunsen überrumpelt die Wache am Dom und läutet die Sturmglocke, doch niemand beteiligt sich an der Revolution. Zu Hilfe gerufene preußische und österreichische Truppen dringen aus Mainz kommend über das Schaumaintor Färberstraße 73 in die Stadt ein, und besetzen gegen den Willen des Rates der Stadt und obwohl sie gar nicht benötigt werden mit 2500 Soldaten die Stadt. Nach weniger als einer Stunde ist die Revolution vorbei. Der in Frankfurt geborene Jurist Gustav Peter Körner (24) flieht nach Illinois und wird dort Verleger und 1853 stellvertretender Gouverneur und der in Frankfurt geborene Chirurg Gustav Bunsen (29) flieht nach Texas wo er 3 Jahre später im Unabhängigkeitskrieg bei San Patricio fällt. - In Mainz ist der ehemalige Weinwirt Franz Josef Henco Inhaber des Brauhaus - In Mainz ist das Bierhaus Zum Heidelberger Faß in der Nähe der Infanteriekaserne mit Kegelbahn Heidelbergerfaßgasse 20 auf der gegenüberliegenden Grünanlage. - In Frankfurt wird das Carl Malß (41) Volkstheaterstück Herr Hampelmann im Eilwagen uraufgefüht.Zur Eröffnung der „Großherzoglichen Nationalbühne Mainz“ wurden Maria von Webers „Jubelouvertüre“ und Mozarts „Titus“ dargeboten. - In Mainz wird das napoleonische Komödienhaus am Gutenbergplatz 7 als neuerbaute Großherzogliche Nationalbühne Mainz mit Maria von Webers (++) Jubelouvertüre alias Jubelmesse und der gerade uraufgeführten Mozart (35) Oper La clemenza di Tito wiedereröffnet. - In Mainz begeht der Haake Schauspieler Rudolf Dessoir (34) Selbstmord. - In Frankfurt stirbt Prinzessin Karoline Wilhelmine von Wittgenstein (St) (69).

1832 Der in Frankfurt geborene Dichter Johann Wolfgang von Goethe (83) stirbt in Weimar. - Die Landgerichtsbezirke Langen, Offenbach und Seligenstadt bilden den Landkreis Offenbach. - In Offenbach wird die Allgemeine Impfpflicht eingeführt. - In Frankfurt reisen die Advokaten Dr Jucho und Dr. Langer, die Kaufleute Beyschlag, Netz, Hübschmann, Hinckel und Herold, der Apotheker Jost, die Buchhändler Meidinger und Karl Körner mit beiden Söhnen und dessen Bruder Gustav Körner, Sauerwein, Funck, Stoltze mit seinem Sohn Friedrich Stoltze (16) zum Hambacher Fest. - In Frankfurt beginnt die Gesellschaft zur Pflege der schönen Künste Museum im großen Stuck-Speisesaal im Hotel Weidenbusch Steinweg Konzerte zu veranstalten. - In Hanau findet im Wilhelmsbad Parkpromenade ein politisches Volksfest mit rund 10000 Teilnehmern und u.a. den einheimischen Rednern darmstädter Demokrat Theodor Reh (31), darmstädter Demokrat  Friedrich Wilhelm Schulz (35) und Vormärzpolitiker und der Redakteur der bad homburger liberaldemokratischen Zeitung Deutsche Tribüne Georg Fein (29). - In Kassel ist der in Hanau geborene Innen- und Justizminister Ludwig Hassenpflug (38) de facto Ministerpräsident, der heftige politische Auseinandersetzungen mit der liberalen kurhessischen Ständeversammlung hat. - In Wiesbaden lässt der Jude Isaak Hiffelsheimer das Badehaus Zum Rebhuhn Spiegelgasse 9 abreißen und das größere jüdische Badehaus Pariser Hof mit Betsaal, Schule und Mikwe errichten. - In Deutschland geben die Freimaurerlogen im Eklektischen Bund ihre christlichen Grundsätze auf. - In Offenbach heiratet Marie von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (18) in Schloss Rumpenheim Friedrich August von Anhalt Dessau (St) (33). - In Frankfurt wird die Freimaurerloge Zum frankfurter Adler in der Seilerstraße 12 in ihrem neugebauten Logenhaus (2016 Ostflügel des Alten- und Pflegeheim Anlagenring GmbH Sailerstraße 20) gegründet. - Vor dem Untermaintor entsteht aus dem vom frankfurter Gastwirt Johann Georg Ried erworbenen herrschaftlichen Guaita-Landhaus das nobelste Gartenlokal der Stadt Mainlust Untermainkai 17 (2016 MainNizza) mit beeindruckenden Pavillons. Das frankfurter Linienmilitär spielt Harmoniemusik. Sonntags, mittwochs und freitags ist die Gaststätte voll. - In Frankfurt wird das Carl Malß (40) Volkstheaterstück Herr Hampelmann oder Die Landpartie nach Königstein uraufgeführt. - In Wiesbaden verbringt der englische Schriftsteller Sir Francis Head (39) das Jahresende und den darauffolgenden Frühling zur Kur und logiert dabei im Badehaus Zum Rindsfuß in der Spiegelgasse. - In Wiesbaden Biebrich wird Prinz Nikolaus Wilhelm von Nassau (St) von dem in Kirchheimbolanden geborenen Herzog Wilhelm von Nassau (St) (40) und der in Stuttgart geborenen Prinzessin Pauline von Württemberg (St) (22) geboren. - In Wiesbaden wird das Badehaus Zum Rebhuhn als Pariser Hof Spiegelgasse 9 neu errichtet. - Frankfurt schließt mit England einen Freihandels- und Schifffahrtsvertrag. - In Diedenberg erblindet der Schulmeistersohn und Küfner George May Keim (28). Er erhält von dem in Kirchheimbolanden geborenen Herzog Wilhelm von Nassau (St) (40) eine Drehorgel und das herzogliche Privileg überall, auch in den Kurstätten, auftreten zu dürfen. - In Kloster Eberbach sind in der Korrekturanstalt alias Arbeitshaus 447 Männer und 87 Frauen und in den separaten Gebäudeteilen des Irrenhauses Eberbach 62 Männer und 27 Frauen eingesperrt. - In Braunfels stirbt Anton Wilhelm von Solms Braunfels (St) (73).

1831 Der in Darmstadt geborene Apothekersohn und Farbenhändlersohn Justus Liebig (28) entdeckt das Chloroform. - Der mitregierende in Hanau geborene Kurprinz Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel (St) (29) erhebt seine vom katholischen zum reformierten Glauben übergetretene Ehefrau, die bis dahin in Bigamie gelebt hat, und in Bonn geborene Apothekertochter und seine Ehefrau Gertrude Falkenstein (28) zur erblichen kurfürstlich-hessischen Gräfin von Schaumburg und alle ihre Nachkommen zu kurfürstlich-hessische Grafen und Gräfinnen von Schaumburg mit dem Prädikat Erlaucht. - Der in Hanau geborene Kurprinz Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel (St) (29) wird von seinem Vater, Landgraf und Kurfürst Wilhelm II von Hessen Kassel  (St) (54) zum Mitregenten ernannt. Landgraf und Kurfürst Wilhelm II von Hessen Kassel (St) (54) flieht nach endlosen Skandälchen mit seiner Mätrese die Skandale mit seiner Mätresse vor dem Volkszorn ins Exil nach Frankfurt. - Mainz hat 30234 Einwohner. - In Frankfurt wird das Luxushotel Zum Schwan Steinweg 12 alias Goetheplatz modernisiert, erhält einen neuen Speisesaal mit monumentalem Deckengemälde und eine Gasbeleuchtung. - In Frankfurt werden polnische Flüchtlinge mit Begeisterung aufgenommen. - In Mainz führt eine Rheinschifffahrtsakte zum Verlust des Stapelrechts der Stadt. Der Mainzer Hafen ist völlig versandet. Es werden hohe Zwischenzölle erhoben. - In Hanau bezieht Landgraf und Kurfürst Wilhelm II von Hessen Kassel (St) (63) seine Residenz Schloss Wilhelmsbad. - Die hessenkasseler Kurfürstin und preußische Königstochter Prinzessin Auguste von Zollern Preußen (St) (51) kehrt trotz der Mätresse Emilie Ortlöpp (40) ihres Mannes hessenkasseler Kurfürst Wilhelm II von Hessen-Kassel (St) (54) nach Hessen zurück, verweigert aber eine Scheidung. Drei ihrer 6 geborenen Kinder, die in Hanau Philippsruhe geborene unverheiratete Prinzessin Carolin (St) (32), hessenkasseler Kurprinz und Mitregent Friedrich Wilhelm (St) (29) morganatisch verheiratet mit der katholischen bonner Apothekertochter Gertrude Lehmann (25) und die in Hanau geborene sachsenmeininger Herzogin Marie Friederike Christine von Hessen Kassel (St) (27) leben noch. Mit seiner Mätresse Emilie Ortlöpp (40) hat der hessenkasseler Kurfürst Wilhelm II von Hessen-Kassel (St) (54) an Kindern die in Berlin geborene Louise (St) (18), die in Kassel geborene Amalie Wihelmine Emilie (St) (15), den in Kassel geborenen Karl (St) (13), die in Kassel geborene Emilie (St) (11), die in Kassel geborene Friederike (St) (10), den in Kassel geborenen Wilhelm (St) (07) und die in Hanaus Wilhelmshöhe geborene Helene (St) (06). Nur eines ihrer Kinder ist gestorben. - Kurfürst Landgraf Wilhelm II von Hessen Kassel (St) (54) flieht mit seiner Mätresse Emilie Ortlöpp (40), die faktisch mitregiert hat wegen der daraus entstandenen Unruhen aus Kassel und übergibt seinem Sohn Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel  (St) (28) faktisch die Regierung. - In Wiesbaden wird nach einer ersten Totgeburt Prinzessin Helene (St) von dem in Kirchheimbolanden geborenen Herzog Wilhelm von Nassau. (St) (39) und der in Stuttgart geborenen Prinzessin Pauline von Württemberg (St) (21) geboren. - In Frankfurt kommt es zum Sperrbatzenkrawall, da die Stadttore bei Einbruch der Dunkelheit versperrt werden und die Bevölkerung danach den Sperrbatzen alias 4 Kreuzer bezahlen muss. - Der in Darmstadt geborene Chemiker Justus Liebig (28) erfindet den Fünf-Kugel-Apparat zur mobilen Elementaranalyse. - In Darmstadt Jugenheim baut die hessendarmstädter Großherzogin Wilhelmine von Baden (St) (39) das Gut Heiligenberg zu einem Schloss um.

1830 In Darmstadt wird das Landgerichtsgefängnis in der Rundeturmstraße 6 eröffnet. - In Offenbach wird die Allgemeine Schulpflicht eingeführt. - In Frankfurt erhält der Chausseegelderheber, der in der Galluswarte die Mainzer Landstraße abkassiert, ein neues Dienstgebäude. - In Wiesbaden wird der Luisenplatz angelegt. - Kurfürst Landgraf Wilhelm II von Hessen Kassel (St) (53) versucht in Wien seine Mätresse in den Reichsgrafenstand erheben zu lassen. - In Frankfurt kommt es zum Sperrbatzenkrawall, da die Stadttore bei Einbruch der Dunkelheit versperrt werden und die Bevölkerung danach den Sperrbatzen alias 4 Kreuzer bezahlen muss. - In Frankfurt stirbt die uradelige Familie Glauburg aus. - Hanau ist ein Zentrum der Revolution.

1829 In Frankfurt macht der Glasermeistersohn Henri Nestlé (15) eine Apothekerlehre in der Brückenapotheke bei J E Stein. - Die morganatisch geborene hessendarmstädter Prinzentochter Prinzessin Luise Charlotte Georgine Wilhelmine (St) (25) heiratet Marchese Luca Bourbon del Monte Sanata Maria. - In Frankfurt wird der Frankfurter Kunstverein gegündet. - In Niederdorfelden wird die uneheliche älteste Tochter Augusta Marie Gertrude von Hanau (St) des im hanauer Schloss Philippsruhe geborenen hessenkasseler Kurfürst  Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel (St) (27) geboren, die zunächst noch das Kind des Leutnant Karl Michael Lehmann ist. Die bürgerliche bonner Apothekertochter und Kindsmutter Gertrude Falkenstein (26) ist noch mit ihm verheiratet. - Der in Bad Homburg zweitgeborene Landgrafensohn Ludwig von Hessen Homburg (St) (59) wird Landgraf von Hessen Homburg. - In Frankfurt wird das Waisenhaus Sailerstraße 29 erbaut. - In Isenburg heiratet der in Lich geborene Fürst Ludwig von Solms Hohensolms Lich (St) (24) Prinzessin Marie von Isenburg Büdingen (St) (21). - In Bingen ist Burg Rheinstein nach den Wünschen des in Berlin geborenen preußischen Königsneffen Prinz Friedrich von Zollern Preußen (St) (35) umgebaut. - In Mainz wird auch im Karmeliterkloster geturnt. - In Frankfurt zieht nach dem Tod des in Homburg geborenen kinderlosen Landgraf Friedrich VI von Hessen Homburg (St) (60) seine im Buckingham Palace geborene Ehefrau hessenhomburger Landgräfin Elisabeth von Hannover von Englang (St) (59) in das Eckhaus Zeil/Große Eschenheimer Landstraße (2016 Kaufhof) ein. - Der in Kirchheimbolanden geborene achtfache Vater mit vier überlebenden Kindern Herzog Wilhelm von Nassau. (St) (37) heiratet in zweiter Ehe die Tochter der Schwester seiner verstorbenen Frau und in Stuttgart geborene schwerhörige Prinzessin Pauline von Württemberg (St) (19) und beginnt die mildtätige aber eigensinnige Frau zu terrorisieren. - In Offenbach wird die Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue nicht aufgelöst, aber sie stellt alle Aktivitäten ein. - Der Grafensohn Friedrich Carl Joseph Marsilius von Ingelheim Mespelbrunn (St) wird geboren. - Der mainzer Theaterdirektor August Haake (--) wird auch Direktor des Herzoglichen Hoftheaters Wiesbaden.

1828 In Frankfurt endet der Erbstreit um das Städelvermögen mit einem Vergleich, bei dem drei Kläger 75000 Gulden erhalten. - Das Großherzogtum Hessen  mit den Provinzen Starkenburg mit Sitz in Darmstadt, Rheinhessen mit Sitz in Mainz und Oberhessen mit Sitz in Gießen schließen sich dem preußischen Zollgebiet an. Die Stadt Frankfurt, die dies vergeblich verhindern wollte, bleibt neutral. - In Offenbach wird die Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue in der Villa des jüdischen Schriftstellers aus einer Bankiersfamilie Wilhelm Speyer (38) in der Frankfurter Straße 33 geschlossen. - In Frankfurt wird keine Messe mehr abgehalten. Die Messeausstellungen finden in Offenbach statt. - Mainz hat 28439 Einwohner. - In Frankfurt versorgt die Oelgasanstalt von JF Knoblauch und JGR Schiele die neuen Gasstraßenlaternen aber auch Privathaushalte mit Leuchtgas. - In Frankfurt wird die Gaststätte Brückenau um einen Raum erweitert. - In Darmstadt wird am Natursee Großer Woog eine öffentliche Badesanstalt eingerichtet. - In Frankfurt unternimmt der in Frankfurt geborene Bierbrauersohn Carl Theodor Reiffenstein (08) eine Mal-Reise über Höchst, Hofheim, Lorsbach nach Eppstein, woraufhin er Maler werden will.

1827 Der in Löhnberg an der Lahn geborene Pfarrer und Politiker Georg Emmanuel Christian Theodor Müller (60) wird alleiniger evangelischer Landesbischof von Nassau. - In Frankfurt Bornheim wird mit dem Hohen Brunnen die erste Wasserleitung genutzt. - Die morganatisch verheiratete Frau des in Darmstadt geborenen zweitgeborenen Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (47) Caroline Török de Szendrö (41) alias Prinzessin von Nidda wird geschieden. - In Wiesbaden eröffnet das Theater für 1000 Plätzen mit dem Orchesterwerk Jubelouvertüre des im Vorjahr gestorbenen Komponisten Carl Maria von Webers und Gaspare Spontinis (53) Oper Die Vestalin. Die nördlichen Kolonnnaden werden eröffnet. - Die Kölner Dampfschifffahrtsgesellschaft nimmt den Verkehr zwischen Köln und Mainz auf. - In Wiesbaden Bierstadt wird eine Synagoge gebaut. - In Mainz übernachten Wilhelm Müller und Adelheid Müller laut Reisetagebuch im Hotel Der Kaiser alias Zum römischen Kaiser Liebfrauenstraße 5 und in Wiesbaden im Badehaus Nassauer Hof Kaiser Friedrich Platz Nordwestseite. - In Frankfurt parodiert der in Frankfurt geborene jüdische Schriftsteller Ludwig Börne  (41) in seiner Satire Der Narr im Weißen Schwan das gesellschaftliche Leben im Luxushotel Zum Schwan Steinweg 12 alias Goetheplatz. - In Mainz wird der neuerbaute Dalberger Hof Klarastraße 4 der neue Justizpalast. - Das Bistum Limburg wird auf dem Gebiet ders Herzogtum Nassau und der freien Stadt Frankfurt mit Sitz in Limburg gegründet. - Die in Frankfurt geborene frankfurter Bethmann Bankiersenkelin, Tochter des emigrierten französischen Graf Alexander Victor François de Flavigny (57) und der frankfurter Bankierstochter Maria Elisabeth Bethmann (55) Marie de Flavigny (22) heiratet den französischen Graf Charles Louis Constant d’Agoult (37). - In Darmstadt stellt der Apotheker Heinrich Emamnuel Merck (33) im großen Maßstab Alkaloide im Rahmen seines Pharmaceutisch-chemischen Novitäten-Cabinet her. - In Wiesbaden wird das Herzogliche Hoftheater (2016 Hotel Nassauer Hof Nordseite Kaiser-Friedrich-Platz 3-4) eröffnet. - In Mainz gründet der in Sachsen geborene Carl August Müller (23) seine CA Müller Musikinstrumente Fabrik. - In Mainz wird der Dalberger Hof Klarastraße 4 als Gerichtsgebäude genutzt. - In Kloster Eberbach wird im Irrenhaus Ebersbach ein spezielles Haus für Tobsüchtige angebaut. - In Darmstadt Jugenheim kauft die hessendarmstädter Erbgroßherzogin Wilhelmine von Baden (St) (39) das Gut Heiligenberg des hessischen Hofkammerrats als Sommersitz.

1826 Der Drucker Alois Senefelder (55) druckt im Mehrfarbensteindruckverfahren. - Wiesbaden hat 7000 Einwohner. - In Wiesbaden wird der Kochbrunnen umfasst, der 56 Grad Reaumur oder 160 Grad Fahrenheit alias 71 Grad Celsius hat. In der Mühlgasse B59 im Erdgeschoss gibt es eine Gemäldesammlung. Lampen- und Metallwaren-Fabrik Benkler und Comp. - Die uneheliche hessendarmstädter Prinzentochter Freiin Anna Seeger von Hessthal (St) (23) des zweitgeborenen Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (46) mit Gräfin Adelheid Resty heiratet Michele Antonini. - In Frankfurt beschreibt der in Stuttgart geborene Schriftsteller Wilhelm Hauff (24) in seinem Werk  Mitteilungen aus den Memoiren des Satans wie der Teufel alias Satan im Luxushotel Zum Schwan Steinweg 12 alias Goetheplatz an der achtgängigen Gästetafel speist, im Zimmer Nummer 45 luxuriös wohnt und es sich gut gehen lässt. - In Frankfurt Goldstein tritt die Stadt Frankfurt die Wasserburg Goldstein an das Herzogtum Nassau ab und erhält dafür Gelände in Frankfurt Niederrad. - Der geisteskranke Prinz Georg von Zollern Preußen (St) wird geboren. Sein Bruder Prinz Alexander von Zollern Preußen (St) (06) ist ebenfalls geisteskrank. Sie haben die Geisteskrankheit über ihre Mutter Luise von Anhalt Bernburg (St) (27) von ihrer in Hanau geborenen Großmutter Friederike von Hessen Kassel (St) (60) geerbt. - Die hessenkasseler Kurfürstin und preußische Königstochter Prinzessin Auguste von Zollern Preußen (St) (46) verlässt wegen der jahrelangen Mätresse ihres Mannes Emilie Ortlöpp (35) das Land. - In Frankfurt stirbt der frankfurter Bankier und russische Staatsrat Simon Moritz von Bethmann (58) während einer Theatervorstellung.

1825 In Frankfurt wird die Stadtbibliothek, Schöne Aussicht 2 erbaut. - Mainz hat 28409 Einwohner. - In Frankfurt gibt der in Nassau geborene Witwer Freiherr Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein (St) (68) seinen Wohnsitz auf und zieht mit seiner Familie ins Stadtschloss nach Nassau. - In Wiesbaden werden die Kurhauskolonnaden erbaut. - In Wehen wird der evangelische Dekansohn Chemiker Richard August Carl Emil Erlenmeyer geboren. - In Mainz Mombach wird ein Turnplatz auf dem Kleinen Sand angelegt. Wegen polizeilicher Willkür wird er öfters verlegt. - In Mainz eröffnet der Tapisseriemachersohn Anton Bembé ein Möbelgeschäft. - Der mit seiner Cousine Marianne von Hessen Homburg (St) (40) verheiratete mainzer Gouverneur Prinz Wilhelm von Preußen (St) (42) wird Vater seiner jüngsten Tochter Marie von Preußen (St), der späteren bayerischen Königin. - In Wiesbaden Biebrich kommt der russische Zar Alexander von Russland (St) (48), dessen Mutter die in Stettin geborene Prinzessin Sophie Dorothee von Württemberg (St) (66) ist, zu Besuch im Schloss. - In Frankfurt wird die Stadtbibliothek auf dem Fischerfeld Schöne Aussicht 2 eröffnet. - Die mit dem Grafensohn Christian von Erbach Schönberg (St) (36) verheiratete Grafentochter Maria Anna von Erbach Schönberg (St) (38) stirbt.

1824 In Königstein erbt der in Frankfurt geborene Rudolf Maximilian von Goldschmidt-Rothschild (43) die Villa Rothschild. - In Frankfurt stirbt der letzte frankfurter Schultheiß Freiherr Maximilian von Günderrode (71). - In Lich wird nach dem Tod seines älteren Bruders Fürst Carl von Solms Hohensolms Lich (St) (21) der in Lich geborene Prinz Ludwig von Solms Hohensolms Lich (St) Fürst von Solms Hohensolms Lich. - In Offenbach wird der Turnverein Offenbach gegründet. - In Mainz verlegt das Musiknotenverlagshaus Schott Weihergarten 5 die erste Ausgabe ihrer Musikzeitschrift Cäcilia. - In Mainz wird der mit seiner Cousine Marianne von Hessen Homburg (St) (39) verheiratete Prinz Wilhelm von Preußen (St) (41) für 5 Jahre Gouverneur. - In Eppstein kauft der österreichische Freiherr Franz Maria von Carnea-Steffaneo di Tapogliano zu Kronheim und Eppenstein die Ruine, weil er glaubt ein Nachfahre zu sein, was angezweifelt wird. - In Frankfurt sind im Ghetto 82 % der Juden im Handel tätig. 42 % davon im Textilgewerbe und 28 % im Geldgewerbe.

1823 In Mainz wird die Universität geschlossen. - In Darmstadt stirbt der in Darmstadt geborene Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (74) und lässt sich neben seiner verstorbenen Geliebten Eva Margarethe Kämmerer von Adelsberg auf dem Alten Friedhof an der Niederramstädter Straße beerdigen. - In Wiesbaden ist der Kochbrunnen neu gefasst und vor Unrat geschützt. Eine Akazienallee zum Flanieren in Richtung Taunusstraße ist angelegt. In unmittelbarer Nähe des Kochbrunnens ist eine hölzerne Kolonnade angelegt und täglich spielt der Stadtmusikus von 6-8. - In Frankfurt gründet der Händler Johann Tobias Ronnefeldt ein auf Tees spezialisieres Handelsunternehmen. - Der für seine polizeistaatlichen Aktionen verhasste hessenkasseler Kurfürst Wilhelm II von Hessen-Kassel (St) (45) erhält einen anonymen politischen Drohbrief, in dem eine Verfassung, der Ausschluß von Mätressen bei Regierungsgeschäften und ein Verbot der körperlichen Züchtigungen von Untertanten von Hundert Jünglingen eines Sinnes...gegen die Tiraney gaefordert wird. Der hessenkasseler Kurfürst Wilhelm II von Hessen-Kassel (St) (45) setzt eine Untersuchungskommission unter dem reaktionären in Friedberg geborenen hugenottische Regierungsdirektor Johannes Hassenpflug (68) ein. Trotz zahlreicher Verhaftungen können die Urheber nicht ermittelt werden. - In Darmstadt wird der drittgeborene Großherzogssohn Prinz Alexander von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) geboren. - In Bad Homburg Dornholzhausen lässt die in Buckingham Palace geborene Landgräfin Elisabeth von Hannover von Englang (St) (53), Tochter des geisteskranken englischen König Georg III von Hannover (St) (++) das Jagdschloss Gotisches Haus für ihren in Homburg geborenen Ehemann Landgraf Friedrich VI von Hessen Homburg (St) (54) im neugotischen Stil erbauen. - Graf Franz II von Erbach Erbach (St) (45) stirbt. - In Frankfurt heiratet August Ludwig von Sayn Wittgenstein (St) (35) die in Genf geborene superreiche frankfurter Kaufmannswaisin Franziska Allesina von Schweitzer (21), der das Palais Schweitzer auf der Zeil 106 (2016 Telekomshop) gehört.

1822 In Frankfurt wird der jüdische Bankier Amschel Mayer von Rothschild (49) zum österreichischen Freiherrn ernannt. - In Frankfurt wird eine Sparkasse gegründet. - In Mainz, dem Sitz der Provinz Rheinhessen werden Lutheraner und Calvinisten vereinigt. - In Wiesbaden gehört das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz Christian Bauer auch die Posthalterei und unterhält wieder ein Pferdebad für zwei Pferde. - In der Stadt Bockenheim vor der Stadtmauer Frankfurts eröffnet Friedrich Georg Wörner die erste bockenheimer Apotheke als Löwenapotheke in der Frankfurter Straße alias Leipziger Straße 71. - Mainz hat 26800 Einwohner. - Der in Lich Laubach geborene Graf Friedrich zu Solms Laubach (St) (53) stirbt, wodurch sein ältester Sohn Otto von Solms Laubach (St) (23) neuer Graf von Solms Laubach wird. - In Frankfurt stirbt ohne erkennbaren Grund der Lakai des Kurprinzen Friedrich Wilhelm (St) (20), was der verhasste neue hessenkasseler Kurfürst Wilhelm II von Hessen-Kassel (St) (45) für einen fehlgeschlagenen Giftmordanschlag auf seinen Sohn hält. 

1821 Wetter: Ungewöhnlich kaltes Jahresende. - Der in Darmstadt geborene Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (72) erhebt seine bürgerliche uneheliche Tochter Friederike Luise Weiss (29) mit dem Zusatz zum Weissenstein in den Adelsstand. Seine Geliebte Eva Margarethe Kämmerer von Adelsberg stirbt in Darmstadt. - In Wiesbaden wird die Gesellschaft für nassauische Geschichtsforschung und Alterthumskunde eröffnet. - In Wiesbaden eröffnet der Hotelierssohn Wilhelm Zais (23) mit seiner Mutter das neugebaute Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser Friedrich Platz Südseite mit 150 Zimmern und eigenen Badeanlagen. - Die morganatisch verheiratete Frau des in Darmstadt geborenen zweitgeborenen Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (41) Caroline Török de Szendrö (35) alias Gräfin Caroline von Nidda wird zur Prinzessin von Nidda erhoben. Ihre gemeinsame Tochter Luise Charlotte Georgine Wilhelmine (St) (17) wird ebenfalls zur Prinzessin von Nidda erhoben. Die uneheliche Tochter Anna Seeger (St) (18) des zweitgeborenen Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (41) mit Gräfin Adelheid Resty wird Freiin von Hessthal. - In Preußen und den preußischen Rheinlanden wird mit Silbergroschen bezahlt. - Mit dem Tod von Kurfürst Wilhelm von Hessen Kassel (St) (78) erbt seine geisteskranke geschiedene Tochter Ex-Fürstin Marie Frederike von Anhalt Bernburg (St) (37) die romantische Burg Rheinstein am Rhein. - In Frankfurt stirbt der in Frankfurt geborene französische General und Schriftsteller Landgrafensohn Prinz Karl Konstantin von Hessen Kassel Rotenburg (St) (69) kinderlos. - Mit dem Tod von Kurfürst Wilhelm von Hessen Kassel (St) (78) wird Kurprinz Wilhelm II von Hessen-Kassel (St) (45) neuer Kurfürst. Er reformiert zwar Verwaltung und Heer, unterschlägt aber die Einsparungen um seinen verschwenderischen Lebensstil zu finanzieren. Die Landstände unterdrückt er und verweigert ihnen jegliches Mitspracherecht. - In Kurhessen werden die Ämter aufgelöst und durch neue Kreise ersetzt. Der Bornnheimerhang ist Teil des Landkreises Hanau. Das Amt Bornheimerhang hat 7397 Einwohner. - Hanau hat 9634 Einwohner.

1820 In Wiesbaden wird die Wilhelmstraße nach Wilhelm von Nassau Weilburg (St) (28) benannt. - In Frankfurt beginnt der in Frankfurt geborene Schauspieler Samuel Friedrich Hassel (22) seine jahrzehntelange Karriere am Frankfurter Nationaltheater am Theaterplatz alias Rathenauplatz. - In Frankfurt wird an der Frankfurter Börse (2016 Neue Kräme 31 und Liebfrauenberg 33) die erste Aktie gehandelt. - In Wiesbaden wird Johann Wolfgang von Goethe (71) Mitglied der Altertumsgesellschaft für das Herzogtum Nassau.

1819 In Offenbach wird die Biebermark aufgelöst, wobei das Gebiet an der Grenzstraße an die Stadt fällt. - In Frankfurt kommt es zu den antijüdischen Hepp-Hepp Krawallen. - In Homburg stiftet der in Bad Homburg geborene Landgraf Friedrich von Hessen-Homburg V (St) (71) den Schwerterkreuz Orden, der 16 Mal verliehen wird.. - Mainz hat 25390 Einwohner. - In Rüsselsheim wird eine Zichorienfabrik für den Kaffeeersatz eröffnet. - In Mainz wird die Mainzer Zentraluntersuchungskommission zur Untersuchung hochverräterischer Umtriebe in der Litera D 292 Große Bleiche 26 eingerichtet, die als schwarze Kommission Studenten, Burschenschaften, Professoren und kritische Schriftsteller an deutschen Unviersitäten kontrolliert und dabei besonders in Großherzogtum Hessen und im Königreich Preußen rigoros vorgeht. - In Preußen wird die Zensurfreiheit der Universitätsprofessoren aufgehoben. - Das Dorf Bockenheim vor der Stadtmauer Frankfurts wird vom in Kassel geborenen Kurfürst Wilhelm von Hessen Kassel (37) zur Stadt erhoben, um Industrien in der Nachbarschaft Frankfurts anzusiedeln, die die Zünfte in der Stadt Frankfurt immer erfolgreich verhindern, und so vom Messestandort Frankfurt zu profitieren. - In Frankfurt wird die Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde in der Privatwohnung von Freiherr Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein (St) (62) gegründet. - In Darmstadt gibt es in der Neustadt den Gasthof Badischer Hof am Paradeplatz alias Friedensplatz, den Gasthof Darmstädter Hof Rheinstraße 12 und den Gasthof Hessischer Hof in der Wilhelminenstraße. - In Wiesbaden kauft Johann Friedrich Goetz das Gasthaus Nassauer Hof Kaiser-Friedrich-Platz 3-4 alias Nordwestseite Kaiser Friedrich Platz und verziert es mit einer klassizistischen Fassade. - In Bad Homburg stirbt Magdalena Sophie von Solms Braunfels (St) (76) als Witwe des in Schloss Schaumburg an der Lahn geborenen Prinz Victor Amadeus von Anhalt Bernburg (St) (++).

1818 Der Landtag verweigert der Stadt Wiesbaden und den landesherrlichen Landtagskommissaren den Status einer Hauptstadt. - In Schlangenbad entsteht zu den Kuranlagen eine eigene Gemeinde durch die nassauischen Gebietszufälle. - In Wiesbaden wird der in Wiesbaden geborene nassauische Hofgerichtsratssohn und Geheime Hofrat Friedrich August Lehr  (47) Bade- und Brunnenarzt. - In Darmstadt wird der Logentempel der Freimaurerloge Johannes der Evangelist zur Eintracht im Orient eingeweiht. - In Mainz haben die Hofmusikstechersöhne alias Verlegersöhne Johann A Schott (37) und sein Bruder Johann J Schott (36) Weihergarten 5 innerhalb von 8 Jahren die kleineren Verlage wie Amon in Heilbronn, Falter in München, Kreitner in Worms, K. Zulehner in Mainz und G. Zulehner in Eltville aufgekauft und damit ihre Notendruckrechte u.a. für Haustanzmusik und dabei hauptsächlich für Pianoforte und selten für Gitarre und Flöte. - Der in Homburg geborene Landgraf Friedrich VI von Hessen Homburg (St) (49) heiratet in London die im Buckingham Palace geborene englische Prinzessin Elisabeth von Hannover von Englang (St) (48), die die arrangierte Hochzeit nur eingeht um der strengen Ettikette des englischen Hofes zu entkommen. In Bad Homburg betätigt sie sich als Malerin.

1817 Wetter: Steckrübenwinter zum Jahresausgang. Viele Menschen können sich nur noch mit Viehfutter ernähren. - In Frankfurt melden zwei weitläufige Verwandte Frauen aus Straßburg Ansprüche auf das bereits an die Stadt übergegangene Erbe des im Vorjahr verstorbenen, in Frankfurt geborenen Kaufmannes und Bankiers Johann Friedrich Städel (++) an, was zu einem jahrelangen Erbstreit führt. - In Frankfurt wird ein Naturkundemuseum eröffnet. In Frankfurt wird die Naturforschende Gesellschaft Senckenberg eingerichtet. - In Wiesbaden wird das Erbprinzenpalais in der Wilhelmstraße 24 - 26 für den in Kirchheimbolanden geborenen nassauischen Herzog Wilhelm von Nassau Weilburg (St) (25) fertiggestellt. Es wird nur nicht mehr bezogen. - In Frankfurt wird der jüdische Bankier Amschel Mayer Rothschild (44) vom österreichischen Kaiser geadelt. Trotzdem bleibt seine Mutter Gutele Rothschild (64) weiter in der ärmlichen Judengasse wohnen. - In Wiesbadern Biebrich wird Adolph von Nassau Weilburg (St) geboren. - In Idstein werden für das Herzogtum Nassau die beiden evangelischen Konfessionen, die lutherische und die reformierte, in der Union vereinigt. - In Aschaffenburg wird das Herz von Karl Theodor von Dalberg (St) (73) beigesetzt. Fürst von der Leyen prozessiert um das Erbe. - Im Herzogtum Nassau wird die Simultanschule eingeführt. Das Zweischulsystem unterrichtet Kinder unterschiedlicher Konfessionen gemeinsam. Der Hauptlehrer oder Rektor hat die Konfession der Mehrheit im Ort. - Die Ehe der in Hanau geborenen Landgrafentochter und angeheirateten Herzogin von Anhalt Bernburg Marie Frederike von Hessen Kassel (St) (49) wird wegen ihrer Geisteskrankheit kurz vor der Heirat ihrer Tochter Luise (St) (18) mit dem preußischen Königsneffen Prinz Friedrich Wilhelm Ludwig von Zollern Preußen (St) (23) geschieden. - In Mainz treffen sich u.a. Dumont, Krämer, Ebbert, Wolf, Greiner von Geisenheim und Döpfner von Hochheim zu Friedrich Ludwig Jahn ´s (39) Leibesübungen und Gerwurf, Ringen, Springen und Freiübungen auf provisorischen Turnplätzen vor der Stadt. Sie gründen die Erste Mainzer Turngemeinde. - In Frankfurt wird für Apfelwein die Erste Frankfurter Aepfelweinkelterei Gebrüder Freyeisen gegründet. - In Wiesbaden wird der Wiesbadener Frauenverein gegründet. - In Frankfurt werden zum 300. Jubelfest die evangelisch-lutherische u.a. in der Katharinenkirche und die reformistisch-zwinglianische Konfession u.a. in der Deutsch-reformierten Kirche am großen Kornmarkt (2016 Berliner Straße 62 und Straßenfläche davor) vereinigt und mit jeweils wechselseitig ausgetauschten Pfarrern nach einstündigem Glockenläuten um 09:00 Uhr Gottesdienst gehalten.

1816 In Frankfurt wird die neue, freistädtische Verfassung alias Konstitutionsergänzungsakte in Kraft gesetzt. Die frankfurter Geschlechter verlieren ihre Privilegien. Nur Vermögende mit mehr als 5000 Gulden dürfen wählen. - In Frankfurt wird Juden das bereits erteilte Bürgerrecht wieder verwehrt. - In Frankfurt wird die Polytechnische Gesellschaft von 33 frankfurter Bürgern gegründet. - In Frankfurt stirbt der ledige und kinderlose, in Frankfurt geborene Kaufmann und Bankier Johann Friedrich Städel (88). Seine 500 Gemälde in seinem Wohnhaus am Roßmarkt stiftet er für eine bürgerliche und öffentliche Kunstsammlung und Kunstschule. Die Stadt nimmt die Erbschaft an. - In Wiesbaden Biebrich stirbt Herzog Friedrich August von Nassau Usingen kinderlos (St) (78) wodurch Wilhelm von Nassau Weilburg (St) (78) neuer nassauer Herzog wird. - Die österreichische Stadt Offenbach fällt an das Großherzogtum Hessen. - In Frankfurt wird der Gastwirtssohn und Mundartdichter Friedrich Stoltze geboren. - In Aschaffenburg vermacht Karl Theodor von Dalberg (St) (72) seine Sammlung, darunter viele Gemälde, im Schloss Johannisburg der Stadt Aschaffenburg. - In Weilburg stirbt der regierende Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg (St) (48) bei einem Sturz von der Treppe im Schloss Weilburg, einige Wochen später stirbt der ebenfalls regierende kinderlose Vetter Fürst Friedrich August (St) (78), wodurch Erbprinz Wilhelm von Nassau Weilburg (St) (24) neuer Herzog wird und nach Wiesbaden Biebrich ins Schloss zieht. Sein Erbprinzenpalais in Wiesbaden in der Wilhelmstraße 24-26 ist noch nicht fertiggestellt. - Mainz hat 25251 Einwohner und Darmstadt hat 15391 Einwohner. - Mainz mit seinen rechtsrheinischen Stadtteilen Kastel und Kostheim wird großherzogtümlichhessisch. - In Frankfurt wird der in Nassau geborene Witwer Freiherr Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein (St) (59) Ehrenbürger der Stadt. - In Darmstadt wird die Freimaurerloge Johannes der Evangelist zur Eintracht im Orient gegründet. - In Paris wird die zweite Hälfte des verschollenen und in Darmstadt vom Architekt Georg Moller (32) gefundenen mittelalterlichen kölner Dombauplans vom in Köln geborenen Gemäldesammler  Sulpiz Boisserée (33) entdeckt. - Der in Florenz geborene Kaiser Franz von Habsburg Lothringen Österrich (St) (48) schenkt das Schloss Johannisberg dem in Koblenz geborenen Fürst Klemens Wenzel Lothar von Metternich Winneburg (St) (43) das Schloss Johannisberg im Rheingau, der es als Sommersitz der nutzt. - In Frankfurt erbaut der frankfurter Bankier und russische Staatsrat Simon Moritz von Bethmann (48) eine landhausähnliche Glyptothek zur Ausstellung seiner Gipsabgüsse in der Friedberger Anlage (2016 Odeon Seilerstrasse 34) und stellt dort Danneckers lebensgroße Marmorgruppe Ariadne auf dem Panther aus, weshalb das Gebäude Aridaneum genannt wird. - In Darmstadt übernimmt Heinrich Emanuel Merck (--) die Familien Apotheke. - Offenbach fällt an Hessen-Darmstadt. - In Wiesbaden benennt der Gastwirt Johann Freinsheim das Gasthaus Deutsches Haus Kaiser-Friedrich-Platz 3-4 alias Nordwestseite Kaiser Friedrich Platz in Nassauer Hof um. - In Frankfurt wird die Johannis Freimaurerloge Carl zum aufgehenden Licht durch den Philosophie Professor Dr FJ Molitor unter dem Schutz des in Kassel geborenen Großmeisters Bruder nichtregierender Landgraf Karl von Hessen-Kassel (St) (72) gegründet. - In Bad Homburg wird eine Fastnacht veranstaltet. - In Frankfurt ist der eingebürgerte Adel zwar ein eigener Stand. Er unterscheidet sich aber laut § 11 der Konstitutions-Ergänzungs-Akte nur in mit und ohne Mitgliedschaft in den örtlichen Adelsgesellschaften Alten-Limpurg und Frauenstein. - In Schloss Schönberg stirbt Graf Karl Eugen von Erbach Schönberg (St) (85). - Die Grafschaft Wittgenstein wird an die preußische Krone abgetreten. - Der in Bad Homburg geborene viertälteste hessenhomburger Landgrafensohn Prinz Gustav von Hessen Homburg (St) (35) in Dessau seine gehörlose Nichte Louise Friederike von Anhalt Dessau (St) (--), die Tochter seiner Schwester Amalie.

1815 Die Stadt Frankfurt wird gemäß den Beschlüssen des Wiener Kongresses Freie Stadt und Sitz der Deutschen Bundesversammlung. - In Frankfurt kommt der in Frankfurt geborene Dichter Johann Wolfgang von Goethe (66) letztmals zu Besuch. - In Wiesbaden wird die Casino-Gesellschaft gegründet. - Die Errichtung des Deutschen Bundes macht Frankfurt zu einer Freien Stadt und zum Sitz des Bundestags. - In Wiesbaden verbringt der in Frankfurt geborene Dichter Johann Wolfgang von Goethe (66) seinen Kuraufenthalt im Badehaus Zum Bären, wobei die Gedichtsammlung des West-östlichen Divan entsteht. Badehäuser sind keine Luxusunterkünfte und dürfen ihre Gäste nicht verköstigen. Johann Wolfgang von Goethe (66) besucht regelmäßig die Wirtschaft des Hofgutes Geisberg. - Auf dem Wiener Kongress erhält Hessen Homburg seine volles Souveränität zurück. - In Offenbach besucht der preußische König Friedrich Wilhelm von Zollern Preußen (St) (45) des in Bordeaux geborenen und aus einer nürnberger Patizierfamilie stammenden frankfurter Kolonialwaren-Bankiers Friedrich Metzler (49) in seinem Palais alias Büsing-Palais in der Herrnstraße. - In Kloster Eberbach wird eine herzoglichnassauische Irrenanstalt eingerichtet. - Mainz hat 23647 Einwohner. - In Mainz notiert der Reisende Assmuth in seinem Tagebuch neben breiten Straßen auch unregelmäßige, enge und düstere Straßen, die einen unerfreulichen Einduck machen aber auch die Schiffsbrücke nach Kastel. - Erbprinz Wilhelm von Nassau Weilburg (St) (23) beteiligt sich mit nassauischen Truppen an der Schlacht von Waterloo.  - Die Adelskette wird gegründet und soll die Tugenden des Rittertums wiedererwecken. - In Mainz kommt der Pfarrersohn Turnvater Friedrich Ludwig Jahn (37) zu seinem zweiten Besuch. - Der in Frankfurt geborene 1803 aus Frankreich ausgewiesene französische General Landgrafensohn Prinz Karl Konstantin von Hessen Kassel Rotenburg (St) (63) kehrt nach einem Leben in der französischen Armee während der Revolutionswirren nach Frankfurt zurück und beantragt von dort vergeblich seine Rückkehrt nach Frankreich und seine französischen Armeepensionsansprüche. - In Frankfurt gibt es drei Kaffehäuser. - Offenbach kommt unter österreichische Verwaltung. - In Wiesbaden wird die Casino Gesellschaft gegründet. - In Hanau bezieht der in Hanau geborene Landgrafensohn Wilhelm von Hessen Kassel (St) (38) das Schloss Philippsruhe. - In Mainz lernt der katholische mainzer Gouverneur Karl von Habsburg Österreich Teschen (St) (44) die calvinistische Prinzessin Henriette von Nassau-Weilburg (St) (18) kennen und heiratet sie. - Im Kloster Eberbach wird eine Irrenanstalt, das Irrenhaus Eberbach, mit vier Geisteskranken eröffnet. - In Frankfurt wird die Friedberger Warte in ein Apfelweinlokal umfunktioniert

1814 In Wiesbaden ist der in Frankfurt geborene Dichter Johann Wolfgang von Goethe (65) Kurgast und trifft dort den frankfurter Bankier und Theatermäzen Johann Jakob von Willemer (54) und dessen Pflegetochter und Schauspielerin  Marianne Jung (30). Auf ihrem Anwesen am Mainufer Frankfurt Gerbermühle rät er ihnen zu heiraten, obwohl er eigentlich in Marianne Jung (30) verliebt ist. Sie wird seine Muse. Auf dem Anwesen wird er von dem frankfurter Amtsarzt der Arzt Johann Christian Ehrmann (65) in dessen Orden der verrückten Hofräthe aufgenommen. Johann Christian Ehrmann (65) ist der Autor des Galanterieführers für Frankfurt, in dem er das Dorf Frankfurt Bornheim als Rotlichtgebiet beschreibt, wo die Gasthäuser Schwan, Zwick und Buschmann Freudenhäuser sind. - In Frankfurt wird der Glasermeistersohn Henri Nestlé in der Töngesgasse geboren. - Der in Darmstadt geborene älteste Großherzogssohn und somit Erbgroßherzog Ludwig II von Hessen Darmstadt (St) (37) nimmt am Wiener Kongress teil. - In Wiesbaden steigt der in Frankfurt geborene Dichter Johann Wolfgang von Goethe (65) erst im Badehaus Zum Adler ab und wechselt dann ins Badehaus Zum Bären. - Mainz hat 23202 Einwohner. - Die linksrheinische Region um Mainz wird von der österreichisch-baierischen gemeinschaftlichen Landes-Administrations-Commission verwaltet. - Bei Darmstadt findet der in Diepholz geborene norwegische Pastorensohn und Architekt Georg Moller (30) auf einem Dachboden eine Hälfte des 4,05 Meter großen überarbeiteten Fassadenplanes des verfallenen Kölner Doms des Dombaumeisters Johannes wieder. - In Mainz findet der Pfarrersohn Turnvater Friedrich Ludwig Jahn (36) bei einem Besuch begeisterte Turner. - In Frankfurt erhält die wöchentliche Zeitung Frankfurter Postzeitung wieder den Titel von 1806 Ober-Post-Amts-Zeitung.

1813 In Frankfurt wird die Universität nach einem Jahr geschlossen. Leibeigenschaft und Frondienste werden abgeschafft und Katholiken und Protestanten gleichgestellt. - Das Großherzogtum Frankfurt wird aufgelöst und provisorisch die alte reichsstädtische Verfassung wieder eingeführt. - Bei Leipzig übernachtet Napoleon (44) nach der Völkerschlachtniederlage im Landhaus der frankfurter Familie Bethmann. - In Frankfurt wird das neue Zentralverwaltungsdepartement für die ehemals französisch besetzten Gebiete eingerichtet. - In Frankfurt verlegt der jüdische Bankier Amschel Mayer Rothschild (40) sein Bankhaus vom Palais Rothschild Zeil 90 in einen klassizistischen Neubau in der Fahrgasse. - In Offenbach tagt die Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue u.a. in der Villa von Wilhelm Speyer (23) in der Kaiserstraße 91. - Der in Frankfurt in das Gasthaus Zur goldenen Spitze in der Mausgasse eingeheiratete hörlaer Gastwirtssohn Friedrich Christian Stoltze (30) pachtet das Gasthaus Zum Rebstock vor dem Domturm. - Der Rheinbund zerfällt. - Der in Birstein geborene aktive französische Colonel Fürst Carl I Friedrich Ludwig Moritz von Isenburg Birstein (St) (44) wechselt erst in letzter Minute vor dem Ende der Völkerschlacht auf die Seite der Alliierten, flieht daber trotzdem nach Basel. Der in Prenzlau geborene Großherzog Ludwig X von Hessen-Darmstadt (St) (60) und der in Mannheim geborene Großherzog von Frankfurt Karl Theodor von Dalberg (St) (69) fliehen ebenfalls. - In Wiesbaden wird eine direkte Straßenverbindung nach Frankfurt fertiggestellt. - Der in Den Haag geborene Prinz Wilhelm von Oranien Nassau (St) (41) erhält seine Besitzungen zurück. - Mainz hat 25600 Einwohner. - In Mainz werden die Renovierungsarbeiten am Dom beendet und der Dom nach der französischen Niederlage als Schweinestall und als Lazarett für 6000 Soldaten umgenutzt. Unter ihnen sind viele Typhuskranke. - Der eitle pariser Obsthändlersohn, Fechtmeister, französische Kommandant und Generalgouverneur von Frankfurt und Würzburg Charles Pierre François Augereau (56) sammelt eine französische Reservearmee. - In Frankfurt quartiert sich im ehemaligen Marstall an der Hauptwache 1 mit Attika und Empirevasen bei der in Frankfurt geborenen Maria Belli-Gontard (25) im Haus Belli in einer möblierten Wohnung mit drei Zimmern, einem Kabinett und einem Saal der Oberbefehlshaber der alliierten Truppen Fürst Karl Philipp von von Schwarzenberg (St) (42 ) mit seinem Gefolge mit besonderen Ansprüchen wie Silberbesteck, Porzellan und kostbaren Gläsern und allabendlicher Kerzenbeleuchtung ein. Monate später ist der völlig bescheidene preußische Feldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher (St) (71 ) alias Marschall Vorwärts vier Tage lang in zwei Zimmern, mit zwei Leuchtern und kargem Frühstück und Abendessen ihr bescheidener Gast. - Der in Kassel geborene Landgraf, Graf von Hanau und Kurfürst von Hessen Wilhelm von Hessen Kassel  (St) (70) kann Hessen-Kassel restituieren und zieht wieder in seine Residenzstadt Kassel ein. Auf dem Wiener Kongress versuchte er trotz erheblicher Bestechungsgelder vergeblich den germanischen Titel König der Chatten zu erhalten, bleibt aber Kurfürst und Königliche Hoheit. Mit der Wiedereinführung von u.a. gepuderten Perücken beim Militär und am Hof macht er sich beim aufstrebenden Bürgertum unbeliebt. - In Mainz wird der in Mainz geborene Weinhändler Heinrich Mappes (56 ) als Baron in den französischen Adelsstand erhoben. - In Mainz stirbt der ehemalige Jakobiner, ehemalige Präsident des französischen Nationalkonvents, amnestierte Robespierreanhänger, ehemalige und jahrelang in türkischer Gefangenschaft gehaltene Konsul von Algier und Smyrna und in den französischen Adelsstand erhobene Generalkommisar der linksrheinischen Departements Jeanbon de St Andre (64) bei der Betreuung und Versorgung der französischen Verwundeten am durch Kleiderläuse und Flöhe übertragenen Fleckfieber. - Mainz verliert das Stapelrecht. - Fürst Carl Friedrich Ludwig Moritz von Isenburg Birstein (St) (44) flieht wegen der französischen Rückzugsscharmützel um Offenbach ins Ausland und erklärt seinen Austritt aus dem Rheinbund. Offenbach wird Teil des neu gegründeten Generalgouvernement Frankfurt. In Offenbach werden russische Kosakeneinheiten einquartiert. - In Frankfurt wird der Catharina Elisabetha Ludovica Magdalena von Brentano (25) Ehemann Georg Friedrich Guaita (41) zu Georg Friedrich von Guaita geadelt. - In Hanau, das zum Großherzogtum Frankfurt gehört findet im Lamboywald die Schlacht bei Hanau statt, die letzte Schlacht, die Napoleon gegen die Alliierten auf deutschem Boden gewinnt. Die übergelaufenen Bayern verlieren zwar, aber beweisen ihre Loyalität zur Allianz. - In Frankfurt marschiert nach Napoleon (St) (44) bei seinem Rückzug nach Mainz einen Monat später der russische Zar Alexander I  (St) (--), der mit dem preußischen König in lebenslanger Freundschaft verbunden ist, mit seinen Truppen ein. - In Hanau brennt die von den Franzosen beschossenen Brückenvorstand. - In Frankfurt zerstören die nach Mainz abziehenden Franzosen Teile der Alten Brücke über den Main. Trotzdem werden eine Stunde später bayerische Reiter in der Fahrgasse mit Hoch Rufen begrüßt. Besonders freundlich werden die Kosaken begrüßt, die durch das Friedberger Tor einmarschieren. Sie werden förmlich auf Händen getragen. Zwei Tage später räumen sie Frankfurt wieder und ziehen sich auf die andere Mainseite nach Sachsenhausen zurück, da sich Napoleon (St) (40) vom Kinzigtal über Hanau nach Frankfurt bewegt. Die Frankfurter fürchten Napoleons Rache. Heckenschützen schießen von Sachsenhausen und der Brückenmühle aus auf die französischen Soldaten. Napoleon (St) (40) bezieht das Gartenhaus von Simon Moritz Bethmann (45) am Friedberger Tor. - Wiesbaden wird von den Kosaken und österreichischen Husaren besetzt. - In Wiesbaden eröffnet der Gastwirt Johann Freinsheim das Gasthaus Deutsches Haus Kaiser-Friedrich-Platz 3-4 alias Nordwestseite Kaiser Friedrich Platz. - In Frankfurt wird die Alte Brücke über den Main wegen ihrer strategischen Stellung stark umkämpft. - In Frankfurt wird das Hauptquartier der Koalition gegen Napoleon (St) (40) eingerichtet.

1812 In Frankfurt wird eine Universität gegründet. - In Frankfurt stirbt der jüdische Bankier Meyer Amschel Rothschild (68). - In Offenbach wird die Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue gegründet. Sie tagt in der Frankfurter Straße 33. - In Offenbach findet die letzte Hinrichtung am Galgen in Höhe Hermannstraße und Schäferstraße statt. - In Frankreich ist Papst Pius VII (70) Gefangener von Napoleon (St) (39) auf Schloss Fontainebleu. - In Offenbach schließt sich der in Offenbach geborene Komponist und Musikverleger Johann Anton André (37) Herrnstraße 54 der neugegründeten offenbacher Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue Frankfurter Straße 33 an. - Der Großherzog hebt alle geheimen Gesellscahften auf und verspricht Verbindungen zu wohltätigen und gesellschaftlichen Zwecken zu erlauben. - In Darmstadt tritt die in Frankfurt Heddernheim geborene Schauspielerin und Opernsängerin Franziska Sontag (24) am Darmstädter Hoftheater auf.

1811 In Frankfurt führt Karl Theodor von Dalberg (St) (67) den Code Napoléon ein. In Frankfurt wird das das französische Strafrecht eingeführt. Alle Untertanen erhalten die Bürgerrechte. - In Frankfurt erhalten die Juden für 440000 Gulden die Bürgerrechte. - In Frankfurt muss der Rat der Stadt endgültig darauf verzichten die Juden ins Ghetto zurückzuschicken. - Der in Darmstadt geborene Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (62) schwängert seine Geiebte, die heilbronner Eva Margarethe Kämmerer und erhöht sie mit dem Namenszusatz von Adelsberg in den Adelsstand. Seine uneheliche Tochter Friedrerike Elisabetha von Adelsberg kommt in Heilbronn zur Welt. Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (62) zieht mit Mutter und Tochter von Heilbronn zurück nach Darmstadt. - Der Großherzog von Frankfurt und Fürst von Hanau und Fulda Karl Theodor von Dalberg (St) (67) nimmt am Nationalkonzil in Paris teil, wo er für die Freilassung von Papst Pius VII (69) eintritt. - Der in Darmstadt geborene jüngere hessendarmstädter Großherzogsohn Prinz Friedrich von Hessen Darmstadt (St) (23) macht seine folgenschwere Konversion zum katholischen Glauben bekannt. Er ist bereits in Paris. - In Frankfurt erhält die wöchentliche Zeitung Frankfurter Postzeitung den Titel Zeitung des Großherzogthums Frankfurt. Die frankfurter Zeitung Frankfurter Journal wird verboten. - Das leerstehende Kloster Eberbach wird zur Korrekturanstalt alias Arbeitshaus umfunktioniert, wo faule Ehemänner, schwer erziehbare Kinder, ledige Mütter, Invaliden und Bettler erzogen werden. - In Braunfels stirbt Wilhelm Christoph von Braunfels (St) (79).

1810 In Wiesbaden wir das alte Kurhaus als Gesellschaftshaus mit dem Portikus eröffnet. - In Frankfurt hat die Messe keinen Warenverkehr mehr. - In Wiesbaden wird im Alten Kurhaus ein Spielcasino eröffnet. - Karl Theodor von Dalberg (St) (66) verliert das Fürstentum Regensburg und erhält die Fürstentümer Fulda und Hanau und wird Großherzog von Frankfurt. Im Wappen des Fürstentums wird zusästzlich zum Adler ein mainzer Rad aufgenommen. - Frankfurt hat 40485 Einwohner. - In Frankfurt wird das Katharinenkloster als lutherisches Frauenstift aufgehoben. - Die kurfürstlichhessische Grafschaft Hanau Münzenberg fällt an das Großherzogtum Frankfurt unter Karl Theodor von Dalberg (St) (66) und somit auch das Amt Bornheimerberg, das aber Arrondissement Bornheimerweg. - Das Amt Hochheim wird aufgelöst. - In Frankfurt wird das Zuchthaus in der Sailerstraße 29 bezogen. - In Frankfurt verbietet der frankfurter Großherzog Karl Theodor von Dalberg (St) (66) alle politischen Zeitungen und genehmigt nur die Einheitszeitung Zeitung des Großherzogthums Frankfurt, die rechts-links abgeteilt in deutscher und französischer Sprache herauskommt und aus der Frankfurter Kaiserlichen Reichs-Ober-Post-Amts-Zeitung und dem Journal de Francfort hervorging. - In Darmstadt wird das Darmstädter Hoftheater mit 1800 Sitzplätzen Karolinenplatz 3 eröffnet. Es ist nicht nur Theater für den Hof sondern auch Bildungseinrichtung für die Bürgerschaft. - In Frankfurt wird auf der Pfingstweide außerhalb der Stadt englisches Schmuggelgut verbrannt. - Die Grafschaft Hanau wird zum Departement Hanau.

1809 In Wiesbaden hat die öffentliche Leihbibliothek von Schellenberg über 2000 Bücher, die aus Klassikern, Ritterromanen und Kriminalromanen besteht. - In Frankfurt gründet der Arzt Johann Christian Ehrmann (60) den Orden der verrückten Hofräthe und nimmt den Rektor des frankfurter Gymnasiums Friedrich Christian Matthiä (46) als ersten in den Orden auf. Papst Pius VII (67) exkommuniziert den französischen Kaiser Napoleon (St) (36) und wird dafür verhaftet. - Mainz hat 24142 Einwohner. - In Frankfurt wird der Gasthof Zum Schwarzen Bock am Schillerplatz an der Hauptwache 7 mit der angrenzenden Schmiede klassizistisch umgebaut und in Hotel à la ville de Paris gemein alias Hotel de Paris umbenannt. - In Mainz lässt der französische Kaiser Napoleon (St) (36) die Martinsburg abtragen. - In Mainz wird der ehemalige Jakobiner, ehemalige Präsident des französischen Nationalkonvents, amnestierte Robespierreanhänger, ehemalige und jahrelang in türkischer Gefangenschaft gehaltene Konsul von Algier und Smyrna und Generalkommisar der linksrheinischen Departements Andre Jeanbon (60) in den fraanzösischen Adelsstand erhoben und nennt sich danach Jeanbon Baron de St. André. - In Frankfurt wird das Bockenheimer Tor neu erbaut. - Der mit Maria Ludovica Katharina Brentano von La Roche (21) neu verheiratete frankfurter Bankier Carl Jordis kauft bei Kassel das Schloss Schönfeld, veranstaltet dort Maskenbälle und Empfänge und wird aber von Napoleons Bruder König Jerome (25) gezwungen das Schloss Schönfeld zu verkaufen. - In Frankfurt erlässt der Rat der Stadt ein Baustatut, das die Umgestaltung der Stadt im klassizistischen Stil ermöglicht. - In Rüdesheim baut Graf Friedrich Karl Joseph von Ingelheim Echter von und zu Mespelbrunn (St) (--) die verfallene Brömserburg zu einer romantischen Wohnubrg aus. - In Braunfels stirbt Ludwig Rudolph von Braunfels (St) (76).

1808 In Frankfurt wird die Handelskammer nach französischem Vorbild errichtet und die städtischen Verwaltung und das Schul- und Bildungswesen reformiert, wodurch staatliche Volksschulen eingerichtet werden. - In Frankfurt gründen frankfurter Bürger die maximal 150 Mitglieder-Gesellschaft zur Pflege der schönen Künste Museum. - Karl Theodor von Dalberg (St) (64) gründet in Aschaffenburg die Karls-Universität und wird ihr erster Rektor. - Die morganatisch verheiratete Frau des in Darmstadt geborenen zweitgeborenen Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (28) Caroline Török de Szendrö (22) alias Freifrau Caroline von Menden wird zur Gräfin Caroline von Nidda erhoben. - Im Herzogtum Nassau wird die Leibeigenschaft abgeschafft. - In Frankfurt wird eine Handelskammer gegründet. - Der in Darmstadt geborene jüngere hessendarmstädter Großherzogsohn Prinz Friedrich von Hessen Darmstadt (St) (20) konvertiert zum katholischen Glauben, muss deshalb ins Ausland alias Frankreich gehen und verliert alle Erbfolgeanssprüche. - In Frankfurt wird nach französischem Vorbild von Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg (St) (64) für die frankfurter Kaufmannschaft eine Handelskammer mit Börsenvorsteher Johann Gerhard Hofmann zum Spiegel als erstem Präsidenten gegründet. - In Frankfurt wird die hauptsächlich aus jüdischen Mitgliedern bestehende Freimaurerloge Zur aufgehenden Morgenröthe im Orient Schützenstraße 2 als Tochterloge des Grand Orient de Paris gegründet. Sie wird von der christlichen frankfurter Freimaurerloge nicht anerkannt. Der in Frankfurt geborene jüdische Medizinstudent Ludwig Börne (22) Judengasse 118 (2016 Fußgängerüberweg Insel Battonnstraße vor AOK Beratungscenter) wird eines der ersten Mitglieder. - In Frankfurt wird der in Offenbach geborene Komponist und Musikverleger Johann Anton André (33) Herrnstraße 54 in der frankfurter Freimaurerloge Socrates zur Standhaftigkeit  in der Hochstraße 14 (2016 Hilton Hotel) aufgenommen. - In Wiesbaden ist Ernst Ludwig Theodor Schellenberg (--) Hofbuchhändler. - In Frankfurt wird der frankfurter Bankier und russische Generalkonsul beim Rheinbund Simon Moritz Bethmann (40) geadelt. - Das Kloster Eberbach wird zum Depot der nassauer Armee umfunktioniert. - In Mainz wird das Komödienhaus Nationalbühne Mainz am Gutenbergplatz 7 erbaut.

1807 In Niederursel gibt es den Gasthof Zum lahmen Esel im Krautgartenweg 1. - In Frankfurt wird der jüdische Lehrer Michael Hess (25) vom Hauptlehrer zum Direktor des Philantropin berufen. - In Frankfurt wird das Eschenheimer Tor neu erbaut. - In Frankfurt wird das Logenhaus der Freimaurerloge Zur aufgehenden Morgenröthe im Orient Schützenstraße 2 erbaut. - Fürst Carl Ludwig August von Solms Hohensolms Lich (St) (45) stirbt. Sein Sohn Prinz Carl von Solms Hohensolms Lich (St) (04) übernimmt das Amt. - In Frankfurt ordnet der Rat der Stadt vergeblich den Rückzug der Juden ins Ghetto an. - In Offenbach stirbt die in Kaufbeuren geborene Schriftstellerin und Salonniere Sophie von La Roche (77). - In Frankfurt warnt der Rat der Stadt die Einwohner vor unbedachten Urteilen über Maßregeln großer Mächte und ihrer Minister in größeren Gesellschaften, Gast- und Weinhäusern und meint allgemein die Obrigkeit. - In Wiesbaden werden im Saal des Badehauses Zum Schützenhof (2012 Parkhaus Schützenhof Coulinstraße 5) Maskenbälle veranstaltet. - In Frankfurt beschreibt Ludwig Börne (21) die Judengasse als unruhig und finster. - In Offenbach stirbt die Herausgeberin und Autorin der ersten deutschen Frauenzeitschrift Pomona, Salonnière und frankfurter Im- und Exportfirmenbesitzerin Sophie von La Roche (77).

1806 Das HRR lösst sich auf. - Gründung des Herzogtum Nassau für Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg (St) (38) und seinen Vetter Friedrich August (St) (68), die vom Schloss Biebrich aus regieren. - In Wiesbaden werden für Einheimische die unter strengen Strafen stehenden Verbote des Glücksspiels Hazard und das Gebot öffentliche Lokale um 10:00 abends zu verlassen geändert. - In Darmstadt wird der älteste hessen-darmstädter Großherzogssohn Ludwig III von Hessen Darmstadt (St) geboren. - Das Heilige Römische Reich endet. Die Reichsstadt Frankfurt kommt unter die Herrschaft von Fürstprimas des Rheinbundes Karl Theodor von Dalberg (St) (62) mit Residenz im Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10. - Der in Birstein geborene aktive französische Offizier Fürst Carl I Friedrich Ludwig Moritz von Isenburg Birstein (St) (37) bleibt souveräner Fürst innerhalb des Rheinbundes. Er nennt sich selbst Souverän Carl Fürst ... zu ... Isenburg (St) (37). Das Fürstentum Isenburg wird geächtet. - Die Frankfurter Union löst sich auf. - Das Fürstentum Nassau Usingen wird Teil des Herzogtum Nassau. - Hessen Homburg wird wegen der Weigerung dem Rheinbund beizutreten zu Gunsten von Hessen Darmstadt mediatisiert. - Mainz hat 23505 Einwohner. - In Bad Homburg wird der geisteskranke Dichter Friedrich Hölderlin (35) mit Gewalt nach Tübingen in die Universitätsklinik geschafft, wo er längeren Zwangsbehandlungen ausgesetzt wird. - In Frankfurt wird die lutherische Staatskirche abgeschafft und die anderen Konfessionen erhalten Religionsfreiheit. Die Reformierten erhalten das Recht Glockentürme zu besitzen. - In Frankfurt lässt der eitle pariser Obsthändlersohn, Fechtmeister und französische frankfurter Kommandant Marschall, Herzog von Costiglione Charles Pierre François Augereau (49) den Galgen Ecke Moselstraße/Taunusstraße und den Galgen am Rabenstein Ecke Mainzer Landstraße/Zimmerweg westlich vor dem Gallustor Kreuzung Neue Mainzer Straße/Große Gallusstraße, dem wichtigsten und repräsentativsten Tor der Stadt, das nach Mainz führt und durch das alle Kaiser zur Krönung einzogen und machen aus dem Hinrichtungsplatz einen Paradeplatz um Napoleon gebührend mit einem Feuerwerk empfangen zu können. - Der in Kassel geborene Landgraf und Graf von Hanau und neuer Kurfürst von Hessen Wilhelm von Hessen Kassel (St) (66), seine Ehefrau Wilhelmine Karoline von Dänemark (St) (59) und der in Hanau geborene Kurfürstensohn Wihelm II von Hessen Kassel (St) (29) weigern sich dem Rheinbund beizutreten, betrachten sich als neutral, teilmobilisieren ihr neues Kurfürstentum Hessen und fliehen vor den napoleonischen französischen Truppen nach Holstein ins Exil. - Der kurfürstlichhessische Hauptmann Wilhelm Mensing (41) bringt den hessischen Staatsschatz vor dem Zugriff Napoleons (37) in Sicherheit. - Nordhessen fällt an das neu geschaffene Königreich Westphalen und Südhessen in Form der Grafschaft Hanau Münzenberg kommt unter französische Mitiärregierung. - In Wiesbaden stirbt der mit der morganatischen nassauusingischen Fürstentochter Madalene Gross (--) verheiratete nassauusingische Hofkammerpräsidenten und Regierungspräsidenten Karl Friedrich von Kruse (St) (69). - Im französischen Departement Donnersberg wird wegen der Kontinentalsperre der Anbau von Zuckerrüben befohlen. - Mit der Rheinbundakte verliert Fürst Karl Ludwig August von Solms Hohensolms Lich (St) (--) seine Souveränität, behält aber seine Amtsgerichtsbarkeit und seine Patrimonialgerichtsbarkeit. Das Fürstentum Solms Hohensolms Lich wird in das Großherzogtum Hessen-Darmstadt eingegliedert. - Der Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg (St) (38) in Biebrich und Wiesbaden und sein kinderloser Vetter Fürst Friedrich August von Nassau Usingen (St) (68) in der Residenz Weilburg an der Lahn werden von Kaiser Napoleon (St) (37) gezwungen als unteilbares, vereintes und unabhängiges Herzogtum Nassau dem Rheinbund beizutreten und gemeinsam von Schloss Wiesbaden Biebrich aus zu regieren. Fürst Friedrich August von Nassau Usingen (St) (68) übenimmt die Herzogswürde und erhält den Oberbefehl über die nassauischen Truppen. - In Frankfurt kommt im Verlag J E B Mohr das ersten Heft der historischen, politischen, statistischen, geographischen Zeitschrift Der Rheinische Bund heraus, in dem Hessen Darmstadt, Hohenzollern, Salm Kyrburg und Isenburg als die vordersten Mitglieder des neuen Staatenvereins vorgestellt werden, die sich vom Reichskörper losgesagt haben, der nur noch durch das System der Eifersucht und Gewohnheit zusammengehalten sein soll. Der Zweck der Zeitschrift soll sein unsere Wünsche, Hoffnungen und Bitten im Großen Ganzen bei bescheidener Freimüthigkeit auszudrücken. Die Throne der deutschen Souveräne stünden nur durch Unterdrückung. Die Verfassung stünde für Freiheit. - In Mainz Heidesheim erbaut der mainzer Notenverleger Bernhard Schott (58) auf dem Sandhof eine eigene Papiermühle. - In Frankfurt wird der Galgen zwischen der Mainzer Landstraße und dem Weg zum Gutleuthof entfernt. - In Frankfurt wird am Theaterplatz alias Rathenauplatz der Gasthof Hasenbräu Theaterplatz 11 eröffnet. - In Hanau schließt die hanauer Behagel Fayence Fabrik. - In Frankfurt erhält die wöchentliche Zeitung Frankfurter Postzeitung den Titel Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung. - In Winkel im Rheingau stirbt die deutsche Dichterin Karoline Friederike Louise Maximiliane von Günderrode (26). - Solms Braunfels wird mediatisiert, wodurch das Fürstentum seine Reichsunmittelbarkeit verliert. Die Fürsten behalten ihre Rechte als Standesherren. - Die Grafschaft Erbach geht im Großherzogtum Hessen auf. - In Frankfurt bleiben die katholischen Dominkanerschwestern und die Englischen Fräulein von der Säkularisation wegen ihres sozialen Engagements verschont.

1805 In Wiesbaden eröffnet der Hofbuchhändler Schellenberg ein Lesemuseum im Gasthaus Schützenhof mit 12 Zeitungen und 33 Tageszeitungen, das hauptsächlich Beamte benutzen. - In Frankfurt beschließt der Rat die Schleifung der Befestigungen alias Bastionen und deren Umwandlung in Parkanlagen. - Der in Birstein geborene aktive französische Offizier Fürst Carl I Friedrich Ludwig Moritz von Isenburg Birstein (St) (37) wird vom französischen Kaiser Napoleon (St) (36) zum Colonel befördert. - In Frankfurt wird der jüdische Lehrer Michael Hess (23) der jüdischen Schule für arme jüdische Kinder in der Judengasse Privatlehrer des jüngsten in Frankfurt geborenen jüdischen Bankiersohnes Jakob Rothschild (13). - In Frankfurt gründet der der in Frankfurt geborene Bankier Wilhelm Mumm & Co. (31) das Bankhaus Wilhelm Mumm. - Der in Bad Homburg zweitgeborene Landgrafensohn Ludwig von Hessen Homburg (St) (35) gerät in französische Kriegsgefangenschaft. Seine einjährige Ehe mit Prinzessin Auguste von Nassau Usingen (St) (27), die in  Friedrich Wilhelm von Bismarck (St) (22) verliebt ist, wird geschieden. Landgrafensohn Ludwig von Hessen Homburg (St) (35) heiratet nicht wieder. - In Bad Homburg kommt der Diplomat Isaac von Sinclair (30) nach einem Verschwörungsprozess wieder nach Hause. - In Bad Homburg berichtet der Homburger Arzt und Hof-Apotheker Müller in einem Gutachten von einem wahnsinnigen, in Raserei verfallenen Dichter Friedrich Hölderlin (35). - In Darmstadt wird im Gasthaus und Weinlokal Bockshaut Kirchstraße 7-9 der Historiker und Politiker Georg Gottfried Gervinus geboren. - In Frankfurt lässt sich der jüdische Bankier Wolf Zacharias Wertheimber ein bürgerlich klassizistisches Haus Schönen Aussicht 16 an der Mainpromenade erbauen. - Der Besitzer des Schlosses Rumpenheim in Offenbach Karl von Hessen-Kassel (St) (41) erhält den Ttel Landgraf von Hessen Kassel. - In Lich wird Prinz Ludwig von Solms Hohensolms Lich (St) geboren. - Die in Hanau geborene geisteskranke Marie Friederike von Hessen-Kassel (St) (37) bringt als Fürstin von Anhalt Bernburg nach ihrem ersten geisteskranken Kind Wilhelmine Luise von Anhalt Bernburg (St) (06) den ebenfalls geisteskranken Sohn Alexander Carl von Anhalt Bernburg (St) zur Welt, der 1902 kinderlos stirbt.  - In Frankfurt bezieht der Dr phil und Oeconom Johann Noe Gogel (47) seine neu erbaute Villa Gutleutstraße 299 (2016 Schule am Sommerhoffpark) am Mainufer. - Prinz Friedrich Wilhelm von Solms Braunfels (St) (35) quittiert als preußischer Major und als Alkoholiker den Militärdienst. - In Erbach wird der Grafensohn Friedrich Karl Ludwig (St) als Sohn von Graf Joseph Karl Leopold von Ortenburg (St) (25) Grafentochter Karoline von Erbach Erbach (St) (26) geboren. - Hanau hat 11953 Einwohner.

1804 Der in Darmstadt geborene älteste Landgrafensohn Ludwig II von Hessen Darmstadt (St) (27) nimmt an der Kaiserkrönung Napoleons (St) (35) in Paris teil. - Der in Darmstadt geborene älteste Landgrafensohn Ludwig II von Hessen Darmstadt (St) (27) heiratet die badener Erbprinzentochter Wilhelmine von Baden (St) (17). - Der in Darmstadt geborene zweitgeborene Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (24) heiratet morganatisch Caroline Török de Szendrö (18), die dafür zur Freifrau von Menden erhoben wird. - In Frankfurt wird in der Judengasse Schulunterricht für arme jüdische Kinder gehalten. - In Homburg wird der beruflich und finanziell gescheiterte Klosterhofmeistersohn und Dichter Friedrich Hölderlin (34) durch die Unterstützung von Diplomat und Dichter Isaac von Sinclair (29) Hofbibliothekars, dessen Gehalt er aber aus eigener Tasche bezahlen muss. - In Bad Homburg wird versucht die Staatsfinanzen mittels einer betrügerischen Staatslotterie zu sanieren. - Die in Bad Homburg geborene Prinzessin Maria Anna Amalie von Hessen-Homburg (St)(19) heiratet den jüngsten königlichen Bruder Prinz Wilhelm von Zollern Preußen (St) (21). - Darmstadt hat 11219 Einwohner. - Bei Homburg gründet der in Homburg geborene Landgraf Friedrich V von Hessen Homburg (St) (56) den Ort Dillingen, der später Friedrichsdorf genannt wird. - Der zweitälteste aus zweiter Ehe geborene Fürstensohn Prinz Carl Friedrich Wilhelm Emich von Leiningen (St) wird geboren. - Der zweitälteste hessenhomburger Landgrafensohn Ludwig von Hessen Homburg (St) (34) heiratet aus dynastischen Gründen Prinzessin August Amalia von Nassau Usingen (St) (26), obwohl diese in den Grafensohn Friedrich Wilhelm von Bismarck (St) (21) verliebt ist. - In Frankfurt warnt der Rat der Stadt die Einwohner vor unbedachten Urteilen über Maßregeln großer Mächte und ihrer Minister in größeren Gesellschaften, Gast- und Weinhäusern. - In Wiesbaden Biebrich ist der neue französische Kaiser Napoleon (St) (35) zu Besuch im Schloss. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene evangelische Pfarrersohn Anton Kirchner (25) zweiter Lehrer der Musterschule. - In Eppstein wird die Burg bis auf die Kapelle, die als katholische Kirche dient, auf Abbruch privat verkauft und die Steine werden zum Bau von Gebäuden benutzt. - Mit dem Tod von Fürst Carl Heinrich von Stolberg Gedern (St) (43) stirbt das Geschlecht aus und fällt an Stolberg Wernigerode. - In Frankfurt wird nach vielen Eingaben der französischreformierten Nachbarn am Mainufer neben dem Gutleuthof Gutleutstraße 299 (2016 Schule am Sommerhoffpark) und Bankiers Johann Noe Gogel (46) und Georg Ludwig Gontard (35) der Leichnam des Juden Joachim am Schandpfahl auf dem benachbarten Gallusfeld nach mehr als zwei Jahren endlich entfernt. - In Frankfurt verleiht Kaiser Franz von Habsburg Lothringen Österrich (St) (36) der Gesellschaft Frauenstein ein schwarzes Kreuz und der Gesellschaft Alten-Limpurg ein grünes Kreuz als Ordenszeichen. - In Mainz gibt die aus Aachen angeforderte kaiserliche Schauspielgesellschaft vom Théâtre-Français für den Aufenthalt des französischen Kaiser Napoleon (St) (35) in Begleitung der Kaiserin Josephine de Beauharnais (St) (41) fünf bis sechs Trauerspiele von Racine und Corneille mit den Schauspielern François-Joseph Talma (41) und Catherine Josephine Duchesnois (27), die auch seine Geliebte ist, in der große Reithalle des kurfürstlichen Marstalls Große Bleiche 39-51.

1803 Kloster Eberbach wird säkularisiert und die Grabplatten von Graf Johann von Katzenelnbogen II und Johann von Katzenelnbogen IV in die Mosburg in Wiesbaden Biebrich gebracht. - In Wiesbaden betreibt Schellenberg eine öffentliche Leihbibliothek. - In Mainz im Großherzogtum Hessen-Darmstadt wird der in Miehlen geborene Räuberhauptmann Johannes Bückler alias Jean Buckler alias Schinderhannes (24) mit 19 Bandenmitgliedern mit der Guillotine im verwüsteten Lustgarten Favorite am Rheinufer gegenüber der Mainmündung geköpft. - In Wiesbaden wird bei der Saalgasse ein unterirdisches Totengewölbe entdeckt. - In Wiesbaden erhält die evangelische Stadtkriche die klostereberbacher Orgel. - In Offenbach stitbt der in Birstein geborene Fürst Wolfgang Ernst II von Isenburg Büdingen (St) (68). Sein Sohn Fürst Carl I Friedrich Ludwig Moritz von Isenburg Birstein (St) (34) wird Oberhaupt des Fürstentums Isenburg Birstein. - Der mainzer Erzbischof und Kurfürst Freiherr Karl Theodor von Dalberg (St) (59) erhält das neu geschaffene Fürstentum Aschaffenburg. Sein Bruder, der katholische in Worms geborene badische Großhofmeister und Staatsminister Wolfgang Heribert von Dalberg  (St) (53) stirbt im bayerischen Mannheim. - Der in Frankfurt geborene jüdische Medizinstudent und spätere Journalist Ludwig Börne (17) begeht in Berlin nach der Zurückweisung seiner vom jüdischen zum protestantischen Glauben konvertierten Angebeteten und Professorenwitwe Henriette Herz (39) einen Selbstmordversuch, der aber verhindert werden kann. - Der in Kassel geborene Landgraf und Graf von Hanau Wilhelm von Hessen Kassel (St) (63) wird zum Kurfürst von Hessen erhoben. - In Lich stirbt der in Hohensolms geborene Fürst Carl Christian von Solms Hohensolms Lich (St) (78). Sein Sohn Prinz Karl Ludwig August (St) (--) erbt. Als Fürst Karl Ludwig August von Solms Hohensolms Lich (St) (--) säkularisiert er das Zisterzienserkloster Arnsburg. - Prinz Carl von Solms Hohensolms Lich (St) wird geboren. - In Frankfurt kauft die Stadt Frankfurt die säkularisierten hochheimer Karmeliterklosterweinberge am Lohrberger Hang in Seckbach und das dazugehörige Weingut in Hochheim. - Der in Usingen geborene nassauusinger und nassausaarbrückener Fürst Karl Wilhelm von Nassau Usingen (St) (68) stirbt, wodurch sein Bruder Friedrich August von Nassau Usingen (St) (65) neuer nassauusinger Fürst wird. - Der kurmainzische Rheingau fällt an Nassau Usingen. - In Offenbach wird der aus Selbold stammende Jonas Budden (21) für 21 Jahre Oberschultheiß für die Offenbacher innerhalb der Stadtmauern. Ein Maire vertritt die überwiegend französischen offenbacher Glaubensflüchtlinge außerhalb der Stadtmauern. - In Frankfurt kommt zur einzigen städtischen Schule eine Realschule, die Musterschule hinzu. Wilhelm Friedrich Hufnagel (49) wird ihr erster Lehrer. - In Offenbach stirbt Fürst Wolfang Ernst II von Isenburg Büdingen (St) (68). Sein mit Gräfin Charlotte Auguste von Erbach Erbach (St) (26) verheiratete Sohn Prinz Carl von Isenburg Birstein (St) (37) übernimmt die Regierung.

1802 In Wiesbaden erbaut der Besitzer des Gasthauses Schützenhof ein Komödienhaus und erhält dafür 500 Gulden Zuschuß, wodurch aber die Qualität nicht gesteigert und die Besucherzahl nicht erhöht werden kann, weil die Schauspieler feste örtliche Theater bevorzugen. - In Wolfenhausen spürt der kurtrierische Hofgerichtsrat und limburger Amtsverwalter Fuchs bei Tagesanbruch den Räuberhauptmann Schinderhannes (24) unter falschem Namen auf, verhaftet ihn, überführt ihn nach Frankfurt, wo er in der Hauptwache im Schanzerloch im Untergeschoss eingesperrt wird und nach Mainz ausgeliefert wird. - Der konstanzer Bischof Freiherr Karl Theodor von Dalberg (St) (58) wird wormser Bischof und mainzer und regensburger Erzbishof und mainzer Kurfürst. - Mainz hat 21583 Einwohner. - In Frankfurt schreibt die totkranke, verheiratete ehemalige Geliebte Susette Gontard (33) des in Lauffen geborenen Dichters und früheren Hauslehrers ihrer Kinder Friedrich Hölderlin (32) kurz vor ihrem Tod Ich kann nicht weiter schreiben, Lebe wohl! Lebe wohl! Du bist unvergänglich in mir! und bleibst so lang ich bleibe. Die Familie zieht nach ihrem Tod aus dem Haus Zum weißen Hirsch Kaiserplatz (2016 Hotel Frankfurter Hof) aus. - In Mainz feiern die mainzer Protestanten wieder öffentlich Gottesdienst in der Altmünsterkirche. - In Frankfurt Rödelheim wird die mittelalterliche gräflichsolmser Burg abgerissen und durch einen klassizistischen Schlossbau ersetzt. - In Frankfurt wird die Frankfurter Casino Gesellschaft gegründet. - In Frankfurt ist den französischreformierten Nachbarn am Mainufer neben dem Gutleuthof Gutleutstraße 299 (2016 Schule am Sommerhoffpark) und Bankiers Johann Noe Gogel (44) und Georg Ludwig Gontard (33) der bereits verweste Leichnam des Juden Joachim am Schandpfahl auf dem benachbarten Gallusfeld ein Greuel. Sie bitten den Rat der Stadt aber vergeblich um die Entfernung. - In Frankfurt begegnet der deutsche Schriftsteller Achim von Arnim (21) seiner späteren in Frankfurt geborenen Frau und deutschen Schrifstellerin  Bettina von Brentano (17). Sie bereisen gemeinsam den Rhein. - In Mainz erhält nach dem Tod des mainzer Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal (St) (83) seine Mätresse Gräfin Sophie von Coudenhofen alias Grafentochter Sophie von Hatzfeld (St) (55) eine Pension von 1000 Gulden und dessen älterer Bruder Lothar Franz Michael von Erthal (St) (85) vermacht ihrem ältesten in Bingen geborenen Sohn Franz Ludwig von Coudenhoven (17) seinen Landbesitz, aus dem auch seine Mutter versorgt werden muss.

1801 In Bad Camberg Würges überfällt der Räuberhauptmann Schinderhannes (23) zusammen mit der Niederländer Bande die Posthalterei. - In Idstein Herftrich schreibt der Räuberhauptmann Schinderhannes (23) seinen Erpresserbrief an den Fuchsmüller unter einem Baum. - In Coburg stirbt die Grafentochter Henriette Reuß zu Ebersdorf alias Fürstin Henriette von Leiningen (St) (34). - In Wiesbaden erhält die katholische Gemeinde ein eigenes Bethaus. - Mainz hat 22325 Einwohner. - In Frankfurt wird die Freimaurerloge Socrates zur Standhaftigkeit in der Töngesgasse 16 (2016 City Hörgeräte Loch im Parkhaus) gegründet. - In Mainz wird der ehemalige Jakobiner, ehemalige Präsident des französischen Nationalkonvents, amnestierte Robespierreanhänger und ehemalige und jahrelang in türkischer Gefangenschaft gehaltene Konsul von Algier und Smyrna Andre Jeanbon (52) Generalkommissar der linksrheinischen französischen Departements. - In Darmstadt heiratet der evangelische offenbach Musikverleger Johann Anton André (26) Herrnstraße 54 die Hessische Staatslotterie Generaldirektorentochter Marie Julienne Hegar. - In Wiesbaden werden im Saal des Badehauses Zum Schützenhof Theaterveranstaltungen aufgeführt. - In Frankfurt wird die Freimaurerloge Zur Standhaftigkeit gegründet.

1800 In Wiesbaden verweigert Carl Wilhelm dem nassauischen Pfarrer Jakob Ludwig Schellenberg (72) aus einer Buchdruckerfamilie eine Buchhandlung und eine Lesebibliothek um revolutionäre Gedanken zu unterdrücken. - Auf der halb verfallenen Schmidtburg richtet der in Miehlen geborene Räuberhauptmann Schinderhannes (22) einen Unterschlupf ein. - Mainz hat 21218 Einwohner und Wiesbaden hat 2239 Einwohner. - In Frankfurt wird vom frankfurter Arzt Johann Gottfried Kohl ein Badeschiff auf dem Main eröffnet. - In Eppstein Niederjosbach steigt der Räuberhauptmann Schinderhannes (22) im Gasthaus in der Kirchgasse 7 ab. Im waldböckelheimer Wald verübte Schinderhannes (22) einen Raubüberfall auf eine Kutsche mit den Opfern Dr. Kannstadt und den Gebrüdern Reinach. - In Frankfurt wird der in Mannheim geborene Orchesterleiter der Frankfurter Nationalbühne im Comoedienhaus Rathenauplatz Carl Cannabich (29) wegen seiner Verschwendungssucht aus seinem Amt geworfen. - Der eitle pariser Obsthändlersohn, Fechtmeister, politische Neider und interne Gegner, der französische Kommandant Charles Pierre François Augereau (43) lässt seine Truppen über Frankfurt nach Würzburg marschieren. - In Mainz wird das Bierhaus Zum Bären im Adressbuch als Brasserie de lóurs aufgeführt. - In Mainz ist das Brauhaus Zum goldenen Rebenstock in der Korbgasse 22. - In Mainz ist das Bierhaus Zum Heidelberger Faß in der Nähe der Infanteriekaserne mit Kegelbahn Heidelbergerfaßgasse 20 auf der gegenüberliegenden Grünanlage als Brasserie au tonneau d´Heidelberg aufgeführt. - In Mainz ist das Brauhaus Zum Tannenbaum in der Sackgasse 24. - In Offenbach beginnt der in Offenbach geborene Komponist und Musikverleger Johann Anton André (25) Herrnstraße 54 mit dem Vertrieb von ersten nicht mehr im Kupferstichverfahren sondern im neuen Steindruckverfahren hergestellten Notenblättern, die dessen Erfinder Alois Senefelder (29), der in der Domstraße wohnt, druckt. Es handelt sich dabei um Mozarts (++) Klavierkonzerte. In Offenbach erscheinen insgesamt 79 Mozart-Kompositionen im Erstdruck. - In Mainz hat sich der Güterumschlag im Hafen innerhalb von 8 Jahren um 24000 Tonnen auf weniger als ein Drittel reduziert.

1799 Der evangelische in Offenbach geborene Komponist und Musikverleger Johann Anton André (24) Herrnstraße 54 kauft von Constanze Mozart (37) den musikalischen Nachlass ihres verstorbenen Gatten und holt ihn nach Offenbach. - In Offenbach verkauft der Hofschauspielersohn und in Ingolstadt studierte Jurist Alois Senefelder (28) sein neuerfundenes Steindruckverfahren an den Musikverleger Johann André (72) Herrnstraße 54 und beginnt mit der Vermarktung seiner Erfindung auf fünf Steindruckpressen, die im Hinterhof in der Domstraße 21 aufgestellt werden. - In Wiesbaden ist das Pferdebad, das dem Besitzer des Badehauses Spiegel Ferdinand Daniel Bergmann gehört, aufgelöst. - In Frankfurt wird auf dem Rossmarkt letztmals eine Hinrichtung durchgeführt, wobei ein Häfnermeister für den Mord an seiner Frau enthauptet wird. - In Lich Laubach wird der Grafensohn Otto von Solms Laubach (St) als Sohn von Graf Friedrich zu Solms-Laubach (St) (30) und Gräfin Henriette von Degenfeld-Schomburg (St) (23) geboren. - In Mainz beginnt der Musiknotendrucker und Verleger Bernhard Schott (43) Weihergarten 5 mit der Nutzung der im Vorjahr von Alois Senefelder (28) erfundenen Lithographie alias Steindruckverfahren, mit der unbegrenzte Stückzahlen gedruckt werden können. - Der in Solms Braunfels geborene Prinz Friedrich Wilhelm Ernst von Solms Braunfels (St) (29) heiratet die vom englischen Königssohn Herzog Adolph Friedrich von Cambridge (St) (25) während der Verlobung geschwängerte und deshalb wieder entlobten Prinzessin Friederike von Mecklenburg-Strelitz (St) (21) um ihre Ehre zu retten, doch das Kind Prinzessin Sophie von Solms Braunfels (St) sirbt nach einigen Monaten, was ihn in eine tiefe Depression und in den Alkohol treibt. - In Schloss Schönberg übernimmt der Grafensohn Karl Eugen von Erbach Schönberg die Regierung.

1798 In Frankfurt verlässt der finanziell gescheiterte Klosterhofmeistersohn und Dichter Friedrich Hölderlin (28) das Haus Gontard und geht nach Bad Homburg zum Diplomaten und Dichter Isaac von Sinclair (23), wo er ein Jahr bleibt. - In Offenbach wird der Metzler´sche Badetempel alias Lili-Tempel des in Bordeaux geborenen und aus einer nürnberger Patizierfamilie stammenden frankfurter Kolonialwaren-Bankier Friedrich Metzler (49) im Garten des Palais in der Herrnstraße fertiggestellt. Er liegt noch unmittelbar am Mainufer. - In Frankfurt Höchst geht die Höchster Porzellanmanufaktur  nach 50 Jahren in Konkurs. - Im französisch besetzten Mainz wird eine erste deutsch Handelskammer gegründet. - In Frankfurt wird der Klosterhofmeistersohn, Dichter und Hauslehrer Friedrich Hölderlin (28) im ehemaligen Gasthaus Zum weißen Hirsch Kaiserplatz (2016 Hotel Frankfurter Hof) wegen seines Verhältnisses zur Mutter seiner Hausschüler Susette Gontard (29) von deren Ehemann aus dem Haus geworfen. - In Mainz wird während der schweren Wirtschaftskrise durch die französische Stadtbehörde die Handelskammer als Comité de Commerce de la commune de Mayence gegründet, wobei die französische Zollgrenze nach Mainz verlegt wird und deshalb der Transithandel auf die rechte Rheinseite abwandert. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene Freund, Witwer, Jurist, Schriftsteller Johann Georg Schlosser (59) ehemaliger Schwager des in Frankfurt geborenen Dichters Johann Wolfgang Goethe (49) und seine Ehefrau Johanna Fahlmer (54), ehemalige Vertraute und Schwesterersatz von Johann Wolfgang Goethe (49) aus dem eutiner Exil in die französisch besetzte Stadt zurückgerufen und als Syndikus der Stadt angestellt. Die neuen Umstände verkraftet er nicht und stirbt im Folgejahr. - In Mainz ziehen die österreichischen Truppen ab und danach die Franzosen ein. Todesstrafen werden nach französischem Strafrecht mit dem Gleichheitsgedanken nur noch mit der Guillotine vollstreckt. - In Frankfurt übernimmt der in Berlin geborene hugenottische Porzellanmanufakturofenmeistersohn, Lichterzieher und Seifensieder August Friedrich Mouson (30) die Seiffensiederei der Witwe Held Breite Gasse und gründet die Firma Mouson Feinseifen. - In Frankfurt stirbt die Frauenstein Gesellschaft Familie Lauterbach aus. - In Mainz feiert die französische Verwaltung das politisch motivierte Fest des Ackerbaus im zerstörten Lustgarten Favorite.

1797 In Frankfurt wird das jüdische Palais Rothschild Zeil 90 fertiggestellt. - In Mainz wird der in Trier als Sohn von Graf Hugo Kasimir Eduard von Kesselstadt (St) (--) und Kathaina Elisabeth Knebel von Katzenelnbogen (St) (--) geborene mainzer Domkellermeister Franz von Kesselstatt (St) (07) von seinen Aufgaben freigestellt und darf aber kostenfrei im Bischofshof am Höfchen wohnen. Er ist leidenschaftlicher Sammler von niederländischen Malern. - In Mainz wird das Bierhaus der Familie Jungenfeld am Postplätzchen 7 Ecke Vordere Löhrgasse/Obere Löhrgasse vom Bierbrauer Georg Joseph Kauffmann als Bierhaus Zum weißen Turm übernommen. - In Mainz braut Johannes Merckel im Bierhaus zum Hopfengarten in der Weißliliengasse 2 Bier. - In Frankfurt wird das Hotel Englischer Hof Roßmarkt 15 erbaut. - Die in Kirchheim-Bolanden geborene Prinzessin Henriette von Nassau Weilburg (St) (17) heiratet im Exil in Bayreuth den württemberger Herzog Ludwig von Württemberg (St) (41), der gleichzeitig Gouverneur von Ansbach und Bayreuth ist. - In Frankfurt bricht im Schauspielhaus am Rathenauplatz ein Feuer aus, wonach alle Feuerkunststücke verboten werden. - In Frankfurt tritt der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel (27) eine Hauslehrerstelle beim frankfurter Weingroßhändler, Bankier und Gemäldesammler Gogel (--) am Roßmarkt 10 an, die ihm sein Freund, der Dichter Friedrich Hölderlin (27) verschafft hat. - In Frankfurt wird die durch einen Familienerbstreit verarmte deutsche Dichterin Karoline Friederike von Günderrode (17) als Stiftsfräulien in die Cronstetten-Hynspergische Adeligen Damenstift in der Lindenstraße 27 (1933 Geheime Staatspolizei) aufgenommen. - In Offenbach zieht die in Frankfurt geborene Schriftstellerin Bettina von Arnim (12) bei ihrer in Kaufbeuren geborenen Großmutter, der Schriftstellerin und reichen Salonnière Sophie von La Roche (67) ein.

1796 Zwischen Limburg und Diez kommt es im Ersten Koalitionskrieg zwischen Österreichern und Franzosen zur Schlacht bei Limburg. Die sich zurückziehenden Franzosen brennen die diezer Altstadt nieder. - In Frankfurt wird die Stadt beschossen und der Nordteil des Judenviertels zerstört. - In Frankfurt müssen die österreichischen Besatzer kapitulieren. Die Zerstörung im Judenviertel zwingt den Rat der Stadt den Ghettozwang aufzuheben und er erlaubt das Einmieten in christlichen Häusern. - In Frankfurt vermisst man die aufgelöste mainzer Schauspieltruppe im Schauspielhaus von Direktor und Regisseur Büchner am Komödienplatz alias Theaterplatz (2016), die als eine der besten Wanderschauspieltruppen in Deutschland galt. - In Offenbach sind Schaup´s Gasthaus Nassauer Hof von Schaup und Reicherts Gasthaus Zum Hirschen bekannte Adressen in Sachen Prostitution. Viele der Prostiutierten sind jüdische Mädchen. - In Frankfurt sind das Gasthaus mit Ballsaal Rebenstock, in dem es teure Bedienung gibt und Quadrille in Samthandschuhen getanzt wird, die Buchgasse, die Rothe Kreuz Gasse, die Mainzer Gasse, der Bäcker Döning in der Bockenheimergasse, der Mohrengarten auf der Gallengasse (2016 Willy Brandt Platz), Vogel Greif auf der Zeil, der Tanzsaal Schneidwall in der Schneidwallgasse (2016 zwischen Seckbächer Gasse und Neue Mainzer Straße), Frau Zwick und Frau Heinz in der Meisengasse ehedem am Gallenthor, der Weinwirth Söhnlein und der Schuhmacher in der Stelzengasse das Bierhaus Zum letzten Heller am Neuenthor, Zur Stadt Frankfurt, Das Gasthaus Zu den drei fröhlichen Männern, das Gasthaus Zum Löwen und das Gasthaus Zum Adler bekannte Adressen in Sachen Prostitution. - In Frankfurt Sachsenhausen sind der Fischer Schenk in der Rittergasse, der Bendermeister Seyfried auf der Breiten Gasse, der Taglöhner Wolfmüller, der im Herbst Aepfelwein alias Apfelwein auf der Breiten Gasse verkauft, und das Gasthaus Zum schwarzen Bären beliebte und bekannte Adressen in Sachen Prostitution. - In Frankfurt entsteht das zweite verbotene Fortsetzungs-Buch mit Galanteriebriefen aus den letzten drei Jahren Briefe über die Galanterien von Frankfurt am Mayn, ein Sex-Führer, in dem anonyme Tester in Briefen ihre Erfahrungen über die Prostitution und die Hurenwirthe in Frankfurt, Frankfurt Bornheim und Frankfurt Sachsenhausen mitteilen. - In Frankfurt gibt es eine Fähre über den Main am Gutleuthof. - In Frankfurt wird der Klosterhofmeistersohn und Dichter Friedrich Hölderlin (26) Hauslehrer der frankfurter Bankierskinder Gontard im ehemaligen Gasthaus Zum weißen Hirsch Kaiserplatz (2016 Hotel Frankfurter Hof) und verliebt sich in deren Mutter Susette Gontard (27). - In Mainz beendet Graf Karl Eugen von Erbach Schönberg (St) (64) seine Stellung als Festungskommandant.

1795 In Frankfurt verkauft Johann Wolfgang von Goethes (46) Mutter Catharina Elisabeth Goethe (64) alias Catharina Elisabeth Textor das Geburtshaus ihres Sohnes im Großen Hirschgraben 23 nach dem Tod des Vaters und zieht in das Haus Zum goldenen Brunnen Rossmarkt 8 am Heumarkt um. - In Darmstadt eröffnet eine Weinwirtschaft in den Räumlichkeiten des Hauses Bockshaut Kirchstraße 7-9. - In Höchst besiegt der Reichsfeldzeugmeister und Oberbefehlshaber über die österreichische und die Reichsarmee am Mittel- und Niederrhein Graf von Clerfait, Charles Joseph de Croix (62) den französischen General Jean.Baptiste de Jourdan (33), zwingt ihn über den Rhein zurück. Wochen später überwindert er die Mainzer Linien, vertreibt 70000 französische Belagerungssoldaten bis Bingen und Alzey und schließt einen Friedensvertrag. In Frankfurt logiert Graf von Clerfait, Charles Joseph de Croix (62) im Gasthof Zum römischen Kaiser Roßmarkt. - In Frankfurt wird Graf von Clerfait, Charles Joseph de Croix (62) zum Ehrenbürger der Stadt ernannt, wobei im Nationaltheater am Theaterplatz alias Rathenauplatz dessen Theatermitarbeiter und Librettist Johann Jakob Ihlee (33) einen für ihn gedichteten Prolog vorträgt. - In Frankfurt stirbt der in Frankfurt geborenen Stadtphysikussohn, Jurist, Ratsherr und Vergewaltiger Freiherr Johann Erasmus von Senckenberg (St) (78) in seiner Zelle im Dachgeschoss der Hauptwache nach 26 Jahren Haft ohne Gerichtsverhandlung. - In Frankfurt wird die von den Zünften wegen deren Existenzbedrohung abgelehnte Hofwagenfabrik Dick & Kirschten in die Geleitstraße nach Offenbach verlegt, wo es keine Zünfte gibt. - In Mainz wird die zerstörte kurfürstliche Residenz als Militärhospital verwendet. - In Mainz beendet der ehemalige mainzer Dekan der medizinischen Fakultät und Telegrafenentwickler Samuel Thomas von Soemmering (40) seine Arbeit an der Mainzer Universität und zieht nach Frankfurt, wo er im Haus seiner Schwiegereltern in der Saalgasse 122 als Arzt praktiziert. - Hanau hat 12045 Einwohner.

1794 Entlang des Rheins beschwert sich die Reisende Ann Radcliffe, dass bestochene Kutscher ihre Fahrgäste zu falschen Herbergen entführen und sich dabei meistens taub stellen. - In Frankfurt heiratet der Opernkomponist und Orchesterleiter im Nationaltheater Rathenauplatz Friedrich Ludwig Aemilius Kunzen (33) den Opernstar Johanna Margaretha Antonetta Zuccarini (18). Er zieht mit ihr nach Prag, wo er Operndirektor wird. - In Babenhausen heiratet die seit 6 Jahren verbannte Landgrafenmätresse Rosa Dorothea Ritter (35) ihren Aufpasser Johann Georg Kleinhans und kommt dadurch frei. - In Frankfurt wird die aus der Grafschaft Waldeck zugezogenen frankfurter Familie von Leonhardi von Kaiser Franz II von Habsburg Lothringen (St) (26) in den Freiherrnstand erhoben.

1793 In Frankfurt feiert im Luxushotel Zum Schwan Steinweg 12 alias Goetheplatz Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz (St) (17) ihre Verlobung mit dem preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Zollern III  (St) (23). - Die Preußen beschießen Mainz. - Die Stadt Mainz bezeichnet sich als Mainzer Republik. Die Mainzer beschließen den Anschluß an Frankreich. Die Preußen erobern die Stadt Mainz und verfolgen die deutschen Jakobiner alias radikalen katholischen Aufklärer, darunter Felix Anton Blau (17), der misshandelt und enteignet wird. - Der Regensburger Reichstag verbietet alle studentischen Verbindungen. Das Verbort wird aber nur in katholischen habsburgischen Ländern durchgesetzt. - Der in Nassau geborene Freiherr Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein (St) (36) heiratet die Feldmarschallstochter und englische Königsenkelin Wilhelmine Magdalene Friederike von Wallmoden-Gimborn (21). - In Frankfurt bringt der Komponist Friedrich Ludwig Aemilius Kunzen (32) seine Erfolgs-Oper Die Weinlese alias Das Fest der Winzer, oder Wer führt die Braut nach Hause heraus. - In Rüsselsheim überquert Johann Wolfgang von Goethes (44) den Main auf einer Schiffsbrücke. - In Wiesbaden stirbt der in Wiesbaden Biebrich geborene Prinz von Nassau Usingen Graf von Saarbrücken und Saarwerden und Freiherr von Lahr, Wiesbaden und Idstein und preußischer General Johannes Adolf von Nassau Usingen  (St) (53). - Der in Den Haag geborene Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau Weilburg (St) (--) flieht vor den Franzosen aus dem Schloss Kirchheimbolanden nach Bayreuth. - In Mainz wird das Lustschloss Favorite gegenüber der Mainmündung durch die Balagerung und Bombardierung völlig zerstört. Johann Wolfgang von Goethe (43) ist Augenzeuge. In Mainz zieht der mainzer Hofmusikstecher alias Musiknotendrucker und Verleger Bernhard Schott (37) in sein neu erbautes Haus Weihergarten 5. - In Frankfurt stirbt in der Großen Sandgasse die in Mainz geborene Salonierentochter und Kaufmannsfrau Maximiliane von Brentano (37) alias Maximiliane von La Roche bei der Geburt ihres 12. Kindes. - Fürstensohn und Erbprinz Friedrich Karl Heinrich Ludwig von Leiningen (St) wird geboren. - In Frankfurt treffen die hübschen Prinzessinnen Luise von Mecklenburg Strelitz (St) (17) und Friederike von Mecklenburg Strelitz (St) (15) zufällig im Theater den preußischen König Friedrich Wilhelm II von Zollern Preußen (St) (21), der sie mit seinen beiden ältesten Söhnen Kronprinz Friedrich Wilhelm von Zollern Preußen (St) (23) und Prinz Friedrich Ludwig von Zollern Preußen (St) (20) in Darmstadt verlobt und an Weihnachten in Berlin verheiratet. - In Mainz ist der in Polen geborene Naturforschersohn, evangelischreformierte Pastorensohn, Reiseschriftsteller und Revolutionär Georg Forster (39) Mitbegründer der Mainzer Republik und Redakteur der Zeitung Die neue Mainzer Zeitung und Der Volksfreund. Georg Forster (39) freut sich über die Pressefreiheit, die allerdings nicht lange währt. Er wird als Abgeordneter des Nationaslkonvents des ersten demokratischen Parlaments in Deutschland nach Paris entsandt. - In Mainz wird der in Würzburg geborene Komponist Johann Sterkel (43) Nachfolger des in Bologna geborenen Komponisten und Tenor Opernsänger Vincenzo Righini (37) als kurfürstlicher Orchesterleiter und Hofkapellmeister, den Mozart als großen Dieb verachtet. - Frankfurt wird der Arzt Detmar Wilhelm Soemmering als Sohn von Telegrafenentwickler Samuel Thomas von Soemmering (38) und der Malerin und Kupferstecherin Margarethe Elisabeth Soemmering geboren.

1792 In Frankfurt findet letztmals eine Kaiserkrönung statt. - In Offenbach wird der jüdische Lederwarenfabrikant Eduard Hirsch Posen geboren. - Der in Frankfurt geborene Major und königlichpreußische Kammerherr Friedrich Wilhelm von Malapert genannnt von Neufville (37) wird in den Reichsfreiherrenstand erhoben. - In Frankfurt wird der in Regensburg gewählte, in Florenz geborene Großherzogssohn Franz II von Habsburg Toskana Österreich (St) (24) von seinem Onkel, dem in Wien geborene kölner Kurfürst und Erzbischof und letzten Erzbischof, der gleichzeitig weltlicher Herrscher alias Hochmeister des Deutschen Ordens ist, Maximilian Franz von Habsburg Lothringen Österreich (St) (36) zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. - In Frankfurt wird der verhaftete vogelfreie ehemalige dotzheimer Gastwirt vom Gasthaus Zum Engel, Bäcker, Gemeinderechner und fürstlichen Steuererheber Heinrich Anton Leichtweiß (70) an Wiesbaden ausgeliefert, wo er in der Haft nach einem Jahr stirbt. - In Offenbach kauft der in Bordeaux geborene und aus einer nürnberger Patizierfamilie stammende frankfurter Kolonialwaren-Bankiers Friedrich Metzler (43) das Anwesen des Tabakfabrikanten Peter Bernard in der Herrnstraße. - Mainz wird von Preußen und Hessen bedroht. - In Mainz wird die Rheinallee mit zweireihig gepflanzten Linden von den Franzosen verwüstet. - In Frankfurt erhält das Comoedienhaus Rathenauplatz als Frankfurter Nationalbühne ein eigenes Orchester mit einem eigenen aus Lübeck stammenden Orchesterleiter Friedrich Ludwig Aemilius Kunzen (31) mit Wurzeln aus der Mannheimer Hofkapelle. - In Mainz flieht der mainzer Erzbischof und Kurfürst Friedrich Karl Joseph von Erthal (St) (73) aus der Stadt. Mainz wird von der französischen Revolutionsarmee besetzt. - In Kirchheimbolanden wird der nassauer Erbprinz Wilhelm Georg August Belgicus (St) geboren. - In Mainz wird das französische Departement Donnersberg alias Mont-Tonnerre mit Mainz als Hauptstadt gebildet. Es umfasst das Gebiet Mainz, Bingen, Kaiserslautern, Zweibrücken, Germersheim Speyer Worms. In Bingen schließt sich am gegenüberliegenden Naheufer das Departement Du Rhin et Moselle an. - Der in Hohensolms geborene Graf Carl Christian von Solms Hohensolms Lich (St) (67) wird vom neuen Kaiser Franz II von Habsburg Toskana Österreich (St) (24) in den Fürstenstand erhoben. - In Mainz sind das Brauhaus Zu den drei Löwen und das Bierhaus Zum goldenen Löwen in der Bocksgasse 29. - In Frankfurt trägt der in Pappenheim geborene Grafensohn Karl Theodor von Pappenheim (St) (21) das kaiserliche Schwert während der Krönung. - In Mainz hat der Hafen einen Güterumschlag von 34000 Tonnen. - In Frankfurt wird das Freimaurerlogenleben u.a. der Freimaurerloge Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main eingestellt. - In Mainz eröffnet der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm III von Zollern Preußen (St) (22) einen Hofball mit der Kaiserin Maria Theresa von Neapel-Sizilien (St) (20). Im Lustgarten Favorite gegenüber der Mainmündung wird für den Krieg entschieden. - In Mainz verwarnt der in Mainz geborene mainzer Domdechant und Statthalter Freiherr Georg Karl von Fechenbach (St) (43) die Mainzer Lesegesellschaft im Kaffehaus Schröder vor freiheitlichen Ideen. Zwei Wochen später übernimmt General Adam-Philippe de Custine (52) die Garnisonsstadt Mainz kampflos und das Mainzer Nationaltheater spielt unter Direktor Koch zwei Wochen lang für ihn und die französischen Offiziere u.a. das Stück Rudolph von Creki, wobei zwischen den Akten immer das französische Lied Ca ira gespielt wird. Die Klubisten um Georg Forster (38) wüten in der kurfürstlichen Residenz und schlagen dort im Akademiesaal ihr Lager auf. Georg Forster (38) verfasst innerhalb weniger Tage ein Propagandastück für das Mainzer Nationaltheater, das der monarchistisch eingestellte Direktor Koch um keinen Preis aufführen will und die Erstellung der Rollenbücher deshalb so lange verzögert, bis die Theatergruppe Koch nach einigen Wochen wegen der Unruhen abreist. - In Mainz gibt es eine Mainzer Nationalzeitung. - In Mainz veranstaltet 5 Tage nach der Kaiserkrönung in Frankfurt der mainzer Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal (St) (73) für Kaiser Maximilian Franz von Habsburg Lothringen Österreich (St) (36) einen dreitägigen Fürstentag, bei dem ein gegenrevolutionäres Manifest zur Wiederherstellung der Monarchie in Frankreich beschlossen wird, das in der Buchdruckerei gedruckt wird. Zur Ankunft werden alle Glocken geläutet und 300 Kanonen schießen Salut. Die Feierlichkeiten in der Favorite am zweiten Tag fallen wegen schlechten Wetters aus und am dritten Tag wegen Windes auch die Feuershow auf den Kirchtürmen von Hochheim, Kostheim und Kastel. Dafür passieren neun Jachten mit 20 Nachen mit tausenden Windlichtern in halben Schoppengläsern mit türkischer Musik und unaufhörlichem Salut von der Mainspitze. Die Logierpreise schießen in die Höhe, da rund 10000 Fremde, viele Adelige aber hauptsächlich Minister und Gesandte und ihr Anhang in der Stadt sind. - In Kirchheimbolanden marschieren wenige Wochen nach der Geburt des nassauischen Erbprinzen Wilhelm von Nassau Weilburg (St) französische Revolutionstruppen ein und beenden die nassauische Herrschaft. - In Mainz veranstaltet vor der Kaiserkrönung der mainzer Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal (St) (73) für den französischen Königsbruder Prinz Charles X Philippe von Artois (St) (35) alias Graf von Artois und den in Paris geborenen hessenrotenburger Landgräfinnensohn und Pair von Frankfreich Louis V Joseph de Condé (St) (56) prachtvolle Feste und Hofbälle im Lustgarten Favorite. - In Mainz heiratet der Telegrafenentwickler Samuel Thomas von Soemmering (37) die frankfurter Malerin und Kupferstecherin Margarethe Elisabeth Grunelius (35).

1791 Der in Darmstadt geborene Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (42) schwängert die in Heilbronn verheiratete Luise Pfahler, geborene Weiss. - In Wiesbaden wird wieder öffentlich katholischer Gottesdienst gehalten. - Der in Birstein geborene Fürst Wolfgang Ernst II von Isenburg Büdingen (St) (56) erklärt seinen Sohn Erbprinz Carl I Friedrich Ludwig Moritz von Isenburg Birstein (St) (22) in der Zeitung Montägige Frankfurter kaiserliche Reichs-Ober-Post-Zeitung für zahlungsunfähig und warnt vor Geschäften mit ihm. - In Wiesbaden wird der vogelfreie ehemalige dotzheimer Gastwirt vom Gasthaus Zum Engel, Bäcker, Gemeinderechner und fürstliche Steuererheber Heinrich Anton Leichtweiß (68) in seinem Versteck Leichtweißhöhle im Nerotal entdeckt, weshalb er ins Fürstentum Hessen Kassel flieht aber in Frankfurt Bergen aufgegriffen und wegen Bagatellen in Haft gehalten wird. - In Mainz beschreibt der Reisende Stolberg die Stadt. - In Frankfurt lässt der Hotelier Jacob Fay den Gasthof Zum Schwan Steinweg 12 alias Goetheplatz und die beiden angrenzenden Gebäude abreißen und erbaut darauf ein Luxushotel mit 150 Betten im klassizistischen Stil, das größte der Stadt. - In Mainz leben die meisten Bauern vom Weinbau. - In Mainz wird bei Theaterstücken der Adel versteckt verspottet, was das Publikum zu Beifallsbekundigungen animiert. Anwesende Aristokraten fühlen sich düpiert. Während der Sommermonate sind die Promenaden menschenleer, da der mainzer Erzbischof sich in Aschaffenburg aufhält und der gesamte Adel ihm dorthin folgt. Der begüterte Adel zieht sich auch auf seine Güter zurück. Auch der wohlhabende Mittelstand hält sich auf dem Land auf oder besucht Bader und Quellen. Erst nach dem Herbst kehrt das Leben in die Stadt zurück und es finden wieder Konzerte und Bölle statt. Das Theater eröffnet wieder und der italienische Kapellmeister Rhigini glänzt Wie der Konzertmeister Kreuzer mit eigenen Kompositionen. Abbe Sterkel spielt hervorragend Klavier und der Orchesterdirigent Ernst Schick ist ein ausgezeichneter Violinespieler. Der Zugang zu den Konzerten steht jedem Fremden offen. Die Gesellschaft dabei ist ehrbar aber ungeniert, was bedeutet, dass man auch in Stiefeln und Überröcken geduldet wird. Nur Damen erscheinen in ihrem völligen Puzze. Am kurfürstlichen Hof wird dienstags abends eine Musicalische Akademie gegeben. Mit Neujahr fangen die Bälle im Konzertsaal an, wo man mit und ohne Maske erscheinen kann. Das Mainzer Theater ist das Lieblingsvergnügen der Mainzer. Die Mainzer Theatergruppe spielt nicht mehr abwechselnd in Frankfurt und in Mainz, sondern nur noch in Mainz, da Frankfurt eine eigene stehende Bühne errichtet hat. Ritterhauptmann Freiherr Karl Theodor von Dalberg (46) ist Direktor und Siegfried Gotthilf Eckhard genannt Koch ist Regisseur. Das Mainzer Theater im kurfürstlichen Marstall auf der Großen Bleiche gehört zu den besten Deutschlands. Koch brilliert als Vater in Kind der Liebe, als General im August von Kotzebue (30) Rührstück Menschenhass und Reue und als John in Fallstaff. - In Mainz heiratet die Fagottistentochter und kurfürstliche Kammersängerin Margarete Luise Hamel (18) den ersten Geiger der kurmainzer Kapelle Ernst Johann Christoph Schick (35). - In Mainz verfasst die Arzttochter und Schriftstellerin Marianne Sophie Weikard (21) ihre Werke Der gereiste Bräutigam nach Molière, Das nächtliche Rendezvous, Der Vergleich und das Lustspiel in zwei Aufzügen Die seltene Beständigkeit nach August von Kotzebue (30). - In Mainz gibt es eine Lesegesellschaft. Im Kaffeehaus Schröder, in dem geistig strebende Männer verkehren, liegen offen die Zeitschriften herum. Der Schutzjude Ingelheim betreibt eine öffentliche Leihbibliothek, in der nur kurfürstlich zensierte Bücher ausgeliehen werden können. Im Kaffeehaus Schröder werden während der Fastnacht Vauxhalls für die Bevölkerung alias Gartenunterhaltungsspiele abgehalten. Der Sonnengarten vor dem Münstertor stellt bei schlechtem Wetter kostenlose Kutschen zur Verfügung.

1790 Wiesbaden hat 2200 Einwohner. - In Frankfurt sorgt der in Bordeaux geborene und aus einer nürnberger Patizierfamilie stammende frankfurter Kolonialwaren-Bankier Friedrich Metzler (21) mit seiner Idee Zettelbank alias Banknoten für Aufsehen, wofür aber niemand Verständnis zeigt. - In Mainz findet der Mainzer Knotenaufstand statt. - Die in Hanau geborene Prinzessin Marie von Hessen Kassel (St) (23) heiratet ihren Cousin König Friedrich VI von Dänemark (St) (22). - In Mainz ist das Bierhaus Zum grünen Wald im Kirschgarten 22 und das Bierhaus Zum halben Mond in der großen Bleiche 44. - In Frankfurt wird der in Wien geborene toskanische Großherzog Leopold von Habsburg Österreich (St) (43) zum Kaiser gekrönt. - In Offenbach besucht Wolfgang Amadeus Mozart (34) seinen Musikverleger Johann André (63) im Andréschen Haus Herrnstraße 54. - In Frankfurt speist Wolfgang Amadeus Mozart (34) beim in Verona geborenen reichsten frankfurter Geschäftsmann, Seidenhändler und kurpfälzischen Franz Maria Schweitzer (65) im neuerbauten Palais Schweitzer (2016 Telekomshop Zeil 106) auf der Zeil. Der riesige private Musiksaal beeinduckt ihn. - In Frankfurt logiert Wolfgang Amadeus Mozart (34) im traditionellen Gasthaus Zu den drei Rindern Ecke Dreikönigstraße/Brückenstraße, während er zur Kaiserkrönung von Großherzog Leopold von Habsburg Österreich (St) (43) ein Konzert gibt, bei dem die in Mainz geborene mainzer Sopranopernsängerin Margarete Luise Hamel (17) auftritt. - In Mainz startet der in Polen geborene Naturforschersohn, evangelischreformierte Pastorensohn, Reiseschriftsteller und Revolutionär Georg Forster (36) mit dem preußischen Kronprinzenkammerherrensohn Alexander von Humboldt (21) eine Wanderung durchs Rheinland. - Der in Mainz geborene Korkschnitzer Carl May (37) ist Hofkonditor von Freiherr Karl Theodor von Dalberg (46) in Aschaffenburg. - In Frankfurt löst der mainzer Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal (St) (71) den Dominikanerkonvent auf und wandelte ihn in die weltgeistliche Vereinigung  Congregatio ad Sanctum Fridericum um. - In Mainz bricht ein Handwerkeraufstand auf der vom hessischen Landgrafen niedergeschlagen wird. - In Mainz wird die mit einem französischen Baron verheiratete kurfürstlichmainzer Mätresse Baronin Sophie von Coudenhofen alias Grafentochter Sophie von Hatzfeld (St) (43) des mainzer Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal (St) (67) von Kaiser Leopold II von Habsburg (St) (43) in den Grafenstand erhoben. - In Frankfurt spielt außer dem Mainzer Nationaltheater während der Wahl und Krönung in dazu neu erbauten bretternen Häusern eine französische Theatergruppe und die vereinigte Böhm- und Koberweinsche Gesellschaft unter Simon Friedrich Koberwein (57). Die Theatergruppe des Mainzer Theater zieht im großen frankfurter Stadt Schauspielhaus am meisten Menschen an. Opern und Singspiele werden angeboten. Viele Besucher müssen abgewiesen werden. Die Eintrittspreise sind einen halben französischen Thaler teurer als die französische Theatergruppe. Das mit einem Preis ausgezeichnete beliebteste und oft wiederholte Singstück ist König Axur mit Salieri Musik und Beaumarchais Tarare von Theaterdichter Dr Schmieder bearbeitet. Nach der Krönung gibt Wolfgang Amadeus Mozart (34) auch in Mainz ein Konzert im Akademiesaal des mainzer Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal (St) (71) ein Konzert. - In Frankfurt wird am Vorabend des Einzugs Kaiser Leopold II von Habsburg (St) (43) wird im Schauspielhaus ein Maskenball mit 1300 Masken abgehalten. - Der in Schloss Schaumburg an der Lahn geborene Prinz Victor Amadeus von Anhalt Bernburg (St) (46) verheiratet mit Prinzessin Magdalena von Solms Braunfels (St) (48) stirbt als russischer General und kommandant des Leibkürassierregiments seiner Verwandten Zarin Katharina II von Anhalt (St) (61) kinderlos in Finnland im Russisch-Schwedischen Krieg.

1789 In Wiesbaden wird der vogelfreie ehemalige dotzheimer Gastwirt vom Gasthaus Zum Engel, Bäcker, Gemeinderechner und fürstliche Steuererheber Heinrich Anton Leichtweiß (66) aus dem Gefängnis am Michelsberg entlassen. Er versteckt sich mittellos in der Leichtweißhöhle im Nerotal. - In Mainz beschreibt der Reisende Lang das neue Gasthaus Mainzerhof am Karmeliterplatz mit einer schönen Fasade, zahlreicher Tafel und guten und niedlichen Speisen. - In Frankfurt führt das Theater Comoedienhaus Rathenauplatz die Mozart (33) Oper Don Giovanni mit Schauspielern einer Wandertruppe auf. - In Frankfurt wird die Börse im palastartigen Haus Braunfels (2016 Neue Kräme 31 und Liebfrauenberg 33) eröffnet. - In Mainz wird im Mainzer Nationaltheater unter sehr vielen anderen die Operette Reinold von Renaud d`Ast und das Lustspiel Der alte böse General von Kretschmann aufgefführt.

1788 Der hessendarmstädter Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (39) heiratet morganatisch die heilbronner Kaufmannstochter Friederike Schmidt (37), die dafür zur Freifrau von Hessenheim erhoben wird. Sie wird vom Landadel als Pfefferkrämerstochter gehänselt, wogegen ihr Ehemann aber alle ihre Geburtstage mit Janitscharenmusik, Festbeleuchtung groß feiern lassen wird. - Der viertälteste hessendarmstädter Prinz Friedrich von Hessen Darmstadt (St) (29) heiratet morganatisch Karoline Luise Salome Seitz alias Frau von Friedrich (20). - In Wiesbaden wird der dotzheimer Gastwirt vom Gasthaus Zum Engel, Bäcker, Gemeinderechner und fürstlicher Steuererheber Heinrich Anton Leichtweiß (65) wegen eines angeblichen Einbruchs verhaftet und nebenbei der Wilderei bezichtigt. Das fürstliche Hofgericht verurteilt ihn zu einem Jahr Haft im Gefängnis am Michelsberg und Prager und erklärt ihn danach für vogelfrei. - In Frankfurt führt das Theater Comoedienhaus Rathenauplatz die Mozart (32) Oper Figaros Hochzeit mit Schauspielern einer Wandertruppe auf. - In Offenbach Rumpenheim hat das rumpenheimer Schloss von Prinz Friedrich III von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (41) und Ehefrau Fürstentochter Prinzessin Karoline Polyxene von Nassau Usingen (St) (26) einen englischen Landschaftspark. - In Mainz lobt der amerikanische Diplomat, der auch eigene Sklaven besitzt, und spätere amerikanische Präsident Thomas Jefferson (45) die mainzer Delikatesse Mainzer Schinken. - In Friedrichsdorf übernimmt der Bäcker Christoph Stemler, der auf holländischen Schiffen Zwieback kennengelernt hat, die Bäckerei seines Bruders Reinhold Stemler und beginnt erfolgreich Zwieback zu produzieren. - In Mainz nimmt sich die zweifache Mutter Therese Heyne (24) alias Therese Forster zum zweiten Mal einen Liebhaber, weshalb der seit drei Jahren verheiratete Reiseschriftsteller und mainzer Universitätsoberbibliothekar Georg Forster (34) eine Ehe zu dritt vorschlägt, was Therese Heyne (24) aber ablehnt, woraufhin er sie verlässt. - In Kirchheimbolanden stirbt der nassauweilburger Fürst Karl Christian von Nassau Weilburg (St) (53). Der nassauweilburgische Regierungs- und Kammerpräsident Freiherr Friedrich Ludwig von Botzheim (58) legt sein Amt nieder und zieht nach Wiesbaden. Der pfälzische Oberhofmeistersohn und Jurist Hans Christoph Ernst von Gagern (22) wird sein Nachfolger. - In Babenhausen wird die in der Schweiz geborene hessenkasseler Landgrafenmätresse Rosa Dorothea Ritter (29) geadelte Freifrau von Lindenthal nach ihrem 8. Kind wegen des Verdachts der Untreue im Schloss eingesperrt. Neue Mätresse wird die Generalstochter Karoline von Schlotheim (22), die gegen ihren Willen entführt wird, nach Hause flieht und von ihren Eltern an den hessenkasseler Landgraf Wilhelm von Hessen Kassel (St) (48) ausgeliefert wird, der sie dafür zur Gräfin Karoline von Hessenstein erhebt. Ihre Söhne werden Kammerherren - In Mainz debutiert der neue Mainz-Frankfurter Nationaltheater Direktor Siegfried Gotthilf Eckhard genannt Koch als Marquis von Posa in der mainzer Erstaufführung von Friedrich Schillers (29) Don Carlos. - In Mainz werden über den Sommer nur wenige Theatervorstellungen gegeben. Die neue Saison zum Winterbeginn wird mit der Operette Die Liebe unter den Handwerksleuten eröffnet. Danach folgt das Stück Otto von Wittelsbach des in Koblenz Ehrenbreitstein geborenen Schriftsteller Joseph Marius von Babo (32) in der Siegfried Gotthilf Eckhard genannt Koch in der Titelrolle auftaucht. Freiherr Friedrich Karl von Dalberg (St) (37) übernimmt die Oberleitung des neu gegründeten Mainzer Nationaltheaters, wo die hohe Gallerie 12 Kreuzer, die mittlere Gallerie 24 Kreuzer, das Parterre 36 Kreuzer, die Gallerie 1 Gulden und die Logen 4 Gulden kostet. den kurfürstlichen Soldaten, die mit ihren Damen auf dem Parterre sitzen wird das Eintrittsgeld direkt von ihrem Gehalt abgezogen. Das gebildete Publikum setzt sich hauptsächlich aus Hochschulstudenten zusammen. Der mainzer Erzbischof und Kurfürst Friedrich Karl Joseph von Erthal (St) (69) schickt seine Hofsängerinnen zum Mainzer Nationaltheater. Der deutsche Dramatiker August Wilhelm Iffland (29) ist von der Qualität des Mainzer Nationaltheaters völlig verzückt. - Der in Mannheim geborene Freiherr Karl Theodor von Dalberg (St) (22) wird in der mainzer Sommerresidenz Aschaffenburg zum Bischof geweiht. - In Mainz wird der Komponist Vincenzo Righini (32) kurfürstlicher Orchesterleiter und Hofkapellmeister. - In Mainz eröffnet Konzertmeister Kreusser mit dem Lustspiel Die offene Fehde das kurfürstliche Theater Mainzer Nationalbühne, das ein Kritiker als ohne poetischen Wert, ohne alle Freiheit der Gedanken, des Ausdrucks und der Anwendung verreisst, aber die Musik unseren Kreussers als reinste Harmonie und erhabenster Gedanken lobt.

1787 In Frankfurt wird der Kunsthistoriker Johann David Passavant geboren. - In Wiesbaden Biebrich wird der Titular-Landgrafensohn Wilhelm von Hessen Kassel Rumpenheim (St) geboren. - Die in Lich Laubach geborene Gouvernantentochter Prinzessin Christiane Luise von Solms Laubach (St) (33) heiratet Prinz Friedrich Karl Ludwig von Hohenloge Kirchberg (St) (--). - In Mainz ist das Bierhaus Zum Einhorn an der Ecke Karmeliterstraße 12/Einhorngäßchen. - In Frankfurt erhält die Schokoladenfabrik Chocoladenfabrik Giorgi in der Bleidenstraße 5 ein besonderes Privilegium vom in Mainz geborenen mainzer Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal (St) (68). - In Offenbach pflegt die Salonnière Sophie von La Roche (57) Domstraße 21 regen Briefverkehr mit ihrer Freundin Gräfin Elise von Solms Laubach (St) (--). - In Kirchheimbolanden stirbt die niederländische Erbstatthaltertochter und nassauweilburger Fürstin Karoline von Oranien Nassau Diez (St) (44).

1786 In Wiesbaden Biebrich heiratet Prinz Friedrich III von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (39) die Fürstentochter Prinzessin Karoline Polyxene von Nassau Usingen (St) (24) und zieht mit ihr in das Herrenhaus Rumpenheim in Offenbach. - In Offenbach lebt sich die in Kaufbeuren geborene Schriftstellerin und Salonnière Sophie von La Roche (56) in ihrem neu erbauten und durch ihren Schwiegersohn Peter Anton Brentano (--) finanzierten Haus Grillenhütte (2016 Stelle der Hans Mettel Plastik der Sitzende am Rande des Büsingparks) in der Domstraße 23 ein. Ihre Nachbarn Domstraße 21 sind die Musikverlegerfamilien André. Die Familien pflegen einen freundschaftlichen Ton. Der kurmainzer Hofrat Georg Michael Frank La Roche (--) wird bei einem Überfall während des Einzugs verletzt. - In Offenbach unterhalten die Häuser Schnupftabakfabrikant Bernard und d´Orville eine Theatergesellschaft und veranstalten zwanglose Assembleen und Konzerte. - In Frankfurt tritt der Schauspieler Koberwein auf, was Catharina Elisabeth Goethe (55) in einem Brief mitteilt. - In Mainz dient der Schrödersaal im (Hof zum Gutenberg) zu Bällen, geselligen Vergnügungen und Concerten im adeligen Gesellschaftshaus.

1785 In Frankfurt steigt der französische Ballonfahrer Jean-Pierre Blanchard (32) mit einem Gasballon von der Bornheimer Heide als Attraktion der Herbstmesse auf und landet in Weilburg. - In Darmstadt hat Erprinz Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (33) verschieden Gasballons von 1 - 10 Schuh aus Paris am darmstädter Hof. In Frankfurt Bornheim lässt Jean-Pierre Blanchard (32) den begeisterten Erprinz Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (33) trotz seines geäußerten Wunsches nicht mitfahren. - Der in Kassel geborene Graf von Hanau und hessenkasseler Landgrafensohn Wilhelm von Hessel Kassel (St) (42) wird hessenkasseler Landgraf. - In Rüsselsheim gibt es eine industrielle Hasenhaarschneiderei. - In Mainz schließt sich der in Mainz geborene ehemalige kurmainzer lohrer Oberamtmannssohn und mainzer Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal (St) (66) dem fast ausschließlich protestantischen preußischen Fürstenbund gegen den verhaßten und unpopulären zweifachen Witwer und in Wien geborenen habsburger römischen deutschen Kaiser Joseph II von Lothringen Habsburg Österreich. (St) (44) an. - In Mainz ist der Bierbrauer Hünleinn Betreiber des Brauhauses und Gasthauses Zum Silberberg am Markt 31. - In Frankfurt bringt die frankfurter Kaufmannsehefrau und Salonierentochter Maximiliane von Brentano (29) alias Maximiliane von La Roche die deutsche Schriftstellerin der Romantik Catharina Elisabetha Ludovica Magdalena von Brentano als siebtes Kind zur Welt. - In Frankfurt bricht im Arbeitszimmer des Theaterdirektors Großmanns im Frankfurter Theater am Rathenauplatz ein Feuer aus. - In Frankfurt pachtet der frankfurter Kaufmann und Bankier Johann Jakob von Willemer (25) die Gerbermühle und baut sie zu einem Sommersitz um.

1784 Wetter: Hochwasserkatastrophe in Frankfurt. - In Wiesbaden erreicht die Wochenzeitung Wiesbadener Wochenblatt eine Auflage von 113 Stück. - In Frankfurt wird der Viehmarkt aus der Zeil verbannt. - In Frankfurt wird im Frankfurter Nationaltheater an der Nordseite des Theaterplatzes alias Rathenauplatz das Friedrich Schiller Schauspiel Kabale und Liebe uraufgeführt. - In Frankfurt bewohnen der jüdische Bankier Mayer Amschel Rothschild (40) und seine Ehefrau Gutle Schnapper (31) das Haus Judengasse 148 (2016 Platz auf der Toreinfahrt zwischen Kurt-Schumacher-Straße 37 und Kurt-Schumacher-Straße 41). - In Frankfurt führt das Theater Comoedienhaus Rathenauplatz die Mozart (28) Oper Die Entführung aus dem Serail mit Schauspielern einer Wandertruppe auf. - In Frankfurt wohnt im Gasthof Zum Schwarzen Bock am Schillerplatz an der Hauptwache 7 der Dichter Friedrich Schiller (25) zur Uraufführung seines Dramas Kabale und Liebe. - Mit dem Tod seines in Wetzlar geborenen Großvaters Graf Christian August von Solms Laubach  (St) (70) wird der in Lich Laubach geborene Grafensohn und Erbgraf Friedrich von Solms Laubach (St) (15) Graf von Solms Laubach. - In Darmstadt übernachtet der Dichter Friedrich Schiller (25) in der Gaststätte Zur Sonne in der Marktgasse. Er liest im Darmstädter Schloss den ersten Aufzug von Don Karlos.

1783 Die mit ihrem Cousin verheiratete hessendarmstädter Prinzessin Luise von Hessen Darmstadt (St) (16) richtet im Fürstenlager Auerbach, einer Parklandschaft mit exotischen Bäumen, 800 Meter südlich von Burg Auerbach, ihre Sommerresidenz ein. - In Frankfurt wird mit der Stadtbefestigung auch das Frauengefängnis Katharinenturm an der Katharinenpforte abgerissen. - Der Nassauische Erbverein Nassauischer Erbverein wird in Bad Ems unterzeichnet. Der nassauweilburger Fürst Karl Christian von Nassau Weilburg (St) (48) unterschreibt den Nassauischen