Chronik

Frankfurt - Wiesbaden - Mainz

 

     
 

Autor: Werner Mohr

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Chronik Frankfurt, Mainz, Wiesbaden, Offenbach, Darmstadt, Friedberg, Hanau, Bad Homburg mit soziokulturellen Hintergründen.

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1945 Der ehemalige jüdische aber ausgetretene frankfurter Oberbürgermeister Ludwig Landmann (66) stirbt in seinem niederländischen Versteck an Unterernährung. - In Wiesbaden lässt der Leiter des Lebensbornheimes Taunus Idsteiner Straße 111 alle Kinder nach Ansbach in die Heime Franken I und II und danach in das Heim Hochland in Steinhörig evakuieren. Seit 1939 sind rund 500 Kinder geboren worden. - In Wiesbaden ist das SS und Polizeigericht im Nerotal 34. - In Darmstadt wird SS Unterscharführer Erich Steuben mit militärischen Ehren begraben. - In Frankfurt richten die Amerikaner eine Fernsehsendeanlage ein. - In Frankfurt sprengt erfolglos die Wehrmacht die Neue Alte Brücke um die Allierten aufzuhalten. - Der Korvettenkapitän Fürst Karl von Leiningen Dagsburg Hartenburg (St) (47) kommt in ein russisches Kriegsgefangenenlager, wo er innerhalb eines Jahres verhungert. - In Wiesbaden flüchten der Regierungspräsident und der in Westpreußen geborene wiesbadener Oberbürgermeister Felix Piekarski (55) nach Osten. - In Wiesbaden werden Zerstörungsbefehle nicht ausgeführt. - In Wiesbaden wird der Straßenbahnverkehr eingestellt. - In Mainz wird Bischofsheim, die Neustadt und Weisenau bombardiert. - Der in Frankfurt geborene Kernchemiker Otto Hahn (66) erhält den Nobelpreis für Chemie des Jahres 1944. - Offenbach hat 12 Juden. - In Weilmünster enden in der Heil- und Pflegeanstalt Weilmünster die T4 Morde und Verschickungen in Tötungsanstalten nach rund 6000 Fällen. - Der homosexuelle, kaltgestellte SA General, NSDAP Mitglied mit der Ehren Mitgliedsnummer 24 und viertgeborene deutsche Kaisersohn August Wilhelm von Zollern Preußen (St) (58) alias Auwi flieht mit seiner Schwägerin, Kronprinzessin Cecilie von Mecklenburg (St) (59) zu seiner Tante Margarete von Hessen (St) (73) ins amerikanisch befreite Kronberg. Er wird jahrelang interniert und bleibt ein treuer Nationalsozialist (+1949). - In Gießen Frohnausen stirbt der in Kopenhagen geborene Komponist und Landgraf Alexander Friedrich von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (82), wodurch das hanaukesselstädter Schloss Philippsruhe verweist. - In Frankfurt eröffnet das unbeschädigte Hotel Monopol Metropol am Südausgang des Frankfurter Hauptbahnhofs, Mannheimer Straße 11-13 als erstes Hotel der Stadt wieder. - In Wiesbaden wird das Kurhaus und Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser Friedrich Platz Südseite zerstört und nicht wieder aufgebaut. - Der in Wiesbaden aufgewachsene strengprotestantische Studienrat und Stabsoffizier Hermann Kaiser (60) und der in Ziegenhain geborene Jurist und Rechtswissenschaftler Hans John (34) wird in Berlin als Verschwörer hingerichtet. - Der bopparder KPD Funktionär, langjährige NS Häftling und Zwangssoldat an der Ostfront Rudolf Steinwand (39) läuft zur Roten Armee über, engagiert sich in der Sowjetischen Besatzungszone und steigt in der SED in die DDR Führungsriege auf. - In Wiesbaden werden in der Kaserne an der Schiersteiner Straße (2016 Europaviertel) mindestenes 10 Deserteure an der Garagenanlage standrechtlich erschossen. - In Wiesbaden werden im Wald unterhalb des Berges Hohe Wurzel 16 ausländische Kalle-Zwangsarbeiter als Widerständler hingerichtet. - In Wiesbaden Kloppenheim werden polnische Zwangsarbeiter an der Friedhofsmauer hingerichtet. - In Frankfurt gibt es 160 Juden. - In Frankfurt fliehen der in Frankfurt geborene NSDAP Regierungspräsident des Regierungsbezirks Wiesbaden Otto Schwebe (42) und der NSDAP Reichsstatthalter des Volksstaates Hessen Jakob Sprenger (51) 3 Tage vor der Besetzung durch die Amerikaner. - In Wiesbaden wird der in Westpreußen geborene Standartenführer, SS Führer Oberabschnitt Rhein und wiesbadener Oberbürgermeister Erich Mix (42) abgesetzt (1954 erneut wiesbadener Oberbürgermeister und FDP Landtagsmitglied). - In Kronberg werden auf Schloss Friedrichshof die hessischen Kronjuwelen eingemauert, aber gefunden und verkauft. - In Eltville Eichberg sind im oder durch die Landesheilanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4 weitergeleitet 4600 Menschen durch Euthanasie ermordet worden, dazu 450 Kinder in der Kinderfachabteilung. - In Wiesbaden werden Halbjuden aus Mischehen ins KZ Theresienstadt verschleppt. - In Birstein wird Prinzessin Elisabeth Christiane von Isenburg (St) geboren. - Prinzessin Elisabeth Helene Prinzessin von Isenburg (St) (69), Ehefrau des in Darmstadt geborenen SA Standartenführer der Obersten SA Führung NS Professor für Sippenforschung und Familienforschung Prinz Wilhelm Karl Prinz von Isenburg Büdingen (St) (42) organisiert als Präsidentin der rechtsradikalen Organisation Stille Hilfe die Flucht von NS-Verbrechern nach Südamerika. - In Wiesbaden zieht die amerikanische Standortkommandant in das verlassene SS und Gestapo Hauptquartier Villa Söhnlein-Pabst mit den Gebäuden Paulinenstraße 7-11, das deshalb den Spitznamen Weißes Haus erhält, ein. - Die in Mainz geborene wiebadener Sektfabrikantentochter Anna Elisabeth Henkell alias Anneliese von Ribbentrop  (49) flieht ins Rheinland, veröffentlich später die Aufzeichnungen ihres Mannes und bleibt rechtsextrem. - In Marburg an der Lahn stirbt die unverheiratete Grafentochter Gräfin Adelheid von Solms Laubach (St) (70). Ihre unverheiratete Zwillingsschwester Frieda von Solms Laubach (St) (70) (+1961 Marburg) überlebt sie.

1944 Der in Arolsen geborene Prinz Josias von Waldeck und Pyrmont (St) (50) wird General der Waffen SS. - In Frankfurt wird das Luxushotel Frankfurter Hof Kaiserplatz von Fliegerbomben zerstört. - Der in Westpreußen geborene Standartenführer und wiesbadener Oberbürgermeister Erich Mix (41) wird SS Führer Oberabschnitt Rhein. - In Wiesbaden wird das Reichsschulungslager NSDAP aufgelöst und nach Oppenheim verlegt. - In Wiesbaden dient das Lebensbornheim Taunus Idsteiner Straße 111 als Zwischenstation für Mütter, Kinder und Angstellte aus anderen Lebensbornheimen wie dem Heim Westerwald bei Paris, dem Heim Ardennen in Belgien, dem Heim Pommern und dem Heim Warthegau. - In Wiesbaden ist Unter den Eichen ein Außenkommando des KZ Hinzert bei Trier und eine Ausweichstelle der SS Dienststelle im SS Bunker. - In Wiesbaden werden mögliche Verschwörer des Hitlerattentats im Polizeigefängnis in der Friedrichstraße 25 inhaftiert und gefoltert. - In Frankfurt wird das homosexuelle Swing Jugend Mitglied mit langen Haaren Wolfgang Lauinger (26) ein zweites Mal von der Gestapo in der Zentrale in der Lindenstraße 27 verhört, nachdem er seinen Freund Josef Steingass aus dem Gefängnis in Frankfurt befreit hatte, doch da ihm nichts nachgewiesen werden kann, wird er wieder freigelassen. - In Rüsselsheim sterben nach einem Bombenangriff auf das Opelwerk mit 674 Bomben, die fast alle ihr Ziel verfehlen, 201 Menschen, 24 davon Dorfbewohner, der Rest sind Zwangsarbeiter. In Rüsselsheim wiegeln in der zerstörten Frankfurter Straße vor dem Park-Hotel die Rüsselsheimerinnen Käthe Reinhardt, ihrer Schwester Margarete Witzler und deren Tochter Lilo mit Kindermörder-Rufen die Bevölkerung zur Lynchjustiz an 8 von Soldaten bewachten englischen Bomberpiloten Norman Rogers, John Sekul, Thomas Williams, William Dumont, Elmore Austin, William Adams, Sidney Brown, Forest Brininstool, Haigus Tufenkjia, auf, die zunächst vom Kneipenwirt Philip Gutlich mit einem Knüppel verprügelt und während ihrer Flucht zum nächsten Verladepunkt an der Ecke Grabenstraße/Taunusstraße wieder eingeholt und gestellt werden, wo der rüsselsheimer NSDAP Ortsgruppenleiter Joseph Hartgen mit Pistolenschüssen in die Luft hinzugekommene Bewohner der Rheinstraße, Opelarbeiter, Flaksoldaten und Flieger herumkommandiert und anfeuert sie mit Besenstielen und Schaufeln totzuschlagen. Der Schullehrer Christoph Keil will dazwischengehen, wird aber mit Mach dich fort, sonst bekommst du es auch noch! -Drohungen vertrieben. Der Fabrikarbeiter August Wolf beginnt ihnen mit seinem Hammer auf den Kopf zu schlagen. Seine Kollegen Wolf und Fugmann bewerfen sie mit großen Steinen und Eisenbahnschwellen bevor sich auch Soldaten beteiligen. Der rüsselsheimer NSDAP Ortsgruppenleiter Joseph Hartgen ergreift ebenfalls einen Hammer und schlägt ihnen ebenfalls auf den Kopf. Als sie sich nicht mehr bewegen, erschießt er sie mit Kopfschüssen. Hitlerjungen müssen die Leichen vom Mob begleitet zum Waldfriedhof karren. William Adams und Sidney Brown stellen sich tot und überleben im Leichenhaufen. - In Mainz wird Bischofsheim, Ginsheim, Gonsenheim mit Kaserne, Gustavsburg, Kastel, Kostheim, die Neustadt, Weisenau und der Hauptbahnhof bombardiert, der aber nach kurzen Reparaturarbeiten wieder in Betrieb genommen wird. - In Frankfurt werden von der englischen Royal Air Force 3000 Tonnen Sprengbomben abgeworfen. - In Eppstein Niederjosbach werden Kriesgdienstuntaugliche und die Jahrgänge 27, 28 und 29 zum Schanzenbau an den Westwall eingezogen. - Der hattersheimer SPD Mann und Drucker Peter Nida wird nach Verbüßung seiner 3 jährigen zweiten Haftstrafe an die Stapo übergeben, die ihn in Schutzhaft nimmt und ins KZ Dachau verschleppt, wo er innerhalt eines Jahres stirbt. - In Frankfurt sterben nach einem nächtlichen Bombenangriff der englischen Royal Air Force 421 Menschen. Es gibt 55000 Obdachlose. - In Frankfurt sterben nach einem zweiten nächtlichen Bombenangriff der englischen Royal Air Force 1001 Menschen. Es gibt 120000 Obdachlose. - In Frankfurt stirbt die Ehefrau des in Offenbach Rumpenheim geborenen ehemaligen finnischen Kronprinzen, evangelischen Rittmeisters, Bankkaufmanns der arisierten frankfurter Filiale der M. M. Warburg & CO Bank, NSDAP und SA Mitglieds, NSDAP Obertaunuskreis Landrat Prinz Wolfgang von Hessen Kassel (48), die badische Prinzessin Marie Alexandra von Baden (46) in einem Luftschutzkeller. - In Darmstadt wird das oberirdisch zerstörte Gasthaus und Weinlokal Bockshaut Kirchstraße 7-9 von Sofie Heiß unterirdisch in den Kellergewölben weitergeführt. - Der in Wiesbaden Biebrich geborene Offizierssohn und General Ludwig Beck (64) wird in Berlin als Verschwörer hingerichtet. - In Wiesbaden renovieren Polizeigefängnis Häftlinge aus der Friedrichstraße 25 auf dem Gelände des Reit- und Fahrclubs Unter den Eichen hinter dem Cafe Ritter einige unisolierte Baracken der Jockeys notdürftig, wo 75 luxemburgische Widerständler und KZ Häftlinge unter der Führung eines SS Hauptsturmführers eingesperrt werden, die Büroräume für Ordnungspolizei, Waffen SS, Ergänungsstelle Rhein, SS Helferinnen Heim und einen Schutzraum für den Warschauer Ghetto Massenmörder Generalleutnant der Waffen SS und Polizei Jürgen Stroop (49) erbauen sollen. Jürgen Stroop (49) selbst wohnt mit seiner Frau und 3 Kindern in der 17 Zimmer Villa Nerotal 46. - In Darmstadt wird der KPD Funktionär Georg Fröba (44) nach einer Denunziation im Vorjahr und Monaten im Gestapo Gefängnis in der Rundeturmstraße 6 mit Michael Weis, Hans-Otto Fillsack, Konrad Weigel und Michael Hass des Hochverrats angeklagt. Als Anführer wird Georg Fröba (48) in der Haftanstalt Frankfurt Preungesheim hingerichtet und seine Leiche der Goethe Universität in Frankfurt übergeben. - In Wiesbaden gibt es 3376 männliche und 2339 weibliche namentlich bekannte Zwangsarbeiter aus 16 Nationen und 26 Arbeitslager, darunter Kalle&Co, Rheinhütte, Didier Werke Biebrich, Glyco Metall, Schulz und Braun Schierstein, Chemische Werke Albert Amöneburg, Buchhold Keller Bierstadt, Horn&Söhne Dotzheimer Straße Maschinenfabrik Wiesbaden AG, Klinger-Kolb Dotzheim, Lermer Stahlbau Dotzheimer Straße undW Söhngen&Co Waldstraße. Die Sammellager heißen Arbeitsgemeinschaft Industrie zusammengelegt mit dem städtischen Arbeitslager Willi Ecke Mainzer Straße/Welfenstraße (2016 Real-Markt-Parkplatz). - Der in Wiesbaden geborene wiesbadener Spielbank Croupierssohn, deutsche Jazzpianist, spätere Big-Band-Leader und Schlagersänger Paul Kuhn (16) ist Truppenbetreuer der Wehrmacht in Paris. - In Obermörlen Ziegenberg wird im Ritterburgbunker alias Führerhauptquartier Adlerhorst die Führeransprache zum Jahresende aufgenommen. - In Obermörlen Ziegenberg wird das Führerhauptquartier Adlerhorst zum Hauptquartier des in Mainz, Frankfurt und der Kadettenanstalt Oranienstein in Diez aufgewachsenen magdeburger Husaren Rittmeistersohnes, Oberbefehlshaber West, Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt (69).

1943 Der in Frankfurt geborene SS Oberführer, Leiter des Forschungsamtes der Luftwaffe und mit der griechischen Prinzessin Sophie von Schlewig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (29) verheiratete Prinz Christoph Ernst August von Hessen (St) (42) stirbt in Italien. - Der frankfurter Jazzmusiker und Mitglied der illegalen  Hotclub Combo Emil Mangelsdorff (18) wird von der Gestapo verhaftet und im Gestapo Hautquartier Lindenstraße 27 14 Tage schikaniert. - In Frankfurt Sachsenhausen wird die Apfelweinwirtschaft Wagner Schweizer Straße 71 zwangsgeschlossen. - In Frankfurt wird eine Frankfurter Zeitung Ausgabe von Adolf Hitler (54) wegen eines Dietrich Eckart Artikels verboten und nach einem halben Jahr die gesamte Zeitung in der Großen Eschenheimerstraße geschlossen. - In Frankfurt wird die Jüdin  Cäcilie Breckheimer von der Gestapo verhaftet und im frankfurter Polizeigefängnis Klapperfeld inhaftiert. - In Wiesbaden wird das Lebensbornheim Taunus Idsteiner Straße 111 zum luxuriös eingerichteten Entbindungs- und Mütterheim saniert, umgebaut und neu eröffnet und ein Außenkommando des Frauen KZ Ravensbrück stationiert. - In Wiesbaden müssen sich Sinti und Roma im Hof der Synagoge Friedrichstraße 33 (2016 Jüdische Gemeinde) einfinden und werden von hier aus ins KZ Auschwitz deportiert. - In Wiesbaden werden acht französische Zwangsarbeiter, die das Arbeitsamt dem städtischen Tiefbauamt zugewiesen hatte, im Hotel Börse Mauritiusstraße 8 untergebracht. - In Wiesbaden wird in der Sonnenberger Straße gegenüber der Brauerei Krone das Lager 1500 für russische und italienische Kriegsgefangene alias Zwangsarbeiter errichtet. - Die enteigneten jüdischen und 1880 evangelisch getaufen frankfurter IG Farben Vorstände, die Gebrüder von Weinberg sterben, Carl von Weinberg (82) in der Nähe von Florenz in Freiheit und Arthur von Weinberg (83) 6 Tage später im KZ Theresienstadt. - In Frankfurt Heddernheim wird im Arbeitserziehungslager regelmäßig hingerichtet. Das 90 Mann starke Bewachungspersonal, das dauernd flucht und prügelt und die Strafgefangenen ständig im Laufschritt hält, besteht aus meist jungen Heddernheimern. Die Arbeitsstrafkommandos marschieren täglich durch Heddernheim. - In Frankfurt ist im Hauptpostamt Zeil 110 ein geheimer Briefkasten eingerichtet, in den Gestapo Spitzel monatlich ihre Berichte einwerfen. - In Frankfurt wird die Eislaufweltmeisterin Marika Kilius als Friseurtochter geboren. - In Offenbach wird die Altstadt fast vollständig zerbombt. - In Wiesbaden fusiniert die gleichgeschaltete wiesbadener Tageszeitung Wiesbadener Tagblatt mit der NSDAP Tageszeitung Wiesbadener Volksblatt. - In Mainz wird die Neustadt bombardiert. - Der SA Arzt Josef Mengele (32), ehemaliger Assistent von Freiherr Otmar von Verschuer (47), dem Leiter des Universitäts-Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in der Gartenstraße am Mainufer in Frankfurt wird in das KZ Auschwitz als Lagerarzt abkommandiert. - In Mainz bestehen 43 Zwangsarbeiterlager mit 2116 Männern und 825 Frauen. Dazu gibt es unzählige Arbeitskräfte wie Landarbeiter, Haushaltshilfen und Hilfskräfte, die am Arbeitsplatz untergebracht sind. In Mainz ist das größte Zwangsarbeitslager das MAN Lager Mainz Gustavsburg mit 1067 Arbeitern. In Mainz gibt es das Polizeihaftlager alias KZ Hinzert/SS Außenlager Finthen auf dem Flugplatz in Finthen und ein zweites Lager Rhein im waisenauer Zementwerk, dass auf die Ingelheimer Aue auf das Nachbargrundstück zum Pfleiderer-Werk verlegt wird, wo über 50 Zwangsarbeiter ihr eigenes Lager aufbauen müssen und dabei auf dem Betonboden schlafen müssen. - Das NSDAP Mitglied und Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau Landgraf Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (47) und seine Ehefrau, die italienische Königstochter Prinzessin Mafalda von Savoyen (St) (41) werden in KZs verschleppt, weil ihr Vater, der italienische König Viktor Emanuel III. von Italien (St) (74) Mussolini (47) nach der alliierten Invasion verhaften liess. Mafalda von Savoyen (St) (41) kommt ins KZ Buchenwald und der Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (47) ins KZ Flossenbürg. - In Frankfurt begleitet der in Frankfurt geborene Leiter des Judenreferates II B2 Heinrich Baab (35)(1950 wegen u.a. 55fachen Mordes, 21fachen versuchten Mordes, 30facher Körperverletzung und 22facher Freiheitsberaubung verurteilt) an seinem letzten Arbeitstag im Judenreferat persönlich einen Transport der letzten Volljuden, darunter die Angestellten und die Leiter der Frankfurter Stelle der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland, ins KZ Theresienstadt. - In Frankfurt wird der Leiter der Gestapo Oswald Poche (35) durch Reinhard Breder (32) abgelöst worden, der sich auf Mischehen spezialisiert und bei Bagatellverstößen wie das Nichttragen des Judensterns in KZs verschleppen lässt. - Der wiesbadener Museumsdirektor Hermann Voss (59), der eigenlich kein NSDAP Mitglied ist, wird nach einem persönlichen Gespräch mit Adolf Hitler (54) im Führerhauptquartier Wolfsschanze Leiter der Dresdener Gemäldegalerie und oberster Fachmann für Gemälde. Sein bester Geschäftspartner ist der in Dresden geborene Beutekunsthändler Hildebrand Gurlitt (48). - Der in Katzenelnbogen Berghausen geborene Großbauernsohn und ehemalige Gestapo Gründer Rudolf Diels (43) heiratet Görings Ex-Schwägerin Ilse Göring. - In Frankfurt konfirmiert die evangelische Kirche schon zu Weihnachten, weil im Folgejahr alle Schulkinder aufs Land geschickt werden sollen. - In Bad Homburg wird der Magenbitterlikör Reichs-Post Bitter Hersteller verkauft. - In Wiesbaden wird der in Wiesbaden aufgewachsene Kaufmannssohn, Rechtsanwalt und ehemalige radikale Stahlhelm Führer Hans Buttersack (58) als Rechtsbeistand für die verfolgten Bekennende Kirche Mitglieder zum zweiten Mal von der Gestapo verhaftet und ins KZ Dachau, zur Zwangsarbeit zu Messerschmitt Augsburg und wieder in KZ Dachau verschleppt, wo er 1945 stirbt. - In Wiesbaden wird der in Frankfurt geborene frankfurter NSDAP Kreisleiter Otto Schwebe (41) vertretungsweise Regierungspräsident des Regierungsbezirks Wiesbaden. - In Eltville Eichberg sind die Gerüchte über Euthanasie in der Irrenanstalt, Nervenheilanstalt Landesheilanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4 so beängstigend für ältere und gebrechliche Menschen, die eigentlich aus Luftschutzgründen aus den Großstädten evakuiert werden sollen, dass sie Selbstmord begehen. - In Birstein wird Prinz Franz Alexander von Isenburg (St) geboren. - In Wiesbaden wird der Warschauer Ghetto Massenmörder Generalleutnant Jürgen Stroop (48) neuer Höherer SS- und Polizeiführer Rhein/Westmark in der Villa in der Uhlandstraße 5. - Der in Straßburg geborene in Marburg promovierte Kunstgeschichtler und Direktor ders Historischen Museum in Frankfurt Fahrgasse 2 Graf Ernstotto von Solms Laubach (St) (53) wird Kunstschutzoffizier im Osten und Mitverantwortlicher bei der Bernsteizimmerbergung. Es gibt keinerlei Informationen über ihn in den restlichen Kriegstagen (+1977 Frankfurt).

1942 In Wiesbaden stirbt der in Naurod geborene Dorfschullehrersohn, Lehrer und Mundartdichter Rudolf Dietz (77). - In Mainz betreibt die mainzer Außenstelle der Gestapo Darmstadt Ecke Kaiserstraße 31/ Leibnizstraße die Deportation von mainzer Juden. - In Wiesbaden wird an der Ecke Mainzer Straße/Welfenstraße (2016 Real-Markt-Parkplatz) die jüdische Schule bestehend aus Baracken in das Lager Willi für Ostarbeiterinnen und Zwangsarbeiter umfunktioniert. - In Wiesbaden müssen sich 1000 wiesbadener Juden im Hof der Synagoge Friedrichstraße 33 einfinden und werden von dort aus über Frankfurt in das KZ Theresienstadt deportiert. - In Wiesbaden wird zwischen Hauptbahnhof und Klärwerk das Lager Rudolf, das der Reichsbahndirektion Mainz, Bahnmeisterei Wiesbaden Hauptbahnhof unterstellt ist, angelegt, in dem ukrainische Männer, Frauen im Kinder hinter Stacheldraht in Baracken eingesperrt werden. In der Waldstraße 93 befindet sich das Lager Drei Hasen. - In Wiesbaden begehen im August 42 wiesbadener Juden Selbstmord. - Im für Zehntausende von Häftlingen neugebauten KZ Auschwitz Birkenau wird mit 3,5 T des von der IG Farben Tochter DEGESCH und ihrem Direktor NSDAP Mitglied Gerhard Peters (42) gelieferten Schädlingsbekämpfungsmittel Zyklon B begonnen insgesamt mehr als 1000000 Juden zu vergasen. - In Wiesbaden wird der homosexuelle Harlem-Club alias Swing-Jugend Mitglied Wolfgang Lauinger (24) nach vier Monaten Haft im frankfurter Polizeigefängnis Klapperfeld wegen wegen Glücksspiels und des Besitzes von einem Stück Leder zu drei Monaten Haft verurteilt. - In Wiesbaden verkauft die DAF ihr konfisziertes ehemaliges SPD Haus und Gewerkschaftshaus in der Wellritzstraße 49 an das NSDAP Mitglied und Gaststättenpächter Felix Rieger. - In Frankfurt Heddernheim wird auf dem Gelände der VDM alias Vereinigte Deutsche Metallwerke ein Arbeitserziehungslager das Gestapo KZ Rhein-Main, mit drei langgestreckten Baracken, mehreren Schuppen und einem Wachhäuschen in der Lehmgrube Kull eingerichtet, wo bis Kriegsende etwa 10000 Strafgefangene durchgeschleust werden und wo Häftlinge bestraft werden. Hauptnahrung issind dünne Kartoffelsuppe mit Margarine. - In Frankfurt stiehlt ein Rot Kreuz Sanitäter einem Schwerverletzten 78 Reichsmark und wird vom Sondergericht Frankfurt zu 5 Jahren Haft verurteilt. - In Offenbach ist hinter der Synagoge Goethestraße eine freies Gelände, auf dem die Juden zusammengetrieben werden, von wo aus sie nach Darmstadt in die Justus-Liebig-Schule Julius-Reiber-Straße 3, die als Sammellager mit integrierten Filialen des Finanzamtes, des Grundbuchamtes, der Stadtverwaltung und eigenen Gerichtsvollziehern in den Klassenräumen, in denen jüdisches Vermögen vor Ort eingezogen werden kann. 883 Juden werden ins KZ Treblinka verschleppt. - Der in Mähren geborene langjährige frankfurter Generalmusikdirektor und Dirigent an der Alten Oper Franz Konwitschny (41) dirigiert in der Ghetto-Stadt Łódź, wo er für seinen lebendigen Dirigierstil gefeiert wird (1955 DDR Generalmusikdirektor Deutsche Staatsoper). - In Mainz wird die Altstadt, Neustadt und Bischofsheim bombardiert. - In Frankfurt ist das jüdische Altersheim Rechneigrabenstraße 18-20 Sammelpunkt für Juden über 65, gebrechliche Juden über 55 und kriegsverwundete WW1 Juden aus Frankfurt und Wiesbaden und dem Landkreis, die der Gestapo von den Einwohnermeldeämtern gemeldet werden, die dann mit 50 Reichsmark ins KZ Theresienstadt verschleppt werden. Selbst wie mit Selbstmorden umgegangen werden soll, ist im von der Gestapo ausgestellten Schnellbrief, der als Ausweispapier gilt, beschrieben. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene SS Mann Heinrich Baab (34) Leiter des Judenreferates II B2 zuständig für die Deportation der Juden aus Frankfurt am Main und der Umgebung. - In Frankfurt wird die jüdischdeutsche Schule Philantropin in der Hebelstraße 15-17 geschlossen. - In Wiesbaden Biebrich ist das Hotel Nassau ein Massen Ausflugziel mit Köln Düsseldorfer Rhein Dampfschifffahrts Anleger. - In Wiesbaden wird der polnische Landarbeiter alias Zwangsarbeiter Eduard Seweryn am Jagdhaus Fasanerie erhängt. - In Darmstadt werden in der Justus-Liebig-Schule Julius-Reiber-Straße 3 über 3000 Juden zur Deportation zusammengetrieben. - In Wiesbaden werden die ersten 20-30 Juden deportiert und nach einem halben Jahr schon 450. - In Wiesbaden begehen 40 jüdische Bürger Selbstmord. Am Jahresende sind nur noch 177 jüdische Wiesbadener übrig.

1941 In Frankfurt ist der frankfurter NSDAP Oberbürgermeister Friedrich Krebs (47) Festredner bei der Eröffnung des antisemitischen Frankfurter Institut zur Erforschung der Judenfrage Bockenheimer Landstraße 68-70. - In Frankfurt wird das als jüdisches Altersheim genutzte Palais Rothschild Zeil 90 zwangsgeräumt. - In Wiesbaden wird das Lebensbornheim Taunus Idsteiner Straße 111 geschlossen und umgebaut. - In Wiesbaden wird das Polizeigefängnis in der Friedrichstraße 25 als Haftanstalt für Schutzhäftlinge genutzt, die anschließend in ein KZ überstellt werden. - In Frankfurt beginnt die Gestapo im Polizeipräsidium in der Friedrich-Ebert-Anlage 7 mit insgesamt 19 Deportationen von Juden. - In Fankfurt wird das Bismarckdenkmal in der Gallusanlage und das Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I einschmelnzen. - Das von der frankfurter IG Tochter Chemiefirma DEGESCH von NSDAP Mitglied Gerhard Peters (41) produzierte und von ihm zur Menschenvernichtung vorgeschlagenen Schädlingsbekämpfungsmittel Zyklon B wird von der SS an russischen Kriegsgefangenen im KZ Auschwitz getestet. Der wiesbadener Industrielle Wilhelm Ferdinand Kalle (71) informiert oder hat bereits die USA über einen Mittelsmann und eine IG Farben und Dupont kartelleigene Firma in Basel die USA über die Art und Weise der Endlösung der Judenfrage informiert. - In Frankfurt wird der frankfurter Metzgerlehrling Swing-Jugend-Mitglied und spätere Opernsänger Franz Kremer (16) in die Gestapo Zentrale Lindenstraße 27 verschleppt und täglich im Keller verprügelt. Im Gebäude sind 140 Gestapo Beamte beschaftigt. Im Nachbarhaus wohnt der Gestapo Leiter. - In Frankfurt wird der Wirtschaftsredakteur mit einem jüdischen Elternteil und homosexuelle Swing-Jugend-Mitglied mit langen Haaren Wolfgang Lauinger (23) in die Gestapo Zentrale Lindenstraße 27 verschleppt und danach im frankfurter Polizeigefängnis Klapperfeld 7 Monate in Einzelhaft gehalten. - In Frankfurt organisiert der in Brandenburg geborene SS Obersturmbannführer und Gestapoleiter Oswald Poche (33), verheiratet, zwei Kinder, mit dem Leiter der Abteilung II, Kriminalrat Ernst Grosse, die Einsatzkräfte bei der Verschleppung von rund 10000 Menschen in KZs und Vernichtungslager (+1962 Dannenberg mit falscher Identität). - In Frankfurt zieht die Gestapo von der Bürgerstraße 22 alias Wilhelm Leuschner-Straße in die Lindenstraße 27 um und richtet dort drei Haftzellen und einen Luftschutzraum ein. Die Häftlinge werden im Polizeigefängnis in der Klapperfeldstraße, im Untersuchungsgefängnis Hammelsgasse und in Notgefängnissen in der Rödelheimer Straße 10/12 und Gutleutstraße 13 inhaftiert. - Alle Schulen wechseln den Schulbeginn von Ostern auf Herbst. - Der in Babenhausen geborene ehemalige langjährige frankfurter Erste Kapellmeister und Dirigent an der frankfurter Alten Oper und der Museums Gesellschaft im Saalbau in der Junghofstraße in Frankfurt Georg Ludwig Jochum (32) zahlt keine NSDAP Mitgliedsgebühren mehr und wird dadurch nicht mehr bei der NSDAP geführt. - In Mainz wird Johanna Gallei NSDAP Kreisfrauenschaftsleiterin. - In Offenbach wird Käthe Beck NSDAP Kreisfrauenschaftsleiterin. - Der wiesbadener Höhere SS und Polizeiführer Erwin Rösener (39) fährt ins KZ Hinzert und ermordet dort nach Hitlers Mordauftrag an sowjetischen angeblichen politischen Kommissaren 70 sowjetische Kriegsgefangene mit dem Lagerarzt Dr Waldemar Wolter, Lagerkommandant Pister und den Sanitätern Fenchel und Brendel mit Zyankalispritzen bei einer vorgetäuschten medizinischen Untersuchung. Die Leichen werden im nahe gelegenen Wald verscharrt. - Der hattersheimer SPD Mann und Drucker Peter Nida wird ein zweites Mal wegen Hochverrats, u.a. weil er dem NS Regime die Schuld an der schlechten Wirtschaftslage gab, zu 3 Jahren Haft im Strafgefängnis Frankfurt Preungesheim verurteilt. - In Darmstadt findet die Kunstausstellung Zeitgenössische Kunst aus dem Südwestdeutschen Raume 1941 auf der Mathildenhöhe statt. - In Wiesbaden hat der KPD Funktionär und ehemalige wiesbadener Opel-Werk Abteilungsleiter Andreas Hoevel (41) Kontakt zum bopparder KPD Mann Rudolf Steinwand (35), der direkt aus der Schutzhaft an die Ostfront geschickt wird. - In Eltville fahren für die Bevölkerung sichtbar immer zu gleichen Zeit Planwagen LKWs mit verängstigten Menschen, die aus Rissen und Spalten um Hilfe betteln, in die Landesheilanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4. - In Hadamar wird in der Tötungsanstalt Landesheilanstalt Mönchberg 8 die Verbrennung des 10000sten Patienten gefeiert, wobei alle Angestellten eine Flasche Bier erhalten. - Der Judenstern wird eingeführt. - In Wiesbaden sind bereits 72 Pflegschaften für T4 Euthanasiemord Fälle aufgehoben worden. - In Birstein wird Prinzessin Maria Annunciata von Isenburg (St) geboren. - In Wiesbaden wird der wiesbader SPD Vorsitzende Georg Buch (38) im Landgerichtsgefängnis im Hinterhof der Gerichtstraße 2 mit Hof zur Albrechtstraße wegen Hochverrats eingesperrt. - In Obermörlen Ziegenberg wird das Führerhauptquartier Adlerhorst in ein Heeresgenesungsheim umgewandelt.

1940 In Frankfurt zieht die Gestapo widerrechtlich in die Villa Lindenstraße 27 ein. - In Frankfurt kauft der in Deggendorf geborene Textilkaufmannssohn Albert Steigenberger (51) das Luxushotel Frankfurter Hof Kaiserplatz. - In Mainz beschäftigt sich die mainzer Außenstelle der Gestapo Darmstadt Ecke Kaiserstraße 31/ Leibnizstraße hauptsächlich mit der Deportation von Sinti. - In Wiesbaden hat nach dem Sieg über Frankreich die Kommision der deutsch-französischen Waffenstillstandskommission im Hotel Vier Jahreszeiten Südseite Kaiser Friedrich Platz und im Hotel Nassauer Hof Kaiser-Friedrich-Platz 3-4 alias Nordseite Kaiser Friedrich Platz ihren Sitz. Die französische Abordnung logiert im Hotel Rose Georg-August-Zinn-Straße 1 (2016 Staatskanzlei). - In Frankfurt wird der Schützenbrunnen Bernhard-Grzimek-Allee 1, das Kaiser Wilhelm Denkmal in der Taunusanlage, die Kupferfiguren am Schleswig-Holstein Denkmal vor der Paulskirche und das Sömmering Denkmal eingeschmolzen. - In Frankfurt stirbt der ehemalige wiesbadener Gewerkschaftsführer Konrad Arndt angeblich bei einer Wehrmachts-Dienstfahrt, deren Umstände verschwiegen werden. - In Mainz hat das Hotel Mainzer Hof Kaiserstraße 98 ein exklusives Dachgarten-Restaurant. - In Langen verunglückt der polnische Kriegsgefangene Tadeusz Orlowski bei Baumfällarbeiten. Seine Mitgefangenen sind in der zu einem Kriegsgefangenenlager umfunktionierten Dieburger Schule Vor der Höhe 14 untergebracht. - In Frankfurt wird der SA Arzt Josef Mengele (29) Assistent von Freiherr Otmar von Verschuer (43), dem Leiter des Universitäts-Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in der Gartenstraße am Mainufer, zum Kriegsdienst eingezogen, währenddessen er sich zur SS meldet. - Das in Offenbach Rumpenheim geborene NSDAP Mitglied und Träger des goldenen NSDAP Parteiabzeichens Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (44) nennt sich nach dem Tod seines Vaters Landgraf von Hessen. - In Frankfurt kommt Adolf Hitler (51) glücklich nach dem Kapitualtionsangebot der Franzosen vom Führerhauptquartier Wolfsschlucht mit dem Flugzeug auf dem Flughafen Frankfurt Main an und steigt in einen Sonderzug nach München. - In Weilmünster werden in der Heil- und Pflegeanstalt Weilmünster Weilstraße 10 735 Patienten in die Tötungsanstalt Hadamar verschickt und bis 1945 3000 Patienten vor Ort ermordet. - In Darmstadt findet die Kunstausstellung Darmstadt 1940 auf der Mathildenhöhe statt. - In Wiesbaden werden beim Kriegsgericht in der Gustav Freystag Straße 11 die Zeugen Johovas Heinrich Ballreich und Karl Bühler wegen Wehrkraftzersetzung verurteilt und auf dem Freudenberger Schießplatz hingerichtet. - Der in Wiesbaden geborene hessenkasseler Kurfürstenenkel Graf von Schaumburg und Fürst Friedrich August von Hanau (St) (St) stirbt in Brünn. Sein jüngerer Bruder Graf von Schaumburg Fürst Ludwig Cäcilius Felix von Hanau (St) (St) stirbt. - In Wiesbaden gibt es laut polizeilich geführter Zigeuner-Liste 119 Sinti und Roma in der Stadt. - In Birstein wird Prinzessin Irene von Isenburg (St) geboren. - In Wiesbaden wird die Villa Paulinenstraße 11 Sitz des Inspektors der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes der SS. - In Obermörlen sind die beiden nebeneinanderliegenden Burgen Kransberg und Ziegenberg in militärische Stabsbunker mit Ritterburgenflair umgebaut. - In Lich wird Prinz Hermann von Solms Hohensolms Lich (St) als Sohn von Prinz Hermann von Solms Hohensolms Lich (St) (38), der vergeblich Adelsschulen wiederaufbaute, und der in Großneuhausen geborenen Freiin Gertrud von Werthern Beichlingen (St) (27) geboren.

1939 In Kronberg wird Prinz Rainer Christoph Friedrich von Hessen (St) geboren. - In Wiesbaden wird der westpreußische WW1 Jagdflieger und wiesbadener Oberbürgermeister Erich Mix (41) NSDAP Gauamtsleiter für Kommunalpolitik von Hessen-Nassau. - In Wiesbaden wird der westpreußische WW1 Jagdflieger, SS Obersturmbannführer und wiesbadener Oberbürgermeister Erich Mix (41) als Jagdfliegergeschwaderkommandeur zur Luftwaffe eingezogen. - In Wiesbaden ist die NSDAP Kreisleitung Wiesbaden für Hessen-Nassau in der Wilhelmstraße 15, der 12 Ortsgruppenführer unterstehen. - In Darmstadt verlegt die Gestapo das Gestapo Gefängnis von der Riedeselstraße 64 in die Rundeturmstraße 6 in den Nordbau des Landgerichtsgefängnisses. - In Darmstadt befindet sich die Gestapo Zentrale in der Wilhelm-Glässing-Straße 21-23. - In Wiesbaden wird der unangepasste katholische Pfarrer Hugo Pabst von der Gestapo mehrfach verhört. Sein katholisches Kinderheim Antoniusheim Idsteiner Straße 111 das Kinderheim Lebensborn e.V. Taunus bestehend aus drei Gebäuden Haupthaus Mutterheim, gerade im Umbau, Kinderheim und einem hygienisch desaströsem Wirtschaftsgebäude. - In Wiesbaden wird die NSDAP Kreisleitung in der Wilhelmstraße 15 untergebracht. Es gibt 12 Ortsgruppen. - In Wiesbaden ist in den Villen Uhlandstraße 4 und 5 der Sitz SS Oberabschnitt Rhein, in dem ein höherer SS und Polizeiführer Heinrich Himmler direkt unterstellt ist. Ihm untersteht die Polizei, die Gestapo, die Technische Nothilfe und die Feuerwehr. - In Frankfurt wird das Haus Gutleutstraße 8-12 Adolf-Hitler-Haus alias Gauhaus alias Braunes Haus. - Frankfurt hat 553464 Einwohner. - In Wiesbaden finden letztmalig die Wiesbadener Festwochen statt. - In Wiesbaden wird der Mitarbeiter des Rasse- und Siedlungshauptamt der SS Richard Wagner (37) Bauernreferent SS Oberabschnitt Rhein. - In Königstein wird die enteignete Villa Rothschild von der NSDAP Reichsgruppe Banken genutzt. - In Deutschland wird der Einheits Fernseh Empfänger E1 vorgestellt, aber nicht mehr gebaut. Fernsehen wird nur noch militärisch genutzt. - In Wiesbaden veranstaltet der Wiesbadener Post-Turnverein ein Schauturnen in der Wartburg Schwalbacher Straße 51 und der Karnevalsverein Schierstein hält eine Prunksitzung. - Langen hat 9077 Einwohner. - In Frankfurt stirbt Fürst Franz-Joseph von Isenburg Birstein (St) (70). Sein Nachfolger und neuer Fürst wird der in Birstein geborene Prinz Franz Ferdinand von Isenburg (St) (38). - Der in Birstein geborene von der NSDAP trotz Antrags nicht aufgenommene begeisterte Nationalsozialist Fürst Franz Ferdinand von Isenburg (St) (38) heiratet Irina Tolstoi (St) (22). - In Birstein wird mit dem Tod von Fürst Franz-Joseph von Isenburg Birstein (St) (70) Franz Ferdinand von Isenburg (St) (38) neuer Fürst von Isenburg. - Das Binding Bier Römer Pils wird produziert. - In Mainz wird Fritz Fuchs NSDAP Kreisleiter. - In Mainz ist Eva Metzler NSDAP Kreisfrauenschaftsleiterin. - Der in Frankfurt geborene Bankierssohn, NSDAP Mitglied und SA Mitglied und geschäftsführender Präsident des Reichskuratoriums für Jugendertüchtigung Freiherr Georg Heinrich von Neufville (56) wird Chef des Wehrstabes der SA und Infanterieregimentskommandeur. - In Wiesbaden wird der SS Führer und wiesbadener NSDAP Kreisleiter im Gauleitungsstab Felix Piekarski (49) neuer wiesbadener Oberbürgermeister. - In Wiesbaden Bierstadt wird die Straßenbahn geschlossen und der Moltkering als Anbindung zur Autobahn gebaut. - In Wiesbaden wird eine Bezugsscheinpflicht für Nahrungsmittel und wichtige Dinge des täglichen Bedarfs mit einer Reduzierung von Fleisch auf 700 Gramm/Woche und Öl, Fett und Butter auf 50 Gramm/Tag und Teigwaren auf 150 Gramm/Woche eingeführt, wovon aber Kartoffeln ausgenommen sind. - Das in Offenbach Rumpenheim geborene NSDAP Mitglied und Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (43) erhält das Goldene Parteiabzeichen der NSDAP und informiert als Adolf Hitlers (50) Bote Mussolini (43) über den bervorstehenden Kriegsbeginn. - In Bad Soden wird der aus Klein-Steinheim stammende Akademiker, IG Farben-Chemiker Franz Brunnträger (46) NSDAP maintaunus Kreisleiter durch den Vorschlag des in Oberhausen geborenen Reichspostverwaltungsrat und NSDAP Reichsstatthalter des Volksstaates Hessen Jakob Sprenger (45). - In Frankfurt gründet Alfred Rosenberg das NS Institut zur Erforschung der Judenfrage in der Bockenheimer Landstraße 68-70. - Nach einem Gesuch einer sächsischen Familie an Adolf Hitler (50) ihr behindertes Kind einschläfern zu lassen, werden in den deutschen Heil- und Pflegeanstalten Kinderfachabteilungen eingerichtet und deren Besetzung an den Reichsausschuß zur Erfassung von erb- und anlagebedingtem schweren Leiden gemeldet. - In Wiesbaden wird das Nassauische Museum Wiesbaden geschlossen und vom Militär genutzt. - Die in Langen auf Schloss Wolfsgarten geborene Vollwaisin Prinzessin Johanna von Hessen Darmstadt (St) (02) stirbt an Meningitis. - In Langen stellt die in Dublin geborene Tochter eines Diplomaten und Lords Margaret Campbell Geddes alias Margaret von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (26) das Schloss Wolfsgarten als Lazarett zur Verfügung. - In deutschen Telefonbüchern werden Fernsprechteilnehmer mit nichtjüdischen Vornamen zusätzlich mit den Vornamen Sara oder Israel gekennzeichnet. - In Eltville Eichberg wird in der Landesheilanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4 mit Euthanasie Morden begonnen. - In Obermörlen werden die beiden nebeneinanderliegenden Burgen Kransberg und Ziegenberg in militärische Stabsbunker mit Ritterburgenflair umgebaut.

1938 In Frankfurt ordnet der frankfurter NSDAP Oberbürgermeister Friedrich Krebs (44) an die brennende Westendsynagoge Freiherr-vom-Stein-Straße 30 zu löschen. - In Nassau Scheuern tritt der Beamte, SS Mitglied und Vorstand der Heil- und Pflegeanstalt Scheuern Fritz Bernotat (48) aus der evangelischen Kirche aus und wird gottgläubig. - In Mainz wird die Hauptsynagoge in der Hindenburgstraße niedergebrannt und danach abgebrochen. Die Synagoge der orthodoxen Juden in der Flachsmarkstraße wird von SA und SS verwüstet und das Mobiliar verbrannt. - In Frankfurt werden 1000 jüdische Männer zwischen 16 und 60 Jahren von SA und SS in die Festhalle an der Messe getrieben und viele davon vom Südbahnhof aus ins KZ Buchenwald deportiert. - In Frankfurt dauert eine Verhaftungswelle von 3000 Juden, die in die Festhalle an der Messe verschleppt werden, eine Woche lang. - In Wiesbaden stellt der neue wiesbadener NSDAP Oberbürgermeister Erich Mix (40) nach 10 Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vor. - In Frankfurt umringt eine Hakenkreuz Fahnenphalanx den Römer. - In Frankfurt spricht Adolf Hitler (49) auf dem Rathausbalkon am Römer und begrüßt die NSDAP Mitglieder im Kaisersaal. - In Frankfurt brennt die Haupt-Synagoge am Boerneplatz. - In Wiesbaden ehrt das NSDAP Mitglied, Hitler Freund und IG Farben Vorstand Hermann Schmitz (57) das 75. Firmenjubiläum von Wilhelm Ferdinand Kalle (68) auf einer pompoösen NSDAP Veranstaltung. - Offenbach wird kreisfrei. - In Offenbach hetzt die Tageszeitung Offenbacher Nachrichten auf der Titelseite Ab heute Judenboykott! - In Offenbach berichtet die Tageszeitung Offenbacher Nachrichten, dass die Menge in jüdische Geschäfte eingedrungen sei und Einrichtungsgegenstände aus dem Fenster geworfen habe und von einem Brand in der Neuen Synygoge Goethestraße (2016 Capitol). - In Frankfurt wird der jüdische SPD Wirtschaftsredakteur Artur Lauinger (59) der Frankfurter Zeitung ins KZ Buchenwald verschleppt und nach 4 Wochen mit der Auflage zur Emigration wieder freigelassen. - In Mainz verkaufen die Siechen-Bierstuben Große Bleiche 29 mit der Telefonnummer 34346 nürnberger Reifbier, das zu Siechen bzw Tucher gehört. - In Mühlheim ist das Braune Haus in der Bahnhofstraße 51 das mühlheimer NSDAP Parteilokal. - In Offenbach ist die NSDAP Kreisleitung in der Geleitstraße 112. - In Birstein wird der Fürstensohn Karl von Isenburg Birstein (St) geboren. - Das in Lich geborene evangelische ehemalige NSDAP Landtagsmitglied und Theaterintendant Graf Bernhard von Solms Laubach (St) (38) begeht in Berlin Selbstmord. - In Wiesbaden werden auf der Höhe des Heidenbergs und der Röderstraße Reste des Kastells entdeckt. - In Bad Soden wird die jüdische Kuranstalt geplündert und angezündet. - In Frankfurt stirbt der in Frankfurt geborene new yorker Filialbankier, Evangelist und Innere Mission Gründer Freiherr Johann Carl de Neufville (89). - In Wiesbaden Bierstadt wird die Synagoge zerstört. - In Wallau wird die Synagoge zerstört. - Juden wird der Universitätszugang verweigert. - In Frankfurt wird der SA Arzt Josef Mengele (27) Assistent von Freiherr Otmar von Verschuer (41), dem Leiter des Universitäts-Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in der Gartenstraße am Mainufer. - Der in Frankfurt geborene Kernchemiker Otto Hahn (59) entdeckt mit der Radium-Barium-Mesothorium-Fraktionierung die Kernspaltung. - In Frankfurt wird die Villa Speyer (2016 Villa Kennedy) in der Forsthausstraße 62 alias Kennedyallee 70 von der Stadt arisiert. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene SS Mann und Gestapo Kriminalassistent Kommunisten Heinrich Baab (30) zur Deportation von Juden eingesetzt (1950 wegen u.a. 55fachen Mordes, 21fachen versuchten Mordes, 30facher Körperverletzung und 22facher Freiheitsberaubung verurteilt). - In Mainz gibt es zur Fastnacht wieder ein Prinzenpaar. Die Prinzessin ist erstmals weiblich. - In Frankfurt Fechenheim hat die Maschinenfabrik vorm Ph. Mayfath die Telefonnummer 81051. Sie stellt hauptsächlich Landwirtschaftsmaschinen her. - In Höchst genehmigt der Hitler-begeisterte Hoechst Werksleiter Ludwig Hermann (50) ein neu entwickeltes Elektronenmikroskop. - Der in Bad Camberg geborene Amtsarzt und NSDAP Ortsgruppenleiter Ernst Lawaczeck (48) wird bad camberger NSDAP Bürgermeister. Landrat ist Uerpmann. - In Frankfurt werden die Lehrer der jüdisch deutschen Schule Philantropin in der Hebelstraße 16-18 darunter Dr Brooks in Schutzhaft genommen und totgeprügelt. Deren Studienrat mit jüdischen Wurzeln Dr Ernst Marbach (45) wird zwei Monate lang ins KZ Buchenwald verschleppt. Krank, abgemagert und halb erfroren stirbt er nach der Rückkehr nach der Amputation seiner Beine. - In Oberursel werden rechts und links der Camp King Allee 21 Wohn- und Wirtschaftsgebäude für die Goethe Universität Frankfurt als Reichssiedlungsschule errichtet. - In Wiesbaden engagiert sich der in Wiesbaden aufgewachsene Kaufmannssohn, Rechtsanwalt und ehemalige Stahlhelm Führer Hans Buttersack (58) als Rechtsbeistand für die verfolgten Bekennende Kirche Mitglieder, wird von der Gestap verhaftet und sieben Wochen im Polizeigefängnis Friedrichstraße 25 inhaftiert. - In Wiesbaden baut der KPD Funktionär und ehemalige wiesbadener Opel-Werk Abteilungsleiter Andreas Hoevel (38) nach 2 Jahren Gefängnis und 3 Jahren KZ Buchenwald eine Widerstandsgruppe mit Kontakten anch Koblenz und Berlin auf, wobei er hauptsächlich BBC Nachrichten unter Wehrmachtsangehörigen verbreitet. - In Frankfurt Bockenheim wird die größte deutsche Flak Kaserne (2016 Industriehof) angelegt. - In Frankfurt Bockenheim verkauft der jüdische Frankfurter Fischkonservernfabrikbesitzer Leopold Eisemann Nauheimer Straße 10 wie viele andere Juden, seinen Besitz, lässt sich von seiner Frau scheiden lässt, seine Fabrik im Vertrauen gegen einen geringen Betrag an seinen langjährigen nicht-jüdischen Prokuristen und ehemaligen Lehrling Willi Klös und die Immobilien an seine zum Schein geschiedene Ehefrau, zieht in die Schweiz und entgeht somit der Arisierung. - In Wiesbaden wird Dr med Eduard Laser Judenarzt. - In Wiesbaden liquidieren der jüdsiche Rechtskonsulent Berthold Guthmann, Dr Georg Goldstein und Arthur Strauss das Vermögen der jüdischen Gemeinde. - Juden wird der Besuch von Kinos, Theatern und kulturellen Veranstaltungen verboten. - In Königstein wird die Villa Rothschild von der Reichsfinanzverwaltung beschlagnahmt. - In Wiesbaden wird in der Webergasse 2 bis 4 das weltbekannte Modegeschäft des jüdischen Kaufmanns Carl Bacharach arisiert. - In Wiesbaden wird die Villa Söhnlein-Pabst mit den Gebäuden Paulinenstraße 7-11 Hauptquartier der SS und der Gestapo. - In Frankfurt löst der in Straßburg geborene in Marburg promovierte Kunstgeschichtler Graf Ernstotto von Solms Laubach (St) (48) als neuer Direktor des Historischen Museums Fahrtor 2 den aus Dachau stammenden promovierten Konservator, der sich auch nationalsozialistisch äußert Adolf Feulner (54) ab.

1937 Der Beamte und ehemalige Landeskirchenrat Fritz Bernotat (47) wird Leiter der Abteilung Anstaltswesen im Landeshaus Kaiser Friedrich Ring 75 im Amt für Erb- und Rassenpflege und Vereinsleiter des Trägervereins der Heil- und Pflegeanstalt Kalmenhof in Idstein, Vorsitzender des Vereins für Volkspflege e.V. und Vorstand der Heil- und Pflegeanstalt Scheuern in Nassau. - In Wiesbaden wird der Westpreuße und WW1 Jagdflieger und SS Mann Erich Mix (39) neuer wiesbadener Oberbürgermeister. - In Wiesbaden wird eine Verdunkelungsübung abgehalten. - In Wiesbaden wird die Ochanps Kaserne in der Schiersteiner Straße eingeweiht. - In Frankfurt emigriert der Maler Max Beckmann (53) nach Paris. - In Wiesbaden ist das Kino Capitol am Kochbrunnen mit 288 Plätzen Ecke Taunusstraße 1/Wilhelmstraße. - Die Schwedin Zarah Leander (30) wird im UFA Film Zu neuen Ufern der neue Star, der Marlene Dietrich ablösen kann. - In Langen tritt der SA Standartenpfarrer Wilhelm Seibert aus der SA aus, bleibt aber in der NSDAP. - Der in Darmstadt geborene Sippenforscher und SA Standartenführer der Obersten SA Führung Prinz Wilhelm Karl von Isenburg (St) (34) wird außerordentlicher Professor für Sippen- und Familienforschung in München. - Der in Babenhausen geborene langjährige frankfurter Erste Kapellmeiter und Dirigent an der frankfurter Alten Oper und der Museums Gesellachaft im Saalbau in der Junghofstraße in Frankfurt Georg Ludwig Jochum (28) tritt in die NSDAP ein und wird Plauener Musikdirektor und Theaterdirektor und durch den faschistische Philharmonieorchesteroberleiter und neuen frankfurter Generalmusikdirektor Franz Konwitschny (36), der sogar SA Aufzüge in seine Aufführungen miteinbauen wollte, ersetzt. - In Mainz ist Dr Robert Barth NSDAP Kreisleiter. - In Offenbach ist Karl Walther (39) NSDAP Kreisleiter. - In Frankfurt wird der SA Arzt Josef Mengele (26) Lieblingsschüler von Freiherr Otmar von Verschuer (40), dem Leiter des Universitäts-Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in der Gartenstraße am Mainufer. - Der Reserveoffizier der Luftwaffe Georg Donatus von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (31) tritt mit seiner in Athen geborenen Ehefrau, NSDAP Mitglied und griechischen und dänischen Prinzessin Cäcilia von Schleswig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (26) der NSDAP bei. - Das in Offenbach Rumpenheim geborene NSDAP Mitglied, Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau und Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (41) nennt seinen in Rom geborenen dritten Sohn Otto Adolf. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene Schutzpolizist Heinrich Baab (29) Kriminalassistentenanwärter im Passwesen in der Gestapo Leitstelle, tritt der SS bei und überwacht Geistliche. - In Frankfurt wird in der Alten Oper die szenische Kantate Carmina Burana des in München geborenen Berufsoffizierssohn und Komponisten Carl Orff (43), in der es um Sex und Saufen geht, uraufgeführt. - In Weilmünster beginnen die Todesfälle in der Heil- und Pflegeanstalt Weilmünster, Weilstraße 10. - In Wiesbaden wird die Wanderausstellung Entartete Kunst im von unerwünschter Kunst gesäuberten Nassauischen Landesmuseum Wiesbaden vom Deutschen Volksbildungswerk eröffnet und in der NS Zeitung Nassauer Volksblatt von Redakteur Hans Piroth besprochen. Ausstellungsleiter und Direktor des Nassauischen Landesmuseums Friedrich-Ebert-Allee 2 in Wiesbaden Hermann Voss (53) tauscht mit dem wiesbadener Museumsdepot ein klassisches Bild von Wilhelm von Schadow gegen ein entartetes eingelagertes Frauenportrait von Otto Dix (46). - In Darmstadt wird die Wanderausstellung Entartete Kunst eröffnet. - In Mainz wird im Landesmuseum Große Bleiche 49 - 51 die Wanderausstellung Entartete Kunst eröffnet. - In Langen stirbt der in Darmstadt geborene Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (69) im Schloss Wolfsgarten. Seine Beerdigung wird zu einer NSDAP Propandaveranstaltung. Sein Sohn und neues NSDAP Mitglied Georg Donatus von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (31) führt den Trauerzug in Wehrmachtsuniform an. Vier Wochen später fliegt er zur Hochzeit seines Bruders Ludwig (St) (29) nach London und stirbt mit seiner schwangeren in Athen geborenen Ehefrau, NSDAP Mitglied und griechischen und dänischen Prinzessin Cäcilia von Schleswig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (26) mit den Kindern Ludwig und Alexander und seiner Mutter Prinzessin Eleonore zu Solms-Hohensolms-Lich (St) (66) bei einem Flugzeugabsturz. Nur die in Langen auf Schloss Wolfsgarten zurückgelassene neugeborene Prinzessin Johanna von Hessen Darmstadt (St) (00) überlebt. - Graf Maximilian Ludwig von Solms Rödelheim und Assenheim (St) (--) lässt sich von Prinzessin Viktoria von Leiningen (St) (42) scheiden. - In Kronberg wird in der Villa Mumm Kastanienhöhe 1 eine NSDAP Gauführerschule eingerichtet. - In Darmstadt erfährt die Gestapo von der Widerstandsgruppe um den KPD Funktionär Georg Fröba (41), hat aber noch 6 Jahre lang keine Beweise für eine erneute Anklage. - Der in Frankfurt geborene, von der Preußischen Akademie der Künste ausgeschlossene, mit Publikationsverbot belegte jüdische Schriftsteller und Bühnenautor Ludwig Fulda (75) kehrt nach einem USA Besuch bei seinem ausgewanderten Sohn wieder nach Deutschland zurück, erkennt dass das ein Fehler war und erhält keine Aufenthaltserlaubnis für die USA mehr. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene wormser NSDAP Landrat Otto Schwebe (34) frankfurter NSDAP Kreisleiter. - In Wiesbaden wird ein Prozess gegen 17 Nerother Wandervogelbund Mitglieder im Alter zwischen 16 bis 25 Jahren, die sich nicht in die HJ eingliedern lassen wollen und sich verbotenerweise privat treffen, geführt. - Der in Darmstadt geborene SA Standartenführer der Obersten SA Führung Prinz Wilhelm Karl Prinz von Isenburg Büdingen (St) (34) wird NS Professor für Sippenforschung und Familienforschung in München. - In Frankfurt wird das Palais Rothschild Bockenheimer Landstraße 10 und der Rothschildpark arisiert. - In Lich wird Prinz Wilhelm von Solms Hohensolms Lich (St) geboren.

1936 In Frankfurt wohnt das NSDAP Mitglied und NSKK Führer Landgrafensohn Prinz Richard von Hessen (St) (35) in der Lindenstraße 7. - In Wiesbaden Biebrich werden in der Mosburg die Grabplatten von Graf Johann von Katzenelnbogen II und Johann von Katzenelnbogen IV wieder abmontiert und zurück ins Kloster Eberbach gebracht. - Die Tageszeitung Nassauisches Volksblatt behauptet zu Silvester, dass die Arbeitslosigkeit restlos beseitit ist. - In Wiesbaden feiert die NSDAP unter wiesbadener NSDAP Kreisleiter Hugo Römer (--) mit mit Sitz Wilhelmstraße 15 und Telefonnummer 23589 ihr 10 jähriges Bestehen. - In Frankfurt überfliegt ein Zeppelin die Stadt. - In Frankfurt eröffnet der Flughafen Frankfurt Main. - Gründung des Flug- und Luftschiffhafens Rhein-Main. In Frankfurt starten die Luftschiffe Graf Zeppelin und Hindenburg im Linienverkehr nach Rio de Janeiro und Lakehurst. Die Lufthansa eröffnet ihren Flugverkehr mit einer Ju 52. - In Rüsselsheim läuft der Opel Kadett vom Band. - In Wiesbaden wird das Apollo-Theater mit 400 Plätzen mit dem Bavaria-Film Die Puppenfee mit Adele Sandrock und Paul Hörbiger (40) in der Gaststätte Wiesbadener Hof in der Moritzstraße 8 neueröffnet. - In Frankfurt zieht die Frankfurter Gestapo, die den Wiesbadener Regierungsbezirk überwacht, um sich räumlich abzugrenzen aus dem Polizeipräsidium in der Friedrich-Ebert-Anlage aus und in den 5 Stock des Siemens-Hauses in der Bürgerstraße 22 Wilhelm-Leuschner-Straße ein. - In Frankfurt werden die Zeugen Jehovas Balthasar Mayer und seine Frau Elisabeth Mayer nach der Denunziation durch Anwohner bei der NSDAP Ortsgruppe nach der Protestaktion Luzerner Resolution zu 10 Monaten Haft im Strafgegfängnis Frankfurt Preungesheim verurteilt, aber erst 1938 entlassen und dabei sofort ins KZ Buchenwald verschleppt. - Der in Darmstadt geborene SA Standartenführer der Obersten SA Führung und Prinz Wilhelm Karl von Isenburg (St) (33) ist Mitglied der berliner Reichsstelle für Sippenforschung des Reichsministeriums des Innern. - In Wiesbaden laufen die Steuervergünstigungen für die eingemeindeten Stadtteile nach 10 Jahren aus. - In Rüsselsheim findet eine Triumph-Fahrt des alten Führerkorps der NSDAP statt. - Militärtransporte passieren Limburg in westlicher Richtung. - Adolf Hitler (47) stellt durch die Besetzung des Rheinlandes angeblich die Souveränität des Deutschen Reiches wieder her und wird dafür gefeiert. - In Wiesbaden Erbenheim übernimmt die Deutsche Luftwaffe den zivilen Flughafen ehemaligen Autorennkurs und ehemalige Pferderennbahn und macht ihn zu einem Jagdflieger-Stützpunkt. Es gibt drei Flughäfen im Rhein-Main-Gebiet: Erbenheim, Darmstadt und Frankfurt. - Der in Katzenelnbogen Berghausen geborene Großbauernsohn und ehemalige Gestapo Gründer Rudolf Diels (36) lässt sich von seiner ersten Ehefrau und Industriellentochter Hildegard Mannesmann scheiden. - In Frankfurt wird eine Religionsgesellschaftssteuer mit 7,5 % der Lohn- und Einkommensteuer, eine Religionsgemeindesteuer mit 7 % der Lohn- und Einkommensteuer und ein Kirchnotgeld von 2 Reichsmark für steuerfreie Mitglieder und 4 Reichsmark für alle anderen erhoben. Ehefrauen sind ausgenommen. - In Limburg wird Paul Lawaczeck (58) stellvertretender NSDAP Landrat des Landkreises Limburg. - In Lorch wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - In Frankfurt übernimmt die Firma Johann Handel das jüdische Geschäft Porzellan Bär in der Stiftstraße 8-10. - In Kronberg verkauft Fritz Mumm von Scharfenstein seinen Sommersitz Kastanienhöhe 1 an den NS gesteuerten Gemeinnützigen Schulungsverein Hessen-Nassau, der ihn wenige Monate später der NSDAP schenkt. - Der in Frankfurt geborene Weinhändlersohn und jüdische Pharmakologe Otto Loewi (63) erhält den Nobelpreis für Medizin. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene Rot-Weiß Frankfurt Fußballer und spätere Elfmeterschießen Erfinder Karl Wald (20) Fußballschiedsrichter. - In Wiesbaden hat in der Lessingstraße 16 die SA Standarte 80 unter Obersturmbannführer Künemund die Telefonnumer 59351, die NSKK Motorstandarte 148 unter Oberstaffelführer W Best die Telefonnummer 23565, der Obersturmbann III/R unter Obersturmführer Oeckinghaus und der Sturmbann II/R unter Obersturmführer Hellenbrand und der SA Reitersturm 5/150 unter Obersturmführer Fritz Herbst gemeinschaftlich die Telefonnummer 59351. - In Wiesbaden hat in der Villa Uhlandstraße 4 der SS Abschnitt XI unter SS Brigadeführer Hildebrandt die Telefonnummer 28940. - In Wiesbaden haben in der Walkmühlstraße 31 die SS Standarte 78 unter Obersturmbannführer Kühtz und der SS Sturmbann I/78 unter Obersturmführer Limbach die Telefonnummer 28091. - In Wiesbaden ist der SS Motorsturm 4/I/11 in der Dotzheimer Straße 38 (2016 AIDS Beratungsstelle). - In Wiesbaden ist der SS Nachrichtensturmbann 11 in der Parkstraße 9 (2016 Seniorenstift Dr. Drexler Haus zur Gesundheit). - In Wiesbaden ist der Arzt Walter Gronemann Kreis-Arzt und Leiter des staatlichen Gesundheitsamtes Rheinstraße 35 mit der Telefonnummer 27865, der Oberregungsrat und Veterinärrat Dr Schipp Kreis-Tierarzt in der Albrechtstraße 35 mit der Telefonnummer 24333.

1935 Der frankfurter NSDAP Oberbürgermeister Friedrich Krebs (41) macht nach vergeblichen Versuchen mit dem Titel Stadt der Straßen mit der Zustimmung Adolf Hitlers (46) Frankfurt zur Stadt des Deutschen Handwerks. - In Frankfurt eröffnet Adolf Hitler (46) mit seinem Mercedes-Benz die Reichsautobahn Frankfurt - Darmstadt. - In Wiesbaden steigt Adolf Hitler (46) 3 Tage im Hotel Rose Georg-August-Zinn-Straße 1 (2016 Staatskanzlei) ab, ißt im Kurhaus und besucht eine Aufführung der Verdi-Opder Aida im Staatstheater. - In Frankfurt werden im Heilig-Geist Hospital Lange Str. 4-6 Zwangssterilisationen auch mit Strahlenbehandlungen durchgeführt. - Wiesbaden wird das Theater vom Reich übernommen und in Deutsches Theater umbenannt. - In Rüsselsheim wird nach dem Opel 1,2 Liter das neue Modell Opel P4 gebaut. - In Wiesbaden wird der Gelegenheitsarbeiter und ehemalige Gewerkschaftssekretär Konrad Arndt in das KZ Esterwege und danach ins KZ Oranienburg verschleppt, wo er seinen Bekannten Paul Krüger trifft, der mehrere Male bis zur Bewusstlosigkeit verprügelt wurde. - In Frankfurt wird aus der Brauerei Henninger-Kempff-Stern und Johann Gerhard Henrich AG die Henninger-Bräu AG. - In Ziegenhain findet eine Salatkirmes statt. - In Wiesbaden wird der Jahrgang 1914 zum Wehrdienst eingezogen und der Jahrgang 1915 zum RAD alias Reichsarbeitsdienst. - Der in Freystadt geborene SS-Sturmbannführer Guntram Pflaum (32) wird Geschäftsführer des Verein Lebensborn. - In Frankfurt übernimmt Freiherr Otmar von Verschuer (39) das Universitäts-Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in der Gartenstraße am Mainufer. - In Wiesbaden entwickelt Henkell & Co den Pikkolo. - Im Vorder-Taunus verliert der höchster SPD Funktionär Paul Kirchhof tragischerweise bei einer Motorradkurierfahrt seine Aktentasche mit den Namen von über 100 aktiven Mitgliedern und wird durch sein Motorradkennzeichen von der Gestapo ausfindig gemacht. Am Oberlandesgericht Kassel werden aus Bad Soden Heinrich Dosse (2 Jahre 6 Monate Haft), Fritz Lagemann, Johann Malinowski, Karl Sammel, Hermann Bender, aus Hochheim Adam Treber (2 Jahre 9 Monate Haft), Georg Engerer, Josef Schäfer, Josef Krämer, aus Hattersheim Peter Nida (1 Jahr 3 Monate Haft) und aus Höchst Paul Kirchhof (5 Jahre Haft) wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt und zu langen Haftstrafen verurteilt. - In Bad Homburg flieht der in Wien geborene ehemalige Obertaunus Landrat und amtierende bad homburger Oberbürgermeister Ritter Ernst von Marx (31) nach England. - In Frankfurt wird die Freimaurerloge Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main aufgelöst. - In Bad Nauheim stirbt der in Bad Homburg geborene Schriftsteller, Schauspieler, Opernsänger und Redakteur der Tageszeitung Taunusbote Robert Fuchs-Liska (65). - In Wiesbaden wird der Gewerkschafter Paul Krüger (32) ein zweites Mal verhaftet und ins KZ Sachsenhausen verschleppt. - Der in Frankfurt geborene frankfurter Bürgermeisterenkel, Bankierssohn und Diplomat Herbert Mumm von Schwarzenstein (37) wird als vermeintlicher Homosexueller von der Gesatpo beobachtet. - In Wiesbaden trifft sich die antifaschistische Arbeiterschaft im Lokal Hauser Walramstraße 30. - In Frankfurt zwingt die Stadt Albert von Goldschmidt Rothschild die Villa Gründeburg mit Park der Stadt zu übereignen. - In Lich wird Prinzessin Dorothea von Solms Hohensolms Lich (St) geboren.

1934 In Frankfurt findet auf dem Römerberg eine NSDAP Kundgebung statt. - In Wiesbaden reduziert sich die Arbeitslosenzahl von 19837 auf 8466 zum Jahresende. - Die Reichsregierung erklärt die Stadt Wiesbaden zur Notstandsgemeinde. - In Wiesbaden wird der Wiebadener Kurverein neu gegründet und der neue Intendant von Wechmar übernimmt die kulturelle Führung. In Wiesbaden wird das Deutsche Tonkünstlerfest veranstaltet. - In Wiesbaden wird der Musikalische Völkerbund gegründet. - In Wiesbaden findet nach 1930 der Blumenkorso wieder statt. - In Wiesbaden wird im Paulinenschlößchen im kleinen Rahmen ein neues Weinfest, das Rheingauer Weinfest eingeführt. - In Wiesbaden wird das Opelbad eröffnet. - Der in Darmstadt geborene Sippenforscher und SA Standartenführer der Obersten SA Führung Prinz Wilhelm Karl von Isenburg (St) (31) veröffentlicht Einführung in die Familienkunde. - In Offenbach wird der in Haiger geborene Jurist, Versicherungskaufmann und NSDAP Mitglied Helmuth Schranz (28) offenbacher NSDAP Kreisleiter und Ortsgruppenführer. - In Wiesbaden werden in der Diözese Nassau alle kirchlichen Gemeindevertretungen und Synoden aufgelöst. - In Wiesbaden Bierstadt wird der Musikverein zur NSBO Kapelle und die freiwillige Ortsfeuerwehr aufgelöst und in die wiesbadener Feuerwehr integriert. - In Wiesbaden Bierstadt wird die Luftschutzübung Bomben über Bierstadt durchgeführt. - In Mainz brennt das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs aus. - In Mainz wird der Mainzer Carnevals Verein ein ganzjähriger Verein, der sich nicht mehr jährlich auflöst. - In Wiesbaden werden in einem Massenprozeß 27 wiesbadener KPD Anhänger zu Gefängnisstrafen zwischen 1 und 5 Jahren verurteilt. - Eppstein Niederjosbach erhält eine eigene Postagentur. - In Weilmünster beginnt die Heil- und Pflegeanstalt Weilmünster Weilstraße 10 mit der Zwangssterilisation von 278 Insassen bis 1939. - In Frankfurt Sachsenhausen tritt der evangelische Kirchenvorstand der Bekennenden Kirche bei. - In Frankfurt wird ein Notstandsprogramm und ein Architektenwettbewerb zur Gesundung der fünf schlimmsten Stellen der Altstadt, der Brutstätte des Kommunismus aufgelegt. - Landesbischof Ernst Ludwig Dietrich (37) gliedert alle kirchlichen Jugendverbänden in Hitlerjugend, Jungvolk und BDM ein. - Die Evangelische Kirche in Hessen Nassau verliert ihre Eigenständigkeit und wird in die Deutsche Evangelische Kirche eingegliedert. - In Darmstadt veranstaltet der Kampfbund für deutsche Kultur unter Leitung von Adolf Beyer die Kunstausstellung Deutsche Frühjahrsaustellung Darmstadt Mathildenhöhe, die dem Geschmack von Adolf Hitler entsprechen und das Volk wieder beglücken möge. - In Bad Homburg kommt der politisch einflusslose, nieren- und herzleidende siamesische König Prajadhipok und die Königin Rambhai Barni zu einem Kurbesuch, wird vom NSDAP Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Richard Hardt, Kurdirektor Walter Höfner und Regierungsrat Dr. zur Nedden im Auftrag des in Offenbach Rumpenheim geborenen evangelischen Rittmeisters, Bankkaufmann der arisierten frankfurter Filiale der M. M. Warburg & CO Bank, NSDAP und SA Mitglieds, NSDAP Obertaunuskreis Landrats Prinz Wolfgang von Hessen Kassel (38) in Empfang genommen, steigt im mit Elefantenflagge beflaggten Ritters Park Hotel Kaiser-Friedrich-Promenade 53 ab und erhält im Kurhaus auf eigenen Wunsch erst einmal deutsche Schlachtschüssel. - Der in Bad Homburg geborene Schriftsteller, Schauspieler und Opernsänger Robert Fuchs-Liska (64) wird Redakteur der Tageszeitung Taunusbote. Seine Bücher Schamlose Seelen und Fräulein Sünde stehen auf der Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums. - Das in Bad Homburg geborene Stahlhelm Mitglied und Schwer- und Rüstungsindustrieller Freiherr Freiherr Curt von Salmuth (39) wird SA Mitglied. - In Taunsustein Wehen wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - In Bad Schwalbach wird die Villa Werner der hahnstättener Brauerei Heckelmann Kuhn in Hotel Kaiserhof vom neuen Pächter Friedrich Wilhelm Hies umbenannt. - In Wiesbaden foltert die Gestapo bei der Leichtweißhöhle den KPD Funktionär Karl Brech, wo er an einem Baum hängend mit dem Leben bedroht wird. - Der in Birstein geborene Prinz Franz Ferdinand von Isenburg (St) (33) stellt aeinen Antrag auf Mitgliedschaft in der NSDAP, wird aber angeblich nicht genommen, obwohl er bereits die Mitgliedsnummer 2646634 bekommen hat und sein jüngerer Bruder Ferdinand Karl von Isenburg (St) (28) jahrelanges SA Mitglied, SA Standartenführer und SA Adjutant ist. - In Frankfurt wird das Neue Theater Mainzer Landstraße 55 gleichgeschaltet und in das Kleine Haus umbenannt. - Das in Offenbach Rumpenheim geborene NSDAP Mitglied, Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau und Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (41) zieht in seine Amtsräume im Landeshaus Kaiser-Friedrich-Ring 75 ein, in dem das Amt für Erb- und Rassenpflege unter Leiter Dr Wilhelm Stemmler eingerichtet wird. - In Lich wird Prinz Philipp Reinhard von Solms Hohensolms Lich (St) geboren.

1933 Frankfurt gehört zu Preußen. - SS Ehrenstandartenführer Rudolf Diels (33) ist Vizepolizeipräsident und arbeitet im KZ Oranienburg. - Der kommissarische frankfurter NSDAP Oberbürgermeister Friedrich Krebs (39) lässt alle 81 jüdischen städtischen Angestellten und Beamten entlassen. - In Wiesbaden wird Fritz Bernotat (42) NSDAP Ortsgruppenleiter Wiesbaden-Bahnhof. - In Frankfurt wird Institut für Sozialforschung alias Café Marx von der Kriminalpolizei geschlossen. Danach macht der NS Studentenbundführer Georg-Wilhelm Müller es zu seinem Büro. - In Frankfurt wird Jakob Sprenger (33) NSDAP Reichsstatthalter des Volksstaates Hessen. - In Frankfurt führt Adolf Hitler (44) den ersten Spatenstich zur Reichsautobahn Frankfurt-Heidelberg Autobahnbau Abschnitt 1 Frankfurt - Darmstadt am Mainufer zwischen Niederrad und Goldstein. - In Wiesbaden löst sich die Stadtverordnetenversammlung auf. - In Wiesbaden betritt der in Limburg an der Lahn geborene evangelische Pfarrersohn, Jurist und wiesbadener Oberbürgermeister Georg Krücke (53) nach der Machtübernahme und einer Schutzhaft das Rathaus nicht mehr und wird vier Monate später zur Abdankung gezwungen. Der ehemalige in Iserlohn geborene Lokomotivführer und wiesbadener Bürgermeister und Stadtkämmerer Alfred Schulte (61) wird Mitglied der NSDAP und übernimmt das wiesbadener Oberbürgermeisteramt. - In Freiendiez wird der KPD Jugendverbandsleiter und wiesbadener Vermessungsgehilfe und Widerständler Paul Krüger im Zentralgefängnis inhaftiert, danach ins KZ Esterwegen deportiert und unter der Auflage sich täglich bei der Gestapo zu melden wieder entlassen. - In Darmstadt werden auf dem Mercksplatz Bücher verbrannt. - In Wiesbaden ist in der Geisbergstraße 17 die Hitlerjugend Leitung des HJ Banns 80 untergebracht. - In Wiesbaden wird die Gemeinschaftszelle im 1. Stock des Polizeigefängnisses in der Friedrichstraße 25 zur Unterbringung und Folterung von Schutzhäftlingen genutzt. - In Wiesbaden ist die SA Zentrale in der Lessingstraße 16 (2016 Staatliches Umweltamt). - In Wiesbaden wird in der Luisenschule am Luisenplatz 10 der Reichsarbeitsdienst RAD und die SA untergebracht (2016 Hessisches Kultusministerium) und der Keller als Folterkammer genutzt. - In Frankfurt richtet sich die Gestapo im Polizeipräsidium in der Friedrich-Ebert-Anlage 7 mit 27 Beamten ein. - In Wiesbaden wird der in Mainz geborene Ex Krupp AG Manager, neues SA und SS Mitglied und Leiter der NSDAP Zeitung Frankfurter Volksblatt Wilhelm Traupel (42) Landeshauptmann Bezirksverband Nassau. - In Wiesbaden gibt es 19837 Arbeitslose. - In Wiesbaden hat die NSDAP 5600 Mitglieder. - In Wiesbaden wird der SPD Propagandaleiter Georg Buch (30) SPD Vorsitzender und Stadtverordneter und kommt 14 Tage in Schutzhaft. - In Frankfurt findet auf dem Römerberg eine Bücherverbrennung statt. - Adolf Hitler (44) spricht am Niederwalddenkmal. - In Darmstadt wird im Sitz des Landtags im Ständehaus am Luisenplatz (2016 Sparkasse Darmstadt) der demonstrativ antisemitische gießener Schlossermeistersohn, Lehrer und von der DNVP zur NSDAP übergetretene neue darmstädter NSDAP Landtagsfraktionsvorsitzende Ferdinand Werner (57) gewählter Volksstaat Hessen Präsident und der NSDAP Volksstaat Hessen Reichsstatthalter Jakob Sprenger (33) Ministerpräsident. - Der in Darmstadt geborene geistige Führer der NSDAP in Hessen, der Richter Werner Best (30) wird Staatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen. - In Frankfurt wird die Leiche des von der Partei enttäuschten, ehemaligen offenbacher NSDAP Kreisleiters und ehemaligen NSDAP Landtagsabgeordneten Wilhelm Schäfer (37) gefunden, wodurch der Staatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen Werner Best (30), dem er 1931 besonders radikale und diktatorische geheime Pläne zur Machtübernahme gestohlen und an die SPD Regierung übergeben hatte, in Verdacht gerät (1950 freigesprochen). - In Frankfurt wird dem Maler Max Beckmann (49) der Lehrauftrag entzogen. - In Frankfurt wird der Fußballverein FSV Frankfurt Süddeutscher Meister. - In Frankfurt leben 29000 Juden. - In Frankfurt gewinnt der Fußballclub FSV Frankfurt das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den TSV 1860 München vor 15000 Zuschauern im Waldstadion. - In Wiesbaden wird das Wiesbadener Volkshaus mit dem SPD Parteibüro und Gewerkschaftsbundsitz in der Wellritzstraße 49, vom Kreisbetriebszellenleiter mit umgeschnallter Pistole mit SA Männern gestürmt und die Papiere aus den Fenstern geworfen und verbrannt. Die Gewerkschaftssekretäre Eugen Dengel, Reinhold Reinsperger, Johann Völker und Konrad Arndt werden in Schutzhaft genommen. Es werden 12 neue Kommissare eingesetz, und die vermeintliche Weiterführung verkündet. Das Vermögen der Gewerkschaft wird konfisziert - In Wiesbaden werden SPD Versammlungen verboten. - In Wiesbaden spricht der Gewerkschaftssekretär Konrad Arndt auf einer SPD Kundgebung, wird danach in Schutzhaft genommen und in der Gestapo Zentrale verhört und verprügelt. - In Wiesbaden überfallen zwei zivile SA Männer die Wohnung des Gewerkschaftssekretärs Konrad Arndt und stechen ihn nieder. Im Krankenhaus kann er trotz lebensgefährlicher Verletzungen gerettet werden. Er arbeitet nach der Genesung weiter als Gewerkschaftssekretär, wird in das SA Büro in der Lessingstraße bestellt und für die Leitung der NSBO angeworben, was er ablehnt und dafür ins SA Gefängnis und danach ins Polizeigefängnis in der Friedrichstraße verschleppt wird. - In Wiesbaden tritt Wilhelm von Opel (62) in die NSDAP ein und spendet danach 300000 Reichsmark für den Bau des luxuriösen Opelbades. - In Wiesbaden erschießt der SA Mann Ernst Franzreb (32) mit Joseph Steinbrenner und Ernst Krause in Uniform den jüdischen Molkereiwarenhändler Max Kassel in der Webergasse 46 Telefonnummer 22320 bei einem Raubüberfall erkannt. Die Täter fliehen und treffen sich nach der Tat im SA Standartenbüro in der Lessingstraße 16. Nach seiner Verhaftung wird das Verfahren eingestellt (1947 insgesamt 15 Jahre Hafr +1988 Wiesbaden) und Ernst Franzreb neuer SA Wachleiter in der Lessingstraße 16. Die eingeschüchterten Redakteure der wiesbadener Tageszeitung Wiesbadener Zeitung berichten ausführlich verschweigen aber die Uniformen. - Der jüdische dandyhafte Seidenwaren Kaufmann mit angedichteten erotischen Allüren Salomon Rosenstrauch, der mit seinen vier Töchtern gern flanieren geht, wird in seinem Laden Wilhelmstraße 20 von 8 SA Männern überfallen und gequält, einige Wochen später vor seiner geplanten Abreise ins englische Exil vor einer Gewalttat gewarnt und in seiner Wohnung in der Wilhelmstraße 20 von Unbekannten so zu Tode erschreckt, dass er an einem Herzinfarkt stirbt. Die wiesbadener Tageszeitung Wiesbadener Zeitung berichtet, verschweigt aber, dass er Jude ist. - In Fankfurt wird der Leiter der Spionageabwehr bei der Politischen Polizei Kriminalrat Dr Karl Schäfer neuer Leiter der Stapo alias Staatspolizei und ersetzt Ferdinand Mührdel. Die Gestapo wird von 18 auf 40 Beamte aufgestockt. - In Frankfurt schickt der jüdische Kaufmann Otto Frank, Vater von Anne Frank (04) seine Frau mit den Kindern nach Aachen. - In Frankfurt wird ein Sondergericht eingerichtet. - In Darmstadt wird ein Sondergericht eingerichtet. - In Langen wird das Gasthaus Zum Schwanen alias Braunes Haus zum NSDAP Parteilokal. - In Langen wird der evangelische Pfarrer Wilhelm Seibert zum SA Standartenpfarrer der Standarte 168 ernannt. Er hält Agitationsreden im Langener Stadtgarten und bei der Bücherverbrennung. - Der in Darmstadt geborene SA Standartenführer der Obersten SA Führung und Prinz Wilhelm Karl von Isenburg (St) (30) ist Mitglied der Deutschen Adelsgenossenschaft ohne Landesabteilungszuordnung und dort Privatdozent für Erbforschung. - In Frankfurt gibt es die antifaschistische Gruppe Asphalt, deren Mitglieder bei der frankfurter Straßenbaufirma Deutsche Asphalt AG beschäftigt sind. - In Langen wird der Antifaschist Rudi Gottschalk mit mehreren anderen im Rathaus von SA gefoltert. Ihre Hütte im Wald wird von SA zerschossen. - Der in Lich geborene Graf Bernhard von Solms Laubach (St) (33) wird Theaterregisseur und Intendant. - In Offenbach hat die NSDAP 30,5%, die SPD 30,1% und die KPD 18,1% der Stimmen. Es findet eine Demonstration von 300 KPD Anhängern, einen Fackelzug von 150 NSDAP Anhängern und eine Demonstration der SAP statt. - In Offenbach und in Frankfurt werden Boykotte gegen jüdische Geschäfte veranstaltet. - In Offenbach wird der KPD Sammelplatz, die Straße Kleiner Biergrund von der NSDAP mit einem Fahnenmeer gestürmt. - In Offenbach verbietet der Polizeidirektor Käß das Zusammenstehen von mehr als drei Personen. - In Offenbach feiert der Kampfbund für Deutsche Kultur eine Richard Wagner-Feier, die mit einer feierlichen Bücherverbrennung von 5000 undeutschen und gemeinen Büchern im Isenburger Schlosshof endet. - Offenbach hat 1435 jüdische Einwohner. In Offenbach werden alle SPD Stadträte ins KZ Osthofen verschleppt und dort gefoltert. - In Offenbach verkündet die NSDAP Tageszeitung Offenbacher Nachrichten das Verbot der SPD Tageszeitung Offenbacher Abendblatt. - Auf dem Glauberg richtet das RAD Büdingen ein Außenlager für geschlichtliche Grabungen ein. - In Wiesbaden sitzen für die NSDAP im Stadtrat: Der Inseratenredakteur Ludwig Altstadt, Wiesbaden-Bierstadt, Bierstadter Höhe 21, der Invalide Albert Barnscheidt Philippsbergstraße 1, der Mechaniker Fritz Bettner, Helenenstraße 19, der Kaufmann Gustav Bonn, Goebenstr. 26, der kaufmännische Angestellte Philipp Breth, Nassauer Straße 41, der Zimmerermeister Rudolf Dauster aus Wiesbaden-Schierstein, Adlerstraße 5, der Uhrmachermeister Paul Engelmann, Michelsberg 13, der Arzt Dr Walter Fink Hedwigstraße 4, der Obstzüchter Peter Göttel, Frankfurter Str. 83d, der Werkmeister Heinrich Heuß, Blücherstraße 42, der Kaufmann Willi Hollenders Dotzheimer Straße 19, der Rechtsanwalt Dr. Karl Kettenbach, Forststr. 9, der Photograph Wilhelm Kilian, Dotzheimer Straße 22, der Baumschulenbesitzer Paul König, Rüdesheimer Straße 40, der Bauingenieur Hans Kraus, Andreasstraße 31, der Stadtverordnetenvorsteher Kapitänleutnant a.D. Kurt Leoell, Lanzstraße 33, der städtische Leiter für Marktwesen, Forsten, Feldpolizei und Kassen, Wirtschaftsberater Dr. Ludewig Max Dambachtal 45, der städtische Leiter Bau, Maschinentechnik, Grundstück, Garten- und Friedhofverwaltung, Kapitänleutnant a.D. Freiherr Joachim von Lynker Steubenstraße 30, der Pianist Josef Machui Germaniaplatz 3, der Kellner Heinrich Michl, Kirchgartenstraße 5, der Arbeiter Wilhelm Mitter Wiesbadener Straße 2 in Sonnenberg, der Bademeister Baptist Münch Saalgasse 24-26, der Hochbautechniker Heinrich Neuß, Hermannstraße 8, der Arzt Dr Ernst Otto Kaiser-Friedrich-Ring 16, der Inseratwerber Karl Pasch, Adolfsallee 51, der 1. Vorsitzende der NSDAP Fraktion Justizobersekretr Felix Pikarski, Eichendorffstraße 1, der Kaufmann Philipp Reutlinger, Kaiser-Friedrich-Ring 47, der Kaufmann Georg Schaus, Bleichstraße 25, der Kaufmann Ernst Schneider, Nerostraße 19, der kaufmännische Angestellte Friedrich Schneider Wiesbadener Straße 56 in Wiesbaden Biebrich, der Landwirt Theodor Schneider, Wiesbadener Straße 64 in Wiesbaden Biebrich, der Tapezierermeister Gustav Sperling, Jahnstraße 15, der 2. Vorsitzende des städtischen Dezernats für Wohnungsamt, Obdachlosenpolizei und Schlachthof, Reichsbahnzugführer Peter Staub, Bierstadter Höhe 7, der Kaufmann Waldemar Struck, Abeggstraße 11, der Regierungsobersekretär Johann Thorn, Rheingauer Straße 17, der Glaser Oskar Zahn Wiesbadener Straße 4 in Wiesbaden Rambach und der kaufmännische Angestellte Dr Ludwig zimmermann, Helenenstraße 20. - Der in Frankfurt geborene Bankierssohn, NSDAP Mitglied und SA Mitglied Freiherr Georg Heinrich von Neufville (50) wird geschäftsführender Präsident des Reichskuratoriums für Jugendertüchtigung. - In Wiesbaden wird in den städtischen Dienststellen der Hitlergruß vom in Iserlohn geborenen Lokomotivführer und neuen wiesbadener NSDAP Oberbürgermeister Alfred Schulte (61) und seinem in Westpreußen geborenen Vertreter NSDAP Kreisleiter und Fraktionsvorsitzenden Felix Piekarski (43) eingeführt. - Hermann Göring ernennt das in Offenbach Rumpenheim geborene NSDAP Mitglied Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (37) zum NSDAP Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau und seinen in Offenbach Rumpenheim geborenen evangelischen Bruder Rittmeisters, Bankkaufmann der arisierten frankfurter Filiale der M. M. Warburg & CO Bank, NSDAP und SA Mitglieds Prinz Wolfgang von Hessen Kassel (38) zum NSDAP Obertaunuskreis Landrat. - In Offenbach gibt es 12 Juden. - In Offenbach werden das KPD Büro in der Karlstraße 35 und das Gewerkschaftshaus mit Saalbau in der Austraße 9 von der NSDAP übernommen und die Rote Hilfe Gebäude im Bierbrauer Weg in ein Adolf Hitler Heim umgewandelt, dessen zerstört hinterlassene Inneneinrichtung von KPD Mitgliedern wieder hergerichtet werden muss. - In Offenbach wird die Synagoge Ecke Goethestraße/Kaiserstraße als Kino, Theater und für NS Veranstaltungen genutzt. - In Offenbach erschießt der arbeitslose SA Mann Weißmantel das aktive SPD und Reichsbanner Mitglied Christian Pleß (24) in der Kaiserstraße von einem Lastwagen herab und erhält als Belohnung eine Arbeitsstelle bei der Stadt. - In Offenbach begeht der schlesische Beamtensohn und Chefredakteur der Arbeiterzeitung Offenbacher Abendblatt Georg Kaul (60) Selbstmord, weil viele seiner Gesinnungsgenossen plötzlich sogar für die NSDAP arbeiten. - In Wiesbaden sinkt die Zahl der Kurbesucher auf 93000. - Der badsodener Bankdirektor Fritz Fuchs ist NSDAP Spitzenkandidat bei den Kommunalwahlen, gefolgt vom eppsteiner Gastwirt Hermann Müller, vom eschborner Landwirt Fritz Kunz und vom kelkheimer Möbelfabrikant Georg Graf. - In Höchst veranstalten auf dem Schloßplatz der SPD Mann und Drucker Peter Nida und Wilhelm Apel eine Protest Kundgebung mit 4000 Demonstranten und anschließend einen nicht genehmigten Demonstrationszug mit 2000 Demonstranten eine Woche nach der Machtergreifung. Wilhelm Apel flieht ins Saarland. Peter Nida wird verhaftet, musste aber aus Mangel an Beweisen freigesprochen werden. - In Hochheim behauptet der SA Mann Biron überfallen worden zu sein, weshalb 23 Personen von Reichsbanner oder SPD in Schutzhaft genommen werden. Die Staatsanwaltschaft findet heraus, dass der Überfall gar nicht stattgefunden hat. - In Höchst wird der SPD Kreistagsabgeordnete Wilhelm Holzapfel von der Konsumgenossenschaft Höchst entlassen. - In Darmstadt wird die darmstädter Zeitung und SPD Kampforgan Hessischer Volksfreund Neckarstraße 4 verboten und geschlossen. - In Frankfurt werden viele jüdische Mitarbeiter u.a. der in Frankfurt geborene Journalist Siegfried Kracauer (44) und der kulturkritiker  Walter Benjamin (41) der frankfurter Tageszeitung Frankfurter Zeitung entlassen. - In Frankfurt gibt es 70917 Arbeitslose, entsprechend 12,7 %. - In Frankfurt verbrennt die akademische Jugend auf dem Römerberg Bücher mit undeutsche Literatur, wobei der evangelische Studentenpfarrer Otto Fricke (31) eine Rede hält. - In Frankfurt haben bei der Kommunalwahl die SPD 19,05 %, die KPD 9,72 %, die DVP 3,95 %, das Zentrum 11,45 % und die NSDAP 47,87 %. - In Frankfurt erhalten die Deutschen Christen unter Führung von Pfarrer Probst von der Erlösergemeinde vom Landeskirchenrat ein Verweis wegen Verletzung der politischen Neutralität. - Die Evangelische Kirche in Nassau-Hessen wird mit dem späteren Landesbischof Ernst Ludwig Dietrich (36) gegründet, der nach dem Führerprinzip seine Pfarrer bestellen darf. Im Kirchengebiet mit fünf Propsteien ist Propst Pfarrer Alfred Trommershausen von der Luthergemeinde für Frankfurt zurständig. Dachricer Arierparagraph ist grundsätzlich akzeptiert. - In Frankfurt gliedert Pfarrer Paul Both ohne bischöfliche Erlaubnis seine kirchliche Eichenkreuzsturmschaft schon in die Hitlerjugend ein. - In Hanau wird der Landwirt Johannes Puth (33) NSDAP Kreisleiter und Bürgermeister von Schlüchtern und NSDAP Kreisleiter. - Prinz Hesso von Leiningen heiratet Gräfin Marie Luise von Nesselrode. - In Frankfurt marschieren Autobahnarbeiter in Kolonne vor dem Hotel Vier Jahreszeiten Scharnhorststraße 4 alias Karlstraße 4. - In Idstein und in Michelbach wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - Der in Wiesbaden aufgewachsene hamburger Kaufmannssohn und Rechtsanwalt Hans Buttersack (53) führt als DNVP Mitglied eine Stahlhelm Machtdemonstration alias Hitler Huldigungs-Marsch durch Wiesbaden an. Die SA am Ende des Zuges wird in der Ludwigstraße von KPD lern mit Flaschen, Steinen und glühenden Briketts aus den Fenstern beworfen und vertrieben. Am folgenden Tag rückt der in Mainz Gonsenheim aufgewachsene, vorbestrafte Dieb und arbeitslose SA Mann und Agitator Ernst Franzreb (32) mit seinem SA Rollkommando an, verhaftet wahllos aus Rache und verschleppt seine Opfer in das SA Quartier Lessingstraße 16 und in den Keller der Luisenschule am Luisenplatz, wo der selbsternannte Herrscher von Wiesbaden SA Standartenführer Reutlinger mit unglaublicher Brutalität foltert und Scheinerschießungen anordnet. Das von Ernst Franzreb (32) eine Kellertreppe hinuntergeworfene KPD Mitglied Karl Müller wird danach mit einer Schußwunde tot aufgefunden. Tage später wird Ernst Franzreb (32) überfallen und schwer verletzt. - In Wiesbaden organisiert der Gewerkschafter Paul Krüger (29) einen Hungerstreik im Polizeigefängnis des Polizeipräsidiums Friedrichstraße 25. - In Frankfurt gibt es 26158 Juden. - In Darmstadt erreicht die NSDAP 50 %. - In Darmstadt wird der in Bayreuth geborene KPD Funktionär Georg Fröba (37) von der SA mit vielen anderen Kommunisten in Schutzhaft genommen, brutal verprügelt und ins KZ Osthofen bei Worms verschleppt. - In Wiesbaden ist das Braune Haus in der Dotzheimner Straße. - In Wiesbaden wird der Bahnhofsbuchhändler O. Vaternahm heimlicher Verteiler von verbotener Literatur, Schriften und Flugblättern. - In Wiesbaden werden u.a. illegale Treffpunkte von Regimegegnern: das Cafe Vogel in der Rheinstraße neben der Hauptpost, das Restaurant Schweizergarten Platterstraße nahe des Waldes und des Wolkenbruches, das Restaurant Rosengärtchen in der Taunusstraße, das Cafe Lehmann in der Wilhelmstraße und die Konditorei Vorbach untere Webergasse. - In Wiesbaden glaubt die KPD, dass die NSDAP nur einen Feind hat und postuliert auf ihren Flugblättern: Sie lieben vereint, sie hassen vereint, sie haben nur einen Fein: Die Arbeiterklasse. - Der in Darmstadt geborene Prinz Wilhelm Karl Prinz von Isenburg Büdingen (St) (30) veröffentlicht seine Studie Das Problem der Rassenreinheit. - In Königstein Falkenstein vermietet der Besitzer des Hotel Frankfurter Hof Alt Falkenstein 47 (2016 Falkenstein Apotheke) Jean Schmitt an NS Verfolgte Zimmer im Rest Home Projekt. - In Frankfurt wird die Richterin Elisabeth Schwarzhaupt, die auch noch mit einem Juden verheiratet ist, wegen eines Verbots für Frauen in Richterämtern entlassen. - In Wiesbaden wird das Pädagogium Luisenplatz 10 Verwaltungssitz des Reichsarbeitsdienstes RAD Hessen Süd. - In Wiesbaden wird die Alte Münze Luisenplatz 5 nach der Machtergreifung für einige Monate Wohnstätte für die SA Männer, von denen viele Hilfspolizisten sind. Im Keller wirft man dem extra aus dem Polizeigefängnis im Polizeipräsidium Friedrichstraße 25 geholte KPD Führer Karl Müller, dem man Überfälle auf NSDAP Mitglieder und Messerstechereien vor, sperrt ihn in einen Verschlag unter der Treppe und foltert ihn. Gerne benutzt wird eine Reitpeitsche. Zähne werden ausgeschlagen und Köpfe bei besonderen Leuten geschoren. - In Wiesbaden wird Otto Quarch auf der Flucht durch SS Leute erschossen.

1932 In Wiesbaden tritt der mit zwei totgeborenen Söhnen kinderlose Ex Berufssoldat, Landesverwaltungsobersekretär und SA Mitglied Fritz Bernotat (42) in die SS ein und wird Mitglied im Lebensborn e.V.. - In Frankfurt besetzen 150 SA, die nicht zur Universität gehören, die Ausgänge der Goethe Universität und liefern sich mit der Roten Studentengruppe und sozialistischen Studenten unter Deutschland erwache! Juda verrecke! Rufe Schlägereien. - In Wiesbaden organisiert der Holzarbeitersohn Paul Krüger in den kommunalen Betrieben einen Antifaschistischen Ausschuss.  - In Mainz spricht Adolf Hitler (43) bei seinem zweiten Besuch in der Stadt auf dem Sportplatz des mainzer Fußballvereins Mainz 05 vor Tausenden von Besuchern. - In Frankfurt spricht Adolf Hitler (43) in der vollbesetzten Festhalle an der Messe. - In Frankfurt wird die Universität Frankfurt in Goethe Universität umbenannt. - In Offenbach Bieber verbietet der OFC Fußballvereinspräsident Manfred Weinberg eine NSDAP Wahlkampfveranstaltung im Stadion auf dem Bieberer Berg. - In Wiesbaden versucht die NSDAP den Bau des Opelbades wegen der hohen Kosten durch die Stadt zu blockieren. - In Langen hält der evangelische Pfarrer Wilhelm Seibert SA Feldgottesdienste ab. - Der in Offenbach geborene Generaldirektor des größten k.u.k Waffenproduzenten Skoda Werke Prinz Victor von Isenburg Büdingen (St) (60) protzt überheblich vor der dem kanadischen Journalisten Johson bei den Abrüstungesverhandlungen in Lausanne, dass er überhaupt nicht an Abrüstung denke, sondern an Aufrüstung. - In Frankfurt wird an der Goethe Universität das agitative NSDAP und NS Lehrerbund Mitglied Professor Ernst Krieck (50) suspendiert. - In Mainz fällt der Rosenmontagszug wegen Geldmangels aus. - In Wiesbaden eröffnet der Reit- und Fahrclub Wiesbaden in Zusammenarbeit mit der Stadt das Turniergelände Unter den Eichen, wo jährlich Turniere mit zwei Geländeritten, Springübungen und Dressurprüfungen veranstaltet werden. - Der in Darmstadt aufgewachsene Feuilletonredakteur bei der darmstädter Zeitung und Parteiorgan Hessischer Volksfreund Carlo Mierendorff (35) entwirft mit Sergej Tschachotin das Logo drei Pfeile der Eisernen Front. - In Fankfurt werden die Römerbergfestspiele eingeführt. - Der in Katzenelnbogen Berghausen geborene Rudolf Diels (30) wird mit seinem Wissen über Kommunisten und Sozialdemokraten Leiter der von Göring neu eingerichteten Geheimen Staatspolizei Gestapo. - In Wiesbaden nimmt der Wiesbadener Bridgeclub an einem Bridgeturnier im Kurhaus in den Gesellschaftsräumen und im Spielzimmer teil. - In Coburg wird Prinzessin Margarita von Leiningen (St) geboren. - In Hochheim am Main wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - In Frankfurt Sachsenhausen finden in und vor dem von NSDAP Mitglied Wilhelm Kilian geführten Kino Wall Lichtspiele Wallstraße 22 antifaschistische Boykotte und Schlägereien statt. - Der in Wiesbaden geborene Graf von Schaumburg mit dem seit zwei Jahren gerichtlich bestätigten Titel Fürst Friedrich August von Hanau (St) (68) heiratet in zweiter Ehe die geschiedene Ernestine Christine Detzer (38). - In Wiesbaden sticht der in Mainz Gonsenheim aufgewachsene, vorbestrafte Dieb und SA Mann und Agitator Ernst Franzreb (31) in der Nähe des KPD Lokal Zum Elefanten einen Gegner in den Hals und in Dotzheim mit einer Mistgabel ins Gesicht. - In Wiesbaden sind die Frankenstraße und die Ludwigstraße hauptsächlich von republikfeindlichen KPD Anhängern bewohnt.

1931 Prinz Christoph von Hessen (St) (30) wird Mitglied der NSDAP. - In Darmstadt wird bei der Beerdingung des während einer NSDAP Kundgebung in Mainz an einem Herzinfarkt verstorbene ehemalige frankfurter Finanzamt Ost Mitarbeiters und hessendarmstädter NSDAP Gauleiters Peter Gemeinder (39), dem der mainzer Generalvikar Philipp Jakob Mayer ein kirchliches Begräbnis verweigert, das Uniformverbot für SA durchgesetzt, weshalb die SA statt braune einfach weiße Hemden anzieht. - In Frankfurt wird Georg-Wihelm Müller (22) NSDAP Studentengruppenführer an der Goethe Universität. - In Frankfurt Sachsenhausen übernimmt der Heckenwirtssohn Adolf Wagner eine Apfelweinwirtschaft in der Schweizer Straße 71 und macht sie zum Traditionsgasthaus Wagner. - In Mainz spricht Adolf Hitler (42) bei seinem ersten Besuch in der Stadt in der Stadthalle Rheinstraße 66 vor Tausenden von Besuchern. - In Wiesbaden meldet die NSDAP Zeitung Rheinwacht Insolvenz an, weshalb ihr Verleger Theodor Habicht (33) als NSDAP Landesinspektor nach Österreich geht und als immuner Parlamentarier nicht belangt werden kann. - In Frankfurt wechselt der in Mainz geborene Metzgersohn und Krupp AG Manager Wilhelm Traupel (40) zur Leitung der NSDAP Zeitung Frankfurter Volksblatt. - Der in Darmstadt geborene antisemitische Hochschulaktivist und Richter Werner Best (28) wird NSDAP Landtagsfraktionsvorsitzender, mit dem katholischen Zentrums Reichskanzler Heinrich Brüning sogar Koaltionsverhandlungen einleitet, SS Mitglied mit elitärem Korpsgeist und die frankfurter Tageszeitung Frankfurter Zeitung  hält ihn für den geistigen Führer der NSDAP in Hessen. - Der offenbacher NSDAP Kreisleiter Wilhelm Schäfer (35) stiehlt dem NSDAP Juristen und NSDAP Landtagsfraktionsvorsitzenden Werner Best (28) besonders radikale und diktatorische geheime Pläne zur Machtübernahme, übergibt sie heimlich dem in Bayreuth geborenen hessischen SPD Innenmister Wilhelm Leuschner (41), tritt aus der NSDAP aus und bleibt aber Mitglied des Landtages. Die Veröffentlichung der Pläne wird zum Skandal. - In Rüsselsheim wird nach 119484 Stück Opel 4 ein neues Modell der Opel 1,2 Liter gebaut. - In Rüsselsheim werden die letzten 20 % von Opel an GM verkauft. - In Wiesbaden erhalten auch die oberen Stockwerke des Badehauses Schwarzer Bock am Kranzplatz Badezellen. - Der in Lich geborene Graf Bernhard von Solms Laubach (St) (31) wird NSDAP Volksstaat Hessen Landtagsabgeordneter. - In Frankfurt wird die NSDAP mit 37,1 % und 27 Sitzen stärkste Fraktion im Landtag des Volksstaates Hessen. - In Wiesbaden erscheint der erste Jahrgang der NSDAP Tageszeitung Nassauer Volksblatt. - In Mainz fällt der Rosenmontagszug wegen Geldmangels aus. - In Frankfurt fordert die Wirtschaftspolitische Vereinigung von Hindenburg einen Machtwechsel zugunsten der NSDAP, DNVP und des Stahlhelm. - In Frankfurt Schwanheim bedroht in der Schwanheimer Volksschule Gerolsteiner Straße 2 (2016 August Gräser Schule) ein Vater die Klassenlehrerin seines Sohnes erfolgreich mit dem Tod um die Versetzung durchzusetzen, was erst im nächsten Jahr herauskommt. - In Frankfurt übernimmt das in Frankfurt geborene NSDAP Mitglied, Postoberamtmannssohn, frankfurter Goethe-Universitäts-DiplomVolkswirtschaftler und SA Sturm 68 Führer Adolf Beckerle (29) die Führung der SA-Untergruppe Hessen-Nassau-Süd. - In Darmstadt heiratet mit riesigem Interesse der Bevölkerung Erbgroßherzog Georg Donatus von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (25) die in Athen geborene griechische und dänische Prinzessin Cäcilia von Schleswig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (20). - In Frankfurt stirbt der in Bad Homburg geborene Großbürgersohn und für alle Tabuthemen wie Drogen, Astrologie und Esotherik aufgeschlossene Bohemien und Schriftsteller Oscar A. H. Schmitz (58). - In Wiesbaden wird ein rotes Reichspost Fernsprechhäuschen alias Telefonzelle an der Südseite der Ringkirche Rheinstraße aufgestellt. - In Wiesbaden wird ein Republikanischer Tag auf dem wiesbadener Festplatz Unter den Eichen abgehalten, wo der in Herford geborene preußische SPD Innenminister Carl Severing (56) spricht und die Arbeitersportler auftreten. - In Wiesbaden liefert sich der in Mainz Gonsenheim aufgewachsene, vorbestrafte Dieb und SA Mann und Agitator Ernst Franzreb (30) einen Straßenkampf in der Adlerstraße, wobei er auf die Köpfe seiner KPD Gegner mit einem Kartoffelstampfer einschlägt. - Der in Lich Arnsburg geborene Graf Bernhard Bruno von Solms Laubach (St) (31) ist Mitglied der NSDAP und hält propagandistische Reden.

1930 In Kronberg heiratet Prinz Christoph Ernst August von Hessen (St) (29) die griechische Prinzessin Sophie von Schlewig Holstein Sonderburg Glücksburg (St) (16), die jüngste Tochter des griechischen Königssohn Andreas von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und Alice von Battenberg. - In Frankfurt wird Friedrich Weitzel (25) SS Oberführer und Führer des SS Abschnitts V. - In Frankfurt spricht Adolf Hitler (41) in der überfüllten mit riesigen Hakenkreuzfahnen geschmückten Festhalle an der Messe. - In Mainz muss die mainzer NSDAP Ortsgruppe in Sektionen u.a. Altstadt, Neustadt, Bahnhof, Gautor, Kastel aufgeteilt werden. - In Wiesbaden wird aus dem NSDAP Gauparteiorgan Nassauer Beobachter die Zeitung Rheinwacht. - In Frankfurt tritt der Sänger und Komiker Otto Reutter (60) im Schumann Theater am Bahnhofsplatz auf und gibt ein Radiokonzert für den Sender Frankfurt. - Der in Mainz geborene Metzgersohn mainzer Höhere Handelsschulabsolvent, Handlungsbevollmächtigte für den Gesamtkonzern Krupp AG und Direktor der Erntemaschinen-Vertriebsgesellschaft Wilhelm Traupel (39) tritt in die NSDAP ein. - In Wiesbaden wird der Blumenkorso eingestellt. - In Frankfurt wird das Gewerkschaftshaus Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77 als erstes Hochhaus errichtet. - Die frankfurter IG Farben bilden mit dem amerikanischen Schießpulverhersteller Dupont ein weltumspannendes Kartell. Der in Wiesbaden Biebrich geborene Industrielle Wilhelm Ferdinand Kalle (60) hilft dabei. - Gustavsburg an der Mainmündung wird mainzer Stadtteil. - In Mainz leben 78500 Katholiken und 48500 Protestanten. - Langen wird als Teil des Mainzer Brückenkopfs alias alliiertes besetztes Rheinland geräumt. - Der in Darmstadt geborene Prinz Wilhelm Karl Hermann von Isenburg (St) (27) heiratet die Forstmeistertochter und Grafentochter Helene Elisabeth von Korff alias Schmising-Kerssenbrock (St) (30). - Wiesbaden wird als Sitz der Internationalen Rheinlandkommission von den Briten geräumt aber wieder französisch besetz, allerdings nur mit sehr wenigen Soldaten. - Der mit Hermann Göring befreundete und in Offenbach Rumpenheim geborene Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (34) tritt der NSDAP bei. - In Wiesbaden stirbt Oberbürgermeister Fritz Travers und die NSDAP schlägt den wiesbadener Bürgermeister Alfred Schulte (58) als neuen wiesbadener Oberbürgermeister vor. - In Wiesbaden Erbenheim wird auf dem Turnierplatz das Pfingsturnier für Reitpferde veranstaltet. - In Wiesbaden Erbenheim wird auf der Pferderennbahn ein Autorennen veranstaltet, bei dem der aus Freiburg stammende spätere Motorpressegründer Paul Pietsch (20) bei seinem ersten Rennen einen Bugatti fährt. - In Wiesbaden zieht das Pfingsturnier des Reit- und Fahrclub Wiesbaden wegen des großen Erfolges des ersten Turniers vom Kleinfeldchen auf dem Pferderennplatz Wiesbaden Erbenheim unter großer nationaler Beteiligung als Befreiungsturnier um. - In Eppstein und Neuenhain werden NSDAP Ortsgruppen gegründet.- In Hofheim wird ein NSDAP Stützpunkt gegründet. - In Niederjosbach wird ein NSDAP Stützpunkt gegründet. - In Eppstein Niederjosbach wird eine NSDAP Ortsgruppe mit 7 Mitgliedern gegründet. Das NSDAP Mitglied Wittenberger stiftet eine Fahne. - Der in Berghausen geborene Rudolf Diels (30) heiratet die Industriellentochter Hildegard Mannesmann. Beide sind Mitglieder der Deutsche Demokratische Partei. - In Rüdesheim wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - In Wiesbaden ist der republikfeindliche wiesbadener Opel-Werk Abteilungsleiter Andreas Hoevel (30) KPD Funktionär. - In Wiesbaden kommt Reichspräsident Paul von Hindenburg (83) zu Besuch und lässt sich im Spalier der der wiesbadener Vereine und zum Stechschritt des gerade wieder zugelassenen republikfeindlichen Stahlhelms und vom sozialistischen Reichsbanner feiern. - In Wiesbaden versammeln sich nach einem republikfeindlichen, patriotischen Fackelzug zu Befreiungsfeiern in der Innenstadt riesige Menschenmassen, wobei es in der Moritzstraße zu mitternächtlichen Krawallen und gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt, bei denen Geschäfte von vermeintlichen Separatisten aber auch von einigen Juden demoliert werden. - In Wiesbaden erreicht die NSDAP 27 %. - In Groß Gerau wird das in Frankfurt geborene NSDAP und SA Mitglied Otto Schwebe (30) groß gerauer NSDAP Kreisleiter und Gaugeschäftsführer der Gauleitung Hessen Nassau Süd. - In Frankfurt lässt sich die NSDAP im frankfurter Telefonbuch unter Weißfrauenstraße 12 ohne Telefonnummer eintragen. - In Bayern lassen sich die Fürsten von Hanau ihren ab 1875 ohne rechtliche Grundlagen getragenen Titel Fürst gerichtlich legitimieren. - Der in Darmstadt geborene Prinz Wilhelm Karl Prinz von Isenburg Büdingen (St) (27) heiratet in München die in darmstadt geborene Gräfin von Korff alias Schmising-Kerssenbrock. - In Frankfurt beginnt die Schauspielerin Marianne Hoppe (29) am Neuen Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße ein zweijähriges Engagement. - In Frankfurt beginnt der Schauspieler Günther Lüders (25) am Neuen Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße ein fünfjähriges Engagement. - In Frankfurt sucht die in Frankfurt geborene überzeugte Junggesellin, Metzgertochter aus dem Gallusviertel, Anhängerin des FSV Frankfurt Fußballpionierin Lotte Specht (19) per Zeitungsannonce in der Tageszeitung Frankfurter Nachrichten nach Fußüballerinnen und gründet mit ihnen im Gasthof Steinernes Haus am Römerberg den 1. DDFC Frankfurt, den ersten deutschen Frauenfußballverein, was sie schon nach eineigen Wochen auf die Titelseite der frankfurter Wochenzeitung Das Illustrierte Blatt bringt. Die Frauen spielen auf der Seehofwiese in Sachsenhausen und werden in der Öffentlichkeit als Mannweiber verspottet und beschimpft. Der Verein löst sich nach einem Jahr auf. - In Wiesabaden tritt franzreb in die NSDAP ein. - In Wiesbaden liefert sich der in Mainz Gonsenheim aufgewachsene, vorbestrafte Dieb und SA Mann und Agitator Ernst Franzreb (29) einen Straßenkampf in der Faulbrunnenstraße, wobei er seinen Gegnern schwere Gesichtsverletzungen beibringt.

1929 Wetter: Kältewelle in Hessen. Der Rhein friert zu. Rosenmontagszug bitterkalt. - In Mainz werden beim Rosenmontagszug die Määnzer Schwellköpp eingeführt. - In Frankfurt finden in der Festhalle an der Messe nur noch kleinere Veranstaltungen statt. - 300 wiesbadener SA fahren zum NSDAP Reichsparteitag nach Nürnberg. - In Wiesbaden wird die NSDAP zweitstärkste Partei mit 9 Sitzen im Stadtparlament bei knapp mehr als 1000 Mitgliedern. - Der in Darmstadt geborene antisemitische Hochschulaktivist und Jurist Werner Best (26) tritt in die NSDAP ein. - In Frankfurt wird der Maler Max Beckmann (45) zum Professor ernannt. - Der in Rüsselsheim geborene Wilhelm von Opel (58) verkauft zusammen mit seinem Bruder Friedrich für 154 Millionen Reichsmark 80 % der Opel AG an General Motors und bleibt Aufsichtsrat. - In Wiesbaden hat das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz 260 Zimmer mit fließendem Wasser bei einem Zimmerpreis von 5 Mark. - In Mainz Weisenau betreibt die Kirner Privat Brauerei das Restaurations-Schiff Wacht am Rhein. - In Frankfurt findet in der Messehalle die XX. Mustermesse als letzte Messe statt. - In Frankfurt wird die mit Dampflokomotiven betriebene Frankfurter Waldbahn nach Schwanheim und Neu-Isenburg elektrifiziert. - In Wiesbaden werden die britischen Besatzungstruppen abgezogen. - In Wiesbaden wird das Wiesbadener Pfingstreitturnier des Wiesbadener Reit- und Fahrclubs auf dem Sportplatz Kleinfeldchen, bei dem Reiter aus Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt in den Reitabteilungen Erbenheim, Kloppenheim, Bierstadt, Sonnenberg unter Präsident Generalleutnant der Kavallerie a.D. Günther von Etzel eingeführt. - In Hochheim gibt es einen Reitsportverein. - In Frankfurt wird der Bornheimer Hang bebaut. - In Wiesbaden wird die Rheinlandkommission aufgelöst und nach Koblenz verlegt. - In Wiesbaden Erbenheim wird der Pferderennplatz zu einem Zivilflughafen umgewandelt und mit einem Großflugtag von der Mittelrheinischen Flughafen GmbH eröffnet. - In Niedernhausen wird ein NSDAP Stützpunkt gegründet. - In Höchst ist der höchster Landratssohn Paul Apel (33) hessennassauer Reichsbanner Geschäftsführer und sein jüngerer Bruder Wilhelm Apel (24) Reichsbanner Kreisstadtführer und Eiserne Front Kreisführer. - In Frankfurt nimmt der Stadtsynodalverband unierte bockenheimer Kirchengemeinden auf und ist dadurch nicht mehr rein lutherisch konfessionell. Dementsprechend nennt er sich evangelisch-lutherisch und evangelisch-uniert. - Die Frankfurter Kirche gründet mit den evangelischen Kirchen in Hessen, Nassau und Kurhessen die Marburger Konferenz für eine einheitliche hessische Kirche. - In Frankfurt haben bei der Kommunalwahl die SPD 27,6 %, die KPD von 13,0 %, die DVP 12,9 %, das Zentrum von 12,2 % und die NSDAP von 9,9 %. - In Wiesbaden wird der Leiter der Galerie und Vorsitzender des Nassauischen Kunstvereins Justizrat Dr Gessert von Dr Eberhard Freiherr von Schenk zu Schweinsberg abgelöst. - In Limburg ist der bad camberger Apotheker Paul Lawaczeck (51) limburger NSDAP Kreisleiter. - In Frankfurt übernimmt das in Frankfurt geborene NSDAP Mitglied, Postoberamtmannssohn und frankfurter Universitäts-DiplomVolkswirtschaftler Adolf Beckerle (27) die Führung des SA Sturm 68 in Frankfurt. - In Darmstadt beginnt der jüngere Prinz Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (21) ein Archäologie Studium an der Technischen Universität Darmstadt Karolinenplatz 5. - In Eltville und in Oestrich wird eine Telefonselbstwählstelle eingerichtet. - In Wiesbaden werden die NSDAP Mitglieder von hessennassausüd NSDAP Gauleiter Jakob Sprenger (35) von Frankfurt Niederrad Melibokus Straße 30 mit der Telefonnummer Spessart 63173 aufgefordert besonderes Augenmerk auf den bevorstehenden Abzug der englischen Besatzungstruppen zu legen und sofort eine unvergessliche riesige NSDAP Kundgebung mit SA Aufmarsch zu organsieren. - In Frankfurt hat das Kino Lichtspiel-Theater in der Kaiserstraße 50 die Telefonnummer Hansa 3406. - In Frankfurt wird am ehemaligen Operettentheater Vergnügungsetablissement Groß Frankfurt der neoklassizistische Portikus abgerissen und darin das Kino Ufa-Palast Groß-Frankfurt mit Operateur alias Filmvorführer Conrady und Kapellmeister M.A. Pflugmacher mit dem Musikstück Meistersinger, einem Naturstummfilm, einem Musikstück gespielt vom amsterdamer Organist Peter Polla, den Jazz-Parodisten Three Kuhtiroler und dem Hauptfilm und Stummfilm Manolescu - der König der Hochstapler mit der Telefonnummer Hansa 13 Bleichstraße 57 eröffnet.

1928 In Frankfurt eröffnet Hans Müller im väterlichen Gasthaus Liederhalle in der Basaltstraße das Titania Kino. - In Frankfurt sind Jakob Sprenger (34) mit Hitlerbärtchen, Peter Gemeinder (37), August Bornath und Karl Linder (28) NSDAP Stadtverordnete im Stadtparlament. - In Mainz hat die Ortsgruppe NSDAP 30 Mitglieder und trifft sich im Saal des Evangelischen Vereins in der Schießgartenstraße 10. - In Darmstadt wird Otto Wetzel (23) darmstädter NSDAP Ortsgruppenführer. - In Frankfurt kann die NSDAP erstmals nach vielen vergeblichen Versuchen das Zoogesellschaftshaus Bernhard-Grzimek-Allee 1 für eine Parteiversammlung mieten, bei der Josef Goebbels auftritt. - In Wiesbaden wird Georg Buch (25) SPD Propagandaleiter. - In Frankfurt erbauen die IG Farben den größten Bürokomplex Europas als Hauptsitz am Norbert-Wollheim-Platz 1. - In Frankfurt wird die Großmarkthalle Sonnemannstraße 20 eröffnet. - Der in Rüsselsheim geborene Fritz von Opel (29) erreicht mit dem Opel-Sander-Rakwagen 235 km/h. - Der in Rüsselsheim geborene Fritz von Opel (29) wird an Bord des Linienschiffs Conte di Savoia von den Britischen Behörden bei Gibraltar 16 Tage verhaftet und darf danach weiter in die USA reisen. - In Rüsselsheim hat Adam Opel KG nach 42771 produzierten Kraftfahrzeugen 27,5 % Marktanteil und wird größter deutscher Automobilhersteller. - In Wiesbaden veranstaltet der Reit- und Fahrclub eine Hubertusjagd. - In Frankfurt Fechenheim wird ein Arbeiter-Hallenschwimmbad eröffnet. - Die NSDAP Mitglieder Jakob Sprenger (34) und Gimbel kleben bei den Wahlen selbst die Wahlplakate auf dem Land. - In Frankfurt Rebstock werden auf dem Flugplatzgelände Raketenflugzeuge gestestet. - In Bad Camberg ist der bad camberger Apotheker Paul Lawaczeck (50) NSDAP Kreitagsabgeordneter. Wie sein in Bad Camberg geborener Bruder, der Arzt Ernst Lawaczeck (38) betätigt er sich als NSDAP Redner. - In Bad Homburg zieht der abgesetzte drittälteste Kaisersohn Adalbert von Zollern Preußen (St) (44) wegen den schlechten Gesundheitszustands seiner Frau Adelheid von Sachsen Meiningen aus der Jugendstil Villa Adelheidswert im Stadtpark aus und zieht inkognito unter dem Pseudonym Graf und Gräfin von Lingen in die Schweiz. - In Frankfurt bietet die jüdisch-deutsch kombinierte Schule Philantropin in der Hebelstraße 15-17 Unterricht vom Kindergarten bis zum Abitur. - In Wiesbaden Biebrich und in Bad Schwalbach werden ein Selbstanschlussämter der Post für Telefon eingerichtet. - In Frankfurt übernimmt die Stadt die von der jüdischen Bankierfamilie gestiftete Freiherrlich Carl von Rothschild'sche öffentliche Bibliothek Am Untermainkai 14-15. - In Wiesbaden erreicht die NSDAP 8,5 %. - In Frankfurt Bornheim Bergerstraße 275 wird der große Festsaal des Gasthauses Zur weißen Lilie Berger Straße 275 zum Kino Blumen-Lichtspiele umgebaut. - In Darmstadt wird der Fußballverein Darmstadt gegründet. - In Eltville Eichberg wird die Heil- und Pflegeanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4 in Landesheilanstalt Eichberg umbenannt. - In Wiesbaden wird der wiesbadener Spielbank Croupierssohn, deutsche Jazzpianist, Big-Band-Leader und Schlagersänger Paul Kuhn geboren.

1927 In Frankfurt kommt die Erstausgabe der NSDAP Wochen Hetzschrift Frankfurter Beobachter als Enthüllungsblatt und NSDAP Organ heraus. Deren Redaktion wird mit gesammelten 48 Mark gegründet. Die NSDAP Mitglieder Leopold Gutterer (25) und Theodor Habicht (29) betätigen sich in einem kleinen Raum von NSDAP Mitglied Moßbrugger in der Adalbertstraße als Redakteure. Da keine regionale Druckerei sie drucken will, kommt sie aus Lambrecht in der Pfalz. - In Frankfurt macht der NS Studentenbund Wahlpropaganda vor dem Eingang der Goethe Universität. - In Frankfurt wird Jakob Sprenger (33) NSDAP Gauleiter Hessen-Nassau. - In Mainz löst sich die mainzer NSDAP Ortsgruppe wegen Geldproblemen auf und ihr mainzer NSDAP Ortsgruppenleiter und Gerichtsassessor Dr Hugo Wolf tritt aus der Partei aus. Bei der Neugründung können sie kein Parteilokal finden. - In Mainz verbieten die linkrheinischen französischen Besatzungstruppen uniformiertes Auftreten in der Öffentlichkeit. - In Wiesbaden wird der in Wiesbaden geborene Schriftsetzersohn Theodor Habicht (29) NSDAP Ortsgruppenleiter und gründet die Wochenzeitung Nassauer Beobachter und den Pfälzer Beobachter, die zu offiziellen NSDAP Gauparteiorganen werden. - In Frankfurt tagt der Reichsverband der Deutschen Industrie im Schumann Theater am Bahnhofsplatz. - In Frankfurt wird Peter Gemeinder (36) frankfurter NSDAP Ortsgruppenleiter. Die NSDAP Ortsgruppe Frankfurt wird von ihrem Vermieter aus dem Parteibüro im 5. Stock in der Domstraße 12 geworfen und zieht deshalb in den 3. Stock in der Trierische Gasse 7, wo erstmals ein Parteischild angebracht wird. - In Frankfurt stören die NSDAP Mitglieder Sprenger, Gemeinder, Linder, Gutterer, Heyse, Gert Rühle, Neef uneingeladen bei Parteiveranstaltungen und werden von SA und SS geschützt. - In Frankfurt wirbt die NSDAP Ortsgruppe nicht nur Samstags sondern auch Sonntags. - In Frankfurt beschuldigt das NSDAP Mitglied Leopold Gutterer (25) in der NSDAP Hetzschrift Frankfurter Beobachter den jüdische Butterhersteller Wronker mit falschen Gewichtsangaben zu betrügen und wird zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. - In Wiesbaden eröffnet in der Bleichstraße 5 das Kino für Jedermann (später Olympia). - In Frankfurt eröffnet der DVP Reichsaußenminister Gustav Stresemann die internationale Veranstaltung Musik im Leben der Völker in der Festhalle. - In Wiesbaden wird ein Reit- und Fahrclub gegründet, bei dem Reitstunden im Tattersall Weiß in der Saalgasse alias Lehrstraße 13 gegeben und große Ausritte veranstaltet werden. Die Frauen Gertrud Flemming, Fußbahn, Irene Pabst, Christa Rospatt, Vogel und die Männer Bechtold, Fliegeiskamp, Dr. Gäfgen, Wilhelm Müller und Karl Heinz Pabst sind einige der 151 Mitglieder. - In Mainz stellt der Lederhändler Karl Weis aus der Korbgasse den ersten Nachkriegsfastnachtszug auf. - In Frankfurt wird ein Telefongespräch auf Langwellenfunkbasis nach New York geführt. - In Bad Soden wird eine badsodener Ortsgruppe NSDAP gegründet, die sich zur Parteizentrale entwickelt. - In Frankfurt stirbt der in Argentinien geborene jüdische und bedeutendste Getreidegroßhändler der Welt Hermann Weil (59) in der Zeppelinallee. - In Wiesbaden erreicht die NSDAP 1,5 %. - In Preußen werden von allen Sinit und Roma Fingerabdrücke genommen. - In Frankfurt debutiert der Schauspieler Theo Lingen (24) am Neuen Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße.

1926 In Frankfurt ist Jakob Sprenger (32) NSDAP Ortsgruppenleiter und Gaubezirksführer. Er verteilt handgeschriebene Rundschreiben, die Mit deutschem Gruß unterschrieben sind. - In Frankfurt verkauft die SA Kampfschatzmarken mit dem Bild Hitlers für Spenden. - In Frankfurt ist die Geschäftsstelle der NSDAP Ortsgruppe Groß- Frankfurt in der Domstraße 12. - In Frankfurt marschiert die SA in der Goetheruhe. - In Frankfurt tritt der Zirkusbetreiber Albert Schumann (68) mit einer Pferdedressur im Schumann Theater am Bahnhofsplatz letztmals auf. - In Frankfurt gründet das NSDAP Mitglied Josef Geiger eine SS Ortsgruppe Frankfurt, die zweite in Deutschland. - In Wiesbaden verhindert die SA mit ihren 12 Mitgliedern unter Ortsgruppenleiter W G Schmidt mit ihrem Anführer Weitzel durch ein Uniformverbot der englischen Besatzungstruppen in Zivilkleidung bei einer NSDAP Versammlung eine Störung durch 40 SPD Reichsbanner Aktivisten und republikfeindlichen KPD lern mit ihrem Anführer Wolf auf, auf die sie Aschenbecher und Gläser werfen und 2 Tage später verhindert die Polizei, dass frankfurter SA und SS, denen bereits in Frankfurt Rebstock ihre Waffen abgenommen wurden, bei der NSDAP Versammlung im vollbesetzten Paulinenschlößchen auftreten. Beim Rückmarsch werden sie von 500 mit Knüppeln und Totschlägern bewaffneten ebenfalls republikfeindlichen KPD lern attackiert und fliehen in ein nahes Nobelhotel, von wo aus sie von der Polizei in LKWs zur Stadtgrenze gefahren werden. - In Frankfurt ist Hirt SA Führer. Da die Stadt unbesetzt ist kann die SA in Uniform auftreten. - In Frankfurt Griesheim, französich besetzt, trifft sich die republikfeindliche KPD und die regierende SPD im Gasthaus Mainzer Rad am Mainufer und wird von der frankfurter SA angegriffen, darunter Franz Krug, Gutjahr, Fink und Hättasch, die verhaftet aber wieder freigelassen werden. Sie erhalten von den Französischen Besatzungsbehörden in Abwesenheit 3 Monate Haft und 250 Reichsmark Strafe. - Die in Rödelheim geborene SC 1880 Leichtathletin Milly Reuter (22) stellt einen Speerwurfweltrekord mit 38,36 Metern auf. - In Wiesbaden gibt es den UFA Palast in der Wilhelmstraße 36 als Stummfilmtheater im neugotischen Palast-Stil mit Projektoren Ernemann VIIB von Zeiss Ikon aus Dresden. - In Frankfurt findet die Deutsche Photographische Aussstellung in der Messehallte statt. - In Frankfurt gründet sich die pflichtschlagende Frankfurt-Leipziger Burschenschaft Arminia Paul-Ehrlich-Straße 1, in der die Landsmannschaft Chattia aufgeht. - In Frankfurt eröffnet Oberbürgermeister Ludwig Landmann die Neue Alte Brücke. - In Frankfurt hat das NSDAP Parteibüro der NSDAP Ortsgruppe Groß-Frankfurt an der Zeil 38 ein Sprechstundenschild mit Thule Hakenkreuz. Sprechstunden sind von 4-7 nachmittags. - In Frankfurt wird Bertolt Brechts (21) Theaterstück Kleinbürgerhochzeit im Schauspielhaus unter dem Arbeitstitel Die Hochzeit uraufgeführt, dabei von einem Großteil des Publikums als Provokation aufgefasst und nach nur drei Aufführungen aus dem Spielplan genommen. - Die finanziell angeschlagene Stadt Bad Homburg bittet den abgesetzten deutschen Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (67) brieflich aus dem Exil nach Bad Homburg zurückzukommen, was dieser aber ablehnt. - In Wiesbaden erhält das Telegrafenbauamt einen Personenkraftwagen alias PKW. - In Wallau wird eine Wählvermittlungsstelle alias Selbstanschlussamt für Telefone eingerichtet und erst 10 Tage später in Wiesbaden, danach in Schlangenbad. - In Wiesbaden beherbert das Kolpingshaus in der Dotzheimer Straße 24 40 Wandergesellen.

1925 In Frankfurt ist die NSDAP Ortsgruppengeschäftsstelle Zeil 38. - In Frankfurt exerziert die SA vor der Festhalle. - In Frankfurt verkauft die Deutsche Buchhandlung Böhle NS Literatur. - In Mainz wird eine mainzer NSDAP Ortsgruppe mit Ortsgruppenführer und Gerichtsassessor Dr Hugo Wolf von Fritz Walper, Karl Kasper und Peter Schwenk gegründet, die nach 6 Monaten rund 50 Mitglieder hat. - Frankfurt hat 540115 Einwohner. - In Frankfurt übernimmt der Maler Max Beckmann (41) die Städel Kunstgewerbeschule am Schaumainkai 63. Er lässt sich von Minna Tube scheiden und heiratet Mathilde von Kaulbach. - In Frankfurt spielt der Fußballverein FSV Frankfurt um die Deutsche Meisterschaft im neuerbauten Waldstadion und verliert das Eröffnungsspiel des Stadions. - In Frankfurt werden die jüdischen Brüder Weinberg gezwungen die Cassella in die Fusion zur I.G. Farbenindustrie AG zu führen. Sie erhalten Aufsichtsratsposten. - In Wiesbaden werden die französischen Besatzungstruppen abgezogen und dafür mit mehr britischen belegt. - In Wiesbaden gründet der in Wiesbaden geborene Dr Franz Kaiser die Astronomische Gesellschaft Urania, die die Räumlichkeiten und Instrumente des reformierten Realgymnasiums Oranienstraße 5–7 (2016 Oranienschule) benutzt. - Der in Haiger geborene Jurist und Versicherungskaufmann Helmuth Schranz (28) wird Miglied der NSDAP. - Der mit Hermann Göring befreundete und in Offenbach Rumpenheim geborene Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (29) heiratet die italienische Königstochter Prinzessin Mafalda von Savoyen (St) (23) und lebt mit ihr in Italien. - Die von Franzosen besetzte Stadt Wiesbaden wird an die 6000 englische Besatzungssoldaten übergeben und Hauptquartier der britischen Rheinarmee und Sitz der Rheinlandkommission. - In Wiesbaden wird der Neue Kurverein Wiesbaden unter Fred Oberbeck gegründet. - In Mainz wird im Gasthof Frankfurter Hof wieder Nachkriegs Carneval gefeiert. - In Frankfurt wird aus der Stadtratsfraktion des Völkisch-Sozialen Blocks die frankfurter Fraktion der NSDAP, der der Finanzamtshilfsarbeiter Peter Gemeinder (34), Robert Weyel, August Bornath und Wilhelm Georg Schmitz angehören. Der bockenheimer Postinspektor Jakob Sprenger (41) löst Robert Weyel ab. - Eine neue Landeskirchenversammlung, die sich analog zum Freistaat und Volksstaat Hessen als Freikirche und Volkskirche versteht, tagt erstmals. - In Frankfurt Schwanheim wird in der Schwanheimer Volksschule Gerolsteiner Straße 2 (2016 August Gräser Schule) die Sütterlinschrift eingeführt. - In Kassel wird eine NSDAP Ortsgruppe gegründet. -  Der mit Margarethe von Zollern Preußen (St) (51) verheiratete Landgraf Friedrich Karl von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (57) wird Chef des Hauses Hessen-Kassel. - In Wiesbaden wird in der Post Rheinstraße 23-25 ein Selbstanschlussamt der Siemens & Halske für 7200 Teilnehmer eingerichtet. - Graf Gerog Friedrtich von Solms Laubach (St) (--) ist Mitbegründer einer Sammelorganisation rechter Verbände.

1924 Der in Germersheim geborene Jurist Friedrich Krebs (30) wird frankfurter Ortsgruppenleiter der Nationalsozialistischen Freiheitspartei, einer NSDAP Ersatzorganisation. - Der jüdische aber ausgetretene Ludwig Landmann (56) wird zum frankfurter Oberbürgermeister gewählt. - In Mainz tritt die Nationalsozialistische Freiheitsbewegung zu Wahlen an. - Der in Darmstadt geborene antisemitische Hochschulaktivist Werner Best (21) kämpft gegen die französischen Besatzungsbehörden und wird zu 3 Jahren Haft verurteilt. Erst durch ein Gnadengesuch seiner Mutter, das er ablehnt kommt, er bereits danach 6 Monaten wieder frei. - In Frankfurt eröffnet die Südwestdeutsche Luftverkehrs AG am Frankfurter Flughafen am Rebstockgelände. Der ehemalige Rebstöcker Hof wird zum Empfangsgebäude umgebaut. - In Frankfurt verliert der Fußballverein FSV Frankfurt das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den 1.FC Nürnberg vor 40000 Zuschauern im Waldstadion. - In Rüsselsheim wird bei Opel das erste deutsche Fließband Auto Opel 4/12 PS alias Laubfrosch gebaut, der 4500 Rentenmark kostet, dem Gegenwert eines Hauses. - In Frankfurt wird der republikfeindliche 9. KPD Parteitag abgehalten. - In Frankfurt wird das akademisch marxistische Instituts für Sozialforschung in der Viktoria-Allee alias Senckenberganlage gegründet. - In Langen werden die Schulen an das elektrische Stromnetz angeschlossen. - In Frankfurt wird die Notbrücke zur Alten Brücke vom Treibeis weggerissen. - In Fulda wird eine NSDAP Ortsgruppe gegründet. - In Frankfurt wirbt die Deutsche Partei im Völkischen Block mit einem Keltenkreuz in ihrem 1. Jahrgang. - In Wiesbaden wird der Passzwang aufgehoben. - In Wiesbaden werden die Herbstwochen mit Wassersportfest, Tennisturnier, Modenschauen, Tanzturnier, Automobilturnier mit Schönheitskonkurrenz und Blumenkorso aber ohne den erwarteten Erfolg veranstaltet. - In Mainz übernehmen die Karmelitermönche wieder ihr Kloster in der Karmeliterstraße, weshalb die darin untergestellten Carnevalsdekorationsteile für das Podium in der Stadthalle, die Riwwelmattese, darunter sechzehn Riesenelefanten, Requisiten, Kostüme, Fahnen und Dickköpp nach Kastell in die Reduit umgeräumt werden müssen. - Das in Bad Homburg geborene Stahlhelm Mitglied, berliner Polizeipräsidentensohn, studierter Wirtschaftswissenschaftler, Hauptmann der Schutzpolizei und Geschäftsführer von mehreren Röchling Niederlassungen Freiherr Curt von Salmuth (29) heiratet die Schwer- und Rüstungsindustriellentochter Alwine Röchling (--). - In Frankfurt ist der revolutionär gesinnte in Frankfurt aufgewachsen Sohn des jüdischen und bedeutendsten Getreidegroßhändlers der Welt Felix Weil (26) Mitbegründer des Institut für Sozialforschung. - In Frankfurt Ginnheim stört der bockenheimer Postinspektor und NSDAP Mitglied Jakob Sprenger (40) mit den Parteimitgliedern Heinrich Müller (--) und Kuntsche (--) eine SPD Veranstaltung mit 500 Personen und ihren Redner und Groß-Frankfurt SPD Parteisekretär Conrad Broßwitz mit Man sollte euch alle umbringen! Rufen. - Der in Potsdam geborene Erbprinz Hermann Otto von Soms Hohensolms Lich (St) (57) symapathisiert mit dem Werningeroder Kreis, der das adelige Führertum kombiniert mit rechter Intelligenz wieder einführen will.

1923 In Frankfurt tritt Friedrich Weitzel (19) in die NSDAP und die SA ein. - In Frankfurt tritt der 50% kriegsgeschädigte SA Mann Adalbert Gimbel (25) der NSDAP bei. - Der in Darmstadt geborene antisemitische Hochschulaktivist Werner Best (20) meldet sich zu einem Schnellkurs zur Wehrmacht um gegen Frankreich zu kämpfen. - In Darmstadt ist der Gewerkschafter Wilhelm Leuschner (33) Mitglied der Freimaurerloge Johannes der Evangelist zur Eintracht. - In Wiesbaden verkauft der Wiesbadener Männergesangsverein die Wartburg Schwalbacher Straße 51 an die Brauerei Henninger, wo dann der Wiesbadener Volks- und Bildungsverein und Arbeiterbewegungen tagen. - In Wiesbaden bricht nach einer Rienzi-Aufführung im Theater ein Brand aus und vernichtet die kostbaren Bühnenbilder. In Wiesbaden eröffnet das Theater wieder mit der romantischen Wagner-Oper Lohengrin. - In Wiesbaden wird das Palasthotel Kranzplatz 5 und der Nassauer Hof an ausländische Investoren verkauft. - In Frankfurt, im Volksstaat Hessen und in Preußen wird die frankfurter NSDAP Ortsgruppe verboten. - Der in Maintal Wachenbuchen geborene Landwirt Johannes Puth (23) tritt der NSDAP bei. - In Bad Homburg gründet der in Bad Homburg geborene Rex Konservenglasgesellschaftsbesitzersohn Fritz Kleemann (25) die Horex-Fahrzeugbau AG, baut die 248 cm³ Horex mit Leichtmetallzylinder mit eingeschrumpfter Laufbuchse und gewinnt mit ihr unter dem Motto Gebaut von Motorradfahrern für Motorradfahrer ein Rennen nach dem anderen. - Der in Frankfurt aufgewachsene Sohn des jüdischen und bedeutendsten Getreidegroßhändlers der Welt Felix Weil (25) organisiert in Thüringen die erste Marxistische Arbeitswoche.

1922 In Frankfurt ist die Liederhalle Lange Straße ein NSDAP Parteilokal. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene 50% kriegsgeschädigte Adalbert Gimbel (24) Mitglied der SA Unterabteilung Treu Deutsch. - In Frankfurt Seckbach findet im Riederwaldstadion ein Länderspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft statt. - In Frankfurt tritt der aus Oberhausen stammende Postinspektor Jakob Sprenger (28) der NSDAP bei. Er arbeitet im Postamt Frankfurt am Main West 13 Bockenheim. - In Frankfurt ist das Gasthaus Zum Kompostellhof der Brauerei Henninger in der Dominikanergasse ein NSDAP Parteilokal. - In Frankfurt wird eine NSDAP Ortsgruppe mit Ortsgruppenleiter Kampke und Propagandaleiter Gustav Windmeier. gegründet. - In Frankfurt erhält die frankfurter NSDAP Ortsgruppe unmittelbar nach dem Mord an Reichsaußenminister Walther Rathenau ein Versammlungs- und Zeitungsverbot und wird danach in Preußen verboten. - In Bensheim wird eine NSDAP Ortsgruppe gegründet. - In Offenbach wird eine NSDAP Ortsgruppe gegründet. - In Friedberg wird eine NSDAP Ortsgruppe gegründet. - In Darmstadt wird eine NSDAP Ortsgruppe gegründet. - In Frankfurt hält der Chefredakteur der neuen NSDAP Parteizeitung Völkischer Beobachter Hermann Esser (22) seinen Vortrag Der nationale Sozialismus - Deutschlands Zukunft. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene Postoberamtmannssohn und frankfurter -UniversitätsVolkswirtschaftsstudent Adolf Beckerle (20) NSDAP Mitglied mit der Nummer 7197 und Mitglied im Bund Wiking. - Graf Maximilian Ludwig von Solms Rödelheim und Assenheim heiratet Prinzessin Viktoria von Leiningen (St) (27).

1921 Wetter: Rhein hat extremes Niedrigwasser. - In Frankfurt trifft sich die NSDAP im Gasthaus Zum Storch Saalgasse 3-5. - In Frankfurt beginnt der Postinspektorensohn Werner Best (18) sein Jurastudium und wird Mitglied des antisemitischen Deutschen Hochschulrings. - In Wiesbaden eröffnet in der Bleichstrasse 30 das Kino Urania Lichtspiele, das vorwiegend wissenschaftliche Filme zeigt. - In Frankfurt absolviert der hochbegabte halbjüdische Musiker, Philosoph, rheingauer Weingutsbesitzersohn, Weingroßhändlersohn und Sohn einer Opernsängerin Theodor W. Adorno (17) alias Theodor Ludwig Wiesengrund, Oberrad, als Jahrgangsbester am Kaiser-Wilhelms-Gymnasium Schweizer Straße 87 (2016 Freiherr-vom-Stein-Schule) sein Abitur und lernt den in Frankfurt geborenen jüdischen Philosophen Siegfried Kracauer (40), der für die Frankfurter Zeitung als freier Mitarbeiter und Lokalreporter arbeitet. - In Offenbach wird das im Vorjahr gekaufte Büsing-Palais in der Herrnstraße als Rathaus genutzt. - Im französisch besetzten Wiesbaden machen tausende Franzosen Urlaub. - Die Binding AG funsioniert mit der mainzer Hofbierbrauerei Schöfferhof und der Frankfurter Bürgerbrauerei zur Schöfferhof-Binding-Bürgerbräu AG. - In Frankfurt kauft die Frankfurter Bierbrauer-Gesellschaft mehrere Konkurrenten zur Brauerei Henninger-Kempff-Stern und Johann Gerhard Henrich AG. - In Frankfurt ersetzt in manchen Schulen die amerikanische Gesellschaft der Freunde mit der Quäkerspeisung die bisherige aber mittellose Suppenküche. - In Oberursel fusioniert die Motorenfabrik Oberursel AG mit der Deutz AG. - Der völkische, republikfeindliche ehemalige Soldatenverein Stahlhelm wird verboten. - In Darmstadt wird das Stadion am Böllenfalltor des Fußballvereins Darmstadt 98 eröffnet. - In Frankfurt wird das Neue Operetten Theater mit 1500 Zuschauerplätzen eröffnet. - In Wiesbaden wird Rudolf Ribbentrop geboren. Seine Eltern, der Oberstleutnantsohn Joachim von Ribbentrop (28) und die in Mainz geborene wiebadener Sektfabrikantentochter Anna Elisabeth Henkell (25) ziehen nach Berlin. - In Marburg stirbt Gräfin Marie Georgine Schimmelmann

1920 In Frankfurt Seckbach eröffnet der FFV Victoria das Riederwaldstadion für 30000 Zuschauer und mit 1600 überdachten Plätzen. - In Wiesbaden müssen wiesbadener Bürger vor französischen und britischen Besatzungssoldaten den Gehweg räumen. - In Mainz wird die Altmünster Brauerei hälftig von der Mainzer Actien Brauerei und von der Schöfferhof Brauerei übernommen. - In Wiesbaden wird das Kino Royal-Biograph-Theater Rheinstraße 47 zum Union Theater von Heinrich Voß umgebaut. - Frankfurt am Main, Homburg vor der Höhe, Hanau und Darmstadt werden besetzt. - In Frankfurt wird eine Ortsgruppe des Deutschen Kampfbundes zur Brechnung der Zinsknechtschaft gegründet. - In Darmstadt zieht die darmstädter Zeitung und Kampforgan Hessischer Volksfreund vom Gewerkschaftshaus Bismarckstraße 16 in die Räumlichkeiten der Gaststätte Zum Münchner Kindl Neckarstraße 4. - In Wiesbaden erhält das Telegrafenbauamt einen Lastkraftwagen alias LKW. - In Darmstadt ist der aus Bayreuth stammende Schneidermeister und ehemaliges USPD Mitglied Georg Fröba (24) Mitbegründer der darmstädter KPD Ortsgruppe. - In Frankfurt ist das Kino Luna-Lichtspiele Alemannia Schillerplatz 4 alias an der Hauptwache 11 mit 1100 Sitzplätzen und der Telefonnummer Hansa 5282 das größte und vornehmste Theater der Stadt. - In Frankfurt finden die republikfeindlichen jüdischen berliner KPD Mitbegründer Paul Levi (37) und August Thalheimer (36) vor der Konterrevolution Schutz. - In Wiesbaden heiratet der Oberstleutnantsohn Joachim von Ribbentrop (27) die in Mainz geborene wiebadener Sektfabrikantentochter Anna Elisabeth Henkell (24).

1919 In Wiesbaden strömen die Kurgäste in Massen ins Kurbad. - In Hanau wird eine Parteischule der KPD mit 29 Teilnehmern gegründet. - In Frankfurt findet in der Messehalle die Internationale Einfuhrmesse statt, die förmlich in Besuchern ertrinkt. - In Frankfurt hält der in Wiesbaden geborene Schriftsteller Alfon Paquet (38) eine Rede über den Geist der russischen Revolution. - In Wiesbaden Biebrich kostet der Separatistenputsch 8 Biebrichern das Leben. - In Wiesbaden beschlagnahmt das französische Militär 16 Villen und Hotels für die Verwaltung und das Rheinhotel wird französisches Soldatenheim. - In Wiesbaden wird der Straßenbahnverkehr zeitweilig eingestellt. Verkehrssperre in Wiesbaden. - Wiesbaden hat unter 19000 Kurgäste. - Die reichen Wiesbadener, die wegen der Kohleknappheit keine Rationen bekommen, ziehen in die leerstehenden Hotels. - In Frankfurt übernimmt die sachsenhäuser Brauerei Conrad Binding die Actien-Brauerei Homburg. - In Bad Homburg bezieht der abgesetzte drittälteste Kaisersohn Adalbert von Zollern Preußen (St) (35) die Jugendstil Villa Adelheidswerd im Stadtpark, wo er sehr zurückgezogen lebt. - In Wiesbaden gibt es 5358 Telefonanschlüsse. - In Frankfurt kommt es bei der Reduzierung der Kartoffelrationen zu Protesten von mehreren Tausend Arbeitern. - In Hanau beenden Regierungstruppen die Spartakisten Herrschaft gewaltsam. - In Hanau erscheint die KPD Zeitung Die Freiheit. - In Frankfurt findet eine Reichskonferenz der KPD statt. - In Frankfurt wird im Rathaus der Reichskongress der Arbeitnehmer der deutschen Automobilindustrei abgehalten. - In Darmstadt wird die radikale Künstlergruppe Darmstädter Sezession gegründet, die das Kunstverständnis des hessendarmstädter Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (51) ablehnt. - In Frankfurt beginnt die Schauspielerin Helene Weigel (25) am Neuen Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße ihr Engagement.

1918 Novemberrevolution - In Frankfurt besteht der Arbeiter- und Soldatenrat aus Keller, Koch, Schott, Lenhard, Grönke, Altmeier, Schindler, Löffler, Brunner und Malang. Der zufällige Revolutionsführer Vizewachtmeister der Reserve und Student Moser residiert im Luxushotel Frankfurter Hof. Polizeipräsident Rieß von Scheuernschloß widersetzt sich, wird entlassen und durch den SPD Stadtverordneten Dr Hugo Sinzheimer ersetzt. - In Wiesbaden wird das Königliche Gymnasium am Luisenplatz 10 in ein Staatliches Gymnasium umfunktioniert. - In Wiesbaden gibt es in der Mauritiusstraße 12 die Kammerlichtspiele von der Thalia-Lichtspiele-Theater GmbH unter Emil Bommert. - In Offenbach versammeln sich 10000 Menschen auf dem Aliceplatz. - Der in Offenbach geborene Prinz Victor von Isenburg Büdingen (St) (46) ist Generaldirektor der Skoda-Werke in Wien, dem größten k.u.k Rüstungslieferanten und Ehrenmitglied der Akademie. - Wiesbaden erhält von der französischen Besatzungsmacht eine neue Polizeiverordnung, in der Legitimationskarten mitgeführt werden müssen, die Empörung verursachen.. - In Wiesbaden lässt der Regierungspräsident von Meister die Lebensmittelreserven schützen. - In Frankfurt verbietet das stellvertretende Generalkommando des XVIII. Armeekorps jegliche gewaltsame Konfrontation mit den Revolutionären. - In Wiesbaden kommen Marinesoldaten als Vertreter des Köner Soldatenrates an, die Soldatenräte im Ersatz-Bataillon des 80. Füsilierregimentes und des Landwehrregiments Nr 80 bilden. Acht wiesbadener MSPD, acht USPD und Gewerkschaftsmitglieder bilden einen Arbeiterrat um die politische Macht zu übernehmen. Die Tageszeitung Wiesbadener Zeitung meldet den Sieg der Revolution in Berlin. Einen gemeinsamen Aktionsausschuss von Arbeiterrat und Soldatenrat führt der Füsiliersregimentsleutnant Schlitt an, der mit Sergeant Lindig von der Landwehr, dem Matrosen Spies und den Vorsitzenden des Arbeiterrates Franz Göbner und Otto Haese für Ruhe sorgt. Die Tageszeitung Wiesbadener Tagblatt, hofft vergeblich, dass die Revolution nicht auf das Ausland überschappt drängt der wiesbadener Arbeiter- und Soldatenrat den wiesbadener Oberbürgermeister Glässing den Oberbefehlshaber der Ententetruppen zu bitten auf die Besetzung Wiesbadens zu verzichten. Die Bitte wird nicht erhört. - In Wiesbaden Georgenborn bildet sich zum Arbeiterrat auch ein Bürgerrat, der den Gemeinderat absetzen will. In Wiesbaden bildet sich ein Wiesbadener Volksausschuss mit 126 Vertretern von Verbänden und Vereinigungen hinter dem alle Wiesbadener stehen. - In Wiesbaden wird die Volkswehr auf 600 Mann aufgestockt. Die Männer erhalten 10 Mark/Tag. Der Magistrat bittet alle wiesbadener Arbeitgeber zurückkehrende Soldaten anzustellen. Nach 4 Wochen wird Wiesbaden, mit Militärkommando im Stadtschloss Schloßplatz 1-3 französisch besetzt und vom französischen Präfekten werden alle Räte verboten. Der französische General Leconte beklagt sich in seiner Antrittsrede über den von deutscher Seite aus barbarisch geführten Krieg und die Zwangsarbeit, die französische Kriegsgefangene verrichten mussten. - In Mainz sind zum Kriegsende von der Mainzer Actien Brauerei die Taunusbrauerei Wiesbaden in Wiesbaden Biebrich, die Brauerei Nachbauer in Mainz Kastel und die Brauerei Gebrüder Becker in Mainz Gonsenheim übernommen. - Das sich im Besitz der Brüningschen Familienstiftung befindliche neue Höchster Schloß wird Offizierskaasino der französischen Besatzungsoldaten. - In Bad Homburg hält der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (58) vor seiner Sommerresidenz, dem Stadtschloss, seine letzte Rede an seine lieben Homburger. Die Tageszeitung Taunusbote zitiert Wir gingen oft falsche Wege. Er flieht per Güterzug mit allen Habseligkeiten ins holländische Doorn ins Exil. Die Stadt verarmt. - Erbprinz Emich Ernst von Leiningen (St) (--) wird im Einsatz getötet. - In Frankfurt hat das Kino Olympia-Lichtspiele in der Weissfrauenstraße 14-16 und die Telefonnummer Hansa 2971 und das Kino Lichtspiel-Theater in der Kaiserstraße 50 die Telefonnummer Hansa 3406. - In Frankfurt wird im umgebauten Alemannia-Saal an der Hauptwache 11 alias Schillerplatz 4 das Kino Luna-Lichtspiele Alemannia mit 1100 Sitzplätzen und der Telefonnummer Hansa 5282 eröffnet. - In Frankfurt beginnt der Schauspieler Heinrich George (25) am Neuen Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße ein dreijähriges Engagement.

1917 In Offenbach werden vor der Kaserne Bieberer Straße 59 17 Menschen erschossen. - In Wiesbaden wird das kleine edle Variete Theater Capitol am Kureck für Kurgäste zum Kinephon Theater mit 220 Plätzen Ecke Taunusstraße 1/Wilhelmstraße umgebaut. - In Wiesbaden eröffnen die Kinos Odeon-Theater Kirchgasse 18, Leuschs Projektions-Theater Moritzstrasse 37, American-Biograph-Theater in der Schwalbacher Straße 57. - In Wiesbaden wird das 200 Sitze Royal-Biograph Theater Rheinstraße 47 von dem Wiesbadener Ernst Müller eingerichtet. - In Wiesbaden baut die Stadtgärtnerei auf Grünflächen im Südfriedhof Gemüse an um die Hungersnot zu bekämpfen. - In Bad Homburg isst der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (58) in seiner Sommerresidenz im Stadtschloss laut vergoldeter Speisekarte geröstete Kalbsschnitte und Steinlachs mit Stangenspargel und trinkt französischen Veuve Cliquot-Champagner. Das Volk hungert. - Die Sommerzeit wird eingeführt. - Der in Bad Homburg geborene uradelige Jagdflieger alias Adler der Ägäis mit 20 Luftsiegen Rudolf von Eschwege (St) (23) wird bei der Attacke auf einen britischen Fesselballon von einer darin versteckten Bombe getötet. - In Darmstadt ist die Fliegerstation 9 für Militärflugzeuge ansässig. - In Frankfurt fallen bei 11 Fliegerangriffen 109 Bomben, wobei es 21 Tote und 49 Verletzte gibt. - In Frankfurt ist das Kino Olympia-Lichtspiele in der Weissfrauenstraße 16.

1916 Wetter: Katastrophale Kartoffelernte. - In Frankfurt tritt der jüdische frankfurter Wirtschaftsdezernent Ludwig Landmann (48) aus der jüdischen Gemeinde aus und wird konfessionslos. - In Kronberg im Taunus stirbt die nassauische Herzogin Adelheid Marie von Anhalt-Dessau (St) (83). Ihr einzig lebendes Kind ist die badische Großherzoginwitwe Hilda von Nassau (St) (52). - In Offenbach berichtet die Tageszeitung Offenbacher Abendblatt von der Eröffnung der Neuen Synagoge mit einem 30 Meter hohen Kuppelbau in der Goethestraße. - Das Handels-U-Boot Deutschland steht im Dienst der Hoechst AG. - In Frankfurt Schwanheim wird in der der Schwanheimer Volksschule Gerolsteiner Straße 2 (2016 August Gräser Schule). der Stock aus dem Klassenraum und vom Lehrerpult verbannt. - Prinz Friedrich Wilhelm Sigismund von Hessen Kassel (St) (23) fällt in Rumänien.

1915 In Frankfurt Sachsenhausen lässt sich der Maler Max Beckmann (31) nieder. - In Rüdesheim wird die Eisenbahnbrücke Hindenburg über den Rhein eröffnet. - In Frankfurt verliert der Hauptbahnhof seinen Status als größter Kopfbahnhof Europas an Leipzig. - Der in Birstein geborene Fürst Franz-Joseph zu Isenburg-Birstein (St) (46). wird Chef der deutschen Militärverwaltung von Litauen, wo er sehr streng regiert.

1914 In Frankfurt tritt der Sänger und Komiker Otto Reutter (44) im Schumann Theater am Bahnhofsplatz auf. - In Frankfurt wird die Universität Frankfurt als erste Stiftungsuniversität mit 600 Studenten gegründet. - Der frankfurter Fußballverein FFV Kickers Victoria wird süddeutscher Vizemeister. - In Wiesbaden berichtet die Tageszeitung Wiesbadener Volksblatt von der Eröffnung des pompös neuerbauten Lichtspielhauses Thalia-Theater des Zeitungsverlegers Emil Bommert mit 500 Plätzen mit Eingang in der Kirchgasse mit dem Stummfilmdrama Atlantis, in dem ein Lusxusdampfer untergeht. Vor dem Film, der von einem Orchester begleitet wird, gibt es Variete. Das billigste Billet für einen Holzstuhl ganz vorne kostet 10 Pfennig, ganz hinten das Sofa 50 Pfennig. - In Frankfurt hat der Adler Fahrradhersteller, Schreibmaschinenhersteller und Automobilhersteller Heinrich Kleyer (61) Höchster Straße alias Kleyerstraße rund 7000 Beschäftigte und mehr als 100000 Adler Schreibmaschinen und rund 11000 Adler Automobile verkauft. - In Frankfiurt wird die Festhalle von der Militärverwaltung beschlagnahmt und als Kleiderkammer und Soldatenquartier benutzt. - In Frankfurt überqueren ein Herr Heymann aus der Heidestraße und der Gastwirt Effelsberger vom Alten Markt als letzte die steinerne Alte Brücke, danach wird sie abgerissen und durch eine Notbrücke ersetzt. - Der in Darmstadt unehelich geborenen hessendarmstädter Prinzensohn Gottfried von Lichtenberg (St) (37) stirbt bei Kampfhandlungen bei Esternay. - In Wiesbaden erreicht Oberbürgermeister Karl Glässing (48), dass unverdächtige Ausländer aus neutralen Ländern trotz des Krieges zur Kur kommen dürfen. - Kurz vor Kriegsbeginn rufen USPD und SPD zu Demonstrationen gegen den Krieg auf. Es kommt zu Gegendemonstrationen, bei denen tausende von Teilnehmer patriotische Lieder singen und die beiden Kaiser, den deutschen und den österreichischen hoch leben lassen. - In Bad Homburg werden 400 russische, 200 englische, 200 amerikanische und 100 französische Kurgäste unter militärische Aufsicht gestellt und erst nach 7 Wochen dürfen sie Deutschland verlassen. - In Bad Homburg berichtet die Tageszeitung Taunusbote von einer Kundgebung im Kurhausgarten von Einheimischen, die Die Wacht am Rhein und Ich bin ein Preuße, gespielt von Kurkapelle und Bataillonskapelle, begeistert mitsingen. Frau Landrat Ritter von Marx kümmert sich mit dem Vaterländischen Frauenverein um eine Verpflegungsstation im bad homburger Bahnhof. - In Bad Homburg werden die Kurkliniken in ein Reservelazarette umgewandelt. - Prinz Maximilian Friedrich Wilhelm Georg von Hessen Kassel (St) (23) fällt in Flandern. - In Wiesbaden gibt es 4682 Telefonanschlüsse.

1913 Der in Darmstadt geborene Jurist und ehemalige Geheime Oberfinanzrat Karl Glässing (47) wird wiesbadener Oberbürgermeister. - In Frankfurt hält Rosa Luxemburg (42) im Gasthaus Liederhalle in der Basaltstraße eine Kriegsdienstverweigerungsrede, eine weitere in Fechenheim, weshalb sie vom Landgericht Frankfurt zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wird. - In Frankfurt wird die Deutschherrn-Eisenbahnbrücke eröffnet. - In Frankfurt eröffnet am Danziger Platz ein neuer Ostbahnhof. - Der frankfurter Fußballverein FFV Kickers Victoria wird süddeutscher Vizemeister. - In Mainz Weisenau betreibt die Unionsbrauerei Groß Gerau das Gasthaus Zum weißen Ross. Die Unionsbrauerei bringt das Bier mit Kraftfahrzeugen. - Wiesbaden hat 56000 Kurgäste. - In Wiesbaden wird das Erdgeschoss der Prunk Villa Clementine Frankfurter Straße 1 in eine Garage umgewandelt. - In Mainz wird der unsinnige Brauch beim Fastnachtsumzug die Laternen tagsüber anzuzünden und zur Dämmerung zu löschen letztmalig gepflegt.

1912 Der in Wiesbaden Biebrich geborene protestantische luxemburger Großherzog und Herzog Wilhelm Alexander von Nassau Weilburg (St) (60) stirbt ohne männlichen Erben in Luxemburg. - In Frankfurt wird der Osthafen eingeweiht. - In Frankfurt gastiert einen Monat lang der Circus Sarrasani ausverkauft in der Festhalle. - In Mainz stellt die Rheinische Brauerei ihren Braubetrieb ein, nachdem die Großaktionäre ihr Geld zurückforderten. - In Mainz übernimmt die Mainzer Actien Brauerei die Rheinische Brauerei Mainz-Weisenau. - In Wiesbaden besucht der deutsche Schriftsteller Hermann Löns den Kreisarzt Dr Pilf in Bierstadt in der Neptunstraße. - In Darmstadt ist das Hotel Hess Rheinstraße 22 ein Luxushotel. - In Frankfurt Bockenheim ist Jakob Sprenger (18) bei der Post tätig.

1911 Wetter: Im Hochsommer 35 Grad im Schatten. - In Frankfurt eröffnen die Theatergründer, der jüdische wiener Intendant Arthur Hellmer (44) alias Arthur Ehrlich und der Schauspieler Max Reimann (36) das Neue Theater Ecke Mainzer Landstraße 55/Karlstraße mit dem Heinrich von Kleist-Stück Der zerbrochne Krug. - In Rüsselsheim brennt die kriesengeschüttelte Nähmaschinenfabrik Adam Opel ab, wird neu aufgebaut und stellt nur noch Fahrräder und Motorwagen alias Kraftfahrzeuge her. - In Mainz ist das Cafe Restaurant Neuf, Insel 6, 2 min vom Theater mit der Telefonnummer 495. Das Bier kommt von der Brauerei Werger. - In Frankfurt findet ein Fahrrad Sechstagerennen statt. - In Wiesbaden Erbenheim veranstaltet der Wiesbadener Rennclub e.V nachmittags um 3 Uhr Pferderennen. - In Frankfurt beginnt der Tuchwarenverkäufer Hans Albers (21) im Neuen Theater Mainzer Landstraße 55 seine Bühnenkarriere mit dem Lustspiel in 3 Akten Mein erlauchter Ahnherr von Alfred Schmidtgen, in dem er einen Gymnasiasten spielt. - In Frankfurt wird aus dem ehemaligen Stadttheater Theaterplatz alias Rathenauplatz ein luxuriöses Geschäftshaus.

1910 In Wiesbaden wird Alfred Schulte (38) Geschäftsführer der Direktion der Städtischen Wasser- und Lichtwerke Wiesbaden. - Frankfurt hat 480299 Einwohner. - In Frankfurt wird die Stadt Rödelheim eingemeindet. - Im Frankfurt Riederbruch eröffnet der Ostpark mit Schulgarten. - In Frankfurt wird die Honsellbrücke eröffnet. - Wiesbaden hat 200000 Kurgäste. - In Frankfurt stellt der Adler Fahrradhersteller und Schreibmaschinenhersteller Heinrich Kleyer (57) Höchster Straße alias Kleyerstraße Buchungsmaschinen her. - In Frankfurt findet die Ausstellung für Sport und Spiel und Schiesswettbewerbe in der Festhalle statt.  - In Wiesbaden Erbenheim wird (2016 Army Airfield/Clay Kaserne) eine Pferderennbahn mit Rennplätzen, Tribünen, Verwaltungsgebäude mit Uhrtürmchen und Ställen eröffnet. Die lokale Presse preist das prächtige Geläuf und elegant zum Himmel strebende Tribüne. - In Frankfurt Griesheim wird der Exerzierplatz (2016 Friedrich Ebert Siedlung) als Übungsflugplatz genutzt. - In Frankfurt Griesheim wird der Exerzierplatz Griesheim (im Bereich der Friedrich-Ebert-Siedlung) als Übungsplatz der Frankfurter Flugpioniere benutzt. - In Bad Homburg kauft der Landrat Dr. Gustav Adolf von Brüning den städtischen Garten und baut darin eine Jugendstilvilla später Villa Adelheidswert. - In Frankfurt logiert der in Argentinien geborene jüdische und bedeutendste Getreidegroßhändler der Welt Hermann Weil (42) bis 1914 im palastartigen Luxushotel Imperial am Opernplatz Bockenheimer Landstraße 1 mit seinem Sohn Felix Weil (12). - In Wiesbaden gibt es 3907 Telefonanschlüsse. - In Kronberg bezieht Fritz Mumm von Scharfenstein auf dem ehemaligen Gelände der Cronberger Schützengesellschaft Kastanienhöhe 1 einen Sommersitz. - In Frankfurt Sachsenhausen wird in der Wallstraße 22 das Kino Wall-Lichtspiele mit 180 Plätzen von Isidor Zernich. - In Bad Homburg findet für Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (51) eine Luftschiffparade mit 3 Luftschiffen statt. Beim Rückflug reißt sich in Limburg Blumenrod das Luftschiff Z2 los und zerschlellt bei Weilburg. - In Friedberg logiert der russische Zar Nikolaus II (St) (32) 2 Monate lang zur Kur in der Burg, die seinem Schwager Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (42) gehört und die extra umgebuat wird. - In Langen besucht Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (51) den russischen Zar Nikolaus II (St) (32), bei dessen Aufenthalt auf Schloss Wolfsgarten.

1909 In Frankfurt wird die Festhalle mit Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (50) und dem 3. Wettstreit Deutscher Männergesangsvereine eröffnet. - In Frankfurt wird die erste Fluggesellschaft der Welt, die Deutsche Luftschiffahrts-Aktiengesellschaft DELAG gegründet. - In Frankfurt landet zur Internationalen Luftschiffausstellung Graf Ferdinand von Zeppelin (42) mit seinem Zeppelin LZ 2. - In Frankfurt wird der Fußballclub FSV Frankfurt 1899 als Verein eingetragen. - Wiesbaden hat 208620 Kurgäste. - In Wiesbaden eröffnet das Sektschloss der Firma Henkell & Co in der Biebricher Allee mit dem Sekt Henkell Trocken. - In Königstein Falkenstein wird das Sanatorium Debusweg 6-18 in ein Offizierserholungsheim (1999 Hotel Kempinski) umgebaut.

1908 In Wiesbaden wechselt der Schriftsetzersohn Theodor Habicht (10) von der Mittelschule auf das reformierte Realgymnasium Oranienstraße 5–7 (2016 Oranienschule). - In Frankfurt wird die jüdische und evangelisch getaufte Cassella Teilhaber Familie Weinberg in den Adelsstand erhoben, wodurch sich Carl Weinberg (47) Carl von Weinberg nennen darf. - In Frankfurt findet das XI. Deutsche Turnfest im Rohbau der Festhalle statt. - Der in Offenbach geborene Prinz Victor von Isenburg Büdingen (St) (36) heiratet morganatisch die bürgerliche Leontine Rohrer, die dafür vom Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (40) zur Freifrau von Rombach ernannt wurde. - In Mainz übernimmt die Mainzer Actien Brauerei die Flaschenbierabfüllung selbst. - In Frankfurt zieht die jüdisch-deutsch kombinierte Schule Philantropin von der Rechneigrabenstraße 16-18 in die Hebelstraße 15-17 um. - In Wiesbaden ist das Hotel Imperial von H Schwarze in der Sonnenberger Straße 16.

1907 In Frankfurt befindet sich das Theater Orpheum auf der Neue Zeil 80-82 auf. - Der in Frankfurt geborene Frankfurter Kickers Spieler Fritz Becker (19) wird Fußballnationalspieler in der ersten Deutschen Fußball Nationalmannschaft, verliert in Basel 5:3 aber schießt das erste deutsche Länderspieltor. - In Wiesbaden wird im Kurhaus eine riesige Orgel der Firma Sauer im Südflügel eingebaut. - In Frankfurt entdeckt der breslauer Likörfabrikantensohn, Geheime Medizinalrat und Leiter des Instituts für Serumforschung und experimentelle Therapie Paul Ehrlich (53) im Georg-Speyer-Haus Paul-Ehrlich-Straße 42-44 das Arsen-Syphilismittel Salvarsan. - In Höchst kauft die Hoechstdirektorenwitwe Clara Brüning (64) das verfallene  Höchster Schloss, lässt es historisch getreu wiederherstellen und öffnete den Park für die Bevölkerung. - In Fankfurt kommt es zur Hauptversammlung des Verbandes für Frauenstimmrecht. - In Frankfurt hält der Verband fortschrittlicher Frauen seine Jahresversammlung mit den Hauptrednerinnen, der homosexuellen Frauenrechtlerin Lida Gustava Heymann (39) und Maria Lischnewska, die das Frauenstimmrecht fordern, ab. - In Darmstadt kommt die Erstausgabe der darmstädter Zeitung und Kampforgan Hessischer Volksfreund unter Redakteur Dr Ludwig Quessel im Gewerkschaftshaus Bismarckstraße 16 heraus. - In Frankfurt befindet sich am Opernplatz das palastartige Hotel Imperial Bockenheimer Landstraße 1. - In Frankfurt wird der Sohn des bedeutendesten Getreidehändlers der Welt Felix Weil (09) Schüler des Goethe-Gymnasiums Friedrich Ebert Anlage 22. - Der in Mainz geborene Sektfabrikant Otto Henkell (38) zieht nach Wiesbaden.

1906 In Wiesbaden wird das alte Kurhaus durch einen Neubau ersetzt. - In Wiesbaden eröffnet der Wiesbadener Männergesangsverein die Wartburg als Vereinsheim in der Schwalbacher Straße 51. - In Wiesbaden erhält die neue gemeinsame Quelle im Schwarzen Bock den Namen Drei Lilien Quelle. Das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz hat elektrisches Licht, Lifte und 220 Betten bei einem Zimmerpreis von 5 Mark. - In Wiesbaden werden die drei wiesbadener Bahnhöfe mit der Eröffnung des neuen wiesbadener Hauptbahnhofs ersetzt. - In Frankfurt finden Grabungen am Steinernen Haus Markt 44 statt, wobei rund 1000 Jahre alte Gutshausmauern, Dachziegeln und Schieferplatten gefunden werden. - Der in Frankfurt geborene spätere Flugzeugkonstrukteur und Gastwirtssohn Willy Messerschmitt (08) zieht nach Bamberg. - In Frankfurt wird für das Stadtgebiet die Kirchensteuer von 10 % auf 15 % der Einkommensteuer erhoben. - In Frankfurt eröffnet gegenüber des Südausgangs des Hauptbahnhofs in der Mannheimer Straße 11-13 der schweizer Franz Herrlein das Hotel Monopol mit Weinrestaurant, Weinkeller, und großer Garten Terrasse. - In Wiesbaden schenkt der Sektfabrikant Friedrich Wilhelm Söhnlein (39) seine neu erbaute Villa Söhnlein-Pabst Paulinenstraße 7 seiner amerikanischen Frau Emma Pabst (35).

1905 In Frankfurt wird das für die Post ungeeignete Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10 an die Stadt verkauft und ein Museum für Völkerkunde eingerichtet. - In Frankfurt eröffnet der erfolgreiche wiener Zirkusbetreiber Albert Schumann (47) am Bahnhofsvorplatz das Schumann Theater, einen festen Jugendstilbau für Zirkus und Varietetheater für 5000 Zuschauer für 4000000 Mark mit einer von ihm gegründeten Aktiengesellschaft mit seinem Direktor, dem Raubtierdompteur Julius Seeth. - In Frankfurt wird das Kaufhaus Grand Bazar Ecke Zeil 94/Brönnerstraße eröffnet. - In Frankfurt zieht die Oberpostdirektion von der Zeil 110 in die Friedrich Ebert Anlage. - Frankfurt hat 421014 Einwohner. - In Frankfurt wird das Gaswerk Ost eröffnet. - In Hanau gewinnt der Fußballclub FSV Frankfurt das Finale der Runde des Frankfurter Assoziations Bundes gegen Victoria Frankfurt. - Wiesbaden hat 100953 Einwohner. - In Wiesbaden wird in der Lehrstraße 13 ein Tattersall, eine Reithalle mit zweistöckigen Zuschauerrängen in der Reitstunden gegeben werden und der Verkauf von Pferden abgewickelt wird, von den Reitlehrern Weiß und Schallenbach erbaut. - In Bad Homburg lobt der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (38) die Bevölkerung sie gehöre praktisch zur Familie. - In Bad Homburg wird die Altstadtbrücke als erstes Fly-over Europas, die die Louisenstraße mit Dornholzhäuser Chaussee verbindet (2016 Ritter-von-Marx-Brücke), errichtet. - In Frankfurt gründet der Stuhlmeister der Freimaurerloge Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main für die Ehefrauen seiner Logenbrüder den Schwesternbund der Loge zur Loge der Einigkeit. - In Wiesbaden zeigenen kleine Glühlampen in der Post Rheinstraße 23-25 eingehende Ferngespräche an. - In Wiesbaden besucht der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (38) mit seiner Ehefrau die Leichtweißhöhle im Nerotal.

1904 In Schlangenbad wird der von einem Automobil überfahrene Hund Wotan im neuerbauten Haus Ingeborg im Unteren Kurpark als Figurine eingebaut. Es ist das erste Haus mit elektrischer Stromversorgung. - In Mainz ist das elegante mit Stuck ausgeschmückte Café de Paris der nürnberger Freiherrl. v. Tucher´sche Brauerei A. G. (Nürnberg) am Gutenbergplatz. - In Neu-Isenburg gründet die jüdische Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim (45) den jüdischen Verein Weibliche Fürsorge, der sich gegen Prostitution und Mädchenhandel und die bestehenden Heimlebensbedingungen wie riesige Schlafsäle und Karzer alias Haftzellen und eine dominierende Direktorenfamilie richtet, was in orthodoxen jüdischen Kreisen als Skandal empfunden wird. Uneheliche Mütter werden normalerweise verstoßen. - In Frankfurt entsteht die Braubachstraße, wobei älteste Gebäude der Stadt abgerissen werden. - Die in Darmstadt geborene Zarin Alix von Hessen Darmstadt (St) (32) bringt nach vier Mädchen einen männlichen russischen Thronfolger Zarewitsch Alexei (St) zur Welt. - Graf Otto von Solms Laubach (St) (44) stirbt. - In Frankfurt werden die Habsburgerallee und Wittelsbacherallee angelegt. - In Frankfurt dirigiert im Konzerthaus Saalbau in der Junghofstraße der Komponist Richard Strauss (40) die europäische Uraufführung Symphonia domestica. - Mit dem Abriss und bis zur Eröffnung des Neubaus des Kurhauses wird im Paulinenschlösschen Prinzessin-Elisabeth-Straße gekurt. - In Frankfurt wird in der Vilbeler Straße die Deutsch Privat-Telefon-Gesellschaft Harry Fuld & Co. gegründet.  - In Frankfurt findet der 8. Parteitag der Christlich Sozialen Partei statt. - In Frankfurt wird die letzte Pferdetram durch die elektrische Straßenbahn ersetzt.

1903 In Darmstadt wird Prinz Wilhelm Karl von Isenburg (St) geboren. - In Wiesbaden besucht Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (44) römische Ausgrabungen am Kranzplatz. - In Offenbach wird die rein männliche Vergnügungsgesellschaft Die Offenbacher 03 in der Vereinsgaststätte Pfeiffer am Wilhelmsplatz von Karl Theurer, Heinrich Stenger und Eugen Müssig gegründet. Man trifft sich jeden Montagabend. - In Frankfurt wird das Frankfurter Telefonbuch jährlich herausgegeben. - Fürst Ferdinand Maximilian von Isenburg und Büdingen (--) stirbt.

1902 In Frankfurt Sachsenhausen wird in der Schweizer Straße 71 eine Apfelweinwirtschaft erbaut. - In Frankfurt wird der Frankfurter Polo Club auf Initiative des jüdischen und 1880 evangelisch getauften frankfurter Cassella & Co Teilhaber Carl von Weinberg (41) gegründet. - In Offenbach wird der Isenburgring als Flaniermeile und Alleenpromenade angelegt. - In Frankfurt findet die deutsche Konferenz zur Bekämpfung des Mädchenhandels unter der Beteiligung der jüdischen Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim (43) statt. - In Wiesbaden werden unter den Badehäusern Schwan und Engel am Kranzplatz römische Bäderanlagen entdeckt und daraus das neue Palasthotel Kranzplatz 5 gebaut. - In Frankfurt wird das neuerbaute Neue Schauspielhaus am Gallustor alias Willy Brandt Platz mit Friedrich Schillers Wallensteins Lager eröffnet, das das Frankfurter Stadttheater alias Comoedienhaus am Theaterplatz alias Rathenauplatz ersetzt. - In Wiesbaden wird im Kurhaus der Rennclub Wiesbaden gegründet, um Pferderennen zu veranstalten. - In Frankfurt Griesheim kommt es in der chemischen Fabrik Griesheim zu einer Pikrinexplosion und einem zweitägigen Brand, weshalb Schwanheim evakuiert werden muss. - In Offenbach Rumpenheim wird das Schloss als Residenz von aufgegeben. Neue Residenz wird das kronberger Schloss Friedrichshof. - In Frankfurt wird nach knapp 20 jährigem Kampf mit Frankfurt ein Hafen, ein Hafendamm und die Maindammbahn eröffnet. - In Langen wird im Schloss Wolfsgarten das Kinderspielhäuschen Prinzessinnenhaus vom Führer der darmstädter Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe Joseph Maria Olbrich (35) für die in Darmstadt geborene Prinzessin Elisabeth von Hessen Darmstadt (07), die innerhalb eines Jahres bei einer Russlandreise an Typhus stirbt, erbaut. - In Potsdam wird Prinz Hermann von Solms Hohensolms Lich (St) geboren.

1901 Wetter: Lungentuberkulose in Frankfurt. - In Frankfurt Oberrad wird eine Mainschleuse eröffnet, wodurch die Rheinschiffe bis Offenbach fahren können. - In Mainz leben 49408 Katholiken und 31151 Protestanten. - In Rüsselsheim baut Adam Opel das 2-PS-Motorzweirad, das 700 Mark kostet. - In Frankfurt kann der Lokomotivführer, weil er vergessen hatte Druckluft für die Bremsen aufzufüllen die Oostende-Wien-Express Lokomotive im Centralbahnhof alias Hauptbahnhof nicht mehr bremsen, überfährt den Prellbock und kommt erst im Wartesaal der ersten und zweiten Klasse zum stehen. Viele Fahrgäste in den abgerissenen Personenwaggons bemerken den Unfall gar nicht. Das Loch in der Mauer ist 10x12 Meter groß. Die Lokomotive ist fast unversehrt, die Strafe gering. - In Frankfurt wird die Villa Speyer in der Forsthausstraße 62 alias Kennedyallee 70 als repräsentative Wohnvilla des jüdischen Bankiers Eduard Beit von Speyer (41) gebaut. - In Kronberg besucht der englische König Eduard VII von Sachsen Coburg und Gotha (St) (41) die deutsche Kaiserin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (St) (43) im Schloss Friedrichshof auf dem Sterbebett. - In Frankfurt trifft der englische König Eduard VII von Sachsen Coburg und Gotha (St) (41) den deutschen Kaiser Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (42) . In Kronberg erbt die jüngste Kaisertochter Margarethe von Zollern Preußen (St) (29), verheiratet mit Prinz Friedrich Karl von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (33). - In Frankfurt stirbt mit dem jüdischen Bankier Wilhelm Carl von Rothschild die deutsche Linie aus und das Bankhaus wird verkauft.

1900 Wetter: Pockenepidemie in Frankfurt. Berichte über Rebkrankheiten. - In Katzenelnbogen Berghausen wird der Großbauernsohn Rudolf Diels geboren. - In Frankfurt wird das Kaufhaus Schmoller Zeil 90 eröffnet. - In Wiesbaden wird begonnen die Ringstraße einheitlich im Historismusstil anzulegen. - In Frankfurt vereinigen sich die Frankfurter Kickers und der Frankfurter FC 1899 zum Frankfurter Fußballclub 1899 - Kickers mit 3 Fußballmannschaften und 2 Rugbymannschaften. - In Frankfurt stellt der Adler Fahrradhersteller und Schreibmaschinenhersteller Heinrich Kleyer (47) Höchster Straße alias Kleyerstraße, auf der Automobil-Ausstellung Frankfurt seinen ersten Adler-Motorwagen vor und bringt seine Adler Schreibmaschine Modell 7 auf den Markt. - In Offenbach gibt es eine Wettersäule auf der Kaiserstraße. - In Frankfurt Bornheim ist die Straßenbahn elektrifiziert. - In Darmstadt stirbt der in Darmstadt Bessungen geborene jüngste Prinz Wilhelm von Hessen Darmstadt (St) (55) morganatisch verheiratet mit der Französin Josephine Bender von Lichtenberg (St) (43) auf seinem Wohnsitz Palais Rosenhöhe. Sein einziger und ursprünglich uneheliche Sohn ist Gottfried von Lichtenberg (St) (23). - In Frankfurt nennt der Volksmund das Neubaugebiet westlich der Galluswarte Kamerun. - In Fankfurt streiken die Schumacher, die Damenschneider, 40 Tapezierer, 60 Steinarbeiter, 700 Holzarbeiter und 121 Arbeiter der Maschinenfabrik Schrader und Rüdiger. - In Wiesbaden wird die letzte Pferdetram eingestellt, die letzte Dampfstraßenbahn 14 Tage später. - In Frankfurt wird für das Stadtgebiet eine Kirchensteuer von 10% auf die Einkommensteuer erhoben. - In Schwanheim rügt eine Schulrevision die übermäßige körperliche Züchtigung der Schüler der Schwanheimer Volksschule Gerolsteiner Straße 2 (2016 August Gräser Schule). - In Darmstadt ist das Restaurant Zum heiligen Kreuzberg von N. Strohmenger ein beliebtes Ausflugsziel. - In Wiesbaden Biebrich hat das Hotel Nassau Rheingaustraße 146 gegenüber von Carl Machenheimer vier Rheinanlegestelle. - In Offenbach verkauft Fürsten Franz Joseph von Isenburg Birstein (St) (31) aus Geldmangel seinen offenbacher Besitz an den Staat, darunter das Offenbacher Schloss, das fürstliche Palais an der Frankfurter Straße/Kaiserstraße und das Forstrevier Offenbach Süd. - In Darmstadt wird auf der Mathildenhöhe der Grundstein für ein gemeinschaftliches Atleiergebäude der Künstlerkolonie gelegt. - In Darmstadt findet eine erste Ziehung der Großherzoglichen Landeslotterie mit einem Hauptgewinn von 33000 Mark statt. - In Frankfurt gibt es die Preußische Lotterie. - In Frankfurt veranstalten die Deutsche Automobil Club alias DAC Mitlgieder die Zweite deutsche Automobilausstellung in der landwirtschaftlichen Halle am Ostendplatz zwischen Ostendstraße und Sonnemannstraße mit 13 deutschen Automiobilherstellern für dreirädrige und vierrädrige Automobile mit dem ersten internationalen Automobil-Wettrennen auf der Pferde-Rennbahn am Forsthaus. - In Frankfurt gibt es rund 70 Automobilbesitzer. - In Darmstadt erhält Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (32) den Ehrendoktor der TU. - In Deutschland gilt das neue Ladenschlussgesetz von 05:00 - 21:00 Uhr. - Bei Offenbach Waldheim stoßen 2 Eisenbahnzüge frontal aufeinander, wobei es 13 Tote gibt. - In Frankfurt Bockenheim wird der Pferdebahn Betriebshof in ein Depot für elektrische Straßenbahnen alias Bockenheimer Depot umgebaut. - In Lich Arnsburg wird der Grafensohn Bernhard Bruno von Solms Laubach (St) geboren.

1899 Wetter: Weinrebkrankheiten lassen das Holz absterben. - In Frankfurt werden die Fußballvereine Fußball-Club Kickers, Fußball-Club Victoria, FSV Frankfurt im Nordend und Frankofurtia in Bornheim gegründet. - In Wiesbaden werden die Gasthäuser Schwarzer Bock am Kranzplatz und Goldene Kette mit dem Badehaus Zum schwarzen Bock abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, wodurch alle Quellen auf dem Schwarzen Bock Gelände liegen. - In Mainz verkauft das riesige und pompöse Cafe de Paris am Gutenbergplatz alias Theraterplatz Bier der Ersten Pilsner Actien Brauerei. Auf der Ludwigstraße fahren einspännige Pferdebahnen. Auf dem Theaterplatz steht eine Litfasssäule. - Bad Homburg erhält eine elektrische Straßenbahn. - In Frankfurt werden die Habsburgerallee und Wittelsbacherallee angelegt. - In Frankfurt gibt im Konzerthaus Saalbau in der Junghofstraße der Komponist Richard Strauss (35) die Uraufführung seiner symphonischen Dichtung Ein Heldenleben. - In Frankfurt sind rund 1200 organisierte Maurer ausgesperrt. - In Darmstadt gründet und finanziert der in Darmstadt geborene Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (31) die Darmstädter Künstlerkolonie u.a. mit dem darmstädter Weinhändlersohn und Bildhauer Ludwig Habich (36).

1898 In Frankfurt befindet sich die Hauptpost auf der Zeil 110. Das Eckhaus Zeil/Große Eschenheimer Straße ist das Cafe und Hotel Milani, der ehemalige Weidenhof, vor dem ein Uhrtürmchen steht. - In Frankfurt Niederrad baut der jüdische und 1880 evangelisch getaufte frankfurter Cassella & Co Teilhaber Carl von Weinberg (37) die Villa Waldfried mit 100 Zimmern im englischen Landhausstil. - In Rüsselsheim beginnt die Nähmaschinenproduzentenwitwe Sophie Opel (58) mit dem Automobilbau. - In Frankfurt baut der Adler Fahrradhersteller Heinrich Kleyer (45) in der Höchster Straße alias Kleyerstraße die erste deutsche Schreibmaschine, die Adler Empire. - In Frankfurt wird am Mainufer am Nizza mit der Pontonanlage Mosler'sche Badeanstalt die größte deutsche Flussbadeanlage eröffnet, in der man schwimmen, aber auch Rollschuh fahren und Tennis spielen kann. - In Darmstadt ist der darmstädter Weinhändlersohn und Bildhauer Ludwig Habich (35) Mitbegründer der Freien Vereinigung Darmstäder Künstler.

1897 In Frankfurt wird in der Lindenstraße 27 ein Damenstift der alten Frankfurter Familien eröffnet. - In Frankfurt tritt der Sänger und Komiker Otto Reutter (27) im Theater Orpheum Neue Zeil 80-82 auf. - In Frankfurt ist der Nürnberger Hof das mit Abstand bedeutendste Messequartier der Stadt. In dem mit Toren im Norden Braubachstraße 24 und Süden verschließbare Gebäudekomplex mit durchfahrbarem Innenhof werden auch die Waren gelagert. - In Wiesbaden wird das Walhalla Theater als Variete Theater und als Konkurrenz zum Theater Kaiserliches Hoftheater (2016 Staatstheater) eröffnet. - In Mainz wird die mainzer Fastnachtsprinzessin vom Sohn des mainzer Oberbürgermeisters Dr. Gassner dargestellt. Fastnacht ist reine Männersache. - In Weilmünster wird die Heil- und Pflegeanstalt Weilmünster Weilstraße 10 für über 1000 Patienten gegründet, die konservativ auf Isolation, Disziplin, Bestrafung und Daueraufenthalte basiert. - In Bad Homburg beginnt der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern II Preußen (St) (38) das Stadtschloss jährlich als Sommersitz seiner 20 köpfigen Familie zu nutzen, das er sehr schätzt: Ich kann nur in Homburg gut schlafen. - In Oberursel verbieten die französischen Gnom Lizenznehmer ihrem Mitgesellschafter und Gnom Petroleummotorenentwickler Willy Seck (29) den Einbau des Fahrradhilfsmotors, weshalb dieser die Motorenfabrik Oberursel gründet. - In Frankfurt spaltet sich die Alte Lateinschule alias Städtische Gymnasium Friedrich Ebert Anlage 22 in das humanistische Lessing Gymnasium und das Goethe Gymnasium, das besonderen Wert auf Fremdspachen legt.

1896 In Arolsen wird Prinz Josias von Waldeck und Pyrmont (St) als Sohn von Fürst Georg Viktor von Waldeck und Pyrmont und Helene von Nassau-Weilburg geboren. - In Wiesbaden werden mit dem Edison Apparat Stummfilmchen vorgeführt. - In Frankfurt wird das Städtische Schwimmbad als Hallenbad in der Klingerstraßé 6 eröffnet. - In Frankfurt gibt im Konzerthaus Saalbau in der Junghofstraße der Komponist Richard Strauss (32) die Uraufführung seiner symphonischen Dichtung Also sprach Zarathustra. - In Offenbach Rumpenheim wird Prinz Philipp von Hessen Kassel Rumpenheim (St) geboren. - In Potsdam stirbt der preußische Kammerherr und Zeremonienmeister Karl von Schrader (48) bei deinem Duell als Folge des Sexskandal Kotze-Affäre. - In Wiesbaden beginnt im Hotel du Parc & Bristol in der Wilhelmstraße unter fürstlichen Gästen der Brauch mit einem Diamantstift ihr Autogramm auf einem Fenster zu verewigen. - In Frankfurt führt der frankfurter Arzt Dr. Ludwig Rehn führt im Stadtkrankenhaus die erste erfolgreiche Herznaht nach einer Stichverletzung am Herzen aus. - In Frankfurt stirbt die in Leipzig geborene Theologentochter, Komponistenehefrau und Komponistin Clara Schumann (77). - In Wiesbaden wird eine elektrische Straßenbahn zwischen den Bahnhöfen in der Rheinstraße und der Walkmühle Waldmühlstraße betrieben. - In Wiesbaden stellt Telegrafendirektor Freiherr Eduard von Seckendorf Fernsprechgehilfinnen für 2,25 Mark /Tag ein.

1895 In Frankfurt verkauft Fürst Albert von Thurn und Taxis (St) (28) das Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10 an die Post und lässt die Innenausstattung nach Regensburg ins Kloster Emmeram schaffen. - Frankfurt hat 299175 Einwohner. - In Frankfurt findet die Gesamttagung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF) statt. - In Frankfurt fährt statt der Pferdebahn eine neue Akkumulatorenbahn zur Galluswarte. - In Wiesbaden ist die Regierung in der Rheinstraße 35, die Hauptpost mit Telegraphenstation in der Rheinstraße 23-25. Das komplette Carree Rheinstraße/Schwalbacher Straße/Luisenstraße/Kirchgasse ist die Artillerie Kaserne. Das Residenz Theater ist am Südende des Schillerplatzes. - In Offenbach wird ein neues Krankenhaus eröffnet. - In Frankfurt eröffnet der orthodoxe, mit der Tochter seines Cousins verheiratete, jüdische frankfurter Bankier Freiherr Wilhelm Carl von Rothschild (67) Am Untermainkai 14-15 in einem repräsentativherrschaftlichen Haus die Freiherrlich Carl von Rothschild'sche öffentliche Bibliothek. 

1894 In Frankfurt wird in der Friedberger Anlage Höhe Sandweg ein Uhrtürmchen aufgestellt. - In Frankfurt wird die Chemiefabrik Cassella gegründet. - In Frankfurt wohnt der Adler Fahrradhersteller Heinrich Kleyer (41) in seiner pompösen Villa am Wiesenhüttenplatz 33. - Die in Darmstadt geborene strenggläubige Prinzessin Alix von Hessen Darmstadt (St) (22) heiratet im Winterpalast in Sankt Petersburg ihren Cousin 2. Grades, den neuen russischen Thronfolger Nikolaus II von Russland. - Der in Darmstadt geborene Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (26) heiratet seine auf Malta geborene Cousine und Zarenenkelin Victoria Melita von Edinburgh alias Sachsen Coburg und Gotha (St) (22). - In Darmstadt erbaut sich der jüngste Prinz Wilhelm von Hessen Darmstadt (St) (49) das Palais Rosenhöhe als Wohnsitz im Historismusstil im Park Rosenhöhe. - In Wiesbaden beginnt Kaiser Wilhelm von Zollern II (St) (35) mit seinen jährlichen Besuchen der Stadt. - In Frankfurt Bornheim Bergerstraße 275 wird im großen Festsaal des Gasthauses Zur weißen Lilie Berger Straße 275 der erste SPD Parteitag nach den Sozialistengesetzen abgehalten.

1893 In Frankfurt tritt der wiener Zirkusdirektor Albert Schumann (35) sehr erfolgreich auf und bleibt auch im Folgejahr. - In Frankfurt treten im Theater Orpheum Neue Zeil 80-82 die Gebrüder Skladanowsky mit ihrem elektro-mechanisch-pyrotechnischen Wasserschauspiel auf. Auf dem Programmzettel wird auch für das Hotel Milani Ecke Zeil/Große Eschenheimer und das Cafe Royal geworben. - Der protestantische Erbgroßherzog Wilhelm Alexander von Nassau Weilburg (St) (41) heiratet in Österreich die katholische portugiesische Infantin Maria Anna von Braganza (St) (32). - In Frankfurt Höchst wird das Haupt-Comptoir der Farbwerke vorm Meister, Lucius und Brüning erbaut. - Der in Holstein geborene Prinz Friedrich Karl von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (25) heiratet die jüngste deutsche Kaisertochter Margarethe von Preußen (St) (21). - Der in Bad Homburg geborene Vollmatrose Robert Fuchs-Liska (23) kehrt nach einer schweren Malariaerkrankung nach Frankfurt zurück und absolviert in der Alten Oper eine Ausbildung zum Opern-Tenor.

1892 In Darmstadt stirbt Großherzog Ludwig IV von Hessen und bei Rhein (St) (55). - In Frankfurt fährt die Pferdebahn bis zum Hauptfriedhof. - In Darmstadt heiratet Prinz Heinrich von Hessen Darmstadt (St) (54) in zweiter morganatischer Ehe Emilie Hrzic de Topuska (St) (24) (+1961) die dafür zur Freifrau von Dornberg erhoben wird. - In Oberursel gründet der Gnom Petroleummotorenentwickler und Ingenieur Willy Seck (24) die Firma W. Seck & Co. - In Bad Nauheim veröffentlich Wilhelm Aletter (25) eine erste Sammlung von 12 Klavierstücken. - In Wiesbaden geht der Unternehmer Philip Helfmann mit seinem Luxushotel Kaiserhof in der Frankfurter Straße links neben der Augusta Victoria Bad noch in der Rohbauphase Konkurs und wird vom Bauunternehmen HOCHTIEF in Frankfurt Kelsterbach übernommen.

1891 In Frankfurt wird an der Zeil 110 die Hauptpost alias Postamt 1 im Historismusstil auf dem Grund des ehemaligen Renaissancegasthauses Rotes Haus mit den einverleibten Nachbarhäusern Weinhaus Drexler und Russischer Hof eröffnet. - In Langenschwalbach alias Bad Schwalbach Lindschied lässt der amerikanische Anheuser-Busch Großbrauer Adolphus Busch (52) eine burgähnliche Villa als Sommerresidenz erbauen. - In Frankfurt kauft die Stadt Frankfurt das 29 Hektor große Günthersburggelände, reißt die Orangerie ab und macht daraus einen Park. - Prinz Friedrich Karl von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (23) ist in den Sexskandal Kotze-Affäre im Jagdschloss Grunewald verwickelt bei dem Gruppensex veranstaltet worden sein soll und der die Homosexuellen unter den kaiserlichen Beratern bloss stellt. - In Wiesbaden werden Ferngespräche handvermittelt.

1890 Der in Wiesbaden geborene Geschäftsmann und Kunstsammler Hugo Reisinger (34) heiratet Edmee Busch (19), die Tochter des in Mainz Kastel geborenen amerikanischen Anheuser Busch Präsidenten und Großbrauers Adolphus Busch (51). - In Frankfurt wird der aus Stade stammende Amtsrichtersohn Franz Adickes (44) frankfurter Oberbürgermeister. - Der in Wiesbaden Biebrich geborene protestantische Herzog Adolph von Nassau Weilburg (St) (73) wird Großherzog von Luxemburg im katholischen Luxemburg. - Wiesbaden hat 100000 Kurgäste.

1889 In Wiesbaden wird die Langenschwalbacher Bahn (2016 Aartalbahn) am Rheinbahnhof eröffnet.

1888 In Frankfurt befindet sich das Polizeipräsidium Ecke Neue Zeil/Klingerstraße alias Klappergasse. - In Frankfurt wird der Hauptbahnhof als größter europäischer Bahnhof eröffnet. - In Frankfurt werden die letzten Gleise zum Hauptbahnhof in der Nacht zum Eröffnungstag verlegt, bevor um 04.47 Uhr der erste Zug, der Nachtzug 306 mit einer blumengeschmückten Lokomotive unter Hurrarufen und zum Erstaunen der Anwesenden voll mit eisenbahnbegeistereten Frankfurtern, die nachts zur Bahnstation Bockenheim gewandert sind und dort einstiegen um das letzte Stück mitzufahren, einfährt. Alle Feierlichkeiten sind wegen des Todes des Kaisers verboten. Am Abend kommt es zum ersten Eisbahnunfall im neuen Bahnhof. - In Offenbach wird eine Heilquelle mit salzigem Wasser, die Kaiser-Friedrich-Quelle erschlossen. - Die in Wien geborene wohlhabende jüdische Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim (29) zieht mit ihrer Mutter in deren Geburtsort Frankfurt. - In Frankfurt eröffnen zwei private Dampfstraßenbahnlinien. - In Frankfurt eröffnet die Pferdebahnlinie nach Eschersheim, die am Eschenheimer Tor startet. - In Wiesbaden mietet sich die serbische Königin Natalie (29) nach der Flucht vor ihrem trunksüchtigen und verschwenderischen Ehemann mit ihrem Sohn Kronprinz Alexander (12) im Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser Friedrich Platz Südseite und zieht danach in die Villa Clementine Frankfurter Straße 1, von wo Kronprinz Alexander (12) mit Billigung der deutschen Regierung unter dem neuen deutschen Kaiser Wilhelm II von Zollern Preußen (St) (29) und Reichskanzler Otto von Bismarck (St) (73) und mit der Anweisung Gewalt anzuwenden zum Taunusbahnhof Ecke Rheinstraße/Friedrich-Ebert-Allee gebracht und nach Serbien im Salonwagen zurückgebracht wird. - In Mainz sitzt das Fastnacht-Comitee beim Fastnachtszug auf einem zu einem Elefanten umgebauten Prunkwagen. - In Wiesbaden werden alle berufsbezogenen Fachvereine polizeilich geschlossen, da sie stadtbekannte SPD Mitglieder führen. - In Wiesbaden kauft der Kolpingverein ein eigenes Kolpingshaus mit Saal in der Dotzheimer Straße 24. - In Frankfurt Bornheim Bergerstraße 275 wird im großen Festsaal des Gasthauses Zur weißen Lilie Berger Straße 275, dem größten Tanzsaal und Concertsaals Frankfurts, wo es Oberlaenders Exportbier hell und selbstgekelterten Aepfelwein alias Apfelwein gibt und eine 12 Mann starkt Hauskapelle unter Leitung des Dirigenten Fritz Schwalb auf frisch gewichstem Parquet für größte Tanzbelustigungen sorgt, der Bornheimer Karneval gegründet.

1887 In Frankfurt wird der Fahrradhersteller Heinrich Kleyer (34) Lieferant des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, erhält Staatsaufträge für Zweiräder und Dreiräder und baut eine Fabrik in der Höchster Straße alias Kleyerstraße. - In Frankfurt tritt im Konzerthaus Saalbau in der Junghofstraße der Komponist Richard Strauss (23) auf. - In Offenbach wird in der Herrnstraße ein Hallenbad vom Stadtbadverein eröffnet. - In Wiesbaden ist Freiherr Eduard von Seckendorf Telegrafendirektor.

1886 In Frankfurt wird das Polizeigefängnis Klapperfeld fertig gestellt. - In Frankfurt verkauft der in Darmstadt geborene Heinrich Kleyer (33) sein erstes Adler-Niederrad alias Fahrrad mit Luftreifen, produziert in der neu gegründeten Firma Adler Fahrradwerke vormals Heinrich Kleyer. - Der in Bad Homburg geborene Robert Fuchs-Liska (16) reist von zu Hause aus und Fährt als Schiffsjunge zur See.

1885 Typhus-Epidemie in Wiesbaden. - Frankfurt hat 222726 Einwohner. - In Darmstadt Bessungen stirbt die in Berlin geborene Prinzessin Elisabeth von Hessen-Darmstadt alias Elisabeth von Zollern Preußen (St) (70). - In Frankfurt beginnt der in Frankfurt geborene und von der Filiale in New York zurückgekehrte Bankier Johann Carl de Neufville (36) das Evangelium zu predigen und gründet und stiftet im frankfurter Nordosten eine Innere Mission. - In Frankfurt beginnt die Eisengießerei Mayfarth & Co. mit der Industrialisierung der Vorstadt vor der Galluswarte. - In Wiesbaden gibt es unter dem Geheimen Postrat Theodor Karass 68 private Telefonanschlüsse und im Parterre des Seitenflügels der Post Rheinstraße 23-25 die erste Fernsprechvermittlung mit 2 Beamten, die täglich 180 Gespräche mit Hier Amt, was belieben? vermitteln. - In Wiesbaden wird im Dierer´schen Haus alias Gasthaus Zum Hirschen Dotzheimer Straße die Kolpingfassenacht alias Fastnacht gegründet. - Die Reichspost erlaubt Bildpostkarten alias Ansichtskarten zu verschicken. 

1884 In Frankfurt wird die erste echte elektrische Straßenbahn der Welt von der Alten Brücke zum Mathildenplatz in Offenbach von der Frankfurter Trambahn Gesellschaft in Betrieb genommen. - In Offenbach zieht die Reichspost von der Frankfurter Straße 31 an den Aliceplatz um. - In Offenbach wird am Aliceplatz die Telefonvermittlung mit 19 Anschlüssen, hauptsächlich Firmen in Betrieb genommen. - In Darmstadt heiratet der in Darmstadt Bessungen geborene und verwitwete Großherzog Ludwig IV von Hessen und bei Rhein (St) (47) morganatisch, die gerade geschiedene russische Geschäftsträgerfrau, in Warschau geborene Grafentochter Alexandrine von Hutten-Czapska (St) (30) und am gleichen Tag seine älteste Tochter Prinzessin Victoria von Hessen Darmstadt (St) (21) regulär Prinz Ludwig Alexander von Battenberg (St) (30). Großherzog Ludwig IV von Hessen und bei Rhein (St) (47) muss auf Druck der englischen Königin seine morganatische Ehe annullieren lassen. - In Mainz wird der Ludwigsbahnhof in der Rheinstraße aufgegeben und durch den neuen Centralbahnhof alias Hauptbahnhof ersetzt. - Der in Darmstadt Bessungen geborene jüngste Prinz Wilhelm von Hessen Darmstadt (St) (39) heiratet morganatisch die Französin Josephine Bender von Lichtenberg (St) (27), die Mutter seines in Darmstadt unehelich geborenen Sohnes Gottfried von Lichtenberg (St) (07). - In Mainz setzt das begeisterte Carnevalsvereinsmitglied Konrad Sutter riesige Pappfiguren Riwwelmattese vor die Säulen der Galerie der Stadthalle. - In Wiesbaden eröffnet in der ehemaligen Metzgerei in der Wagemannstraße 9 das Weinlokal Binger Wein-Schänke, in der, da die Toiletten noch nicht fertig sind, der Wirt Peter Külzer einfach einen Eimer für die kleine Notdurft vor die Tür stellt, wodurch die Lokalität den Spitznamen Der Eimer erhält.

1883 In Freiendiez wird der in Naurod geborene Dorfschullehrersohn Rudolf Dietz (20) Dorflehrer und beginnt Gedichte und Theaterstücke zu schreiben. - In Langen verleiht der in Darmstadt Bessungen geborene Großherzog Ludwig IV von Hessen und bei Rhein (St) (46). mit der Weihe der Stadtkirche dem Marktflecken Langen die Stadtrechte. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene Bankier Mitbegründer des Bankhauses Maerklin & Co., Kommerzienrat, Ehrenpräsident der Frankfurter Handelskammer, Mitglied in der Museums Gesellschaft und im Cäcilienverein Johann Gustav Adolf von Neufville (35) in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben. - In Wiesbaden wird der in Bad Ems geborene Carl Bernhard von Ibell (36) vom Bürgermeister zum Oberbürgermeister erhoben. - In Höchst wird der Chemiewerkdirektor Adolf Brüning (46) in den preußischen Adelsstand erhoben. - In Eltville Erbach stirbt die in Berlin geborene niederländische Königstochter Wilhelmine Friederike Luise Charlotte Marianne von Oranien Nassau (St) (73) im Schloss Reinhartshausen. - In Wiesbaden hält die verbotene SPD geheime Wahlversammlungen ab.

1882 Wetter: In Frankfurt Hochwasser vom Anlagenring bis zu den Riederhöfen. - In Frankfurt brennt die Landwirtschaftliche Halle in der Ostendstraße ab. - In Offenbach wird der Rabbiner Salomon Formstecher (74) erster jüdischer Ehrenbürger. Er erhält vom hessichen Großherzog einen Orden. - In Wiesbaden wird die großbürgerliche Villa Clementine mit prächtigen Stuckdecken, Eisenguss-Geländern und schwarzem Marmortreppenhaus fertiggestellt. - In Wiesbaden brennen im Kurhaus elektrische Lampen. - In Frankfurt wird eine erste Kläranlage erbaut. - In Frankfurt zieht der in Idstein geborene Amerikarückkehrer, Goldrauschunternehmer und frankfurter Rentier Marks John Livingston alias Markus Löwenstein (58) aus dseiner Villa Bockenheimer Landstraße 33 in seine neu erbaute Stadtvilla Livingston´sches Stallgebäude in der Ecke Ulmenstraße 20/Kettenhofweg, das aus Platzgründen eine Stall im ersten Stock der Villa hat, der nur mit einem Pferdekutschen-Aufzug erreichbar ist.

1881 In Frankfurt nimmt die Post eine Telefonvermittlung mit fünfzig Teilnehmern in der Zeil 110 in Betrieb, obwohl es bereits über 100 Anmeldungen von frankfurter Geschäftsleuten gibt. Die frankfurter Handelskammer beantragt eine Fernsprechzentrale. Nach 4 Wochen werden weitere achtzig Teilnehmer dazugeschaltet und ein Telefonbuch mit 130 Teilnehmern herausgegeben. - In Frankfurt Bornheim ist die Endhaltestelle der Pferdebahn Bornheim Schule vor dem Gasthof Nassauer Hof Berger Straße 260 (2016 Apfelwein Solzer). - In Frankfurt verlegt der Brauer Conrad Binding seine Brauerei Binding auf den Sachsenhäuser Berg. - In Frankfurt wird aus der Heinrich Henninger & Söhne, Brauerei Stein die Frankfurter Bierbrauer-Gesellschaft - vormals Henninger und Söhne. - In Wiesbaden wird mit dem Bau des Hotels Neroberg mit großen Terrassen für die Außenbewirtung begonnen. - In Wiesbaden hat der Kolpingverein 900 Mitglieder. - In Frankfurt gibt es die Freimaurerloge Zur aufgehenden Morgenröthe.

1880 In Frankfurt wird der ehemalige osnabrücker Oberbürgermeister Johannes von Miquel (52) frankfurter Oberbürgermeister. - In Frankfurt wird der Rugbyclub SC Frankfurt mit Herrmann Stasny gegründet. - In Frankfurt gründet der in Darmstadt geborene Heinrich Kleyer (27) eine Maschinen- und Fahrradhandlung, in der er Hochräder verkauft. - In Frankfurt tritt der Circus Wulff auf. - In Frankfurt wird die Neue Oper alias Alte Oper mit der Mozart Oper Don Giovanni mit dem Ehrengast, dem deutschen Kaiser Wilhelm von Zollern Preußen (St) (83), eröffnet. - In Frankfurt tritt der Pianist Johannes Brahms (47) in einer Kammermusik-Reihe im Saalbau Junghofstraße auf. - In Wiesbaden besucht der Kronprinz Wilhelm II von Zollern Preußen (St) (21) demonstrativ zusammen mit seiner Frau ein synagoges Konzert gegen öffentliche antijüdische Aggressionen. - In Wiesbaden brennt elektrisches Licht auf dem Konzertplatz hinter dem Kurhaus. - Wiesbaden hat 70000 Kurgäste. - In Deutschland wird der Lehrerinnenzölibat eingeführt.

1879 In Wiesbaden zieht das Amtsgericht und das Landgericht in die Neorenaissancegebäude mit 7 Gefängniszellen in der Gerichtsstraße 2. - In Wiesbaden nimmt mit der Eröffnung des Ludwigsbahnhof Friedrich-Ebert-Allee 2 (2016 Museum) die Hessische Ludwigsbahn die Eisenbahnstrecke Wiesbaden - Niedernhausen in Betrieb. - In Frankfurt werden die Gleise für den Hauptbahnhof verlegt. - In Wiesbaden wird aus der höheren Bürgerschule Oranienstraße 5- 7 (2016 Oranienschule) eine siebenklassige Realschule. - In Wiesbaden gründet der Verein Herberge zur Heimat in der Platter Straße 2 ein christliches Hospiz für wandernde Handwerker, Arbeiter und Angestellte (2016 Hotel Oranien). - In Frankfurt ist die Neue Börse fertiggestellt. - In Wiesbaden hat der Kolpingverein 266 Mitglieder.

1878 In Frankfurt eröffnet der Frankfurter Turnverein 1860 eine Turnhalle im Sandweg 4. - Frankfurt Bornheim wird an die Vogelsberger Wasserleitung angeschlossen und erhält eine Kanalisation. - In Darmstadt heiratet Prinz Heinrich von Hessen Darmstadt (St) (40) morganatisch Caroline Willich alias von Pöllnitz, die dafür zur Freifrau von Nidda erhoben wird und innerhalb eines Jahres stirbt. - In Frankfurt ist die Obermainbrücke fertiggestellt. - In Frankfurt stirbt der in Wetzlar geborene jüdische zum evangelischen Glauben konvertierte Bankier Freiherr Raphael von Erlanger (72).

1877 Wetter: Extrem milder Jahresanfang. - In Mainz kauft die Mainzer Actien Brauerei sogar Eis aus Norwegen, weil die eigenen Kühlmaschinen überbeansprucht sind. - In Darmstadt stirbt General, zweitgeborener Großherzogssohn und Prinz Karl von Hessen und bei Rhein (St) (68) im Palais Prinz Karl in der Wilhelminenstraße 34. - In Darmstadt Seeheim stirbt der hessendarrmstädter Großherzog Ludwig III von Hessen und bei Rhein (St) (71). - In Darmstadt wird die Technische Hochschule am Karolinenplatz 5 gegründet. - Telegrafenbetrieb mit Sprechhörern wird eingeführt. Es gibt die Westerwald-Telegrafenrundlinie Monabaur, Hadamar, Limburg, Westerburg und Rennerrod und die Rheingauroute von Wiesbaden nach Koblenz. Jede Telegrafenstation hat ihr eigenes Rufzeichen.  - Die Ansichtspostkarte wird von Alphons Adolph (24) erfunden. - In Wiesbaden Schierstein lässt der in Frankfurt geborene Tabakwarenfabrikant und Rheingauer Schwaumweinfabrikbesitzer Johann Jacob Söhnlein (50) die Sektmarke Rheingold eintragen (2016 Sektkellerei Söhnlein).

1876 In Frankfurt wird das umgebaute Gasthaus Zum weißen Hirsch Kaiserplatz als Luxushotel Frankfurter Hof mit Direktor César Ritz (26) wiedereröffnet. - In Frankfurt führt die Post die Telegraphie in der Zeil 110 ein. - In Schwanheim wird in der Schwanheimer Volksschule Gerolsteiner Straße 2 (2016 August Gräser Schule) eine erste Lehrerin Frau Jäger eingestellt. - In Frankfurt werden laut kaiserlichem Oberpostdirector Geheimer Postrat Heldberg bei den Eisenbahn-Telegrphen-Stationen im März 44 Telegramme aufgegeben, 17 in Hattersheim, 16 in Hochheim, 13 in Biebrich, 11 in Wiesbaden, 10 in Flörsheim, 4 in Höchst, 3 in Castel alias Mainz Kastel und 1 in der Curve. - In Wiesbaden ist Gustav Meyer Telegraphendirektor. - Der in Frankfurt geborene Tabakwarenfabrikant und Rheingauer Schwaumweinfabrik Besitzer Johann Jacob Söhnlein (49) lässt seinen Sekt von Richard Wagner (63) zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele zu dessen Eröffnungsoper mit deren Namen Rheingold taufen (2016 Sektkellerei Söhnlein), wodurch die Sektmarke weltweit bekannt wird.

1875 In Wiesbaden wird in der Albrechtsstraße 29 ein Kreisgerichtsgefängnis für 100 männliche und weibliche Gefangene fertiggestellt. - Frankfurt hat 166351 Einwohner. - In Frankfurt eröffnet die Pferdebahnlinie zum Hanauer Bahnhof Zobelstraße. - In Bad Kreuznach stirbt auf Burg Schloss Rheingrafenstein der New Braunfels (Comal County Texas) Gründer Prinz Carl von Solms-Braunfels (St) (57) alias Texas Carl. - In Frankfurt hat der Main einen Wasserstand von 35 cm. - In Wiesbaden wird eine Pferdestraßenbahn vom Neorenaissance Hauptbahnhof an der Rheinstraße über die Wilhelmstraße über die Taunusstraße zum Neroberg eröffnet. - In Frankfurt wird das Hotel Frankfurter Hof am Kaiserplatz erbaut. - In Wiesbaden wird die verbotene SPD aufgelöst. - In Wiesbaden wird ein Kolpingsverein gegründet und gegen Vereinsgesetz nicht innerhalb 3 Tagen angemeldet, weshalb Päses wird Kaplan Heinrich te Poell eine Strafgebühr von 20 Mark oder 3 Tagen Haft erhält. Das Gasthaus Zur weißen Taube Neugasse 15 wird Vereinslokal, wo Unterricht in Schreiben, Rechnen, Zeichnen und Singen erteilt wird. Fast regelmäßig kommen Polizeibeamte zur Überwachung in die öffentliche Veranstaltungen. - Der in Hanau geborene hessenkasseler Kurfürst Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel (St) (73) stirbt in Prag und sein ältester Sohn, der aber morganatisch gezeugt wurde, Fürst Friedrich Wilhelm (St) (43) heiratet in zweiter Ehe wieder eine Schauspielerin, die in Hamburg geborene Ludovica Gloede, die sich mittlerweile Gräfin Schaumburg nennt und bereits einen in Wiesbaden geborenen Sohn Graf von Schaumburg Friedrich August von Hanau (St) (11) hat. Alle Nachkommen nennen sich illegalerweise Fürsten von Hanau, obwohl der Fideikommiss und die Anwartschaft auf den Thron an die Nebenlinie mit dem mit der vom protestantischen zum katholischen Glauben konvertierten Prinzessin Anna von Zollern Preußen (St) (39) verheirateten Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel Rumpenheim (St) (71) fallen.

1874 In Frankfurt wird der Zoologische Garten auf die Pfingstweide alias Bernhard-Grzimek-Allee 1 verlegt. - In Offenbach kommt die Erstausgabe der ersten SPD Parteizeitung im Großherzogtum Hessen, die Neue Offenbacher Zeitung heraus. - In Wiesbaden beginnt man die legendären Gartenfeste zu veranstalten. - In Wiesbaden wird Leonhard von Bonhorst erster sozialdemokratischer Kandidat für die Wahl zum Deutschen Reichstag.

1873 In Frankfurt eröffnet der Verein vom Roten Kreuz in der Königswarterstraße ein Krankenhaus. - In Offenbach wird der Neorenaissance Hauptbahnhof weit südlich der Stadt eröffnet. - In Wiesbaden wird eine Kurtaxe erhoben. - In Fankfurt wird der Bankier Daniel Heinrich Mumm (50) erster preußischer frankfurter Oberbürgermeister. In Geisenheim wird der Weinhändlersohn Hermann Mumm (74) zum Hermann Mumm von Schwarzenstein geadelt und beginnt mit dem Bau der künstlichen Burgruine Schwarzenstein, die als Sommerhaus dient.

1872 Im Deutschen Reich werden alle Spielcasinos geschlossen. - In Frankfurt werden auf der Bahnlinie nach Hanau Arbeiterzüge eingeführt. - In Wiesbaden geht die Taunusbahn Friedrich-EbertAllee/Rheinstraße mit ihren Nebenbahnen an die preußische Staatsbahn. - In Offenbach wird Prinz Victor von Isenburg Büdingen (St) geboren. - In Mainz wird aus der Brey´schen Brauerei mit der Trennung von Löwenbräuinhaber Ludwig Brey (51) die Mainzer Actien-Bierbrauerei, die größte westdeutsche Brauerei. - In Frankfurt wird eine Pferdetram von einem belgischen Privatunternehmer und seiner Frankfurter Trambahn Gesellschaft eröffnet. - In Bad Homburg wird das Spielcasino geschlossen. - In Darmstadt wird im Gasthaus und Weinlokal Bockshaut Kirchstraße 7-9 der Weinhändlersohn und Bildhauer Ludwig Habich geboren. - Der hessenkasseler Kurfürstenenkel Sohn Graf von Schaumburg Ludwig Cäcilius Felix von Hanau (St) wird geboren.

1871 Reichsgründung - In Frankfurt erscheint die Neue Frankfurter Zeitung als  Frankfurter Zeitung. - Frankfurt hat 138668 Einwohner. - In Rüdesheim wird das Niederwalddenkmal erbaut. - In Frankfurt wird die Gesellschaft des ächten Naxos-Schmirgels von Julius Pfungst gegründet. - In Wiesbaden beginnt der deutsche Kaiser Wilhelm von Zollern Preußen (St) (74) mit seinen jährlichen Besuchen der Stadt. - In Frankfurt wird im Luxushotel Zum Schwan Steinweg 12 der Frankfurter Friede geschlossen. - In Wiesbaden verspielt der in Moskau geborene Schriftsteller Dostojewski (50) seine Reisekasse, erhält aber für seinen Roman Die Dämonen einen Vorschuß und kann wieder nach Sankt Petersburg zurückkehren.

1870 In Frankfurt kauft der Küfer und Brauer Conrad Binding die Brauerei Ehrenfried Glock in der Frankfurter Altstadt mit einem Ausstoß von 1.500 Hektolitern. - In Bad Homburg wohnt Kronprinz Wilhelm von Zollern Preußen (St) (11) erstmals über den Sommer im Stadtschloss. - In Wiesbaden zieht die Telegrafenstation der Königlichen Staatsbahn Rheinstraße 8 als Telegrafenstation des Norddeutschen Bundes ins alte Rathaus die Marktstraße 18 um.

1869 In Wiesbaden wird die Alte Synagoge Coulinstraße eröffnet. - In Birstein wird der Fürstensohn Franz-Joseph von Isenburg Birstein (St) geboren. - In Mainz kauft die Brey´schen Brauerei von Löwenbräuinhaber Ludwig Brey (48) einen Kühlapparat der schweinfurter Firma Krackhart. - In Höchst patentieren die Farbwerke Meister, Lucius & Brüning den Erfolgs-Farbstoff  Alizarin. - In Wiesbaden streiken die Schneidergesellen erfolgreich mit Unterstützung der wiesbader Sozialdemokratischen Arbeiterpartei. - Homburg wird zu Bad Homburg. - Fürst Franz Joseph von Isenburg wird geboren. - In Frankfurt lässt der orthodoxe, mit der Tochter seines Cousins verheiratete, jüdische frankfurter Bankier Freiherr Wilhelm Carl von Rothschild (42) sein Landhaus Bockenheimer Landstraße 10 in ein Palais umbauen.

1868 In Wiesbaden wird neben dem Taunusbahnhof Ecke Friedrich-EbertAllee/Rheinstraße der Rheinbahnhof Ecke Rheinbahnhofstraße/Rheinstraße erbaut (2013 Rhein-Main-Halle). - In Darmstadt heiratet der der hessendrarmstädter Großherzog Ludwig III von Hessen und bei Rhein (St) (62) morganatisch die in Darmstadt geborene Darmstädter Hoftheater Balletttänzerin Anna Magdalena Appel (St) (22) die dafür zur Freifrau von Hochstätten erhoben und mit der er sich auf seinen Landsitz Schloss Braunshardt bei Weiterstadt zurückzieht. - In Frankfurt wird die Brücke Eiserner Steg erbaut. - In Fankfurt wird der Bankier Daniel Heinrich Mumm (50) erster preußischer frankfurter Oberbürgermeister. - In Bad Nauheim Steinfurth gründet Heinrich Schultheis die erste deutsche Rosenbaumschule.

1867 In Frankfurt werden Bonames, Bornheim, Hausen, Niederrad, Niederursel und Oberrad eingemeindet. - Wiesbaden hat 52770 Kurgäste. - In Bischofsheim ist auf dem Rangierbahnhof die Rangierlokomotive Landskron im Einsatz. - In Fankfurt brennt der frankfurter Dom. - In Wiesbaden findet im Saal der Gastwirtschaft Louis Kimmel Kirchgasse 8 die erste Versammlung des sodzialdemokratischen ADAV alias Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein statt. - In Wiesbaden Biebrich schließen sich unter der Führung des in Kaub geborenen nassauischen Offizierssohn und Rechnungsratssohn Leonhard von Bonhorst die Arbeiterbildungsvereine von Frankfurt, Wiesbaden, Offenbach und der neu gegründete Biebricher Verein zum Mittelrheinischen Arbeiterbund zusammen. - Leonhard von Bonhorst schließt sich an die wiesbadener Gruppe der Lassalleaner an und wird dadurch vom Allgemeinen deutschen Arbeitervereinspräsidenten Johann Baptist von Schweitzer Bevollmächtigter für Wiesbaden alias Ortsvereinsvorsitzender. Parteilokal ist die Gastwirtschaft Louis Kimmel Kirchgasse 8. - In Lich wird der Prinz Reinhard Lucwig von Solms hohensolms Lich geboren.

1866 In Frankfurt marschieren nach der verlorenen Schlacht bei Königgrätz die Preußen ein und sammeln sich auf dem Roßmarkt. Die Stadt fällt an Preußen und muss hohe Zahlungen leisten. - In Frankfurt begeht der letzte freie Bürgermeister Karl Konstanz Viktor Fellner (59) Selbstmord. - In Frankfurt wird die Neue Frankfurter Zeitung für ein knappes halbes Jahr verboten und erscheint danach als Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. - In Frankfurt wird mit der Anlage der Nizza Gärten mit exotischen Baumarten begonnen. - Der Krieg mit Preußen endet mit einer Niederlage und der Annexion des Herzogtums Nassau und der Absetzung der regierenden nassauischen Familie. Der in Wiesbaden Biebrich geborene Herzog Adolph von Nassau Weilburg (St) (49) geht von seinen Truppen in Süddeutschland direkt ins Exil. Die offizielle Besitzergreifung durch Preußen wird auf dem Schillerplatz gefeiert. - Wiesbaden hat 26000 Einwohner. - Wiesbaden hat 35000 Besucher, davon suchen 7000 durch die Kuren Linderung ihrer Leiden und der Rest kommt zum Vergnügen oder der Langeweile zu entfliehen. - Frankfurt stimmt mit Preußen für einen Ausschluss Österreichs und eine Mobilmachung gegen Österreich. - Das Kurfürstentum Hessen wird von Preußen annektiert. - In Frankfurt erhält der in Frankfurt geborene Schauspieler Samuel Friedrich Hassel (68) nach jahrzehntelange Karriere am Frankfurter Stadttheater am Theaterplatz alias Rathenauplatz seine letzte Hauptrolle.

1865 In Frankfurt ist die Weinwirtschaft Tivoli in der Rückertstraße. - In Wiesbaden schreibt der in Moskau geborene Schriftsteller Dostojewski (44) im Gasthaus Schwarzer Bock am Kranzplatz des neuen Besitzers Theodor August Schäfer seinen Roman Der Spieler. Im Kurhaus verspielt er in Gesellschaft von Polina Suslowa 3000 Rubel. - In Wiesbaden wird die Vereinsbank Wiesbaden gegründet. - In Wiesbaden gründet sich der Wiesbadener Arbeiterbildungsverein unter der Führung des in Kaub geborenen nassauischen Offizierssohn und Rechnungsratssohn Leonhard von Bonhorst neu. - In Wiesbaden wird im Nerotal die Leichtweißhöhle zu einer Publikumsattraktion ausgebaut und davor ein Wasserfall angelegt.

1864 In Frankfurt wird die Frankfurter Vereinskasse gegründet. - Frankfurt hat 118531 Einwohner. - In Frankfurt werden die Stadttore nachts nicht mehr verschlossen. - Der Bahnhof Frankfurt Sachsenhausen wird eröffnet. - In Wiesbaden kauft der neußer Karl Werminghoff das Hotel Schmitt´s Privathotel Alleestraße, Wilhelmstraße 32 und baut es zum Luxuskurhotel Belle-Vue um. - Die Gewerbefreiheit wird eingeführt. - In Darmstadt heiratet Prinzentochter Prinzessin Anna von Hessen Darmstadt (St) (21) den Witwer und Großherzog Friedrich Franz II von Mecklenburg-Schwerin (St) (41), die innehalb eines Jahres bei der Geburt ihres ersten Kindes an Kindbettfieber stirbt. - In Wiesbaden wird der hessenkasseler Kurfürstenenkel Graf von Schaumburg Friedrich August von Hanau (St) geboren. - In Wiesbaden Schierstein gründet der in Frankfurt geborene Tabakwarenfabrikant Johann Jacob Söhnlein (37) die Rheingauer Schaumweinfabrik (2016 Sektkellerei Söhnlein).

1863 In Frankfurt wird die Bank für Handel und Industrie gegründet. - Die Mainbahn wird eröffnet. - In Frankfurt Bornheim wird eine Gasbeleuchtung eingerichtet. - In Mainz wird die Südbrücke über den Rhein eröffnet und die Trajektraddampferboote zwischen Mainz Gustavsburg und dem mainzer Rheinufer wird eingestellt. - In Frankfurt lernt die schüchterne Prinzentochter Prinzessin Anna von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (20) den Witwer und Großherzog Friedrich Franz II von Mecklenburg-Schwerin (St) (40). - In Wiesbaden wird die Genossenschaft Wiesbadener Bank e.G.m.b.H. und die spätere Volksbank Biebrich gegründet. - In Mainz veräppelt ein Redner in einer Fastnachtssitzung das preußische Militär so stark, dass es keine Pferde, Wagen und Musikkapellen für den Fastnachtszug mehr stellt, weshalb sich der Mainzer Carnevals Verein erfolgreich an den in Darmstadt geborenen hessischen Großherzog Ludwig III von Hessen und bei Rhein (St) (57) in Darmstadt wendet. - In Frankfurt findet im Bundespalais alias Palais Thurn und Taxis Große Eschenheimer Straße 10 der Frankfurter Fürstentag statt. - In Frankfurt Höchst gründen die Bürger der industriefeindlichen Stadt Frankfurt, der hamburger Überseegroßhändler Carl Friedrich Wilhelm Meister (36), der in Erfurt geborene Kommerzienratssohn und Textilfabrikant Eugen Lucius (29) und Ludwig August Müller die Theerfarbenfabrik Meister, Lucius & Co., die Fuchsin und Anilin herstellt, am Mainufer. Höchst gehört zum Herzogtum Nassau. - In Offenbach wird eine regelmäßige Dampfschiffverbindung über Frankfurt-Mainz bis Köln eingeführt. Ein dafür benötigter Hafen wird von Frankfurt knapp 20 Jahre lang verhindert. - In Frankfurt wird anlässlich des Fürstentages im Stadttheater eine Festvorstellung aufgeführt.

1862 In Frankfurt wird die Frankfurter Hypothekenbank gegründet. - In Mainz wird die Eisenbahnbrücke Südbrücke an der Mainmündung als erste seit über einem Jahrtausend feste Rheinbrücke in Mainz erbaut. - In Rüsselsheim gründet Adam Opel (27) eine Nähmaschinenfabrik. - In Wiesbaden kann man über Rüdesheim bis Oberlahnstein fahren. - Der in Darmstadt Bessungen geborene Erbgroßherzog alias ältester Großherzogssohn Ludwig IV von Hessen Darmstadt (St) (25) heiratet die zweitälteste englische Königstochter Prinzessin Alice von Großbritannien und Irland (St) (19). - In Frankfurt Bornheim wird auf der Bornheimer Heide ein Deutsches Schützenfest veranstaltet. - In Wiesbaden wird der Kurverein im Gasthaus Zum Bären gegründet. - Der frankfurter Maler und Mundartdichter Friedrich Stoltze (46) veröffentlicht die Geschichte vom Tanz auf der Bernemer Lilch alias Tanz im Gasthaus Zur weißen Lilie in Bornheim Berger Straße 275.

1861 In Frankfurt wird die Turn- und Fechtgemeinde Eintracht Frankfurt gegründet. - In Wiesbaden hat das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz, in dem man sein Essen auf den Öfen im Zimmer selbst kochen muss, 47 Räume und bietet täglich 50 Bäder an. - In Mainz konvertiert der volljährige Fürstensohn Prinz Karl von Isenburg Birstein (St) (23) zum katholischen Glauben. - In Mainz produziert die Brey´sche Brauerei von Löwenbräuinhaber Ludwig Brey (40) 11781 Hektoliter Bier. - In Frankfurt beginnt die Museum Gesellschaft im neu errichteten zweistöckigen Saalbau in der Junghofstraße mit der Veranstaltung von Konzerten und eröffnet mit der Joseph Haydn Aufführung Schöpfung. Der riesige 1800 Zuhörer Konzertsaal Saalbau, der kleine Kammerkonzertsaal und der Bankettsaal im Brückenbau über der Junghofstraße werden das Zentrum des frankfurter Konzertlebens. - In Frankfurt führt der in Gelnhausen geborene Lehrer Philipp Reis (27) führt vor dem Physikalischen Verein in der Robert Mayer Straße 11 einen von ihm erfundenen Fernsprechapparat alias Telefon vor. Er erreicht nicht die nötige Aufmerksamkeit für eine Weiterentwicklung.

1860 In Frankfurt nennt der Bankier und Unternehmer Leopold Sonnemann seine Druckerei. - In Frankfurt veranstaltet die Frankfurter Carnevalsgesellschaft Die Bittern einen ersten Fastnachtsumzug Kappenfahrt. Das Gründungsmitglied Friedrich Stoltze (44) malt Maskenballplakate. - In Frankfurt wird die von August Ravenstein gegründete und verbotene Frankfurter Turngemeinde als Frankfurter Turnverein 1860 wiedergegründet. - In Langen mietet die Schulgesellschaft für ihren Unterreicht einen Neubau in der Dieburger Straße, Vor der Höhe 14. - In Frankfurt erhält das jüdische Philantropin in der Rechneigrabenstraße 16-18, das mit einer nichtjüdischen Volksschule kombiniert ist, eine eigene Turnhalle. - In Frankfurt stirbrt der in Danzig geborene Philosoph Arthur Schopenhauer (72) im Schopenhauerhaus Schöne Aussicht 16.

1859 In Frankfurt fügt der Bankier Leopold Sonnemann der Frankfurter Handelszeitung einen politischen Teil hinzu und nennt sie  Neue Frankfurter Zeitung. - In Frankfurt wird entlang des Mainufers eine Eisenbahnstrecke eröffnet, die die Westbahnhöfe mit dem Hanauer Bahnhof Zobelstraße verbindet. - In Mainz gründen mainzer Großkaufleute in einem Konsortium eine der ersten deutschen Großbrauereien, die Brey´sche Bierbrauerei unter dem Löwenbräu-Großbrauer Ludwig Brey (31).

1858 Frankfurt hat 103262 Einwohner. - In Frankfurt ist der frankfurter Mundartdichter, Freiheitsdichter, Herausgeber der Zeitschrift Frankfurter Latern Friedrich Stoltze (42) Mitgründer der Frankfurter Carnevalsgesellschaft Die Bittern. - In Frankfurt wird der Zoologische Garten an der Bockenheimer Landstraße eröffnet. - In Gustavsburg eröffnet der Hafenbahnhof Hafen 1.- In Wiesbaden wird im Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser Friedrich Platz Südseite bei einer Soireé das Streichquartett Nr. 2 0p. 90 von Joachim Raff uraufgeführt. - Die Hessische Ludwigsbahn nimmt die Rhein-Main-Bahn von Mainz über Darmstadt nach Aschaffenburg in Betrieb. Zwei Trajektraddampferboote nehmen die Bahnreisenden am Endbahnhof Gustavsburg Hafen 1 auf und transportieren sie zum anderen Rheinufer nach Mainz. Die Boote können nur kurze Güterwaggons und keine langen Personenwaggons zum Bahnhof Mainz Weisenau übersetzen. - In Wiesbaden gibt es ein Lesekabinett mit 120 Zeitungen.

1857 Der in Mainz Kastel geborene Hopfenhändlersohn, Weingroßhändlersohn und Grundbesitzersohn Adolphus Busch (18) wandert mit drei seiner Brüder wegen schlechter Chancen auf ein Erbe nach St Louis Missouri aus. - In Wiesbaden wird ein Teil des Herzoglich-Nassauischen Realgymnasiums Oranienstraße 5–7 (2016 Oranienschule) zur Bürgerschule mit einer Vorschule, die Jungen von 10 bis 16 Jahren auf ihre Berufe vorbereitet und dazu Französisch und Englisch lehrt.

1856 In Frankfurt wird der Frankfurter Geschäftsbericht gegründet der sich in Frankfurter Handelszeitung umbenennt. - In Offenbach erhält die Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue mit dem Haus Luisenstraße 31 ein eigenes Logenhaus. - In Wiesbaden Biebrich eröffnet die Wiesbadener Eisenbahngesellschaft die Strecke von Station Mosbach (2016 Wiesbaden-Biebrich) nach Rüdesheim. - In Wiesbaden sind der mit Gaslampen beleuchtete Springbrunnen und zwei neue Wasserbecken mit Kaskaden die Attraktion. - In Mainz dürfen mit der Gründung der Kleppergarde durch Carl Dremmel auch Kinder am Fastnachtszug teilnehmen. - In London Westminster heiratet zum Unwillen seines in Hanau geborenen Vaters Kurfürst Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel (St) (54) der fahnenflüchtige morganatisch geborene Kurfürstensohn Friedrich Wilhelm (St) (24) die Schauspielerin Auguste Birnbaum (19)

1855 In Frankfurt wird nach dem Tod des Bankiers Freiherr Amschel Mayer von Rothschild (82) das Palais Rothschild Zeil 90 in ein jüdisches Altersheim umgewandelt. - In Frankfurt wird gegenüber dem Hanauer Bahnhof Zobelstraße die Ostendhalle eröffnet. - In Frankfurt reißt der jüdische Freiherr Freiherr Carl Mayer von Rothschild (St) (67) die Bornburg ab und baut darauf das Schlösschen Günthersburg.

1854 In Frankfurt die Frankfurter Bank als erste Gesellschaftsbank gegründet. - In Darmstadt stirbt die uneheliche hessendarmstädter Prinzentochter Friederike Luise Weiss zum Weissenstein (St) (62). - In Frankfurt erhalten die führenden Bankiers Frankfurts, Bethmann, Grunelius, Rothschild und die Frankfurter Vereinskasse von Bürgermeister und Rat der Stadt die Konzession zur Gründung der Frankfurter Bank als Notenbank der Stadt Frankfurt Ecke Junghofstraße/Große Mainzer Straße.

1853 In Mainz wird die Eisenbahn eröffnet. - In Wiesbaden wird von jungen evangelischen Pfarrern ein Rettungshaus auf dem Geisberg gegründet, die verwahrloste atheistische Industrialisierungsopfer wieder zur Kirche bekehren wollen. - In Wiesbaden darf die Tausnuseisenbahn auch Privattelegramme befördern. - In Kassel erhält die katholische bonner Bürgerliche Gertude Falkenstein (51) und morganatische Ehefrau und 11 fache Mutter des im hanauer Schloss Philipsruhe geborenen Kurfüst Friedrich Wilhelm von Hessen (St) (51) den erblichen Titel Fürstin von Hanau.

1852 In Wiesbaden Biebrich wird der nassauweilburger Erbprinz Wilhelm Alexander von Nassau Weilburg (St) geboren. - Frankfurt hat 96011 Einwohner. - In Frankfurt bringt der frankfurter Mundartdichter, Freiheitsdichter, Herausgeber der Zeitschrift Frankfurter Latern Friedrich Stoltze (36) mit der Frankfurter Krebbel- und Warme-Brödercher-Zeitung die erste Fastnachtszeitung heraus. - Wiesbaden erhält den Titel Weltkurstadt. - Der aus Wiesbaden stammende konservative Revolutionär Ingenieur Oswald Dietz entkommt der badener Revolution nach Frankreich und flieht nach Texas. - In Wiesbaden verkauft der Jude Isaak Hiffelsheimer sein jüdisches Badehaus Pariser Hof mit Betsaal, Schule und Mikwe an einen Christ, der die Weiterbenutzung der Mikwe als rituelles jüdisches Bad duldet.

1851 Im Frankfurt übernimmt das Städel die Museums Gesellschaft Gemäldesammlung. - In Wiesbaden erreichen die Kurgastzahlen mit 14000 Fremden Vorrevolutionsniveau. - In Wiesbaden löst sich der Arbeiterbildungsverein auf.

1850 In Frankfurt wird die wird eröffnet. - In Mainz gründet der neustadtpfälzer Sektkellerer Christian Adalbert Kupferberg (26) die Sektkellerei Kupferberg. - In Frankfurt beginnt das Neumitglied der Gärtnerinnung Gärtner Schneider mit dem Ausschank von selbstgekeltertem Äpfelwein als Straußenwirtschafter, wobei nur aus eigenen Äpfeln stammender Äpfelwein im mit einem grünen Kranz gekennzeichneten eigenen Hof Lieber Alter und in der eigenen ausgeräumten Stube vier bis sechs Wochen lang verkauft werden darf. - In Wiesbaden wird der Nassauer Demokrat Karl Schapper freigelassen und feiert mit dem aus dem Arbeiterverein hervorgegangenen Arbeiterbildungsverein auf dem Neroberg. 2 Monate später wird er ausgewiesen. - In Hanau macht die Opposition Hanau Wilhelmsbad zur Hauptstadt des Kurfürstentums Kurhessen. - Wiesbaden bildet mit Wilhelmstraße, Rheinstraße, Schwalbacher Straße und Röderstraße ein geographisches Fünfeck, bei dem die Alleen nur stadteinwärts bebaut sind.

1849 In Frankfurt berichtet die Tageszeitung Frankfurter Zeitung von der Eröffnungsfahrt vom Main-Weser-Bahnhof nach Friedberg. - Die Eisenbahnstrecke Hanau-Würzburg wird eröffnet. - In Mainz leben 27633 Katholiken und 5037 Protestanten. - In Wiesbaden stagnieren die Kurgastzahlen bei 7500. - In Frankfurt verwehren 60 Abgeordnete der Nationalversammlung die Ausweisung Deutschösterreichs aus dem Deutschen Bundesstaat. - In Idstein findet der Idsteiner Kongreß der Nassauer Demokraten statt, wobei Karl Schapper teilnimmt und dafür inhaftiert wird. - In Eltville Eichberg wird die Heil- und Pflegeanstalt Eichberg Kloster-Eberbach-Straße 4 eingerichtet.

1848 In Frankfurt findet die Nationalversammlung in der Paulskirche statt. - In Frankfurt wird der Kopfbahnhof Hanauer Bahnhof Zobelstraße eröffnet. - In Offenbach eröffnet die Frankfurt-Offenbacher Lokalbahn zwischen Offenbach und Frankfurt Sachsenhausen. - In Darmstadt stirbt Großherzog Ludwig II von Hessen Darmstadt (St) (71) neuer Großherzog von Hessen und bei Rhein. - In Wiesbaden haben sich die Kurgastzahlen auf 7500 halbiert. - In Frankfurt ziehen reformkonservative österreichische, preußische und bayerische Abgeordnete vom Steinernen Haus Markt 44 ins Cafe und Hotel Milani, der ehemalige Weidenhof, Eckhaus Zeil/Große Eschenheimer Straße. - In Wiesbaden versammeln sich 30000 Menschen vor dem Stadtschloss und Herzog Adolph von Nassau (St) (31) reist aus Berlin zurück nach Wiesbaden und verspricht öffentlich vom Balkon des Stadtschlosses die Erfüllung der Forderungen seiner Untertanen nach Volksbewaffnung, Pressefreiheit, Einberufung eines Parlaments sowie Vereinigungs- bzw. Religionsfreiheit. Innerhalb weniger Wochen erscheinen 13 politische Zeitungen, davon fünf in Wiesbaden. Der dotzheimer Wirt des Gasthauses Zum Löwen versucht mit einem Karabiner Herzog Adolph von Nassau (St) (31) mit den schieß ich vom Balkon runner zu erschießen und kann gerade noch davon abgehalten werden. - In Wiesbaden wird die Republikanische Gesellschaft gegründet. - In Wiesbaden wird ein Arbeiterverein mit 300 Mitgliedern unter Führung des aus Weinbach bei Weilburg stammenden und teilweise in London lebenden Pfarrersohn und Forstwirt Karl Schapper gegründet. - In Frankfurt findet der erste Kongreß der Demokraten Deutschlands statt, u.a. mit dem aus Wiesbaden stammenden Stadtratssohn und Mühlenbesitzersohzn und Ingenieur Oswald Dietz. Oswald Dietz muss aus Nassau fliehen. - In Wiesbaden werden im Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser-Friedrich-Platz Südseite die liberalen Neun Forderungen der Nassauer beschlossen.

1847 In Wiesbaden übernimmt Anton Gutz das Spielcasino im Alten Kurhaus.

1846 In Frankfurt wird die Main-Neckar-Bahn eröffnet. - Frankfurt hat 89335 Einwohner.

1845 In Wiebaden Biebrich stirbt die schöne und beliebte Ehefrau von Herzog Adolph von Nassau Weilburg (St) (28) die russische Großfürstin Elisabeth Michailowna (St) (19) bei der Geburt ihrer Tochter, die ebenfalls stirbt, woraufhin die russisch orthodoxe Kirche auf dem Neroberg für den Leichnam erbaut wird, da die russische Gesandtschaftskapelle in der Rheinstraße ungeeignet ist. - In Frankfurt wird die englische Gasfabrik Oskar-von-Miller Straße erbaut. - In Frankfurt steht die Alte Börse auf dem Paulsplatz. - In Frankfurt ziehen die Volksschule vom Kompostellhof und das jüdische Philantropin aus der Schäfergasse in einen prächtigen Schulhausneubau in der Rechneigrabenstraße 14-16. - In Wiesbaden verlängert William Fardely aus Mannheim seine 8,8 km lange oberirdische Telegrafen Versuchsstrecke von Wiesbaden nach Mainz Kastel für einen selbstgebauten Schreibtelegrafen um 2,2 km bis Biebrich. - In Darmstadt erhebt der n Darmstadt geborene Großherzog Ludwig II von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (68) den in Darmstadt geborenen Apothekersohn, Farbenhändlersohn und gießener Universitätsprofessor Justus Liebig (43) zum Freiherr Justus von Liebig. - Der in Frankfurt geborene jüdische Schriftsteller und Arzt am Leichenschauhaus Heinrich Hoffmann (36) veröffentlicht sein Kinderbuch Struwwelpeter.

1844 Der in Wiebaden Biebrich geborene nassauische Herzog Adolph von Nassau Weilburg (St) (27) heiratet die schöne russische Großfürstin Elisabeth Michailowna (St) (18) in Sankt Petersburg. - In Wiesbaden wird das Pädagogium Luisenplatz 10 per Edikt zum Herzöglichen Gymnasium. - In Offenbach benutzt die Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue mit dem Haus Linsenberg 1 wieder ein allerdings gemietetes Logenhaus. - In Mainz wird der Auswanderungsverein Adelsverein mit 21 ausschließlich adeligen Mitgliedern in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Vereinsmitglieder sind u.a. der in Wiesbaden Biebrich geborene Schirmherr des Adelsvereins und nassauer Herzog Adolph von Nassau (St) (27), der in Amorbach geborene Adelsvereingründer und erste Präsident Fürst Karl Emich von Leiningen (St) (40), Prinz Friedrich von Zollern Preußen (St) (50), der in Neuwied am Rhein geborene Fürst Hermann von Wied (St) (30), der New Braunfels (Comal County) Gründer Prinz Carl von Solms-Braunfels (St) (32), der österreichische Feldmarschallleutnant Graf Viktor von Leiningen-Westerburg-Altleiningen (St) (33), der herzoglichnassauische Oberst sowie Vizepräsident und Geschäftsführer des Adelsvereins Graf Carl von Castell-Castell (St) (43), der herzoglichnassauische Oberstleutnant und Flügeladjutant Graf Joseph von Boos zu Waldeck  (St) (46), der in Dillenburg geborene Gründer der texanischen Stadt Fredericksburg (Gillespie County) Freiherr Otfried Hans von Meusebach (St) (32) und der Geschäftsführer Freiherr August von Bibra (St) (36). - In Wiesbaden stirbt die deutsche Hotelierin Maria Sybilla Josepha Zais (74). - In Wiesbaden baut William Fardely (30) aus Mannheim eine 8,8 km lange oberirdische Telegrafen Versuchsstrecke entlang der Taunusbahn für einen weiterentwickelten funktionstüchtigen selbstgebauten Schreibtelegrafen nach Mainz Kastel mit einem Zeigertelegafen im Taunusbahnhof Rheinstraße 8 und einem Druckapparat in Mainz Kastel.

1843 Der neustadtpfälzer Sektkellerer Christian Adalbert Kupferberg (19) erhält nach einem Duell eine mehrjährige Festungshaft. - In Wiesbaden fordert der Besitzer des Luxushotels Vier Jahreszeiten Kaiser-Friedrich-Platz Südseite Wilhelm Zais (45) den Umbau Wiesbadens zu einem Landschaftsgarten. - In Bad Homburg zieht das Spielcasino mit Roulette vom Brunnensälchen in das neu eröffnete Kurhaus um. - In Bad Homburg Dornholzhausen wird der Magenbitter Reichs-Post Bitter vom Weinbrenner Fritz Scheller erfunden.

1842 In Offenbach gründen der darmstädter Chemiker Ernst Sell und der frankfurter Chemiker Karl Oehler (26) am Mainufer zwischen Offenbach und Bürgel eine Teerfarbenfabrik (2016 Allessa Chemie). - In Wiesbaden Biebrich entsteht die Idee zur Gründung eines Vereins zum Schutze deutscher Einwanderer in Texas alias Kolonien Texas auf einer Versammlung des Rates deutscher Fürsten und adeliger Herren durch gezielte Ansiedelung in Texas. - Wiesbaden hat 13000 Einwohner und 400 Mann Garnisonssoldaten. - In Wiesbaden werden auf dem Kranzplatz römische Grabsteine gefunden. - In Wiesbaden sieht der Fremde, der aus dem Taunusbahnhof Ecke Friedrich-EbertAllee/Rheinstraße aussteigt, eine einseitige 7 minütige Rheinstraßenhäuserreihe mit einer gegenüberliegenden Platanenallee. Gegenüber dem Bahnhof liegt das Hotel London. Das Hotel Taunus liegt an der Ecke Rheinstraße/Mainzer Straße. Die katholische Kirche am Ende ist eingestürzt. An der Ecke Wilhelmstraße/Taunusstraße liegt der Kurbetrieb Berliner Hof ohne Gasthaus, dann folgen der Block´sche Hof, der Niederländische Hof, der Aachener Hof gegenüber dem Kurpark nach Süden. Das Landhaus des Freiherrn von Rettberg in der Nähe der Pletzmühle an der Bierstädter Landstraße war der Sitz der Großfürstin Helena, danach des Herzogs von Sachsen Coburg. Die weiter draußen liegenden Landhäuser sind Ferienhäuser. Den Wilhelmsplatz umgeben das Hotel Vier Jahreszeiten, das Hotel Zais, der Nassauer Hof und das Theater. Auf der anderen Seite ist das Gesellschaftshaus das auch Kursaal genannt wird. Die Webergasse mit den Badehäusern Stern, Reichsapfel, die Neue Quelle, dem Gasthaus Stadt Frankfurt und den Speisewirtschaften Witwe Schäfer und bei Matthias Roos. In der Langgasse, der eigentlichen Hauptstraße sind die Badehäuser Zur goldenen Kette, Zum Bär, Zur goldenen Krone, Zum goldenen Brunnen, Zum Adler, Schützenhof und das Gemeindebad, die Wirts-, Bier- und Kaffeehäuser Stadt Mainz, Stadt Wien, der Rheinischer Hof und Gutenberg und drei Buchhandlungen. Am kleinen Friedrichsplatz liegt das Hotel Holländischer Hof und das Kasino. Eine Morgentrinkkur geht von 06:00 bis 09:00 Uhr. Der Brunnenwärter schenkt in Gläsern aus, mit denen man danach flaniert. Ein Volksfest wird an Himmelfahrt und am Geburtstag des Herzogs veranstaltet. 24. Juli. In einem Spielsaal wird Roulette gespielt im anderen Trente et quarante. Das Privileg kostet dem Spielpächter Chabert 34000 Gulden jährlich. Hinter dem Kursaal wachsen Katalpabäume und Kugelakazien. Im Theater am Wilhelmsplatz werden Opern mit einem gut besetzten Orchester gegeben. Das Ministerialgebäude Ecke Marktstraße/Luisenstraße ist in Bau. Auf der Platte finden zweimal täglich Rotwildfütterungen statt, bei denen wilde Tiere aus dem Wald kommen. Es gibt kein Bier aber kleine Speisen und Erfrischungen. Übernachten darf niemand. Einen Einspänner leiht man für 2 Gulden 42 Kreuzer pro Tag, ein Reitpferd ab 3 Gulden 30 Kreuzer. Drei Dampfschifffahrtsgesellschaften, darunter die Kölnische Gesellschaft, befahren den Rhein. - In Frankfurt wird der jüdische Friedhof nach außerhalb der Stadt verlegt. - In Fankfurt werden der ältere und der jüngere regierende Bürgermeister jährlich gewählt. - In Frankfurt wird eine Große Blumen- und Pflanzen Ausstellung abgehalten. - In Offenbach fährt erstmals ein Dampfschiff Richtung Frankfurt.

1841 Wetter: Niddaübereschwemmungen. Ungewöhnlich hoher Wasserstand auf dem Main. - In Wiesbaden wird das klassizistische Stadtschloss am Markt an der Stelle einer mittelalterlichen Burg fertiggestellt. - In Wiesbaden wird der Wiesbadener Männergesangverein gegründet. - In Frankfurt stiftet Sebatian de Neufville Armenäckern alias Schrebergärten. - In Frankfurt kommt der erste Jahrgang der Monatslokalzeitschrift frankfurter Gemeinnützige Chronik heraus. - In Frankfurt werden für den Winter alle Maskenbälle verboten. - Auf dem Main fährt das Moseldampfboot Jeanne d´Arc bis Bamberg. - In Frankfurt werden in der Frankfurter Bühne das Schauspiel Corona von Saluzzo von Ernst Raupach (57). das Lustspiel Der erste Schritt und die Oper Der Barbier von Sevilla von Gioachino Rossini (49) aufgeführt. - In Frankfurt trifft sich der Museum Verein zweiwöchentlich freitags im Hotel Weidenbusch im Steinweg. - In Mainz findet ein Blumen-, Pflanzen, Gemüse- und Früchteausstellung statt. - In Frankfurt ist auf dem Römerberg ein kleiner Holzturm mit bunten Fensterscheiben aufgestellt, in dem sich 6 bemalte Figuren mit lateinischen Inschriften befinden. - In Fankfurt feiert das Offizier Corps der Stadtwehr das 25 jährige Jubiläum von Obrist von Ellrodt im Gasthaus Zum Landsberg. - In Wiesbaden kommen mit der Taunuseisenbahn aus Frankfurt knapp 77000 Reisende an. Die Fahrzeit beträgt 75 Minuten. - In Bad Homburg eröffnen die Brüder Blanc ein Spielcasino mit Roulette im Brunnensälchen und beginnen den Bau eines Kurhauses.

1840 In Wiesbaden wird die Herzoglich Nassauische Landes-Credit-Casse des neuen in Wiebaden Biebrich geborenen nassauischen Herzog Adolph von Nassau Weilburg (St) (23) gegründet. - Frankfurt hat 84784 Einwohner. - Wiesbaden hat 20000 Kurgäste. - In Wiesbaden und Frankfurt wird die Taunus Eisenbahn eröffnet. Der Abschnitt Curve (2016 Wiesbaden Ost) nach Wiesbaden Biebrich wird als Pferdebahn eröffnet. - Wiesbaden hat 10943 Einwohner. - In Frankfurt haben die 8 Lokomotiven, 80 Personenwagen und 21 Transportwagen der Taunus Eisenbahn 495207 Gulden gekostet und 658564 Personen befördert. Insgesamt sind 12000 Taunus Eisenbahn Aktien zu 250 Gulden ausgegeben. Frankfurt hat 4239 Schüler. Die Weißfrauenschule ist mit 809 Schülern die größte. Das Gymnasium hat 182 ausschließlich männliche Schüler. Die Mittelschule hat 258 männliche und 175 weibliche Schüler. Die Mittelschule, die Weißfrauenschule, die Allerheiligenschule und die Dreikönigsschule sind rein protestantische gemischte Volksschulen mit 2316 Schülern. Die Israelitische Realschule hat 220 männliche und 200 weibliche Schüler. - In Frankfurt sind an sozialen Einrichtungen Bürgerhospital, Fremdenhospital, Anstalt für Irre und Epileptische Taubstummenanstalt, Blindenanstalt, Hospital für Unreine und Blatterkranke und die neue von Dr Christ gestiftete Armenklinik auch für Kinder. - In Frankfurt ist die Main-Kai-Befestigung an der Stadtseite fertiggestellt. - In Frankfurt gibt es eine Mozart Stiftung und den Liederkranz.

1839 In Frankfurt wird die Taunusbahn nach Höchst eröffnet. - In Mainz Kastel wird der Hopfenhändlersohn, Weingroßhändlersohn und Grundbesitzersohn Adolphus Busch als 21. von 22 Kindern geboren. - Im kurmainzischen Frankfurt Heddernheim findet eine Straßenfastnacht statt. - In Wiesbaden ist der erste wiesbadener Taunus-Bahnhof Ecke Friedrich-Ebert-Allee/Rheinstraße fertiggestellt und es werden Probefahrten zwischen Wiesbaden und Mainz-Kastel durchgeführt. - In Frankfurt wandert der oppositionelle Apothekerwandergeselle Henri Nestlé (25) in die Schweiz aus, wo er eine Mühle mit Brennerei kauft. - In Wiesbaden lässt sich der Lampenbauer Benkler seine Metall-Glaskolben-Lampen patentieren, bei denen durch einen Bajonettverschluss die Glaskolben durch eine Verjüngung in der Mitte befestigt und wieder gelöst werden können. - In Wiesbaden werden südlich des Bowling Greens am Kurhaus die südlichen Kolonnaden angelegt. - In Wiesbaden ermöglicht die Niederländische Dampfschifffahrtsgesellschaft ihren Kurgäste mehrmals täglich eine Direktverbindung in den Sommermonaten. - In Wiesbaden kommen mit der Thurn und Taxis´sche Postkutsche knapp 28000 Reisende an. - In Frankfurt wird der in Frankfurt geborene jüdische Schriftsteller und Arzt am Leichenschauhaus Heinrich Hoffmann (30) Mitglied der Freimaurerloge Zur Einigkeit, obwohl diese eigentlich keine Juden aufnimmt.

1838 In Wiesbaden wird die Konzession zum Bau der Strecke Wiesbaden - Kastel - Frankfurt erteilt. - In Mainz wird der Mainzer Carnelval-Verein gegründet, was die Großherzoglich Hessischen Behörden in Darmstadt genehmigen und unter dem Motto Installation des Helden Carneval ein Faschings-Umzug veranstaltet, der auf dem Speisemarkt alias Marktplatz endet.

1837 In Darmstadt begeht der Georg Büchner Mitstreiter, der butzbacher Pfarrer Friedrich Ludwig Weidig im neuen Landgerichtsgefängnis Selbstmord. - In Frankfurt beginnt der Stadtgärtner Sebastian Rinz für den vierten Bankierssohn, Bankteilhaber und jüdischen Freiherr Carl Mayer von Rothschild (St) (49) den Günthersburgpark anzulegen. - In Mainz wird die Fastnacht mit einem Umzug mit dem Motto Krähwinkler Landsturm gefeiert. - In Darmstadt wird der Forscher und wiesbadener Hotelierssohn Ernst Zais geboren. Sein Vater ist der in Wiesbaden geborene Besitzer des Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser Friedrich Platz Südseite Wilhelm Zais (39). - Der in Darmstadt Goddelau geborene revolutionäre Schriftsteller Georg Büchner (24) stirbt im züricher Exil an Typhus. - In Lich Laubach wird der Grafensohn Ernst von Solms Laubach (St) geboren.

1836 Der in Darmstadt geborene zweitgeborene Großherzogssohn und Prinz Karl von Hessen und bei Rhein (St) (27) heiratet die in Berlin geborene Prinzessin Elisabeth von Zollern Preußen (St) (19). - Wiesbaden hat 8900 Einwohner. - In Wiesbaden erwirbt der in Kirchheimbolanden geborene Herzog Wilhelm Georg August Belgicus von Nassau Weilburg (St) (44) Aktien bei der Gründung der Düsseldorfer Dampfschifffahrtsgesellschaft und erzwingt einen zusätzlichen Anlegestop in Biebrich. Die Straßenverbindung Biebrich –Wiesbaden wird zu einer Allee ausgebaut.

1835 In Wiesbaden wird der in Eltville geborene Graf Carl Wilderich von Walderdorff (St) (36) nassauischer Staatsminister und residiert im Palais Walderdorff in der Rheinstraße 9. - Der in Darmstadt Goddelau geborene revolutionäre gießener Medizinstudent und Philosophiestudent Georg Büchner (22) ist nach Revolutionsaufrufen auf der Flucht und kann durch die finanzielle Unterstützung durch seine Mutter nach Frankreich fliehen. Sein Vater, der angesehene Psychiatriearzt Karl Ernst Büchner, bricht jeden Kontakt zu ihm ab. Georg Büchner (22) schreibt im Exil das unspielbare Theaterstück und Revolutionsdrama Dantons Tod.

1834 In Darmstadt wird das Landgerichtsgefängnis als Arresthaus neu errichtet und mit großherzöglichen, politischen Gefangenen, Teilnehmer des Frankfurter Wachensturms und den Landboten Revolutionären besetzt. - Frankfurt hat 76877 Einwohner. - In Wiesbaden, Schlangenbad, Bad Ems und Bad Schwalbach erhält der baden-badener Casino-Betreiber Antoine Chabert ein herzoglichnassauisches Glücksspielmonopol. - In Wiesbaden wird das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz an das Ehepaar Rudolph verkauft. - Mit dem Tod von Großherzog Ludwig I von Hessen Darmstadt und bei Rhein (St) (73) wird sein ältester Sohn Ludwig II von Hessen Darmstadt (St) (57) neuer Großherzog von Hessen und bei Rhein. - In Offenbach wird im Hotel Restaurant Degenhardt Ecke Kaiserstraße/Bahnhofstraße der revolutionäre Bürgerverein alias Kleines Colleg gegründet. Es besteht bereits ein konservatives Großes Colleg. - Der in Darmstadt Goddelau geborene Psychiatriearztsohn, revolutionäre gießener Medizin und Philosophe Student Georg Büchner (21) verfasst die Flugschrift Der hessische Landbote mit der Parole Friede den Hütten! Krieg den Palästen!.

1833 Der in Darmstadt geborene hessendarmstädter Prinz Ludwig III von Hessen und bei Rhein (St) (27) heiratet die bayerische Königstochter Prinzessin Mathilde von Wittelsbach Bayern (St) (20). - In Frankfurt scheitert der Frankfurter Wachensturm, bei dem 100 oppositionelle gebildete bürgerliche Aufständische die Hauptwache und die Kontablerwache überfallen und eine Revolution auslösen wollen.

1832 Der in Frankfurt geborene Dichter Johann Wolfgang von Goethe (83) stirbt in Weimar. - Die Landgerichtsbezirke Langen, Offenbach und Seligenstadt bilden den Landkreis Offenbach. - In Offenbach wird die Allgemeine Impfpflicht eingeführt. - In Frankfurt reisen die Advokaten Dr Jucho und Dr. Langer, die Kaufleute Beyschlag, Netz, Hübschmann, Hinckel und Herold, der Apotheker Jost, die Buchhändler Meidinger und Karl Körner mit beiden Söhnen und dessen Bruder Gustav Körner, Sauerwein, Funck, Stoltze mit seinem Sohn Friedrich Stoltze (16) zum Hambacher Fest. - In Frankfurt beginnt die Gesellschaft zur Pflege der schönen Künste Museum im großen Stuck-Speisesaal im Hotel Weidenbusch Steinweg Konzerte zu veranstalten. i - In Hanau findet im Wilhelmsbad Parkpromenade ein politisches Volksfest mit rund 10000 Teilnehmern und u.a. den einheimischen Rednern darmstädter Demokrat Theodor Reh (31), darmstädter Demokrat  Friedrich Wilhelm Schulz (35) und Vormärzpolitiker und der Redakteur der bad homburger liberaldemokratischen Zeitung Deutsche Tribüne Georg Fein (29). - In Kassel ist der in Hanau geborene Innen- und Justizminister Ludwig Hassenpflug (38) de facto Ministerpräsident, der heftige politische Auseinandersetzungen mit der liberalen kurhessischen Ständeversammlung hat. - In Wiesbaden lässt der Jude Isaak Hiffelsheimer das Badehaus Zum Rebhuhn Spiegelgasse 9 abreißen und das größere jüdische Badehaus Pariser Hof mit Betsaal, Schule und Mikwe errichten.

1831 Der in Darmstadt geborene Apothekersohn und Farbenhändlersohn Justus Liebig (28) entdeckt das Chloroform. - Der mitregierende in Hanau geborene Kurprinz Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel (St) (29) erhebt seine vom katholischen zum reformierten Glauben übergetretene Ehefrau, die bis dahin in Bigamie gelebt hat, und in Bonn geborene Apothekertochter und seine Ehefrau Gertrude Falkenstein (28) zur erblichen kurfürstlich-hessischen Gräfin von Schaumburg und alle ihre Nachkommen zu kurfürstlich-hessische Grafen und Gräfinnen von Schaumburg mit dem Prädikat Erlaucht. - Der in Hanau geborene Kurprinz Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel (St) (29) wird von seinem Vater, Landgraf und Kurfürst Wilhelm II von Hessen Kassel  (St) (54) zum Mitregenten ernannt. Er selbst flieht vor dem Volkszorn ins Exil nach Frankfurt.

1830 In Darmstadt wird das Landgerichtsgefängnis in der Rundeturmstraße 6 eröffnet. - In Offenbach wird die Allgemeine Schulpflicht eingeführt. - In Offenbach wird die Allgemeine Schulpflicht eingeführt. - In Frankfurt erhält der Chausseegelderheber, der in der Galluswarte die Mainzer Landstraße abkassiert, ein neues Dienstgebäude.

1829 In Frankfurt macht der Glasermeistersohn Henri Nestlé (15) eine Apothekerlehre in der Brückenapotheke bei J E Stein. - Die morganatisch geborene hessendarmstädter Prinzentochter Prinzessin Luise Charlotte Georgine Wilhelmine (St) (25) heiratet Marchese Luca Bourbon del Monte Sanata Maria. - In Frankfurt wird der Frankfurter Kunstverein gegündet. - In Niederdorfelden wird die uneheliche älteste Tochter Augusta Marie Gertrude von Hanau (St) des im hanauer Schloss Philippsruhe geborenen hessenkasseler Kurfürst  Friedrich Wilhelm von Hessen Kassel (St) (27) geboren, die zunächst noch das Kind des Leutnant Karl Michael Lehmann ist. Die bürgerliche bonner Apothekertochter und Kindsmutter Gertrude Falkenstein (26) ist noch mit ihm verheiratet. - Der in Bad Homburg zweitgeborene Landgrafensohn Ludwig von Hessen Homburg (St) (59) wird Landgraf von Hessen Homburg.

1828 In Frankfurt endet der Erbstreit um das Städelvermögen mit einem Vergleich, bei dem drei Kläger 75000 Gulden erhalten. - Das Großherzogtum Hessen  mit den Provinzen Starkenburg mit Sitz in Darmstadt, Rheinhessen mit Sitz in Mainz und Oberhessen mit Sitz in Gießen schließen sich dem preußischen Zollgebiet an. Die Stadt Frankfurt bleibt neutral. - In Offenbach wird die Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue in der Villa von Wilhelm Speyer in der Frankfurter Straße 33 geschlossen. - In Frankfurt wird keine Messe mehr abgehalten. Die Ausstellungen finden in Offenbach statt.

1827 Der in Löhnberg an der Lahn geborene Pfarrer und Politiker Georg Emmanuel Christian Theodor Müller (60) wird alleiniger evangelischer Landesbischof von Nassau. - In Frankfurt Bornheim wird mit dem Hohen Brunnen die erste Wasserleitung genutzt. - Die morganatisch verheiratete Frau des in Darmstadt geborenen zweitgeborenen Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (47) Caroline Török de Szendrö (41) alias Prinzessin von Nidda wird geschieden. - In Wiesbaden eröffnet das Theater für 1000 Plätzen mit dem Orchesterwerk Jubelouvertüre des im Vorjahr gestorbenen Komponisten Carl Maria von Webers und Gaspare Spontinis (53) Oper Die Vestalin. Die nördlichen Kolonnnaden werden eröffnet. - Die Kölner Dampfschifffahrtsgesellschaft nimmt den Verkehr zwischen Köln und Mainz auf. - In Wiesbaden Bierstadt wird ein Synagoge gebaut.

1826 Der Drucker Alois Senefelder (55) druckt im Mehrfarbensteindruckverfahren. - Wiesbaden hat 7000 Einwohner. - In Wiesbaden wird der Kochbrunnen umfasst, der 56 Grad Reaumur oder 160 Grad Fahrenheit alias 71 Grad Celsius hat. In der Mühlgasse B59 im Erdgeshoss gibt es eine Gemäldesammlung. Lampen- und Metallwaren-Fabrik Benkler und Comp. - Die uneheliche hessendarmstägdter Prinzentochter Freiin Anna Seeger von Hessthal (St) (23) des zweitgeborenen Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (46) mit Gräfin Adelheid Resty heiratet Michele Antonini.

1825 In Frankfurt wird die Stadtbibliothek, Schöne Aussicht 2 erbaut.

1824 In Königstein erbt der in Frankfurt geborene Rudolf Maximilian von Goldschmidt-Rothschild (43) die Villa Rothschild. - In Frankfurt stirbt der letzte frankfurter Schultheiß Freiherr Maximilian von Günderrode (71).

1823 In Mainz wird die Universität geschlossen. - In Darmstadt stirbt der in Darmstadt geborene Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (74) und lässt sich neben seiner verstorbenen Geliebten Eva Margarethe Kämmerer von Adelsberg auf dem Alten Friedhof an der Niederramstädter Straße beerdigen. - In Wiesbaden ist der Kochbrunnen neu gefasst und vor Unrat geschützt. Eine Akazienallee zum Flanieren in Richtung Taunusstraße ist angelegt. In unmittelbarer Nähe des Kochbrunnens ist eine hölzerne Kolonnade angelegt und täglich spielt der Stadtmusikus von 6-8.

1822 In Frankfurt wird der jüdische Bankier Amschel Mayer von Rothschild (49) zum österreichischen Freiherrn ernannt. - In Frankfurt wird eine Sparkasse gegründet. - In Mainz, dem Sitz der Provinz Rheinhessen werden Lutheraner und Calvinisten vereinigt. - In Wiesbaden gehört das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz Christian Bauer auch die Posthalterei und unterhält wieder ein Pferdebad für zwei Pferde. - In Frankfurt Bockenheim eröffnet Friedrich Georg Wörner die erste bockenheimer Apotheke als Löwenapotheke in der Frankfurter Straße alias Leipziger Straße 71.

1821 Wetter: Ungewöhnlich kalter Jahresende. - Der in Darmstadt geborene Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (72) erhebt seine bürgerliche uneheliche Tochter Friederike Luise Weiss (29) mit dem Zusatz zum Weissenstein in den Adelsstand. Seine Geliebte Eva Margarethe Kämmerer von Adelsberg stirbt in Darmstadt. - In Wiesbaden wird die Gesellschaft für nassauische Geschichtsforschung und Alterthumskunde eröffnet. - In Wiesbaden eröffnet der Hotelierssohn Wilhelm Zais (23) mit seiner Mutter das neugebaute Luxushotel Vier Jahreszeiten Kaiser Friedrich Platz Südseite mit 150 Zimmern und eigenen Badeanlagen. - Die morganatisch verheiratete Frau des in Darmstadt geborenen zweitgeborenen Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (41) Caroline Török de Szendrö (35) alias Gräfin Caroline von Nidda wird zur Prinzessin von Nidda erhoben. Ihre gemeinsame Tochter Luise Charlotte Georgine Wilhelmine (St) (17) wird ebenfalls zur Prinzessin von Nidda erhoben. Die uneheliche Tochter Anna Seeger (St) (18) des zweitgeborenen Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (41) mit Gräfin Adelheid Resty wird Freiin von Hessthal.

1820 In Wiesbaden wird die Wilhelmstraße nach Wilhelm von Nassau Weilburg (St) (28) benannt. - In Frankfurt beginnt der in Frankfurt geborene Schauspieler Samuel Friedrich Hassel (22) seine jahrzehntelange Karriere am Frankfurter Nationaltheater am Theaterplatz alias Rathenauplatz.

1819 In Offenbach wird die Biebermark aufgelöst, wobei das Gebiet an der Grenzstraße an die Stadt fällt. - In Frankfurt kommt es zu den antijüdischen Hepp-Hepp Krawallen. - In Homburg stiftet der in Bad Homburg geborene Landgraf Friedrich von Hessen-Homburg V (St) (71) den Schwerterkreuz Orden, der 16 Mal verliehen wird..

1818 Der Landtag verweigert der Stadt Wiesbaden und den landesherrlichen Landtagskommissaren den Status einer Hauptstadt. - In Schlangenbad entsteht zu den Kuranlagen eine eigene Gemeinde durch die nassauischen Gebietszufälle. - In Wiesbaden wird der in Wiesbaden geborene nassauische Hofgerichtsratssohn und Geheime Hofrat Friedrich August Lehr  (47) Bade- und Brunnenarzt.

1817 In Frankfurt melden zwei weitläufige Verwandte Frauen aus Straßburg Ansprüche auf das bereits an die Stadt übergegangene Erbe des im Vorjahr verstorbenen, in Frankfurt geborenen Kaufmannes und Bankiers Johann Friedrich Städel (++) an, was zu einem jahrelangen Erbstreit führt. - In Frankfurt wird ein Naturkundemuseum eröffnet. In Frankfurt wird die Naturforschende Gesellschaft Senckenberg eingerichtet. - In Wiesbaden wird das Erbprinzenpalais in der Wilhelmstraße 24 - 26 für den in Kirchheimbolanden geborenen nassauischen Herzog Wilhelm von Nassau Weilburg (St) (25) fertiggestellt. Es wird nur nicht mehr bezogen. - In Frankfurt wird der jüdische Bankier Amschel Mayer Rothschild (44) vom österreichischen Kaiser geadelt. - In Wiesbadern Biebrich wird Adolph von Nassau Weilburg (St) geboren. - In Idstein werden für das Herzogtum Nassau die beiden evangelischen Konfessionen, die lutherische und die reformierte, in der Union vereinigt. - In Aschaffenburg wird das Herz von Karl Theodor von Dalberg (St) (73) beigesetzt. Fürst von der Leyen prozessiert um das Erbe. - Im Herzogtum Nassau wird die Simultanschule eingeführt.

1816 In Frankfurt wird die neue, freistädtische Verfassung alias Konstitutionsergänzungsakte in Kraft gesetzt. Die frankfurter Geschlechter verlieren ihre Privilegien. Nur Vermögende mit mehr als 5000 Gulden dürfen wählen. - In Frankfurt wird Juden das bereits erteilte Bürgerrecht wieder verwehrt. - In Frankfurt wird die Polytechnische Gesellschaft von 33 frankfurter Bürgern gegründet. - In Frankfurt stirbt der ledige und kinderlose, in Frankfurt geborene Kaufmann und Bankier Johann Friedrich Städel (88). Seine 500 Gemälde in seinem Wohnhaus am Roßmarkt stiftet er für eine bürgerliche und öffentliche Kunstsammlung und -schule, wodurch die Stadt die Erbschaft annimmt. - In Wiesbaden Biebrich stirbt Herzog Friedrich August von Nassau Usingen kinderlos (St) (78) wodurch Wilhelm von Nassau Weilburg (St) (78) neuer nassauer Herzog wird. - Die österreichische Stadt Offenbach fällt an das Großherzogtum Hessen. - In Frankfurt wird der Gastwirtssohn und Mundartdichter Friedrich Stoltze geboren. - In Aschaffenburg vermacht Karl Theodor von Dalberg (St) (72) seine Sammlung, darunter viele Gemälde, im Schloss Johannisburg der Stadt Aschaffenburg. - In Weilburg stirbt der regierende Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg (St) (48) bei einem Sturz von der Treppe im Schloss Weilburg, einige Wochen später stirbt der ebenfalls regierende kinderlose Vetter Fürst Friedrich August (St) (78), wodurch Erbprinz Wilhelm von Nassau Weilburg (St) (24) neuer Herzog wird und nach Wiesbaden Biebrich ins Schloss zieht. Sein Erbprinzenpalais in Wiesbaden in der Wilhelmstraße 24-26 ist noch nicht fertiggestellt.

1815 Die Stadt Frankfurt wird gemäß den Beschlüssen des Wiener Kongresses Freie Stadt und Sitz der Deutschen Bundesversammlung. - In Frankfurt kommt der in Frankfurt geborene Dichter Johann Wolfgang von Goethe (66) letztmals zu Besuch. - In Wiesbaden wird die Casino-Gesellschaft gegründet. - Die Errichtung des Deutschen Bundes macht Frankfurt zu einer Freien Stadt und zum Sitz des Bundestags. - In Wiesbaden verbringt der in Frankfurt geborene Dichter Johann Wolfgang von Goethe (66) seinen Kuraufenthalt im Badehaus Zum Bären. Es gibt noch keine Luxusunterkünfte. - Auf dem Wiener Kongress erhält Hessen Homburg seine volles Souveränität zurück. - In Offenbach besucht der preußische König Friedrich Wilhelm von Zollern Preußen (St) (45) des in Bordeaux geborenen und aus einer nürnberger Patizierfamilie stammenden frankfurter Kolonialwaren-Bankiers Friedrich Metzler (49) in seinem Palais alias Büsing-Palais in der Herrnstraße. - In Kloster Eberbach wird eine herzoglichnassauische Irrenanstalt eingerichtet.

1814 In Wiesbaden ist der in Frankfurt geborene Dichter Johann Wolfgang von Goethe (65) Kurgast und trifft dort den frankfurter Bankier und Theatermäzen Johann Jakob von Willemer (54) und dessen Pflegetochter und Schauspielerin  Marianne Jung (30). Auf ihrem Anwesen am Mainufer Frankfurt Gerbermühle rät er ihnen zu heiraten, obwohl er eigentlich in Marianne Jung (30) verliebt ist. Sie wird seine Muse. Auf dem Anwesen wird er von dem frankfurter Amtsarzt der Arzt Johann Christian Ehrmann (65) in dessen Orden der verrückten Hofräthe aufgenommen. Johann Christian Ehrmann (65) ist der Autor des Galanterieführers für Frankfurt, in dem er das Dorf Frankfurt Bornheim als Rotlichtgebiet beschreibt, wo die Gasthäuser Schwan, Zwick und Buschmann Freudenhäuser sind. - In Frankfurt wird der Glasermeistersohn Henri Nestlé in der Töngesgasse geboren. - Der in Darmstadt geborene älteste Großherzogssohn und somit Erbgroßherzog Ludwig II von Hessen Darmstadt (St) (37) nimmt am Wiener Kongress teil. - In Wiesbaden steigt der in Frankfurt geborene Dichter Johann Wolfgang von Goethe (65) erst im Badehaus Zum Adler ab und wechselt dann ins Badehaus Zum Bären.

1813 In Frankfurt wird die Universität nach einem Jahr geschlossen. Leibeigenschaft und Frondienste werden abgeschafft und Katholiken und Protestanten gleichgestellt. - Das Großherzogtum Frankfurt wird aufgelöst und provisorisch die alte reichsstädtische Verfassung wieder eingeführt. - Bei Leipzig übernachtet Napoleon nach der Völkerschlachtniederlage im Landhaus der frankfurter Familie Bethmann. - In Frankfurt wird das neue Zentralverwaltungsdepartement für die ehemals französisch besetzten Gebiete eingerichtet. - In Frankfurt verlegt der jüdische Bankier Amschel Mayer Rothschild (40) sein Bankhaus vom Palais Rothschild Zeil 90 in einen klassizistischen Neubau in der Fahrgasse. - In Offenbach tagt die Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue u.a. in der Villa von Wilhelm Speyer (23) in der Kaiserstraße 91. - Der in Frankfurt in das Gasthaus Zur goldenen Spitze in der Mausgasse eingeheiratete hörlaer Gastwirtssohn Friedrich Christian Stoltze (30) pachtet das Gasthaus Zum Rebstock vor dem Domturm. - In Frankfurt hält der Senior Leo Stahl im Gasthaus Faust Am Schauspielhaus die Gründungskneipe der KDStV Hasso Nassovia Frankfurt. - Der Rheinbund zerfällt. - Der in Birstein geborene aktive französische Colonel Fürst Carl I Friedrich Ludwig Moritz von Isenburg Birstein (St) (44) wechselt erst in letzter Minute vor dem Ende der Völkerschlacht auf die Seite der Alliierten, flieht daber trotzdem nach Basel. Der in Prenzlau geborene Großherzog Ludwig X von Hessen-Darmstadt (St) (60) und der in Mannheim geborene Großherzog von Frankfurt Karl Theodor von Dalberg (St) (69) fliehen ebenfalls. - In Wiesbaden wird eine direkte Straßenverbindung nach Frankfurt fertiggestellt. - Der in Den Haag geborene Prinz Wilhelm von Oranien Nassau (St) (41) erhält seine Besitzungen zurück.

1812 In Frankfurt wird eine Universität gegründet. - In Frankfurt stirbt der jüdische Bankier Meyer Amschel Rothschild (68). - In Offenbach wird die Freimaurerloge Carl und Charlotte zur Treue gegründet und tagt in der Frankfurter Straße 33. - In Offenbach findet die letzte Hinrichtung am Galgen in Höhe Hermannstraße und Schäferstraße statt. - Papst Pius VII (70) ist Gefangener von Napoleon I (St) (39) auf Schloss Fontainebleu.

1811 In Frankfurt führt Karl Theodor von Dalberg (St) (67) den Code Napoléon ein. In Frankfurt wird das das französische Strafrecht eingeführt. Alle Untertanen erhalten die Bürgerrechte. - In Frankfurt erhalten die Juden für 440000 Gulden die Bürgerrechte. - Der in Darmstadt geborene Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (62) schwängert seine Geiebte , die heilbronner Eva Margarethe Kämmerer und erhöht sie mit dem Namenszusatz von Adelsberg in den Adelsstand. Seine uneheliche Tochter Friedrerike Elisabetha von Adelsberg kommt in Heilbronn zur Welt. Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (62) zieht mit Mutter und Tochter von Heilbronn zurück nach Darmstadt. - Der Großherzog von Frankfurt und Fürst von Hanau und Fulda Karl Theodor von Dalberg (St) (67) nimmt am Nationalkonzil in Paris teil, wo er für die Freilassung von Papst Pius VII (69) eintritt.

1810 In Wiesbaden wir das alte Kurhaus als Gesellschaftshaus mit dem Portikus eröffnet. - In Wiesbaden wird im Alten Kurhaus ein Spielcasino eröffnet. - Karl Theodor von Dalberg (St) (66) verliert das Fürstentum Regensburg und erhält die Fürstentümer Fulda und Hanau und wird Großherzog von Frankfurt. Im Wappen des Fürstentums wird zusästzlich zum Adler ein mainzer Rad aufgenommen.

1809 In Wiesbaden hat die öffentliche Leihbibliothek von Schellenberg über 2000 Bücher, die aus Klassikern, Ritterromanen und Kriminalromanen besteht. - In Frankfurt gründet der Arzt Johann Christian Ehrmann (60) den Orden der verrückten Hofräthe und nimmt den Rektor des frankfurter Gymnasiums Friedrich Christian Matthiä (46) als ersten in den Orden auf. Papst Pius VII (67) exkommuniziert den französischen Kaiser Napoleon I (St) (36) und wird dafür verhaftet.

1808 In Frankfurt wird die Handelskammer nach französischem Vorbild errichtet und die städtischen Verwaltung und das Schul- und Bildungswesen reformiert, wodurch staatliche Volksschulen eingerichtet werden. - In Frankfurt gründen frankfurter Bürger die maximal 150 Mitglieder-Gesellschaft zur Pflege der schönen Künste Museum. - Karl Theodor von Dalberg (St) (64) gründet in Aschaffenburg die Karls-Universität und wird ihr erster Rektor. - Die morganatisch verheiratete Frau des in Darmstadt geborenen zweitgeborenen Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (28) Caroline Török de Szendrö (22) alias Freifrau Caroline von Menden wird zur Gräfin Caroline von Nidda erhoben. - Im Herzogtum Nassau wird die Leibeigenschaft abgeschafft.

1807 In Niederursel gibt es den Gasthof Zum lahmen Esel im Krautgartenweg 1. - In Frankfurt wird der jüdische Lehrer Michael Hess (25) vom Hauptlehrer zum Direktor des Philantropin berufen.

1806 Gründung des Herzogtum Nassau für Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg (St) (38) und seinen Vetter Friedrich August (St) (68), die vom Schloss Biebrich aus regieren. - In Wiesbaden werden für Einheimische die unter strengen Strafen stehenden Verbote des Glücksspiels Hazard und das Gebot öffentliche Lokale um 10:00 abends zu verlassen geändert. - In Darmstadt wird der älteste hessen-darmstädter Großherzogssohn Ludwig III von Hessen Darmstadt (St) geboren. - Das Heilige Römische Reich endet. Die Reichsstadt Frankfurt kommt unter die Herrschaft von Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg (St) (62). - Der in Birstein geborene aktive französische Offizier Fürst Carl I Friedrich Ludwig Moritz von Isenburg Birstein (St) (37) bleibt souveräner Fürst innerhalb des Rheinbundes. Er nennt sich selbst Souverän Carl Fürst ... zu ... Isenburg (St) (37). Das Fürstentum Isenburg wird geächtet. - Die Frankfurter Union löst sich auf. - Das Fürstentum Nassau Usingen wird Teil des Herzogtums Nassau. - Hessen Homburg wird wegen der Weigerung dem Rheinbund beizutreten zu Gunsten von Hessen Darmstadt mediatisiert.

1805 In Wiesbaden eröffnet der Hofbuchhändler Schellenberg ein Lesemuseum im Gasthaus Schützenhof mit 12 Zeitungen und 33 Tageszeitungen, das hauptsächlich Beamte benutzen. - In Frankfurt beschließt der Rat die Schleifung der Befestigungen alias Bastionen und deren Umwandlung in Parkanlagen. - Der in Birstein geborene aktive französische Offizier Fürst Carl I Friedrich Ludwig Moritz von Isenburg Birstein (St) (37) wird vom französischen Kaiser Napoleon I (St) (36) zum Colonel befördert. - In Frankfurt wird der jüdische Lehrer Michael Hess (23) der jüdischen Schule für arme jüdische Kinder in der Judengasse Privatlehrer des jüngsten in Frankfurt geborenen jüdischen Bankierssohnes Jakob Rothschild (13). - In Frankfurt gründet der der in Frankfurt geborene Bankier Wilhelm Mumm & Co. (31) das Bankhaus Wilhelm Mumm. - Der in Bad Homburg zweitgeborene Landgrafensohn Ludwig von Hessen Homburg (St) (35) gerät in französische Kriegsgefangenschaft. Seine einjährige Ehe mit Prinzessin Auguste von Nassau Usingen (St) (27), die in  Friedrich Wilhelm von Bismarck (St) (22) verliebt ist. wird geschieden. Landgrafensohn Ludwig von Hessen Homburg (St) (35) heiratet nicht wieder. - In Bad Homburg kommt der Diplomat Isaac von Sinclair (30) nach einem Verschwörungsprozess wieder nach Hause. - In Bad Homburg berichtet der Homburger Arzt und Hof-Apotheker Müller in einem Gutachten von einem wahnsinnigen, in Raserei verfallenen Dichter Friedrich Hölderlin (35). - In Darmstadt wird im Gasthaus und Weinlokal Bockshaut Kirchstraße 7-9 der Historiker und Politiker Georg Gottfried Gervinus geboren. - In Frankfurt lässt sich der jüdische Bankier Wolf Zacharias Wertheimber ein bürgerlich klassizistisches Haus Schönen Aussicht 16 an der Mainpromenade erbauen.

1804 Der in Darmstadt geborene älteste Landgrafensohn Ludwig II von Hessen Darmstadt (St) (27) nimmt an der Kaiserkrönung Napoleons I (St) (35) in Paris teil. - Der in Darmstadt geborene älteste Landgrafensohn Ludwig II von Hessen Darmstadt (St) (27) heiratet die badener Erbprinzentochter Wilhelmine von Baden (St) (17). - Der in Darmstadt geborene zweitgeborene Prinz Georg von Hessen Darmstadt (St) (24) heiratet morganatisch Caroline Török de Szendrö (18), die dafür zur Freifrau von Menden erhoben wird. - In Frankfurt wird in der Judengasse Schulunterricht für arme jüdische Kinder gehalten. - In Homburg wird der beruflich und finanziell gescheiterte Klosterhofmeistersohn und Dichter Friedrich Hölderlin (34) durch die Unterstützung von Diplomat und Dichter Isaac von Sinclair (29) Hofbibliothekars, dessen Gehalt er aber aus eigener Tasche bezahlen muss. - In Bad Homburg wird versucht die Staatsfinanzen mittels einer betrügerischen Staatslotterie zu sanieren. - Die in Bad Homburg geborene Prinzessin Maria Anna Amalie von Hessen-Homburg (St)(19) heiratete sie den jüngsten königlichen Bruder Prinz Wilhelm von Zollern Preußen(St) (21).

1803 Kloster Eberbach wird säkularisiert und die Grabplatten von Graf Johann von Katzenelnbogen II und Johann von Katzenelnbogen IV in die Mosburg in Wiesbaden Biebrich gebracht. - In Wiesbaden betreibt Schellenberg eine öffentliche Leihbibliothek. - In Mainz wird der in Miehlen geborene Räuberhauptmann Johannes Bückler alias Jean Buckler alias Schinderhannes (24) auf dem Schafott hingerichtet. - In Wiesbaden wird bei der Saalgasse ein unterirdisches Totengewölbe entdeckt. - In Wiesbaden erhält die evangelische Stadtkriche die klostereberbacher Orgel. - In Offenbach stitbt der in Birstein geborene Fürst Wolfgang Ernst II von Isenburg Büdingen (St) (68). Sein Sohn Fürst Carl I Friedrich Ludwig Moritz von Isenburg Birstein (St) (34) wird Oberhaupt des Fürstentums Isenburg Birstein. - Der mainzer Erzbischof und Kurfürst Freiherr Karl Theodor von Dalberg (St) (59) erhält das neu geschaffene Fürstentum Aschaffenburg. - Der in Frankfurt geborene jüdische Medizinstudent und spätere Journalist Ludwig Börne (17) begeht in Berlin nach der Zurückweise seiner vom jüdischen zum protestantischen Glauben konvertierten Angebeteten und Professorenwitwe Henriette Herz (39) einen Selbstmordversuch, der aber verhindert werden kann.

1802 In Wiesbaden erbaut der Besitzer des Gasthauses Schützenhof ein Komödienhaus und erhält dafür 500 Gulden Zuschuß, wodurch aber die Qualität nicht gesteigert und die Besucherzahl nicht erhöht werden kann, weil die Schauspieler feste örtliche Theater bevorzugen. - In Wolfenhausen spürt der kurtrierische Hofgerichtsrat und limburger Amtsverwalter Fuchs bei Tagesanbruch den Räuberhauptmann Schinderhannes (24) auf und verhaftet ihn. - Der konstanzer Bischof Freiherr Karl Theodor von Dalberg (St) (58) wird wormser Bischof und mainzer und regensburger Erzbishof und mainzer Kurfürst.

1801 In Bad Camberg Würges überfällt der Räuberhauptmann Schinderhannes (23) zusammen mit der Niederländer Bande die Posthalterei. - In Coburg stirbt die Grafentochter Henriette Reuß zu Ebersdorf alias Fürstin Henriette von Leiningen (St) (34). - In Wiesbaden erhält die katholische Gemeinde ein eigenes Bethaus.

1800 In Wiesbaden verweigert Carl Wilhelm dem nassauischen Pfarrer Jakob Ludwig Schellenberg (72) aus einer Buchdruckerfamilie eine Buchhandlung und eine Lesebibliothek um revolutionäre Gedanken zu unterdrücken. - Auf der halb verfallenen Schmidtburg richtet der in Miehlen geborene Räuberhauptmann Schinderhannes (22) einen Unterschlupf ein. - Wiesbaden hat 2239 Einwohner. - In Frankfurt wird vom frankfurter Arzt Johann Gottfried Kohl ein Badeschiff auf dem Main eröffnet. - In Eppstein Niederjosbach steigt der Räuberhauptmann Schinderhannes (22) im Gasthaus in der Kirchgasse 7 ab.

1799 Der in Offenbach geborene Komponist und Musikverleger Johann André (72) kauft von Constanze Mozart (37) den musikalischen Nachlass ihres verstorbenen Gatten und holt ihn anch Offenbach. - In Offenbach verkauft der Hofschauspielersohn und in Ingolstadt studierte Jurist Alois Senefelder (28) sein neuerfundenes Steindruckverfahren an den Musikverleger Johann André (72) und beginnt mit der Vermarktung seiner Erfindung auf fünf Steindruckpressen. - In Wiesbaden ist das Pferdebad, das dem Besitzer des Badehauses Spiegel Ferdinand Daniel Bergmann gehört, aufgelöst. - In Frankfurt wird auf dem Rossmarkt letzmals ein Hinrichtung durchgeführt.

1798 In Frankfurt verlässt der finanziell gescheiterte Klosterhofmeistersohn und Dichter Friedrich Hölderlin (28) das Haus Gontard und geht nach Bad Homburg zum Diplomaten und Dichter Isaac von Sinclair (23), wo er ein Jahr bleibt. - In Offenbach wird der Metzler´sche Badetempel alias Lili-Tempel des in Bordeaux geborenen und aus einer nürnberger Patizierfamilie stammenden frankfurter Kolonialwaren-Bankiers Friedrich Metzler (49) im Garten des Palais in der Herrnstraße fertiggestellt.

1797 In Frankfurt wird das jüdische Palais Rothschild Zeil 90 fertiggestellt.

1796 Zwischen Limburg und Diez kommt es im Ersten Koalitionskrieg zwischen Österreichern und Franzosen kommt es zur Schlacht bei Limburg zwischen Diez und Limburg. Die sich zurückziehenden Franzosen brennen die diezer Altstadt nieder. - In Frankfurt wird die Stadt beschossen und der Nordteil des Judenviertels zerstört.

1795 In Frankfurt verkauft Johann Wolfgang von Goethes (46) Mutter Catharina Elisabeth Goethe (64) alias Catharina Elisabeth Textor sein Geburtshaus im Großen Hirschgraben 23 nach dem Tod des Vaters. - In Darmstadt eröffnet eine Weinwirtschaft in den Räumlichkeiten des Hauses Bockshaut Kirchstraße 7-9.

1794

1793 Der Regensburger Reichstag verbietet alle studentischen Verbindungen.

1792 In Kirchheimbolanden marschieren wenige Wochen nach der Geburt des nassauischen Erbprinzen Wilhelm von Nassau Weilburg (St) französische Revolutionstruppen ein und beenden die nassauische Herrschaft. - In Frankfurt findet letztmals eine Kaiserkrönung statt. - In Offenbach wird der jüdische Lederwarenfabrikant Eduard Hirsch Posen geboren. - Der in Frankfurt geborene Major und königlichpreußische Kammerherr Friedrich Wilhelm von Malapert genannnt von Neufville (37) wird in den Reichsfreiherrenstand erhoben. - In Frankfurt wird der in Regensburg gewählte, in Florenz geborene Großherzogssohn Franz II von Habsburg Toskana Österreich (24) zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. - In Frankfurt wird der verhaftete vogelfreie ehemalige dotzheimer Gastwirt vom Gasthaus Zum Engel, Bäcker, Gemeinderechner und fürstlichen Steuererheber Heinrich Anton Leichtweiß (70) an Wiesbaden ausgeliefert, wo er in der Haft nach einem Jahr stirbt. - In Offenbach kauft der in Bordeaux geborene und aus einer nürnberger Patizierfamilie stammende frankfurter Kolonialwaren-Bankiers Friedrich Metzler (43) das Anwesen des Tabakfabrikanten Peter Bernard in der Herrnstraße.

1791 Der in Darmstadt geborene Prinz Ludwig Georg Karl (St) (42) schwängert die in Heilbronn verheiratete Luise Pfahler, geborene Weiss. - In Wiesbaden wird wieder öffentlich katholischer Gottesdienst gefeiert. - Der in Birstein geborene Fürst Wolfgang Ernst II von Isenburg Büdingen (St) (56) erklärt seinen Sohn Erbprinz Carl I Friedrich Ludwig Moritz von Isenburg Birstein (St) (22) in der Zeitung Montägige Frankfurter kaiserliche Reichs-Ober-Post-Zeitung für zahlungsunfähig. - In Wiesbaden wird der vogelfreie ehemalige dotzheimer Gastwirt vom Gasthaus Zum Engel, Bäcker, Gemeinderechner und fürstliche Steuererheber Heinrich Anton Leichtweiß (68) in seinem Versteck Leichtweißhöhle im Nerotal entdeckt, weshalb er ins Fürstentum Hessen-Kassel flieht aber in Frankfurt Bergen aufgegriffen und wegen Bagatellen in Haft gehalten wird.

1790 Wiesbaden hat 2200 Einwohner. - In Frankfurt sorgt der in Bordeaux geborene und aus einer nürnberger Patizierfamilie stammende frankfurter Kolonialwaren-Bankier Friedrich Metzler (21) mit seiner Idee Zettelbank alias Banknoten für Aufsehen, wofür aber niemand Verständnis zeigt.

1789 In Frankfurt wird die Firma J.G. Mouson & Cie. gegründet. - In Wiesbaden wird der vogelfreie ehemalige dotzheimer Gastwirt vom Gasthaus Zum Engel, Bäcker, Gemeinderechner und fürstliche Steuererheber Heinrich Anton Leichtweiß (66) aus dem Gefängnis am Michelsberg entlassen. Er versteckt sich mittellos in der Leichtweißhöhle im Nerotal.

1788 Der hessendarmstädter Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (39) heiratet morganatisch die heilbronner Kaufmannstochter Friederike Schmidt (37), die dafür zur Freifrau von Hessenheim erhoben wird. Sie wird vom Landadel als Pfefferkrämerstochter gehänselt, wogegen ihr Ehemann aber alle ihre Geburtstage mit Janitscharenmusik, Festbeleuchtung groß feiern lassen wird. - Der viertälteste hessendarmstädter Prinz Friedrich von Hessen Darmstadt (St) (29) heiratet morganatisch Karoline Luise Salome Seitz alias Frau von Friedrich (20). - In Wiesbaden wird der dotzheimer Gastwirt vom Gasthaus Zum Engel, Bäcker, Gemeinderechner und fürstlicher Steuererheber Heinrich Anton Leichtweiß (65) wegen eines angeblichen Einbruchs verhaftet und nebenbei der Wilderei bezichtigt. Das fürstliche Hofgericht verurteilt ihn zu einem Jahr Haft im Gefängnis am Michelsberg und Prager und erklärt ihn danach für vogelfrei.

1787 In Frankfurt wird der Kunsthistoriker Johann David Passavant geboren.

1786

1785 In Frankfurt steigt der französische Ballonfahrer Jean-Pierre Blanchard (32) mit einem Gasballon von der Bornheimer Heide als Attraktion der Herbstmesse auf und landet in Weilburg. - Der in Kassel geborene Graf von Hanau und hessenkasseler Landgrafensohn Wilhelm von Hessel Kassel (St) (42) wird hessenkasseler Landgraf.

1784 In Wiesbaden erreicht die Wochenzeitung Wiesbadener Wochenblatt eine Auflage von 113 Stück. - In Frankfurt wird der Viehmarkt aus der Zeil verbannt. - In Frankfurt wird im Frankfurter Nationaltheater an der Nordseite des Theaterplatzes alias Rathenauplatz das Friedrich Schiller Schauspiel Kabale und Liebe uraufgeführt

1783 Die mit ihrem Cousin verheiratete hessendarmstädter Prinzessin Luise von Hessen Darmstadt (St) (16) richtet im Fürstenlager Auerbach, einer Parklandschaft mit exotischen Bäumen, 800 Meter südlich von Burg Auerbach, ihre Sommerresidenz ein.

1782 In Frankfurt wird der Dichter Johann Wolfgang Goethe (33) geadelt, der sich daraufhin Johann Wolfang von Goethe nennen darf. - In Frankfurt wird das Comoedienhaus Börsenstrasse 2-4 alias Theaterplatz alias Rathenauplatz zum Stadttheater. - In Frankfurt wird im neuerrichteten klassizistischen Frankfurter Nationaltheater an der Nordseite des Theaterplatzes alias Rathenauplatz der Theaterbetrieb unter Theaterdirektor Friedrich Wilhelm Großmann begonnen. - In Darmstadt stirbt der in Darmstadt geborene zweitälteste Prinz Georg Wilhelm von Hessen-Darmstadt (St) (60). - In Frankfurt übernachtet der Dichter Friedrich Schiller (23) im Gasthaus Zum Storch in der sachsenhäuser Brückenstraße. - In Hanau treffen sich auf Einladung des des Herzog  Ferdinand von Braunschweig ergebnislos 7 Wochen lang 35 französische, italienische, schweizer und habsburger Freimaurer der Strikten Observanz.

1781 In Wiesbaden wird moniert, dass im gemeinen, mit Heilwasser gefüllten Bürgerbad schon einige Menschen ertrunken sind, weshalb strenge Baderegeln aufgestellt werden. Der Pächter muss im Bad zweimal wöchentlich während der Reinigung das Wasser wechseln. - In Hanau wird beim Wilhelmsbad Parkpromenade 5 ein Comoedienhaus errichtet.

1780 In Wiesbaden wird die Saalgasse angelegt und darunter Wände mit antiken Malereien gefunden. - In Hanau wird beim Wilhelmsbad Parkpromenade 5 ein mit einer Kuppel überdachtes Karussell mit Mini-Pferdekutschen auf einem künstlichen Hügel errichtet.

1779 In Offenbach wird der Musiker Isaak Offenbach geboren. - Der in Darmstadt geborene und finanzschwache Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (30) gründet in Heilbronn eine betrügerische Freimaurerloge, eine Winkelloge, deren einziger Grund die Geldbeschaffung durch Mitgliederbeiträge und damit die Bezahlung der alchemistischen Experimente seines Alchemisten, des angeblichen Graf de Trourouvre ist. - In Frankfurt beginnt der Arzt Johann Christian Ehrmann (30) mit seiner Tätigkeit als praktischer Arzt.

1778 In Wiesbaden dürfen neben Gästen auch Bürger und Bürgerinnen mit erwachsenen Söhnen und Töchtern bei wenig Betrieb baden, wogegen Kindern, Dienstboten, Handwerksburschen und Soldaten ausgeschlossen sind. - In Wiesbaden Biebrich stiftet Karl Wilhelm von Nassau Usingen (St) (43) seine eigene Freimaurerloge Zur beständigen Einigkeit. - Die in Offenbach geborene ehemalige Goethe-Verlobte und Bankierstochter Lili Schönemann (20) heiratet den Bankier Freiherr Bernhard von Türckheim. - Der in Darmstadt geborene Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (29) bricht mit den Freimaurern. - In Frankfurt wird der Rest des Bornheimer Eichwaldes zwischen Günthersburgpark und Friedberger Landstraße abgeholzt. - In Bad Homburg wird der halbwaise Privatlehrersohn Isaac von Sinclair in den Haushalt des Landgrafen Friedrich von Hessen V Homburg (St) (30) aufgenommen.

1777 In Darmstadt heiratet Prinzessin Luise von Hessen Darmstadt (St) (16) ihren Cousin, den Landgrafensohn und Erbprinz Ludwig X von Hessen-Darmstadt (St) (24). - In Hanau lebt der Illuminat Freiherr Adolph Knigge (25) am Hanauer Hof von Graf und Erbprinz Wilhelm von Hessen Kassel (St) (34).

1776 In Wiesbaden wird ein herrschaftlicher Garten (2016 Kurpark) angelegt. - Der in Darmstadt geborene Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (27) zieht nach Heilbronn.

1775 In Frankfurt verlässt der kaiserliche Ratssohn und Dichter Johann Wolfgang Goethe (26) sein Geburtshaus und väterliches Anwesen im Goßen Hirschgraben 23 und zieht nach Weimar. In Offenbach verlobt sich Johann Wolfgang Goethe (26) mit der Bankierstochter Lili Schönemann (17) und verbringt mit ihr einen Sommer im Palais der offenbacher privilegierten Schnupftakfabikanten Büsing-Palais. Im Gedicht Lilis Park beschwert er sich über die unerfüllte Liebe und trennt sich nach einem halben Jahr wieder von ihr. - In Wiesbaden verlegt nach dem Tod von Karl  von Nassau Usingen (St) (63) sein Sohn und Erbe Karl Wilhelm von Nassau Usingen (St) (40) sein Jagdgebiet von der Fasanerie auf die Platte. - In Wiesbaden wird aus dem Stadtgericht der Stadtrat.

1774 In Darmstadt beginnt die ehemalige Grafentochter und Prinzessin Luise von Leiningen Dagsburg (St) (45) alias Luise von Hessen Darmstadt in der Residenz ihres Schwagers, der in Pirmasens lebt, als Repräsentantin des Landes zu regieren.

1773 Wetter: Der Main ist zugefroren. In Frankfurt wird oberhalb der steinernen Brücke Schlittschuh gefahren. - In Frankfurt stirbt die Familie Malapert aus.

1772 In Wiesbaden wird das Glücksspiel ganz eingestellt, aber der Kurbetrieb durch den fünf Jahre lang angesparten Kurfonds von 1400000 Gulden sichergestellt.

1771 In Wiesbaden wird den Wiesbadenern verboten sich an Glücksspielen zu beteiligen.

1770 In Frankfurt wirbt Johann Wolfgang Vogelhuber als Aubergist de Weidenhoff a la Zeil a Francfort sur le Mein und als Landlord of the Weidenhoff Tavern on the Zeil in Franckfurth on the Mayn für sein luxuriöses Gasthaus am westlichen Ende der Zeil und dessen Erreichbarkeit mit der Postkutsche. Von Achen 30 Stunden, von Cölln 24, von Darmstadt 3 von Mayntz 4 von Paris 90 von Salzburg 54, von Wiesbaden 5. - In Wiesbaden wird das Lotto nach einem Jahr wieder eingestellt. - In Wiesbaden kommt die erste Ausgabe der Wochenzeitung Wiesbadener Wochenblatt unter polizeilicher Aufsicht heraus. - In Wiesbaden erhält der juristisch studierte Stadtoberschultheiß den Status eines Stadtamtmannes.

1769 In Wiesbaden wird das Lotto eingeführt. - In Wiesbaden wird erstmals eine Buchdruckerei konzessioniert, die fast nur Loszettel für die Zahlenlotterie, Behördenschriften und Schul- und Religionsbücher drucken darf. - In Wiesbaden wird eine Polizeideputation mit besonderen Vollmachten für die Stadt eingesetzt und das Stadtgericht somit entmachtet.

1768 In Frankfurt nimmt die Freimaurerloge Zu den drei Disteln den in Darmstadt geborenen Prinz Ludwig Georg Karl von Hessen Darmstadt (St) (19) auf. - In Offenbach Rumpenheim kauft der in Kassel geborene nichtregierende Landgraf Karl von Hessen Kassel (St) (24) das Lehen und Herrrenhaus Rumpenheim von der Freiherrn von Edelsheim.

1767

1766 In Frankfurt wird auf der Zeil 110 das Renaissancegasthaus Rotes Haus von Johann Adam Dick (57) abgerissen und im spätbarocken Stil wieder aufgebaut. - In Frankfurt Bornheim wird auch tagsüber in fast allen Gasthäusern Prostitution betrieben, worüber sich Pfarrer Zeitmann schwer beklagt und das Verhalten der Obrigkeit, die nichts dagegen tut, scharf kritisiert.

1765 In Wiesbaden müssen fahrende Schauspieltruppen in den größeren Gasthäusern oder Badehäusern die Säle mieten.

1764 In Hanau übernimmt der in Kassel geborene Graf von Hanau und hessenkasseler Landgrafensohn Wilhelm von Hessel Kassel (St) (21) die Regierung.

1763

1762

1761 In Wiesbaden wird ein Kriminalgericht eingesetzt, das dem Stadtgericht die Hohe Gerichtsbarkeit entzieht.

1760 Der in Darmstadt geborene hesssendarmstädter Landgraf Ludwig von Hessen VIII Darmstadt (St) (69) schenkt das Hofgut Braunshardt bei Weiterstadt seinem in Darmstadt geborenen zweitältesteen Sohn Prinz Georg Wilhelm von Hessen-Darmstadt (St) (38), der darauf ein französisches Landschloss bauen lässt. - Der in Kassel geborene hessenkasseler Landgrafensohn Wilhelm von Hessel Kassel (St) (17) wird Graf von Hanau. - In Darmstadt wird das als Pfarrhaus neben der Stadtkirche am Stadtrand an der Stadtmauer erbaute spätere Gasthaus und Weinlokal Bockshaut Kirchstraße 7-9 als Pfarrhaus an den Gerber Johann Gerorg Gervinus mit dem Zunfzeichen Bockshaut verkauft.

1759

1758

1757 In Wiesbaden Dotzheim heiratet Heinrich Anton Leichtweiß (44) die aus Dotzheim stammenden Christiane-Louise Nicolai und übernimmt das Gasthaus Zum Engel mit Bäckerei.

1756

1755 In Frankfurt wird der jüdische Geldwechslersohn Meyer Amschel Rothschild (11) in die Talmudschule nach Fürth geschickt.

1754 In Wiesbaden wird die Verwaltungsreform von Fürst Karl  von Nassau Usingen (St) (42) durch eine Entscheidung des Reichskammergerichts in Wetzlar aufgehoben und der ursprüngliche Rat wieder eingesetzt. - Wolfgang Ernst II von Isenburg Birstein wird Oberhaupt von Isenburg Birstein. - Der in Kassel geborene neue Landgraf von Hessen Kassel Wilhelm von Hessen Kassel VIII (St) (72) vererbt die Grafschaft Hanau an seinen in Kassel geborenen Enkel Wilhelm von Hessel Kassel (St) (11) und bestellte dessen Mutter zum Vormund.

1753 In Wiesbaden beklagt die Bürgerschaft vom Stadtgericht wie Leibeigene behandelt zu werden, woraufhin Fürst Karl  von Nassau Usingen (St) (41) den Schultheiß und den Stadtrechner des Amtes enthebt und bis auf vier alle Schöffen abschafft. - In Wiesbaden wird der Turm mit der Stadtuhr alias Uhrturm um ein Stockwerk erhöht. Der Türmer läutet alle 15 Minuten. - In Frankfurt stiften 95 Bürger die Oberländische Gemeinde gegen Armut.

1752 In Bad Homburg wird Alexander Adam von Sinclair (39) für 14 Jahre calvinistischpietistischer Erzieher des in Braunfels geborenen Landgrafensohn Friedrich von Hessen Homburg IV (St) (03).

1751 In Wiesbaden plant der Wirt des Gasthauses Zum Bären erfolglos einen privaten Gesellschaftssaal.

1750 In Wiesbaden beschweren sich die Bürger über Verwaltungsgebühren, die sogar den Wert des bearbeiteten Objekts übersteigen können. - In Wiesbaden lässt Fürst Karl  von Nassau Usingen (St) (38) die Finanzen der Bürgerschaft überprüfen. - In Wiesbaden wird für die Bürger die Militärfreiheit eingeführt.

1749 In Frankfurt wird der kaiserliche Ratssohn und Dichter Johann Wolfgang Goethe im Großen Hirschgraben 23 geboren. - In Wiesbaden wird das Jagdschloss Fasanerie für den in Usingen geborenen Fürst Karl  von Nassau Usingen (St) (37) fertiggestellt. - In Wiesbaden stirbt der Schwarzer Bock am Kranzplatz Besitzer Schramm und vom Chirurgen und Hospitalsverwalter Johann Daniel Freinsheim übernommen.

1748 In Wiesbaden beschweren sich die Bürger erfolgreich bei Fürst Karl  von Nassau Usingen (St) (36) über zu viele städtische Beamte. - Der in Darmstadt geborene hessendarmstädter Landgrafensohn Georg Wilhelm von Hessen-Darmstadt (St) (26) heiratet die Grafentochter Luise von Leiningen Dagsburg (St) (26).

1747 In Frankfurt wird der wirkliche kaiserliche Rat Johann Wolfgang Textor (54) frankfurter Reichs-, Stadt- und Gerichtsschultheiß auf Lebenszeit. - In Wiesbaden plant der Kaufmann Ratz erfolglos einen privaten Gesellschaftssaal. - In Bad Soden wird das Haus Zum Pelikan abgebrochen und darauf Salzhäuser errichtet.

1746 in Frankfurt wird mit der Erlaubnis des mainzer Erzbischof und Kurfürst Emmerich Josef von Breidbach zu Bürresheim (St) (39) die Mainzer Landstraße von der Galluswarte aus ausgebaut. - In Gießen Hungen heiratet die in Hungen geborene Gräfin Ulrike Luise von Solms Braunfels (St) (15) den in Solms Braunfels erstgeborenen neuen Landgraf Friedrich von Hessen-Homburg IV (St) (22). - Im brabantischen oraniennassauischen Herzogenbosch stirbt der in Berlin Cölln geborene Landgraf Friedrich III von Hessen-Homburg (St) (73).

1745 In Frankfurt wird die Freimaurerloge Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main zur Mutterloge erhoben.

1744 Wiesbaden wird zur Residenzstadt und die wichtigsten Behörden aus Usingen ziehen in das Biebricher Schloss.

1743 In Hadamar stibt der Prinz von Oranien und Fürst Wilhelm Hyacinth von Nassau Siegen (St) (77).

1742 In Frankfurt wird die Freimaurerloge Zur Einigkeit zu Frankfurt am Main anlässliche der Wahl des in Brüssel geborenen bayerischen Kurfürst und Herzog Karl VII von Wittelsbach (St) (45) zum römischdeutschen Kaiser gegründet. - Die in Langenschwalbach alias Bad Schwalbach geborene ehemalige hessische Landgrafengeliebte Mätresse Barbara Christine von Bernhold (52) wird zur Reichsgräfin erhoben.

1741

1740

1739 In Frankfurt wird das Palais Thurn und Taxis fertiggestellt.

1738

1737

1736 In Wiesbaden werden die Vergünstigungen für Neubauende aufgehoben. - In Frankfurt tritt die Schauspielerin Caroline Neuber (39) mit ihrer Wanderschauspieltruppe auf. - In Wiesbaden erhält das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz die Auszeichnung Badehaus ersten Ranges. - In Hanau stirbt der in Baden geborene Graf Johann Reinhard von Hanau III (St) (71) auf Schloss Philippsruhe. Der in Kassel geborene lutherischkonvertierte hessenkasseler Landgraf und schwedische König Friedrich von Hessen Kassel (St) (50) erbt, verzichtet aber zugunsten seines in Kassel geborenen Bruders Landgrafensohn Wilhelm von Hessen Kassel VIII (St) (54). - Der in Kassel geborene neue Landgraf von Hessen Kassel Wilhelm von Hessen Kassel VIII (St) (54) erbt die Grafschaft Hanau.

1735

1734 In Siegen stirbt der letzte reformierte in Siegen geborene Fürst Friedrich Wilhelm II von Nassau Siegen (St) (28).

1733

1732 In Wiesbaden wird auf Anregung durch die Bürgerschaft den Juden das Betreten des Gemeinden Bades verboten.

1731 In Frankfurt wird mit dem Bau des Palais Thurn und Taxis begonnen.

1730 Die in Langenschwalbach alias Bad Schwalbach geborene Mätresse Barbara Christine von Bernhold (40) erlebt den Tod ihres Geliebten Landgraf  Karl von Hessen Kassel (St) (76). - In Frankfurt wird die Hauptwache erbaut.

1729

1728 Fürst Friedrich Wilhelm II von Nassau Siegen (St) (22) heiratet die Grafentochter Sophie Polyxena Concordia von Sayn Wittgenstein Hohenstein (St) (19).

1727

1726 In Wiesbaden ernennen acht abnahmeberechtigte Badehausbesitzer jährlich zwei Kochbrunnen-Brunnenmeister, die das Quellwasser vermarkten.

1725 Der in Frankfurt geborene Maler, Kupferstecher und Merian Enkel Jakob Christoph Le Blon (58) veröffentlicht seine Therorie, dass alle Farben aus Rot, Gelb und Blau gemischt sind, in Coloritto: Or the Harmony of Colouring in Painting

1724 In Langen wird das Schloss Wolfsgarten vom hessendarmstädter Landgraf Ernst Ludwig von Hessen Darmstadt (St) (57) als Jagdschloss fertiggestellt. - In Wiesbaden erhält die Stadt die Polizeigewalt für geringe Vergehen zurück. - In Solms Braunfels wird Landgrafensohn Friedrich von Hessen IV Homburg (St) geboren. Seine Mutter ist Gräfin Christine Charlotte von Solms Braunfels (St) (34).

1723 In Darmstadt Jugenheim wird Heinrich Anton Leichtweiß geboren und zieht als Jugendlicher nach BAd Camberg Mensfelden und Ohren.

1722 Wiesbaden hat 1329 Einwoher, davon 235 Männer, 262 Weiber, 756 Kinder, 58 Beisassen. - In Wiesbaden wird den städtischen Amtsträgern der Imbiss nach den Amtsgeschäften auf Kosten der Stadt verboten. - Fürst Friedrich Wilhelm Adolf von Nassau Siegen (St) (42) stirbt.

1721 In Darmstadt erweitert der Malersohn und landgräflichhessische Hofarchitekt Louis Remy de la Fosse (62) das Gefängnis im Runden Turm durch einen zweistöckigen Anbau. - In Wiesbaden Biebrich stirbt der in Idstein geborene Fürst Georg August von Nassau Idstein (St) (56) zusammen mit seinen beiden jüngsten Töchtern Elisabeth Franziska (13) und Luise Charlotte (11) ohne männlichen Erben an Pocken. - In Offenbach Ecke Judengasse/Hintergasse brennt der jüdische Betsaal ab und errichtet daraus beim Wiederaufbau eine Synagoge mit Schule und Mikwe. - Die in Langenschwalbach alias Bad Schwalbach geborene Mätresse Barbara Christine von Bernhold (31) bekommt von ihrem Geliebten Landgraf Geliebten Landgraf  Karl von Hessen Kassel (St) (67) das Jagdschloss Veckerhagen als Geschenk.

1720 Der in Kassel geborene Landgrafensohn Friedrich von Hessen Kassel (St) (44) wird König von Schweden und tritt vom reformierten zum lutherischen Glauben über.

1719 Der in Frankfurt geborene Maler, Kupferstecher und Merian Enkel Jakob Christoph Le Blon (52) erhält in London ein 14 jähriges exklusives Recht für Mehrfarbendruck.

1718 In Dreieich Götzenhain wird das ehemalige Jagdschloss und neuerbaute Schloss Philippseich Sitz der neuen Grafschaft Isenburg-Philippseich des offenbacher Grafenneffen Wilhelm Moritz. - In Dreieich Götzenhain stirbt der in Offenbach geborene Graf Johann Philipp von Isenburg Offenbach (St) (63) im Schloss Philippseich.

1717 In Wiesbaden erheiratet der Kammerdiener von Fürst Georg August von Nassau Idstein (St) (52) Schramm das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz und richtet ein Pferdebad. - In Darmstadt malt der Maler Tobias Sonntag sein Bild Parforcejagd am Woog mit Blick auf Darmstadt.

1716

1715 In Mainz entsteht eine kleine lutherische Garnisonsgemeinde. - In Offenbach wird die Grafentochter Luise Charlotte von Isenburg-Birstein-Offenbach geboren. - In Hanau lässt Graf Johann Reinhard von Hanau III (St) (50). das Jagdschloss Wolfgang erbauen.

1714

1713 In Frankfurt wird der frankfurter Patriziersohn Ludolf Erich von Lersner geboren. - Der in Berlin Cölln geborene holländische Generalleutnant Landgraf Friedrich III von Hessen-Homburg (St) (40) kehrt nach Bad Homburg zurück.

1712 In Wiesbaden wird das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz neu erbaut und vergrößert. - In Hanau stirbt der in Baden geborene Philipp Reinhard von Hanau Münzenberg (St) (48) auf Schloss Philippsruhe. Der in Baden geborene Grafensohn Johann Reinhard von Hanau III (St) (47) erbt.

1711 In Frankfurt kommt es zu einem Großbrand im Judenghetto, weshalb viele Juden nach Offenbach ziehen. - Die Grafschaft Isenburg-Offenbach geht mit dem Tod des in Offenbach geborenen Graf Johann Philipp von Isenburg-Offenbach (St) (56) in Isenburg Birstadt auf. - Wolfgang Ernst I von Isenburg Birstein wird Oberhaupt von Isenburg Birstein. - Nassau-Diez fiel durch Erbe an Nassau Hadamar. - In Darmstadt wird auf Wunsch der als hessendarmstädter Prinzessin in Darmstadt geborenen Landgräfin Elisabeth Dorothea von Hessen Homburg (St) (35) die in ein Komödienhaus umgebaute Reithalle als ein repäsentatives Theatergebäude gebäude mit der Christoph Graupner (28) Oper Telemach eröffnet.

1710

1709 In Schlangenbad werden von einer französischen Räuberbande einige Adelige entführt und im Rauenthal befreit.

1708 In Offenbach erlässt Graf Johann Philipp von Isenburg-Offenbach (St) (53) einen Judenerlass, wodurch es zu einem Zuzug von auswärtigen Juden nach Offenbach kommt. - Graf Johann Philipp von Isenburg-Offenbach (St) (53) heiratet nach kinderloser erster Ehe seine in Berleburg geborene Nichte Gräfin Friederike Wilhelmine Charlotte von Sayn-Wittgenstein-Berleburg (St) (24)..

1707 In Wiesbaden Biebrich lässt Fürst Georg August von Nassau Idstein (St) (42) aus zwei Gartenhäuschen ein barockes Schloss entwickeln, das bis zu seinem Tod 1721 ausgebaut wird.

1706 In Langenschwalbach alias Bad Schwalbach wird Polyxena Christina Johannetta (St) geboren.

1705

1704 In Schlangenbad, dem Dreiländereck, erbaut der in Hanau Steinheim geborene mainzer Kurfürst Lothar Franz von Schönborn (St) (49) ein eigenes Kurhaus, obwohl er gar keinen Heilwasserbrunnen hat (2016 Kolonnaden), kauft einfach hessisches Heilwasser und bietet Trinkkuren mit Ziegenmolke an. Bei Zoll und Konfessionen gilt das großzügige Simultaneum. - In Frankfurt richtet der Bankier Gogel im Haus Zum Storch Saalgasse 3-5 einen Weinausschank ein.

1703 In Offenabach siedeln sich hugenottische Handwerker an. - In Wiesbaden wird beim Bau des Badehauses Schützenhof ein altes Römerbad ausgegraben. Ein weiteres Römerbad wird im Garten des Gast- und Posthauses Zum Adler, im Gasthaus Zum Schwan am Kranzplatz und im Römerbad entdeckt.

1702 Hannover, Braunschweig-Lüneburg, Pfalz-Neuburg, Mainz, Trier, Brandenburg-Preußen, Würzburg, die Frankfurter Assoziation, Hessen-Kassel treten gegen die Ansprüche des in Versailles geborenen Herzog von Anjou und spanischen König Philipp V (St) (19) der Großen Allianz bei. - Nassau Oranien fällt an Nassau Diez.

1701

1700 Die evangelische Kirche führt den Gregorianischen Kalender ein. - In Butzbach heiratet die jüngste in Darmstadt geborene Prinzessin Elisabeth Dorothea von Hessen Darmstadt (St) (24) den in Berlin Cölln geborenen Landgraf Friedrich III von Hessen-Homburg (St) (27).

1699 Neu-Isenburg wird gegen die Interessen der Reichsstadt Frankfurt als Exulantenstadt von geflohenen französischen protestantischen Hugenotten gegründet, denen der bekennende Calvinist Graf Johann Philipp von Isenburg-Offenbach (St) (44) Schutz, Religionsfreiheit und ihre französische Sprache garantiert. - In Offenbach erlaubt Graf Johann Philipp von Isenburg-Offenbach (St) (44) die Bildung einer reformierten Gemeinde. in Roermon stirbt der in Nozeroy geborene Fürst von Nassau, Graf von Katzenelnbogen, Vianden und Diez, Baron von Beilstein und Ronse Johann Franz Desideratus von Nassau-Siegen (St) (44).

1698 In Offenbach erlaubt der in Offenbach geborene bekennende Calvinist Graf Johann Philipp von Isenburg-Offenbach (St) (43) geflohenen französischen protestantischen Hugenotten sich anzusiedeln.

1697

1696 Der in Dessau geborene Fürstensohn Johann Wilhelm Friso von Nassau Dietz (St) (09) wird Fürst von Nassau Dietz.

1695

1694

1693

1692 In St Goar belagern 28000 Franzosen die Burg Rheinfels, bei der der hessische Offizier Johann Ludwig von Bernhold zu Eschau fällt.

1691

1690 In Frankfurt wird die Bornburg vom neuen Besitzer in Günthersburg umbenannt.

1689 Das französisch besetzte Mainz wird belagert, beschossen und befreit. - Sonnenberg wird von den Franzosen geschleift.

1688 In Wiesbaden Biebrich wird der in Idstein geborene Graf Georg August von Nassau Idstein (St) (23) zum Fürsten ernannt. - Der französische König Ludwig XIV (St) (34) bedroht unter Führung von Louis-François de Boufflers mit 20000 Soldaten die neutrale Stadt Mainz, weshalb der in Köln geborene mainzer Erzbischof und Kurfürst Anselm Franz von Ingelheim (St) (54) trotz der neuen Befestigungsbauten und 800 Soldaten kapituliert. - In Frankfurt geht der Hellerhof vor der Stadt in den Besitz der frankfurter Patrizierfamilie Holzhausen.

1687

1686

1685 Wiesbaden hat 700 Einwohner. - In Hanau stirbt der in Bouxwiller geborene hanaulichtenberger und hanaumünzenberger Graf Friedrich Casimir von Hanau Lichtenberg (St) (62). Der in Baden geborene Philipp Reinhard von Münzenberg (St) (21) erbt die Grafschaft Hanau Münzenberg, die er bereits 5 Jahre regiert.

1684 In Langenschwalbach alias Bad Schwalbach wird Ernst II Leopold von Hessen Rheinfels Rotenburg (St) geboren.

1683

1682 Wetter: Fast ganz Sachsenhausen steht unter Wasser. In Frankfurt steht das Wasser bis an die Engel Apotheke. In Mainz wird die allgemeine Schulpflicht eingeführt.

1681

1680 Der in Baden geborene Philipp Reinhard von Hanau Münzenberg (St) (16) regiert die Grafschaft Hanau Münzenberg.

1679

1678

1677

1676

1675 In Wiesbaden leben nach einem Pestausbruch nur noch weniger als 100 Menschen.

1674

1673 In Wiesbaden leben 173 Bürger.

1672 Wiesbaden leidet wieder unter dem Durchzug der französischen Truppen Ludwigs XIV. Es werden Graben, Tore und Türme angelegt.

1671

1670

1669

1668

1667

1666 In Mainz kommt die Pest aus Holland über Köln an und wird bis zu ihrem Abklingen 20% entsprechen 2200 Personen töten.

1665

1664

1663

1662 In Frankfurt wird der frankfurter Patrizier und Stadtchronist Achilles Augustus von Lersner geboren. - In Wiesbaden hat das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz zwei Massenbäder.

1661

1660

1659

1658

1657

1656

1655 In Friedberg wird der protestantische Apothekersohn Johann Hartmann Senckenberg geboren. - In Wiesbaden gibt es am Kranzplatz 5 das Gasthaus Zum Engel (2016 Palasthotel). - In Mainz erstellt der Kupferstecher Matthäus Merian der Jüngere (34) eine Stadtansicht.

1654

1653

1652

1651

1650 In Mainz ziehen die französichen Soldaten wieder ab. - In Frankfurt betreiben die in Frankfurt geborenen Brüder Peter de Neufville (27) und David de Neufvill (27) die Privatbank Neufville im Stammhaus Hirschkopf am Kleinen Hirschgraben 4 und arbeiten mit dem Bankhaus Johann Mertens zusammen.

1649

1648 In Wiesbaden leben 80 Bürger, 13 Beisassen und ein Jude.

1647

1646

1645

1644 In Mainz flieht der katholische Kurfürst Philipp Christoph von Sötern (77) vor den katholischen französischen Truppen. Der französische Befehlshaber handelt eine kampflose Übergabe aus und garantiert dafür die Verwaltungsautonomie des Erzstifts mit einer zu verpflegenden französischen Schutzmacht von 500 Soldaten.

1643

1642 Der in Schwarzenfels geborene Graf Johann Ernst von Hanau Münzenberg Schwarzenfels (St) (29) stirbt nach einjähirger Regentschaft. Der in Bouxwiller geborene hanaulichtenberger Graf Friedrich Casimir von Hanau Lichtenberg (St) (19) erbt.

1641 Der Grafensohn Johann Ludwig wird Graf von Isenburg Offenbach. - Der in Hanau geborene letzte regierende Graf Philipp Ludwig von Hanau Münzenberg III (St) (09) stirbt in Den Haag. Der in Schwarzenfels geborene Graf Johann Ernst von Hanau Münzenberg Schwarzenfels (St) (28) erbt.

1640 In Frankfurt ist auf der Zeil 110 das Renaissancegasthaus Rotes Haus mit 50 beheizbaren Zimmern, einem großen Speisesaal und Stallungen für 140 Pferde fertiggestellt. - In Darmstadt Arheilgen gibt es nur noch 16 Familien.

1639

1638 In Hanau stirbt Graf Philipp Moritz von Hanau Münzenberg (St) (33).

1637 In Wiesbaden ist das Badehaus Zum Bock alias Schwarzer Bock am Kranzplatz verwüstet.

1636 In Mainz ziehen die Schweden ab. Die gefohenen katholischen Bürger, der katholische Adel und der jesuitisch geschulte mainzer Erzkanzler des HRR und Kurfürst Anselm Casimir Wambolt von Umstadt (St) (57) kehren zurück. Der mainzer Stadtrat wird wieder entmachtet. 

1635 In Mainz übergeben die Schweden eine entvölkerte und verarmte Stadt. - Graf Christian Moritz wird Oberhaupt der Grafschaft Isenburg Birstein. - In Wiesbaden wird der in Saarbrücken geborene Graf Johann von Nassau Idstein (St) (32) wird abgesetzt und die einstweilige Verwaltung an Kurmainz übertragen.

1634 Wetter: Strengkaltes Jahresende. - Die mainzer Bürger reißen Häuser ab um an Brennholz zu kommen. - In Frankfurt verglichen sich Graf Johann von Nassau Idstein (St) (31) und sein Bruder mit den Herren von Geroldseck über ihre Besitzrechte auf Lahr. Die gräfliche Familie Hanau Münzuenberg flieht nach Metz und danach zur Verwandtschaft von Oranien Nassau in den Haag.

1633 Graf Johann von Nassau Idstein (St) (30) schließt ein Bündnis mit Frankreich gegen den Kaiser.

1632

1631 In Mainz flieht im Dezember der katholische Erzbischof und Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation Philipp Christoph von Sötern (64) und das Domkapitel ins köner Exil und die Mainzer übergeben die Stadt. Sie zahlen Lösegeld in ruinöser Höhe. Große Teile der Bibliotheken werden nach Schweden geschafft. Der Stadtrat erhält unerwartet wieder Machtbefugnisse, auch die erzbischöflichen. - In Frankfurt stirbt der in Antwerpen geborene lutherische frankfurter Bankier und erste frankfurter Guldenmillionär Johann von Bodeck (75). - In Darmstadt Erfleden überquert der protestantische schwedische König Gustav II Adolf von Schweden (St) (37) den Rhein und besiegt auf dem gegenüberliegenden Ufer die von katholischen Spaniern besetzte Stadt Oppenheim und danach die katholische Residenzstadt Mainz, die kampflos übergeben wird und wo er überwintert. - Gustavsburg an der Mainmündung wird erbaut.

1630 In Frankfurt ist der in Antwerpen geborene lutherische frankfurter Bankier Johann von Bodeck (75) der erste Guldenmillionär Frankfurts, dem das Rittergut Praunheim, das Gasthaus Zum goldenen Bären am Roßmarkt und das mainzer Gut Nierstein gehört.

1629

1628 In Frankfurt wird mit dem Bastionenbau begonnen. - Die Grafschaft Isenburg-Offenbach entsteht duch die Teilung von Isenburg-Büdingen. - Graf Wilhelm Otto wird Oberhaupt der Grafschaft Isenburg Birstein.

1627 In Wiesbaden führen Ungleichbehandlungen der Bürger mit Feuerstätten zu Wachdienstbefreiungen zu Tumulten.

1626

1625 In Birstein ist der oberste Heerführer der Katholischen Liga Graf Johann T’Serclaes von Tilly (66) zu Gast.

1624

1623

1622 In Darmstadt Arheilgen gibt es 149 Familien.  - In Frankfurt Höchst endet die Schlacht bei Höchst mit einem Sieg des obersten Heerführers der Katholischen Liga Graf Johann T’Serclaes von Tilly (63).

1621

1620

1619

1618

1617

1616 In Frankfurt wird auf dem Roßmarkt Vinzenz Fettmilch hingerichtet.

1615 In Frankfurt erscheint die erste Ausgabe der Wochenzeitung des frankfurter Bürgers Egenolf Emmel.

1614 In Frankfurt werden während des Fettmilchaufstands 1380 Juden jeden Alters aus der Stadt getrieben und die Judengasse geplündert. - In Frankfurt kommt es zum Sturm auf die Judengasse.

1613

1612 In Frankfurt verlangen die frankfurter Bürger für die Wahl und Krönung des katholischen römisch deutschen Kaiser Matthias von Habsburg (St) (55) die Offenlegung ihrer Privilegien, die Reduzierung der Juden, einen Wochenmarkt auf dem Kornmarkt, eine Reduzierung des Zinses von 12 auf 8 % und, dass alle Juden mit weniger als 15000 Taler Vermögen aus der Stadt vertrieben werden. - In Hanau stirbt der in Hanau geborene Graf Philipp Ludwig von Hanau Münzenberg II (St) (36).

1611

1610

1609 In Wiesbaden wird das Rathaus gegenüber dem Residenzschloss erbaut.

1608

1607 In Frankfurt erreicht eine Holzröhren-Wasserleitung von der Friedberger Warte den Römerberg.

1606

1605

1604 Eppstein Niederjosbach wird wieder katholisch.

1603

1602

1601

1600

1599

1598

1597

1596 In Wiesbaden ist das neue Schloss fertiggestellt. - In Dillenburg heiratet Katharina Belgica von Oranien Nassau (St) (18) den in Hanau geborenen Graf Philipp Ludwig von Hanau II Münzenberg (St) (20).

1595

1594

1593

1592 In Frankfurt tritt eine fahrende englische Komödiantentruppe während der Herbstmesse auf. - Pest in Mainz.

1591

1590 In Frankfurt findet ein Reichsdeputationstag statt.

1589

1588 In Frankfurt wird ein Jude an den Beinen aufgehängt. Nach einer Woche stirbt er. Zwei neben ihm aufgehängten Hunde sterben vor und nach ihm.

1587

1586

1585

1584

1583

1582 In der katholischen Kirche wird der Gregorianische Kalender eingeführt. - In Darmstadt stirbt das jüngste und einzige männliche Hexenopfer Wolf Weber (10) unter dem in Kassel geborenen Landgraf Georg von Hessen Darmstadt (St) (35).

1581

1580 Graf Philipp Ludwig von Hanau Münzenberg (St) (27) stirbt und wird vom in Hanau geborenen Graf Philipp Ludwig von Hanau Münzenberg II (St) (04) beerbt.

1579

1578 Wiesbaden brennt ab. Das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz wird von Hermann Burg wieder aufgebaut.

1577

1576

1575

1574

1573

1572

1571

1570

1569

1568

1567 Graf Salentin von Isenburg Grenzau wird Erbischof in Köln. - In Darmstadt übernimmt der in Kassel geborene Landgrafensohn Georg von Hessen Darmstadt (St) (20) die Regierung der Obergrafschaft Katzenelnbogen und wird Landgraf Georg von Hessen Darmstadt.

1566 In Frankfurt wird die Familie Lersner Mitglied der frankfurter Patriziergesellschaft Alten Limpurg.

1565

1564 Pest in Mainz. - In Frankfurt wird auf der Frankfurter Messe ein Bücherkatalog vorgestellt.

1563

1562

1561 Wiesbaden brennt zum Großteil ab. - Graf Philipp von Hanau Münzenberg III (St) (35) stirbt.

1560

1559

1558

1557

1556

1555

1554

1553 Pest in Mainz.

1552 In Mainz zerstört der brandenburgkulmbacher Markgraf von Albrecht II Alcibiades von Zollern (St) (30) Teile der Stadt und erpreßt 15000 Gulden Lösegeld. - In Frankfurts belagert Albrecht II Alcibiades von Zollern (St) (30) die Stadt und zerstört die Galluswarte.

1551 Grafensohn Reinhard von Hanau (St) (23) nimmt an einem Turnier in Heidelberg teil.

1550 Grafensohn Reinhard von Hanau (St) (22) trifft in Jerusalem ein.

1549

1548

1547 Wiesbaden brennt bis auf das Schloss und wenige Häuser ab. - Graf Johann von Isenburg V Grenzau (St) (40) wird trierer Erzbischof.

1546

1545

1544

1543

1542

1541

1540 In Wiesbaden wird die Reformation eingêführt.

1539

1538

1537

1536

1535 In Frankfurt wird die Reformation eingeführt. - Die evangelischen Grafen von Stolberg erben den Eppsteiner Besitz. - In Darmstadt Riedstadt wird das Philippshospital vom in Marburg geborenen Landgraf Philipp von Hessen (St) (31) gegründet.

1534 Der Grafensohn Balthasar von Hanau Münzenberg (St) (26) stirbt.

1533

1532

1531

1530

1529 Graf Philipp von Hanau Münzenberg II (St) (28) stirbt. - In Eppstein Niederjosbach wird die Reformation eingeführt.

1528

1527 In Frankfurt Bornheim wird die Reformation eingeführt.

1526

1525 In Wiesbaden beteiligen sich einzelne Bürger an den Bauernaufständen, wodurch die Stadt ihre Gerichtsbarkeit verliert. - In Wiesbaden muss jeder Bürger jährlich 17 Tage Brennholz für das Biebricher Schloss machen. - In Wiesbaden wird der Bauernaufstand blutig unterdrückt.

1524 Wiesbaden hat über 1200 Einwohner.

1523 In Wiesbaden wird die Pächterin Rose des Gasthaus Zur Rose Georg-August-Zinn-Straße 1 wegen Mietschulden verklagt.

1522

1521

1520 In Frankfurt wird das Städtische Gymnasium Friedrich Ebert Anlage 22 für das reformierwillige Bürgertum gegründet.

1519

1518 Darmstadt wird vom in Bad Kreuznach geborenen Ritter Franz von Sickingen (St) (37) überfallen. 

1517

1516

1515

1514

1513

1512 Graf Reinhard von Hanau Münzenberg IV (St) (28) stirbt.

1511

1510

1509

1508 Wiesbaden wird von Adolf  von Nassau III Idstein Wiesbaden (St) (65) befestigt. Die Bäder liegen außerhalb.

1507

1506

1505

1504

1503

1502

1501

1500 Graf  Philipp von Hanau-Münzenberg (St) (51) stirbt.

1499

1498

1497

1496 Grafensohn Reinhard von Hanau Münzenberg IV (St) (28) übernimmt inoffiziell die Regierung.

1495 Der letzte Abt von Kloster Bleidenstadt Klippel von Elkershausen, sein Konvent und der mainzer Erzbischof drängen darauf das Kloster Bleidenstadt in ein Ritterstift umzuwandeln.

1494

1493

1492

1491

1490 Nach der Ermordung eines Geistlichen auf der Wasserburg Fleschenburg, einem befestigten Hof an einem Altarm des Mains im frankfurter Stadtwald bei der Gerbermühle lässt der mainzer erzbischof Berthold von Henneberg die Gräben einebnen und der Turm abreissen. - Mit dem Tod von Dieter Grans von Heppenheft-Rheinberg stirbt das Geschlecht aus. - Johann Sclafenati beendet sein Amt als mainzer Dompropst.

1489

1488

1487

1486 In Wiesbaden wird das Badehaus Schwarzer Bock am Kranzplatz eröffnet.

1485 In Mainz in der großen Stube der Münze am Speisemarkt, einem Haus auf 9 steinernen Pfeilern gegenüber dem großen Marktbrunnen, versammeln sich Graf Ludwig von Isenburg-Büdingen (St), Graf Philipp von Hanau-Lichtenberg (St), Graf Philipp von Solms-Münzenberg (St) und Junggraf Gerhard von Sayn (St) um sich wegen des sayner Anteils am Hain in der Dreieich zu vergleichen.

1484 Mit einem von Bernhard von Breidenbach verfassten Reiseführer beginnt Graf Ludwig von Hanau-Lichtenberg in Begleitung von Graf Johann von Solms-Lich, Philipp von Bicken eine Pilgerfahrt nach Jerusalem. - Der junge Graf Johann von Solms (St) stirbt auf dem Rückweg seiner Pilgerreise nach Jerusalem.

1483

1482 Pest in Mainz.

1481 Der diezer und hadamarer Vogt Johann von Dehr stirbt. - Die mainzer Martinsburg, die 1478 größtenteils aus Holz erbaute Residenz vom mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) brennt während des Besuchs von Herzog Ernst von Sachsen vollständig nieder und wird um den Verdacht der Gottesstrafe auszuräumen wie eine wehrhafte fünfeckige Ritterburg aus Quadersteinen mit einem tiefen Graben und auf jeder Ecke einem Turm mit Zinnen und Schießscharten wieder aufgebaut. - Der kölner Weihbischof Arnold von Unkel ertrinkt bei einem Schiffbruch auf dem Rhein. Die Pontifikalien gehen im Rhein unter. Der Bischofsstab kann aus dem Rhein gefischt werden. - In Frankfurt wird ein allgemeines Schweinehalteverbot erlassen. - Der mainzer Dietrich von Monferrato wird von Johann Sclafenati abgelöst. - In Frankfurt Bornheim gibt Hanau seinen Anspruch auf das Dorf Bornheim auf, das mit Hausen und Oberrad endgültig an Frankfurt fällt.

1480 Der mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) verlegt die Residenz der mainzer Kurfürsten wieder zurück nach Mainz. - Die Ehegültigkeit der Verbindung Pfalzgraf Johann (St) (67) und Gräfin Johanna von Nassau (St) (67) wird geprüft. - Das große Gegenüberstehen an der Ugra endet mit einem endgültigen Rückzug der Goldenen Horde der Mongolen und einem Aufstieg des Russischen Reichs. Der Deutsche Orden verliert damit seinen wichtigsten östlichen Verbündeten. Polen verbündet sich mit Russland. - Philipp der Jüngere erbt die Grafschaft Lichtenberg. - Ritterturnier in Mainz. - Das Kloster Bleidenstadt kauft die mainzer Stadthöfe Hof Wallertheim und Hof Herberg mit ihren Gärten, die sich dadurch Bleidenstädterhof nennen.

1479 Graf Philipp von Katzenelnbogen Diez (St) (77) stirbt. - Der Grafentitel wird über die Töchter weitervererbt. Der böhmische Königssohn Herzog Heinrich von Münsterberg bemüht sich auf die (verfrühte) Nachricht des Todes von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (77) um die Vollstreckung der ihm von seinem exkommunizierten Vater König Georg von Böhmen übertragenen kaiserlichen Anwartschaft auf die Grafschaft Katzenelnbogen. - Der trierer Erzbischof Johann von Baden II überträgt auf Bitte Graf Philipps die trierer Lehen auf Landgraf Heinrich von Hessen III (St) (39). - Gottfried von Eppstein IX (St) verkauft dem Grafen seinen Teil an Schloß Breuberg für 4000 Gulden. - Tod des letzten katzenelnbogener Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (77), am 28. Juli 1479. - Sein Schwiegersohn Landgraf Heinrich von Hessen III (St) (39) nimmt die Grafschaft unter umfassenden militärischen Sicherungsmaßnahmen ein. Mit Wagenkolonnen läßt er Gold, Silber und Kleinodien von Burg Rheinfels zur aufgewerteten Landgrafenhauptstadt Marburg bringen und veranstaltet am 11. und 12. Oktober 1479 unter großer Anteilnahme der westdeutschen Fürsten u.a. dem Herzog von Jülich am Grabe des Grafen in der Erbbegräbnisstätte des katzenelnbogener Grafenhauses im Kloster Eberbach ein feierliches Totengedächtnis. - Der Versuch den bescheidenen und barmherzigen heiligen Kasimir, polnischer Königssohn, Sohn von Elisabeth von Habsburg (St) (42), mit der Kaisertochter zu verehelichen misslingt wegen dessen Keuschheitsgelübdes. - Angeblicher Hostienfrevel führt in Passau zu Judenverfolgung und Bau der Kirche Sankt Salvator auf dem Standort der ehemaligen Synagoge. - Die Kronen von Kastilien und Aragón vereinigen sich zur erfolgreichen und endgültigen Vertreibung der seit 711 bestehenden muslemischen Herrschaft auf der iberischen Halbinsel. - Die Portugiesen importieren Sklaven nach Spanien. - In Würzburg wird nach 30 Jahren wieder ein überregionales Turnier abgehalten. Das Vier-Lande-Turnier mit 780 Turnierkämpfern mit 4073 Pferden Kämpfern ist das erste von 7 jährlichen Turnieren und so erfolgreich. Durch den Erfolg steigen die Teilnehmerzahlen der folgenden Turniere in Mainz, Heidelberg, Stuttgart, Ingolstadt, Ansbach, Bamberg, Regensburg und Worms bis die Größe der Turniere sie 1487 undurchführbar machen. (Teilnahmebedingungen waren vier adelige Ahnen). - In Frankfurt in der späteren Buchgasse wird ein Buchladen eröffnet. - In Hamburg wird die erste öffentliche aber kaum genutzte Bibliothek Deutschlands eröffnet. - Christoph von Baden I und seine Frau Ottilie von Katzenelnbogen (St) verlegen die Residenz in das Neue Schloss Baden um. - Die Tochter des unehelichen Friedrich von Heppenheft Anna von Heppenheft ist Nonne im Kloster Beselich ist letzte ihres adeligen Geschlechts, übereignet 1481 ihr gesamtes Vermögen dem Kloster und wird 1499 dessen Äbtissin. Die nun westerwälder Familie rutscht in den Bauernstand ab. - Jakob von Kronberg wird Hauptmann der Stadt Frankfurt. - Die ungeliebte Bauerntochter Bärbel von Ottenheim nimmt politischen Einfluß auf ihren Geliebten, den straßburger Vogt Jakob von Lichtenberg, und wird nach einem Jahr von den Erben aus der Burg Buchsweiler geworfen und dann unter dem Vorwurf der Hexerei in der Stadt Hagenau eingekerkert und geht nach 4 Jahren zugrunde. Der Erbe Graf Philipp von Hanau II -Lichtenberg (St) fordert von der Stadt sogar ein Todesurteil. - Der Baumeister Donato Bramante (35) kommt an den Hof von Gian Galeazzo Sforza (St) (10) in Mailand, der von seiner Mutter, der Kunstmäzenin Bona von Savoyen regiert wird, und beginnt seine ersten Bauten. - Das ganz in Goldtinte geschriebene Lorscher Evangeliar wird neu gebunden. - Der frankfurter Bürger Johannes Bach leitet die Passionsspiele. - Der Patrizier und spätere Ältere Bürgermeister Hamman von Holzhausen (12) bereitet sich auf sein Studium an der von Graf Eberhard von Württemberg V (St) (34) gegründeten Universität Tübingen vor. - Marquard von Hattstein läßt den Verkauf seiner Güter von Niedererlenbach um das Heilig-Geist-Spital prüfen und verkauft es daraufhin 1480. - Der Bruder des frankfurter Stadtschreibers Georg Uffsteiner erkrankt an Lepra. Sein Status erlaubt ihm sich trotz Einweisung in den Gutleuthof davor zu drücken und in der Stadt aufzuhalten. - Landgraf Heinrich von Hessen III (St) (39) gibt in Auftrag 100 000 Schüsseln für die Begräbnisfeierlichkeiten von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St in Kloster Eberbach zu kaufen, kann einen Teil unter anderem 400 aus Holz geschlagene bei Meister Valentin in Elsoff und 100 in Ellar bei Meister Rorich erhalten. - Die niederadeligen lebensfrohen Konventualen Eckhard von Hutten, Friedrich von Hutten und Gilbert von Buches alias Lindheim werden aus dem Kloster Seligenstadt ausgestossen. - Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) reitet in Begleitung von 27 Personen von Reichenberg nach Hohenstein reitet. - Der hohensteiner Amtmann, der Landschreiber, der Wagenmeister und zwei Schöffen foltern und hängen in Nastätten einen Dieb nach 11 Wochen und 2 Tagen im Turm. - Ein Heldenbuch mit Holzschnittbildern wird gedruckt. - Der bayerische Benediktermönch Vitus Auslasser veröffentlicht sein Kräuterbuch, in dem er die Flora des Alpenvorlandes malt und mit deutschen Namen bezeichnet. - Der Nürnberger Peter Henlein, Erfinder der tragbaren Taschenuhr wird geboren. - Johann von Wesel schickt dem Hussiten Nikolaus von Böhmen ein Traktat gegen die Kirche, wird vom mainzer Erzbischof Diether von Isenburg II (St) (67) verhaftet und vor ein vom kölner Großinquisitor, dem Dominikaner Gerhard von Elten geführtes Ketzergericht gestellt. Um sein Leben zu retten schwört Johann von Wesel alias Johannes Rucherat von Wesel auf dem Marktplatz von Mainz ab, verliert alle seine Ämter und wird im Augustiner-Eremitenkloster Barfüßerkloster von Mainz bis zu seinem Tode 1481 eingekerkert. - Walther von Kronberg, späterer Deutschmeister und Hochmeister des Deutschen Ordens wird auf Burg Kronberg geboren. - Der aus dem elsässischen Schlettstadt stammende Dominikanermönch Heinrich Kramer lässt sich auf eigenes Betreiben hin den Titel Inquisitor der Ordensprovinz Alemannia verleihen. Heinrich Kramer ist von einer Hexenverschwörung besessen und beginnt mit der systematischen Verfolgung von Frauen, die Magie praktizieren. Er lässt mehr als 200 Frauen als Hexen hinrichten. - Peter Schöffer erwirbt das frankfurter Bürgerrecht um nicht weiter von Bernhard Inkus von Frankfurt und anderen Gläubigern, die am Reichskammergericht in Rottweil erfolgreich die Bürger der Stadt Mainz ächten und überall pfänden lassen, gepfändet werden darf. Bernhard Inkus von Frankfurt lässt in Basel bei einem Priester, der Mitglied der dortigen Hohen Schule ist, einen Kasten mit 56 gedruckten Büchern aus Peter Schöffers Besitz beschlagnahmen. Der mainzer Erzbischof Diether von Isenburg II (St) (67) fordert von der Stadt Basel für Bernhard von Inkus von Frankfurt gepfändeten Besitz seiner Drucker Schöffer und Henckis von 56 Büchern vergeblich zurück. - Die Graserin, oder Grasmagd ist eine beliebte erotische Figur in der niederen Minne aus einer heidelberger Handschrift. - Schenk Johann von Schweinsberg führt für den Landgraf Heinrich von Hessen III (St) (39) einen Krieg mit dem hildesheimer Fürstbischof. - Der mainzer Stadthof Zum Dimerstein des Patriziers Eberhard zum Dimerstein, der 1462 Mainz verraten hat, wird vom mainzer Erzbischof Diether von Isenburg II (St) (67) an seinen Rat Doktor Johann Mergentheim verschenkt.

1478 Hermann von Hessen IV (St) (76), Gubernator des Kölner Erzstiftes, erhöht die an Philipp von Katzenelnbogen Diez (St) (76) wegen der Pfandschaft auf Rolandseck und Linz jählich zu zahlende Rente von 800 Gulden auf 1100 Gulden, bis mit dem erhöhten Betrag die Schadensersatzforderungen des Grafen in Höhe von 3600 Gulden beglichen sind. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (76) leiht Graf Johann von Nassau -V Saarbrücken (St) (23) 1000 Gulden gegen 50 Gulden jährlicher Rente, für deren pünktliche Zahlung ihm dieser seinen Anteil an Oberroßbach zum Pfand setzt. Gottfried von Eppstein IX (St) verpfändet Philipp von Katzenelnbogen Diez (St) (76) für 1400 Gulden die Hälfte von Bischofsheim und verkauft ihm das Schloß Ziegenberg mit 6 Dörfern und ein Viertel an Butzbach und der Weiseler Mark für 40 000 Gulden.Philipp Kämmerer von Dalberg verkauft dem Grafen Philipp von Katzenelnbogen-Diez(St) (76) das Dorf Schwanheim für 1200 Gulden. - Herzog Friedrich von Braunschweig stirbt, Graf Philipps von Katzenelnbogen-Diez(St) (76) 10 jähriger Stiefsohn darf aber erst zu seinem 18. Geburtstag sein Erbe Braunschweig antreten. - Der Urenkel von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (76) Philipp von Baden I wird geboren. Er wird 1515 Markgraf. - Das Zeitalter der Inquisition beginnt. Die neue Inquisition wird von Papst Sixtus IV durch eine spezielle Bulle erlaubt und die spanische Inquisition wiederbelebt. - Der englische heilige Staatsmann Thomas Morus wird in London geboren. - Die friedberger Warte in Frankfurt wird gebaut. - Der diersteiner Nonne Kunigunde Hömberger wird vom trierer Offizialen ein Jahr Abwesenheit vom Kloster Dierstein gestattet. - Mit der Verbreitung des Rechenbuchs Arithmetik von Treviso setzen sich die indo-arabischen Ziffern entgültig durch. - Der diktatorische augsburger Bürgermeister Ulrich Schwarz lässt die Patrizierbrüder Vittel hinrichten, was zu seinem eigenen Sturz und seiner Hinrichtung führt. - Für einen Sturz der Medici in Florenz erlaubt der nepotische Papst Sixtus IV in der Pazzi-Verschwörung die Ermordung Lorenzos de’ Medici und seines Bruders Giuliano durch die konkurrierende aber durch die Medici zur Bedeutungslosigkeit gedränkten hochadeligen Ritter- und Bankiersfamilie während der Messe. Giuliano stirbt durch 19 Messerstiche, Lorenzo kann verletzt entkommen, zeigt sich der Menge. Papst Sixtus IV schickt noch Truppen, die die Medici vernichten sollen.Ein Verschwörer wird am Fenster des Regierungspalast gehängt, der Papst durch Lorenzos Geld zu einem Friedensabkommen gedrängt. - Hermann von Hessen IV (St) (76) Gubernator des kölner Erzstiftes nimmt den kölner Erzbischof Ruprecht von Wittelsbach von der Pfalz (St) (52) mit Hilfe der kölner Bürger gefangen und hält ihn auf Burg Blankenstein bis zu seinem Tod 1480 fest. Der kölner Erzbischof Ruprecht von Wittelsbach von der Pfalz (St) (52) dankt nach seiner Gefangennahme ab. Hermann wird aber erst nach Ruprechts Tod 1480 zum Kurfürsten gewählt. - Durch den Untergang des Herzogtum Burgund als Hauptkreditnehmer erleidet die von Tommaso Portinari geführte Medici-Bankfiliale in Brügge einen Verlust von mindestens 70000 Gulden und wird liquidiert. - In der Stadt Mainz am nördlichen Rheinufer erbaut der mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) (--) die Martinsburg zu Verteidigungszwecken gegen die Bürger mit einem Wassergraben zur Stadt hin aus dem eingezogenen Nachlass des 1476 hingerichteten Wanderpredigers Hans Böhm, dem Pauker von Niklashausen. - Alle Juden werden aus dem Bistum Bamberg ausgewiesen. - Johann Geiler von Keyserberg aus Schaffhausen hält derbe Predigten in deutscher Sprache, die Hörer aus dem Gedächtnis niederschreiben. - Die Grafen von Salm ehemals Rheingrafen erben die Grafschaft Moers und Saarwerden. - Der spätere Abt von Kloster Bleidenstadt und Wandler von Kloster Bleidenstadt in ein Ritterstift Eckart Klüppel von Elkerhausen ist noch ein Kind. - Ludwig von Hessen-Marburg (St) (18), der Erbprinz stirbt. - Buchhändler auf der frankfurter Herbstmesse. - In Kloster Eberbach wird auf dem Westflügel des Kreuzgangs unter Abt Johann Bode von Boppard III eine Bibliothek erbaut, die erlaubten Bücher vom Armarium neben dem Chor oder über der Sakristei, dorthin verbracht. Verbotene bes. juristische Bücher bewahrt der Kantor separat auf. - Der Maler von Limburg arbeitet am Hof in Dillenburg. - Der augsburger Zunftbürgermeister Ulrich Schwarz wird gestürzt. - Die Stadt Frankfurt erhält von Papst Sixtus IV die Erlaubnis Käse, Butter, Milch und Eier während der Fastenzeit zu konsumieren. - Die Rheingrafen erheiraten die Grafschaft Finstingen. - Auf der frankfurter Ostermesse lässt der nürnberger Rat für ihren Buchhändler und Verleger Anton Koberger Bücher beschlagnahmen. Johann Amerbach und Michael Wenzeler sind weitere Buchhändler. - Die abwesende klosterdiersteiner Nonne Kunigunde Hoenberger wird die Exkommunikation angedroht, falls sie nicht sofort wieder in das Kloster Dierstein zurückkehrt. Die pflichtvergessene Nonne, die sich in der Umgebung herumtreibt wird 1480 vergeblich durch einen Anschlag an der limburger Stiftskirche (heutiger Dom) gesucht und zur Rückkehr in Kloster aufgerufen. - Der verräterische verschmitzte Helfer des mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (46) und unter Mordverdacht stehende Ewald Faulhaber von Wächtersbach wird von Papst Sixtus IV freigesprochen, weshalb das mainzer Domkapitel schadenersatzpflichtig wird. - Nach dem Tod des Mitstreiters von Lichtenberg von 1462 wird der Algesheimer Hof hinter der Christophkirche von der mainzer Universität zur Große Burse umgewandelt um große Versammlungen abzuhalten. - Im Besitz des kölner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz (St) (52) befinden sich zahreiche Manuskripte aus der Schreibstube des hagenauer Lehrers Diebold Lauber. - Der kölner Buchdrucker Heinrich Quentell, aus dem nordhessischen Quentel, heiratet Elisabeth Helman, die Tochter des kölner Münzmeisters Johann Helman und bringt deutschsprachige Bibeln heraus, die von Inquisitoren wegen ihrer individuellen Übersetzung und Zusammenstellung kritisch betrachtet werden. Heinrich Quentell verzichtet in der Folgezeit darauf seine Druckerzeugnisse mit seinem Namen zu versehen. - Die Kölner Bibel besteht gleichberechtigt aus Bild und Text und ist eine Bilderbibel. Die Bilder sind im Holzdruckverfahren hergestellt. Die Holzstöcke der Bilder werden 1483 im Druck von Anton Koberger in Nürnberg, bei einer Auflage von 1500 Stück erneut verwendet. - Burg Leiterstädt bei Marburg wird zerstört. - Damian von Praunheim ist mainzer Domscholaster.

1477 Wetter: Jahresbeginn mit sehr kaltem Winter. Der Bodensee ist zugefroren - Graf Philipp von Katzenelnbogen Diez (St) (75) leiht Graf Johann von Nassau V -Diez (St) (22) abermals zinslos 10 000 Gulden und zwar zur Auslösung seines gefangenen Bruders Graf Engelbrecht von Nassau-Vianden (St) (26), wofür Graf Johann sein Viertel an der Grafschaft Diez zum Unterpfand setzt. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (75) veranlaßt den neuen Pfalzgraf Philipp von Wittelsbach , den Aufrichtigen (St) (29), Landgraf Heinrich von Hessen III - Marburg (St) (37) die pfälzer Lehen in der Obergrafschaft, vorbehaltlich ihrer lebenslänglichen Nutzung durch Graf Philipp, zu übertragen, wofür er dem Pfalzgrafen 125000 Gulden, verzinslich mit 5% auszahlt, die beim Tode des Grafen verfallen. Zur Sicherung der Zinsleistung setzt Pfalzgraf Philipp die Sauerburg und Zoll und Burg Kaub ein. - Philipp von Sirck, Dompropst zu Trier, löst die Burg Herschbach von Graf Philipp von Katzenelnbogen(St) (75) für 3000 Gulden wieder ein. - Philipp und Ulrich von Kronberg verkaufen Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (75) ihren Besitz in den Rieddörfern für 3000 Gulden. - Der Urenkel von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) Christoph von Baden wird geboren. Er wird Domherr in Straßburg und Köln. - Nach dem Tod seiner Frau Adriana von Nassau-Dillenburg verweigert Graf Philipp I von Hanau-Münzenberg jegliche weitere Konsensehe, liebt offen und unstandesgemäß seine Untertanin Margarete Weißkirchner und läßt später als Beweis für Unterhaltsansprüche da er ins Heilige Land ziehen will das Bildnis Die Liebenden oder Gothaer Liebespaar vom Hausbuchmeister anfertigen. - Der mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) (65) eröffnet die Universität in Mainz. - Marco Polos Reisebericht wird in Nürnberg in seiner ersten deutschen Fassung gedruckt. - Gründung der ersten Nordeuropäischen Universität in Uppsala. - Gründung der Universität Tübingen - Nach der letzten Schlacht im Burgundischen Krieg der Schlacht von Nancy findet man die verstümmelte Leiche von Burgunderherzog Karl dem Kühnen (44) im Eis. - Burgund fällt an Habsburg, die französischen Lehen werden aber von Frankreich annektiert. - Flussgoldwaschen in der Isar bei Landhut wird durch den bayerischen Herzog erlaubt. - Maria von Burgund heiratet den Königssohn und späteren Kaisers Maximilian von Habsburg. - Vlad III Tepes, der Pfähler, ist rumänischer König und durch seine Brutalität die Quelle der Legende um Graf Dracula. - In der sayner Residenzstadt Hachenburg schließen sich die Schneider zu einer Zunft zusammen. - Johann von Wesel wird als wormser Domprediger wegen seiner Veröffentlichungen Disputatio adversus indulgentias sowie die gegen die Ansprüche des Papsttums gerichtete Schrift Von der Autorität, Pflicht und Vollmacht der geistlichen Hirten abgesetzt und als Dompfarrer nach Mainz versetzt. - Graf Eberhard von Württemberg V (St) gründet die Universität Tübingen. - Nikolaus der Trompeter aus Griesheim kommt mit dem Gesetz in Konflikt, da er widerrechtlich im gräflichen Wald Holz schlägt. - Auf Ehrenbreitstein wird Hans von Sprendlingen als trierer Hofwundarzt eingestellt. - Trier, Mainz, Pfalz und Jülich gründen einen Münzverein. - Hermann von Wied V (St) wird geboren. Er wird 1515 Erzbischof und Kurfürst von Köln. - Der letzte Herr von Heppenheft Friedrich von Heppenheft erhält vom Pfalzgrafen Friedrich Burg Heppenheft als Lehen. Nach seienem Tod 1490 gehen seine Güter an den bürgerlichen Heinrich Grüninger von Bacharach. - Der Verräter aus der Ligue du Bien public, der französische Herzog Jakob von Nemours wird nach einem neuerlichen Verrat in Paris öffentlich geköpft. - Erzherzog Sigmund von Österreich , der Münzreiche verlegt die Münzprägestätte von Meran nach Hall. - Die uneheliche Tochter des französischen Königs Karl VII mit seiner Geliebten Agnès Sorel, Charlotte de Brézé, wird von ihrem Ehemann mit ihrem Liebhaber überrascht und mit dem Schwert getötet. - Der uneheliche Halbbruder von Herzog Philipp von Burgund III, der Gute, der utrechter Bischof Dietrich von Burgund bleibt im Amt, sieht sich aber einem Bürgerkrieg gegenüber. - Friedrich Donner von Lohrheim ist Mönch in Kloster Bleidenstadt - Die Herren von Eppstein verkaufen ihren Eppsteiner Hof in Sachsenhausen mit Gütern und das Dorf Heddernheim an das Heilig-Geist-Spital in Frankfurt. - Der katzenelnbogener Amtmann in Diedorf, Hadamar und Ellar Daniel von Mudersbach stirbt. Von seinen 6 Söhnen sind 2 Edelfreie und 2 Ritter. Er wird in der Stiftskirche St Georg in Limburg an der Lahn neben seiner Frau Jutta von Bubenheim beerdigt. - Der seligenstädter Abt Reinhard von Weilnau (St) veretzt den Klosterschatz mit Abtsstab, Ring, Mitra und Handschuhen für 800 Gulden an Graf Philipp von Hanau, d.J. (St). Der mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) (65) schreitet ein. - Mit dem Fürstabt von Fulda Reinhard von Weilnau (St) .stirbt die jüngere weilnauer Linie im Mannesstamm aus. - In Wiesbaden ist ein Kindermeister für den Unterricht von Lesen, Schreiben und Kirchengesang zuständig. - Guy Pot, der Enkel von Ritter Regnier Pot, dem burgundischen Kammerdiener erhält die Grafschaft Saint-Pol. - Der am burgundischen Hof in Brüssel aufgewachsene und mit einer illegitimen Tochter von Burgunderherzog Philipp von Burgund III verheiratete Neffe des Burgunderherzog Philipp von Burgund III, der Gute ,Adolf von Kleve (50) wird Regent aller burgundischen Gebiete. - Die Schelme von Bergen werden gezwungen ihre Hälfte ihres Anteils am Ort Frankfurt-Seckbach an Frankfurt verkaufen. Die Reichsstadt Frankfurt besetzt in der Folgezeit das Seckbächer Schultheißenamt. - Der des Mordauftrags auf Gräfin Anna von Katzenelnbogen (St) verdächtigte hessische Hofmeister Hans von Dörnberg erbaut in Dörnberg eine neue Burg nach den Plänen des Restungsbaumeisters Hans Jakob von Ettlingen.  

1476 Graf Philipp von Katzenelnbogen Diez (St) (74) gibt dem Schenk Diether von Erbach ein zinsloses Darlehen von 10 000 Gulden, die er ihm ratenweise in vier Jahren aus Lahnsteiner bzw. Höchster Zollgefällen zurückzuzahlen gestattet. Bei Zahlungsverzug ist Graf Philipp (St) berechtigt, Stadt und Schloß Lahnstein einzunehmen. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (74) gibt Graf Johann von Nassau V -Diez (St) (21) ein zinsloses Darlehen von 5000 Gulden gegen Rückzahlung in drei Jahresraten, für deren Sicherstellung Graf Johann seinen Anteil an Hadamar und Ellar zum Pfand setzt. - Der mit Ottilie von Katzenelnbogen (St) verheiratete Markgraf Christoph von Baden I (St) übernimmt für 6 Jahre zusammen mit seinem Bruder Albrecht von Baden die Regierung der Markgrafschaft Baden, danach übernimmt er alleine die Regierung . - Der Urenkel von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (74) Karl von Baden wird geboren. Er wird Domherr in Straßburg und Trier. - Der Viehhirte, Musikant und Prediger Hans Böhm prangert die Gier der Fürsten und hohen Geistlichkeit an und wird als Initiator der Niklashäuser Wallfahrt auf Anordnung des mainzer Erzbischofs Diether von Isenburg II (St) (64) in Würzburg auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Es folgen spontane Massenproteste in Franken. - Kurfürst Friedrich von der Pfalz I (St) (51) stirbt in seiner Residenz Heidelberg und sein Neffe Pfalzgraf Philipp der Aufrichtige (St) wird wie verabredet Kurfürst. Seine Frau, die Witwe Clara Tott wird vom Neffen Pfalzgraf Philipp der Aufrichtige gefangen genommen um die tatsächlichen Familienverhältnisse geheim zu halten. - Ersterwähnung des Grobrot, einer weniger edlen Rebsorte, in Kloster Eberbach erstmalig erwähnt. - Im Burgundischen Krieg besiegen die Eidgenossen den Burgunderherzog Karl den Kühnen (43) in der Schlacht bei Grandson empfindlich und in der darauffolgenden Entscheidungsschlacht von Murten beginnt das Ende Burgunds das Frankreich eine Vormachtstellung einbringt. - Der mailänder Herzog Galeazzo Maria Sforza (St) (32) kehrt als Sieger nach Mailand zurück und wird auf Betreiben von seinem jüngeren Bruder Ludovico Sforza (St) (24) von drei mailänder Adeligen ermordet. Ludovico Sforza (St) (24) übernimmt die Regierung für den minderjährigen Thronfolger Herzog Gian Galeazzo Sforza (St) (10), den er 1494 ermorden lässt und selbst Herzog von Mailand wird.- J. Scolvus sucht Nordwestpassage und dringt in die Baffin-Bai und den Lancaster Sound vor. - Gründung der Universität Mainz. - Durch die Abtretung der Herrschaft an das adelige Domkapitel und dessen Repressalien beginnt ein Bürgeraufstand in Mainz, den der mainzer Erzbischof Diether von Isenburg II (St) niederschlägt. - Im Kloster Marienstatt wird der Besuch von Frauen in der Klosterkirche an drei Tagen im Jahr und der Beschränkung dieser Erlaubnis auf den achten Tag nach Fronleichnam erlaubt. - Seilfurt bei Rüsselsheim brennt nieder und wird zur Wüstung. - Ende der russischen Tributzahlungen an die Mongolen. - Erdbeben in Moskau mit Einsturz der Kathedrale. - Der mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) überschreibt die Burg Ronneburg seinem Bruder Graf Ludwig von Isenburg II -Büdingen (St). - Elisabeth von Kronberg, die zukünftige Ehefrau von Graf Salentin von Isenburg VII Grenzau (St) wird geboren. - Bramante kommt nach Mailand. - Kurfürst Friedrich von Wittelsbach, der Siegreiche von der Pfalz I (St) (51) ? lässt den Kran bei Frei-Weinheim an der engsten Stelle zwischen Mainz und Bingen wegen Streitigkeiten mit dem mainzer Erzbischof Diether von Isenburg II (St) abreißen. - In Frankfurt werden Almosen gegen Almosenzeichen eigentlich nur an notdürftige Hausleute vergeben. Weil es auswärtigen Bettlern und Hausierern ständig gelingt sich diese Almosenzeichen anzueigenen erläßt der Rat der Stadt Frankfurt vergeblich eine Verordnung zum Schutz vor Misbrauch. - Der auf Burg Varsberg geborene Papier- und Weinhändler wird leipziger Bürger. Er wird 1483 seinen ersten Druck Passio Pragensium herausgeben. - Der frankfurter Patrizier Wolf Blum junior wird Mitglied in der Stubengesellschaft Alten Limpurg. Mit leichtfertigen Geschäften von Wolf Blum Junior beginnt der Niedergang der Familie, die 1492 mit dem Ausschluss aus der Stubengesellschaft Zum Frauenstein und 1515 mit dem Ausschluss aus der Stubengesellschaft Alten Limpurg endet. Der frankfurter Stadthauptmann zerstört die Ganerben-Burg Vetzberg wegen dauernder Verletzungen des Landfriedens durch Raubüberfälle. - Der Ritter Eberhard von Heusenstamm VII wird frankfurter Schultheiß. - Ruprecht von Virneburg wird Abt von Prüm. Auf seinem Grabstein werden Affen die Schilde der Ahnen tragen. - Der frankfurter Schultheiß belehnt im Auftrag von Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (61) Wildgraf und Rheingraf Johann von Dhaun und Kyrburg V (St), Graf von Salm, mit dem ererbten Pfefferzoll auf dem Rhein bei Geisenheim. - Die mainzer Bürger stürmen in den Mainzer Dom und zwingen die Domherren zu einem Lossagungsbrief, der ihnen die Freiheiten zurückgeben Der mainzer Erzbischof Diether von Isenburg II (St) droht den mainzer mit einem kleinen Heer. Die mainzer Bürger geben auf und ziehen die Herrschaft des Erzbischofs derer des Domkapitels vor. Das mainzer Domkapitel verhöhnt die unterlegen mainzer Bürger und ihm wird von Papst Sixtus IV unter Androhung von Absetzungen geboten die verhöhnungen zu unterlassen. - Wildgraf und Rheingraf Johann von Daun (St) stirbt. In seinem Besitz befinden sich zahreiche Manuskripte aus der Schreibstube des hagenauer Lehrers Diebold Lauber. - Graf Eberhard von Württemberg (St) bittet den königsteiner Gabriel Briel um Mitarbeit bei der Klosterreform in seinen Landen.

1475 Wetter: Erdbeben in Heidelberg. - Graf Philipp von Katzenelnbogen Diez (St) (73) befindet sich unter den Fürsten und Herrn, die sich mit Kaiser Friedrich von Habsburg III (60) von Köln aus gegen Herzog Karl der Kühne von Burgund (42) ins Feld begeben. Graf Philipp von Katzenelnbogen Diez (St) (73) belagert mit 350 Mann zu Roß und zu Fuß mit Landgraf Heinrich von Hessen III - Marburg (St) (35) und denen zu Köln (insgesamt 4000-5000) Linz und die Belagerer auf dem Neußer Werth. - Dietrich von Runkel verkauft dem Grafen für 3000 Gulden die zweite Hälfte seines Viertels an Limburg, Molsberg und Brechen. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (60) erklärt in Andernach dem Burgunderherzog Karl der Kühne von Burgund (4-) den Krieg. - Die Eidgenossen erklären dem Burgunderherzog Karl der Kühne (41) den Krieg und siegen im Burgundischen Krieg in der Schlacht auf der Planta. Sie führen eine neue Kriegsordnung ein, in der offiziell das unritterliche Kriegsziel die vollständige Vernichtung des Gegners ist, bei der auch keine Geiseln zur Erpressung von Lösegeld genommen werden dürfen, da dies durch die Geldgier vielen Unterlegenen und deren verminderter Aufmerksamkeit Gelegenheit zur Flucht gibt. - Kölner Stiftsfehde. - Pfalzgraf Friedrich I bei Rhein erwähnt in einer Bitte nach Beurkundung einer Jagderlaubnis das Ableben von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez. (5859) Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez ehrt seinen langjährigen Jäger Seitz (5834) - Der brandenburg-ansbacher Kurfürst Albrecht Achilles (61) schreibt sogar im offiziellen Briefwechsel mit seiner Frau als er in Kriegshandlungen ein Jahr von ihr getrennt war, über sexuelle Phantasien, die sie gehorsam beantwortet. Gleichzeitig scheint er mit den Hofdamen seiner Frau ebenfalls sexuelle Verhältnisse zu haben, die seine Frau duldet. - Mainzer Glasmalerei mit Turniermotiven (Hess. Glasmalerei). - Vermählung von Graf Eberhard von Württemberg V (St) (36) mit Markgräfin Barbara Gonzaga von Mantua in Urach mit 20 000 Gulden Mitgift und einer dreitägigen Hochzeitsfeier mit Ritterturnier und Weinbrunnen zu der 650 Adelige mit 4280 Pferden kommen. - Ältestes Rechenbuch in deutscher Sprache,  der Trienter Algorismus wird in Trient gedruckt. - C. Ptolemäus lässt sein Geographica in Bologna drucken. - Der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (52) wird im Kloster Eberbach beigesetzt. Vor seinem Tod schlägt er seinen einstigen Kriegsgegener von 1462 Diether von Isenburg II (St) wieder als neuen Erzbischof von Mainz vor, der dann tatsächlich zum Erzbischof gewählt wird. Er kauft Weinessig. - Der Burgunderherzog Karl der Kühne von Burgund (42) besetzt und beansprucht die Gebiete von Herzog Rene von Lothringen und hat damit ein durchgängiges Machtgebiet von Holland bis Genf. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (60) droht Graf Philipp von Hanau (St), den Herren von Eppstein-Königstein, den Herren von Eppstein-Münzenberg, den Herren von Bickenbach, den Schenken von Erbach, den Herren von Kronberg und den Städten Friedberg, Gelnhausen und Wetzlar mit der Acht, falls sie sich nicht sofort am Krieg gegen den Burgunderherzog Karl der Kühne von Burgund (42) beteiligen. - Köln wird freie Reichsstadt. - Reinhard von Westerburg IV (St) nennt sich Graf Reinhard von Leiningen-Westerburg. - Die frankfurter Patrizierfamilien Stalburg und Bromm bilden die Stalburg-Gesellschaft mit einem Gesellschaftsvermögen von 60000 Gulden. - Bei einem Inquisitionsprozess im koblenzer geistlichen Gefängnis behauptet ein älteres Ehepaar aus Nassau, dass nur reine Priester die Absolution erteilen könnten, werden von einem dominikanischen Ketzermeister belehrt, sind aber nicht einsichtig, woraufhin sie gefoltert, auf dem Neuen Plan auf zwei Stühlen zur Schau gestellt und belehrt werden und nur der Mann unter der Bedingung ein gelbes Kreuz zu tragen abschwört. Die Frau wird auf der koblenzer Schartwiese verbrannt. - Johann von Nassau V -Dillenburg (St) und Engelbert von Nassau II -Dillenburg (St) teilen ihre Gebiete in die niederländischen und deutschen Gebiete zu denen auch Teile der Grafschaft Katzenelnbogen gehören wird. - Im bamberger Pfaffenstreit kämpft der bamberger Bischof Philipp von Henneberg mit Kurfürst Albrecht Achilles und dem Domkapitel. - Der bamberger Domherr Albrecht von Eib, der Verfasser der humanistischen Werke Von der Schönheit des Mägdelein Barbara und Lobrede auf Bamberg stirbt 55-jährig. - Das Schwarze Studenbuch entsteht in Brügge. - Der designierte badische Nachfolger Christoph von Baden I (St) verheiratet mit Ottilie von Katzenelnbogen (St) unterstützt Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (60) mit Truppen gegen den Burgunderherzog Karl der Kühne von Burgund (42). - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (60) ernennt Hermann von Hessen IV (St), der bereits zwei uneheliche Söhne hat, von denen einer noch zu seinen Lebzeiten Stiftsdechant an St. Maria ad Gradus in Köln wird, zum kölner Stiftsgubernator. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (60) erlaubt Graf Kuno von Solms-Lich-Laubach (St) wegen dessen Verdiensten im Kampf gegen den Burgunderherzog Karl der Kühne von Burgund (42) die Befestigung aller seiner Schlösser, Städte und Flecken. - Bei der Landshuter Hochzeit führt Brautführer, Pfalzgraf Otto von Neumarkt II , in Landshut die polnische Prinzessin zur Kirche. Die Heirat soll ein Bündnis gegen die Türken bilden. - Die Stadt Andernach bedroht die Stadt Linz am Rhein bei Kripp mit einer Erdbefestigung, die deren Verbündeter Herzog Karl der Kühne von Burgund (42) mit einer Kanone beschiessen lässt, das Pulvermagazin trifft und fast alle andernacher Schützen tötet. Als Anerkennung für den Blutzoll verlegt der Kaiser den Rheinzoll nach Andernach zurück und stiftet einen kaiserlichen Altar im Andernacher Mariendom. - Der bamberger Erzbischof Philipp von Henneberg tritt sein Amt an. - Graf Johann von Nassau IV (St) (65) stirbt in Dillenburg. Der Leichnam wird nach Breda überführt, das Herz jedoch bleibt in Dillenburg. - Die niederadeligen Herren von Nassau zu Sporkenburg sind Inhaber der Pfandschaft Hartenfels. - Auf Wunsch von Kurfürst Friedrich von der Pfalz I (St) (50) kommt der Dominikaner Gerhard von Elten als Vikar des Ordensgenerals für das neugegründete Kloster und Studienhaus nach Heidelberg. - Herzog Karl der Kühne von Burgund (42) verlobt nach der Aufgabe der Belagerung von Neuss seine Erbtochter Maria von Burgund (18) mit dem Sohn Maximilian (16) von Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (60). - Der Bibliothekar von Papst Sixtus IV lässt die Rezepte des päpstlichen Koch Martino de Como, der für seine verschwenderischen und opulenten Gerichte berühmt ist, im Buch De Honesta Voluptae et Valetudine gedruckt. Er passiert Saucen durch Tücher und verwendet Zucker in großen Mengen. - Der Ordensgeneral Leonardus Mansetis droht den Mönchen der Dominikanerklöstern in Frankfurt und Mainz bei unerlaubtem Entfernen mit Ausschluß. - In Frankfurt bezahlen 3% der städtischen Steuerzahler 54% der Gesamtsteuersummer. - Die frankfurter Tuch- und Seiden-Großhändler und Mitglied der Stubengesellschaft Limpurg Hans Steffan stirbt. - Wildgraf und Rheingraf Johann von Dhaun und Kyrburg V (St), wird als Graf von Salm in den Grafenstand erhoben. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) erlaubt Graf Kuno von Solms (St) Stadt und Burg Laubach auszubauen. - Der wormser Domherr Doktor der Theologie Johann von Wesel (55) kritisiert den wormser Jubiläumsablaß und wird vom wormser Bischof Reinhard von Sickingen entlassen. - Swicker von Sickingen heiratet die Schwester von Richard von Fleckenstein-Hohenburg. - Der basler Dominikanermönch und Inquisitor Jakob Sprenger gründet in Köln die hochangesehene Rosenkranzbruderschaft. - Graf Philipp von Eppstein (St) ist im Besitz der mainzer Fähre. - Simon von Eppstein, Mosse von Luyden und Joseph Wetzl sind Judenmeister in Frankfurt. - Stahlschmiedezunft in Siegen. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (60) bezeichnet die Stadt Mainz in seinem Aufruf gegen den Herzog Karl der Kühne von Burgund (42) als Reichsstadt. - Das mainzer Domkapitel wählt gegen den Wunsch des Papstes und des Kaisers den abgesetzten mainzer Erzbischof Diether von Isenburg II (St) zum neuen mainzer Erzbischof und zwingen ihn durche einen Vertrag und einen Schwur die Stadt Mainz für immer an das mainzer Domkapitel zu binden und beschließen daraufhin die Befestigung der Stadt durch die Martinsburg und den Ausbau des Grinsturms zur Festung. - Der am burgunder Hof in Brüssel aufgewachsene und mit einer illegitimen Tochter von Burgunderherzog Philipp von Burgund III verheiratete Neffe des Burgunderherzog Philipp von Burgund III, der Gute ,Adolf von Kleve (50) wird Generalstatthalter der burgundischen Niederlande. - Burg Ockenstein, alias Burg zur Leyen im Besitz von Dietrich von Monreal wird von Truppen von Herzog Karl der Kühne von Burgund (42) zerstört. - Heinrich von Nassau resigniert als mainzer Dompropst und wird von Dietrich von Monferrato abgelöst.- Berthold von Henneberg II wird mainzer Domdekan. - Dietrich von Monferrato und Wilhelm von Wertheim II sind mainzer Domherren. - Miehlen wird erwähnt

1474 Wetter: Orkan mit blauem Himmel, bei dem in Augsburg eine Kirche einstürzt. - Die Grafschaft veranlaßt Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (72) trotz seines hohen Alters wegen eines fehlenden Erben zu einer zweiten Ehe mit Herzogin Anna von Braunschweig-Lüneburg, geborene Gräfin von Nassau-Dillenburg. (St) Ihr sechsjähriger Sohn ist Erbe des Herzogtums und bleibt in Celle zurück. Auf seine Gemahlin wird wenige Monate später durch den landgräflich-hessischen Hofmeister Hans von Dörnberg von hessischer Seite angeblich ein Mordanschlag mit Arsen durch den des mehrfachen Mordes beschuldigten Johann von Bornich in der Kapelle auf Rheinfels bei einem Gottesdienst verübt.
Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St)
(72) stellt im Reichskrieg gegen Herzog Karl den Kühne von Burgund (41) ein von Landgraf Heinrich von Hessen III -Marburg (St) (34) befehligtes Truppenkontingent. Kaiser Friedrich von Habsburg III (59) macht mit seinem Sohn und späteren Nachfolger Maximilian von Habsburg, Erzherzog von Österreich (15), sowie mit Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (72) und Graf Johann von Nassau IV (St) (64) Rast in Nastätten. Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (72) unterstützt Kaiser Friedrich von Habsburg III in Nastätten mit Futter für seine Pferde auf dem Weg von Koblenz nach Frankfurt. Unerwünschte Gäste (Raubritter des Taunus und der Wetterau) im Gefolge des Landgrafen werden vor den Toren Frankfurts abgewiesen. - Der Urenkel von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (72) Bernhard von Baden III (St) wird geboren. Er wird 1515 Markgraf. - Die Eidgenossen einigen sich mit dem Habsburgern zu einem Frieden Ewige Richtung, der beiderseitig den augenblicklichen Besitzstand wahrt und den Eidgenossen Durchmarsch durch habsburger Gebiet erlaubt. - Mit der Schlacht bei Héricourt kommt es zu den ersten militärischen Auseinandersetzungen im burgundischen Krieg zwischen Karl der Kühne von Burgund (41) und den Eidgenossen. - Regiomontanus publiziert seine Ephemeriden, von Sonne, Mond und Planeten und berechnet deren tägliche Position bis 1506. - Der italiensische Mediziner, Mathematiker, Astronom und Karthograph Paolo dal Pozzo Toscanelli empfiehlt aufgrund seiner Erdkarte Christoph Kolumbus eine Asienfahrt aber Richtung Westen, bei der die atlantische Westküste einfach die Ostküste Asiens ist. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (59) verhängt auf dem augsburger Reichstag über Kurfürst Friedrich von Wittelsbach, der Siegreiche von der Pfalz I (St) (49) wegen der Weißenburger Fehde die Reichsacht und wird von Gläubigern bis zur Auslösung durch Gesandte aus Köln wegen nicht bezahlter Rechnungen festgehalten. - Durch die Einmischung von Herzog Karl der Kühne von Burgund (41) lässt Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (59) den Administrator und Hauptmann des Erzbistums Köln Hermann von Hessen IV (St) (24) vor Koblenz ein Heer zusammenstellen und zieht den Belagerern von Neuss mit hessischen Truppen nach der fast einjährigen Belagerung durch den kölner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz (St) (47), der versucht verpfändete Besitzungen mit Gewalt und unrechtmäßig zurückzugewinnen entgegen. Die Stadt Frankfurt stellt 100 Ritter und 300 Fußknechte. Ritter Johann von Hatzfeld wechselt vom kölner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz (St) (47), der von seinem Bruder Kurfürst Friedrich von Wittelsbach, der Siegreiche von der Pfalz I (St) (49) unterstützt wird, zum kölner Administrator und späteren kölner Erzbischof Hermann von Hessen IV (St) (24) der von Andernach mit ca. 150 Büchsenschützen unterstützt wird. Lütticher Bergleute von den Erz- und Kohlelagern helfen beim Ausheben von Gräben und Stollen sowie bei Sprengungen. Herzog Karl der Kühne von Burgund (41) fühlt sich durch sein Scheitern in seiner Ehre gekränkt und reagiert deshalb auf seiner Gegner nicht rechtzeitig. Er versetzt seinen Bündnispartner England ignoriert. Rene von lothringen bricht seinen Treueeid zu Herzog Karl der Kühne von Burgund (41) und fällt in die Grafschaft Luxemburg ein. Der französische König Ludwig XI überfällt die niederen Lande und Burgund. - Graf Eberhard von Württemberg (St), heiratet die oberitalienische Markgräfin Barbara Gonzaga von Mantua . Bei der Hochzeit in Urach verzehren 14 000 Gäste 165 000 Laib Brot und über 150000 Liter Wein. Barbara hatte zeitlebens Heimweh nach Italien. Die einzige eheliche Tochter stirbt als Säugling. Eberhard lässt seine Kinder von ledigen Frauen außerhalb der Ehe geboren durch den Kaiser legitimieren. - Das im Besitz der frankfurter Patrizierfamilie Glauburg befindliche Haus Lichtenstein am Römer zählt 48 Betten. - Der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (51) erlässt eine Marktschiffordnung, die die Frühschiffer und Marktschiffer vereint und Verkehr, Fahrpreis und Schutz zwischen Frankfurt und Mainz regelt. - Herzog Karl der Kühne von Burgund (41) organisiert seinen Hof in militärischer Hierarchie. - Die Einwohner von Linz am Rhein planen einen Angriff auf ihre Nachbarstadt Andernach, da Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (59) den Linzern den Rheinzoll entzieht und der Stadt Andernach zuspricht was von zwei andernacher Bäckerlehrlingen, die die Stadtmauer entlanglaufen und aus den dort hängenden Bienennestern naschen, bemerkt wird und sie im Angesicht der Angreifer die Nester den Linzern entgegenwerfen und die Linzer in die Flucht schlagen. Zur Feier wird ein besonderer Kuchen der Bienenstich gebacken. - Die rüdesheimer Boosenburg kommt in Besitz der Boos von Waldeck. - Verhandlungen am Berggericht zu Suhl verhandeln bergmännische Streitigkeiten. - Graf Philipp der Ältere von Katzenelnbogen (St) (72) ist nicht mehr am Wetterauer Grafenverein beteiligt. - Der ehemalige Knecht und mit einer verarmten aber schönen Landadeligen verheiratete augsburger Bürger Burkard Zink (78) stirbt als wohlhabender Mann. - Der Dominikaner Wenzel von Frankenstein wird Generalvikar der Provinz Teutonia. - Herzog Karl der Kühne von Burgund (41) nimmt Graf Heinrich von Württemberg (St) in der Nähe von Metz gefangen, zwingt ihn vergeblich seine Stadt Mömpelgard zu öffnen, da sich die württemberger Stadtbesatzung unter Landvogt Marquard von Stein weigert die Tore der Stadt selbst als Graf Heinrich von Württemberg (St) zum Schein vor der Stadt hingerichtet wird zu öffnen. Mömpelgard wird vergeblich belagert. Durch die Scheinhinrichtung und die schlechte Behandlung während der Gefangenschaft bis zu seiner Befreiung 1477 wird Graf Heinrich von Württemberg (St) geisteskrank. - Der seit einem Totschlag an Henne Brun 1458 in Frankfurt in Eltville lebende Kontad Weiß von Löwenstein wird von Friedrich von Habsburg III (St) (59) begnadigt. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (59) fordert in Würzburg von Graf Philipp von Hanau (St), Graf Philipp von Hanau, der Jüngere (St), dem trierer Erzbischof Johann von Baden II (St), Graf Otto von Solms (St), Graf Ludwig von Isenburg-Büdingen (St) und Graf Diether von Isenburg -Büdingen (St), und letztgenannt Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) Kontingente von bis zu Hundert Rittern. - Doktor Georg von Hell, genannt Pfeffer ist Rat von Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (59). - In Frankfurt werden 3 Reichsbanner für den Krieg gegen Herzog Karl der Kühne von Burgund (41) hergestellt. Ein Banner für den mainzer Erzbischof Friedrich von Habsburg III (St) (59) und zwei Banner für den Kaiser, die ihm in Frankfurt übergeben werden. - Die Stadt Frankfurt schickt 25 Zentner Schießpulver. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (59) schließt ein Bündnis mit dem französischen König. - In Köln läd Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (59) in den Prachtbau Gürzenich. - Der kurmainzer Kanzler Gerog von Hell heiratet die jüngere Tochter Elisabeth Weiß zum Rebstock. - Der uneheliche Sohn Friedrich (St) (14) von Kurfürst Friedrich von Wittelsbach von der Pfalz I (St) (49) stirbt. - Der Abt Engelbert von Buchenau lebt in wilder Ehe mit einer Frau zusammen, die ihn zur Geldverschwendung animiert. Aus Geldnot verkauft Engelbert von Buchenau verschiedene Dörfer an Landgraf Heinrich von Hessen III -Marburg (St) (34). Der Verkauf der fuldaer Dörfer wird durch den fuldaer Fürstabt Johann von Henneberg-Scheusingen rückabgewickelt. - Bei der Amberger Hochzeit von Pfalzgraf Philipp (St) (26) mit Herzogin Margarethe von Bayern-Landshut (St) (18) werden große Mengen an Malvasier - Wein und Reinfal und etwa 110.000 Liter fränkischer Wein bestellt. - In Straßburg beginnt der Jude Hans von Straßburg mit organisierter Betrugsbettelei, als falsche Mönche, die mit dem Fegefeuer Geld erpressen oder mit vorgetäuschter Epileptik und wird erst 1487 dafür verurteilt. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (59) lädt Eberhard von Eppstein-Königstein (St), Graf Otto von Solms (St) und Graf Kuno von Solms (St), Graf Philipp von Nassau (St), Graf Ludwig von Isenburg (St) vor. - Jakob von Bicken und Friedrich von Hohenlohe sind mainzer Domherren.

1473 Wetter: Extrem heißes und trockenes Wetter über das ganze Jahr. - Vergleich zwischen der schweizer Gräfin Ottilie von Thierstein und Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (71), der ihr nach Verzicht auf alles Übrige außer den 1000 Gulden Wittungsgeldern das von Graf Bernhard von Solms (St) für 6000 Gulden erworbene Viertel an Limburg einräumt.
Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) ist bei der Zusammenkunft von Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) mit Herzog Karl der Kühne von Burgund (40) in Trier anwesend. Schutzversprechen des Landgrafen Heinrich von Hessen III -Marburg (St) für Kloster Eberbach. - Die Urenkelin von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) Marie von Baden wird geboren. Sie wird Äbtissin der ehemaligen Grablege der Markgrafen von Baden Kloster Lichtental. - Das Bankhaus Fugger erhält eigenes Wappen. - Heinrich von Steinhöwel bringt sein Buch Buochlin der ordnung - wie sich der mensch halten sol - zu den zyten dieser gruselichen kranckheit (Pest). - Ein Guteleutehaus, ein Armenbad wird in Bad Ems erwähnt. - Der Bau der Sixtinischen Kapelle nach Papst Sixtus IV wird begonnen. - Vanozza de’ Cattanei wird die Mätresse des Kardinals Rodrigo Borgia späteren Papstes. Eine weitere seiner Mätressen, die 15 jährige Giulia Farnese verschafft sogar ihrem Bruder Papst Paul III das höchste Kirchenamt, der sich aber nachdem die Syphilis 1494 auftritt dem sittenlosen Treiben entgegenstellt. - Nikolaus Kopernikus, der das ptolemäische geozentrische System, nach dem die Erde im absoluten Mittelpunkt der Welt steht, widerlegt, wird geboren. - Der junge Jakob Fugger sieht einen geisteskranken Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (58) in seiner Geburtsstadt, der reichen Handelsstadt Augsburg, erkennt die Macht des Geldes, verläßt das Kloster und wird Kaufmann. - Die Venezianer zerstören Smyrna. - Agnes von Baden (St), von ihrem Bruder auf Lebenszeit interniert, stirbt erblindet auf Burg Eberstein. - Das friedberger Haus Zum Bornziegel wird als Zunfthaus der Wollweber erwähnt. - Nach dem Tod seines Schwiegersohnes Herzog Nikolaus von Lothringen verhandelt Herzog Karl der Kühne von Burgund (40) in Trier erneut die Vermählung seiner Tochter Maria mit dem Kaisersohn Maximilian vom römisch-deutschen Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (58) und stellt unvorstellbaren Prunk zur Schau. Neben den berühmten Wandteppichen verschlingt alleine die Einkleidung seiner Höflinge die ungeheure Summe von 38819 flandrischen Pfund. Er trägt eine goldene Rüstung. Er will für seine Beteiligung an dem geplanten Türkenfeldzug ein Königreich Burgund. Die Kurfürsten sind gegen eine Einigung.- Für den Reichstag in Augsburg lässt Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (58) sein etwa 1000 Personen starkes Gefolge von Jacob Fugger neu einkleiden, der dafür das Wappen mit den beiden Lilien verliehen bekommt. - Die trierer Universität wird eröffnet. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (58) versucht vergeblich in der vom kölner Erzbischof Ruprecht von Wittelsbach von der Pfalz begonnenen und von dessen Bruder dem pfälzer Kurfürst Friedrich I von Wittelsbach, der Siegreiche (St) (49) unterstützten Kölner Stiftsfehde zu vermitteln. Der kölner Erzbischof Ruprecht verbündet sich jedoch noch enger mit Herzog Karl der Kühne von Burgund (40) von Burgund. - Die Äbtissin von Kloster Klarenthal Katharina von Dhaun (St) stirbt. - Herzog Johann von Kleve unterstützt Herzog Karl der Kühne von Burgund (40) beim Erwerb des Herzogtums Geldern und erhält dafür u.a. Lobith. - Dem Abt von Kloster Bleidenstadt Johann von Schönborn folgt der Abt von Kloster Bleidenstadt Johann von Walderdorff II. - Die kirchlichen Gesetze von Papst Gregor IX aus dem Jahr 1234 werden gedruckt. - Mit der Öffnung der Schlucht Via Mala verlagert sich der Reiseverkehr über den Splügenpass. - Graf Engelbert von Nassau II (St) (22) wird als letzter in den Orden zum Goldenen Vlies von Herzog Karl der Kühne von Burgund (40) aufgenommen. - Der in Mainz ausgebildete Buchdrucker Lucas Brandis geht nach Lübeck, eröffnet eine Druckerei und beginnt mit seiner Weltchronik Rudimentum Novitorum. - Der frankfurter Rat bemängelt, dass auf Höhe des Gutleuthofes der Main auf Pferden durchritten wird. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (58) versucht in Basel die Streitigkeiten mit den Eidgenossen beizulegen. - König Ludwig XI (50) erleidet seinen ersten Schlaganfall, dem noch 3 weitere folgen. - Der gefürchtete burgunder Landvogt der Pfandlande Peter von Hagenbach, der in seinen Landen, die Kriegssteuer, den Bösen Pfennig einführt, dolmetscht bei der direkten geheimen Endverhandlung in Trier das Gespräch von Herzog Karl der Kühne von Burgund (40) mit Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (58) und plant die Erhebung zum König. - Das von den Medici für die Stadt Fiesole bestimmte Triptichon Jüngstes Gericht wird von der burgundischen Residenzstadt Brügge mit dem Hanseschiff Peter von Danzig aus nach Italien transportiert. Das Schiff wird gekapert, das Triptichon und ein Teil der Fracht nach Danzig verschleppt. - Bei Schriesheim fördert die pfälzer Grube Anna-Elisabeth Silber. - Der frankfurter Patrizier Klaus von Rückingen wird frankfurter Ratsherr und wird in die Stubengesellschaft Alten Limpurg aufgenommen. - Konrad von Bickenbach XII ist geisteskrank. - Käsekarren auf dem frankfurter Freithof (Hühnermarkt). - Gerhard von Ehrenberg ist mainzer Domherr.

1472 Anna von Württemberg (St) (64), die geschiedene Frau von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (69) stirbt einsam in Waiblingen. Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (69) darf wieder heiraten. - Herzog Karl der Kühne von Burgund (38) verlobt seine Erbtochter Maria nach den gescheiterten Verhandlungen mit Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (57) mit Herzog Nikolaus von Lothringen. - Heinrich Steinhöwel gelingt mit seiner Übersetzung und in Ulm von Johannes Zainer gedruckten Vita et Fabulae als der deutsche Äsop eines der erfolgreichen Projekte des frühen Buchdrucks. - Brunnenvergiftungsvorwürfe gegenüber Juden in Regensburg.- Der pfälzer Kurfürst Friedrich von Wittelsbach I (St) (49) heiratet das ehemalige Hoffräulein Clara Tott aus Augsburg und muss deshalb auf die Nachfolge verzichten. - Gründung der Universität Ingolstadt. - Der pfälzer Kurfürst Friedrich von Wittelsbach I, der Siegreiche (St) (49) gründet eine höfische Sängerei „Capelley“ mit Sängermeister Johann von Soest. - Erstes gedrucktes Notenblatt im italienischen Bologna. - Die Hattsteiner treten in Driedorf in katzenelnbogener Dienste. - Die Alaunminen von Volterra werden vom Florentiner Lorenzo geplündert und viele Einwohner massakriert. - Pest in Fritzlar. - Die Zunft der Härter und Schleifer im grafschaftlichbergischen Solingen erhält das Schwertschmiede-Privileg. - Viele Juden in Speyer begehen Selbstmord um der Zwangstaufe zu entgehen. - Johann von Henneberg II -Schleusingen wird Fürstabt von Fulda. - Die nassauer Landesburg Tringenstein wird von Graf Johann von Nassau IV (St) (62) ausgebaut. - Die Hindernisse für Fischlaich zwischen Amel und Salm werden verboten. - Auf Burg Eltz wird ein Hauptgebäude das Rübenacher Haus unter Lancelot von Eltz und Wilhelm von Eltz vom Silbernen Löwen fertiggestellt. - Der baseler Buchdrucker Leonardus Achatus druckt Vergil in Venedig und Vincenza. - Der intime Berater von Herzog Karl der Kühne von Burgund (38) Philipe de Commynes wechselt überraschend in den Dienst von dessen Erzfeind König Ludwig XI (49). - Gotthard von Schönborn ist Prior im katzenelnbogener Hauskloster Gronau. - Der uneheliche Sohn Friedrich (St) (12) von Kurfürst Friedrich von Wittelsbach von der Pfalz I, der Siegreiche (St) (49) soll Kanoniker in Speyer werden und benötigt dazu einen Nachweis, dass seine Mutter Klara Dett, eine ehemaligen Hofdame von Albrecht von Wittelsbach von Bayern (St) adelig und mit Kurfürst Friedrich von Wittelsbach von der Pfalz I (St) (49) verheiratet ist. - Der Ehevertrag zwischen Johann von Dehrn (+1533), späterer Vogt von Diez und Anna von Lindau wird unterzeichnet. - Der basler Dominikanermönch Jakob Sprenger und wird Prior des kölner Konvents. - Ein Guteleutehaus, ein Armenbad wird in Bad Ems erwähnt. - Der landgräflich-hessische Dienstmann Ludwig Schrendeißen wird gudensberger Schultheiß. Seine Familie wird 1530 in den Adelsstand erhoben. - Mit dem tod von Michael von Bickenbach fällt Bickenbach an die Herren von Erbach. - Schenk Wilhelm von Limpurg II ist mainzer Domherr. - In Frankfurt wird die italienische Bank Monte dei Paschi di Siena gegründet.

1471 Ottilie von Nassau (St), Witwe Junggraf Philipps des Jüngeren von Katzenelnbogen wird anläßlich ihrer Heirat mit Graf Oswald von Thierstein für ihr katzenelnbogener Wittum mit 1000 Gulden jährlich abgefunden. Sie bringt in diese Ehe zugleich das ihr von Graf Johann von Nassau IV -Diez (St) verpfändete Viertel der Grafschaft Diez ein.Die Türken fallen in die Steiermark ein. - Der alteingesessene frankfurter Goldschmied, Maler und Stecher Johann von Dirmstein erschafft eine Handschrift des Erotik-Thrillers Sieben weise Meister in seiner Werkstadt im Haus Groß-Laubenberg. - Der Urenkel von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) Jakob von Baden II wird geboren. Er wird 1503 Erzbischof von Trier. - Auf dem Reichstag in Regensburg verkündet Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (56) einen Vierjährigen Allgemeinen Frieden. - Die Portugiesen überqueren als erste Europäer den Äquator und entdecken die Goldküste in Westafrika (Ghana) - Gründung der Universität Genua - Nürnberg erhält vom Patrizier B. Walther die erste christliche Sternwarte Europas. - Der Venezianer G. Barbaro reist zu einem 5 jährigen Aufenthalt nach Persien. - Landgraf Ludwig von Hessen II -Kassel (St) (33) wird auf der ziegenhainer Stammburg Reichenbach mit Gift ermordet. Sein Bruder Landgraf Heinrich von Hessen III -Marburg (St) (30) übernimmt die Vormundschaft über Ludwigs II Söhne Wilhelm von Hessen I (St) (5) und Wilhelm von Hessen II (St) (3) und Regierungsgeschäfte. - In Baden-Baden wird bei Tag und bei Nacht allerlei Ungebühr von Fremden und Einheimischen betrieben. - Albrecht Dürer wird in Nürnberg geboren. - Der homosexuelle Sixtus IV wird Papst. Infessura schreibt über ihn: Es war keine Liebe zu seinem Volk in ihm, nur Wollust, Geiz, Prunksucht und Eitelkeit. Seine Lustknaben macht er ungeniert zu seinen Kardinälen. - Heidelberger Apothekenordnung. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) besucht das Auerbacher Schloß. Sein Tross umfaßt 60 Pferde. - Osmanisches Reich reicht bis an die Adria.- In der Baumkircher Fehde wird Freiherr und Heerführer Andreas Baumkircher vor geplanten Verhandlungen mit dem Kaiser trotz dessen Zusage von freiem Geleit verhaftet und enthauptet. - Solms-Braunfels erhält die kaiserliche Befreiung von fremder Gerichtsbarkeit. - Neben dem Gemeinen Bad nennt sich das Badehaus in der wiesbadener Langgasse Zum Bär. - Der kölner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz fordert von den kölner Ständen eine Erhöhung der Steuer, die er durch die Besetzung der vom kölner Domkapitel in Pfand gehaltenen Stadt Zons durchsetzt und dadurch mit dem Domkapitel und der Stadt bricht - Die Stadtbefestigung von Lambsheim wird vollständig zerstört. - Die uneheliche Tochter Anna von Albrecht von Baden heiratet bürgerlich. - Kloster Disibodenberg wird während der Kriegshandlungen geplündert. - Katzenelnbogener Fehde gegen Kurköln unter Beteiligung von Wilhelm von Brambach? - Graf Gerhard von Sayn II (St) muß Altenkirchen unter dem Schutz des Herzogs von Jülich-Berg stellen. - Der pfälzer Kurfürst Friedrich der Siegreiche (St) (48) erobert und zerstört die Stadt Dürkheim. - Herzog Karl der Kühne von Burgund (38) fordert für die Vermählung seiner Tochter mit Maximilian von Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (56) die Kaiserwürde nach dessen Tod für sich selbst, was Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (56) ablehnt. - Graf Gerhard von Sayn II (St) berichtet Herzog Karl der Kühne von Burgund (38) in einem Brief von seinem Gespräch mit Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (56) über die geplante Vermählung von Maria von Burgund. - In Frankfurt werden 12 Fleischschirnen gegen den Widerstand des frankfurter Rats vom Bartholomäusstift erworben. - Drei frankfurter Schuldgefängnisse sind in so schlimmem Zustand, dass Claus Bavare für seinen wohlhabenden Schuldner Hans von Thusenberg kein akzeptables Gefängnis findet. - Die große vergoldete Blume auf dem Turm der frankfurter Weißfrauenkirche wird mit kölner Glasmalereien verglast. - Der pfälzer Kurfürst Friedrich von Wittelsbach, der Siegreiche (St) (46) zerstört und schleift die Emichsburg von Graf Emich von Leiningen VIII (St) zum zweiten Mal. Sie wird sofort wieder aufgebaut. - Der nürnberger Kaufmann, Astronom und Humanist Bernhard Walther finanziert Regiomontanus eine Sternwarte und eine Druckerwerkstatt in Nürnberg. - Beutelbuch in Nürnberg. - Die Burg Hardeck über Büdingen wird nicht mehr bewohnt. - Der pfälzer Kurfürst Friedrich von Wittelsbach, der Siegreiche (St) (46) erobert, zerstört Dürkheim fast vollständig, entzieht die Stadtrechte und erobert Kloster Limburg. - Der leidenschaftliche Büchersammler Wirich von Oberstein VI gibt Graf Kuno von Manderscheid-Blankenheim einen Grundstock an Büchern zur Gründung der Blankenheimer Schlossbibliothek. - Der deutsche Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (56) erteilt dem frankfurter Patrizer Heinrich Degen zum Burggrafen, Teilhaber an der Blumengesellschaft, Schwiegersohn von Agnes Blum, der reichsten Patrizierin Frankfurts, in Regensburg ein FamilienWappen. - In Frankfurt wird ein lebender Strauß auf dem Römer bestaunt. - Die frankfurter Patrizierwitwe Agnes Blum, Besitzerin der Blumengesellschaft, stirbt mit einem Barvermögen von 35000 Gulden und wird von ihren Söhnen Melchior Blum und Wolf Blum junior beerbt. Die Patrizier Melchior Blum und Wolf Blum junior verbinden erfolgreich norddeutschen und süddeutschen mit italienischem Handel und sind im Deutschen Kaufhaus in Venedig vertreten. - Der Humanist Giovanni Antonio Campano beklagt sich in seinen Briefen über die eintönigen Zechgelage in der schmutzstarrenden und stinkenden Reichsstadt Regensburg, in der es kein anderes Leben als Trinken gäbe und darüber hinaus der Wein sauer sei und ihm bei Jedem Becher, den er leert die Tränen kämen. - Der nürnberger Großkaufmann Hans Praun verkauft riesige Mengen an billigen Massenbieren. - Der promovierte Niklas von Wyle tritt als Landhofmeister in die Dienste von Markgraf Ulrich von Württemberg (St) (58). - Graf Johann von Nassau -Wiesbaden-Halb-Diez (St) erhält von Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (56) ein uneingeschränktes vererbbares Bergregal für Gold, Silber, Kupfer, Kochsilber, Zinn und Blei. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (56) befiehlt dem kölner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz den bei ihm gefangen gehaltenen Graf Johann von Nassau II -Weilburg (St) freizulassen. - Der hessische Landgraf Heinrich von Hessen III (St) (24) hat eine uneheliche Tochter mit der Frau Christine Steyna des Malers Johannes Diez.

1470 Wetter: Der Bodensee ist komplett zugefroren. - Gerlach von Isenburg (St) verkauft Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (68) das Kirchspiel Meudt und Pütschbach für 2000 Gulden und das Schloß Herschbach für 3000 Gulden. Gleichzeitig löst Graf Johann von Nassau IV -Diez (St) (30) das dem Grafen Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (68) verpfändete Achtel an sechs Westerwälder Kirchspielen wieder ein. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (68) übergibt seine Anteile an Driedorf seinem Schwiegersohn Landgraf Heinrich von Hessen III (St) (30) und überträgt ihm die Obergrafschaft einschließlich der würzburger Lehen unter Vorbehalt gewisser Gefälle und Einkünfte. - Unruhen im Reich. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (55) befiehlt der Stadt Frankfurt in Frankfurt, Sachsenhausen und seiner Umgebung Schutzgräben und Befestigungen zu errichten - Der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (47) verfügt die Ausweisung aller Juden aus dem Mainzer Erzstift. - Die Urenkelin von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) Ottilie von Baden wird geboren. Sie wird Äbtissin zu Pforzheim. - Botticelli eröffnet seine eigene Werkstatt. - Die Rebsorte Klebrot, heute Spätburgunder, wird im rheingauer Hattenheim erwähnt. - Anna Donner von Lohrheim, die ihr Kloster Dierstein (Oranienstein) leichtfertig verläßt, wird das Recht zurückzukehren von Papst Sixtus befohlen. - Marco Polos Reisebeschreibung erscheint gedruckt und wird lange bezweifelt. - Zatteltracht (oder Zaddeltracht, Bsp.: Till Eulenspiegel) verschwindet und wird nur noch von Spassmachern oder Gauklern getragen. - Heidelberger Neckarbrücke und die Flußmühlen werden durch Eisgang zerstört. - Die verfallene Burg Greifenstein wird ausgebessert, dennoch ist der fortschreitende Verfall der Anlage nicht aufzuhalten. - Der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (47) lässt alle Juden aus dem mainzer Erzstift ausweisen, ihr Grundbesitz wird beschlagnahmt und die mainzer Synagoge in eine christliche Kapelle umgewandelt. - Die frankfurter städtische Pfarrkirche St. Bartholomäus (ab 1562 Frankfurter Dom) beschallt die Zuhörer mit einer große Orgel im Chor. - Der Landgraf Ludwig von Hessen II -Kassel (St) (32) erbaut Burg Rotenburg an der Fulda. - Die Meisterköche des trierer Erzbischofs Johann von Baden II (St) Konrad von Udenheim danach Konrad von Basel und danach Martin von Udenheim leben in der koblenzer Hühnerstrasse, im Lehenshaus, wo die Münzen geschlagen werden. - Der mit Elisabeth von Witttelsbach verheiratete brandenburger Kurfürst Friedrich von Zollern VI -Nürnberg dankt als Kurfürst von Brandenurg ab und damit fällt der gesamte Besitz des Hauses Hohenzollern an Albrecht Achilles von Zollern Brandenburg (St). - Der pfälzer Kurfürst Friedrich der Siegreiche (St) (47) nimmt die von Schwarz-Reinhard von Sickingen III und Friedrich von Fleckensteinern bewohnte leininger Ganerbenburg Madenburg ein. - Burg Stahlberg wird ausgebaut. - Markgraf Karl von Baden (St) (--) läßt in Enningen juden verfolgen, foltern und gefangenhalten. - Der pfälzer Kurfürst Friedrich der Siegreiche (St) (47) erobert Burg Hornberg. - Burg Herschbach wird an den trierer Erzbischof Johann von Baden II (St) und an Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) verpfändet. - In Lüneburg wird der Einhornteppich hergestellt. - Der uneheliche Halbbruder von Herzog Philipp von Burgund III, der Gute utrechter Bischof David von Burgund ist mächtigster Bischof. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (55) lässt alle schadhaften Häuser in geistlichem Besitz in Frankfurt, die nicht binnen Jahresfrist instand gesetzt werden vom frankfurter Rat entschädigungslos enteignen und für städtische Belange verwenden. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (55) versucht die Juden zu schützen und bestätigt besonders den frankfurter Juden ihre Rechte. - Der pfälzer Kurfürst Friedrich der Siegreiche (St) (47) überfällt die Stadt Weißenburg und das Kloster Weißénburg ein. Herzog Ludwig von Wittelsbach -Zweibrücken Veldenz soll als Reichshauptmann die Stadt beschützen - Graf Philipp von Hanau (St), Graf Ludwig von Isenburg- Büdingen (St) und Graf Kuno von Solms (St) versuchen vergeblich den Bau frankfurter Verteidigungsanlagen zu verhindern. - Der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (47) forciert den Bergbau im hinteren Kahlgrund. - Der spätere frankfurter Stadtarzt Johann Steinwert von Soest übersetzt die niederländische Vorlage des Haimonskinder-Stoffes. Er dichtet später ein Spruchgedich zu Ehren der Stadt Frankfurt und wird hessischer und danach Sangesmeister am heidelberger Hof von pfälzer Kurfürst Friedrich der Siegreiche (St) (47). - Johann von Merenberg ist Amtmann von Amt Kransberg. - In der hanau-lichtenberger Residenz Burg Babenhausen von Graf Philipp von Hanau I -Lichtenberg (St) sind der Wall, die Kasematten und vier runde Batterietürme für die Kanonen fertiggestellt. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (55) befiehlt eine Mobilisierung aller Stände gegen den pfälzer Kurfürst Friedrich der Siegreiche (St) (47), namentlich nach Rangfolge Graf Philipp von Katzenelnbogen, Graf Wilhelm von Henneberg, Graf Otto von Henneberg und Graf Friedrich von Henneberg, Graf Johann von Vianden, Graf Philipp von Nassau und Graf Johann von Nassau(-Saarbrücken), Graf Johann von Nassau(-Wiesbaden), Graf Rudolf von Leiningen, Graf Hammann von Leiningen und seinem Sohn Swicker, Graf Emich von Leiningen, Graf Bernhard von Leiningen und Graf Diether von Leiningen, Graf Wilhelm von Leiningen und ........ Graf Johann von Solms und Graf Otto von Solms, ........... Graf Diether von Isenburg, Rheingraf Johann, N. von Hanau, ........... N. von Virneburg, Graf Gerhard von Sayn, Graf Walrave von Waldeck, Rheingraf Johann d. J., .......... , ein Graf von Rieneck und Wittgenstein, Georg und allen anderen (Erbschenken) von Limpurg, Schenken Konrad und Hans von Erbach, Simon und seinem Sohn Burkhard zu Finstingen, Eberhard von Eppstein-Königstein, ...... und alle Freien, die Städte Köln, Straßburg, Augsburg, Regensburg, Mainz, Trier, Metz, Frankfurt, Nürnberg, Basel, Speyer, Worms, Konstanz, Ulm, den gemeinen Eidgenossen, Rottweil, Nördlingen, Hall, Esslingen, Überlingen, Schaffhausen, Memmingen, Ravensburg, Schwäbisch Gmünd, Heilbronn, Reutlingen, Rothenburg, Windsheim, Weissenburg, Wimpfen, Oppenheim, Lindau, St. Gallen, Dinkelsbühl, Weill der Stadt, Aalen, Giengen, Bopfingen, Buchhorn, Pfullendorf, Hagenau, Colmar, Schlettstadt, Kaysersberg, Kintzheim, Mülhausen, Oberehnheim, Rosheim, Türkheim, Münster, Oppenheim, Landau, Odernheim, Ingelheim, Kaiserslautern, Offenburg, Gengenbach, Zell, Seltz, Freiburg i. Br., Breisach und Neuenburg. sowie allen anderen Reichsuntertanen bei Verlust aller ihrer Rechte, Privilegien und Lehen sowie den Strafen des fünfjährigen Nürnberger Landfriedens, dem von ihm zum Hauptmann ernannten Hz. Ludwig von Bayern(-Veldenz) auf dessen Ersuchen unverzüglich Hilfe zur Abwehr und Strafe des Angriffs Pfgf. Friedrichs bei Rhein auf Abtei und Stadt Weissenburg zu leisten. - Der friedberger Burggraf Johann von Bellersheim alias Henne von Bellersheim lädt Graf Otto von Solms II -Braunfels (St) vor Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (55). - Der am burgundischen Hof in Brüssel aufgewachsene Neffe des Burgunderherzog Philipp von Burgund III, der Gute Adolf von Kleve (45), heiratet ein illegitime Tochter Anna von Burgund von Burgunderherzog Philipp von Burgund III. - Der Schreiber einer heidelberger Handschrift Ludwig Henfflin schmückt seine Manuskripte mit dem Wappen seiner Auftraggeberin Margarethe von Savoyen, der Ehefrau von Markgraf Ulrich von Württemberg (St) (57). - Margarethe von Savoyen, die Ehefrau von Markgraf Ulrich von Württemberg (St) (57) unternimmt eine Reise durch die Schweiz, bei der züricher Patrizier als Gastgeschenk eine Handschrift mit züricher Stadtheiligen überreicht. - Eberhard Greifenklau zu Vollrads ist mainzer Domherr.

1469 Der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (46) kündigt Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (67) die gau-algesheimer Pfandschaft, ohne sie jedoch einzulösen, da Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (67) diese Dörfer mit seiner Gerechtigkeit an Stadecken dem Markgraf Karl von Baden (St) (42) zur Ausstattung seines Sohnes Christoph von Baden (St) und seiner Enkelin Ottilie von Katzenelnbogen (St) überläßt, die von Graf Philipp die mainzer Pfandschaft Gernsheim im Werte von 40000 Gulden als Mitgift erhält. Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (67) liefert dem mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (46) für 2000 Gulden Frucht und gestattet ihm die zinslose ratenweise Rückzahlung in sieben Jahren aus Lahnsteiner Zollgefällen. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (67) vermittelt die Freigabe von Graf Dietrich von Wied (St) , Herr zu Isenburg und Runkel, aus der Gefangenschaft von Landgraf Heinrich von Hessen III -Marburg (St) (29) für ein Lösegeld von 3000 Gulden. Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (67) und die Stadt Oppenheim erneuern den Vertrag über Bau und Unterhaltung des Rheindeiches zum Schutze der Rieddörfer. - Rer Frankfurter Rat bittet um Geleit durch katzenelnbogener Gebiet zum Tag nach Koblenz. - Graf Friedrich von Wied und Wilhelm von Runkel sind Herren auf Burg Isenburg. - Der nürnberger Patrizier und oberster städtischer Steuereintreiber (Vorderster Losunger) Niklas Muffel bricht die Ständeordnung durch seinen adeligen Lebensstil und wird in Nürnberg gestürzt und gehängt. - Die bereits betagteren diersteiner Nonnen Metze von Schönborn und Liese von Sottenbach werden aus dem Kloster in andere gemässigtere Kloster oder in ihr Elterhaus vertrieben. - Der Hessische Bruderkrieg unter den hessischen Landgrafen Ludwig von Hessen II - Kassel (St) und dem mit dem mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (46) verbündeten Heinrich von Hessen III -Marburg (St) (29) bricht offen aus. Die vom mainzer Burgmann von Linsingen verteidigte Burg Jesberg wird nach langer Belagerung und Beschießung durch 500 vom hessischen Landgrafen Ludwig von Hessen II -Kassel (St) (31) angeworbene böhmische Landsknechte und 300 Berittene, erstürmt, fast völlig zerstört und alle Verteidiger getötet. - Die Heirat Ferdinands II von Aragon und Isabellas von Kastilien vereinigt ein Königreich Spanien. - Lorenzo de Medici, der Prächtige übernimmt die Kontrolle von Venedig. - Der augsburger Bürgermeister Ulrich Schwarz übernimmt sein Amt mit großen politischen Visionen, die jedoch zu einer regelrechten Diktatur im Kampf gegen die Patrizier führen. - Wilhelm von Hessen-Kassel (St) wird auf Burg Blankenstein geboren, er gibt die kirchliche Laufbahn auf, wendet sich dem Kriegshandwerk zu und wird wie sein älterer Bruder an Syphilis sterben. - Die Burg Erfenstein der Herren von Leiningen wird im Krieg der Grafen von Zweibrücken und der Kurpfalz zerstört. - Größere Pulverexplosion in Kassel. - In Koblenz ist der Magister Heinrich Arzt. - Leprafall in Kronberg. Er soll in das frankfurter Gutleutspital. - Herzog Sigmund von Österreich , der Münzreiche verkauft wegen seines ausschweifenden und zügellosen Lebensstils Herzog Karl der Kühne von Burgund (36) die Grafschaft Pfirt (das Erbe seiner Urgroßmutter), die Landgrafschaft Elsaß, den Breisgau und einige Städte. - Die Pest tritt in Hachenburg auf. - Im gefürchteten Benediktiner-Kloster Sankt Prosdocimo in Padua stirbt die Nonne Eustochio von Padua (25) nach Visionen, aggressiver Besessenheit und Androhung des Scheiterhaufens. - Der Diener des frankfurter Münzmeisters Erwin von Steeg, der als kaiserlicher Bote gerichtliche Ladungsbriefe zustellen soll, wird in der Nähe Frankfurts überfallen und beraubt, eine mündlich abgegebene Ladung lehnt der Rat der Stadt Frankfurt ab. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (54) befiehlt den frankfurter Stadtwerkmann Bingerhenn vergeblich an den kaiserlichen Hof in Graz. - Die Grafen von Hohenlohe verklagen Landgraf Heinrich von Hessen III (St) (29) vor dem kaiserlichen Gericht. - Das eppsteiner Kloster Retters wird vergeblich reformiert. - Der französische König Ludwig XI (46) gründet den Orden des Erzengels Michael. - In Ferrara wird die Stuckresidenz mit geometrischen Mustern von Herzog von Modena Markgraf Borso d`Este das Lustschlößchen Villa Schifanoia von Francesco del Cossa ausgemalt. - Gilbrecht von Schönborn -Burgschwalbach wird mainzer Amtmann in Oberlahnstein. - Der Leibarzt von Graf Eberhard von Württemberg Lukas Scheltz wird erster akademisch ausgebildeter Stadtarzt von Heilbronn, ausgebildet an der Universität in Heidelberg. - Der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) erlässt die mainzer Weberordnung mit 4 Tucharten, gute und schlechte Qualität und 2 Tuchbreiten: Gute Qualität ist das mit acht Gebund und drei Strängen breiteste Tuch, ein an der Wollflocke blau gefärbter Stoff, mit Waid gefärbt. Danach ein acht Gebund breiter, weißgrauer oder weißer Stoff. Die schlechten Tucharten beginnt mit einem sieben Gebund von slecht wijß, das wijß sal bliben und slecht grae werck. Und gefärbte Tücher tauchen in den Tuchrichtlinien nicht auf und werden auch nicht gesiegelt. Die Schwarzfärberei ist verboten. Eine vierte Tuchart, weißgraue mit rot versetzte Tuche sind Spezialtuche. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (67) weilt mit seinem Schwiegersohn Christoph von Baden (St) und dessen Schwestern in einem Bad um mit ihnen das Bad und Geselligkeit zu pflegen. - Der verräterische verschmitzte Helfer des mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (46) Ewald Faulhaber von Wächtersbach wird vom mainzer Apotheker Johann von Bobenberg im Todeskampf wegen eines Mordanschlags auf ihn selbst beschuldigt und die Beschuldigung durch seine Frau auf dem Marktplatz von Mainz mit lautem Geschrei veröffentlicht. Ewald Faulhaber von Wächtersbach wird vom Domkapitel suspendiert aber vom mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (46) geschützt und für drei Jahre nach Rom geschickt. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (54) bezichtigt Graf Philipp von Rieneck des Landfriedensbruchs in einer gesetzeswidrigen Fehde gegen den mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (46) und verbietet namentlich seinem Rat, dem würzburger Bischof Rudolf von Scherenberg, Graf Otto von Henneberg, Graf Friedrich von Henneberg, Graf Johann zu Wertheim, Graf Friedrich von Castell, Graf Kraft von Hohenlohe, Graf Albrecht von Hohenlohe, den Schenken von Schenken von Limpurg, den Herren von Hutten, den Herren von Thüngen, den Herren von Lichtenstein, der gesamten fränkischen Ritterschaft, dem würzburger Bürgermeister und dem Rat der Stadt Würzburg unter Strafandrohung Graf Philipp von Rieneck in der Fehde zu helfen. - Johann von Scharfenstein zerstört 14000 Liter Wein von Kloster Bleidenstadt im Streit um das bleidenstädter Lehen seines verstorbenen Vaters, das er nicht mehr zu Lehen nehmen will, sondern als Eigentum betrachtet. Kloster Bleidenstadt zieht das Lehen nach einem Ultimatum ein und vergibt es neu. Der kaiserliche Kommissar Pfalzgraf Ludwig von Witttelsbach Zweibrücken Veldenz (St) verurteilt Johann von Scharfenstein zur Annahme des Lehens und zur Begleichung der Schäden. - Der kurpfälzische Amtmann von Oppenheim Johann von Sickingen, verheiratet mit der wormser Margarete Kämmerer von Dalberg, stirbt. - Ewald Faulhaber von Wächtersbach ist mainzer Domkantor. - Ludwig von Helmstadt ist mainzer Domherr.

1468 Wetter: Erdbeben in Wiener Neustadt. - Regiomontanus beobachtet den Halleyschen Kometen und bestimmt mit hoher Genauigkeit dessen Position und Geschwindigkeit. - Kaiser Friedrich von Habsburg III fordert u.a. Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) erstgenannt vor Graf Otto von Solms (St), Graf Johann von Nassau (St) und Graf Gerhard von Sayn (St) zum Kreuzzug gegen den gebannten böhmischen König Georg von Godiebrad auf. Schuldenregelung zwischen Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) und dem kölner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz (St). Die Schulden des Erzstifts betragen 18000 Gulden, die jährlich mit 900 Gulden aus dem Linzer Zoll verzinst werden sollen und wofür die Hälfte der Burg, Stadt und Zoll Linz und Schloß Rolandseck mit dem Mehlemer Kirchspiel und Honnef verpfändet sind.Die Herrren von Buseck verkaufen ihren Besitz in mehr als sechs Orten der Obergrafschaft f ür 1450 Gulden an Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St). Pfalzgraf Ludwig, Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St), Landgraf Heinrich von Hessen III (St), Markgraf Karl von Baden I (St) (41) und die Grafen von Nassau und Solms sowie Reinhard von Westerburg IV (St) schließen ein lebenslängliches Bündnis, in dem sie insbesondere die gegenseitigen Rechtsbeziehungen regeln. -Johannes Gutenberg stirbt in Mainz. - Der gebannte böhmische König Georg von Podieprad überfällt das Herzogtum Österreich. - Die Pest tritt in Frankfurt auf, viele Bürger fliehen nach Gelnhausen. - 2-jähriger Hessischer Bruderkrieg zwischen dem hessischen Landgrafen Heinrich III von Hessen-Marburg (St) und dem Landgrafen Ludwig von Hessen II -Marburg. - Burgundischer Krieg oder Kölner Siftsfehde beginnt. - Durch die Errichtung eines Blockhauses auf der geschleiften Burg Hattstein erhält Henne von Hattstein seinen Besitzanspruch aufrecht und beschwört einen Ganerbenvertrag Vergleich Frankfurts mit den hattsteiner Ganerben (Adolf von Nassau, Philipp von Nassau, Eberhard, Philipp und Georg von Eppstein, Herren zu Königstein und Münzenberg und Ludwig Marquard, Johann und Philipp von Hattstein). Burg Hattstein wird langsam als Ganerbenburg wieder aufgebaut und kommt durch überzogene Geldforderungen 1494 aber ohne politische Bedeutung wieder in hattsteiner Besitz. - Der Leibarzt und Humanist Heinrich Steinhöwel übersetzt sinngemäß die Griseldis-Novelle mit dem deutschen Titel Diss ist ain epistel francisci petrache / von grosser stätigkeit ainer frowen Grisel gehaissen. - Die orakelähnliche Sagenfigur Sibylle wird am Chorgestühl des Ulmer Münsters dargestellt. - - Die Stadt Hanau erhält die Erlaubnis zwei Messen pro Jahr abzuhalten. - Die frankfurter Patrizierfamilie Stalburg, die in Genau und Venedig Niederlassungen betreibt, wird in die Stubengesellschaft Alten Limpurg aufgenommen. - Graf Philipp von Hanau der Jüngere (St) heiratet Gräfin Adriana von Nassau-Dillenburg (St). - In Koblenz werden beim Schöffengerichtsschreiber Clas von Sierck im Haus zum Hammer beim Burgtor sowohl Trinkgelage als auch Gerichtssitzungen abgehalten. Der fuldaer Abt Reinhard von Weilnau (St) verkauft Herbstein an Eberhard von Eppstein-Königstein (St). Der 15 jährige Christoph von Baden (St) heiratet die 17 jährige Gräfin Ottilie von Katzenelnbogen (St). Anna von Württemberg (St) (64), die geschiedene Frau von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (69) stirbt einsam in Waiblingen. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (69) darf wieder heiraten. - Pfalzgraf und Kurfürst Friedrich von Wittelsbach , der Siegreiche (St) (45) mischt sich in leiningische Erbstreitigkeiten ein und nimmt Burg Neu-Leiningen mit Gewalt in Besitz. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (53) wird von Hans Burgmeier senior portraitiert. - Graf Eberhard von Württemberg I/V (St) (23) unternimmt eine Palästinafahrt nach Jerusalem, auf der er gelobt bei glücklicher Heimkehr seinen Bart nicht mehr zu schneiden und nach der er seinen Beinamen im Barte erhält. - Der in Breda geborene Graf Engelbert von Nassau II-Dillenburg (St) (17) heiratet Cimburga von Baden (St) (18). - Die schlichte Weißfrauenklosterkirche in Frankfurt wird im gotischen Stil neu aufgebaut und reich mit Fresken geschmückt. - Graf Heinrich von Württemberg (St) (20) wird von Graf Ulrich von Württemberg V (St) (55) auf Bildungsreise in Begleitung der angesehenen Juristen Bernhard Schöfferlin und Ludwig Vergenhans nach Rom und Paris geschickt. - In Frankfurt lehnt die Errichtung eines Pestillenzhauses ab. Erst 1492 wird im Klapperfeld das Haus zum kleinen Römer in ein Pesthaus umgewandelt. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (53) wird beauftragt seinen Schwager Markgraf Karl von Baden (St) (41) im ganzen Reich die halbe Judensteuer einzutreiben. - Die von Eberhard von Eppstein III -Münzenberg (St) gegründeten königsteiner Kugelherrenstiftsbrüder, die Brüder von der Feder genannt werden, richten im Kloster Marienthal die erste Klosterdruckerei ein. - Die frankfurter Patrizier Klaus von Rückingen und Johann von Rückingen erhalten eine Adelsbestätigung von Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (53). - Der Maler Hugo van der Goes wird zusammen mit Jacques Daret zur Ausschmückung der Hochzeitsfeierlichkeiten des Burgunderherzogs Karl der Kühne nach Brügge. - Graf Johann von Nassau IV (St) löst die in bickener Pfandschaft befindliche Ganerbenburg Wallenfels wieder ein. - Der französische König Ludwig XI gerät in burgundische Gefangenschaft und der intime Berater von Herzog Karl der Kühne von Burgund (35) Philippe de Commynes bringt Herzog Karl der Kühne von Burgund (35) davon ab den französischen König Ludwig XI (45) zu töten. - In der Reichsstadt und Hansestadt Goslar wird Vitriol hergestellt. - Auf dem Ostlettner im mainzer Dom steht eine Orgel. - Der speyerer Bischof Matthias von Rammung beginnt eine Reformation des Kloster Odenheim, das sich aber erfolgreich wehrt.

1467 Gottfried von Eppstein IX (St) verpfändet Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) für 3000 Gulden ein weiteres Achtel an der Grafschaft Diez. - Der kölner Erzbischof Ruprecht von Wittelsbach von der Pfalz verspricht seinem Bruder Kurfürst Friedrich von Wittelsbach von der Pfalz I (St) (42) für den Fall des Ablebens von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (65) dessen kölner Lehen. - Landgraf Heinrich von Hessen III (St) zahlt dem Grafen Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) eine jährliche Rente von 200 Gulden aus Gießen. - Konrad von Katzenelnbogen, unehelicher Sohn von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St), Pastor von Roßdorf (1457-1460) tritt in den weltlichen Stand zurück. Er wird Landschreiber der Obergrafschaft. - Der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (44) weigert sich trotz der Drohungen von Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (52) der Stadt Frankfurt ihren Besitz in Mainz zurückzugeben. - Der heilige Niklaus von Flüe, reicher schweizer Bauer, verläßt seine Frau mit 10 Kindern und wird Einsiedler, der sich nur durch die Eucharistie ernährt. - Die ungern durch hohe finanzielle Aufwendungen von Frankfurt verwaltete Burg Hattstein wird durch den mainzer Erzbischof Adolf von Nassau belagert, erobert und geschleift. - Margarethe von Württemberg lässt sich über Diät und Massage beraten. - Regiomontanus berechnet seine astronomischen Sinustafeln in Dezimalbruchschreibweise und die scheinbare Rotation der Himmelskugel. - Erster deutscher Schach-Wettkampf in Heidelberg. - Mühlhäuser und Waldshuter Krieg. - Der frankfurter Schöffe Wicker Frosch stiftet die Ratsmessen in der alten Nikolaikirche, in denen sich jeweils dienstags und donnerstags morgens um fünf Uhr alle Ratsherren in der Kirche zum Gottesdienst vor den Ratssitzungen treffen. - Walther von Reifenberg zerstört das Mainz und Frankfurt gehörende Schloss Hattstein. - Durch den Tod von Graf Hesso von Leiningen-Dagsburg (St) stirbt dieser Zweig der Leininger Grafen im Mannesstamm aus, seine Schwester Margarete von Leiningen (St), verheiratet mit Reinhard von Westerburg III (St), erbt den größeren Teil des Besitzes dieser älteren Hauptlinie der Leininger, und die Westerburger nennen sich seitdem Leiningen-Westerburg. Der landgräfliche Familientitel und der Titel einer gefürsteten Landgrafschaft sind damit erloschen. - Die Witwe des Patriziers Johann Fust heiratet den Goldschmied und Buchdrucker Conrad Henkis von Gudensberg zum Iseneck. Fusts Tochter Margaretha heiratet den ehemaligen Schreiber, Gehilfen, Teilhaber und schlußendlich Alleininhaber der Druckerei Fust und Schöffer in Mainz. Schöffer ist weltlicher Richter in Mainz. - Flohpelze im Inventar von Karl dem Kühnen von Burgund (34). - Das Gleven-System wird abgeschafft. - Die nassauer Burg Herborn wird nicht mehr bemannt. - Reinhard von Westerburg IV (St) (14) verlegt seine Residenz von Westerburg ins Leininger Land. - Die Räte des Pfalzgrafen Simmern besetzten mit bewaffneter Mannschaft Kloster Sponheim. Der sponheimer Mönch Andreas de Trajecto superiori beschäftigt sich unbekümmert um das wüste Treiben um ihn herum fleissig mit geistlichen und weltlichen Wissenschaften und hinterlässt mehrere in damaliger Zeit geschätzte Werke, Predigten, Gedichte, Reden und Briefe. Der sponheimer Abt reformiert Kloster Sponheim mit neuen Mönchen die ein karges armseliges Leben in Not fristen und nicht selten fliehen. Selbst Fisch gibt es selten und überbackene Birnen in Brühe sind tägliches Brot. - Graf Gerhard von Sayn II (St) wird von Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (52) zum Statthalter der heimlichen westfälischen Gerichte. - Der kölner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz (St) nimmt Graf Gerhard von Sayn II (St) die Pfandschaft von Rheinbach mit der kölner Römer-Wasserleitung entschädigungslos ab. Graf Gerhard von Sayn II (St) bittet Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (52) und Herzog Karl der Kühnen von Burgund (34) um Hilfe. Herzog Karl der Kühnen von Burgund (34) nimmt die Gelegenheit wahr sich am Rhein in Streitereien einzumischen. - Der diezer Erbtruchsess Dietrich von Diez wird mit der Burg Ardeck belehnt. - Der spätere trierer Erzbischof Richard von Greiffenklau zu Vollrads wird geboren. - Die Koadjutorfehde zwischen dem mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (44) und Heinrich von Württemberg endet. - Graf Philipp von Hanau -Münzenberg (St) (18) hat ein Verhältnis mit der hochstätter Pfarrerstochter Gutte aus Reifenberg. - Michael von Bickenbach führt für eine Reihe von Ansprüchen eine Fehde gegen die Stadt Frankfurt, die versucht die Schenken von Erbach davon abzuhalten ihn zu unterstützen. Der Bote eines kaiserlichen Briefes wird einen Tag festgehalten und mit dem Brief zurück nach Frankfurt geschickt. - Die Tochter Ursula von Hohenzollern aus der ersten Ehe von Albrecht Achilles (St) (52) mit Margarete von Baden (St) (52) heiratet Herzog Heinrich von Münsterberg I. - Der Bruder von Gerhard von Schönborn, Johann von Schönborn wird Amtmann und Vogt im nassauischen Weilburg. - Der in Seligenstadt geborene Maler der niederländischen Schule Hans Memling malt das von den Medici für die Stadt Fiesole bestimmte Triptichon Jüngstes Gericht in Brügge. - Johann von Schönborn wird Vogt und Amtmann in Weilburg. - In Gladenbach wird in der Silberkaute ein reiches Silbervorkommen ausgebeutet. - Der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (44) verkauft an einen kölner Bürger das mit gotischen Fenstern Zinnen, Türmen und einem Rittersaal im ersten Stock ausgestatteten mainzer Familienhaus Zum Frosch nahe des Brandplatzes der mainzer Patrizier zum Frosch.

1466 Markgraf Karl von Baden I (St) (39) erhält von Kurfürst Friedrich von der Pfalz (St) (41) die Erlaubnis, Enkirch, Winningen, Obermendig und den Wildfang auf dem Idarwald an Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) zu verpfänden. Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) löst für 2000 Gulden Gernsheimer Zollanteile aus dem Besitz von Graf Johann von Nassau IV (St) ein. Markgraf Karl von Baden I (St) (39) gibt das ihm vom Mainzer Erzstift für 20 000 Gulden verpfändete Gau-Algesheim mit 7 zugehörigen Dörfern und einen für 30000 Gulden verpfändeten ehrenfelser Zollanteil nominell für 50 000 Gulden an Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) weiter. Dieser gestattet dem Erzstift, sie innerhalb der nächsten beiden Jahre für 32 000 Gulden wieder einzulösen. Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) schließt mit den Grafen von Nassau und Solms und Reinhard von Westerburg VI (St) ein lebenslängliches Bündnis, in dem insbesondere die gegenseitigen Rechtsbeziehungen geregelt werden. - Kurfürst Friedrich I von Wittelsbach von der Pfalz (St) (41) fährt mit Graf Philipp dem Ältere von Katzenelnbogen (St) auf dem gräflichen Schiff nach Köln und danach nach Bacharach. (6232) - Der Kaufmann Nikitin reist über Wolgamündung-Baku-Persien-Hormus-Maskat nach Indien  und liefert Länderbeschreibungen. - Die Grafen Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St), Johann von Nassau und Gottfried von Eppstein (St) reformieren ihr Kloster Dierstein (Oranienstein) in dem schon längere Zeit die Regeln nicht mehr beachtet werden, indem sie es mit reformierten Nonnen besetzen. - In Straßburg erscheint die erste deutschsprachig gedruckte Mentelin-Bibel. - Graf Gottfried von Eppstein VIII (St) stirbt. - Landgraf Ludwig von Hessen II (St) führt Krieg gegen den würzburger Bischof und lässt sich für 166 Gulden die Burg Reifenberg öffnen. - Der frankfurter Patrizier und Geschäftsmann Johann Fust stirbt auf einer Reise in Paris. - Eberhard von Eppstein-Königstein (St) besitzt das Rote Haus in Mainz. - Der würzburger Fürstbischof Johann III von Grumbach wird mit einem Zeremonienschwert statt einem Krummstab im Würzburger Dom beigesetzt. - Bona Sforza, die Gemahlin Galeazzo Maria Sforzas (St), ist im Besitz eines mit 30 Edelsteinen geschmückten Stundenbuches. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (51) verbietet den Ganerben der Burgen in Friedberg, Neu-Falkenstein, Kronberg, Voitzburg, Staden, Bickenbach, Lintheim, Reifenberg und Frankenstein weiter Forderungen an die Stadt Frankfurt wegen der Zerstörung der Burg Bickenbach zu stellen. - Johann und Philipp von Scharfenstein streiten um Besitzungen des Klosters Bleidenstadt in Frauenstein. - Johann von Schönborn erhält Burg Freienfels als Lehen. - Burg Wallenfels und Burg Hain in Siegen werden für Nassau zurückerobert. - Das unter strarken Repressionen leidende Dinant wird von Herzog Karl der Kühne von Burgund (33) wegen der Beleidigung seiner Mutter während der Belagerung zerstört, weshalb die Messinggießer mit ihren Formen und Kenntnissen des Gebildebrotbackens nach Aachen ziehen, wo die Aachener Printen entstehen. - Im Kloster Sponheim wird der Mönch Johannes von Bockenau durch mainzer Mönchsbrüder ersetzt, wofür er sich mit einem Raubmord rächt. Weil der sponheimer Mönch Bruno verkehrt herum in seinem Bett schläft misslingt der Mordanschlag. Johannes von Bockenau brennt die Getreidescheune nieder und flieht mit einem gestohlenen Pferd nach Hornbach wo er beim Diebstahl in der Kirche ertappt wird und ins Gefängnis geworfen wird. Der leichtgläubige sponheimer Abt Johann kauft ihn nach einem Bettelbrief frei, doch stiehlt er weiter bis ihn Pfalzgraf Friedrich von Pfalz-Simmern I (St) (49) fängt und lebenlänglich in den Kerker von Kloster Sponheim sperren lässt. - Papst Paul exkommuniziert den böhmischen König Georg von Podiebrad. - Graf Johann von Nassau IV (St) wird in den Wetterauer Grafenverein aufgenommen. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (37) verleiht dem straßburger Buchdrucker Johannes Mentelin ein eigenes Wappen. - Die Stadt Frankfurt erhält die Erlaubnis Butter während der Fastenzeit zu konsumieren. - Die Fehde zwischen Graf Heinrich von Württemberg (St) (18) und Graf Johann von Wertheim ist eine Machtprobe, die beinahe zu einem Krieg im ganzen Reich führt, von der nur Kurfürst Friedrich von Wittelsbach der Siegreiche (St) (45) profitiert. - Reichstag in Ulm. - Das eppsteiner Kloster Retters wird wieder mit Prämonstratenserinnen besiedelt. - Der Mitbesitzer von Burg Hohlenfels Johann von Einenberg, Herr von Burg Landskron wird von Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (51) geächtet und verliert alle seine Burgen. Die Besitzrechte an Burg Hohlenfels erhält sein Onkel, der trierer Hofmeister Johann von Eltz. - In Uribno wird der erste Buchdrucker und Musikverleger Ottaviano dei Petruccci mit bewegliche Noten geboren. - Eberhard von Eppstein III-Münzenberg (St) macht Gabriel Briel zum Vorsteher des Kugelherrenstifts in Königstein. - Der in Seligenstadt geborene Maler der niederländischen Schule Hans Memling bewohnt ein gemietetes Steinhaus in der Sint-Jorisstraat in der burgundischen Residenzstadt Brügge. - Der flämische Arzt und Astronom stirbt am Hofe des herrschsüchtigen und tückischen französischen König Ludwig XI Henri Arnaut de Zwolle. Henri Arnaut de Zwolle hinterlässt Beschreibungen des chembalo-ähnlichen Clavicymbalum. - Der mainzer Domherr Friedrich Broemser von Rüdesheim I stirbt. Sein Bruder ist ebenfalls mainzer Domherr (wann?). - Ulrich von Bickenbach ist mainzer Domkantor. - Johann von Nassau III ist mainzer Domherr.

1465 Wetter: Jahresbeginn mit strengem Winter, der Bodensee ist komplett zugefroren. Die Weinernte wird durch starken Frühfrost geschädigt. - Lebenslängliches Bündnis zwischen dem trierer Erzbischof Johann von Baden (St) (35) und Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) in dem besonders die rechtlichen Beziehungen zwischen dem Erzstift und der Grafschaft geregelt werden. Hierfür verpflichtet sich Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St), die 18 000 Gulden, die ihm das Erzstift schuldet, gegen eine jährliche Verzinsung mit 5% zu Lebzeiten des trierer Erzbischofs Johann von Baden (St) (35) nicht zurückzufordern, wogegen der Erzbischof dem Grafen gestattet, von allen Gütern, die über den Hunsrück an die Mosel geführt und zu Treis eingeschifft und dem Erzbischof verzollt werden, dort den gleichen Zoll, wie er ihn zu St Goar genommen haben würde, zu erheben. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) erwirbt vom mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (42) von Mainz Burg, Ort und Zoll Gernsheim gegen Erhöhung der bisherigen Pfandsumme von 24800 auf 40000 Gulden von denen 33000 Gulden durch Mainzer Schuldverpflichtungen an den Grafen bereits abgegolten und daher nur noch 7000 Gulden bar zu erlegen sind. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) hält sich in Köln auf, wo er vor der Beschlagnahme fremder mitgeführter Gelder gewisser Herren gewarnt wird (5359) - In der nassauer Residenz Dillenburg wird eine Wasserversorgung aus 1 Meter langen gusseisernen Röhren benutzt. - Die Stadt Niederbrechen öffnet Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) ihre Tore zu langsam. Er nimmt ihnen ihr Vieh weg, schlachtet eine Hälfte und gibt die andere zurück. Die Einwohner schwören daraufhin Treue und Gehorsam. (5354) - Johannes Gutenberg wird vom mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (42) in seinem Hofgesinde aufgenommen und Hofedelmann, der einmal im Jahr Kleidung für Edelleute erhält. - Der Deutschordenstaat muss auf seine Souveränität verzichten und die Lehnshoheit der polnischen Krone akzeptieren. - Burg Hattstein ist nur noch mit 3 Bewaffneten besetzt. - Der mainzer Erzbischof Dietrich Schenk von Erbach tritt die Stadt Pfeddersheim an Kurfürst Friedrich I von der Pfalz (St) ab. - Eberhard von Eppstein-Königstein (St) befehdet die Stadt Frankfurt im Streit um Vilbel und Graf Kuno von Solms (St) schlichtet. - Der pfälzer Kurfürst Friedrich I (St) (48) geht ein Bündnis mit Karl dem Kühnen von Burgund gegen Kaiser Friedrich III, den brandenburger Kurfürst Albrecht Achilles von Hohenzollern und Herzog Ludwig von Veldenz, ein. - Französische Adelige unter Führung von Erbprinz Karl der Kühne von Burgund (32) bilden die Ligue du Bien public, revoltieren gegen den französischen König Ludwig XI und liefern sich eine unentschiedene Schlacht bei Monthlery. Deutsche Verbündete sind der pfälzer Kurfürst Friedrich I, der Herzog Ludwig IX von Bayern und der Herzog Johann von Kleve I. - Der Abt von Kloster Bleidenstadt Johann von Schönborn versucht vergeblich Burg Katzenelnbogen als verfallenes Lehen einzuziehen und an Graf Johann von Nassau (St) weiterzugeben. - Graf Gerhard von Sayn II (St) verabschiedet die Landesordnung der Grafschaft Sayn, zum Teil eine Kopie der Landesordnung der Landgrafschaft Thüringen. - Der Seligenstädter Hans Memling, ein erfolgreicher und anerkannter Maler, erhält in Brügge das Bürgerrecht. - Die von Kaiserbruder Albrecht VI von Österreich (St) (35) inszenierte Koadjutorfehde zwischen dem mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (42) und Heinrich von Württemberg (St) (17) bricht aus. - Die Nonne Eustochio von Padua (21) legt im gefürchteten Benediktiner-Kloster Sankt Prosdocimo in Padua ihr Gelübde ab, wohin ihr Vater die ungeliebte und ungwöhnlich hart erzogene Tochter, vor der er Angst um sein Leben hatte, geschickt hatte. Sie zeigt alle Anzeichen von Besessenheit, wie Anfälle und Selbstgeisselung, liebt ihren Dämon, dessen Qualen sie gerne erleidet und spricht von exzessiver Liebe zu Jesus. Man fürchtet sie als Hexe, die durch Verwünschungen Menschen töten kann. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (50) befiehlt dem mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (42) vergeblich der Stadt Frankfurt ihren Besitz in Mainz zurückzugeben. - In der Lichtenberg-Leininger Fehde verklagt Graf Schaffried von Leiningen (St) die Stadt Straßburg. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (50) nimmt Graf Emicho von Leiningen VIII (St) unter seinen besonderen Schutz. - Eberhard von Eppstein III-Münzenberg (St) gründet das Kugelherrenstift in Königstein. - In der Magna Aula, dem neuen prunkvollen Versammlungssaal in der Residenz des burgunder Erbprinzen Karl der Kühne (32) auf dem Koudenberg in Brüssel, werden die burgundischen Generalstaaten einberufen. - Israhel van Meckenhem der Jüngere arbeitet in Kleve als Kupferstecher. - Der in Seligenstadt geborene Maler der niederländischen Schule Hans Memling erhält das Bürgerrrecht in der burgundischen Residenzstadt Brügge. - Die Grube Neue Haardt bei Siegen fördert Eisen. - Schweickhardt von Sickingen heiratet die Erbtochter Margarethe Puller von Fleckenstein-Hohenburg mit der Stadt Landstuhl und Burg Nanstein. - Im Rodensteiner Hof der Brüder Schelm Hans von Bergen und Schelm Eberhard von Bergen in Groß-Umstadt wird ein sechseckiger Treppenturm angebaut. - In Frankfurt verlegt die Patrizierfamilie von Marburg das Unternehmen Claus Stalburg und Gesellschaft in ihren Messehof Klein-Nürnberg. - Der den trierer Erzbischof Johann von Baden II (St) zwingt die Herren von Helfenstein ihre Dörfer Arenberg und Immendorf unter seinen Schutz zu stellen. - Die Stadt Nassau brennt fast vollständig nieder. - In Kloster Dierstein wird die Äbtissin Else Beyer von Boppard mit ihrer Mitschwester Maria von Württemberg mit der Durchführung der Reform von Graf Johann von Nassau V, Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St), und Gottfried von Eppstein IX (St) beauftragt. Viele der diersteiner Nonnen flüchten aus dem Kloster und leben ausserhalb der Klostermauern. - Der ehemaligen erste burgundische Kammerherrn, Graf Antoine der Croy, Schwiegervater von Graf Ludwig von Veldenz-Zweibrücken (St) (41) wird als Statthalter abgesetzt, wegen eines versuchten Attentats auf den burgunder Erbprinz Karl der Kühne von Burgund (32) angeklagt und verliert seinen Status als Mitglied des Ordens vom Goldenen Vlies. Die Familienmitglieder der Croys fliehen vor dem neuen Generalstatthalter Erbprinz Karl der Kühne von Burgund (32) aus den burgundischen Gebieten.


1464 Erneute Verhandlungen zwischen Herzog Philipp von Burgund III, der Gute (68), den brabanter Städten Löwen, Brüssel und Mecheln, und Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St), die auch in den folgenden Jahren noch andauern.
Ein katzenelnbogener Manngericht erkennt Johann, Herrn zu Winneburg und Beilstein, die katzenelnbogener Lehen ab. - Ein Horn wird auf dem Turm zu Altweilnau erwähnt. 3 Rechtstage in Katzenelnbogen.(5306) - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) empfängt seine mainzer Lehen. Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) weilt mit Landgraf Ludwig von Hessen I (St) zur Hochzeitsberedung seiner Tochter Elisabeth und Graf Johann von Nassau III -Saarbrücken mit 136 Pferden in Dornberg. Im Folgemonat findet diese Hochzeit statt. (6155) - Der Antihumanist Papst Paul II führt den kirchlichen Hut Birett ein. - Regiomontanus gibt sein Werk zu sphärischen Trigonometrie heraus. - Antonio Averlino Filarete beschreibt einen 4,5 Meter hohen mit Wasserkraft angetriebenen blasebalgbetriebenen Metallschmelzofen mit einer Tagesleistung von 1600 Kilogramm. - Das frankfurter Steinerne Haus wird als Stammhaus der Patrizierfamilie Melem von Johann von Melem auf dem Grund der abgerissenen Gebäude Zum Rauchfass und Zum Bornfleck erbaut. - Graf Johann von Nassau-Dillenburg (St) betreibt Kupferbergbau in Dillenburg-Nanzenbach. - Eberhard von Eppstein-Königstein (St) verkauft seine Anteile an Homburg an Graf Kuno von Solms (St). - Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg erbt nach dem Tode seines Bruders Johann dem Alchimisten das Fürstentum Kulmbach. - Die kölner Dom-Orgel wird erweitert und verfügte über acht Bälge, die über einen Mechanismus von einem einzigen Balgtreter bedient werden und über 14 Registerzüge. - Der speyerer Bischof Matthias von Rammung verkauft Burg Hornberg samt Neckarzimmern, Steinbach und Haßmersheim an Ritter Lutz Schott von Schottenstein. - Die verlassene Burg Herborn wird für die Treffen mit dem Landgrafen von Hessen und Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St), als repräsentative Landesburg mit falschen Bewohnern inszeniert. - Der neu gewählte Papst Paul II erklärt Georg von Podiebrad zum Ketzer. - Der frankfurter Kanonikers Jungo Frosch, verwandt mit der frankfurter Patrizierfamilie Brun zu Brunfels stirbt. Er stiftete dem Bartholomäusstift zahlreiche handgeschriebene Bücher. - Die Stadt Frankfurt bittet Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (49) um Schutz. Der kaiserliche Schutzauftrag wird von Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg übernommen. - Die 4 Reichsstädte Frankfurt, Gelnhausen, Friedberg und Wetzlar in der Wetterau gehen trotz Verbotes von Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (49) ein Bündnisse ein. Graf Schaffried von Leiningen (St) wird kaiserlicher Bevollmächtigter in Znaim. - Die Tochter von Ritter Reinhard von Rumpenheim Guda von Rumpenheim läuft ihrem Ehemann, dem alteingesessenen frankfurter Goldschmied, Maler und Stecher Johann von Dirmstein davon. Der Rat der Stadt Frankfurt überredet sie zu ihrem Mann zurückzukehren. - Der katzenelnbogener Amtmann Daniel von Mudersbach besetzt in einem Erbschaftsstreit die einenbergische Hälfte an Burg Hohlenfels und beginnt den vollständigen Erwerb der Burg Hohlenfels für die Familie Mudersbach. - Der verräterische verschmitzte Dekretal und Protonatar des apostolischen Stuhls, der mainzer Domherr, Rat und Vertrauter vom mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St)
(40) Ewald Faulhaber von Wächtersbach erhält den großen mainzer Patrizierhof Zum Weitenhof. - Abgeortnete der Stadt Worms und der Stadt Speyer beraten sich in Mannheim und versenden erfolglos Bittbriefe an eine große Anzahl von Reichsstädten um der Stadt Mainz zu helfen. - Der am burgundischen Hof in Brüssel aufgewachsene Neffe des Burgunderherzog Philipp von Burgund III, der Gute Adolf von Kleve (39) heiratet eine Enkelin des portugiesischen Königs Johann I aus burgundischem Haus. - Der erste burgundische Kammerherr, luxemburger boulognener und namurer Gouverneur, herzöglich-burgundischer Bannerträger Graf Antoine der Croy, Schwiegervater von Graf Ludwig von Veldenz-Zweibrücken (St) (40) verliert seine übermächtige Stellung am burgundischen Hof nach der Versöhnung von burgunder Erbprinz Karl der Kühne von Burgund (31) mit seinem Vater Herzog Philipp von Burgund III, der Gute (68). Der ehemaligen erste burgundische Kammerherrn, Graf Antoine der Croy, Schwiegervater von Graf Ludwig von Veldenz-Zweibrücken (St) (40) unterstützt ein Attentat auf den burgunder Erbprinz Karl der Kühne von Burgund (31). - Markus Knebel von Katzenelnbogen erhält von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) Lehen zu Oberingelheim. - Der katzenelnbogener Amtmann Daniel von Mudersbach stiftet umfangreich dem St Georg Stift in Limburg an der Lahn. - Die mainzer Enklave Stadt Neustadt wird an den hessischen Landgraf Heinrich von Hessen III (St) (24) verpfändet. Die Stadt weigert sich ihrem neuen Herrn die Tore zu öffnen, wird belagert und kapituliert. - Hertnid vom Stein zu Ostheim ist mainzer Domkantor. - Berthold von Henneberg ist mainzer Domherr.

1463 Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (61) sühnt sich mit dem ihm aus der Mainzer Siftsfehde verfeindeten Markgraf Karl von Baden I (St) (36). - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (48) erneuert die Anwartschaft des gebannten böhmischen König Georg von Podiebrad auf die Grafschaft Katzenelnbogen da dieser selbst ihn und Eleonore und den Sohn Maximilian von Habsburg (St) aus wiener Gefangenschaft befreit hatte (5241). - Der trierer Erzbischof Johann von Baden (St) (33) erneuert gegenüber Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) die Anerkennung der trierer Schuld von 18000 Gulden. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) entbindet die Einwohner von Dreieichenhain und den zugehörigen Dörfern der ihm als Pfandinhaber geleisteten Huldigung. Nassau und Scheuern speziell wird vor einem Angriff des Pfalzgrafen und Graf Philipps von Katzenelnbogen-Diez (St) gewarnt (5262). - Die Freie Stadt Mainz ist mit der Herausgabe aller Freiheitsprivilegien am Ende und der neue Herr, mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St), versucht seine Stadt durch vier Märkte im Jahr vergeblich, durch den Widerstand Frankfurts, wirtschaft wiederzubeleben. - Meffert von Brambach ist katzenelnbogener und hessischer Keller in Driedorf. - Der reformerische mainzer Erzbischof Diether von Isenburg I (St) dankt ab und erhält die mainzer Ämter Höchst, Steinheim und Dieburg als eigene Herrschaft. Seine Residenz ist das erzbischöfliche Höchster Schloss. - Graf Gerhard von Sayn (St) verliert 22 Pferde in einem Jahr Krieg gegen Katzenelnbogen (5219). - Katzenelnbogener entwenden in Miehlen zwei Wagen voll nassauer Weins der nach Elz gebracht werden sollte (5254). - Graf Ludwig von Löwenstein-Wertheim ist uneheliches Kind des Pfalzgrafen mit der augsburger Bürgerstochter und Hoffräulein Klara Dett. - Nikolaus von Kues vertritt seine Impetustheorie de ludo globi in der bewegliche Kugeln nach ihrem Anstoss stufenweise Kraft verlieren. - Die Raubüberfälle des bickenbacher Ganerben Ulner von Dieburg auf frankfurter Messebesucher veranlassen Frankfurt Burg Bickenbach (Schloss Alsbach) zu belagern, einzunehmen und niederzubrennen. - Herzog Albrecht VI von Österreich stirbt. - Brand Knoblauch und seine beiden Söhne werden von Gottfried von Eppstein VIII (St) vor Mainz gefangengenommen und erst mit einem Lösegeld von 2000 Gulden freigelassen. - Der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (40) ist bei Eberhard von Eppstein-Königstein (St) mit 38 0000 Gulden verschuldet. - Der würzburger Fürstbischof Johann von Grumbach III bekämpft das Bistum Bamberg. - In Echternach kommt eine große Revolte auf. Der Abt zieht sich in die Burg Bollendorf, auch Chateau  St. Willibrord genannt, zurück.. - Mechthild von der Pfalz (St), Witwe von Erzherzog Albrecht VI von Österreich und Witwe von Ludwig von Württemberg I (St) bezieht ihren Witwensitz in Rottenburg am Neckar, wo sie einen Musenhof einrichtet, Dichter, Musiker, Gelehrte und Künstler um sich schart und Übersetzer ermutigt, das Decamerone ins Deutsche zu übertragen. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) lässt aus Rache, da Eberhard von Eppstein-Königstein (St) zu Nassau hielt, 6 schweizer Söldner von der katzenelnbogener Burg Rüsselsheim aus das königsteiner Hofheim überfallen und die Beute nach Gerau bringen. - Der Bruder von Friedrich I dem Siegreichen von der Pfalz (St) (38) wird kölner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz (St). - Papst Pius II bemüht sich bei Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (48) um ein Königtum Burgund und berichtet Philipp von Burgund III, der Gute schriftlich davon. - Die Chorbücherei des frankfurter Bartholomäusstifts listet 75 Bücher für die Chorherren und 10 Büchertitel mit liturgischen Gesangstexten. Es gibt noch kein einziges gedrucktes Buch. - Im frankfurter Stadtgebiet gibt es 400, durch Ewigzinsen verursacht, verlassene Häuser und Hofstätten in geistlichem Besitz. - Graf Ulrich von Württemberg V (St) (50) wird aus der Geiselhaft entlassen und kehrt nach Stuttgart zurück. - Der nach seinem Totschlag an Henne Brun 1458 in Frankfurt in Eltville lebende Kontad Weiß von Löwenstein erhält kaiserliches Geleit um sich mit der Witwe des Opfers zu vergleichen. - Der ehemalige wormser Domherr Doktor der Theologie Johann von Wesel (44) kehrt von der Universität Basel nach Worms zurück. - Auf Grund der Überfälle des Ganerben Raubritters Hartmann Ulner von Dieburg aus der Ganberbenburg Bickenbach heraus wird Burg Bickenbach von der Stadt Frankfurt belagert, erobert und niedergebrannt. - Philipp von Daun-Oberstein (späterer mainzer Erzbischof) wird geboren. - Graf Ludwig von Isenburg kauft den Hof Zum Birnbaum in der Christophsgasse gegenüber dem Algesheimer Hof auf. - Der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (40) versteigert die Beute des Raubes in Höhe von 38000 Gulden. Jeder Reiter erhält 14 Gulden und jeder Fußsoldat 7 Gulden. Graf Ludwig von Veldenz-Zweibrücken (St) (39), genannt der Schwarze Graf wegen seiner dunklen Haare und Haut, erhält die Vorräte des Zeughauses.


1462 Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) weist den Versuch von Landgraf Ludwig von Hessen-Kassel II (St), den Bruder seines Schwiegersohnes, ihn vom Bündnis mit dem mainzer Diether von Isenburg (St) abzuziehen, zurück und interveniert deshalb bei den niederhessischen Städten. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St)  nimmt mit 3300 Reisigen an der Schlacht von Seckenheim teil. Der kaiserliche Heerführer Graf Ulrich von Württemberg V (St) (49) , Pfalzgraf Ludwig (St) (St), der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (39), Markgraf Karl von Baden I (St) (35), dessen Bruder der metzer Bischof Georg von Baden (St) (29) und der Bruder von Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (47), der mit Mechthild von der Pfalz verheiratete Albrecht VI von Österreich (St) (35) unterliegen. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) leiht dem mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) 3000 Gulden, die er in Getreide entrichtet. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) entkommt mit knapper Not in der mainzer Mordnacht dem Überfall des mainzer Erzbischofs Adolf von Nassau (St) auf die Stadt Mainz beim Aufenthalt im Königsteiner Hof, einem städtischen Wirts- und Ballhaus. Der mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) entkommt während seines Aufenthaltes im ehemaligen Patrizierhaus, dem erzbischöflichen mainzer Haus Zum Schultheiß. Die Stadt Mainz wird seinen Leuten zur Plünderung gegeben. - Die Stadt Frankfurt weigert sich Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (47) militärisch zu untertützen und schickt trotz Strafandrohung nur einige wenige Truppen. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (47) befiehlt der Stadt Wetzlar ihn militärisch zu untertützen. - Der nassauer Mauer-Steiger wird von Frankfurt gefürchtet. - Die Verbündeten von Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (47), Markgraf Karl I von Baden (St) (35) unterliegen Kurfürst Friedrich I dem Siegreichen von der Pfalz (St) (37) und Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St), der durch einen pfälzischen Eilboten herbeigerufen noch rechtzeitig mit dem mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) im Badisch-Pfälzischen Krieg in der Schlacht von Seckenheim mit 300 Rittern eingreift. - Frankfurt bleibt militärisch neutral. - Landgraf Ludwig von Hessen II (St) zieht am Jahresanfang mit 1185 Pferden für seinen Verbündeten, den mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (39). nach Fulda erweitert sein Heer um 215 Pferde seines Onkels Herzog Wilhelm von Sachsen, fordert vergeblich die Städte Aschaffenburg, Miltenberg, Steinheim und Seligenstadt auf sich ihnen anzuschließen und trifft sich ratlos mit der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (39) in Wiesbaden. - Das Ghetto neue frankfurter Judengasse entsteht. Die neue Judengasse wird vom frankfurter Rat angelegt, die Gasse mit drei Toren nachts, sonntags und an jüdischen Feiertagen abgeriegelt und den Bewohnern nur zur Miete gegeben. Der Aufenthalt der Juden auf speziellen öffentlichen Plätzen wird verboten. - Die katzenelnbogener Streitkräfte sind in rot-weiss gekleidet! Die Rheingauer und Lorch werden niedergeworfen. Die Gefangenen werden auf der Sauerburg geschatzt. - Graf Ulrich von Württemberg V (49) (St) wird in der Schlacht von Seckenheim von Hans von Gemmingen gefangen genommen. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) ist Schlichter im Streit, ob Mainz nun Erzbischöfliche Stadt oder Reichsstadt sein soll. - Regiomontanus fasst arabisches Wissen in de triangulis omnimodis libri quinque für das christliche Europa zusammen. - P. de Cintra segelt auf der noch von Heinrich dem Seefahrer geplanten Tour nach Liberia. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) lässt frankfurter Fischer solange auf dem Rhein gefangen nehmen bis Schadensersatz geleistet wird. - Der Stadtbaumeister und erste Bürgermeister von Mainz Jacob Fust wird gelüncht, da man ihn verdächtigt dem mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) die Stadt Mainz in die Hände gespielt zu haben. - Die Grafschaft Lützelstein wird von Kurfürst Friedrich von der Pfalz I, (St) (37) der Siegreiche, der sich die Grafschaft als sein Lehen von Graf Johann von Sponheim (St) bestätigen ließ, nach dem Tod von Graf Johann von Sponheim (St) als erledigtes Lehen eingezogen. - In Würzburg steht ein Stadtturm mit einer Uhr. - Markgraf Karl I von Baden (St) (35) muss 25.000 Gulden Lösegeld zahlen, die Grafschaft Sponheim verpfänden und Pforzheim zum pfälzischen Lehen erklären. - Der frankfurter Patrizier Peter von Marburg, genannt Lump zum Paradies ersucht um eine gerichtliche Verwandtschaftsprüfung. - Nikolaus von Kues veröffentlicht seinen Dialog über das Globusspiel. - Die Linie der Grafen von Isenburg-Wied stirbt aus. - Böhmische Truppen brennen Weißenstadt nieder und werden in Wunsiedel nach ihrer erfolglosen sechswöchigen Belagerung der Stadt zurückzuschlagen. - Markgraf Karl von Baden I (St) verliert seinen Anteil an der Kauzenburg an Pfalzgraf Philipp (14)?, der die Burg ausbaut. - Jakob von Kronberg und Hartmut von Kronberg sind unter der Leibwache des jungen Pfalzgrafen. - Graf Ludwig von Veldenz-Zweibrücken (St) (39), genannt der Schwarze Graf wegen seiner dunklen Haare und Haut, Verbündeter von Adolf von Nassau II (St) (39) raubt aus der Stadt Mainz 21 Wagenladungen mit Beute. Sein Erzkanzler wird dafür mit dem Dorf Hattenheim belehnt. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (60) befindet sich im mainzer Templerhof und seilt sich beim Überfall des herausfordernden mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) gemeinsam mit dem vergeblich verteidigenden mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) beim Stierhaus über die Stadtmauer ab und flieht zum Pfalzgrafen nach Oppenheim. (5189) . - Weil Kurfürst Friedrich von der Pfalz I (St) (37) die pfalzgräfliche Residenz von Graf Ludwig von Veldenz-Zweibrücken (St) (39), genannt der Schwarze Graf, belagert schließt dieser sich dem mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) an. - Der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) schenkt die mainzer Stadtresidenz von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (60), das Rote Haus seinem Schwager Eberhard von Eppstein III -Königstein (St), der Hauptmann von Mainz wird und das Gebäude zu einer Residenz mit eigener Kapelle umbaut und Königsteiner Hof nennt. Heute ist es der Dalberger Hof. - Graf Ludwig von Veldenz-Zweibrücken (St) (39), bleibt als Verbündeter im Rheingau während der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (39) in der Schlacht von Seckenheim unterliegt. - Graf Gerhard von Sayn II (St) sieht sich mit dem kölner Erzbischof Dietrich von Moers (77) konfrontiert. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) versucht das königsteiner Gebiet an sich zu bringen. - Junggraf Eberhard von Sayn (St) in Wittgenstein unterstützt Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) mit 19 Pferden. - Graf Gerhard von Sayn (St) unterstützt den mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) mit 100 Rittern. - Der böhmische König Georg von Podiebrad erstellt den ersten europäischen Föderations-Plan mit 21 Artikeln erstellt, wobei verschiedene gemeinsame europäische Einrichtungen vorgesehen waren, darunter Heer, Haushalt, Gericht, Volksvertretung, Asyle, Verwaltung und ein Wappen. - Die Stadt Frankfurt weigert sich ihre Stadtsteuer an Graf Ulrich von Württemberg V (49) (St) für dessen Freilassung zu bezahlen. - Im Kloster Himmethal ist die Geburt eines Kindes der Nonne Agnes Grundlage der Sage Der Teufel reitet die Nonne Agnes. - Der fuldaer Abt Reinhard von Weilnau (St) gibt Landgraf Ludwig von Hessen II (St) Waffenhilfe um seine an den mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) und an Landgraf Ludwig von Hessen II (St) verpfändete Burgen zurückzubekommen. - Der am burgundischen Hof in Brüssel erzogene Graf Eberhard von Württemberg II (St) nimmt bei der Krönung des französischen Königs Ludwig XI in Reims teil. - Der Apotheker Johannes von Steinheim heiratet nach Frankfurt und eröffnet dort die Hirsch-Apotheke auf der Zeil. - Der aufstrebende Handelskaufmann Lukas Fugger vom Reh erhält zusammen mit seinen Brüdern das Wappenbild eines springenden Rehs verliehen. - Der 1319 von Graf Wilhelm von Katzenelnbogen I (St) an Kloster Eberbach verpfändete gotische Templerhof in Mainz wird vom mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) eingezogen und als Pulverlaboratorium benutzt. Dieser Teil wird Pulverhof genannt, die Gärten kommen zum Straßburgerhof. - Das mainzer Haus Zum Spiegel brennt mit mehreren anderen ab. - Der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) schenkt den Besitz der mainzer Walpoden, alias Patrizier zum Silberberg, den Hof zum Silberberg gegenüber dem Goldschmiedsplatz seinem militärischen Oberbefehlshaber Graf Albich von Sulz. - Vitztum Johann von Breidenbach, Vitztum Emmerich von Karben und Vitztum Eidel Wolf von Stein bewohnen den von Richter Volmar konfiszierten mainzer Kronenbergerhof auf dem Karmeliterplatz. - Der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) schenkt den Hof der Patrizier Zum Jungen zum größeren Teil an Graf Adolf von Nassau- Wiesbaden-Idstein III (St) (19) und den kleineren Teil an die Brömser von Rüdesheim und den Hof Zum Dürrenbaum, der Patrizier zum Dürrenbaum an Graf Adolf von Nassau- Wiesbaden-Idstein III (St) (19). Den Familienhof Zum Algesheimer, der Patrizier zum Algesheimer verleiht er bis zu seinem Lebenende 1478 an seinen Mitstreiter Ludwig von Lichtenberg. - Der verräterische verschmitzte Dekretal und Protonatar des apostolischen Stuhls, der mainzer Domherr Ewald Faulhaber von Wächtersbach hilft dem mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) beim Überfall auf die Stadt Mainz und wird dessen Rat und Vertrauter. - Der Patrizier Eberhard zum Dimerstein verrät die Stadt Mainz und wird dadurch berüchtigt.. - Der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) schenkt den Hof des Patrizier Humbrecht zum Widder aus der familie Zinnen an Markgraf Karl I von Baden (St) (35). - Der mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) verkauft die beiden jüdischen mainzer Häuser Zum kleinen Affen und Zum großen Affen, eine Herberge und Wirtshaus. - Die Franziskaner umgehen das Zinsverbot und betreiben Pfandleihhäuser mit einer Bearbeitungsgebühr von 10%. - Johann von Henneberg und Makarius von Buseck II sind mainzer Domherren.

1461 Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (46) verspricht König Georg von Böhmen für einen seiner Söhne die Grafschaft Katzenelnbogen, wenn diese ledig wird. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) verbündet sich mit Pfalzgraf Friedrich und dem mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (seinem Vetter), um diesen im Besitz des Mainzer Erzstiftes zu erhalten, gegen Adolf von Nassau II (St) (38), dessen Bruder Graf Johann von Nassau (St) und Eberhard von Königstein und führt deshalb in diesem und im folgenden Jahr umfangreiche Werbungen durch. Der neue mainzer Erzbischof Adolf von Nassau II (St) (37) eröffnet die Mainzer Stiftsfehde durch die Absetzung von Diether von Isenburg (St). Dieser wird durch den Papst wegen seiner oppositionellen Haltung gegenüber der Kirche und für Kaiser Friedrich von Habsburg III aufgrund Diethers Reformbestrebungen und seiner Forderung nach Abschaffung der päpstlichen Annaten gebannt. Die Fehdeparteien kaufen u.a. in Nastätten Tuch in großen Mengen.Die Stadt Frankfurt weigert sich Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (46) militärisch zu untertützen. - Während der Mainzer Stiftsfehde dient Burg Ellar als Stützpunkt der katzenelnbogener Grafen gegen die Grafschaft Sayn. - .Der Kurfürst Friedrich von der Pfalz (St) (36) duldet keine Juden mehr in seinem Herrschaftsbereich. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) stiftet in St. Goar einen Altar und eine Orgel (5098). - Die Stadt Mainz lehnt ab als Pfalzgraf Friedrich bei Rhein (St) (36) und Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) im ächtigen und um Unterstützung bitten. - Antoniusfeuer tritt im Rheingau auf. - Versuchter Einfall in den Rheingau von Walluf aus durch das Rheingauer Gebück und den stark befestigten Landgraben mit dem mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St), Pfalzgraf Friedrich bei Rhein (St) (36) und Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) mit zahlreichem Volk, das Wetter hat angeblich den Angriff vereitelt. (5146). - Seligenstadt steht auf der Seite des mainzer Erzbischofs Diether von Isenburg (St). - In Walluf sagt der Markgraf Karl von Baden I (St) (34). Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) Fehde an. - Gründung der Universität Nantes. - Vertrag der Ganerben Philipp (St) , Johann d.A.(St) und Johann Adolf von Nassau und Eberhard von Eppstein über Burg Hattstein. - Diether von Isenburg I -Büdingen (St) wird in den Grafenstand erhoben und stirbt. - Rödelheim und Assenheim fallen durch Heirat an Graf Kuno von Solms-Lich (St). - Der frankfurter Patrizier Claus Stalburg kauft den Turm Zum Grimmvogel als festes Lagerhaus. - Pfalzgraf Otto von der Pfalz I-Mosbach Neumarkt (St) (71) stirbt nach der Rückkehr von der Palästinafahrt nach Jerusalem in Kloster Reichenbach, in dem es eine 1000 bändige Bibliothek gibt und ein Astronomischer Turm angelegt ist. - Der bischöfliche Sekretär und ehemalige Gehilfe von Johannes Gutenberg Albrecht Pfister druckt die ersten deutschsprachigen Bücher in Bamberg. - Mit Frank von Kronberg stirbt der Ohrenstamm aus. - Der Abt von Kloster Bleidenstadt Johann von Schönborn versorgt seine Nichte im nassauer Kloster Klarenthal. - Burg Bütgenbach wird an Johann von der Raven als Lehen übertragen. - Der französische König Ludwig XI heiratet Charlotte von Savoyen. - Im Gernsheimer Friedensvertrag verpfändet der Mainzer Erzbischof Dieter von Isenburg (St) das Amt Schauenburg mit Lorsch, Bensheim und Heppenheim an den pfälzer Kurfürst Friedrich der Siegreiche (St) (35). Handschuhsheim, Neuenheim, Dossenheim und Heiligenberg kommt an Kurpfalz. - Durch die Vergabe des Amtes Starkenburg vom mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) an Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) verliert Mainz seinen letzten Einflußbereich an der Bergstrasse. - Ungewöhnlich starker Ausbruch der Pest in Frankfurt. In frankfurter Häusern von Familien von Ratsmitgliedern werden die Ratsmitglieder für die Dauer von 4 Wochen von den Sitzungen ausgeschlossen. Der Rat verbietet die häusliche Pflege von Pestkranken aus Mitleid. Gelegentlich erlaubt er Beginen Pestkranken zu helfen. - Der mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) , Pfalzgraf Friedrich bei Rhein (St) (36) und Markgraf Friedrich von Brandenburg werfen in Nürnberg Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (46) Untätigkeit vor, und beschließén nach einer verstrichenen Frist selbst zu handeln. - Der mit Sophie von der Leyen verheiratete Gerhard von Schönborn stirbt. - Der Kohlebrecher Nolleke arbeitet in der Anthrazit-Steinkohlengrube am Piesberg in Osnabrück. - Meister Peter ersetzt in Oberwesel die bestehende Orgel. - Der wormser Domherr Doktor der Theologie Johann von Wesel lehrt an der neugegründeten Universität in Basel. - Der uneheliche Sohn Tilmann von Nassau (St) alias Bastard von Nassau erhält das Burglehen Wallenfels. - Der burgunder Herzog Philipp von Burgund III, der Gute, reist zur Krönung des französischen Königs Ludwig XI in Reims mit Wein aus Beaune, den er für den besten Wein der Christenheit hält. - Das mainzer Haus Zum Kalten Bade gegenüber dem Franziskanerkloster ist die einzige Judenherberge der Stadt, wo sich auch das Judenbad befindet. - Kuno Herdan von Büches II, Philipp von Isenburg und philipp Hertonis de Galbelnheim sind mainzer Domherren.

1460 Wetter: Auf Rhein und Main herrscht schwerer Eisgang. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) (56) gibt Kurfürst Pfalzgraf Friedrich von Wittelsbach von der Pfalz (St) 3000 Gulden gegen eine jährliche Rente von 150 Gulden. - Er erhält vom mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) (seinem Vetter), für 20 000 Gulden von denen Diethers Vorgänger bereits 10 000 Gulden erhalten hatte, Burg, Stadt und Zoll Gernsheim zum Pfand.In Würzburg kommt es zu Vergiftungserscheinungen durch Wein, weil die Winzer durch höheren Konkurrenzdruck durch den Weinhandel den Geschmack ihrer Weine verbessern wollen. Der Rat der Stadt Würzburg erläßt ein Reinheitsgebot und verbietet Zusatzstoffe. - Das Barfüßerkloster in Frankfurt versperrt der Schar an Bettlern die Türen. - Schlacht bei Pfeddersheim, in der der pfälzer Kurfürst Friedrich der Siegreiche (St) (35) gegen den Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (45), den Pfalzgrafen Ludwig von Zweibrücken-Veldenz (St), Landgraf Ludwig von Hessen II -Kassel (St), Landgraf Heinrich von Hessen III -Marburg, der Reiche (St), die Grafen von Leiningen und Ulrich von Württemberg V (St) gewinnt. - Lorch wird in Kriegshandlungen verwickelt und stark zerstört. - Einigung zur Teilung der Landgrafschaft Hessen, bei der Heinrich den Teil an der Lahn erhält (5089). - Papst Pius II stiftet die Universität in Basel. - Heinrich von Pfolspeundt verfasst die erste Schrift über Chirurgie in deutscher Sprache. - In der Schlacht bei Hemsbach an der Bergstrasse fällt Ulrich von Kronberg vom Flügelstamm. - Der Maure al-Qalasadi verwendet algebraische Symbole für Unbekannte, Wurzeln, Potenzen, Gleichheits- und Operationszeichen. - Pfalzgraf Friedrich belehnt Friedrich IV von Runkel aus Dankbarkeit mit der halben Grafschaft Wied. - Zwischen Espa und Cleeberg beginnt ein 100 jähriger Prozess vor dem Reichskammergericht wegen Grenzstreitigkeiten zwischen Nassau und Hessen um die Grube Amalie, in der Blei, Kupferkies und Silber gefördert wird. - Schleswig-Holstein fällt im Vertrag von Ribe an das Königreich Dänemark. - Der florentiner Maler Alessandro Botticelli beendet sein Werk La Primavera (der Frühling). - Graf Philipp von Eppstein (St) heiratet Margarethe von Hanau. - Der frankfurter Patrizier Henne Brunn betreibt ein Privatgefängnis im Keller des frankfurter Salzhauses, da der Magistrat Schuldner aus Kostengründen nur bis zu 4 Wochen in Haft nimmt. - Das frankfurter Patrizierhaus Lichtenstein kommt in den Besitz der Patrizierfamilie Glauburg. - Landgraf Ludwig von Hessen II (St) baut die kasseler Residenz neu aus. - Der koblenzer Patrizier Eberhard von der Arken ist koblenzer Amtmann und wohnt in Kamp-Bornhofen. - Kurfürst A1brecht Achilles von Brandenburg machte Ansbach zu seiner Residenz. - Die Stadt Goslar ist im Besitz der königlichen Gold- und Silbergrube Rammelsberg. - Der starkenburger Burggraf Ulrich von Kronberg fällt in einem Gefecht für den mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) durch Truppen des Pfalzgrafen in Hemsbach an der Bergstraße. - Der mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) baut Burg Höchst aus. - Die isenburger Burg Herschbach wird an Graf Gerhard von Sayn (St) verpfändet. - Luigi Gonzaga ernennt Andrea Mantegna zum Hofmaler der Familie. - Der pfälzer Kurfürst Friedrich der Siegreiche (St) (35) zerstört die Emichsburg von Graf Emich von Leiningen VIII (St) nach 10-tägiger Belagerung. - Der heidelberger Vogt Engelhard von Neipperg besetzt, plündert und brennt auf Befehl des pfälzer Kurfürst Friedrich der Siegreiche (St) (35) die Dörfer Handschuhsheim und Dossenheim, bei der der Turm von St. Vitus in Handschuhsheim einstürzt. - Die Burg Schauenburg wird fünf Tage lang vom pfälzer Kurfürst Friedrich der Siegreiche (St) (35) belagert. Die Schauenburger ergeben sich und die Burg wird geschleift. - Die Stadt Frankfurt nimmt den kaiserlichen Münzmeister Friedrich Nachtrabe gefangen. - Der kurpfälzer Ratssohn, der wormser Bischof Reinhard von Sickingen bleibt gegen die Order von Papst Pius II neutral. - Der speyerer Bischof Johannes von Hoheneck stellt sich aus familiären Gründen auf die Seite des pfälzer Kurfürst Friedrich der Siegreiche (St) (35). - Vom Turm der Nikolaikirche in Frankfurt aus werden die ein- und auslaufenden Schiffe vom Tagwärter und danach vom Nachtwärter angeblasen und der Verkehr auf dem Main kontrolliert. - Johann von Langenau hat eine Hofstatt als Burglehen in Laurenburg. - Der erfolgreiche Briefdrucker, Spielkartendrucker, Hans von Pfeddersheim kauft in Frankfurt das Haus Zum alten Baumeister in der Großen Sandsgasse 17. - In Frankfurt an der Katharinenkirche verkauft der Buchbinder Philipp nach Inhalt sortiert Bücher neben Kalendern und Schulbüchern. - Der frankfurter Patrizier Jakob Heller wird geboren. Er wird Besitzer des Hellerhofes und des Nürnberger Hofes in Frankfurt werden. - Pfalzgraf Otto von der Pfalz I-Mosbach Neumarkt (St) (70) macht eine Pilgerreise nach Jerusalem. - Das mainzer Stift St. Viktor ist zum Teil niedergebrannt. Im Klostergebäude wird im 16. Jhd. die wird Druckerei von Martin Beheim eingerichtet. - Philipp Kämmerer von Dalberg baut seine Residenz Worms-Herrnsheim zu einer Burg aus. - Richard vom Stein wird mainzer Domdekan.

1459 Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) verkauft dem mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) (seinem Vetter) für 2973 Gulden 6000 Ml Frucht. - Nach dem Tod von Kuno von Westerburg (St) wird Graf Philipp Vormund seiner fünf unmündigen Kinder und Verweser der Herrschaft Westerburg. - Aufruhr im Reich und besonders in der Umgebung von Frankfurt. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (44) fühlt sich vom Volk verachtet (warum?). - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (44) erlaubt der Stadt Frankfurt gegen alle Raubritter gnadenlos vorzugehen und ihren Besitz ohne Verhandlung zu zerstören oder einzuziehen und nach eigenem Gutdünken zu verteilen. - Eberhard von Württemberg V (St) wird Graf, bekannt als Eberhard im Bart. - Der Mönch Fra Mauro manipuliert Afrikas Nord-Süd-Ausdehnung auf seiner Weltkarte, bei der Süden zum ersten Mal unten ist, um Umschiffbarkeit zu suggerieren. - Der neue mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) unterstützt Kurfürst Pfalzgraf Friedrich (St) gegen den Kaiser und verweigert die Zahlung von 20650 Gulden an Papst Pius II 20659 Gulden weshalb Papst Pius II das Amt an Adolf von Nassau II (St) verkauft. - Erste schweizer Universität wird in Basel gegründet. - G. Peurbach vollendet seine Mondfinsternistafeln. - Der Lombarde Franz von Taxis, der Begründer des modernen Postzeitalters wird in Camerata Cornello, Italien geboren und 1512 in den Adelsstand erhoben. - Graf Johann von Solms V -Lich (St) stirbt und vererbt Burg Rödelheim an Graf Kuno von Solms (St). - Landgraf Ludwig von Hessen II -Kassel (St) beginnt ein Verhältnis mit seiner Mätresse Margarethe von Holzheim mit der er 7 Kinder hat. - Nikolaus von Kues veröffentlich Der Goldene Satz in der Mathematik. - Pfalzgraf Stefan von der Pfalz (St) stirbt 74-jährig, wird in Meisenheim begraben und sein Söhne Friedrich von Pfalz-Simmern (St), der Strenge, und Ludwig von Pfalz-Zweibrücken (St), der Schwarze, der alleine die Grafschaft Veldenz regiert, teilen den väterlichen Besitz. - Die Rheingrafen erheiraten die Hälfte der Grafschaft (Ober-)Salm und nennen sich Grafen von Salm. - Philipp Melanchthons Vater Georg Schwartzerdt wird in Heidelberg geboren. Er wird kurfürstlicher Rüstmeisters und Waffenschmied. - Graf Ludwig von Veldenz I (St), der Schwarze, übernimmt die Grafschaft Veldenz alleine. - Papst Pius II erlaubt Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) Milchprodukte während der Fastenzeit auf Grund seines hohen Alters von 60 Jahren. Dies bedeutet, dass sein Geburtsjahr 1402 möglicherweise falsch ist. - Erster jährlicher Sendgerichtsbericht im Archipresbyterat Wetzlar berichtet erstmals von Verstößen gegen die kirchliche Ordnung, die Ehebruch 9x, Unzucht 19x, Blutschande, Fehlen der ehelichen Gemeinschaft 4x, Versäumnis der Eheschließung, Wucher 3x, fehlende Abrechnung, Fluchen und Gewalttäigkeiten richtet. - Kurfürst Friedrich I von der Pfalz (St) (34) trifft das Hoffräulein, die augsburger Sängerin Klara Dett am bayerischen Hof in München. - Karl von Hynsperg (Kaiserslautern) heiratet in die frankfurter Patrizierfamilie ein und wird in die Stubengesellschaft Alten Limpurg aufgenommen. - Graf Diether von Isenburg-Büdingen (St) bittet den Rat der Stadt Frankfurt um die Untersuchung von Leprakranken. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (45) ernennt den Enkel des verstorbenen böhmischen Königs Georg von Podiebrad Viktorin von Münsterberg (16) zum Reichsgrafen. - Der Briefdrucker, Maler und Offenbacher Kilian Began von Siebenbürgen wird frankfurter Bürger. - Im schweizer Urserental wird Katharina Simon von Steinbergen wegen Verwandlung in wahlweise Fuchs, Katze oder Wolf und Reitens auf Wölfen durch die Täler, wobei sie Lawinen auslöse, angeklagt und hingerichtet. - Der mit Gräfin Lisa von Wied (St) verheiratete Ritter Gerlach von Breidenbach stirbt. - Ruprecht von Solms ist mainzer Domkustos.

 

1458 Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) gibt seinem Vetter, dem mainzer Erzbischof Diether von Isenburg (St) 4000 Gulden gegen eine jährliche Rente von 200 Gulden und leiht dem kölner Erzbischof Dietrich von Moers 1000 Gulden.Gräfin Annas von Katzenelnbogen (St) Mitgift wird um 12 000 Gulden auf 48 000 Gulden erhöht, die Auszahlung derselben dafür aber bis zum Tode Graf Philipps (St) verschoben, wofür er seine Anteile an den Graf- und Herrschaften Diez, Löhnberg, Ellar, Hadamar und Driedorf zum Pfand setzt. Graf Philpp von Katzenelnbogen-Diez (St) löst für die 12000 Gulden um die er die Mitgift seiner Tochter Anna von Katzenelnbogen (St) erhöht hat, ein Viertel an Limburg, Molsberg und Brechen von Graf Reinhard von Solms (St) und Frank von Kronberg denen es Landgraf Ludwig von Hessen II -Kassel (St) verpfändet hatte. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) übernimmt von Frank von Kronberg eine Schuld Kunos von Westerburg (St) in Höhe von 2000 Gulden. - Die Stadt Marburg schenkt der jungen hessischen Landgräfin, Gräfin Anna von Katzenelnbogen (St) einen vergoldeten Pokal. - Landgraf Ludwig von Hessen I (St) stirbt und löst Erbstreitigkeiten unter seinen Söhnen den Landgrafen Ludwig von Hessen II -Kassel (St) und Heinrich von Hessen III -Marburg, dem Reichen (St) aus. - Bartholomäus von Eten, Doktor der sieben freien Künste und der Arzneikunde wird Leibarzt Graf Philipps von Katzenelnbogen-Diez (5019). Er darf nur in Frankfurt, Mainz oder Köln leben. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) reitet mit seinen Freunden (u.a. Kuno von Reifenberg, Otto Breder, Heinrich Wolf, Philipp Rode) zur koblenzer Fasnacht zum Stechen und Tanz. - Der Narr des trierer Erzbischofs Johann von Baden II (St), der kleine Reterchen, erhält von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) einen Gulden.(6125). - Papst Pius II beginnt intensiv vor der Ausbreitung der Osmanen zu warnen. - Graf Philipp von Nassau II (St) bekommt Streit mit dem Domkapital, da er diesem gegenüber den Zehnten von den Gütern um die Kapelle des Heiligen Kreuzes in Sonnenberg beansprucht und auch erheben läßt. Daraufhin werden er und sein Keller mit dem Kirchenbann belegt. - Der kaiserslauterner Carl von Hynsperg heiratet die frankfurter Patrizierin Guda von Heringen, die das Haus Fürsteneck erbt - Kuno und Emmerich von Reifenberg verstümmeln grundlos einen Unbeteiligten in der Dorheimer Fehde, indem sie ein Bein abschlagen. - Graf Gerhard von Sayn II (St), verheiratet mit Elisabeth von Sierck, verkauft für 20000 Gulden frankfurter Währung Frank dem Älteren von Kronberg Burg Assenheim, Burg Petterweil und seinen Anteil an Burg Vilbel. - Der später seliggesprochene Bernhard von Baden (St) stirbt in Moncalieri. - Graf Ulrich von Württemberg V, der Vielgeliebte (St) lässt Burg Widdern zerstören, auf der sich pfälzische Lehnsleute befanden wodurch sich Auseinandersetzungen zwischen ihm und Kurfürst Friedrich I von der Pfalz (45) zuspitzen. - Pfalzgraf Kaspar von Pfalz-Zweibrücken-Veldenz (St) wird geboren und von seinem Bruder 1490 lebenlang eingekerkert. - Der italienische Maler Filippo Lippi malt die Fresken im Chor des Doms von Prato, lernt dabei die schöne florentiner Novizin Lucrezia Buti kennen, die für ihn Modell sitzt und mit der er durchbrennt. - Der mailänder Herzog Francesco Sforza (St) schickt Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) seinen Gesandten Antonio Caraffa, der sich auf dem Weg zu Herzog Philipp von Burgund III, der Gute befindet. - Graf Johann von Nassau (St) verlangt eine Reform seines Hauskloster Klarenthal. - Der in Selestat geborene Johannes Mentelin eröffnet in Straßburg eine Druckerwerkstatt. - Kurfürst Friedrich I von der Pfalz (St) zelebriert in Heidelberg ein weihnachtliches Hoffest mit größter Prachtentfaltung vor hochrangigem Publikum. - Prozess in Frankfurt gegen Jakob von Kronberg wegen des Überfalls in Kelsterbach. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (43) verbietet zwei mainzer Jahrmärkte und allen Kaufleuten sie zu besuchen. - Graf Johann von Nassau-Weilburg-Saarbrücken (St) lässt die vier von seiner Mutter Gräfin Elisabeth von Lothringen (St) übersetzten französischen Romane Der Weiße Ritter - Herpin, Loher und Malle, Sibille und Huge Scheppel in großem Format und mit vielen Miniaturen geschmückt anfertigen. - Am Hof des burgunder Herzogs Philipp III der Gute (29) gibt es 591 Amtsträger, etwa doppelt soviele wie 1426. - Grenzstreitigkeiten zwischen Lorch und Kaub werden entschieden. - Die Rheingrafen erhalten durch Heirat die Hälfe der Besitzes der Grafen von Salm. - Dr. Ludwig zum Paradies ist Advocat in Frankfurt in einem Rechtsstreit von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St). - Die raugräfliche Altenbamburg ist zu 3/4 im Besitz von Pfalzgraf ?. - Der gelnhausener Burgmann und frankfurter Patrizier Johann Breidenbach stirbt. Die Witwe heiratet in 3. Ehe Eberhard Stommel. - Der bologneser Medizin-Professor Giovanni Arcolani stirbt. Giovanni Arcolani hinterlässt Beschreibungen über Füllungen von Zahn-Karieslöchern mit Blattgold. - Nach dem Tod seiner Mutter Margarethe von Pfalz-Mosbach (St) ist Philipp von Hanau I Münzenberg (St) (09) Vollweise, sein Großvater Pfalzgraf Otto von Wittelsbach I Pfalz-Mosbach - Neumarkt (St) gibt seine Vormundschaft und seinen Wiederstand zur Teilung der Grafschaft auf. Bei der hanauer Landesteilung wird dem Onkel, dem Windeckener Graf Philipp von Hanau I -Lichtenberg (St) Burg Babenhausen als Residenz für die südlich des Mains gelegenen Grafschaftsteilen zugewiesen. - Der Abt von Kloster Eberbach Richwin visitiert das Kloster Gnadenthal und stellt für die Nonnen neue Regeln, die alle 3 Monate vorgelesen werden müssen, wie die Anwesenheitspflich bei der Messe, die Schweigepflicht in der Kirche, dem Kreuzgang, im Dormatorium und Refektorium und tägliche Strafaktionen fest. Wer sich über die harten Strafen bei Verwandten ausserhalb von Kloster Gnadenthal beklagt wird noch einmal mit Wasser und Brot bestraft. Ebenso werden die harten Strafen bei den Regeln zum Verlassen des Klosters ohne geistlicher Kleidung oder verspäteter Rückkehr, bei Tragen von Schmuck, Kontakt mit Männern fällig. Fleisch darf nur auf der Krankenstation gegessen werden. Die Nonnen werden gemeinsam nachts im Schlafhaus eingeschlossen und bei Aufruhr solange bei Wasser und Brot von ihren Mitschwestern isoliert bis sie gehorchen. 1492 werden die Strafen verschärft und das Urlaubsverbot selbst auf Schwangerenpflege, Geburts- und Hochzeitsfeiern und Taufen von Verwandten ausgeweitet. - H von Nuenfels, Hertnid vom Stein zu Ostheim und Adolf Rau von Holzhausen sind mainzer Domherren.

1457 Graf Philpp von Katzenelnbogen-Diez (St) leiht dem kölner Domkapitel 1000 Gulden während eine Anfang des Jahres beabsichtigte Anleihe des mainzer Erzbischofs Dietrich Schenk von Erbach in Höhe von 3000 Gulden anscheinden nicht zustande gekommen ist, da eine Einigung über die Differenzen des Grafen mit dem Mainzer Erzstift erst am Ende des Jahres erfolgt. - Anna, die Gemahlin Graf Philipps des Älteren von Katzenelnbogen-Diez (St). welche 1456 durch Papst Calixt III von Bett und Tisch des Grafen getrennt worden war, zieht sich gegen eine jährliche Abfindung von 1000 Gulden und unter Vorbehalt ihres Wittums Lichtenberg nach Württemberg zurück. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) hat die halbe Stadt Homburg v.d. Höhe von Gottfried von Eppstein VIII (St) für 4500 Gulden pfandweise inne und kauft mit anderen zwei Teile der eppsteinschen Dörfer im Taunusvorland für 20720 Gulden. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) regelt mit dem neuen trierer Erzbischof Johann von Baden II (St) die Schuldverpflichtungen des trierer Erzstifts an den Grafen, die auf 18000 Gulden festgesetzt werden. - Die Tochter von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) , Anna von Katzenelnbogen (St), heiratet am 24. Jan. um 1 Uhr oder 2 Uhr Nachmittags in der Kirche zu St. Goar Landgraf Heinrich von Hessen. (4957) - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) gestattet Anna von Venningen, der Frau von Bernhard Kalb von Reinheim ihn zu bewittumen (4972). Kuno von Westerburg (St) und Schaumburg überfällt frankfurter Kaufleute bei Kelsterbach (bei Rüsselsheim). In einem Brief wird Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) gebeten Frankfurt Beistand leisten (4977). - Der Vetter von Gottfried von Eppstein VIII (St) ist Herr zu Königstein, Werner von Eppstein (St) ist Herr zu Münzenberg. - Anomalie des Baumwachstums durch den Ausbruch des Vulkans Kuwae beendet. - Gründung der Universität Freiburg im Breisgau. - E. S. Piccolomini, späterer Papst Pius II verfasst seine Schrift über Deutschland. - Die letzte Linie der Raugrafen Neuenbaumburg stirbt mit Otto von Neuenbaumberg aus. - Die letzte Raugrafenlinie Neuenbaumburg stirbt aus. - Die Ganerben von Reifenberg, Rodenstein und Kronberg befehden Landgraf Ludwig von Hessen II - Kassel, den Friedfertigen (St), der daraufhin marodierend die reifenberger Lande durchzieht. - Der Urenkel des reichen frankfurter Patriziers Jacob Knoblauch stirbt kleinbürgerlich mit einem kleinen städtischen Amt bekleidet. - Dietrich Perselmann ist Orgelbaumeister in Köln. - Kölner Kaufleute werden bei Höchst am Main von Kuno von Westerburg (St) und Jakob von Kronberg angegriffen und nach Westerburg verschleppt. Karl Markgraf von Baden und Graf von Sponheim ist Schiedsmann. - Der gelernte Anwalt Johannes Fust bringt Psalterium im Zweifarbendruck heraus. - Der Turm von Breda stürzt ein. - Mechthild von der Pfalz (St) bewegt ihren zweiten Ehemann Erzherzog Albrecht von Österreich VI (St) in Freiburg im Breisgau eine Hochschule zu gründen, die Albertina oder heutige Albert-Ludwigs-Universität. - Die Pest tritt in Hachenburg auf. - Dietrich von Manderscheid wird in den Reichsgrafenstand erhoben. - Die burgunder Erbtochter Maria vom Burgund wird geboren. - Der an Epilepsie erkrankte kränkliche Graf Ludwig von Württemberg II -Urach (St) (18) der Nachfolger sein Bruder Eberhard von Württemberg V - Urach /I (St) (12) mit dem Bart ist minderjährig. - Die Stadt Frankfurt erbittet erfolgreich von Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (42) die Rückkehr ihres Büchsenmeister Heinrich Molner. - Gräfin Margarethe von Baden (St) (26), die Ehefrau des ansbacher Herzogs Albrecht Achilles von Hohenzollern (St) stirbt nach 11 jähriger unglücklicher Ehe und einem 2 jährigen Thronfolger Johann Cicero. - Der frankfurter Großhandelskaufmann und Patrizier Bromm stirbt. Sein Enkel wird Frankfurt 1556 in schwere Schulden stürzen. - Kuno von Reifenberg ist katzenelnbogener Amtmann im diezer Teil der Grafschaft Katzenelnbogen-Diez. - Der Schwiegersohn von Agnes Blum, frankfurter Patrizier Heinrich Degen zum Burggrafen wird frankfurter Syndicus. - In Straßburg darf der städtische Weinausschank schon am frühen Morgen für arme Leute, Arbeiter und Pilger öffnen.

1456 Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) und Frank von Kronberg erwerben die Pfandschaft in Höhe von 16 000 Gulden welche Wilhelm von Büren vom kölner Erzbischof Dietrich von Moers auf Zoll und Stadt Linz besitzt, unter Erhöhung der Pfandsumme auf 23 000 Gulden für die sie die Hälfte von Zoll und Stadt Linz erhalten. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) und die trierer Mannen und Städte schließen eine Einung, in der sie Bedingungen festlegen unter denen sie nach dem Tode des trierer Erzbischofs Jakobs von Sierck I den neuen trierer Erzbischof allein anerkennen wollen. - Einung der diezer Erbherren Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St), Graf Johann von Nassau-Diez (St) und Gottfried von Eppstein VIII (St) über die Angelegenheiten und die Verwaltung der Grafschaft Diez. - Eberhard von Katzenelnbogen, Domherr zu Köln stirbt. (St) - Die Ehe von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) und seiner Frau Anna wird getrennt. Eine erneute Heirat ist bis zum Tod von Gräfin Anna ausgeschlossen. Hintergründe. - Der im Dienst von Herzog Albrecht von Wittelsbach III von Bayern-München (St) stehende Arzt Johannes Hartlieb schreibt Das Buch aller verbotenen Kunst, Unglaubens und Zauberei - Der trierer Erzbischof Jakob I von Sierck stirbt und Johann von Baden II (St) wird neuer trierer Erzbischof. - Die Burg Diez wird ausgebaut. - In der kurtierischen Exklave, der Stadt Elz läßt Graf Johann von Nassau-Diez (St) mit 200 Mann die Türme abtragen und die Gräben schleifen (4948). Siegender Bergleute sind für die Abrissmanahmen zuständig. - Gräfin Anna von Katzenelnbogen (St) verweilt in Marburg, wo ihr der Rat der Stadt 2 Vt. Wein schenkt. (4955) - Gründung der Universität Greifswald - Die fünfte vollkommmene Zahl wird angegeben. - Erdbeben zerstört Neapel mit 30 000 - 40 000 Toten. - Wetter: Am 24. Juni besteigen heidelberger Studenten den Allerheiligenberg, um den Kometen zu sehen. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (41) fordert von der Stadt Frankfurt zwei ihrer besten Büchsenmacher, bekommt aber nur Heinrich Molner und den Büchsenschützen Hans Goldsmyd. - Wilhelm von Virneburg verkauft die Hälfte der Grafschaft Falkenstein an Wirich IV von Daun-Oberstein; die Lehnsrechte gibt Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (41) an Lothringen. - Osmanen nehmen Athen ein. - Burg Sterrenberg ist baufällig. - In Bamberg werden vier Bordelle im Stadtgebiet betrieben. - Der mainzer Erzbischof Dietrich Schenk von Erbach und Kurfürst Friedrich I von der Pfalz (St) erobern die Raubritterburg Montfort und zerstören sie. - Johann von Wesel wird Rektor der Universität Erfurt. - Landgraf Ludwig von Hessen I (St) (54) erhält die Lehnshoheit über die Herrschaften Büren und Rietberg. - In Darmstadt wird eine Bäckerordnung über Roggenbrot und Weißbrot und eine Metzgerordnung erlassen. - Eberhard von Katzenelnbogen (St) ist kölner Domkanoniker. - Steinbrücke über die Lahn in Nassau. - Anna Donner von Lohrheim ist Nonne in Kloster Dierstein. - Graf Ulrich von Württemberg V, der Vielgeliebte (St) (54), beginnt den Bau des Württembergischen Landgrabens östlich des Neckars. - Der mainzer Erzbischof Dietrich Schenk von Erbach nimmt den kaiserlichen Münzmeister aus Frankfurt fest und weigert sich ihn an Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (41) auszuliefern. - Der neue trierer Erzbischof Johann von Baden II (St) übernimmt den Landhofmeister Johann von Eltz seines Vorgängers des trierer Erzbischof Jakob von Sierck I. - In Belgrad wird das letzte männliche Mitglied der gefürsteten Grafen von Cilli Graf Ulrich von Cilli II ermordet. Das Erbe fällt an Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (41). - Das Blutwunder von Walldürn löst die erste große Wallfahrt aus. - Johann von Wesel wird an der Universität in Erfurt Doktor der Theologie. - Ein Ritter von Westerburg wird am Rhenser Königsstuhl wegen Raubes an Kaufleuten zu einer Buße von 12000 Gulden an die Opfer verurteilt. - Ein Ehevertrag zwischen Graf Melchior von Falkenstein-Bretzenheim -Daun und Margarethe von Virneburg wird unterzeichnet. - Kurfürst Friedrich I von der Pfalz (St) und sein Bruder halten sich bei Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) auf der katzenelnbogener Burg Hohenstein auf. Zu den Mahlzeiten gibt es Reis, Senf, Mandeln, Rosinen, Zimt, Feigen, frische Fische, die teils heiß, teils in einem vergoldeten Gelee serviert werden, zudem Hausenblase, Lachs und Kobbelchen. - Der am burgundischen Hof in Brüssel aufgewachsene Neffe des Burgunderherzog Philipp von Burgund III, der GuteAdolf von Kleve (31), wird in Den Haag in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen. - Der erste burgundische Kammerherr, luxemburger boulognener und namurer Gouverneur, herzöglich-burgundischer Bannerträger Graf Antoine der Croy, Schwiegervater von Graf Ludwig von Veldenz-Zweibrücken (St) (32) sorgt erfolgreich für Kompetenzstreitigkeiten am burgunder Hof mit dem burgunder Erbprinz Karl der Kühne von Burgund (23), der sich mit seinem Vater Herzog Philipp von Burgund III, der Gute (60) überwirft. - Georg von Baden ist mainzer Domherr.

1455 Kaiser Friedrich von Habsburg III (40) verschreibt dem trierer Erzbischof Jakob von Sierk I für den Fall, dass Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) vor Erzbischof Jakob stirbt, die Hälte des St. Goarer Zolles. Der trierer Erzbischof verkauft dem Grafen Philipp für 2000 Gulden bopparder Zollgefälle. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) leiht dem mainzer Erzbischof Dietrich Schenk von Erbach 2000 Gulden und kurz darauf weitere 3000 Gulden gegen eine zehnprozentige Rente. Auf Hohenstein wird die Reparatur einer Uhr erwähnt. - Gräfin Ottilie von Katzenelnbogen alias Gräfin Ottilia von Nassau (St) (Liebeszauber) u.a. einen Seidenrock im Gegenwert von 2400 Zentner Hafer. Zum Hofpersonal gehören: zwei Köche, zwei Bäcker, Hofmetzger mit Falknern und Hundeführern, Vogelsteller, Otternfänger, Wappenmeister und viele Hofmusiker. - Nichteheliche Kinder, Kinder von Konkubinen oder Kinder aus nachträglich ehelichen Verbindungen werden nun diskriminiert. - Graf Philiipp von Katzenelnbogen-Diez (St) reitet nach Aschaffenburg .(6100.13) . - Territorialer päpstlicher Nepotismus beginnt unter Papst Kalixt III, der sogar ein Königreich (Neapel) seinen Verwandten zukommen lässt. - Das Sternbild Kreuz des Südens wird erstmals vom Venezianer A. Cadamosto, der im Dienste Heinrichs des Seefahrers stand, während seiner Entdeckung der Kapverdischen Inseln erwähnt. - Der berühmteste französische Dichter des Spätmittelalters Francois Villon flüchtet nach Verwicklungen im pariser akademischen Proletariat mit den Coquillards, marodierender krimineller Banden, bei der Verletzungen an seiner Lippe erhält, wegen Mordanschuldigungen aus Paris. - Der Landgraf Ludwig von Hessen I (St) (53) holt den Alchimisten Klaus von Urbach auf die Burg Felsberg um Gold zu machen. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) auf Burg Auerbach neben 64 Laden mit Pfeilen für 24 Armbrüste, 107 Handbüchsen aus Eisen, 30 Handbüchsen aus Messing, eine Lade mit Eisen, mit der man die Büchsen lud und die zugehöigen Klober und Forme, sowie 6 Tonnen und 2 Fäßchen Pulver. - Im mainzer Barfüsserkloster wird Johannes Gutenberg von Geldgebern und Mitläufern, u.a. vom frankfurter Goldschmied Johannes Kist, auf Zahlung von 1250 Gulden verurteilt. Problemlos zahlt Johannes Gutenberg die Summe. Er bleibt im Besitz der Werkstatt und der Druckerzeugnisse und hat bereits 160 fertige Druck-Bibeln verkauft. - Nikolaus von Kues verbietet den Besuch der Kirchtage mit Wehr und Waffen sowie die Entheiligung des Kirchtages durch Tanzveranstaltungen. - Durch die Mode Häusern Namen zu geben nennt sich das erste Badehaus in Wiesbaden Zur Krone. -Werner von Eppstein-Münzenberg (St) und Eberhard von Eppstein-Königstein (St) werden in ihrer Fehde um Butzbach von Walter von Eppstein-Breuberg (St) geschlichtet. - Der neue würzburger Fürstbischof Johann von Grumbach II (Wolfskeel) beginnt kriegerische Auseinandersetzungen gegen den lokalen Adel und danach Territorialpolitik zwischen Hohenzollern und Wittelsbachern. - Der 30-jährige Rosenkrieg, ein Bürgerkrieg zwischen York und Lancaster beginnt. - Beim Altenburger Prinzenraub entführt Ritter Kunz von Kauffungen die Kinder Ernst und Albrecht von Kurfürst von Sachsen, Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen, Friedrich den Sanftmütigen. und Margarethe von Habsburg (St). - Ludwig von Pfalz I-Zweibrücken (St) versucht sich als Raubritter und plündert bei seinen Vetter Kurfürst Friedrich von der Pfalz (St), der ihm die Grafschaft Veldenz streitig machen will. Ludwig von Pfalz I-Zweibrücken (St) (31). - Der erste burgundische Kammerherr, luxemburger boulognener und namurer Gouverneur, herzöglich-burgundischer Bannerträger Graf Antoine der Croy, Schwiegervater von Graf Ludwig von Veldenz-Zweibrücken (St) (31) wird in seiner befestigten Stadt Bergzabern belagert und zur Unterzeichnung des Friedens zu Worms und der Anerkennung der Lehenshoheit von Kurfürst Friedrich von der Pfalz (St) gezwungen. - In der Stadt Pfeddersheim wird der Märchenerzähler und -sammler Johannes Pauli geboren. - Johann von Grumbach II wird Fürstbischof von Würzburg. - Johann I von Kleve heiratet Elisabeth von Nevers aus einer Seitenlinie des Hauses Valois-Burgund. - Johannes Gutenberg druckt Flugschriften von Bischof Heinrich Kalteisen von Drontheim. - Ludwig von Bourbon wird Bischof von Lüttich. Er heiratet heimlich Katharina von Kleve und hat mit ihr 3 Kinder. - Der Landgraf Ludwig von Hessen I (St) (53) erstellt eine Landes- und Geichtsordnung für Hessen-Kassel. - Johann von Dalberg wird geboren, er wird 1480 wormser Bischof. - Nach der Geburt seines Sohnes Wilhelm wird Herzog Gerhard von Jülich-Berg (39) geisteskrank und seine Frau Sophie von Sachsen-Lauenburg übernimmt die Regierung. - Die Franziskaner bemühen sich erfolgreich den Handel im frankfurter Barfüßerkloster aufrecht zu erhalten. - Kurfürst Friedrich von der Pfalz (St) zwingt Herzog Ludwig von Veldenz militärisch zur Anerkennung seiner kurpfälzischen Lehnshoheit. - Der frankfurter Patrizier Johann Leidermann stiftet in Frankfurt eine große Summe zum Neubau der Elendenherberge vom Heilig-Geist-Spital an der heutigen Konstabler Wache. - Gilbrecht Schadeck prozessiert gegen die Stadt Frankfurt und Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (40) verbietet es. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (40) befiehlt der Stadt Frankfurt am Krieg gegen die Türken mit 200 Reitern und 300 Mann Fußknechten teilzunehmen. - Der frankfurter Münzmeister Konrad Steeg wird zu Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (40) befohlen und der Stadt Frankfurt in seiner Abwesenheit verboten Münzen zu prägen. - Die Schwester des diezer Amtmanns Gerhard von Schönborn, Metze von Schönborn kommt als Nonne in das Kloster Dirstein. - Der berühmteste deutsche Rotschmied Peter Vischer wird in Nürnberg als Sohn eines Messinggießers geboren. - Graf Bernhard von Solms II -Braunfels (St) erweitert Burg Hungen. - Der trierer Erzbischof Jakob I von Sierck erhält vom neuen Papst Kalixt III alias Alfonso Borgia die Bestätigung für eine neue Universität in Trier, kann sie aber aus Geldmangel nicht durchführen. - Daniel von Mudersbach übernimmt die hessische Pfandburg Hermannstein. - Johann von Schönborn II nennt sich Johann von Freienfels II und wird 1493 sterben. - Johann von Milwalt alias Johann Heidrich von Lorch verliert die Patronatsrechte über die oberweseler Liebfrauenkirche an die Herren von der Leyen. - Johann Nix von Hoheneck wird mainzer Domdekan.

1454 Gräfin Ottilie von Katzenelnbogen (St) verzichtet gegenüber Graf Johann von Nassau-Diez (St) auf das Erbe ihres Vaters betreffend die Güter jenseits der Maas zu Brabant und Holland. Graf Johann von Nassau (St) löst zugleich für 20 000 Gulden, die Ottilie als Heiratsgut verschriebenen Teile der Herrschaft St. Vith und Boitenbach ein und weist sich mit Herzog Gerhard von Jülich und Berg über seine Manngeldforderungen aus den Düsseldorfer Zollgefällen. - Johann und Johann Boos von Waldeck tragen Graf Philipp ihre Güter zu Boppard und im dortigen Reichsgericht auf, die sie dem Grafen bereits 1452 vorübergehend für 1500 Gulden verpfändet hatten. - Kuno von Westerburg verpfändet dem Grafen seine mainzer Zollanteile. - Graf Philipp der Ältere nennt sich von Katzenelnbogen-Diez (St). - Auf dem Frankfurter Reichstag, genannt Türkentag, versucht der kaiserliche Sekretär Ennea Silvio Piccolomini (ab 1458 Papst Pius II) altgermanische Tugenden der Tapferkeit mit dem Begriff Vaterland zu mobilisieren und fordert eine Art Europa-Armee und führt den Begriff Europa wieder ein. - Johannes Gutenberg erfindet Buchdruck in Mainz und beendet nach dreijähriger Arbeit seine erste berühmte Bibel, flieht nach Frankfurt und druckt dort Ablaßbriefe zur Beschaffung von Geldern für den Krieg gegen die Türken. - Die reiche Kaufmannsfamilie Melem zieht von Köln nach Frankfurt. - Der Sänger von Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez heißt Jakob (6247). - Der heilige Franz von Paola gründet das erste Kloster der Paulaner. - Gräfin Ottilie von Katzenelnbogen (St) zieht nach Marburg. - Graf Philipp von Katzenelnbogen reitet mit Daniel von Mudersbach vom Pfalzgrafen in Bacharach nach Aachen. (4861) - Durch den koreanischen Kuwae-Ausbruch friert das Gelbe Meer zu, hunderttausende erfrieren durch 40 Tage kontinuierlichem Schneefall. - Elisabeth von Habsburg (St), die 18-jährige Tochter des verstorbenen römisch-deutschen Königs Albrecht von Habsburg II heiratet den Jagiellonen Kasimir II und wird als Mutter der Könige berühmt. - Nicolaus von Kues erstellt seine Karte von Mitteleuropa.- Der frankfurter Rententurm im Saalhof wird errichtet. - In Konstantinopel wird der Topkapi-Palast erbaut. - Nikolaus der Trompeter musiziert in Darmstadt. - Der trierer Erzbischof Johann von Baden (St) verpachtet dem frankfurter Bürger und koblenzer Münzmeister das Bergwerks Falkenley bei Kennfuß - Venedig schließt Frieden mit den Osmanen und hält seine Häfen offen. - Das Haus Isenburg-Braunsberg-Wied fällt an die Herren von Runkel weil Wilhelm von Isenburg II -Braunsberg, Graf von Wied (St), ohne männliche Nachkommen , alle seine Besitzungen an Friedrich von Runckel IV, den Sohn der Nichte Anastasia, verschenkt. - Jakob Fugger nimmt seinen Geschäftsanteil aus dem Handelshaus Fugger und gründet sein eigenes Handelshaus. - Ketzerverbrennung in Aschersleben. - Kuno von Westerburg (St) führt eine Fehde gegen den kölner Erzbischof Dietrich von Moers II. - Der Preussische Bund beginnt mit dem Deutschen Orden den 13jährigen Krieg. - Der burgunder Erbprinz Karl der Kühne von Burgund (21) bittet seinen Vater Margareta von York, die Tochter des Herzogs von York, heiraten zu dürfen, muss jedoch in Lille seine Nichte Isabelle de Bourbon (18), Cousine des französischen König Karl VII heiraten. - In der höchster Justinuskirche wird ein Lettner errichtet. - Der frankfurter Patrizier Engel Frosch, dessen Familie im Besitz des Messequartiers Hof Rebstock ist, ist Kanzler des mainzer Erzbischof Dietrich Schenk von Erbach. - Den Spendern zum Neubau der Elendenherberge vom Heilig-Geist-Spital an der heutigen Konstabler Wache wird erlaubt Glasfenster mit ihren Wappen auf Kosten der Herberge einsetzen zu lassen. Die Kammern werden hergerichtet und sind nur für Ortsfremde und Pilger bestimmt. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (39) befiehlt der Stadt Frankfurt das Dorf Sulzbach an Eberhard von Eppstein-Königstein (St) zurückzugeben. - Bernhard von Schwalbach und Johann von Erlenbach werden die Geiselbacher Bergwerke, wo nach Gold, Silber, Blei, Zinn, Kupfer, Eisen und Salz gesucht wird, verliehen. - Die Äbtissin von Kloster Bärbach Gute von Königstein kauft Güter von Kloster Brunnenburg auf. - Am Rathaus Römer in Frankfurt wird die Sonnenuhr durch eine große Räderuhr mit Schlagwerk ersetzt. - In Lille feiert der burgunder Erbprinz Karl der Kühne von Burgund (21) das Fasanenfest, bei dem Burgund die Führung eines neuen Kreuzzugs beansprucht. Auf dem Fest wird unglaublicher Prunk demonstriert. Hauptattraktionen sind eine Pastete, in der 20 lebende Menschen musizieren, mechanische Spielereien, Zimmerspringbrunnen und ein lebender Fasan, der Gold und Edelsteine trägt und den Kreuzzug symbolisieren soll. Der uneheliche Herzogssohn Cornelius von Burgund, Gouverneur und Generalkapitän des Herzogtums Luxemburg, feiert in Begleitung einer Gräfin von Kleve feiert. - Der kinderlose Graf Wilhelm von Isenburg-Wied (St) schenkt seine Grafschaft Wied Dietrich von Runkel IV (St). - In Dillenburg wird in der Grube Laufender Stein gearbeitet. - Graf Ludwig von Veldenz-Zweibrücken (St) (30), genannt der Schwarze, heiratet in Luxemburg Johanna von Croy, die Tochter des ersten burgundischen Kammerherrn luxemburger boulognener und namurer Gouverneur, herzöglich-burgundischer Bannerträger Graf Antoine der Croy. Graf Antoine der Croy beherrscht den gesamten burgundischen Staat und besetzt freie Ämter mit seinen Günstlingen. - Dietrich Knebel von Katzenelnbogen besitzt Burglehen auf Ungeld von Kastellaun von Pfalzgraf Friedrich, Graf von Sponheim. - Der walisische Dichter Newbold Rebel verlässt die katzenelnbogener Burg Rüsselsheim.

1453 Diether von Isenburg (St) verpfändet Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) die Hälfte seines Anteils an Dreieichenhain. - Graf Philipp von Katzenelnbogen-Diez (St) kauft mit Zustimmung des trierer Erzbischofs Jakob von Sierk (55) von Gottfried von Eppstein für 30 000 Gulden ein Viertel der Grafschaft Diez, während Erzbischof Jakob zugleich ein Achtel für 10 000 Gulden erwirbt. Graf Philipp der Jüngere von Katzenelnbogen (St) befindet sich des öfteren im Wirtshaus Zum Renner in Frankfurt-Sachsenhausen. - Graf Philipp von Katzenelnbogen d. Jüngere (St) stirbt im Schloss zu Darmstadt. - Das Mittelalter endet mit der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen. - Ulrich von Hanau I-Münzenberg, der Jüngere von (St) wird als 4-jähriger Erbgraf. - Ein Sänger Graf Philipps des Jüngeren von Katzenelnbogen wird erwähnt. - Eine Anzahl bad emser Bürger werden trotz Vergehen gegen den Grafen aus dem braubacher Gefängnis gegen Zahlung einer Summe von 600 Gulden entlassen. - Der heilige Markgraf Bernhard von Baden II, persönlicher Gesandter des Kaisers, der die vornehme Lebensart und den Ritterdienst am kaiserlichen Hof erlernt hatte, fällt durch überaus grosse Freigebigkeit an die Armen und ausgeprägte Frömmigkeit auf. - Wetter: Der koreanische Vulkan Kuwae bricht aus. Es folgen zwei Jahre vulkanischer Winter und Ernteausfälle auf der nördlichen Hemisphäre. Chronisten der Ming Dynastie bezeichnen es als das Jahr in dem der Staub die Sonne verdunkelte. - .Nikolaus von Kues schreibt sein philosophisches Werk de visione dei. - Türken gründen Universität von Istanbul nach der Eroberung der Stadt. Der Handelsweg nach Indien ist endgültig für Christen versperrt, ein neuer Seehandelsweg wird gesucht - Ein Unbekannter aus Nowgorod erstellt einen Bericht über die westasiatischen Länder. über die Länder hinter dem Ararat. - Die Herzogenwitwe von Ludwig von Anjou III und Kurfürstenwitwe von Ludwig IV von der Pfalz Gräfin Margarethe von Savoyen und Piemont (33), ihr Vater war Gegenpapst Felix V, heiratet Graf Ulrich von Württemberg V, der Vielgeliebte (St). - G. Peurbach vollendet ein gründliches Astronomielehrbuch entsprechend dem ptolemäischen Sphärenmodell der Planetenbewegung - Der Maler N. Brancaleone wird neben einer Anzahl von Mönchen zur Einigung der christlichen Kirche nach Äthiopien geschickt. - Die Knabenschule an der Nordseite der frankfurter städtischen Pfarrkirche St. Bartholomäus (ab 1562 Frankfurter Dom) existiert. - Der aschaffenburger Trompeter Kunz verdingt sich auch als Kurier. - Auf Burg Neu-Falkenstein findet eine Ganerbenteilung statt und Eberhard von Eppstein-Königstein (St) wird aufgenommen. Den Burgfrieden überwachen Philipp von Kronberg, Philipp von Hattstein und Walter von Reifenberg. - In der Burg Ortenberg steht ein Maulbeerbaum. - Diether von Isenburg-Büdingen (St) und Walter von Eppstein-Breuberg (St) beenden ihre Fehde um Ortenberg. - Ludwig von Pfalz-Zweibrücken (St), Graf von Veldenz übernimmt die Regierung seines Vaters Herzog und Pfalzgraf Stefan von Pfalz-Simmern-Zweibrücken (St), der abdankt. Die Grafschaft Veldenz wird auch von seinem Onkel Kurfürst Friedrich von der Pfalz I (St) (29) beansprucht, der militärisch gegen ihn vorgeht. - Die zweitgrößte Stadt Nordeuropas Gent unterliegt in der Schlacht an der Schelde Herzog Philipp von Burgund III, der Gute (57). Der gesamte Rat muss in Bußgewändern um Gnade bitten. - Der Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich endet mit der Kapitulation. - Ende der Fehde zwischen Landgraf Ludwig von Hessen I (St) (47) und den Herrn von Rodenstein und Lißberg um Burg Lißberg. - Die Dörfer Kröftel und Oberrod im Taunus werden von reifenberger Rittern niedergebrannt und geplündert. Herr Eberhard von Eppstein III - Königstein (St) beendet die Fehde. - Der Rat der Stadt Frankfurt droht den Kaufleuten im Barfüßerkloster die Pfändung an, wenn sie weiter auf geweihtem Boden Geschäfte machen. Der Orden bleibt untätig und genießt die höhere Frequentierung und Ablenkung vom langweiligen Klosterleben. - Der an Epilepsie erkrankte kränkliche Graf Ludwig von Württemberg II -Urach (St) (14) wird für mündig erklärt und mit der Regierung betraut. - Kampf um die vor den Toren Frankfurts gelegene Grafschaft Bornheimer Berg zwischen Graf Philipp von Hanau (St) (36) und der Stadt Frankfurt. - Graf Philipp der Jüngere von Katzenelnbogen (St) ist mit Junker Bernhard von Solms (St) mit 40 Pferden auf Burg Reichenberg. - In den goslarer Bergbaustollen setzt Claus von Gotha erfolgreich Heinzenkunst ein. - Der Sohn des Leibarztes von Cosimo de Medicid, der florentiner Humanist und Philosoph Marsilio Ficino schreibt eine Abhandlung über die Lust. - Der Burgunderherzog Philipp von Burgund III, der Gute (57) besucht Graf Ulrich von Württemberg V, der Vielgeliebte (St) in Stuttgart. - Der katzenelnbogener hohensteiner Landschreiber Konrad Letsche erhält von Kloster Brunnenburg seinen jährlichen Zins, einen Kuchen, wie alle anderen katzenelnbogener Klöster. - Diether von Isenburg ist mainzer Domkustos.

1452 Wetter: Hochwasserkatastrophe in Nürnberg. - Reichstag in Regensburg. - Der deutsche König Friedrich von Habsburg III (St) (37) wird zum deutschen Kaiser in Rom gekrönt. - Graf Philipp der Jüngere von Katzenelnbogen (St) nimmt den Juden Jonas wohnhaft zu Wertheim als Leibarzt bei sich auf. - Das katzenelnbogener Zollschiff in St. Goar, ein Nachen wird ausgebessert. - Graf Reinhard von Hanau III (St) stirbt nach nur wenigen Monaten Regierungszeit und hinterläßt Margarethe von Pfalz-Mosbach (St) und einen unmündigen Sohn Philipp von Hanau I-Münzenberg (St) (3). - Juden müssen einen gelben Ring tragen. - In Nürnberg werden nach Reden des heiligen Johannes Capistranus Würfel, Karten und Brettspiele auf Scheiterhaufen verbrannt. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (37) besteht aus Angst vor Liebeszauber darauf die Hochzeitsnacht mit der Königstochter Eleonore von Portugal (16) im eigenen Bett zu verbringen. - Meysster Nyclas, der astronimus, kommt ins Schloß (6095.45) (Nicolaus von Kues?) - Kardinal Nikolaus von Kues, der Pfründe misbraucht, unterschreibt einen Ablassbrief über 100 Tage Fegefeuer in Frankfurt. - Gräfin Henriette von Mömpelgard (St), die Schwiegermutter von Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St) wird von ihrem Sohn Graf Ulrich von Württemberg V (St) (39) mehrere Monate gefangen gehalten bis sie darauf verzichtet, das Erbe ihrer Tochter an Katzenelnbogen fallen zu lassen. - Philipp von Hanau I-Münzenberg (St) (3) übernimmt unter Vormundschaft seiner Großeltern und seines Onkels Philipps des Älteren von Hanau-Lichtenberg die Grafschaft. - Den frankfurter Juden wird das Bürgerrecht von König Friedrich von Habsburg III (St) (37) abgesprochen. - Reinhard von Hanau III (St) (40) stirbt trotz guter medizinischer Behandlung an der Universität in Heidelberg an einer Erbkrankheit. - Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (37) kommt zur Krönung nach Rom durch Florenz und wird als Freund begrüßt. - Mit dem Ausbau der weitläufigen Vorburg mit ihren Burgmannenhäusern und Wirtschaftsbauten verliert das Tor der Kasselburg seine sichernde Funktion. - Der 12 Jahre von Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (37) zwangsweise in vormundschaftlicher Obhut gehaltene Neffe Ladislaus Postumus wird von den niederösterreichischen Ständen befreit. - Landgraf Ludwig von Hessen I (St) (46) liegt mit den Raubrittern von Rodenstein, von Kronberg, von Reifenberg und den Schelmen von Bergen in Fehde, da diese seine Fuhrleute vor Friedberg überfallen und als Geiseln benutzen. - Die Dörfer Kröftel und Oberroden werden von reifenberger Rittern in der Fehde mit Eberhard von Eppstein III Königstein (St) geplündert und niedergebrannt danach wird die Fehde beendet. - In Kloster Altenberg existiert eine Orgel. - Der kölner Domherr und aachener Propst Graf Gerhard von Sayn II (St), tritt nach dem Tod seines einzigen älteren Bruders Dietrich (St) in den weltlichen Stand zurück und heiratet Elisabeth von Sierck. Er begleicht eine alte Schuld seines Onkels Wilhelm von Sayn (St) von 1398 bei Herzog Philipp von Burgund III, der Gute (56). Graf Gerhard von Sayn II (St), hält sich mit dem westerburger Amtmann Ludwig von Ottenstein auf Burg Schaumburg auf Rhodos bei einer Palästinafahrt nach Jerusalem auf. - Der Hofmarschall von Kurfürst Friedrich I von der Pfalz (St), der wormser Kämmerer von Wolf von Dalberg II zieht mit Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (37) nach Rom, erhält auf der Tiberbrücke den Ritterschlag und seidem ruft der kaiserliche Herold bei jeder Krönung Ist kein Dalberg da? und der neugekrönte König schlägt den anwesenden Dalberg zum ersten Reichsritter. - Kardinal Nikolaus von Kues verspricht dem frankfurter Rat Verstöße des Handelsverbotes auf geweihtem Boden mit der Exkommunikation zu bedrohen, die vom Rat ausgeführt werden darf. - Kurfürst Friedrich I von der Pfalz (St) erhält die Grafschaft Lützelstein. - Im Neubau der Elendenherberge vom Heilig-Geist-Spital an der heutigen Konstabler Wache werden Dachfenster eingebaut und der Schützenmeister stiftet die Bleiabdichtungen. - Der bischöfliche Hof des wormser Bischof Reinhard von Sickingen in Worms wird vollkommen zerstört. - Der frankfurter Patrizier und Syndicus Dietrich von Alzey wird in die Gesellschaft Alten Limpurg aufgenommen. - Orgel in Kloster Altenberg. - Am bischöflichen Hof in Lausanne wird ein Prozess gegen Engerlinge geführt. Ein vom Gericht bestimmter Prokurator zitiert die Tiere persönlich vor Gericht. Ein amtlicher Bote fordert die Tiere auf zum gesetzten Termin zu erscheinen. Der Richter nimmt Engerlinge in die Hand und befiehlt ihnen, innerhalb von drei Tagen das Gebiet, in dem sie sich aufhalten, zu verlassen. Das Verschwinden der Tierplage wird mit einem Gebet gedankt. Verschwinden die Tiere nicht wird der Prozess weitergeführt. - Dieter Grans von Heppenheft-Rheinberg erbt von seinem Burder Burg Heppenheft. - Johann von Erlenbach und Gottfried Kolling sind mainzer Domherren.

1451 Wetter: Hagel in Rüsselsheim führt zu Verlusten bei der Getreideernte. - Der kölner Erzbischof Dietrich von Moers (66) verpfändet dem Grafen von Katzenelnbogen für 7 000 Gulden Burg Rolandseck mit Zubehör. Der neue Kurfürst Pfalzgraf Friedrich von Wittelsbach I (St) (26) verkauft dem Grafen für 60000 Gulden einen Tournosen am Bopparder Zoll. Gräfin Ottilie von Katzenelnbogen (St) erhebt Anspruch auf die Herrschaften Homburg und Vianden. Graf Philipp von Katzenelnbogen der Jüngere (St) (++) bittet den Rat von Frankfurt, ihm ihren Leibarzt, Meister Heinrich nach Darmstadt zu schicken und für längere Zeit dort zu belassen (4707). - Ottilie von Katzenelnbogen (St), die Tochter Graf Philipps des Jüngeren von Katzenelnbogen (St) (++) und seiner Frau Ottilie, wird geboren. - Der walisische Dichter Newbold Rebel erhält trotz Mord, Raub, Diebstahl, Wilderei und Vergewaltigung und einer Gefängnisstrafe Asyl auf der katzenelnbogener Burg Rüsselsheim, wo er bis 1454 lebt. - Ein Fährmann in Weisenau wird erwähnt. - Graf Philipp der Jüngere von Katzenelnbogen (St) zerschlägt Glasfenster. - Dreitägiges Schneechaos in Siegen. (6095) - Gründung der Universität Glasgow - F. Biondo vollendet sein topographisches Werk Italia illustrata. - Im trierer Montabaur existiert eine Schule. - Der mit der nassau-beilsteiner Gräfin Katharina verheiratete Graf Reinhard von Hanau II (St) stirbt. - Die frankfurter Marktschiffer fordern zu hohe Fahrpreise und werden von aufgebrachten Passagieren verklagt. - Die Vertreter von Nassau werden zur Feier des Burgfriedens nach Darmstadt eingeladen. Das Weihnachtsfest wird auf der katzenelnbogener Burg Lichtenberg gefeiert. - In der arheiligener Pfarrkirche finden Singende Messen statt. - Die Pfaffenfastnacht in der Nacht zum Rosenmontag wird gefeiert. - Der Buß- und Kreuzzugsprediger Johannes Capistranus predigt auf dem bamberger Domberg. - Kardinal Nikolaus von Kues stellt bestürzt fest, dass das Kloster Johannisberg wegen der unordentlichen Lebensweise der Mönche innerlich und äußerlich zerfallen ist. - Kronberg erhält Pflastersteine aus Frankfurt. - Herzog Johann von Kleve kehrt von einer Palästinafahrt nach Jerusalem zurück und wird in Mons der 48. Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies. - Der päpstliche Inquisitor Johannes Capistranus fertigt einen Ablaß für Frank von Kronberg und seiner Frau Katharina von Isenburg (St). - Mit dem Tod von Gräfin Irmgard von Nassau (geb. Schleiden) wird Graf Johann von Nassau-Dillenburg (St) Alleinbesitzer des Gesamtgebietes. - Im trierer Wiltingen wird Katharina de Wiltinck als Hexe angeklagt und ins Gefängnis geworfen. In der Nacht vor dem Verhör lösen sich auf wundersame Weise die Handschellen, was von ihr als Marienwunder erklärt wird und sie rettet. - In Würzburg lässt Nikolaus von Kues unter anderen den erschrockenen sponheimer Abt auf eine Reformation der Kirche schwören. Der Reformer begnügt sich jedoch mit finanziellen Verbesserungen. - Kurfürst Friedrich von der Pfalz (St) (26) verzichtet auf eine Ehe und adoptiert seinen Neffen Philipp (St) (03) um die Erbfolge zu sichern. - Der uneheliche Halbbruder von Herzog Philipp von Burgund III, der Gute (55), David von Burgund wird Bischof von Utrecht. - Der mainzer Erzbischof Dietrich Schenk von Erbach erhält die gesamte Pfandschaft über die Stadt Pfeddersheim. - Graf Heinrich von Nassau II Diez - Vianden (St) macht eine Reise nach Rom, auf der er als capitano bezeichnet wird, um Papst Nilolaus V um Aufhebung seiner Exkommunikation zu bitten und stirbt auf dem Rückweg bei San Quirico d’Orcia in der Toskana an der Pest. Mit dem Tod seines Bruders Graf Heinrich von Nassau II (St) kann Johann von Nassau IV (St) alle ottonische Gebiete vereinigen. - Die Abtei Seligenstadt führt offiziell die Dreifelderwirtschaft ein. - Die Frau von Graf Diether von Isenburg (St) Gräfin Elisabeth von Solms-Braunfels (St) und seine Schwester Elisabeth von Isenburg (St) die Frau von Graf Bernhard von Solms II -Braunfels (St) sterben. - Die Tuch- und Seiden-Großhändlerfamilie Steffan aus Bingen zieht nach Frankfurt. - Mit dem Tod der verschwenderischen Herzogin Elisabeth von Luxemburg-Görlitz (St) (52) erbt Herzog Philipp von Burgund III, der Gute (55) die Pfandschaft der Grafschaft Luxemburg. - Das Hofämterspiel mit 48 Karten ist erfunden. - Ewald Faulhaber von Wächtersbach ist mainzer Domherr.

1450 Kuno von Westerburg (St) verheiratet mit Metze von Virneburg verkauft für 2200 Gulden einen Teil seiner St. Goarer Zollgefälle an Graf Philipp (St), verpfändet ihm zur Sicherstellung sein Silberzeug und öffnet ihm seine Schlösser Westerburg, Weltersburg, Schadeck, Schaumburg und Cleeberg. - Die Grafen von Katzenelnbogen und Nassau schließen mit den vier ellarer Zenten einen Dienstvertrag. - Graf Ruprecht von Virneburg vermittelt vergeblich zwischen zwischen Herzog Philipp von Burgund III, der Gute (54) und Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) (48) wegen dessen strittiger Erblehens- und Schuldforderungen an den Herzog, so dass Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) (48) seine Angriffe auf die Untertanen von Herzog Philipp von Burgund III, der Gute fortsetzt. - Sühne und Vertrag des Grafen mit der Stadt Frankfurt. - Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St) (48) übernimmt eine Schuld von Kuno von Westerburg (St) in Höhe von 3060 Gulden gegenüber Frank von Kronberg und Jakob von Kronberg wofür er weiter Anteile der westerburger Zollgefälle zu St. Goar erhält. - Diether von Isenburg I -Büdingen (St) verpfändet Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) (48) für 2300 Gulden seinen Anteil an der Burg und Stadt Villmar. Graf Philipp d. Jüngere von Katzenelnbogen (St) Ottilie von Nassau und Nassau erhält dafür die Hälfte von Ems. - Graf Philipp der Jüngere von Katzenelnbogen (St) heiratet Ottilia von Nassau (St) im Todesjahr ihres Vaters Heinrich von Nassau (St) . - Der mainzer Erzbischof Dietrich Schenk von Erbach bekriegt die Stadt Frankfurt. König Friedrich von Habsburg III (St) (35) befiehlt Graf Dieter von Isenburg-Büdingen (St) die Stadt Frankfurt zu schützen. Die Stadt Brügge versandet und die Händler ziehen nach Antwerpen. - Der humanistische Heinrich Steinhöwel ist Leibarzt von Graf ? von Württemberg (St) in Ulm und beginnt sinngemäße Übersetzungen klassischer und neuitalienischer Literatur. - Der Main ist so zugefroren, dass eine Überquerung unmöglich ist. - Eine Rheinüberquerung findet in Niederwalluf statt. - Die beiden Grafen von Katzenelnbogen gehen auf den Tag in Andernach. - Herzog Heinrich von Bayern XVI der Reiche, der Sohn von Maddalena Visconti, ist mit seinen Lautenschlägern zu Gast auf Rheinfels. Zurück in Landshut stirbt er an der Pest. Der katzenelnbogener Arzt Meister Clais holt sich Rat in Koblenz in der Apotheke (6085.24). - Nikolaus von Kues glaubt menschliches Wissen beruht auf Vergleichen und Messen und widmet sich der Unendlichkeit (Makrokosmos und Mikrokosmos). - Georg Peurbach entwickelt in Rom das Quadratum geometricum, sein Hausgenosse ist Nikolaus von Kues. - Der Deutsche Neßler gewinnt Kupfer mit Hilfe von Vitriol und Ausfällen durch Eisen. - Die Mätresse des französischen Königs Karl VII, Agnes Sorel ist nach drei Kindern erneut im siebten Monat schwanger und leidet an Wurmbefall und wird mit einer Überdosis bei der Quecksilberbehandlung ermordet. - Kartographenschulen in Venedig, Genua, Ancona, Barcelona und Sagres. - Jus primae noctis soll angeblich vom französischen und katalonischen Adel zur Demütigung von Untergebenen misbraucht werden. - Graf Philipp von Katzenelnbogen der Jüngere (St) vermutet Gefahr und warnt seinen Vater durch Briefe. - Graf Georg von Sayn-Wittgenstein (St) belehnt 3 Dillenburger mit einer Waldschmiede. - Die revoltierenden aachener Gewerbetreibenden erhalten durch den Gaffelbrief Sitz und Stimmrecht in der Aachener Verwaltung. - Das Erbe des letzten Grafen Johann von Ziegenhain II, des Starken, der ohne männliche Erben stirbt, wird den Brüdern Albrecht II von Hohenlohe-Weikersheim und Kraft V von Hohenlohe-Weikersheim, Söhnen von Albrecht I, von Kaiser Friedrich von Habsburg III (St) (35) als ziegenhainer Reichslehen zuerkannt und die beiden zu erblichen Reichsgrafen aber nur für Ziegenhain und Nidda erhoben aber trotzdem von Hessen militärisch besetzt. - Johannes Gutenberg und Johannes Fust richten im Hof zum Humbrecht in Mainz eine Druckerei ein. - Graf Heinrich von Nassau II (St) stirbt. - Der kölner Glockengiesser Christian Cloit arbeitet auch als Büchsenmeister und giesst in seinem Häuschen in der kölner Altstadt nicht nur Büchsen sondern stellt dort auch das als Donnerkraut bekannte Schießpulver her, was seine Nachbarin Kathrin von Wesel so in Angst versetzt, dass sie sich beim kölner Rat beschwert. - Markgraf Albrecht von Brandenburg muss alle aus dem ersten Markgrafenkrieg eroberten Gebiete an die Stadt Nürnberg zurückgeben. - Nikolaus von Kues unternimmt eine zweijährige Legationsreise durch Deutschland um Kirche und Klöster zu reformieren und lässt in verschiedenen Kirchen Tafeln mit dem Vaterunser und den Zehn Geboten in der Volkssprache anbringen um das Glaubenswissen in der Bevölkerung zu verbessern. - Der Rat der Stadt Hamburg markiert erstmalig das Fahrwasser der Elbe mit Tonnen. - Der uneheliche Sohn Friedrich von Heppenheft und sein Bruder Emmerich sind die letzten bezeugten männlichen Mitglieder der Familie. - Die Äbtissin von Kloster Altenberg Catharina von Solms (St) stirbt. - Kloster Peternach ist von den Augustiner-Nonnen verlassen. Die Gebäude und Äcker gehören zum Deutschen Orden. - Adolf von Nassau (St) (27) lässt die Glasmalerei verbieten und nur noch weiße oder farbige Gläser aus eigener Herstellung zu. - Die Herrschaft Bütgenbach wird Abfindung für den ehrgeizigen unehelichen Sohn von Graf Johann von Nassau IV, Adrian von Nassau (St). - Herzog Arnold von Geldern kehrt von seiner Palästinafahrt zu seiner Frau Katharina von Kleve zurück und lebt verschwenderisch und gesetzlos bis sein Sohn Adolf von Geldern versucht ihn abzusetzen. - Bei der Wahl des zurückgetretenen utrechter Bischof Walram von Moers zum münsteraner Bischof Walram von Moers wird diesem sogar ein Mord vorgeworfen um an das Amt gelangt zu sein. - Hermann Sprikast von Waldmannshausen besitzt Burg Freienfels als Pfand. - In Kiedrich wird die Elendenbruderschaft gegründet, die auf der Valentinuswallfahrt Verstorbene bestatten hilft. - Graf Ulrich von Württemberg V (St) (37) fällt nach dem Tod seines Bruders Ludwig (St) (11) die Vormundschaft über den künftigen Graf Ludwig von Württemberg II -Urach (St) (St) und Graf Eberhard von Württemberg V (St) (St) zu und muss sich gegen Ansprüche von Kurfürst Friedrich von der Pfalz I (St) (26) wehren. - Fehde von Markgraf Albrecht von Brandenburg und Nürnberg mit Graf Ulrich von Württemberg V (St) (37) und Esslingen. - Aus Rache für Mordversuche mit Gift von frankfurter Räten stehlen Michael von Bickenbach und Philipp von Frankenstein ohne Fehdeerklärung frankfurter Vieh vor der Stadt. Die beschuldigten frankfurter Räte behaupten die Zeugen seien durch Folter zu ihren Aussagen gezwungen worden. - Auf Burg Rheinfels wird das opiumhaltige Allheilmittel Theriak benutzt. - Graf Heinrich von Nassau II - Diez - Vianden (St) wird nach einem Ultimatum durch Anschlag an den Kirchentüren von Dietkirchen und Mensfelden exkommuniziert und schickt dem limburger St. Georgsstift einen Fehdebrief.. - Graf Heinrich von Nassau II -Diez-Vianden (St) verbündet sich mit dem trierer Domkapitel, Pfalzgraf Kurfürst Friedrich von der Pfalz I (St) (26), Heinrich von Nassau-Beilstein (St), dem mainzer Dompropst, den Grafen Dietrich von Sayn (St) und Gerhard von Sayn (St), der 1452 Elisabeth von Sierk heiratet, Philipp von Nassau II-Saarbrücken (St) und Johann von Nassau-Saarbrücken (St) und Ruprecht von Virneburg gegen den trierer Erzbischof Jakob von Sierck. - Die Witwe (seit 1429) Gräfin Elisabeth von Nassau-Saarbrücken (Elisabeth von Lothringen) (St) beschäftgt den Maler Jost von Saarbrücken für Tafelgemälde und Wandmalereien im Karmeliterkloster Metz. - Stephan Lochner, alias Stephan von Köln, Kölner Schule in der Schildergasse, Maler seines letzten Bildes der Madonna im Rosenhag, stirbt an der Pest in Köln. - Der Briefdrucker, Spielkartendrucker, Hans von Pfeddersheim zieht nach Frankfurt an den Brückenturm in der Fahrgasse. - Uhrmacherzunft in Wien. - In Frankfurt wird ein lebender Elefant auf dem Römer bestaunt. - Der baseler Stadtrat warnt vor Falschspielern und organisierten Bettlern, die Krankheiten simulieren mit einem öffentlichen Mandat. - Der katzenelnbogener Amtmann Daniel von Mudersbach stiftet dem St Georg Stift in Limburg an der Lahn u.a. eine Kasel aus venzianischem Brokatsamt mit einem Kreuz aus burgunder Goldstickerei, Silberstickerei und Seidenstickerei und einen Goldkelch. - In Landau in der Pfalz wird Hans Boner als Sohn einer wohlhabenden Tuchhändlerfamilie mit Handelsbeziehungen nach Frankfurt und Nürnberg geboren. Hans Boner wird einer der reichsten Männer Europas. - Heinrich Greifenklau zu Vollrads wird mainzer Domdekan. - Ludwig Eckbrecht von Dürkheim, Johann Specht von Bubenheim und Bernhard von Breidenbach sind mainzer Domherren. - In Frankfurt weden die Juden aus den Badstuben verbannt

1449 Sühne zwischen Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St) und Reinhard von Westerburg III (St), der dem Grafen seine Schlösser öffnet und dafür seine St. Goarer Zolleinkünfte wiedererhält. - Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) erklärt mit Rücksicht auf den trierer Erzbischof Jakob von Sierk einen Verkauf der Grafschaft Diez mit Hadamar und Ellar durch Graf Heinrich von Nassau-Diez (St) an ihn für einen Scheinkauf (was er tatsächlich nicht war). - Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St)  stattet seinen Sohn Graf Philipp von Katzenelnbogen der Jüngere (St) anläßlich seiner Eheschließung mit Ottilie von Nassau-Dillenburg (St) mit eigenem Besitz in der Obergrafschaft aus. - Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) fährt mit dem Schiff nach Köln. (6122). - Graf Ulrich von Württemberg siegt in der Schlacht von Waldstetten. - Der deutsche König Friedrich von Habsburg III (St) (34) gebietet folgenden Personen dem mainzer Erzbischof Dietrich Schenk von Erbach nicht zu helfen: 1. Dem trierer Erzbischof Jakob von Sierck, 2. Pfalzgraf Ludwig IV bei Rhein 3. Markgraf Jakob von Baden (St) 4. Markgraf Albrecht von Brandenburg 6. Landgraf Ludwig von Hessen I (St) (43) 7. Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St) (47) und Graf Philipp von Katzenelnbogen der Jüngere (St), 8. Graf Walram von Waldeck, 9. Graf Reinhard von Hanau II (St) und Reinhard von Hanau III (St) (38) 10. Graf Philipp von Nassau II -Weilburg-Saarbrücken (St) und Graf Johann von Nassau II -Weilburg-Saarbrücken (St), 11. Graf Bernhard von Solms II -Braunfels (St), Graf Johann von Solms V -Lich und Hohensolms (St) und Graf Kuno von Solms-Lich-Laubach (St), 12. Graf Johann von Nassau IV -Dillenburg-Breda (St) 13. Graf Dieter von Isenburg-Büdingen (St), 14. Herren von Eppstein 15. Herren von Eppstein-Königstein, 16. Jungherr Werner von Falkenstein-Münzenberg und 17. Herrn Walter von Eppstein Breuberg (St). - Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St) setzt sich für Werner Nothaft ein, der von Köln für falsche leichte Gulden eingekerkert und gefoltert wird (4604). - Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) steht vor Rothenburg. - Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St) beteiligt sich am ersten Markgrafenkrieg, dem Nürnberger Städtekrieg als Verbündeter von Markgraf Albrechts von Brandenburg als 7000 Mannn erfolglos die Stadt Nürnberg belagern (4593). Ebenfalls verbündet ist der mainzer - 1100 Krüge und 800 Schüsseln werden von Graf Phillip von Katzenelnbogen dem Älteren (St) in Koblenz gekauft. - Äußerst gutes Weinjahr in Arnstadt. - Albrecht von Hohenlohe I und seine Frau Elisabeth von Hanau (St) erheben wie der Graf von Waldeck vergeblich Anspruch auf die Grafschaft Ziegenhain als der letzte Graf Johann von Ziegenhain II stirbt, da Hessen sich durchsetzen kann und die Grafschaft als heimgefallenes Lehen einzieht führt aber bis 1495 offene Erbstreitigkeiten. Albrecht von Hohenlohe I erhält aber den Grafentitel für Hohelnlohe aus der ziegenhainer Erbschaft. - Die Reifenberger unter Führung von Henne Rudel und Emmerich überfallen Kaufleute denen Eberhard von Eppstein (St), Herr von Königstein, das Geleit gibt und den Angreifern ihre Beute postwendend wieder abnimmt. Rudel Emmerich von Reifenberg und Siegfried von Glauburg sagen Eberhard darauf hin ihre Lehen auf, eine Fehde an, kidnappen seine Leute und verwüsten und brandschatzen bis 1452. - Reinhard von Weilnau (St) wird Fürstabt in Fulda bis 1472. Emmerich von Heppenheft ist Bürgermeister in Oppenheim. - Der pfälzer Kurfürst Ludwig IV (25) stirbt nach 13 jähriger Herrschaft in Worms und sein 1-jähriger Sohn Philipp der Aufrichtige von der Pfalz kommt unter die Vormundschaft seines Onkels Kurfürst Friedrich I von der Pfalz. - Herzog Johann I von Kleve siegt in der Soester Fehde. - Philipp I, der Jüngere von Hanau-Münzenberg (St) wird in Windecken geboren. - Graf Johann von Nassau (St) tritt Herborn an seinen Bruder ab. - Mehrere reifenberger Ritter überfallen frankfurter Kaufleute bei Glashütten, im Taunus, wo farbige Gläser und Glasmalereien hergestellt werden, denen Herr Eberhard von Eppstein III - Königstein (St) Geleit gegeben hat. Eberhard von Eppstein III - Königstein (St) nimmt sofort die Verfolgung auf und nimmt mehrere Ritter gefangen. - Während Herzog Arnold von Kleve eine Palästinafahrt nach Jerusalem unternimmt übernimmt seine Frau Katharina von Kleve stellvertretend die Regierungsgeschäfte. - Die Tochter Polissena von Francesco I Sforza, (St) wird im Auftrag von ihrem Ehemann erdrosselt. - König Friedrich von Habsburg III (St) (34) verhängt über die Stadt Würzburg die Aberacht. - Die frankfurter Steuern werden von Dieter von Alzey nach Wiener Neustadt gebracht. - Beim jährlichen Besuch des seligenstädter Abtes im Amt Steinheim in der Burg Steinheim dürfen Freunde vorort eingeladen werden, Muli, Pferde, zwei Windhunde, ein Jagdhund und ein Habicht mitgebracht werden, die von den Steinheimern verköstigt werden müssen, wird Hof gehalten, zu Gericht gesessen und der Schultheiß bestimmt. - In Bruchhausen wird ein neues befestigtes Haus errichtet, das durch einen Sakralraum im Erdgeschoß als Kapelle ausgegeben wird. Darüber wird eine Waffenkammer mit Munition eingerichtet und darüber ein Wehrturm. - Die vor den Toren der neuen erzbischöflichen Burg Alzenau gelegene neue Stadt Wilmundsheim wird von der Ganerbschaft Lindheim, die mit dem mainzer Erzbischof gegen den Landgrafen von Hessen und die Städte verbündet sind, restlos vernichtet. - Graf Heinrich von Nassau II - Diez, Vianden(St) beraubt das limburger St. Georgsstift und beginnt einen jahrelangen Streit mit dem ungeliebten trierer Erzbischof Jakob von Sierck, dessen Rat er ist. - Graf Reinhard von Hanau II (St) versucht die Dörfer Selbold, Gründau und Wolferborn durch eine Wirtschaftsblokade von Holz, Kohlen und Lebensmitteln auf seine Seite zu zwingen. - Die Handelsblockade gegen Nürnberg bewirkt, dass in Nürnberg Wein knapp wird und selektiv ausgegeben wird. Für einen Großteil der Stadtbevölkerung wird ersatzweise Bier gebraut, bis auch dafür die Rohstoffe ausgehen und nur noch Wasser als Getränk übrig bleibt. - Die Witwe von Graf Heinrich von Habsburg-Löwenstein Schenkin Anna von Erbach verkauft die Grafschaft an den pfälzer Kurfürst Ludwig von Wittelsbach IV (St). - Die mainzer Patrizier Philipp zum Jungen und Heinrich zum Jungen werden von König Friedrich von Habsburg III (St) (34) wegen unrechtmässig erhobenen Zolls in Mainz verurteilt. - König Friedrich von Habsburg III (St) (34) befiehlt Graf Dieter von Isenburg-Büdingen (St) seine Übergriffe auf Martin Forstmeister im Büdinger Wald zu unterlassen. - Philipp von Rieneck, Ludwig von Wertheim, Peter von Schwarzenberg und Wilhelm von Helmstadt sind mainzer Domherren.

1448 Der Versuch von Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St), die Begleichung seiner Forderungen an Luxemburg durch Pfändung der die Frankfurter Messe besuchenden luxemburger und brabanter Kaufleute zu erreichen, wird auf Betreiben der Städte (Frankfurt, Köln, Nürnberg und Ulm) durch energisches Einschreiten der rheinischen Kurfürsten verhindert. - Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St) gibt der kölner Erzbischof Dietrich von Moers ein zinsloses Darlehen von 3000 Gulden unter der Bedingung der Begleichung seiner Manngeldforderungen in Höhe von 1400 Gulden. Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St), ist im Besitz der Krone seiner Schwiegermutter Gräfin Henriette von Mömpelgard (St) im Wert von 1000fl. - Brand auf Rheinfels (6098), - Wiener Konkordat. - Pestepidemie in DeutschlandDas Erbe von Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St) zu Braubach wird besichtigt. - Weltkarte von A. Walsperger. - Burg Auerbach ist ältester Hauptverwaltungssitz der Obergrafschaft. - Die runkeler Lahnbrücke ist fertiggestellt. - Runkel brennt. - Die Stadt Westerburg brennt. - Der mainzer Goldschmied Johann Fust hat berufliche Beziehungen zum frankfurter Münzmeister Conrad zum Stege. - Die frankfurter Marktschiffer müssen die Schiffe selbst mit Kanonen, Pulver und Pfeilen ausstatten. - Der Meistersänger Johann von Soest musiziert in Heidelberg. - Auf Burg Münzenberg wird unter den falkensteiner Erben, den Grafen Bernhard von Solms II (St) und Johann von Solms V (St), Eberhard von Eppstein-Königstein (St), Walter von Eppstein-Breuberg (St) und Reinhard von Hanau II (St) ein Burgfrieden geschlossen. - Der kölner Glockengiesser Christian Cloit gießt die grösste kölner Glocke. - Graf Johann von Nassau II - Dillenburg, der Ältere, mit dem Helm, der Hübner (St) (47) stirbt unvermählt und kinderlos. - Die gesamte Herrschaft Ebernburg gelangt in den Pfandbesitz der Sickinger. - Die Ebernburg wird an Sickingen verpfändet. - Der Pfalzgraf und späterer Kurfürst Philipp (St), der Edelmütige wird in Heidelberg geboren. - Regiomontanus (12) errechnet ein astronomisches Jahrbuch für die Erstellung von Horoskopen. - Graf Johann von Ziegenhain II wird in Westfalen angeklagt und bittet Landgraf Ludwig von Hessen I (St) (46) ihn durch einen Brief zu schützen. - Landgraf Ludwig von Hessen I (St) (46) und Graf Johann von Ziegenhain II übertragen Burg Lißberg an Walter von Eppstein - Breuberg (St). - Ludwig von Pfalz-Zweibrücken (St), Graf von Veldenz, kämpft in der Fehde seines Vaters mit dem Rheingraf von Grumbach. - Frank von Kronberg bezieht die Burg Rödeheim. Die Grafen Johann von Solms (St) und sein Sohn Kuno von Solms (St) werden die Burg erben. - In der mainzer Residenz Eltville wird ein repräsentativer Raum, in dem im großen Stil Silber als Dekorationsmittel eingesetzt wird Silberkammer genannt. - Der frankfurter Rat bestellt beim frankfurtrer Architekten Meister Eberhard einen Lettner für die Nikolaikirche. - Der letzte männliche Vertreter der Familie Hohenlohe -Brauneck Konrad von Hohenlohe-Brauneck verkauft seine Stammburg Brauneck an Markgraf Albrecht Achilles von Zollern Brandenburg-Ansbach (St). - Die runkeler Lahnbrücke wird fertiggestellt. - Dietrich von Alzey, der Ehemann der frankfurter Apothekerstochter Petze Schönberg wird ein Syndicus der Stadt Frankfurt. - Das Chorfrauenkloster Beselich wird reformiert. Vor einem weltlichen Gericht erreichen Hermann Roispecher und sein Sohn Emmerich die Beschlagnahmung von klösterlichem Besitz, wofür die Meisterin von Kloster Beselich die Rückgabe und die Überweisung an ein geistliches Gericht fordert und als Strafandrohung die Exkommunikation und den Ausschluss vom Gottesdienst erreicht. - Richard von Kleen alias Richard von Cleen wird mainzer Domdekan. - Konrad Rau von Holzhausen ist mainzer Domkantor. - Johann von Baden, Helfrich von Dorfelden, Salentin von Isenburg, Otto von Bach, Bertram von Breidbach und Diether von Wertorf sind mainzer Domherren.

1447 Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St) zwingt Dietrich von Runkel V (St) zum Empfang seiner katzenelnbogener Lehen. - Hexenverbrennung in Willisau (Basel) - Vermählung Markgraf Karl von Baden I (St) mit der habsburger Katharina von Österreich, der Schwester von König Friedrich von Habsburg III (St) (32) und mit 20000 Gulden Mitgift. - Der 20jährige Markgraf Karl von Baden I (St) heiratet in Pforzheim Katharina von Österreich und wird zeitgenössisch nur als Gemahl der königlichen und später kaiserlichen Schwester erwähnt. - Der portugiesische König Alfons V und der Orden der Christusritter mit dem Vorstand Heinrich der Seefahrer erhalten von Papst Nikolaus V, der besonders Wissenschaft und Kunst fördert und eine ausserordentliche kirchliche Prachtentfaltung und Demonstration von Stärke beginnt, mit dem Handelsmonopol über Häfen, Inseln und Meere Afrikas das Recht Ungläubige in die Sklaverei zu führen. - Antonio Malfante bereist im Auftrag eines genueser Handelshauses als erster Europäer die Oase Tuat. - Die Reichsstadt Friedberg brennt bei einem schwerden Stadtbrand nieder. - Der mailänder Herzog Filippo Maria Visconti (St) hinterlässt die ältesten Tarotkarten . - Der frankfurter Patrizier Johann von Breidenbach verkauft für 1530 Gulden sein Haus zum Fürsteneck an seinen Schwiegersohn den zweithöchsten Steuerzahler und 1478 jüngeren Bürgermeister der Stadt Frankfurt Wigand von Heringen. - Nikolaus von Kues steht nach dem Tod des Papstes Eugen IV zur Wahl. - Landgraf Ludwig von Hessen I (St) (45) erhält die Lehnshoheit über die Herrschaft Plesse. - Graf Johann von Nassau (St) teilt mit Graf Heinrich von Nassau (St) sein Gebiet auf. - Die Stadt Frankfurt führt einen Prozess gegen die pfälzer Residenzstadt Neumarkt in der Oberpfalz wegen Zollvergehen. - Einige oppenheimer Bürger müssen wegen Auseinandersetzungen mit der Kessler-Gesellschaft die Stadt Oppenheim verlassen. Selbst fürstlichen Boten ist das Zustellen von Briefen zu gefährlich. - König Friedrich von Habsburg III (St) (32) befiehlt die Rücknahme einer 15%igen Apfelguldenabwertung. - Nonnenklause in Freiendiez. - In der mainzer Residenz Eltville wird der Burghof gepflastert. Alle Fenster sind verglast. - Die Stadt Gelnhausen baut gegen die Burg Gelnhausen eine Mauer und Befestigungsanlagen, nimmt den königlichen Kammerknecht, den Juden Isaak gefangen und nimmt ihm 200 Gulden ab. König Friedrich von Habsburg III (St) (32) verbietet vergeblich durch den mainzer Erzbischof Dietrich Schenk von Erbach der Stadt Gelnhausen Wegezoll zu erheben. - Ludwig von Wittelsbach von Bayern Ingolstadt stirbt auf Burg Burghausen in der Gefangenschaft seines Vetters Heinrich von Wittelsbach. - Der Maler des weichen Stils Stephan Lochner, alias Stephan von Köln, Kölner Schule in der Schildergasse, ist Mitglied der Schildergaffel und im Besitz mehrerer Häuser in Köln. - Der kloster arnsteiner Abt Ortlieb Donner von Lohrheim berichtet von den erbärmlichen und verödeten Zuständen seines Filialnonnenklosters Beselich, das von einem Prior geführt wird, und sich seinen Lebensunterhalt nicht mehr selbst erwirtschaften kann. Der kloster arnsteiner Abt Ortlieb Donner von Lohrheim schlägt vor es in ein Kanonikerkonvent umzwandeln, da er es selbst nicht reformieren könne. - Schenk Dietrich von Schweinsberg ist mainzer Domherr.

1446 Graf Wilhelm von Wertheim verkauft Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) (44) seinen Anteil an der Burg Breuberg für 2400 Gulden. - Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St) (44) verlobt seine Tochter Anna von Katzenelnbogen (St) mit Landgraf Heinrich von Hessen III (St) und sichert ihr eine Mitgift von 36000 Gulden zu. - Beendigung der Streitigkeiten zwischen Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) (44) und Reinhard von Westerburg III (St) durch Verpfändung der halben Herrschaft Schaumburg an den Grafen (St). - Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St) (44) nimmt die Durchfechtung der katzenelnbogener Forderungen an Luxemburg gegenüber Herzog Philipp von Burgund III, der Gute auf. - Streitigkeiten von Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) (44) hinsichtlich Reinhard von Westerburg III (St) über die Auslegung und Durchführung ihres Vergleichs hinsichtlich der Öffnung seiner Schlösser, welche zur Sperrung von Reinhards St. Goarer Zollgefällen führen. - Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St) beginnt mit der systematischen Ablösung der Geldlehen gegen Auftragung von Eigengütern durch die Belehnten. - Anna von Katzenelnbogen, Tochter von Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St) (44) und Gräfin Anna von Katzenelnbogen (St) alias Anna von Württemberg wird geboren und Landgraf Heinrich von Hessen III (St), dem Sohn Landgraf Ludwigs von Hessen I (St) zur Ehe versprochen. Die Ehe soll nach Gewohnheit der Kirche mit Annas 12. Geburtstag geschlossen werden. - Gräfin Anna von Katzenelnbogen (St) klagt ihren lichtenberger Kellner wegen Verleumdung und Zauberei an. - Nuno Tristao segelt bis in die Gambia-Mündung. - Ältester datierter Kupferstich. - In Heidelberg werden 8 Frauen als Hexen verbrannt. - Ketzerverbrennung auf dem Konzil von Basel. - Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) (44) tritt aus der Ganerbengemeinschaft der Burg Hattstein wieder aus. - Frank von Kronberg erbaut mit seiner Frau Katharina von Isenburg eine neue Burg in Rödelheim, die nach seinem Tod an Graf Johann von Solms V -Lich und Hohensolms (St) und seinen Sohn Kuno von Solms (St) fällt. - Landgraf Ludwig von Hessen I (St) verpfändet seinen letztes Viertel an Limburg an Graf Bernhard von Solms II -Braunfels (St). Fordert Graf Philipp von Katzenelnbogen eine eigene hessische Herrschaft für seinen Schwiegersohn? - Die mainzer Zünfte wollen sich nicht mehr mit den mainzer Patriziern einigen, zwingen die meisten Patrizier aus Mainz wegzugehen und erringen vermeintlich einen Sieg. - Nikolaus von Kues stellt seine Vermutungen über den letzten Tag an. - Charisma von Melem kauft die Messeherberge Zum Krebs am frankfurter Fahrtor, das zum Stammwappen der Patrizierfamilie wird. - Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) (44) lässt sich die westerburger Burg Cleeberg wegen seiner zahlreichen Fehden öffnen. - 8 Frauen werden vor den Toren von Heidelberg als Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. - König Friedrich von Habsburg III (St) (31) verbietet Frank von Kronberg den Weiterbau der Burg Rödelheim mit neuen Türmen und einer hohen Burgmauer innerhalb der Burg am ehemaligen königlichen Lagerplatz vor der Stadt Frankfurt. König Friedrich von Habsburg III (St) (31) gibt der Bitte von Frank von Kronberg, der Reiche, für den Weiterbau der Burg Rödelheim nach. Die Stadt Frankfurt erhält ein Öffnungsrecht. Graf Dietrich von Sayn (St) verpfändet seinen Teil an Schloss Assenheim an Frank von Kronberg, der Reiche.

1445 Wetter: Durch eine Mißernte in Nassau fällt die Weinlieferung an Burg Herborn aus. Hochwasser in Nürnberg. - Beendigung der Streitigkeiten mit den Ulnern von Dieburg durch Verkauf ihrer Rechte zu Erzhausen an Graf Philipp von Katzenelnbogen (43) für 12 000 Gulden. - Der kölner Erzbischof Dietrich von Moers (60) verpfändet Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) die Stadt Rhens für 9 000 Gulden. - Reinhard von Westerburg III (St) öffnet dem Grafen Philipp seine Schlösser WesterburgWeltersburgSchadeckSchaumburg und Cleeberg, wogegen ihm dieser gestattet, seinen Tournosen am St. Goarer Zoll gegen eine bestimmte Abgabe davon an den Grafen (St) zu erheben. Reinhard von Westerburg III (St) erneuert die Verpfändung des halben Schlosses Schaumburg mit Zubehör an den Grafen für 2246 Gulden und 500 Ml. Frucht; doch gehen die Streitigkeiten über Schaumburg gleichwohl noch weiter. Graf Philipp (St) ist im Besitz eines Hauses in Heidelberg. - Reichstag in Konstanz. - König Friedrich von Habsburg III (St) (30) bittet seinen Bruder Herzog um Hilfe gegen die Eidgenossen bei Zürich. - Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St) (43) verweilt mit 45 Pferden auf Burg Stadecken. - Jakob ist gräflich katzenelnbogener Sänger. - Pfalzgraf Ludwig von Wittelsbach IV (St) (21) ist zu Gast in Sankt Goar, als er nach Boppard fährt. - Die nach Aristoteles heisse, verbrannte und unbewohnbare Zone erweist sich unter Diniz Dias als Kap Verde. - A. Fernandez erreicht das Kap der Masten. - Margarethe, die Tochter aus der unglücklichen ersten Ehe von Markgraf Albrechts Achilles von Brandenburg versucht vergeblich einen Suizid um ihrer Vermählung mit Graf Caspar von Zweibrücken zu entgehen. Nach ihrer Genesung darf sie ins Kloster. - Der kölner Erzbischof Dietrich von Moers (60) verübt einen nächtlichen Angriff auf das klevische Duisburg, der von den Wächtern noch rechtzeitig bemerkt wird als die Angreifer versuchen die Mauern zu besteigen, wird erfolgreich zurückgeschlagen und muss schließlich aufgeben. - Graf Philipp der Jüngere von Katzenelnbogen (St) hält ein großes Turnier in Heidelberg ab. - Der oppenheimer Bürgermeister, Emmerich von Heppenheft erhält ein Burglehen in Burgschwalbach. Er ist letzter seines Geschlechts. - Der Kurfürst und Pfalzgraf Ludwig von Wittelsbach IV (St) (21) heiratete in Heidelberg Prinzessin Margarethe von Savoyen. Sie ist die Witwe von Herzog Ludwig von Anjou III und Tochter von Gegenpapst Amadeus VIII und seiner Gattin Prinzessin Marie von Burgund. - Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St) (43) kauft von Ritter Philipp von Kronberg den Hof in Wallau. - Die nassauer Burg Dillenburg übernimmt die Verwaltungsaufgaben von Burg Herborn. - Johann von Eltz ist trierer Hofmeister. - Hermann Riedesel ist in Diensten von Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) (43). - Der sponheimer Abt ist ein Lebemann und liebt Gelage und Würfelspiel und man spottet in Kloster Sponheim gäbe es zwei Äbte und einen Mönch. - In Geisenheim existiert eine Schule mit besonderem Ruf. - Landesordnung der Landgrafschaft Thüringen. - Reinhard von Sickingen wird Fürstbischof von Worms. - Graf Johann von Nassau (St) (35) dient als General dem Burgunderherzog Philipp dem Guten bei seinem Angriff auf die Grafschaft Holland, zum Dank wird Graf Johann von Nassau (St) (35) Seneschall von Burgund. Er dient auch dessen Sohn Herzog von Burgund Karl der Kühne. - Die friedberger Burgmann Landgraf Hesso von Leiningen (St), Hans von Sickingen, Diether Kämmerer von Worms, Frank von Kronberg und Philip von Kronberg streiten sich mit den Bürgern der Stadt Friedberg um Wein und Immobilien. - Graf Reinhard von Hanau II (St) verweigert der Stadt Friedberg die Einlösung von um Karben. - Der aachener Kaufmann Wilhelm Prum verkauft in Frankfurt dem königlichen Diener 30 gefälschte aachener Tuche. - Elisabeth von Görlitz lebt in Trier als Wohltäterin des Franziskanerordens. - Der trierer Hofmeister Johann von Eltz (VII), besitzt ein Burglehen auf der katzenelnbogener Burg Burgschwalbach. Johann von Eltz (VIII?) - Das trierer Domkapitel wird von 40 auf 16 reduziert. - Das Leinentuch des Blutwunder von Walldürn wird für Ablässe nach Rom gebracht. - Enea Silvio Piccolomini beurteilt bei seinem Abschied vom kaiserlichen Hof in Wiener Neustadt die Stadt Wien, als Ort wo man solange trinkt, isst, spielt und streitet, bis der Weinkeller erschöpft ist. Der gemeine Mann sei dem Bauch ergeben und gefräßig, und die Bürger ein wild gewordenes, wüstes Pack, das an Festtagen mit Unmäßigkeit alles Geld verschleudere, was es die Woche über durch Handarbeit verdient habe. - Die Boten der Stadt Frankfurt befördern Gebotsbriefe von König Friedrich von Habsburg III (St) (30) an Graf Diether von Isenburg (St), den Alten von Hanau, Philipp von Eppstein-Königstein (St), Gottfried von Eppstein-Münzenberg (St), Konrad von Bickenbach, Schenk Philipp von Erbach und Schenk Jörg von Erbach, Philipp von Kronberg mit Sohn Hans und Frank von Kronberg und Jakob von kronberg und an die Burgen und Städte Friedberg, Gelnhausen und Wetzlar. Den friedberger Burggraf und den friedberger Bürgermeister erreicht ein Bote in derFriedberger Trinkstube. - Wildgraf und Rheingraf Johann von Daun (St) wird elsässischer Landvogt. - Sittich von Buchenau ist mainzer Domherr.

1444 Die Grafen Johann von Nassau (St)  und Heinrich von Nassau-Diez (St)  verkaufen Grafen Johann von Katzenelnbogen (St)  und seinem Sohn Philipp von Katzenelnbogen (St)  ein Viertel der Grafschaft Diez für 12 000 Gulden. Graf Philipp von Katzenelnbogen (St)  kämpft mit Kurfürst Ludwig IV von der Pfalz (St) (20) gegen die Aramagnaken. Die Schlacht bei St. Jakob an der Birs vor den Toren Basels findet statt. Inventur wegen des Umzugs nach Burg Rheinfels mit einer langen Liste von Büchern u.a. über König Artus. - Graf Johann von Katzenelnbogen IV (St) stirbt überraschend. - Die Schmiede auf Burg Herborn stellt im Verbund mit Siegen und Schleiden in der Eifel Büchsen her. - Kurfürst Ludwig von der Pfalz IV (St) (20) bittet König Friedrich von Habsburg III (St(29) um Hilfe gegen die Armagnaken und wird zum Reichshauptmann für den bevorstehenden Krieg ernannt. König Friedrich von Habsburg III (St(29) fordert von den Städten Frankfurt, Friedberg und Gelnhausen je 500 Bewaffnete, möglichst Schützen mit Handbüchsen und einen Büchsenmeister mit 5 Kammerbüchsen. - Der Weihbischof weiht die Altäre in St. Goar. - Der Pfalzgraf Kurfürst Ludwig von Wittelsbach von der Pfalz IV (St) (20) bei Rhein ist auf der Marksburg zu Gast. Dabei werden 500 l Wein getrunken. - Ein Tag zu Koblenz wird von Junker Wilhelm von Schönborn und dem bornicher Pastor wegen der Runkeler gehalten. (6122). - Die blonde Lothringerin Agnès Sorel ist die Mätresse von Karl VII von Frankreich und führt die skandalöse Sitte ihre nackten Brust am Hof zu zeigen ein. - Portugiesen erreichen die Senegalmündung. - Der italienische Vulkan Ätna bricht aus. - Der polnische König Wladisdlaw bricht politisch gewollt, durch seinen Heerführer angestachelt, ungünstig terminiert den Friedensvertrag mit Sultan Murat II und wird mit dem Kreuzfahrerheer in der Schlacht von Varna, die eine Eroberungswelle, die schließlich zur Eroberung Konstantinopels 1453 führt, auslöst, vernichtend geschlagen. - Cosimo de´ Medici gründet in Florenz die erste nachantike öffentliche Bibliothek von San Marco. - Mit dem Tod von Graf Friedrich von Veldenz III stirbt die Grafschaft im Mannesstamme aus. Seine einzige Tochter Anna vererbt die Grafschaft an den Pfalzgrafen Stefan von Wittelsbach Pfalz-Simmern-Zweibrücken (St) (59) den Sohn des verstorbenen wittelsbacher König Ruprecht von Wittelsbach von der Pfalz. - In der Soester Fehde erobert das mit Burgund verbündete Herzogtum Kleve die Stadt Soest erfolgreich von Kurköln, macht es dadurch aber zu einer bedeutungslosen Enklave und Stadt in der Herrschaft Xanten. - Kurfürst Ludwig IV von der Pfalz (St) (20) heiratet die Tochter von Gegenpapst Felix V Gräfin Margarethe von Savoyen und Piemont. - Der frankfurter Patrizier Conrad Weiß von Limpurg heiratet Grete Ulner von Dieburg. - Die mainzer Bürgeropposition beschwert sich über das übermäßige Schuldenmachen, die ungezügelte Bauwut, undurchsichtige Finanzen, ungerechte Steuervorteile für Patrizier und Vetternwirtschaft des mainzer Bürgermeisters Rebstock. - In der katzenelnbogener Bibliothek in Darmstadt steht das Buch mit den bekannten volkstümlichen Liedern von Neidhard von Reuental. - Nikolaus von Kues kauft astronomische Geräte während des Reichstages in Nürnberg. - Stephan von Pfalz-Simmern-Zweibrücken folgt als Erbe des Veldenzer Anteils der Kauzenburg. Sein Sohn Friedrich I von der Pfalz-Simmern regiert von Kastellaun aus. - Graf Hesso von Leiningen (St) erhält den Titel gefürsteter Landgraf von Leiningen. - Ludwig I von Wittelsbach Pfalz-Zweibrücken wird Graf von Veldenz. - Belagerung von Zürich-Greifensee durch die Eidgenossen. - Johann I von Kleve kehrt vom burgundischen Hof in Brüssel seines Onkels Herzog Philipp dem Guten (44) zurück nach Kleve um in der Soester Fehde gegen den kölner Erzbischof Dietrich von Moers (59) zu kämpfen. Eine päpstliche Bulle bestätigt die Lossagung Kleves vom kölner Erzbischof, wodurch das Sprichwort der Herzog von Kleve ist Papst in seinen Ländern entsteht. - In Herborn steht die ertragreichste Mühle des Dillgebiets. - Herzog Albrecht von Wittelsbach Bayern-München III (St) (43) entwickelte eine landesweite Kampagne gegen Raubritter. - Winrich Donner von Lohrheim tritt als Abt von Kloster Bleidenstadt zurück. - Der königliche Kämmerer Wolfgang Ungnad kommt nach Frankfurt und holt die Steuern ab. - Die Witwe (seit 1429) Gräfin Elisabeth von Nassau-Saarbrücken (Elisabeth von Lothringen(St) bitten den französischen König Karl VII um Schutz. - Durch Verkäufe von Konrad von Schönborn an Kloster Bärbach kommt das Hofgut Schauferts vollständig an das Kloster Bärbach. - Der musikalische Hans Rosenplüt wird städtischer nürnberger Büchsenmeister und trägt Verssprüche und Maeren mit erotischem Inhalt, bei denen Geistliche Ehebrecher spielen vor und dichtet Fastnachtsspiele. - Die alte hölzerne Rialto-Brücke bricht während der Hochzeitszeremonie der Markgräfin von Ferrara zusammen. - Der mainzer Patrizier und Stadtbaumeister Henne Salmann ist im Besitz des mainzer Hauses Zum Schultheiß. - Gerlach Grans von Heppenheft und sein Sohn Friedrich zeigen sich am Weiseler Gericht seinem Dienstherren, Kurfürst Ludwig von Wittelsbach IV von der Pfalz (St) (20) gegenüber reuemütig und beteiligen sich zur Reue an einer Preußenfahrt. - Ruprecht von Solms ist mainzer Domherr.

1443 Wetter: Mehrere Hagelunwetter zerstören die Ernte. - Graf Johann von Katzenelnbogen IV (St) läßt das Schloß Schaumburg besetzen und verteidigt seine Ansprüche auf einem koblenzer Tag und im folgenden Jahre auf einem bopparder Tag, zu dem er beide Male ein umfassendes Aufgebot seiner Vasallen und der mittelrheinischen Grafen und Herren entbietet. Anhaltende schwere Streitigkeiten. - Lebenslängliches Bündnis zwischen Graf Philipp von Katzenelnbogen der Ältere (St) (41) und Heinrich von Nassau II -Diez (St) und Gottfried von Eppstein VIII (St) (4119). - Philipp von Katzenelnbogen der Jüngere (St) verlobt sich mit Ottilie von Nassau-Dillenburg (St). - Herr Johann Korn schreibt für Graf Johann von Katzenelnbogen IV (St) ein Meßbuch. (6122) - Nuno Tristao und Antao Goncalves entdecken auf der westafrikanischen Insel Arguin unerwartet Zentralafrikaner wo sie eigentlich Araber erwarten. - Adolf von Nassau ist Ehrenrektor der Universität Heidelberg. - In Hagenau in der Werkstatt Diebold Laubers entsteht eine Handschrift des Parzival von Wolfram von Eschenbach. - Die Arbeit im Beruf erhält einen hohen Stellenwert, dass der nürnberger Karthäuserprior Erhard Groß ehemals geachtete Bettler als ein verdorben Volk voll Untugend beschimpft. - Graf Eberhard von Eppstein II (St) verheiratet mit Agnes von Kronberg, stirbt. - Das wirtschaftlich marode Kurtier unter dem trierer Erzbischof Jakob I von Sierck (45) verpfändet auch seine zweite und letzte Hälfte, also ein Viertel an der Pfandschaft Limburg an der Lahn an Gottfried von Eppstein VIII (St). Gottfried von Eppstein VIII (St) erhält von Eberhard d. J. von Eppstein (St). und Eberhard d. Ä. von Eppstein (St). die Erlaubnis in Born einen See anzulegen, wo ihnen das Wildbannrecht zusteht. - Der würzburger Erzbischof Sigismund von Sachsen wird wegen seiner Verschwendungssucht und seines unsteten Lebensstils abgesetzt. - Herzog Philipp von Burgund III, der Gute nimmt die Stadt Luxemburg durch einen nächtlichen Überraschungsangriff ein. - Pfalzgraf Johann von der Pfalz-Neumarkt (60) stirbt. - Johann von der Leyen d. J. und das Brüderpaar Johann und Johann Boos von Waldeck bewohnen in der Burg Katzenelnbogen das Haus zwischen dem Brunnen und der Kapelle und den darunterliegenden Hof. - Herzog Philipp von Burgund III, der Gute übernimmt Bitburg. - Der mainzer Erzbischof Dietrich Schenk von Erbach bestätigt den Abt von Kloster Bleidenstadt Johann von Schönborn in seinem Amt. Der Abt von Kloster Bleidenstadt Johann von Schönborn gibt Alt-Katzenelnbogen als empfangenes verjährtes und deshalb heimgefallenes Lehen aus und will es an Nassau verlehnen. - Burg Hain in Siegen wird an den Herrn von Bicken verpachtet. - Wetter: Ungewöhlich langer und harter Winter, in dem die Bauern ihr Vieh aus Futtermangel schlachten müssen und manche es unverständlicherweise in den Wald treiben um es den Wölfen vorzuwerfen. - Das Dorf Mandeln wird in der Fehde des Grafen von Nassau gegen Landgraf Ludwig von Hessen I (St) (41) verwüstet und niedergebrannt. - Der spätere Papst Pius II (38) kommt an den Hof von König Friedrich von Habsburg III (St) (28) in Wiener Neustadt und Graz, und arbeitet bis 1455 unter anderem als kaiserlicher Sekretär. - Landgraf Ludwig von Hessen I (St) (41) lässt Freigraf Mangold von Freienhagen trotz des Verbotes von König Friedrich von Habsburg III (St) (28) über den Geleitsverstoß von Frankfurt richten. Freigraf Mangold von Freienhagen wird von König Friedrich von Habsburg III (28) der Prozess gemacht. - Das Dorf Oberrosbach von Reinhard von Hanau II (St) (74) wird nach dreimaligem Nichterscheinen vor Gericht von König Friedrich von Habsburg III (St) (28) geächtet. - Der frankfurter Patrizier Wolf Blum, Gründer der Blumengesellschaft und Mitglied der Stubengesellschaft Frauenstein stirbt. Seine Frau Agnes Weiß zum Lämmchen übernimmt erfolgreich den Betrieb mit Hilfe ihrer Schwiegersöhne. - Die Stadt Frankfurt und Frank von Kronberg kaufen einen Teil von Rödelheim aus dem Nachlaß von Dietrich von Praunheim. - Der 1420 nach Frankfurt geflohene mainzer Patrizier Ort zum Jungen überlässt für drei Jahre seinen Patrizierhof Zum Jungen in der Stadt Mainz Henne Gensfleisch, alias Johannes Gutenberg. - Der am burgundischen Hof in Brüssel aufgewachsene Neffe des Burgunderherzog Philipp von Burgund III, der GuteAdolf von Kleve (19), beteiligt sich an den Eroberungsfeldzügen. - Phililpp von Geroldstein ist mianzer Domherr. - Anna, Tochter von Graf Johann von Nassau-Dillenburg (ottonisch), spätere Frau Graf Philipp von Katzenelnbogen .d. Ä. (St) wird geboren.

1442 Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) ist bei der Krönung König Friedrichs III in Aachen zugegen, reitet an der linken Seite Pfalzgraf Ludwigs bei Rhein während des Einzugs des neuen Königs in die Stadt und erhält dort das Privileg der Befreiung der katzenelnbogener Untertanen von fremder Gerichtsbarkeit. Der König beauftragt ihn als königlichen Kommissar mit der Untersuchung eines Streites zwischen Isenburg, Nassau und Mainz über einen Tournosen vom lahnsteiner Zoll. Der trierer Erzbischof Jakob von Sierck verkauft dem Grafen Philipp (St) für 1000 Gulden weiter bopparder Zollgefälle. - König Friedrich von Habsburg III (St) (27) erhebt Diether von Isenburg-Büdingen (St) wegen Büdingen und die Herren von Sierck in den Grafenstand. - Reichstag in Frankfurt. - Berlin wird vom Territorialfürsten unterworfen. - Wetter: Im 8 Monate dauernden Winter bleibt der Rhein 3 Monate zugefroren. - Burg Brodenbach wird an Graf Philipp verpfändet. - Zwei alte Armbrüste werden repariert (6242) Graf Philipp von Katzenelnbogen erzeugt alleine in St. Goar 96000 Liter Wein (6229) - Die verschwenderisch lebende Herzogin Elisabeth von Luxemburg-Görlitz (St) (52) verkauft ihre Pfandschaft an der Grafschaft Luxemburg nicht an den trierer Erzbischof Jakob I von Sierck sondern übergeht die Erbansprüche ihrer Cousine Elisabeth von Luxemburg (St) (33), die mit der Thronfolge ihres Sohnes in Böhmen und Ungarn beschäftigt ist und versöhnt sich mit Philipp von Burgund III, der Gute, den sie gegen eine stattliche Leibrente als Universalerben einsetzt. - Die Markgrafschaft Baden erwirbt die Hälfte der Herrschaften Lahr und Mahlberg und schafft dadurch ein Bindeglied zwischen dem südlichen breisgauer Teil und dem nördlichen Gebiet um Baden-Baden. - Frank von Kronberg wird mit einem Teil der Burg Rödelheim von König Friedrich von Habsburg III (St) (27) belehnt. - Das Marktschiff, das 300 Personen aufnehmen kann, pendelt täglich zwischen Mainz und Frankfurt. - Der kölner Kirchenbaumeister Hans von Köln wird vom carthagener Bischof Alonso nach Burgos zum Bau von zwei Facadentürmen mit schlanken durchbrochenen hochgotischen Helmen berufen. - Graf Engelbert von Nassau I (St) stirbt in Breda. - In Glashütten im Taunus existieren mehrere Glashütten, deren Gründer Herr Eberhard von Eppstein II - Königstein (St) ist.- In Frankfurt werden grüne Gläser beim Weintest verboten um Weinpanscherei zu verhindern. Es gibt Rippenbecher und Kreuzrippenbecher aus transparentem Glas. - Der Rat der Stadt Frankfurt versucht vergeblich die Minoriten im Barfüßerkloster zur Aufgabe des Handels in den Kirchhöfen und Kreuzgängen des Barfüßerklosters zu bewegen. - Die Almosenstiftung des frankfurter Arzt Johann Wiesebeder von Idstein bringt einen Jahresertrag von 340 Gulden. - König Friedrich von Habsburg III (St) (27) läßt die Juden in Frankfurt umsiedeln. Die unmittelbare Nähe der jüdischen Häuser am Dom stört König Friedrich von Habsburg III (St) (27) beim Gottesdienst. - Eberhard von Eppstein - Königstein (St) befehdet die Dörfer Sulzbach und Soden. - Die Stadt Frankfurt gibt gegen den Willen von Landgraf Ludwig von Hessen I (St) (40) aber von König Friedrich von Habsburg III (St) (27) gebilligt dem Knecht Dutsche Geleit. - Gottfried von Eppstein VIII (St) ist an der frankfurter Judensteuer beteiligt. - König Friedrich von Habsburg III (St) (27) logiert in der frankfurter Herberge Haus Braunfels. - König Friedrich von Habsburg III (St) (27) erhebt Elz zur Stadt. Der trierer Erzbischof Jakob I von Sierck (45) beginnt mit dem Bau einer Stadtmauer und Befestigungstürmen der trierer Exklave vor den Toren der Stadt Limburg an der Lahn. - Der Maler des weichen Stils Stephan Lochner, alias Stephan von Köln, Kölner Schule in der Schildergasse, kommt nach Köln. - Der Gesandte des Konzils Enea Silvio Piccolomin, und spätere Papst (1458) hält sich in Frankfurt auf und rühmt die Stadt Frankfurt als Krönungsstätte. - In Speyer erstürmt die Bürgerschaft das Kloster St. German, da dies nur von Adeligen besetzt ist. - Graf Heinrich von Nassau-Vianden(-Dillenburg) (St) liegt im Streit mit dem trierer Erzbischof Jakob von Sierck um die Grafschaft Diez. - Peter von Udenheim wird mainzer Domdekan. - Volprecht von Ders ist mainzer Domscholaster. - Johann von Festenberg und Hermann von Buchenau sind mainzer Domherren.


1441 Wetter: Ein besonders kalter Winter in Koblenz. - Das Dominikanerkloster in Koblenz brennt ab und erhält einen 7 jährigen Ablass durch den Großinquisitor Heinrich Kalteisen. - Der Streit zwischen Graf Johann von Katzenelnbogen IV (St) und den Herren von Wolfskehl um das Landgericht zum Hohlen Galgen wird durch den Verkauf der wolfskehlener Anteile an den Grafen für 1800 Gulden beendet - Der katzenelnbogener Landschreiber kauft einen neuen Zaun um den Tiergarten. (6108) - Gründung der Universität von Bordeaux. - Goldstaubfunde in der Westsahara. - Erstmals schwarze Sklaven in Europa. - Nach dem Tod von Margarethe von Hanau heiratet Gottfried VIII von Eppstein (St) seine zweite Frau Agnes von Runkel-Wied. - Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) tritt der Ganerbengemeinschaft um die Burg Hattstein bei. - Württemberg wird geteilt. Ulrich von Württemberg V (St) erhält die Residenz Stuttgart und sein Bruder Ludwig von Württemberg (St) die Residenz Urach. - Philipp von Nassau (St), wird der Schutz der Stadt Wetzlar von König Friedrich von Habsburg III (St) (26) befohlen. - Landgraf Heinrich III von Hessen-Marburg (St) wird geboren. - Rödelheimer Burgfrieden unter den Ganerben. - Die verschwenderisch lebende Herzogin Elisabeth von Luxemburg-Görlitz (St) (39) beabsichtigt ihre Pfandschaft an der Grafschaft Luxemburg an den trierer Erzbischof Jakob I von Sierck zu verkaufen. - Der Deutsche Orden versucht vergeblich das hochverschuldete Stift Würzburg zu übernehmen. - Während des Reichstages zu Mainz führt Nikolaus von Kues Dispute mit Johannes von Segovia. - Friedrich von Bellersheim und sein Sohn Friedrich von Bellersheim verkaufen Bornheim. - Friedrich von Heppenheft wird Burgmann in Kaub (Gutenfels) für die Pfalzgrafen und erhält, wie sein Vater, die Burg Heppenheft als Lehen. - Der Preussische Bund wird von preussischen Handelsstädten gegründet. - Das Kloster Bleidenstadt besitzt den Bleidenstädter Hof in Mainz. - Der Herr Hermann von Rodenstein und Lißberg nennt sich noch nach Lißberg, obwohl er nicht mehr in dessen Besitz ist und befehdet Landgraf Ludwig von Hessen I (St) (39) mit Hilfe von Jakob von Sickingen. - Bei seiner Heirat mit Bianca Maria Visconti erhält Francesco Sforza I (St) die Thronfolge im Herzogtum Mailand. - Der Sohn von Anna Schelris von Wasserlos, der mainzer Hofmarschall, Hofmeister und Amtmann in Steinheim Johann von Erlenbach wird Vitztum in Aschaffenburg. - In Köln wird ein Festhaus, der Gürzenich auf dem Grundstück der Patrizier von Gürzenich begonnen. - Am Rathaus Römer in Frankfurt wird eine große Laterne mit 73 venzianischen Glasscheiben aufgehängt. - Gerhard von Schönborn wird Amtmann in der Grafschaft Diez. - Der Schirmvogt Pfalzgraf ? befestigt sein Hauskloster Maulbronn mit Mauern, Türmen und Zinnen. - Der Ehevertrag von Johann von Dehrn (+1481), späterer Vogt von Hadamar und Diez und Margaret von Dorfelden wird unterzeichnet. - In Bamberg wird ein falscher Bettelmönch, mit gefälschten Reliquien und einer Monstranz, verurteilt. - Lukard von Eppstein heiratet Wild- und Rheingraf Friedrich (St). - Die Tochter Katharina, alias Ketter, von Gerlach Grans von Heppenheft erhält als Mitgift den Hof Heppenheft. - Richard von Kleen alias Richard von Cleen ist mainzer Domkantor. -Volprecht von Ders, Reinhard von Sickingen, Friedrich von Lewenstein alias Löwenstein und Pfalzgraf Stephan von Wittelsbach sind mainzer Domherren.

1440 Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) ist bei der Wahl von Friedrich von Habsburg III zum deutschen König in Frankfurt zugegen und Zeuge. Er erhöht die Pfandsumme des von Kraft von Hohenlohe erworbenen Bopparder Königstournosen um 1000 Gulden auf 5000 Gulden und erwirbt vom trierer Erzbischof Jakob I von Sierck eine jährliche Rente von 850 Gulden vom Bopparder Zoll für 17000 Gulden. Der frankfurter Rat bedauert böse Worte gegen den Grafen bei einem Zwischenfall auf der alten Brücke. Mainzer Zwiebelzoll wird bestritten (3968). -Johannes Gutenberg erfindet die beweglichen Lettern für den Buchdruck in Mainz. - Der Innsbrucker Friedrich von Habsburg III (St) (25) wird in Frankfurt zum deutschen König gewählt. - Der bisheribgbe mit Generalvollmachten ausgestattete Reichserbkämmerer Konrad von Weinsberg behält seinen Titel als Erbkämmerer, wird aber nicht mehr aktiv tätig und muss auch auf seinen Lohn, der sich über Jahre angehäuft hat, verzichten. - Frankfurt hat 1300 wehrfähige Männer. - Nikolaus von Kues erfindet einen Hygrometer aus Schafwolle und Tiefenloten mit Auftriebskörper bei Grundberührung. Für ihn ist das Universum unendlich und unbegrenzt und alle Himmelskörper ähneln einander. Da ein unendlicher Raum keinen Mittelpunkt haben kann ist es nicht möglich, dass die Erde in dessen Mittelpunkt steht. Dies steht im krassen Widerspruch zu kirchlichen Lehre. - Bianca Maria Viscontis Tarotkarten finden starkes Interesse in Ferrara. - Klosterneuburger Fridericuskarte. - Der Bau der runkeler Lahnbrücke wird trotz Streitigkeiten mit Reinhard von Westerburg III (St) da die Burg vertragswidrig mit Brückentürmen und einer Zugbrücke ausgestattet wird an der Stelle eines Mühlenwehrs begonnen. - In der Bebenburger Fehde wird die Reichsstadt Weinsberg durch das Trojanische Fass erobert und Teil der Kurpfalz. - Der frankfurter Rat beschliesst, dass alle in Frankfurt und Sachsenhausen lebende Menschen, eben auch Nichtbürger, Bürgerrechte erhalten. - Landgraf Ludwig von Hessen I (St) (38) verpfändet die Hälfte seiner Hälfte der Pfandschaft Limburg an der Lahn an Frank von Kronberg. - Der würzburger Bischof Johann II von Brunn stirbt unerwartet und der zweitälteste Sohn von Kufürst Friedrich I von Sachsen, Sigismund von Sachsen folgt ihm. - Der trierer Erzbischof Jakob I von Sierck übergibt die Hälfte der Grafschaft Blieskastel dem Ritter Friedrich von Loewenstein. - Das bamberger Stadtarchiv wird durch einen Blitzeinschlag in den Turm mit der Pulverkammer des Rathauses zerstört. - Florenz und Venedig vernichten die Visconti unter Niccolo Piccinino in der Schlacht von Anghiari unter dem florentiner Francesco I Sforza (St). - König Friedrich von Habsburg III (St) (25) bringt seinen neugeborenen Neffen Ladislaus Postumus in vormundschaftlicher Obhut, um ihn dem Einfluss seiner Gegner zu entziehen und die Kontrolle über Niederösterreich zu behalten. - Die 12 jährige Tochter des französischen Königs Karl VII Catherine de Valois wird mit ihrem Großonkel Karl dem Kühnen von Burgund (7) verheiratet. - Herzog Albrecht von Wittelsbach III von Bayern-München (St) lehnt ab König von Böhmen zu werden. - In der mainzer Zweitresidenz Aschaffenburg wird ein Tiergarten, die Parkanlage Schöntal, vom mainzer Erzbischof Dietrich Schenk von Erbach vor den Toren der Stadt angelegt. - Die Heirat von Charles d`Orleans mit der 14jährigen Maria von Kleve, der Tochter Graf Adolfs II von Kleve und Maria von Burgund leitet das Ende des Hundertjährigen Kriegs ein. - Pfalzgraf Christoph von der Pfalz-Neumarkt (St) (60) wird nach dem abgesetzten König Erik VII zum König von Dänemark gewählt. - Der kölner Patrizier Werner Overstolz veröffentlicht die Geschichte seiner Familie, die ihre Herkunft bis auf Trajan fälschte, der im Jahr 98 in Köln zum Kaiser ausgerufen worden war, im Overstolzenbuch. - Eberhard von Eppstein II -Königstein (St) lässt für sich und seine Frau Wappenscheiben in Glasmalerei herstellen. Er gilt als Gründer der Glashütten bei Glashütten im Taunus. - Bei der Hochzeit von Karl dem Kühnen (7) arbeitete Jaques Daret an der Festdekoration mit. - Der wiesbadener Bürger Konrad Bodel ist Verwalter von Kloster Klarenthal. - Aus Speyer vertriebene Zigeuner tauchen um Heidelberg auf. - Die Bacheburg von Hans Madern Großneffe von Anna Schelris wird wegen der daraus verübten Raubzüge zerstört. Der mainzer Erzbischof Dietrich Schenk von Erbach bestraft Hans Madern lediglich mit einem befristeten Hausarrest in der zerstörten Burg. - Der Schüler des Meisters E.S. Israhel van Meckenhem der Jüngere wird geboren. In seiner Werkstadt in Bocholt erschafft er viele seiner 550 Kupferstiche. - Der Serienmörders und ehemaligen Marschalls von Frankreich Gilles de Rais nimmt einen Priester während des Pfingsgottesdienstes gefangen, verschleppt ihn, verliert dadurch seine Unantastbareit, wird gefangen genommen, gesteht und wird mit zwei Helfern gehängt. - Erste als Kupferstich gedruckte Spielkarten werden im Rheinland verkauft. - Der im Dienst des österreichischen Herzog Albrecht von Habsburg VI (St) stehende Arzt Johannes Hartlieb schreibt ein Buch über die Regeln der Liebe am Hofe. - Waldschmiede in Kraftsolms. - Die Weinpreise in Löwen erreichen den Wendepunkt und steigen seit 1425 wieder. - Der pfalzeler Vogt Wirich von Daun, Herr von Falkenstein am Donnersberg, Oberstein und Neuenbaumberg heiratet Margarethe von Leiningen, die Tochter des unterelsässischen Landvogts. - Im Besitz von Wenzel von Cleen und sein Mitganerben Wilhelm von Ingelheim sind der Bilsengarten in Sachsenhausen, der Krautgarten (cappeßgarten) in Oberrad (zum Hohenrade), Anteile an der frankfurter Waage und den Mehlhäusern, der Leyß-Zoll (Lusetzolle) in der alten Messe, ein Hof zu Kriftel, ein Teil der Burg Rödelheim, den Tiergarten, den Baumgarten und den Urbergerhof in Sachsenhausen und die zwei Wassermühlen an der Mainzer Pforte am Main und die an der Mainbrücke. - Die kirchlichen Kalenderdaten mit ihren Festen stimmen nicht mit den astronomischen Erscheinungen, wie der Wintersonnenwende überein, die bereits 12 Tage vorher stattfand. - Dietrich von Hatzfeld und Richard Kolling II sind mainzer Domherren.

1439 Gräfin Anna von Katzenelnbogen (St), die Mutter von Junggraf Philipp von Katzenelnbogen des Älteren (St) (37) stirbt und macht ihn rechtlich zum Herrn großer Teile der Obergrafschaft. - Kaiser Albrecht von Habsburg II (St) (42) stirb bei einem Kriegszug gegen die Türken an der Ruhr. - Der trierer Erzbischof Jakob I von Sierck verpfändet die Hälfte seiner Hälfte von Limburg an der Lahn an Dietrich von Runkel IV (St). - Pestepidemie. - Trotz der Bedrohung durch die Türken lehnt die östliche Bevölkerung auf dem Konzil von Florenz den Versuch des byzantiner Kaisers einer Wiedervereinigung der beiden Kirchen als vermeintliche Kapitulation vor Rom ab. - Das strassburger Münster ist der höchste Turm der Welt. - Der Erfinder von Landminen Francesco di Giorgio wird in Siena geboren. - Die sayner Residenzstadt Hachenburg brennt innerhalb 3 Stunden vollständig nieder. Das einzige steinerne Haus ist das Wirtshaus zur Krone. Der Marktplatz wird neu von Graf Gerhard von Sayn II (St) geschaffen. - Große Teile der Stadt Hersfeld brennen ab. - Der letzte an der Ganerbschaft des frankfurter Saalhofs beteiligten Besitzer aus der Familie Knoblauch stirbt. - Gottfried von Eppstein VIII (St) gibt seinem Bruder dem mainzer Domherren und Propst von St. Bartholomäus in Frankfurt die Gülten von Ober- und Niederliederbach. - Die Malerin Mettele, Witwe des Malers Cyelifs von Brabant, kauft in Köln ein Haus. - Der trierer Erzbischof Raban von Helmstatt stirbt. Während seiner Amtszeit hatte er seiner Familie 3 Mannlehen und fünf Burglehen verschafft und 5 Familienmitglieder in das speyerer Domkapitel aufgenommen. Dem neuen trierer Erzbischof Jakob I von Sierck hinterlässt der trierer Erzbischof Raban von Helmstatt ein heruntergewirtschaftetes Kurfürstentum. - Die Region Speyer wird von marodierenden Armagnaken, aus französischen Diensten entlassene Söldner, bedroht. - Die klosterklarenthaler Nonne Margarethe von Nassau (St) wird Äbtissin in Kloster St Ursula in Nürnberg. - Im frankfurter Barfüßerkloster wird gegen die Interessen der Stadt im Kreuzgang und auf dem Hof Handel getrieben. - In Frankfurt werden Neubelastungen von Immobilien und Erbe mit einem nicht ablösbaren Zins verboten. - Durch die Vermählung mit Anna von Breidenbach wird der Montabaurer Wigand von Heringen in die Stubengesellschaft Alten Limpurg aufgenommen. - Pest in Paris mit 45000 Toten in diesem Jahr. - Im katzenelnbogener Wersau wird eine Wehrkirche mit Glockenturm erbaut. - Reinhard von Sickingen gibt sein Amt als Landvogt im Elsass ab. - Johann von Löwenstein unternimmt verschiedene Raubzüge in Hessen. - Jakob Gensfleisch ist Scholaster von St. Viktor vor den Mauern der Stadt Mainz. - Die Grafentochter Anna von Hanau (St) ist Äbtissin von Kloster Patershausen. - Simon Grans von Heppenheft ist koblenzer Offizial, Hofrichter in Koblenz. - Adolf von Nassau II ist mainzer Domherr.

 

1438 Wetter: Der Rhein ist bei Sta Goar zugefroren. Missernte führt zu Teuerung der Nahrungsmitel, die Hungersnöte mit vielen Toten und Seuchen in Deutschland verursacht. Bauern fliehen in die Städte. Der Landadel verarmt - Kraft von Hohenlohe verkauft einen Erbtournosen vom Bopparder Zoll für 4000 Gulden wiederverkäuflich an Graf Philipp von Katzenelnbogen (St). Graf Johann von Katzenelnbogen IV (St) und die Graf Engelbert von Nassau I (St) (68) bauen die Badeeinrichtungen in Ems um 200 % aus, in denen spezielle Kräfte zum Scheren und Schröpfen angestellt werden müssen. Heinrich Groschlag verpfändet den Grafen Johann von Katzenelnbogen IV (St) und Philipp von Katzenelnbogen (St) (36) vier Dörfer im Gebiet der Obergrafschaft für 1200 Gulden. Bei der Wahl Albrecht II von Habsburg (41) zum Römischen König assistiert Graf Philipp von Katzenelnbogen (St) (36) Pfalzgraf Otto von der Pfalz-Mosbach (St) bei der Wahlhandlung. Altarstiftung für